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Tech-Review.de

  • Dienstag, 22. September 2020
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Aerocool Mechatron White

Aerocool Mechatron White: im Test

Einleitung

Die Firma Aerocool stellt Gehäuse für die Gamer-Gemeinschaft her und tendiert preislich im mittleren Budget-Bereich. Somit sind die Variationen auch für jemanden mit kleinerem Geldbeutel durchaus erschwinglich. Zuletzt hatten wir das XPredator-Case aus der PGS-B-Reihe im Test, bei dem sich das Gehäuse mit einer großen Vielzahl an gut umgesetzten Ausstattungsmerkmalen präsentierte. Die Case-Designs der Firma sind nicht nur speziell auf Fans von sehr markanten Bauweisen zugeschnitten, sondern inspirieren sich zum Teil an Sci-Fi-Filmen wie z.B. der Alien-Reihe.

Die verschiedenen Gehäusetypen werden dabei von Aerocool unter eigene Typen-Klassen geführt, so unterteilt die Firma ihre Gehäuse der PerformanceGamingSeries in folgende Arten:

  • PGS-V: Value Series (gelb)
  • PGS-R: Professional Series (rot)
  • PHS-S: Aluminium - Silver Label (silber)
  • PGS-B: Ultimate Gaming Series (black)
  • PGS-C: Compat - Blue Label (blue)

Mit dem Ende letzten Jahres herausgebrachten Mechatron-Tower hat das Unternehmen sein Portfolio der PGS-B-Reihe um ein weiteres interessantes Gehäuse erweitert. Das für unter 80,- Euro erhältliche Case gehört zu den Midi-Towern und ist in den beiden Farbkombinationen Schwarz und Weiß, sowie entweder mit einem Seitenfenster aus Plexiglas oder ohne Fenster und stattdessen einem Meshbereich erhältlich. In Puncto Ausstattung ist auch das Mechatron serientypisch in der Planung nicht zu kurz gekommen und bietet neben der Unterstützung von bis zu sieben Speichermedien weitere Features wie dem magnetischen Boden-Staubfilter, einer großen Anzahl an Lüfter-Slots (max. 200 mm!), einem großen Cutout für die Kühler-Montage, dem Kabelmanagement oder den Schlauchdurchführungen für externe Wasserkühlungen.

Wie sich das neue Gehäuse des taiwanischen Herstellers im Test beweisen kann, ob die Liste der versprochenen Features auch hält was sie zumindest verspricht, klären wir für Euch auf den nächsten Seiten.

Der Lieferumfang

Die Verpackung

Geliefert wird der Mechatron in einem bunt gestalteten Karton, welcher neben Abbildungen des Gehäuses und der verbauten Features mehrere roboterähnliche Hornissen zeigt, die sehr kraftvoll und bissig designed sind und dies anscheinend den Charakter des Gehäuses widerspiegeln soll. Der Tower ist durch eine ausreichende Styropor -Ummantelung sowie einer Schutzfolie gegen Beschädigung geschützt. Nach dem Auspacken kann zunächst nur das separat eingetütete Handbuch entgegen, dieses ist Multilingual gestaltet und bietet eine Montageanleitung in insgesamt 11 Sprachen. Jeder Schritt des Hardwareeinbaus ist in guten und verständlichen Sätzen erklärt und mit Bildern der Handlung unterstützt.

Der weitere Lieferumfang befindet sich in einem kleinen Karton innerhalb des Gehäuses, welcher in einen freien Festplattenschacht untergebracht wurde. Hier sind neben den üblichen Montagesätzen noch zwei Halteschienen für eine 3,5" Laufwerksinstallation, eine L-Blech für den Netzteileinbau sowie eine 5,25" => 3,5" Laufwerksblende enthalten. Darüber hinaus packt Aerocool eine Schraubkappe als kleines Helfer-Tool dazu, mit der sich die Abstandsbolzen einfach und ohne weiteres Werkzeug in das Mainboard-Tray ein-schrauben lassen. Was hier unserer Meinung nach aber fehlt sind ein paar Kabelbinder, um das Kabelmanagement optimal nutzen zu können.

