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Tech-Review.de

  • Freitag, 23. Oktober 2020
Fractal Design Define XL R2

Fractal Design Define XL R2: Im Test

Einleitung

Dass die Schweden gute Gehäuse bauen können hat das Unternehmen Fractal Design mit der Define-Serie bereits hinlänglich bewiesen. Der Mix aus schlichtem Aufbau und gerader Linienführung gepaart mit einem reichhaltigen Funktionsangebot, der hohen Kompatibilität und dies alles für einen angemessenen Preis, hat viele Käufer gefallen. Bei der alljährlichen Leserwahl 2012 des Portals PC Games Hardware erreichte der Hersteller in der Kategorie Gehäuse direkt den sehr lobenswerten ersten Platz. Ein respektables Ergebnis. Fractal hat mit der inzwischen vierten Version des Define Midi-Towers (Testbericht) einen echten Kassenschlager im Portfolio, darüber hinaus gibt es mit Big-Tower Define XL natürlich noch entsprechend den großen Bruder. Dieser ist seit dem Jahre 2010 auf dem Markt und hat seither lediglich eine Revision erlebt, bei dem mit dem Define XL USB 3.0 nur die USB 3.0-Anbindung nachgereicht wurde. Mit dem Define XL R2 wird das längst fällige Update, gerade im Hinblick auf den Funktionsumfang und der Kompatibilität, nachgeholt.

Das neue Gehäuse kommt aber auch dieses Mal in einer schallgedämmten Variante zum Kunden und bietet neben einer USB 3.0-Unterstützung auch eine vom Heck in die Front verlegte Lüftersteuerung zur Ansteuerung der drei werksmäßig vormontierten Silentlüfter. Das Case ist dabei in den beiden Farbvarianten Black Pearl und Titanium Grey zu haben. Konnten beim Vorgänger nur E-ATX-Motherboads als Maximum verbaut werden, so passen jetzt auch die auf XL-ATX gewachsenen Typen der Hauptplatine ins System. Gleichermaßen hat Fractal einige Userwünsche hinsichtlich der Montage von Wasserkühlungsradiatoren bedacht. Wir haben uns daher die Black Pearl-Variante in die Redaktion geladen. Weitere Informationen und wie sich das mit rund 130 Euro preislich nicht überzogene Update im Detail präsentiert, zeigen wir Ihnen auf den nächsten Seiten zu denen wir Ihnen viel Spaß beim Lesen wünschen.

Der Lieferumfang

Mit knapp 16,5 Kg ist das Gehäuse kein Leichtgewicht und kam dementsprechend in einem sehr schlichten aber zugleich ausreichend mit Luftpolstertaschen gegen Beschädigung geschützten Umkarton, der den nicht übermäßig bunten Karton des Gehäuses offenbarte – vom schweißgebadeten Postboten wollen hier erst gar nicht reden. Im Gehäuse, das wiederum von einem Styropor-Rahmen und einer Schutzfolie umgeben war, fiel einem beim Auspacken zunächst nur ein Handbuch entgegen, welches zum eigenen Schutz vor Feuchtigkeit auch noch extra in eine Tasche gesteckt wurde. Im Inneren des Gehäuses hat Fractal Design in einem kleinen Karton, der im HDD-Modul eingesteckt wurde, den restlichen Lieferumfang untergebracht.

Hierbei ist der Hersteller nicht knauserig, was bei einem Kaufpreis von über 100 Euro und dem guten Ruf der Firma auch nicht anders zu erwarten war. Es sind nicht nur alle Schrauben in ausreichender Menge vorhanden, sondern darüber hinaus findet sich in der mit einzelnen Tütchen aufgeräumten Verpackung eine Montagehilfe für die Abstandbolzen des Mainboards, sowie fünf Kabelbinder zum besseren Verlegen der Kabel im Inneren. Gerade bei einem Big-Tower hätten wir uns jedoch noch eine EPS-Verlängerung gewünscht, da es bei der Tatsache des im Boden montierten Netzteils beim CPU-Anschluss mit der Länge schon mal knapp werden kann.

