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Tech-Review.de

  • Montag, 10. August 2020
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Nanoxia Deep Silence 3

Nanoxia Deep Silence 3: günstiges Gaming-Case im Test

Einleitung

Auf eins folgt zwei, folgt drei! So könnte man die nächste Nummer der beliebten Deep Silence-Serie der Firma Nanoxia sinngemäß einleiten. Der Hersteller hat im Laufe der letzten Jahre gleich mehrere Versionen des Deep Silence gelauncht, jedes mit seinem eigenen Anwendungsgebiet und klar definierter Zielgruppe. So war das Deep Silence 1, welches wir 2012 im Test hatten, mit voll-modularen HDD-Käfigen und einen sogenannten und ausklappbaren „Nanoxia Air Chimney“ im Deckel ausgestattet, der es erlaubt hat die schallgedämmten Lüfterplätze bei Bedarf durch ein Hubsystem zu öffnen. Dieses Gehäuse war sehr detailverliebt und konnte sich in unserem Test viele Pluspunkte einverleiben, natürlich hatte all dies auch seinen Preis.

Das Deep Silence 2 wandelte sich in seiner Form und wurde tiefer, um nun auch E-ATX aufnehmen zu können. Weichen musste dafür allerdings das modulare Käfig-System. Das Deep Silence 4 ist für Fans kleiner Home-Systeme im Micro-ATX-Format. Der Fünfte in der Runde ist für anspruchsvolle Kühl-Fans konzipiert und bringt neben den wieder vorhandenen modularen HDD-Einschüben genügend Platz für anspruchsvolle Zusammenstellungen seines Kühlsystems. Der letzte im Bunde ist das Deep Silence 6, welches zurecht das Serien-Attribut „Monster“ verdient und Mainboards im gigantischen HPTX-Formfaktor aufnehmen kann. Hier spielt dann auch der Preis wieder in der Oberliga mit, allerdings gilt gleiches auch für die Ausstattungsmerkmale. Alle diese Gehäusevarianten erhalten, sofern es von Nanoxia vorgesehen ist, über die Zeit ein Update und bekommen den Präfix „Rev. B“. So zum Beispiel bisher passiert beim DS 5 und DS 6.

Fehlt hier nicht noch einer in der Auflistung? Richtig mitgezählt! Das Deep Silence 3 ist unser heutiges Testobjekt und ist eher was für den schmalen Geldbeutel. Reduzierte Features und dünneres Material, ein „Standard“-Tower für normale Nutzeransprüche. Nichts destrotrotz bleibt sich Nanoxia seiner Silent-Linie auch bei dieser Version treu und spendiert dem Gehäuse eine Vielzahl an Geräuschdämmenden Elementen. Dazu kommt eine integrierte Lüftersteuerung für bis zu sechs Lüfter – drei sind bereits beim Gehäuse dabei und vormontiert.

Nanoxia hat bei der Ausstattung des DS 3 ein wenig eingespart. So wurde nicht nur dünneres Stahlblech verwendet (0,6 statt 0,7 mm), sondern zum Beispiel auch ein zusätzlicher Lüfterplatz im Seitenteil eingespart. Weiter können im DS 3 nur noch sieben Slotkarten verbaut werden, was allerdings in dem Größen-Wechsel von Hoch zu Lang begründet ist. Das Deep Silence 3 bietet neben den eingesparten Features im Vergleich zu seinen Serien-Kollegen aber auch Features, die durchweg in der Serie beibehalten worden. So hat das Gehäuse ein teilmodulares Käfigsystem, ist vollständig schallgedämmt, bietet zwei USB 3.0 und einen USB 2.0 Port, setzt auf eine werkzeuglose Montage der 5,25“-Laufwerke, fördert ein sauberes Kabelmanagement hinter dem Tray und bietet mit darüber hinaus noch viele kleine Details, die das Gehäuse nicht nur interessant, sondern sogar zum Spartipp werden lassen könnten.

Aber zu viel wollen wir hier noch nicht erzählen, dazu soll Euch das umfangreiche Review alle notwendigen Details zum aktuellen Deep Silence 3 in der schwarzen Version und ohne Seitenfenster (gibt es nämlich auch mit) vermitteln. Viel Spaß beim Lesen!

Verpackung und Lieferumfang

Die Verpackung des Deep Silence 3 ist mit starken Kontrasten zwischen Weiß und Schwarz gestaltet und trägt neben einer schematischen Darstellung des Gehäuses noch eine Auflistung der technischen Details, sowie eine Reihe von Piktogrammen, welche die Kernfeatures des DS3 abbilden sollen. Wird der Karton geöffnet so findet sich das Deep Silence 3 Gehäuse sicher verpackt in einer Schalung aus Styropor und umhüllt von einer relativ kräftigen Folie - um Kratzer und Feuchtigkeit vorzubeugen. Im Inneren des Gehäuses fällt einem die bebilderte und gut lesbare Montageanleitung in die Hände. Innerhalb eines kleinen Zusatzkartons hat Nanoxia die restlichen Bestandteile des Lieferumfangs verpackt. Dazu gehört das Montage-/Schraubenset, bei dem jede Schraubengattung in einer separaten Tüte verpackt und mit einem entsprechenden Label versehen wurde. Darüber hinaus gibt es noch eine gesleevte EPS-Verlängerung, sowie fünf einfache Kabelbinder.