Der Lieferumfang im Detail:

  • Montage-/Schrauben-Set
  • Mehrsprachiges Handbuch
  • Montage-/Eindrehhilfe für die Abstandbolzen
  • 5,25“-auf-3,5“-Slotblende
  • 3,5"Festplattenadapter
  • L-Schiene zur Netzteilmontage
Der Lieferumfang

Die technischen Daten

Auf der technischen Seite bietet der Mechatron eigentlich alle "üblichen" Verdächtigen. Dazu zählt zum Beispiel eine USB 3.0-Anbindung genauso wie die in Module eingeführten Laufwerke, als auch die Vielfältigkeit bei der Bestückung mit Lüftern. Darüber hinaus gibt es im Tray natürlich Elemente für ein Kabelmanagement sowie ein Loch zum einfacheren Ein- bzw. Ausbau eines CPU-Kühlers. Vom Gewicht her ist der Mechatron aufgrund des handelsüblichen und mit 0,6 mm nicht übermäßig dicken SECC-Stahlblechs weit weg vom Schwergewicht, aber mit gut 7 Kg Nettogewicht auch kein fliegender Schmetterling.

Technische Daten:
Modellnummer AeroCool Mechatron Mesh
Gehäusetyp Midi-Tower
Maße (BxHxT) 226 x 502 x 534 mm
Material Stahl SECC 0.6 mm, Kunststoff
Farbe Weiß
Laufwerke ODD ext. 3
HDD ext. 1 (über Montagerahmen im 5.25" Schacht)
HDD int. 4
SSD int. 7 - 2,5 Zoll (intern; 4x statt 3,5 Zoll, 3x werkzeuglos)
Erweiterungs-Slots 7
M/B ATX, Micro-ATX
I/O 2x USB 3.0 (interne Anbindung; wahlweise auch als USB 2.0 nutzbar) 1x je Audio In/Out
Lüfter Front 1x 200 mm (800 U/min, blaue LEDs - installiert ) 1x 200 / 2x 140/120 mm (optional mögliche Kombination)
Oben 1x 200/180 / 2x 140/120 mm (optional mögliche Kombination)
Hinten 1x 120 mm (Rückseite; 1.200 U/min - installiert ) 1x 120 mm (optional mögliche Kombination)
Seite 1x 200 / 2x 140/120 mm (optional mögliche Kombination)
Boden 1x 140/120 mm (optional mögliche Kombination)
Max. GraKa-Länge 330 mm
Max. CPU-Kühler-Höhe 175 mm (ohne Seitenlüfter)
Max. NT-Länge -/-
Netto-Leergewicht

~ 7 Kg

Preis: ~ 75,- €
Hersteller Aerocool
Preisvergleich Geizhals Deutschland
* Herstellerangabe

Der Außencheck

Entsprechend seines Konzeptes, das auf extravagante Gaming-Gehäuse ausgelegt ist, präsentiert sich der Mechtron bei der Front sehr futuristisch, kantig und aggressiv. Das zumeist aus Kunststoff bestehende Frontteil erinnert einem doch sehr stark an bekannte Robotor-Gesichter à la Hollywood – so z.B. der Transformers-Reihe. Im oberen Bereich sind drei 5,25" Schächte samt schwarzen Laufwerksblenden im Mesh-Stil zu finden, die in den Frontbereich "eingelassen" wirken. Dabei kann der Untere durch die im Lieferumfang beigelegte Blende zum 3,5"-Schacht umfunktioniert werden. An dieser Stelle ließen sich dann beispielsweise Card-Reader oder kleine Lüftersteuerungen unterbringen. Oberhalb dessen hat Aerocool einen per LED blau beleuchteten Lichtstreifen angebracht, der sich optisch in das sehr spacige Design einfügt.