Die Verpackung

Der Lieferumfang im Detail:

  • Define XL R2-Gehäuse
  • Montage-/Schrauben-Set
  • Normale Kabelbinder
  • Mehrsprachiges Handbuch
  • Montage-/Eindrehhilfe für die Abstandbolzen

Die technischen Daten

Im Punkto Technik und Kompatibilität muss sich das Gehäuse gegenüber seiner Konkurrenz nicht verstecken und verfügt neben einer nun standardmäßigen USB 3.0-Unterstützung über eine hinter die Fronttür versetzte, dreistufige Lüftersteuerung. Darüber hinaus passen in das Gehäuse nun eine Vielzahl von bekannten Mainboards unterschiedlichen Formfaktors bis hin zum XL-ATX. Mit dem neu strukturierten Innenraum und damit einhergehend einem gestiegenen Platzangebot lassen sich praktischere Konzepte verfolgen.

So besitzt der R2 keine in Mainboard- und Netzteilkammer mechanisch getrennten Bereiche mehr, auch bekannt als Midplate, sondern hat die damit gewonnen Variabilität sinnvoll genutzt um das Kühlkonzept zu überarbeiten und neben der Luft- auch für Wasserkühlungen zu optimierten - damit ist der Hersteller den Freunden des flüssigen Guts entgegengekommen und hat auf die Wünsche seiner Kunden reagiert. Dabei hat Fractal Design durch die Verwendung von werksmäßig drei vorinstallierten Lüftern für eine ausreichende Kühlung gesorgt, zusätzlich durch die großzügige Bestückung des Gehäuses mit Schalldämmstoffen das geplante Silentkonzept gelungen finalisiert.

Technische Daten:
Modellbezeichnung Fractal Design Define XL R2
Modellnummer (SKU) FD-CA-DEF-XL-R2-BL
Gehäusetyp Big-Tower
Maße (HxBxT) 559 x 232 x 560 mm
Material Stahl, Kunststoff
Farbe Schwarz (Black Pearl)
Laufwerke ODD ext. 4
HDD ext. -/-
HDD int. 8
SSD int. ebenfalls 8, da die HDD-Module SSD-kompatibel sind
Erweiterungs-Slots 9
M/B ATX / Micro ATX / Mini-ATX/ E-ATX / XL-ATX
I/O 2x USB 3.0 / 2x USB 2.0 / HD Audio / Lüftersteuerung (hinter der Fronttür)
Lüfter Front

1x 140 mm, 1000 U/Min, Silent Series R2, Hydraulig-Lager (install.) 1x 120/140 mm (optional)

Oben 2x 120/140 mm (optional)
Hinten 1x 140 mm, 1000 U/Min, Silent Series R2, Hydraulig-Lager
Seite 1x 140 mm (optional)
Boden 1x 140 mm, 1000 U/Min, Silent Series R2, Hydraulig-Lager
Wasser- kühlungs- Kompatibiliät Front

240 mm Radiator - wenn HDD Module entfernt oder repositioniert

Oben

240/280 mm, wenn SLIM-Radiatoren benutzt werden

Hinten 120/140 mm Radiator
Boden 120 mm Radiator
Max. GraKa-Länge 330 mm - mit installieren HDD-Modulen 480 mm - mit entfernten HDD-Modulen
Max. CPU-Kühler-Höhe 170 mm
Max. NT-Länge (Tiefe) 190 mm - mit installiertem Bodenlüfter 345 mm - mit entferntem Bodenlüfter
Netto-Leergewicht

~ 16,4 Kg

Preis: ~ 129,99 €
Hersteller Fractal Design
Preisvergleich Geizhals Deutschland
*Herstellerangabe

Außencheck

Das Fractal Design XL R2 ist ein sprichwörtlicher Big-Tower und bietet von seinen Dimensionen her auch jede Menge Fläche. So ist das Gehäuse mit knapp 56 Zentimetern in der Höhe, 56 Zentimeter in der Tiefe sowie 23 in der Breite zwar schon ein Vertreter der hochgewachsenen Fraktion - was auch beim Gewicht mit knapp 16,5 Kg erkennbar ist - liegt im Vergleich zu der Konkurrenz aber noch im guten Mittelfeld. Die Firma Cooler Master hat z.B. mit dem Cosmos II ein Gehäuse im Portfolio das diese Werte nochmal deutlich übertrumpft, dafür sind die Anschaffungskosten für dieses Gehäuse im Vergleich zum R4 aber auch direkt Mal knapp drei Mal so hoch.