Gerne hätten wir hier noch eine Einschraubhilfe für die Abstandsbolzen der Mainboardmontage vorgefunden, mit dem sich diese dann deutlich einfacher und ohne besonderes Werkzeug wie z.B. eines Knarrenkastens, in das MB-Tray eindrehen lassen. In der Preis-Kalkulation wäre dies bestimmt noch mit drin gewesen.

Der Lieferumfang im Detail:

  • Das Deep Silence 3 Gehäuse
  • Montage-/Schrauben-Set
  • mehrsprachiges, bebildertes Handbuch
  • EPS-Verlängerung
  • fünf Kabelbinder

Technische Daten

Auf der technischen Seite haben sich gegenüber den beiden Vorgängerversionen nur kleinere Details verändert. So kommt beim Deep Silence 2 ein 0,6 mm dicker Stahl zum Einsatz (DS1/DS2= 0,7 mm), was das deutlich geringere Gewicht von nur knapp 9,3 Kg erklärt. Dünnerer Stahl bedeutet aber nicht zwangsläufig auch weniger Verwindungssteifheit, dazu aber leider meistens höhere Anfälligkeit für Körperschall. Hier greifen jedoch die geräuschreduzierenden Dämmmaterialien, welche sowohl in den Seitenteilen, dem Deckel und der Front zum Einsatz kommen. Für die Anschlussvielfalt gibt es neben den obligatorischen Buchsen für Mikrofon und Kopfhörer noch einen USB 2.0 sowie zwei USB 3.0 Port. Beim USB 3.0 wird die Verbindung zum Mainboard über ein Pin-Header bewerkstelligt, sodass die Schnittstelle direkt mit der Hauptplatine verbunden wird. Weil sich von Version zu Version auf die Abmaße stetig veränderten, kann in dem DS3 nun leider auch keine Platine der Formfaktoren E-ATX und XL-ATX verbaut werden - was schade ist, da gerade im Midi-Tower-Sektor dies schon eine gewisse Besonderheit darstellte.

Zur besseren Vergleichbarkeit zwischen den drei Versionen, haben wir Euch mal eine Tabelle der Spezifikationen zusammengefasst:

Modellname Deep Silence 1 Deep Silence 2 Deep Silence 3
Gehäusetyp Midi-Tower Midi-Tower Midi-Tower
Maße (HxBxT) 517 x 220 x 532 mm 468 x 207 x 588 mm 456 x 207 x 520 mm
Schalldämmung
Bitumen / Bitumen-Schaum Bitumen / Bitumen-Schaum Bitumen / Bitumen-Schaum
Material 0,7 mm Stahl, Kunststoff 0,7 mm Stahl, Kunststoff 0,6 mm Stahl, Kunststoff
verfgb. Farben Anthrazit, Schwarz, Weiß Anthrazit, Schwarz,
Weiß, Silber
Anthrazit, Schwarz
Laufwerke
ODD ext. 3 3 3
HDD ext. 1 (in 5.25" Schacht) 1 (optional) 1 (optional)
HDD int. 8 7 5 (Kombieinschübe)
SSD int. k. A. 7 (in den HDD-Modulen) 3
Erweiterungs-Slots
8 7 7
M/B
ATX, XL-ATX, Micro-ATX, Mini-ITX E-ATX, ATX, Micro-ATX, Mini-ITX ATX, Micro-ATX, Mini-ITX
I/O 2x USB 3.0 / 2x USB 2.0 / HD Audio / 2-Kanal Lüftersteuerung 2x USB 3.0 / 1x USB 2.0 / HD Audio / 2-Kanal Lüftersteuerung 2x USB 3.0 / 1x USB 2.0 / HD Audio / 2-Kanal
Lüftersteuerung
Lüfter Front 2x 120 mm 2 x 120 mm (1.300 U/min) 2 x 120 mm (1.300 U/min)
Oben 2x 120/140 mm (optional) 2 x 120/140 mm (optional) 2 x 120/140 mm (optional)
Hinten 1 x 140 mm (1.100 U/min) 1 x 120 mm (1.300 U/min) 1 x 120 mm (1.300 U/min)
Seite 1x 120/140 mm (optional) -/- -/-
Boden 1x 120/140 mm (optional) 1 x 120/140 mm (optional) 1 x 120/140 mm (optional)
Max. GraKa-Länge
315 (445) mm 345 (370) mm 345 (430) mm
Max. CPU-Kühler-Höhe
185 mm 165 mm 165 mm
Gewicht

11,34 kg

10,96 kg 9,3 kg
Preis ~ 112 € ~ 75 € ~ 60 €
Hersteller Nanoxia Nanoxia Nanoxia
Preisvergleich Geizhals Deutschland Geizhals Deutschland Geizhals Deutschland
Herstellerangabe

Außencheck

Zu Beginn unseres Außenchecks ist direkt festzuhalten, dass sich das Design im Vergleich zu seinen Vorgängern nicht bzw. nur minimal verändert hat. Bei der direkten Gegenüberstellung zum Deep Silence 2, abgesehen von den Abmaßen, sogar garnicht. Vom Konzept her ist das DS3 auf eine sehr dunkle Lackierung gepaart mit allgemeinen zurückhaltenden Look ausgelegt, keine stark hervorstechenden Akzente und klares Understatement. Eine kleine Ausnahme dieser Regel bildet die leicht spiegelnde Front, sowie die blauen USB 3.0 Anschlussbuchsen des I/O im Deckel des Gehäuses. Die Kantenführung ist gradlinig und teilweise abgewinkelt. Dadurch wirkt das Gehäuse sehr schnittig, aber nicht aggressiv.