Im Stockwerk darunter sind ebenfalls drei Mesh-Bereiche zu bestaunen. Hinter dem großen Element in der Mitte, welches das Serien-Wappen PGS-B ziert, verrichtet der großzügige 200 Millimeter-Luftschaufler seine Arbeit. Die Firma Aerocool hat natürlich auch an den Staubschutz gedacht und alle Einlässe mit einer Schaumstoff-Matte bestückt. Zum Entfernen der Front musst nur an der Unterseite mit ein bisschen "Schmackes" gezogen werden, dabei sollte man jedoch zugleich vorsichtig sein, da das Kabel der LED-Leiste im Auslieferungszustand sehr stramm ins Gehäuse geführt ist und durch eine "Hau-Ruck"-Aktion abgerissen werden könnte. Die Front selbst ist dabei mit Metallstiften am Korpus eingeclipst, was ein Qualitätsvorteil gegenüber der oft bei Billig-Gehäusen verwendeten Plastik-Clips darstellt.

Die Schaltzentrale befindet sich im Deckel des Gehäuses und kommt mit zwei USB 3.0-Ports (abwärtskompatibel), einem Mikrofon- und Kopfhöreranschluss sowie den links und rechts separat zu findenden Power- und Resetbuttons daher. Die Beschriftung bzw. die abgebildeten Symbole sind nach unserer Ansicht gerade in lichtschwachen Momenten ein bisschen zu schwer zu erkennen. Hier hätte die Anschlussbelegung zumindest bei den beiden Klinken-Buchsen deutlicher aufgezeigt werden müssen. Insgesamt wirkt das I/O-Panel sehr aufgeräumt, eigentlich zu aufgeräumt um dem ausgefallenen Design zu entsprechen.

Die beiden Buttons tragen jeweils eine Signalisierung im Tastkörper und bieten im eingeschalteten Zustand ein ansehnliches Bild. Desweiteren wirken die Taster nicht billig, das haptische Bedienempfinden ist positiv, der Druckpunkt ist knackig und durch das Klick-Feedback insgesamt stimmig. Im hinteren Bereich des Deckels ist eine großzügige Lochraster-Fläche zu finden, welche über eine Reihe an Montagemöglichkeiten für wahlweise 1x 200/180 oder 2x 140/120 mm verfügt. Nachteilig wird an dieser Stelle jedoch, dass das Gitter keinen Staubschutz aufweist, so kann zum Beispiel bei einer Nicht- oder nur Teilbestückung mit herausblasenden Lüftern der Staub ungehemmt ins Gehäuse rieseln.

Wir haben den Mechatron in der Variante ohne Seitenfenster aus Plexiglas erhalten, Aerocool bietet das Gehäuse parallel zu unserer Version noch mit optionalem Seitenwindow an. In unserem Fall ist die Seitenwand genauso wie im Deckel mit einem großzügigen Lochraster-Element ausgestattet - leider auch ohne Staubschutz - indem sich optional 1x 200 oder 2x 140/120 mm-Schaufler montieren lassen. Die gegenüberliegende Seitenwand ist clean und bietet keine funktionalen Akzente. Qualitativ können die Seitenwände nicht wirklich punkten, genügt doch schon geringer Druck um eine Wölbung im Blech zu erzeugen.

Dies ist ein Indiz dafür, dass das Gehäuse in Bezug auf Körperschall und damit höherer Lautstärke keine Bestenplätze ergattert. Dies betrifft speziell das von vorn betrachtet rechte Seitenteil (also hinterm MB-Tray), beim Linken sind zur Stabilisierung des Mesh-Bereichs kleine Ausbuchtungen und diagonal laufende Kleinst-Streben angebracht, welche das Seitenteil im Großen und Ganzen relativ stabil wirken lassen - diese fehlen bei der linken Seitenwand leider komplett und machen sie somit anfälliger.

Die Rückseite offenbart, dass das Netzteil am Boden platziert wird. Desweiteren ist hier der Montageplatz des vorinstallierten 120 mm Lüfters zu sehen. Leider haben sich die Konstrukteure dagegen entschieden, das Ganze als demontierbares, separates Lüftergitter zu gestalten. Dies stellt zu unserem Bedauern immer noch ein Nischendarsein im Gehäusesegment dar, trotz dessen man es dem Anwender damit schwer macht ein individuelles Lüftergitter zu verwenden. Casemodder müssten an dieser Stelle also wieder den Trennschleifer zücken. Aber dieser Punkt ist Geschmackssache, für einen Preis von knapp 80,- Euro finden wir die Erwähnung dessen aber dennoch für angebracht. Unterhalb des Lüfterplatzes sind drei gummierte Schlauchdurchführungen montiert, mit dessen Hilfe sich externe Kühllösungen einfacher realisieren lassen. Die Haltetreue beim Durchstecken eines Schlauches durch die Ringe ist zwar nicht perfekt, aber akzeptabel. Sie neigen zwar zum leichten verformen, bleiben aber an ihrem Platz - so soll es sein.