Vom Design her ist das Gehäuse relativ schlicht gehalten, es gibt klare Linien und Kanten. Das R2 hat eine schwarze und zugleich matte Lackierung, die von der glänzenden aber im selben Farbton gefertigten Kunststoff-Front unterbrochen wird. Die Front offenbart an dieser Stelle eine von oben nach unten durchgehende Tür mit Alu-Imitat, welche sich lediglich in der Schwenkrichtung nach links hin öffnen lässt und dahingehend auch nicht umgesetzt werden kann. Diese Tür wird dabei über einen Magnetmechanismus fixiert (geschlossen). Beim Öffnen fällt dem Anwender hier direkt das Gewicht der Tür auf, was der innen befindlichen Schalldämmung zuzusprechen ist, die störende Geräusche nach außen hin unterdrücken soll. Fractal Design setzt bei der Klappe zwar auf Kunststoff, macht allerdings bei den Tür-Scharnieren keine Kompromisse und lässt hier natürlich nur Varianten aus Metall zum Einsatz kommen.

Hinter der Front sind direkt die vier 5,25"-Schächte zu finden, die sich über ein einfaches Arretierungssystem von dessen Blenden befreien lassen. Rechts daneben hat Fractal eine dreistufige Lüftersteuerung angebracht, die für drei anzuschließende Lüfter zum Einsatz kommt. Sinnvoller Weise kann man an dieser Stelle die werksmäßig vormontierten Lüfter verwenden. Die Steuerung bietet einen stufenweise einstellbaren Regelbereich mit 5, 7 und 12 Volt und wird über den kleinen Schalter betätigt.

Unterhalb der Laufwerksschächte befindet sich ein großes Lüftergitter, dieses kann über einen Pushpin-Mechanismus geöffnet werden. Dahinter ist ein zusätzlicher Rahmen zu finden, in dem zwei Lüfter montiert werden können. Hier hat Fractal beim oberen Platz seinen 140 Millimeter Lüfter der Silent Series R2 ab Werk verbaut. Gleichgroße Typen (140 mm) können schraubenlos in diesen Rahmen eingeklippst werden, entsprechende Positionierungs-Pins sind enthalten. Bei 120 Millimeter-Varianten allerdings muss man diese am Rahmen mit Schrauben fixieren, da hier nur die passenden Schraubenlöcher vorhanden sind. Neben der Halteaufgabe dient der Rahmen zugleich als Staubschutz, da er über ein sehr feinmaschiges Netz verfügt an dem sich der Staub verfangen soll.

Natürlich kann der Lüfterrahmen auch komplett entnommen werden. Durch entsprechende Montagelöcher lassen sich hier die Lüfter natürlich auch ohne den zusätzlichen Rahmen verbauen. Damit es nicht zur Schnappatmung im geschlossenen Zustand der Tür kommt, saugen die Lüfter die Frischluft über die seitlich durchgehend angebrachten Kühlschlitze.

Im vorderen Bereich des Deckels hat Fractal Design das nach unser Meinung sinnvoll positionierte I/O-Panel angebracht, welches im Vergleich zum XL der ersten Generation dieses Mal auf eine Firewire-Schnittstelle verzichten muss. An dessen Stelle findet nun der kleine Reset-Taster seinen Platz. Des Weiteren verfügt das Panel über Anschlussmöglichkeiten für ein Headset - dementsprechend ist eine Mikrofon- und Lautsprecherbuchse vorhanden. Jeweils im Doppelpack gibt es dann auch noch die USB-Buchsen für USB 2.0 und 3.0, wobei hier auch wieder auf den Anschluss als Pin-Header gesetzt wurde, bei dem der Stecker direkt mit dem Mainboard verbunden wird.