Im Deckel lassen sich die Lüftergitter erkennen, die Seitenteile sind vollständig clean. Als Hinweis für den Interessenten sei erwähnt, dass es den DS3 auch noch mit Seitenfenster zu erwerben gibt.

Der obere Teil der Front in als Tür konstruiert und gibt nach dem Öffnen den Blick auf die Laufwerksschächte der 5,25"-Geräte frei, drei sind es an der Zahl. Mit Hilfe eines Klipp-Mechanismus lassen sich diese Mesh-Blenden relativ einfach entfernen und das Medium kann an dieser Stelle dann bequem eingebaut bzw. im verbauten Zustand bedient werden. Oberhalb der Schächte prangt das großzügig hervorstechende Nanoxia-Logo dem Anwender entgegen. Zur Schallisolierung ist die aus Kunststoff gefertigte Fronttür mit einem geräuschabsorbierenden Schaumstoff ausgestattet, welches dem Silent-Konzept zuarbeitet. Die Tür ist dabei mit Magneten versehen, die ein sanftes Schließen und ein leichtes Öffnen gewährleisten. Auf der linken Seite hat das Deep Silence 3 dann noch den Reset-Taster verbaut, der leider optisch nicht den hochwertigsten Eindruck hinterlässt - rein von Klickgefühl ist der Tastvorgang aber nicht zu kritisieren.

Unterhalb der Laufwerksschächte hat Nanoxia zwei kleine Schieberegler verbaut, welche die Zweikanal-Lüftersteuerung für den Betrieb von bis zu sechs Lüftern im System zulässt. Je drei pro Kanal. Die Drehzahl wird hierbei gruppenweise und stufenlos zwischen der Einstellung L(ow) und H(igh) reguliert.

Für die Betrachtung der unteren Front bzw. was sich dahinter versteckt, ist es notwendig die aus Kunststoff bestehende Frontpartie zu demontieren. Dies geschieht binnen weniger Sekunden und komplett werkzeuglos durch ein Klick-System. Nach dem Abnehmen sind die zwei vorinstallierten Lüfter zu erkennen, die auf das Lüftungsgitter, was zugleich der Staubfilter ist, geschraubt sind. Entfernt man die vier Schrauben am Gehäuse kann man das ganze Konstrukt abnehmen, die Lüfter entfernen bzw. bei Bedarf tauschen und auch das Lüftergitter bequem unter laufendem Wasser reinigen. Auch an dieser Stelle hat der Hersteller der Front eine Dämmmatte spendiert, die die auftretenden Vibrationen durch Luftverwirbelungen im unteren Teil der Front absorbieren soll.

Frontpartie wieder montiert geht es auch schon weiter mit dem Deckel: Hier ist das Anschlusspanel mit den Headset-Buchsen, dem im Betrieb beleuchteten Power-Button, zweier USB 3.0 und ein USB 2.0 Port untergebracht, welches mit dem des Deep Silence 2 identisch ist. Leider wurde sowohl beim DS 2 als auch beim DS 3 auf die - wie wir finden - bessere Umsetzung mit einer zusätzlichen Abdeckung für das I/O-Panel, wie es beim DS 1 noch Verwendung fand, verzichtet. Staub und Krümel gelangen so ungehindert in die Schnittstellen.

Den Blick weiter Richtung Heck findet man die zwei ausgestanzten Lüftergitter, die im Lochrasterdesign Platz für zwei optionale 120- bzw. 140-mm-Lüfter bieten. Ab Werk sind diese Montagemöglichkeiten von Innen mit demontierbaren Nanoxia VentCover, also Dammplatten versehen, welche die Öffnungen verschließen. Hierbei soll der Nutzer die Möglichkeit erhalten, zwischen einer möglichst geringen Geräuschkulisse oder im Bedarfsfall einer bestmöglichen Gehäusebelüftung wählen zu können.

Natürlich benötigen die Lüfter in der Front auch entsprechende Lufteinlässe, diese sind seitlich in Form von großzügigen Einlass-Schlitzen in der Frontpartie realisiert. Wie auch schon einige andere Hersteller feststellten, sind die seitlich positionierten Einlässe der geminderten Lautstärke dienlich - sofern hier keine künstliche Engstelle in Form von zu kleinen Schlitzen konstruiert wird. Nanoxia hat deswegen auf einen sehr großzügigen Einlass-Bereich gesetzt, der störende Geräusche durch Luftwirbel verhindern sollte.

Die Rückseite ist schon bald als Standard zu bezeichnen, abgesehen von der Volllackierung und den vier Schlauchdurchführungen für externe Wasserkühlungsradiatoren. Im oberen Bereich ist der 120-mm-Lüfter zu sehen, links daneben der Ausschnitt für das I/O-Shield des Mainboards. Ein Stockwerk tiefer findet man die sieben Slotblenden, als auch auf der rechten Seite zwei Vorbereitungen für optional montierbare Buchsen. Das Netzteil wird, wie auch inzwischen üblich, am Boden installiert. Einen eigenen Montagerahmen für das Netzteil verwendet Nanoxia nicht.