Die Rückseite

Natürlich darf ein Blick unter das Gehäuse nicht fehlen: hier setzt Aerocool zum Bedauern auf vier aus Kunststoff bestehende Füße, welche in Hinblick auf ein Vibrationsschutz leider total nutzlos sind. Gummi wäre an dieser Stelle und in Anbetracht des Kaufpreises keine Fehlinvestition gewesen. Weiter verfügt das Gehäuse über ein mit mehreren Magnetpunkten befestigtes Staubschutzgitter, welches sich zu unserer Freude über den gesamten unteren Mesh-Bereich legt und damit für ein sauberes Innenleben sorgt. Zudem ist das Gitter schnell entnommen und kann bequem unterm Wasserhahn gereinigt werden.

Die Unterseite

Der Innencheck

Nach chirurgischer Art interessieren wir uns natürlich auch für die inneren Werte, hat der Mechatron doch auch hier einige interessante Konzepte umgesetzt. Zunächst ist der komplett lackierte Innenraum zu erwähnen. Die Lackqualität ist nicht atemberaubend, aber robust und ordnungsgemäß aufgetragen - Sprühnebel oder ähnliche Ärgernisse konnten wir nicht ausmachen. Vom Aufbau her reiht sich das Gehäuse in die Standards ein und hat den Innenraum auch entsprechend strukturiert. So verfügt das Gehäuse über ein Mainboard-Tray mit einer sehr großzügigen Ausbuchtung zur einfachen (De-)Montage eines CPU-Kühlers mit Backplate im eingebauten Zustand des ATX- oder Micro-ATX-Mainboards. Mit 175 Millimeter Platz zur Seitenwand (ohne optionalen Seitenlüfter) ist in Puncto Kompatibilität ausreichend Luft für eine Vielzahl der gängigen Kühlervarianten vorhanden.

Für die einfache Verlegung der Kabel verfügt der Mechatron im Tray über vier gummierte Schlauchdurchlässe, durch die sich die Kabelstränge hinter das Mainboard-Tray verstecken lassen. Leider müssen wir auch an dieser Stelle wieder bemängeln, dass diese Einfassungen nicht ausreichend stabil konstruiert sind, auch nicht verklebt wurden und sich somit bei dickeren Kabel sehr gerne mal von ihrer Position lösen - was nicht nur nervig ist, sondern auch unnötig. Verwendet man ein überlanges NT, wird darüber hinaus mit hoher Wahrscheinlichkeit einer der Durchführungen verdeckt. Damit auch dickere Stränge und Stecker versteckt werden können, ist hinter dem Tray mit gut zwei Zentimetern genügend Luft vorhanden. Allerdings sollte man beim Verlegen Sorgfalt walten lassen, denn auch dicke Bündel sorgen sehr schnell dafür, dass die Seitenwand im geschlossenen Zustand leichte Ausbeulungen aufweist.

Auf der linken Seite ist der Gehäuselüfter zu sehen, welcher wahlweise über einen Drei- oder Vier-Pin Molexstecker angeschlossen werden kann. Bei den Kartenslots setzt Aerocool auf altbewährtes und verwendet klassische Rändelschrauben zum Befestigen der Karten, sowie der Blenden. Nach unserer Erfahrung die bisher ungeschlagene Methode was den festen Sitz, Haltbarkeit und Stabilität anbelangt.