Der Powertaster stellt die Mitte des Panels dar und ist in einen Kunststoff-Ring gefasst, der von einer LED illuminiert wird sowie leicht in die Front übergeht. Die Qualität des Tasters ist sehr gut, er wackelt nicht und hat einen guten Druckpunkt inklusive mechanischem Klick-Feedback. Beim Reset-Taster hingegen empfinden wir den Hubweg als zu groß, da wir gefühltermaßen die halbe Fingerpitze hineindrücken müssen, bis der Kontakt auslöst. Positiv beim Schutz gegen ungewolltes Betätigen, aber ein bisschen müßig diesen im Bedarfsfall schnell drücken zu können.

Im hinteren Bereich des Deckels sind die zwei Wabenstrukturen für die optionalen Lüfterplätze zu finden. Fractal Design hat diese Plätze mit den patentierten ModuVent-Abdeckungen werksmäßig verschlossen. Bei diesem ModuVent handelt es sich um Kunststoff-Platten, welche zusätzlich mit einer Schallisolierung versehen worden sind und sich über jeweils vier Schrauben spielendleicht entfernen lassen. Im Hinblick auf das Silent-Konzept empfinden wir diese Lösung als ausgesprochen positiv, da dem Anwender im Bedarfsfall die Plätze dennoch zur Verfügung stehen, aber bei Nichtbestückung dies der Geräuschreduzierung weiterhin dienlich ist. Das gleiche Prinzip verwendet Fractal auch beim linken Seitenteil, welches ebenfalls über einen Lüfterplatz mit ModuVent-System verfügt.

Bei der Rückseite ist zunächst direkt unter dem Deckel eine offene Wabenstruktur zu finden, bei der wir uns gleichermaßen eine entsprechende Lösung zur Abdeckung gewünscht hätten. Warum an dieser Stelle der Freiraum zum Deckel hin überhaupt vom Konzept her angedacht ist, erklären wir auf der nächsten Seite. Unterhalb des Wabenfeldes ist links die Ausbuchtung für das Anschlusselement des Mainboards und rechts daneben der vormontierte 140 Millimeter-Lüfter zu finden.

Auf Schlauchdurchlässe für einen externen Radiator hat Fractal Design verzichtet, was wir leider nicht ganz nachvollziehen können, da die Auswahl formschöner und stylisch sehr ansprechenden externen Radiatoren in der letzten Zeit doch zugenommen hat sowie ein Großteil der Konkurrenzprodukte über dieses kleine aber für Fans von Wasserkühlungen wichtige Feature verfügen. Mit nun neun Erweiterungsslots (Vorgänger besaß nur über sieben) samt weiss lackierter Blenden ist das Gehäuse auch für sehr große Mainboards und Multi-GPU-Projekte bestens gerüstet.

Wie inzwischen Üblich findet das Netzteil seinen Platz am Boden des Gehäuses. Um vor Staub zu schützen verfügt das Define XL R2 über einen großzügigen Staubfilter, dessen Rahmen sich einfach entnehmen lässt und so die Reinigung dessen erleichtert. Zugleich gibt die Ansicht des Bodens auch den Platz des dritten Vorinstallierten Lüfters preis.

Für eine entsprechend gute Vibrationsentkopplung zur Stellfläche hin sorgen die vier hochwertig anmutenden und von Multimedia-Produkten bekannten HiFi-Füße, welche über eine Gummieinlage/einen Gummiring verfügen und somit im Gehäuse auftretende Vibrationen filtern.

Innencheck

Zum Entfernen der Seitenwände müssen lediglich die Rändelschrauben gelöst werden. Auf eine Griffmulde zum hervorziehen hat Fractal verzichtet - ist aber auch nicht notwendig, da die Seitenwände türähnlich aufgeklappt und nicht geschoben werden. Beide Seiten sind mit einer ca. 3 Millimeter starken Schallisolierung versehen, die den häufig auftretenden Körperschall - also das mitschwingen der Seitenwände - reduzieren soll. Beide aus 0,8 mm SECC-Stahl bestehenden Wände wirken qualitativ hochwertig, haben ein hohes Eigengewicht und sind sehr robust. Das linke Seitenteil verfügt dazu, wie bereits auf der vorherigen Seite erläutert, über eine sogenannte ModuVent-Abdeckung samt ca. 1 Zentimeter starken Dämmstoff. Anstatt dieser Platte kann wahlweise ein 120/140 Millimeter-Lüfter verbaut werden.