Zum Schluss der Außenbetrachtung wenden wir den Blick auf die Unterseite des Gehäuses. Hier stechen dem Betrachter zunächst die vier chromierten Füße ins Auge, welche im Hifi-Design gestaltet und mit einem Gummiring als Vibrationsentkopplung versehen wurden. Die Gummierung ist zudem hilfreich, einen festen Stand zu gewährleisten. Des Weiteren findet man das Lüftungsgitter fürs Netzteil, welches nach hinten herausgezogen und einfach unter laufendem Wasser gereinigt werden kann. Mittig entdecken wir dann noch den Montageplatz für einen ebenfalls optionalen 140 mm Lüfter. Das ist eher unüblich und damit wieder speziell, weil die meisten anderen Gehäuse am Boden zumeist nur eine Größe von 120 mm zulassen.

Innencheck

Die Seitenteile sind mit Rändelschrauben verschlossen, welche so sehr angezogen waren, dass sie sich nur mit einem Schraubendreher entfernen ließen. So ganz werkzeuglos kann die Innenbeschauung also nicht starten. Beide Seitenelemente sind mit Dämmmatten beklebt, die für ein ordentliches Gewicht sorgen und man bei der Demontage sowie später auch bei der Montage der Elemente einiges an Kraft und Fingerspitzengefühl benötigt, um jene in alle Haltenasen einzuschieben. Das ist leider etwas unglücklich gelöst. Zumal die Gefahr von ungewollten Kratzern ziemlich hoch ist.

Der Innenraum ist klar und übersichtlich strukturiert. Alles wirkt sehr aufgeräumt und durch die schwarze Lackierung macht sich das Gehäuse auch bei Moddingprojekten sehr gut.

Der Innenraum ist klar und übersichtlich strukturiert

Auf der rechten Seite sind die Laufwerksmodule angebracht. Im oberen Teil geht es mit den Modulen für die 5,25" Laufwerke los, die beidseitig über ein werkzeugloses Schnell-Arretierungssystem verfügen. Darunter hat Nanoxia für 2,5" Laufwerke ein separates Modul verbaut. Erneut einen Stock tiefer sind dann die Einbauschlitten für 3,5"-Medien zu sehen, wie sie schon bei den anderen Versionen der Deep Silence Reihe zum Einsatz kamen. Hierbei handelt es sich jedoch um Kombi-Einbauschübe, sodass im DS 3 also insgesamt acht 2,5"-Lauferke (drei im eigenen Schacht und fünf im Kombischacht) oder alternativ drei 2,5"- und fünf 3,5"-Festplatten genutzt werden können. Damit hat der DS 3 einen Laufwerksvorteil zum DS 1 und 2 von einem zusätzlichen Schacht.

Im nächsten Abschnitt der Begutachtung des Innenraumes kommen wir zu einer Besonderheit beim neuen Deep Silence 3. Erstmalig wird hier ein Laufwerksmodul variabel eingesetzt. Links neben den Modulen befindet sich nämlich eine Zusatzschiene, die es erlaubt den oberen der zwei 3,5"-Schächte dort zu befestigen. Hier wurde das Rad zwar nicht neu erfunden, dennoch bietet dieser modulare Aufbau den Vorteil, für sehr platzfressende Komponenten wie zum Beispiel extralange Grafikkarten den benötigten Raum zu schaffen. Anstatt 345 mm mit Modul in Standardposition passen dann Karten mit einer Länge bis zu 430 mm in das Gehäuse. Was uns jedoch speziell bei dem Modul für die SSD auffiel ist, dass die Einbaurahmen sehr klapperten und anders als die großen Schübe im Modul zuviel Spielraum hatten. Sowas sind potentielle Klappergeräusche die im Betrieb des Gehäuses unnötigen Lärm erzeugen. Ob sich unsere Befürchtungen dahingehend als begründet erweisen, wird der spätere Testbetrieb zeigen.

Damit die Kabel alle auch sinnvoll hinterm Mainboard-Tray versteckt werden können, hat der Hersteller gleich sechs gummierte Kabeldurchlässe ins Tray integriert und unterstützt damit das ordnungsgemäße Kabelmanagement. Im Vergleich zum DS 1 mit sieben großen und neun Durchlässe beim DS 2 hat Nanoxia hierbei nicht nur weniger Ausschnitte und Gummimanschetten eingesetzt, sondern dessen Größe auch deutlich reduziert. Dazu kommt, dass diese Manschetten sehr leicht ihre Position im Ausschnitt verlassen und beim Durchführen von Kabelsträngen der Frust eigentlich schon vorprogrammiert ist. Diesen Punkt bemängeln wir bei vielen von uns getesteten Gehäusen immer wieder, leider wird daran kaum etwas geändert. Einige Hersteller jedoch setzten auf Manschetten mit starrem Gummirahmen, welche bei der Montage eben nicht so einfach mit durch das Loch rutschen wie z.B. der hier eingesetzten Variante. Unglücklich.

Für die leichte Montage von CPU-Kühlern mit Backplate hat Nanoxia im Deep Silence 3 den Ausschnitt im Mainboard-Tray großzügig gestaltet, die Kanten abgerundet und durch eine gestanzten Strebetechnik das Tray dennoch angenehm stabil konstruiert. Zugleich ist das Gehäuse so aufgebaut, dass CPU-Kühler mit einer Höhe von bis zu 16,5 Zentimetern störungsfrei verbaut werden können, was eine breite Auswahl an möglichen Modellen bietet.