Genau wie die fehlende Vibrationsfilterung des Gehäuses zum Untergrund hin, so wird auch das Netzteil am Boden ohne jeglichen Puffer direkt auf das Blech gesetzt und bei Bedarf mit der L-Schiene noch fixiert. Selbst deutlich günstigere Gehäuse bieten an dieser Stelle einen Schutz vor ungewollten Schwingungen. Wenn man sich dann noch vor Augen hält für welche User-Klasse dieses Gehäuse gedacht ist, werden die Fragezeichen über die nicht vorhandene Pufferung immer größer. Dieses Case richtet sich an Gamer, die in der Regel über potente und leistungsstarke Hardware verfügen, welche nicht selten mit einer Eigenschwingung daherkommen und dies im Ergebnis zu einer erhöhten Geräuschbildung führt. Weshalb hierauf komplett verzichtet wurde, verstehen wir nicht. Wer noch einen Bodenlüfter montieren möchte, kann sich an dieser Stelle zwischen einem 140/120 mm-Lüfter entscheiden, wichtig ist jedoch immer darauf zu achten, wieviel Platz des Netzteil samt Verkabelung noch übrig ist.

Die Montagestelle des Netzteils

Auf der rechten Seiten sind die Laufwerksmodule in drei Formfaktoren aufgeteilt. Zum einen ist ganz oben das 5,25"-Modul zu sehen, in das man komplett werkzeuglos seine Laufwerke einschieben kann. Als Arretierung dient ein einseitiger Federmechanismus, der uns leider rein vom Gefühl nicht so ganz überzeugen kann. Ob das System jedoch was taugt, wird der Hardware-Einbau auf der nächsten Seite offenbaren.

Die drei oben liegenden 5.25

Darunter ist ein Rack für drei 2,5"- und noch ein Stockwerk tiefer für vier 3,5" Laufwerke vorhanden. Die Module sind leider nicht variabel zu verschieben, sondern starr befestigt. Die Geräte werden dabei in die Plastikeinschübe geklemmt, dabei greifen kleine Stifte in die Schraubenlöcher des Speichermediums. Bei den 3.5"-Typen sind die Stifte aus Metall und werden über einen kleinen Gummiring zusätzlich mehr oder weniger entkoppelt.

Praxistest

Folgendes Testsystem kam dabei zum Einsatz:

Motherboard MSI K9N Platinium
CPU AMD Athlon64 X2 4200+ EE 2200Mhz 2x512KB
RAM 1024 MB DDR2 800Mhz Corsair PC2-6400 CL5
Grafikkarte ATI Radeon HD 5850 (Cypress) (Core-Clock 775 MHz - Mem-Clock 1125 MHz)
Betriebssystem Microsoft Windows 7 64bit
CPU-Kühler Spire - TherMax 2 (SP679)
Festplatte 1 x 160GB Samsung HD160JJ 7200rpm sATAII
Netzteil Sea Sonic X-Series 460 Watt (Passiv, mit Kabelmanagement)

Der Einbau

Der Einbau der Komponenten geht zügig vonstatten, Platzprobleme gab es keine. Da das Gehäuse über bereits vorgegebene Erhebungen verfügt, die eine zusätzliche Montage der Abstandsbolzen erübrigt, haben wir diesen Schritt damit schon mal eingespart. Wer jedoch noch an einigen Stellen einen Bolzen benötigt, kann diese in das Mainboard-Tray einschrauben - etwaige Probleme mit Lack im Gewinde gab es hierbei nicht. Anschließend wurde das Netzteil eingesetzt und verschraubt - apropos verschrauben: lediglich beim Mainboard und dem Netzteil wird ein Schraubendreher benötigt, alle anderen Montageschritte gehen werkzeuglos vonstatten. Für das Einsetzen eines DVD-Laufwerks muss man die komplette Front demontieren, um die Laufwerksblende über den Clip-Mechanismus zu entnehmen. Anschließend wird das Medium in den Schacht eingeschoben bis es hörbar im Arretierungssystem einrastet. Entgegen unserer Erwartung ist der Halt des Laufwerks mit dem billig wirkenden System ausgezeichnet.

Bei der Festplatte war der Einbau auch super schnell absolviert: Einschubrahmen rausziehen, leicht auseinanderbiegen, Festplatte einsetzen und gesamtes Konstrukt wieder ins Modul einfügen bis die Clips hörbar im Rahmen einrasten.