Der Innenraum hat sich im Vergleich zum Vorgänger deutlich gewandelt: So hat Fractal Design auf eine wie zum Beispiel beim Corsiar Obisidian eingesetzte Trennwand zwischen Mainboard und Netzteilbereich verzichtet. Dies hat auch seinen Sinn, denn zum einen wirkt der Innenraum so weitaus aufgeräumter und strukturierter, zum anderen lassen sich die vom Netzteil kommenden Kabel besser verlegen und verstecken. Desweiteren setzt Fractal hier auf eine sehr robuste Pulverlackierung. Da die Laufwerksmodule nun auf der rechten Seite montiert sind, wie bei dem Großteil der Konkurrenzprodukten üblich - statt wie zuvor in der Netzteilsektion - bietet der gewonnene Platz die Möglichkeit eines Bodenlüfters, dessen Daseinsberechtigung bei einem separierten Innenraumdesign obsolet gewesen wäre.

Die Backplate für das Mainboard verfügt nicht nur über eine große Ausbuchtung zum Aus- bzw. Einbau eines CPU-Kühlers ohne die vorherige Demontage des Mainboards, sondern bietet mit sieben gut platzierten, großzügigen Kabeldurchlässen ein praktisches Kabelmanagementsystem an. Hierbei sind die Durchlässe jedoch auf die großen Formfaktoren ausgelegt, sodass bei Mini-Boards, dennoch ein Großteil der Kabel zu sehen bleibt. Aus Gründen der Stabilität macht es jedoch keinen wirklichen Sinn, die Backplate nun mit Durchlässen vollzupflastern - es ist also gut so, wie es ist.

Beginnen wir im rechten Bereich: Bei den Laufwerksschächten sind im oberen Teil normale 5,25-Zoll-Schächte vorhanden, die ohne werkzeuglosem Arretierungssystem daherkommen. Hierfür werden bei der Montage die Rändelschrauben zur Fixierung des Laufwerks verwendet - die gute und bewährte Methode. Bei den Montageplätzen der 3,5"-Medien handelt es sich um zwei getrennte Laufwerksmodule mit je vier Einschub-Rahmen. Der obere Festplattenkäfig ist durch das Abschrauben einer Rändelschraube direkt und komplett entfernbar oder kann um 90" gedreht auf dem darunterliegenden Modul fixiert werden. Damit passen auch Grafikkarten bis zu einer Länge von 480 Millimeter in das System.

Mit installiertem Festplattenmodul sind es nur noch 330 Millimeter – immer noch ein ordentliches Maß. Das untere Modul lässt sich natürlich auch entfernen, hierzu müssen allerdings weitere Schrauben gelöst werden. Bei den Montage-Rahmen können sowohl 3,5", also auch SSDs mit einem Formfaktor von 2,5" verbaut werden. Lediglich für die 3,5"-Befestigung werden Entkopplergummis angeboten. Eine SSD muss direkt mit dem Rahmen verschraubt werden - da jedoch keine Vibrationen durch das Flash-Medium erzeugt werden, ist auch eine Entkopplung dessen sinnlos.

Damit im Deckel ein 240/280 mm Slim-Radiator verbaut werden kann, haben einige User den Wunsch an Fractal gerichtet einen Mindestabstand zwischen Mainboardoberkante und Deckel freizulassen. Diesem Wunsch ist der Hersteller nachgekommen und hat knappe 6,7 Zentimeter Platz bereitgestellt - was das auf der letzten Seite angesprochene Wabengitter erklärt. Für Fans des flüssigen Nass also eine erfreuliche Mitteilung.

Weiter geht es; Unterhalb des Freiraumes ist auf der linken Seite dann wieder ein Kühlungs-Vertreter in Form des weißen 140 Millimeter-Schauflers zu finden. Nochmals eine Etage tiefer zeigen sich die neun Erweiterungssteckplätze, dessen Blenden sich bequem über Rändelschrauben demontieren lassen.