Die Kabeldurchlässe sind mit Gummierungen geschützt

Der einzig farbige Akzent innerhalb des Gehäuses stellt das grüne und leicht transparente Schaufelrad des im Heck befindlichen 120-mm-Lüfters dar, ein OEM-Lüfter mit Nanoxia-Label. Dieser wird angeschlossen über einen 3-Pin-Molexstecker und kann somit sehr bequem mit der Lüftersteuerung des DS 3, der Steuerung auf dem Mainboard oder einer eigenen Steuerlösung angeschlossen werden. Ein Adapter für den direkten Anschluss ans Netzteil ist nicht enthalten, empfinden wir gerade in diesem Konzept aber auch nicht als notwendig bzw. zielbringend. Schließlich macht es wenig Sinn die Lüfter permanent und vielleicht vollkommen unnötig auf Volllast laufen zu lassen, da dies ja unweigerlich ein erhöhtes Geräuschpotential mit sich bringt. "Silent" ist hier aber die Zielvorgabe des Herstellers, somit alles im grünen Bereich. Was wir jedoch noch gewünscht hätten, wäre eine Entkoppelung vom Lüfter zum Gehäuse.

Der einzig farbige Akzent stellen die grünen und leicht transparente Schaufelräder des Lüfters dar

Über den Lüfter sind die VentCover von Nanoxia zu sehen, also die vormontierten Dämmmatten, welche die Montageplätze optional verbaubarer Lüfter abdecken und der Schallisolierung des Gehäuses dienen. In der Version 1 des Deep Silence nutzte Nanoxia noch einen ausklappbaren „Nanoxia Air Chimney“, also eine Konstruktion mit der es möglich war die Wärmeabführung lüfterlos zu unterstützen. Natürlich konnte man auch im DS 1 im Deckel zwei Lüfter montieren, allerdings war ein Schließen des Chimney dann nicht mehr möglich oder ratsam. Der ausgeklappte Chimney hat dabei jedoch die sehr saubere und durchgängige Optik gestört, weswegen wir die Wahl zu den angesprochenen VentCovers nun auch eher bevorzugen würden. Und da diese Matten getrennt voneinander montiert sind, kann der Anwender bei Bedarf auch nur einen Lüfter nutzen während der zweite Auslass weiterhin verschlossen und abgedämmt bliebe.

Die Dämmmatten der Oberseite sind getrennt demontierbar

Unterhalb des Hecklüfters sind die Slotblenden zu sehen, die Platz für bis zu sieben Karten bieten. Darüber hinaus sind die Blenden selbst im länglichen Lochraster gestaltet und waren komplett frei von lästigen Grat oder ähnliches. Also sehr sauber ausgestanzt. Als Befestigungssystem wird die gute und bewährte Rändelschraube eingesetzt, die in unserem Fall bei der ersten Demontage leider wieder den Schraubendreher-Einsatz erforderte, weil sie zu fest angezogen waren. Einmal gelöst lassen sich die Karten mit den Schrauben aber wieder angenehm und sehr festsitzend im System montieren.

Die Slotblenden sind mit Rändelschrauben befestigt

Für das Netzteil ist der Boden reserviert, hierbei wird das Aggregat auf vier gummierte Punkte aufgelegt, sowie an der Gehäuserückwand über einen Ring aus Schaumstoff entkoppelt. Damit sich das NT nicht mit Staub vollsaugt, ist der Staubfilter am Boden sehr engmaschig gestaltet und dank des Einschubmechanismus auch sehr leicht zu reinigen.

Das Netzteil kann enkoppelt montiert werden

Die Rückseite bietet mit knapp 1,5 Zentimetern zwar keinen riesigen Montagespielraum - speziell wenn man die Dämmmatte im Seitenteil mit beachten muss - aber es ist ausreichend Luft vorhanden um die Kabel ordnungsgemäß verlegen zu können. An Ösen für Kabelbinder mangelt es jedenfalls nicht.

Der Einbau

Folgendes Testsystem kam dabei zum Einsatz:

Motherboard Asus M4A88TD-V EVO/USB3
CPU AMD Phenom II X4 Black Edition 965
RAM 2GB (1x 2048MB) G.Skill NS Series DDR3-1333 DIMM CL9-9-9-24 Single
Grafikkarte
Radeon HD 5870
Betriebssystem
Microsoft Windows 7 64bit
CPU-Kühler
Spire - TherMax 2 (SP679)
Festplatte

1 x 160GB Samsung HD160JJ 7200rpm sATAII
1 x SSD SanDisk Ultra II 240 GB

Netzteil
Sea Sonic X-Series 460 Watt (Passiv, mit Kabelmanagement)

Im ersten Montageschritt mussten die Abstandbolzen an den richtigen Stellen eingeschraubt werden. Hierbei trafen wir auf einen unglücklichen Umstand, denn das Einschrauben der Bolzen war keine leichte Sache. In die Gewindelöcher ist beim Lackieren Lack eingetreten, was nun die Montage behindert. Da auch keine Schraubhilfe im Lieferumfang dabei war, mussten wir auf unseren Knarrenkasten zurückgreifen, um zum einen dafür zu sorgen dass die Bolzen sauber verschraubt werden und zum anderen auch ausreichend fest sitzen, damit man bei der Demontage des Mainboards den Bolzen nicht ungewollt direkt wieder mit abschraubt.