Der Laufwerkkäfig

Für die Grafikkarte ist im Gehäuse genug Platz, unsere HD 5850 bekam zu keiner Zeit einen Anfall von Platzangst. Dem Anwender stehen hier mit eingebauten HDD-Modulen ganze 33 Zentimeter Raum zur Verfügung. Bei unserer Karte hatten wir nach dem Einbau samt Kabel noch jede Menge Platz zum Festplatten-Käfig hin. Beim Einbau des Netzteils wurde es eng, denn unter der Slot-Arretierung und der Schiene am Tray ist seeehr wenig Platz, sodass unser NT sogar Kratzer beim Aufkleber davontrug - unschön.

Der interne USB-Stecker ist so gestaltet, dass er zum einen auf ein USB 3.0-Pinheader aufgesteckt, oder aber auch beim älteren Standard zum Einsatz kommt. Das haben wir in der Kombination noch nicht oft gesehen. Somit gehen keine Anschlüsse verloren.

Der USB2.0- USB3.0-Adapterstecker

Das fertig montierte Testsystem:

Lüfter und Lautstärke

Aerocool liefert seinen neuen Tower mit zwei vorinstallierten Lüftern aus, dessen Serie wir leider nicht ermitteln konnten. Dem Design nach handelt es sich beim Frontlüfter um ein Modell, dass der SilentMaster-Serie sehr stark ähnelt, was abgesehen vom Flügeldesign den Aufbau des Rahmens anbelangt. Durch seine insgesamt 13 enganliegenden Rotorblätter und einer Drehzahl von 800 U/Min (+-10% bzw. 200 U/Min.) ist der Lüfter auf einen hohen Luftdurchsatz ausgelegt, was sich jedoch meist in der Lautstärke wiederspiegelt. Zum Einsatz kommt bei diesem Lüfter ein Gleitlager (Sleeve), welches im günstigen Segment leider auch nicht gerade für seine ruhige Laufart bekannt ist. Darüber hinaus ist der Frontlüfter mit insgesamt 4 blauen LEDs bestückt. Beim unbeleuchteten Heckschaufler sieht der Informationsgehalt leider genauso dürftig, weshalb wir außer den Herstellerangaben leider keinen weiteren Details für Euch parat haben.

Front (A2020L12)

Lüfter 200 x 200 x 20 mm
Spannung 12 V
Farbe Schwarz
Beleuchtung Blaue LEDs (vier Stück)
Geschwindigkeit 800 ± 200 U/Min
Leistungsaufnahme ~ 5,1 Watt
Ampere 0,42 A
Startspannung <= 9 Volt
Luftdruck 0,363 MM-H2O
Luftmenge 108.551 m 3 /h
Schalldruck 24,4 dB(A)

Heck (A1225L12)

Lüfter 120 x 120 x 25 mm
Spannung 12 V
Farbe Schwarz
Beleuchtung keine
Geschwindigkeit 1200 ± 200 U/Min
Leistungsaufnahme ~ 3,6 Watt
Ampere 0,30 A
Startspannung <= 9 Volt
Luftdruck 0,815 MM-H2O
Luftmenge 87.379 m 3 /h
Schalldruck 26,2 dB(A)

Im Betrieb haben wir selbstverständlich die Lautstärke der Lüfter bzw. des geschlossenen Gehäuses gemessen, dazu wurde das System entfernt und ein passives Netzteil kam als Stromquelle zum Einsatz. Aus einer Entfernung von 30 Zentimeter, fixiert auf einem Stativ, haben wir unser Schallpegelmessgerät Voltcraft SL-100 in Stellung gebracht. Das Gehäuse ist dabei geschlossen und nur die verbauten Lüfter sind in Betrieb. Als Messung kommen die Spannungsstufen 12V, 7V und 5V zur Anwendung. Wir verwenden diese Messmethodik, um eine nachvollziehbare Beurteilung zu erreichen. Auf die Verwendung eines laufenden Testsystems ist bei der Schalldruckmessung aus Gründen der kaum zu realisierbaren Vergleichsmessung verzichtet worden. So beurteilen wir das Gehäuse mit seinen Lüftern an sich allein.