Im Erdgeschoss angekommen mussten wir zunächst feststellen, dass einer der Abstandsgummis - die als Netzteilauflage dienen sollen - abhandengekommen war und sich in einem HDD Modul befand. Kurzerhand haben wir den kleinen Houdini wieder an seinen Platz befördert. Interessant ist, dass bei den Tests unserer Partner genau der gleiche Gummi-Puffer abgefallen war. Hier muss Fractal wohl beim Kleber ein bisschen großzügiger werden. Wie beim Netzteilschacht auch schön zu erkennen ist, wird jenes nicht direkt mit dem Gehäuse verbunden sondern lehnt sich hierbei an einen Dämmstoffrahmen an, welcher weitere Vibrationen minimieren soll.

Direkt daneben ist ein Sockel angebracht, auf dessen der dritte Lüfter im Bunde thront und sehr vorbildlich mit einem Gitter ausgestattet wurde.

Der unten verbaute Lüfter

Hinterm Tray muss natürlich für das noch so toll angedachte Kabelmanagement auch entsprechend viel Stauraum zu finden sein, damit es bei Steckern und dickeren Strippen keine Platznot gibt. Mit gut 2,6 Zentimetern Luft (abzüglich des Dämm-Materials) hat Fractal Design hier jede Menge Raum gelassen um eine saubere Verlegung der Kabelbündel zu ermöglichen.

Die Verarbeitung des Gehäuses ist auf einem sehr hohen Niveau, scharfe Kanten oder billig anmutende Elemente sucht man vergebens. Dennoch haben wir kleine Dinge festgestellt, die uns zum einen ein wenig schmunzeln ließen und zum anderen ein altbekanntes Problem darstellen; So wurden die Kabeldurchlässe im Mainboard-Tray zwar einigermaßen robust gefertigt, dennoch neigen auch diese Manschetten bei entsprechendem Druck zum herausdrücken aus dem Loch, was sehr ungünstig beim Verlegen der Kabel ist.

Der zwei Kritikpunkt ist eines der I/O-Kabel, welches zum Opfer eines Klebstoffattentates wurde - definitiv fällt dieser Punkt jedoch in die Kategorie "kann ja mal passieren", betrifft darüber hinaus auch mehr den verdeckten Teil des Kabels und ist uns zudem erst sehr spät aufgefallen. Gibt also nur einen kleinen Abzug in der B-Note.

Praxistest - Die Montage

Folgendes Testsystem kam dabei zum Einsatz:

Motherboard MSI K9N Platinium
CPU AMD Athlon64 X2 4200+ EE 2200Mhz 2x512KB
RAM 1024 MB DDR2 800Mhz Corsair PC2-6400 CL5
Grafikkarte ATI Radeon HD 5850 (Cypress) (Core-Clock 775 MHz - Mem-Clock 1125 MHz)
Betriebssystem Microsoft Windows 7 64bit
CPU-Kühler Spire - TherMax 2 (SP679)
Festplatte 1 x 160GB Samsung HD160JJ 7200rpm sATAII
Netzteil Sea Sonic X-Series 460 Watt (Passiv, mit Kabelmanagement)

Mit Unterstützung der Montagehilfe für die Abstandsbolzen ging der Einbau unseres Mainboards wie im Fluge, ausreichend Platz zum angenehmen Arbeiten bietet der großzügig Dimensionierte Innenraum allemal. Anschließend fand unser Netzteil seinen Platz im Gehäuse und zeigte sehr eindrucksvoll, wie viel Freiraum auch für längere/tiefere Strom-Aggregate im R2 zur Verfügung stehen - bei demontiertem Bodenlüfter natürlich nochmal mehr.

Natürlich musste auch eine Pixelschleuder in das System Einzug finden und auch hier war noch viel Platz zur Seite zu verzeichnen. Abzüglich der ca. zwei Zentimeter für die Stecker hatten wir mit der 5850 immer noch gut sieben Zentimeter Luft zum Laufwerksmodul hin. Passt!

Im nächsten Zug haben wir unsere Festplatte in einen freien Montagerahmen gesetzt und von der Unterseite mit den Gummi-Ringen gegen Vibrationen entkoppelt.

Das fertige System sieht dann so aus und die Beleuchtung des Powerbuttons im Betrieb wirkt dezent aber dennoch elegant.