Das Tray verfügt über keine Bolzen-Legende für die verschiedenen ATX-Formfaktoren der Mainboards, sondern nur über Kenn-Nummern an den Löchern selbst. Für unversierte Anwender hilft an dieser Stelle ein Blick ins Handbuch. Nanoxia hat dort nämlich die richtige Bolzenposition übersichtlich abgebildet, sodass selbst ein Anfänger keine Probleme bekommen sollte.

Das eingesetzte Mainboard

Im zweiten Schritt fand unser Testnetzteil den Weg ins Gehäuse, allerdings zunächst noch ohne Verkabelung. Das Verschrauben ging problemlos. Wichtig bei der Entkoppelung ist jedoch, dass man die Schrauben nicht zu stark anzieht, da in diesem Fall die Vibrationsentkopplung ihre Wirkung verliert. Was hierbei seitens der Hersteller jedoch häufig vergessen wird ist, dass auch die Schrauben über eine entsprechende Unterlegscheibe z.B. aus Gummi verfügen müsste, damit das Entkopplungs-Konzept an dieser Stelle stimmig ist. Das Netzteil gibt seine Vibrationen, wenn auch geschwächt, bei einer normalen Verschraubung nämlich weiterhin an das Gehäuse ab. Werden gummierte Unterlegscheiben verwendet, gibt es keinen direkten metallischen Kontakt des Netzteils mit dem Gehäuse. Somit wäre eine vollständige Entkopplung des Aggregats erreicht.

Das montierte Netzteil

Nun haben wir unsere Speichermedien vorbereitet, indem wir diese in die dafür vorgesehenen Montagerahmen geschraubt haben. Eine SSD erzeugt keine Vibrationen, daher ist eine Entkoppelung hier nicht nötig. Anders sieht es bei der herkömmlichen Festplatte aus. Nanoxia verwendet hierbei ein bewährtes System mit der durch Gummiringe entkoppelten Verschraubung. Quasi das, was wir oben beim Netzteil gerne noch sehen würden (nur in anderer Form natürlich). Leider waren mehrere der Entkoppler aus Gummi schon porös und sind bei der Befestigung gerissen, sehr unschön so etwas.

Nun begannen wir auch mit der Verkabelung unseres Systems. Leider hat das Seasonic sehr starre Kabelsleeves, weswegen wir bitten die etwas unschöne Verlegung zu entschuldigen. Die bereits auf der letzten Seite angesprochenen Gummi-Manschetten offenbarten das dort vorhergesagte Problem mit dem lockeren Sitz speziell in diesem Montageschritt. Ständig rutschten die Gummis aus ihren Löchern und nur sehr mühselig ließen sie sich samt den Kabelsträngen wieder in Position bringen. Qualität bemerkt man an dieser Stelle leider überhaupt nicht. Sowas ist sehr nervig, gerade wenn man beidseitig mit den Kabeln am Hantieren ist.

Die Gummi-Manschetten verrutschten leider zu leicht

Zu guter Letzt haben wir dann noch das DVD-Laufwerk eingeschoben und dies mit dem auf beiden Seiten vorhandenen Arretierungssystem befestigt. Der Sitz ist ausgesprochen gut, auch wenn viele Nutzer eine einseitige Befestigung vorziehen - eben weil nur ein Seitenteil dafür geöffnet werden muss. Was wir sehr gut finden ist die Möglichkeit, diese Arretierungssysteme bei Bedarf auch zu demontieren und auf normale Verschraubung zurückzugreifen. Als wir dann noch unsere eigene Lüftersteuerung mit herausstehenden Drehreglern einbauen wollten, machte uns die Fronttür einen Strich durch die Rechnung. Dadurch, dass die Türe ja geschlossen wird und auch noch mit einer Dämmmatte bestückt ist, kann man keine Front-Panels einsetzen, die deutlich hervorstehende Elemente wie zum Beispiel Drehregler o.Ä. besitzen. Dies nur als Hinweis für alle interessierten Nutzer.

Unsere Grafikkarte hat mit ihren gut 28,5 Zentimetern (ohne Stromstecker) ausreichend Platz nach hinten, auch wenn das Einstecken der Spannungsversorgung durch die starren Kabel des Testnetzteils schon sehr fummelig war. Mehrfachbestückung mit Grafikkarten bis zu 31 Zentimetern ist garkein Problem. Wird der Laufwerksrahmen versetzt, so können noch längere Karten ohne Hindernisse oder Platzängste verbaut und mit Spannung versorgt werden. Leider ist dieser zusätzliche Platz im unglücklichsten Fall (je nach Mainboard) nur für eine überlange Karte nutzbar, da der untere Käfig fest mit dem Gehäuse vernietet ist und sich nicht entfernen ließe.

Lüfter und Lautstärke

Nanoxia liefert den Deep Silence 3 mit insgesamt drei vormontierten Lüftern aus. Zwei davon befinden sich in der Front hinter dem verschraubten Staubfilter, ein weiterer im Heck. Alle drei Lüfter sind vom Modell her identisch. Es handelt sich dabei um mit Nanoxia-Logo gelabelte OEM Lüfter mit der Bezeichnung DF1202512SELN und einer maximalen Drehzahl von 1300 U/Min (+-10% bzw. 200 U/Min.) bei 0,14 Ampere Stromstärke was eine Leistung von rund 1,6 Watt ergibt. Als Lagertyp setzt der Hersteller auf ein Gleitlager, das zwar zu Beginn meistens relativ leise ist, jedoch schneller verschleißt als ein Kugellager. Nanoxia gibt als Schalldruck 14 dB(A) an, was im Vergleich zu anderen Anbietern sehr geräuscharm ist. Dabei erzeugen die 120 mm Lüfter einen Luftdurchsatz von 102,1 m³/h und einen statistischen Druck von 1,27 mm H²O.