Beim Test des Schalldrucks zeigt sich ganz klar, dass die Lüfter nicht für den Silentbetrieb taugen. Gerade der Frontlüfter wies bei voller Drehzahl ein von außen deutlich wahrnehmbares Luft-Strom-Geräusch auf. Nach unserer Meinung sind dafür die engen Strömungsbereiche der Laufwerksmodule schuld, da eine breite Luftfläche (immerhin ist es ein 200 mm-Kollege) durch schmale Löcher gepresst wird und dies mit dem ordentlichen Luftdurchsatz letztendlich bei der Lautstärke zum Tragen kommt. Bei 7 Volt vernahm man noch ein leichtes rauschen, bei 5 Volt wurde es dann auch so ruhig, dass aus einer typischen Entfernung zum Gehäuse aus über 50 Zentimeter kaum noch Geräusche drängten.

Wasserkühlungskompatibilität

Auch wenn der große Mesh-Bereich im Deckel bei einem dem Eindruck hinterlässt, hier passe doch wunderbar ein Radiator drunter, irrt man sich. Mit gerade einmal knapp 4,5 Zentimeter zwischen Deckel und Mainboard-Oberkante reicht der Platz zwar für eine Slim-Variante, jedoch wird es dann mit den Schlauchanschlüssen schnell zu eng, weswegen wir an dieser Stelle eher eine Grund-Kompatibilität abschreiben würden. Mit den Schlauchdurchlässen ist jedoch die Verwendung externer WaKü-Komponenten aber kein Problem.

Verarbeitungsqualität

An dieser Stelle können wir leider nicht durchweg gute Noten verteilen, allgemein ist die Verarbeitungsqualität zwar in Ordnung, aber es gibt hier und da Dinge die bei einem Preis von knapp 80 Euro nicht wirklich zufriedenstellend sind. Zunächst die positiven Aspekte: beim Thema Lackierung ist soweit alles im Lot, es gibt keine Lacknebel oder Blasen und ausreichend robust ist der Farbanstrich auch noch, mit Ausnahme an den Einschubstellen der Seitentüren, hier platzte nach kurzer Zeit der Lack bereits ab. Gerade bei den Übergängen vom Metall-Body zu Kunststoffteilen gibt es bei Konkurrenzprodukten oftmals unsaubere Spaltmaße - beim Mechatron ist alles in Ordnung, nicht zu 100% perfekt aber auf einem guten Level, sodass es keinen Grund zum Tadel gibt.

Alle Metall-Kanten sind abgerundet oder mit einem Gummi-Ring versehen und beugen Schnittverletzungen und Kabelbeschädigungen vor. Nun jedoch der Rüffel: Da ist zum einen die recht dünne Materialstärke, die sich bei einer Seitenwand in puncto Körperschallneigung negativ wiederspiegelt. Hier hätten einfach zwei Verstrebungen die Anfälligkeit minimiert. Desweiteren wirken die Laufwerkseinschübe sehr billig und weisen produktionsbedingte, aber unschöne Flecken vom Spritzvorgang auf. Auch die Wertigkeit der Arretierung der 5,25" Laufwerke ist nicht so ganz nach unserem Geschmack. Sie ist zwar funktionell, aber hinterlässt dennoch einen faden Beigeschmack und passt eher in die Kategorie der Low-Budget-Modelle. Überzeugen konnte auch der Staubschutz, dessen Qualität für seinen Einsatzzweck absolut Top und schnell montiert ist.

Weitere Messungen

Mario Kramer meint …

Mario Kramer

Beim Mechatron hat Aerocool viele inzwischen standardisierte Features integriert und ein funktionelles Gehäuse geschaffen. Ist man an dieser Stelle nach dem ganzen Test jedoch ehrlich, so muss man sagen, dass das auch andere Hersteller schaffen - und deren Gehäuse dabei keine 80 Euro kosten. Leider ist beim Mechatron vieles im Argen, dass nicht so Recht zu überzeugen weiß. So viel uns zum Beispiel direkt nach dem Auspacken die wabbelige Konstruktion des rechten Seitensteils auf (von vorn betrachtet), was sich dadurch nicht nur in der Anfälligkeit für Körperschall zeigte, sondern es zugleich beim Verlegen von dicken Kabelsträngen hinterm Tray zu geringen Ausbuchtungen (Beulen) kommen kann. Dadurch ist die Montage des Seitenteils eine wahre Fummelarbeit und benötigt meist mehr Hände zum Verschließen als in der Regel vorhanden sind. An den Verschluss-Elementen begann der Lack zudem schon nach zweimaligen Entfernen der Tür an jenen Stellen abzuplatzen, unschön. Apropos Lack: dieser ist ansonsten vernünftig aufgetragen und zeigt sich im Gesamtbild erstaunlich robust. Es gibt keinen Lacknebel und alle Bereiche sind ordnungsgemäß eingesprüht. Beim Thema Kühlung kann der Mechatron mit durchsatzstarken Lüftern punkten, jedoch bezahlt man diese Leistung mit einem erhöhten Geräuschpegel. Platzmäßig ist alles im grünen Bereich und die Montage war schnell von der Hand.