Die Lautstärke

Fractal liefert seinen neuen Tower mit drei vorinstallierten Lüftern der herstellereigenen Silent Series R2 aus, welche durch eine Verwendung von insgesamt 11 enganliegenden Rotorblättern und einem Drehzahlbereich zwischen mindestens 800 und maximal 1000 U/Min (+-10% bzw. 200 U/Min.) für einen ruhigen Lauf sorgen. In Kombination dessen mit dem für Langlebigkeit bekannten verbauten Hydraulig-Lager und den aus der Luftfahrt übernommenem Flügelkonzept der dickeren Flügelspitzen, welche zur Reduzierung der hörbaren Luftwirbel dienen, hat Fractal Design ein gelungenes Produkt geschaffen. Dabei muss jedoch erwähnt sein, dass die Schaufler speziell für die Verwendung als Systemlüfter konzipiert worden und nicht als CPU-Lüfter zum Einsatz kommen sollten.

Begründet wird dies mit dem für dieses Einsatzgebiet zu geringen Luftdurchsatzes. Die eng aneinanderreihenden Schaufelblätter haben hierbei die Funktion und wurden dahingehend optimiert ein möglichst geringes Geräuschniveau zu erzeugen. Der Hersteller gibt als maximalen Schalldruck 18,5 dB(A) an, was einem leisen, aber auch im Silentbereich eher durchschnittlichen Wert entspricht. Ebenfalls nennt er eine Anlaufspannung von unter 6 Volt, dessen Rotorstart z.B. in anderen Reviews jedoch bereits bei exakt 3,5 Volt begann und einem sehr guten Ergebnis entspricht. Alle drei Kollegen benötigen dabei bis zu 0,3 Ampere Strom und liefern ganze ~3,6 Watt Leistung.

Lüfter 140 x 140 x 250 mm
Gewicht 149 gramm
Spannung 12 V
Anlaufspannung 3,5 - 6 Volt
Anschluss 3-Pin
Lagertyp Hydraulik-Lager
Min/Max Schalldruck 14.9 / 18.5 dB(A)
Min/Max Luftdurchsatz 89,70 / 112,13 m 3 /h
Min/Max Luftdruck 0.54 / 0.84 (mm H 2 O)
Farbe Schwarz, weiße Schaufelräder
Beleuchtung Keine
Leistungsaufnahme ~ 3,6 Watt
Ampere 0,3 A
Geschwindigkeit 800-1000 U/Min (± 10% bzw. 200 U/Min)

Selbstverständlich ist, wie bereits mehrfach angemerkt, das Gehäuse auch für die Freunde einer Wasserkühlung geeignet. So lässt sich in der Front bei entfernten oder repositionierten HDD-Käfigen ein bis zu 240 mm großer Radiator verbauen. Im Deckel kann hingegen eine Slim-Version eines 240 oder 280 mm-Modells zum Einsatz kommen. Im Heck vom Case könnte der Anwender ein 120/140 mm Radiator platzieren, oder diesen in der 120 mm-Version auch anstelle des Lüfters am Boden montieren. Was nicht möglich ist sind externe Radiatoren, da hierzu die notwendigen Schlauchdurchlässe in der Rückwand fehlen.

Im Betrieb haben wir selbstverständlich die Lautstärke der Lüfter bzw. des geschlossenen Gehäuses gemessen, dazu wurde das System entfernt und ein passives Netzteil kam als Stromquelle zum Einsatz. Aus einer Entfernung von 30 Zentimeter, fixiert auf einem Stativ, haben wir unser Schallpegelmessgerät Voltcraft SL-100 in Stellung gebracht. Das Gehäuse ist dabei geschlossen und nur die verbauten Lüfter sind in Betrieb. Als Messung kommen die Spannungsstufen 12V, 7V und 5V zur Anwendung. Wir verwenden diese Messmethodik, um eine nachvollziehbare Beurteilung zu erreichen. Auf die Verwendung eines laufenden Testsystems ist bei der Schalldruckmessung aus Gründen der kaum zu realisierbaren Vergleichsmessung verzichtet worden. So beurteilen wir das Gehäuse mit seinen Lüftern an sich allein.