Der ab Werk verbaute Lüfter

Mit an Board ist dann noch die Lüftersteuerung, welche wir uns natürlich auch mal näher angeschaut haben. Es handelt sich um eine Zweikanal-Steuerung bei der pro Kanal drei Lüfter über einen 3-Pin-Stromanschluss mit der Regelung verbunden werden können. Geregelt wird hierbei über die Spannung. PWM-Lüfter könnten hier Probleme haben. Beim Test der Kanäle haben wir bemerkt, dass wenn man an einem Kanal nur einen Lüfter angeschlossen hatte, dieser nicht mehr die volle Drehzahl erreichte. Also haben wir das Multimeter gezückt, die Spannungen gemessen und die Regler von Low bis High verstellt:

Die Lüfteranschlüsse

Hierbei ist sehr schön zu erkennen, dass die Steuerung eine gewisse Last benötigt, um vernünftig zu arbeiten. Sobald mehr als ein Lüfter - oder eben einer mit einer höheren Leistung - angeschlossen wird, arbeitet die Lüftersteuerung wie gewünscht. Kein Fiepen der Elektronik und eine einfach zu regelnde, stufenlose Drehzahlauswahl.

Im Betrieb haben wir selbstverständlich die Lautstärke der Lüfter bzw. des geschlossenen Gehäuses gemessen, dazu kam ein passives Netzteil als Stromquelle zum Einsatz und das verbaute System war deaktiviert. Aus einer Entfernung von 50 Zentimeter, fixiert auf einem Stativ, haben wir unser Schallpegelmessgerät Voltcraft SL-100 in Stellung gebracht. Das Gehäuse ist dabei geschlossen und nur die verbauten Lüfter sind in Betrieb. Als Messung kommen die Spannungsstufen 12 V, 7 V und 5 V zur Anwendung. Wir verwenden diese Messmethodik, um eine nachvollziehbare Beurteilung zu erreichen. Auf die Verwendung eines laufenden Testsystems ist bei der Schalldruckmessung aus Gründen der kaum zu realisierbaren Vergleichsmessung verzichtet worden. So beurteilen wir das Gehäuse mit seinen Lüftern an sich allein.

Abgesehen vom 5 Volt-Test, wo das Nanoxia Deep Silence 3 sich an Position zwei behaupten kann, setzt sich das Gehäuse bei den beiden weiteren Tests an die Spitze der Rangliste und fährt ein super Ergebnis ein. Damit liegt das Gehäuse vor allen anderen bisher gemessen Gehäusen der Konkurrenz - ein Ergebnis das sich sehen lassen kann.

Aufgrund vieler Nachfragen haben wir auch wieder einen Temperaturtest eingeführt. Dabei ließen wir unser Testsystem auf 100% Leistung fahren. Sowohl Prozessor, Grafikkarte, SSD als auch die HDD haben einen Belastungstest absolvieren müssen: nach einer Aufwärmphase von zehn Minuten, danach fünf Minuten Verschnaufpause und anschließend hitzige 30 Minuten Burning-Test. Da wir mit dem passiven Netzteil, den mit 125W TDP schwitzenden Prozessor und der kräftigen Grafikkarte genug Abwärme produzieren, zeigt dieser Test sehr eindrucksvoll wie leistungsstark und effektiv das Kühlkonzept arbeitet. Dabei haben wir unseren CPU-Lüfter auf 1000 U/Min. fixiert, sowie nur die Werksbestückung genutzt. Nach der Testlaufzeit wird die Temperatur abzüglich der Umgebungstemperatur genommen, die Angabe findet also in Kelvin statt. Dies wird dann in unser Diagramm eingetragen. Beim Deep Silence 3 gibt es eine Lüftersteuerung, weswegen wir den Test einmal in der Low-, sowie in der High-Einstellung vollzogen haben.

Das Deep Silence kommt mit den Temperaturen im Gehäuse sehr gut zurecht und zeigt selbst bei der Werks-Bestückung mit nur drei Lüftern keine wirkliche Schwäche. Die Komponenten, speziell die Grafikkarte, wurden zwar ordentlich warm, allerdings waren sämtliche Temperaturen noch innerhalb der Spezifikationen für den Betrieb und damit im grünen bis gelben Bereich. Sehr gut.

Wasserkühlungskompatibilität

Beim Thema Wasserkühlung ist das Gehäuse für WaKü-Fans leider ein wenig enttäuschend. Bis auf die übliche Kompatibilität zu einem 120-mm-Radiator im Heck bietet das Gehäuse nicht wirklich Platz für intern verbaute Radiotoren. Selbst im Deckel ist mit gerade einmal 3,6 Zentimeter zwischen Mainboard und Deckel zu wenig Platz, um hier eine sinnvolle Wasserkühlung unterzubringen - allenfalls die Nutzung von Radiatoren im SLIM-Format sind möglich. Gleiches gilt für den Frontbereich. Weiter kann man die Zusatz-Schiene am Boden entfernen und so auch hier einen 120iger Radiator verbauen.

