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Tech-Review.de

  • Freitag, 04. Dezember 2020
Tt eSPORTS Meka Pro

Tt eSPORTS Meka Pro: Thermaltakes neuer Mecha-Ableger im Test!

Einleitung

Hohe Qualität und eine umfangreiche Ausstattung - das sind die Zutaten mit denen Hersteller von Eingabegeräten ein erfolgreiches Produkt am Markt platzieren. So auch Thermaltake, die mit der Meka Pro nicht nur eine neue mechanische Tastatur im Portfolio begrüßen, sondern im Vergleich zu ihren Vorgängern, einige Veränderungen parat haben. So setzt man bei den Tastenmodulen wieder auf die Schalter aus dem Hause Cherry und hat im Gegensatz zu der Poseidon Z Illuminated einen umfangreicheren Beleuchtungsmodus integriert. Auch beim Zubehör möchte man dem Nutzer einen gehobenen Mehrwert bieten, und das alles zu einem fairen Preis.

Gerade bei Spielern sind puristisch gehaltene aber gut ausgestattete Mechas im Trend. Und durch die MX-Module, welche bei erfolgreichen E-Sportlern besonders beliebt sind, weckt man automatisch das gesteigerte Interesse ambitionierter Gamer. In der Vergangenheit hat sich diese Kombination nämlich als die Referenz für eine besonders hohe Langlebigkeit etabliert. Und welcher Anwender möchte schließlich nicht von den zahlreichen Vorteilen eines zuverlässigen Eingabegerätes profitieren? Dementsprechend wird unsere Erwartungshaltung auch auf den folgenden Seiten ausfallen, denn nichts kann Herausfordernder sein wenn bewährtes mit innovativem kombiniert wird um Kundenwünsche konsequent umzusetzen.

Doch kann das auch bei einer ebenso hohen Qualität umgesetzt werden, wenn die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers von 114,90 Euro bereits im mittleren Preissegment angesiedelt ist? In der Summe sprechen wir hier von diversen Beleuchtungsmodi und einem großzügigen Lieferumfang. Nicht zu vergessen, die üblichen Features die mittlerweile zum guten Ton gehören, wie zum Beispiel den Medien-Funktionen oder dem Gaming-Modus. Um euch die Spannung und Vorfreude nun nicht komplett zu nehmen, schweigen wir und laden euch auf einen spannenden Testbericht ein. Wir waren durchaus überrascht. Viel Spaß beim Lesen!

Verpackung und Lieferumfang

Die Verpackung präsentiert sich größtenteils in Schwarz gehalten, deren sachlicher Aufbau, wie für Thermaltake üblich, durch einen roten Balken im oberen Bereich verziert wird. Im direkten Vergleich zur Challenger Prime Carbon Edition, welche wir erst kürzlich getestet haben, ist die Farbgebung intensiver und wirkt somit entschlossener. Dieser Umstand wird durch die sachlich gehaltenen Angaben auf der Vorderseite ebenfalls verstärkt. Bis auf die Hinweise über die verwendeten Schalter samt verbauten Tastenmodulen wird außerdem Stellung, in Form einer sachlich gehaltenen Erwähnung zu der Makrofunktion sowie der LED-Hintergrundbeleuchtung inklusive vier vorkonfigurierten Beleuchtungsmodi bezogen.

Detaillierter zeigt sich da schon die Rückseite, die dem Anwender vorbildlich anhand einer Grafik sämtliche Funktionen übersichtlich erklärt. Im Inneren erwartet uns eine Schutzhülle aus Kunststoff, welche die Meka Pro sichernd umhüllt. Unter ihr befinden sich die Bedienungsanleitung und ein Garantieschein der leider keine Auskunft über die Garantiedauer der Meka Pro gibt, sondern nur zu älteren Tastaturen. Auf Nachfrage bestätigte uns Thermaltake jedoch eine zweijährige Garantie. Unter der Kartonhülle finden sich zusätzlich ein Keycap Puller und neun komplett in rot gehaltene Tastenkappen die sich vor allem an Spieler richten sollen.