Wie im Diagramm schön zu sehen, platziert sich das R2 für einen Big-Tower bei den Spannungen 5 und 7 Volt im vorderen Mittelfeld, lediglich bei 12 Volt muss es größere Einbußen hinnehmen. Für ein Full-Size-Gehäuse ist dieses Ergebnis überraschend gut und kann sich durchaus sehen lassen. Bei der vollen Drehzahl sind die Luftströmungsgeräusche aber deutlich zu hören, was sich zugegebenermaßen im erträglichen und annehmbaren Rahmen bewegt und subjektiv kein störendes Gefühl bei uns erzeugte.

Mario Kramer meint …

Mario Kramer

Fractal Design macht mit der Neuauflage des XL eine Menge richtig. Damit beweist das schwedische Unternehmen erneut, dass es sinniger und wirtschaftlich gesehen auch für den Hersteller selbst preislich kalkulierter ist seine bestehende Produktpalette kontinuierlich zu optimieren, als den Markt mit immer neuen und vielleicht unausgereiften Neuentwürfen zu überschwemmen. In dieser Revision des Gehäuses hat die Firma viele Features clever und qualitativ sehr hochwertig umsetzen können, verzichtete darüber hinaus auf den ein oder anderen Schnickschnack und setzte zum Beispiel bei der Laufwerks-, oder Kartenmontage auf die altbewährte mit Schrauben durchgeführte Arretierungsmethode, die schon immer für einen sicheren Sitz sorgte.

Das Platzangebot ist vielfältig und in Kombination mit dem großzügig angelegten Kabelmanagement lässt er bei der variablen Zusammenstellung des Systems eigentlich kaum Wünsche offen. Hierbei helfen die modulare Umsetzung der Festplattenkäfige oder der eingeplante Abstand zwischen Mainboardoberkante und Deckel auch im Bereich der Wasserkühlungen den nötigen Handlungs-Spielraum zu gewähren.

Im Puncto Lautstärke ist das XL R2 mit drei leisen Lüftern gut aufgestellt und bietet dem Anwender mit den ModuVent-Elementen trotz voll-ausgestatteter Schallisolierung immer noch die Möglichkeit seine Kühlkonzepte ohne großen Aufwand oder mühevoller Umbauarbeiten zu realisieren. Die Lüftersteuerung ist einfach und sinnvoll gestaltet, reduziert aber gewollter-maßen das Geräuschniveau auf ein Minimum. Bei der Verarbeitung schwächelt Fractal ebenfalls nicht und hat dem Gehäuse mit der widerstandsfähigen Pulverbeschichtung nicht nur eine gute Optik verliehen, sondern bewahrt die ohnehin materialstarken Seitenwände und Co. vor Beschädigung oder Kratzern.

Mit knapp 17 Kg ist das Gehäuse aber weiß Gott kein Case um auf die nächste Lan-Party zu spazieren - es seid denn man kennt eine gute Spedition die das schwere Gehäuse samt Innenleben transportiert. So bleibt es eher was für die heimische Umgebung oder das Büro, was ja nun mal auch nicht schlechtzureden ist. Die aktuell knapp 130,- Euro sind kein falsch investiertes Geld, da man nicht nur ein sehr robustes und gut ausgestattetes Gehäuse bekommt, sondern mit der Schalldämmung auch für die meist notwendige Denk-Ruhe gesorgt ist. Wir können das Case jedem Interessierten Nutzer wärmstens ans Herz legen - mit Ausnahme denen, die eher auf klein, schmal und leicht stehen.

  • Positiv
  • Gutes Verarbeitungsniveau
  • Funktionelle Features
  • Gute Geräuschdämmung
  • Leise und dennoch starke Lüfter
  • Variable Montage der HDD-Käfige
  • Wasserkühlungstauglichkeit
  • Multi-GPU-Unterstützung
  • Großzügiges Montageloch im Tray für den Kühlerwechsel
  • Sowohl für USB 2.0- und 3.0-Mainboard geeignet
  • Reichhaltiger Lieferumfang
  • Gutes Preis- /Leistungsverhältnis
  • Sehr stabile Bauweise
  • Neutral
  • Negativ
  • -/-

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