Wer ein leistungsstarkes System mit Wasser kühlen muss, sollte auf externe Radiatoren wechseln, dessen Auslässe beim Deep Silence 3 passend integriert sind.

Verarbeitungsqualität

Die Verarbeitung ist gerade mit Sicht auf den Kaufpreis nicht unerheblich. Das Deep Silence 3 ist ein solides Gehäuse, aber von der Wertigkeit her eben dem Preis angemessen. So setzt der Hersteller auf dünneren Stahl, dessen Lackierung gerade an Anschluss-Stellen - wie z.B. bei der Einrastung der Seitenteile - leider zu wünschen übrig lässt. Diverse Kratzer sind zu finden, die trotz vorsichtigen Umgangs schon beim ersten Handling mit dem Gehäuse entstanden. Dazu kommt, dass die Gummi-Manschetten des Kabelmanagements nicht gerade von Wertigkeit strotzen und sich zu leicht von ihrer Position lösen.

Davon mal abgesehen ist das Gehäuse qualitativ wirklich nicht zu kritisieren. Es ist sehr verwindungssteif, steht sicher auf dem Tisch und klappert nicht. Alle Kanten sind abgerundet und Zusatzelemente wie die Slot- oder Laufwerksblenden sind von ihrer Materialgüte total in Ordnung.

Wer sich des Kaufpreises bewusst ist und keine vergoldeten Akzente erwartet, wird vom DS 3 nicht enttäuscht sein, bis auf kleine Makel passt es verarbeitungstechnisch durchaus.

Weitere Messungen

Mario Kramer meint …

Mario Kramer

Wir haben das Gehäuse in den letzten Wochen sehr intensiv begutachtet und können klar sagen, dass der normale Anwender hier keinen Fehlkauf tätigt. Das Gesamtkonzept ist stimmig, alles ist auf Silent ausgelegt und die Lautstärketests beweisen, dass diese Isolations-Schritte gepaart mit sehr laufruhigen Lüftern zum Erfolg führen. Dabei muss sich der Anwender keine Sorgen um einen bevorstehenden Hitzestau machen. Die drei Lüfter machen ihre Arbeit mit den 1300 Umdrehungen pro Minute sehr gut. Die aufgeheizte Luft wird zielgerichtet aus dem Gehäuse befördert.

Das Gehäuse bietet mit der integrierten Lüftersteuerung die Möglichkeit mit zwei Kanälen bis zu sechs angeschlossene Lüfter effektiv zu regeln. Wichtig hierbei ist nur, dass jeder Kanal mindestens mit zwei Lüfter bestückt wird, da die Steuerung ansonsten nicht in der Lage ist die volle Spannung zu liefern. Vielleicht sollte der Hersteller hier nochmal nachschauen, wieso eine Einfachbestückung nicht zu 12 Volt Maximalansteuerung führt.

Nanoxia macht mit dem Deep Silence 3 vieles richtig, so ist das Case mit tollen und funktionellen Features ausgestattet, bringt mit der USB 3.0 Schnittstelle alle relevanten Anschlüsse mit und ist bis auf die Montage des Mainboards, der Laufwerke in ihre Einschub-Rahmen und den leider am Anfang zu festsitzenden Rändelschrauben komplett werkzeuglos zu bestücken. Dennoch ist das Gehäuse nicht ohne Makel, die Lackierung ist leider nicht so robust wie gewünscht, speziell bei den Seitentüren-Scharnieren wird es sehr schnell unschön zerkratzt, und die Gummi-Manschetten sind ein Graus. Genau wie der beim Tray ins Gewinde gelaufene Lack und diese Manschetten sind das alles Mängel die mit relativ kleinem Aufwand beseitigt sein könnten. Der Hersteller muss den Gummirahmen stabiler gestalten und schon gibt es kein Herausrutschen beim Durchstecken von Kabelsträngen mehr.

Mit Blick auf die Preisklasse in der das Gehäuses nun spielt kann man sehr deutlich sagen: Man bekommt verdammt viel fürs kleine Geld, auch wenn alles nicht bis ins Detail perfekt ist! Für Käufer die Lust auf ein extrem leises System haben und der zu kleine Geldbeutel bei der Auswahl eines Gehäuses Grenzen setzt, ist das Deep Silence 3 eine wirkliche empfehlenswerte Option. Das Preisleistungsverhältnis ist sehr gut.

  • Positiv
  • Funktionelle Features
  • Klare und unverspielte Optik
  • Solide Verarbeitung
  • Teilmodulare SSD/HDD-Rahmen
  • Flexibles & effektives Lüfterkonzept
  • Super leise Lüfter
  • Staubfilter rundum
  • Effektive HDD-Entkopplung
  • Großzügiges Montageloch im Tray für den Kühlerwechsel
  • Sowohl für USB 2.0- und 3.0-Mainboard geeignet
  • Reichhaltiger Lieferumfang
  • Arretierungssysteme bieten festen Halt
  • Einfache Montage...
  • Neutral
  • Negativ
  • ... abgesehen von den Kabelmanagement-Manschetten, die zu locker sind
  • Keine 5,25"-Panele mit hervorstehenden Elementen nutzbar
  • Wasserkühlung nur extern oder über SLIM-Varianten
  • Leichte Lackschwächen und hohe Kratzeranfälligkeit an den Anschluss-Stellen der Seitenteile

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