Bei der Laufwerksmontage gibt es ein dickes Plus für die Einfachheit des werkzeuglosen Einbaus und die Sitzfestigkeit der Laufwerke, gleichzeitig müssen wir aber wieder deutlich abwerten, da gerade die Einschübe als auch das Arretierungssystem der optischen Medien von einem wertigen Gefühl weit entfernt sind. Die Einschubrahmen weisen zudem deutlich sichtbare Flecken vom Spritzvorgang auf, die unvorteilhaft direkt im sichtbaren Bereich zu finden sind. Gab es beim Aerocool XPredator von uns noch gute Noten für das Anti-Vibrations-Konzept, so wurde hier zum Teil sträflichst eingespart. Es gibt keine gummierte Auflage für das Netzteil, die Entkopplung der 3,5"-Laufwerke ist gerade mal als befriedigend zu beurteilen und ein Schutz vor der Übertragung von Vibrationen zwischen Gehäuse und Boden fehlt komplett, da hier lediglich auf Plastik-Stelzen anstatt auf vernünftige und absorbierende Füße gesetzt wurde. Weiter fehlt im Deckel ein Staubschutz, sodass der Schmutz nur so ins Gehäuse rieseln kann, wenn gerade keine ausblasenden Lüfter montiert sind. Für die Freunde des feuchten Nass ist das Case leider auch nicht so geeignet, speziell wenn man vorhatte einen Radiator in den Deckel zu montieren - mit knapp 4,5 Zentimeter ist der Platz zu gering.

Das Gehäuse ist nicht schlecht, ohne Frage, aber für den Preis einfach nicht gut genug um von uns eine Kauf-Empfehlung zu erhalten. Wie schon erwähnt konnte das XPredator-Case, welches sich darüber hinaus in der gleichen Bauart-Serie befindet, deutlich besser präsentieren. Inzwischen ist dieses Gehäuse auch für unter 100,- Euro zu erwerben, weshalb wir Kaufinteressenten aktuell eher dazu raten würden, als hier eine Empfehlung für den Mechatron auszusprechen. Es wurde einfach an zu vielen Ecken bei zu wichtigen Dingen eingespart - und da hilft die tolle Optik leider auch nicht drüber hinweg. Alles in Allem ein eher enttäuschendes Ergebnis, haben wir doch eigentlich bessere Erfahrungen mit Gehäusen aus der PGS-Serie machen können.

  • Positiv
  • Funktionelle, wenn auch sparsam gehaltene Features
  • Tolle Optik
  • Akzeptable Verarbeitung
  • Ausreichend Platz hinterm Tray
  • Durchsatzstarke Lüfter
  • Einfache Montage
  • Großzügiges Montageloch im Tray für den Kühlerwechsel
  • Sowohl für USB 2.0- und 3.0-Mainboard geeignet
  • Reichhaltiger Lieferumfang
  • Arretierungssysteme bieten festen Halt
  • Neutral
  • Negativ
  • Geringe Wandstärke, Anfälligkeit für Körperschall
  • Kein Staubfilter im Deckel
  • Schwächen in der Verarbeitung des Lackes und der Laufwerk-Einschübe sowie des Arretierungssystems
  • Keine direkte Kompatibilität zu Wasserkühlungen im Deckel
  • Kabelmanagement-Durchlässe nicht geklebt
  • Lüfter nicht silenttauglich
  • Schlechtes Anti-Vibrations-Konzept
  • Preis

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