Der Lieferumfang

Technische Daten

Abmessungen (L x B x H): 440 mm x 133 mm x 36 mm
Layout: 105 DE-ISO
Zusatztasten: 1
Gewicht: 1200 g
Kabel: 1,80 m, USB 2.0 
Schalter: Cherry MX-Blue (Brown/Red)
Key Rollover: NKRO
Tasten: Zylindrisches Profil aus ABS-Kunststoff,
Beschriftung per Laser cut-Verfahren
Ausstattung: Makro-Profile, Medien-Funktionen,
Gaming-Modus
Beleuchtung: Rote LED-Hintergrundbeleuchtung,
Diverse Beleuchtungsmodi
Preis: 114,90 Euro
Preisvergleich: Geizhals Deutschland

Tastatur im Detail

Puristisch anmutend und doch ausstattungsreich - so könnte man Thermaltakes aktuellen Spross spontan beschreiben. Zu dem 105 DE-ISO Layout gesellt sich nämlich nur eine Zusatztaste, die geschickt bei den Status-LEDs untergebracht wurde. Auffällig in Rot gehalten, ist sie in Bezug auf intern genutzten Namenskürzel nicht unserem Chefredakteur Mario Kramer gewidmet, sondern erfüllt einzig und allein die Aufgabe für das Aufzeichnen von Makros. Alle weiteren implementierten Zusatzfunktionen wurden auf einer separaten Ebene realisiert, dazu später mehr.

Bei der Verarbeitung geht man keine Kompromisse ein, denn die Haptik der Tastatur wirkt auf uns wirklich hochwertig. So zeugen die Spaltmaße des Gehäuses durch ihre Gleichmäßigkeit von einer hohen Qualität, und auch bei der Verwindungssteifigkeit hinterlässt sie mit ihren 1200 Gramm Gewicht einen sehr guten Eindruck. Denn selbst bei hohem Druck gibt die Meka Pro nur unwesentlich nach. Werksseitig sind auf der Unterseite fünf Rutschsicherungen angebracht, welche zuverlässig für einen festen Stand sorgen.

Angestellt wusste die Rutschfestigkeit der Tastatur ebenfalls zu überzeugen da man auch den Verstellfüßen eine Gummierung spendiert hat, zwar lässt sie sich nun etwas leichter verschieben, das ist unserer Meinung nach aber vollkommen konform. An dieser Stelle gibt es keinerlei Grund zur Kritik, sehr gut! Optisch kommt im Randbereich ein gleichfarbiger Zierstreifen zur Geltung, der das Gehäuse spürbar von ähnlich aufgebauten Modellvarianten absetzt. Langfristig könnte hier die Anfälligkeit für Staub ein Nachteil sein, da sich dieser bekanntlich sehr gerne in unebenen Flächen sammelt.

Mit einer Gesamtlänge von 1,80 Meter ist das fest installierte USB 2.0 Kabel ausreichend lang dimensioniert, des Weiteren und zum Schutz vor Oxidation wurden die Kontakte des Steckers noch zusätzlich vergoldet. Um das Schreiben so angenehm wie möglich zu gestalten ist der Tastenanstieg darüber hinaus anatomisch geformt. Dies äußert sich darin, dass die oberen Tastenreihen näher zum Anwender zeigen als die Unteren. Der Grund dafür ist ziemlich simpel, denn die meisten Tastenanschläge werden auf den mittleren Tastenreihen getätigt. So bietet diese Anordnung eine optimale Bewegungsfreiheit bei der Bedienung und einen sehr guten Halt auf den Tasten selbst. Stichwort: Ergonomie!

Um die Übersicht der Konfiguration beibehalten zu können, haben wir für Euch eine kleine Liste der Funktionen erstellt. Diese lassen sich, wie man es bereits von Notebooks her kennt, mit der FN-Taste aktivieren.

  • F1 bis F7 - Medien-Funktionen (vorheriger Titel, Start/Pause, nächster Titel, Stop, lautlos, leiser, lauter)
  • F8 bis F12 Windows-Funktionen - (Mediaplayer, E-Mail, Browser, Taschenrechner, Arbeitsplatz)
  • Druck – LED-Hintergrundbeleuchtung
  • Rollen – Gaming-Modus
  • Pause – Beleuchtungsmodi (FPS/MMO/MOBA/RTS)
  • Nummernblock – Num - Vollständige Sperre der Tastatur und Makro-Profile (M1 bis M6) sowie Medien-Funktionen (Start/Pause, nächster Titel, lauter, Stop, vorheriger Titel, leiser)
  • Pos1 und Ende – Geschwindigkeit der Beleuchtung
  • Entf – Reset-Taste
  • Bild↓ – Key Rollover
  • Pfeiltasten Oben und Unten – 5 stufige Leuchtintensität
  • Pfeiltasten Links und Rechts – Richtung der Lichteffekte

Wie von ähnlich ausgestatteten Mechas gewohnt, lassen sich sämtliche Funktionen komfortabel über die Tastatur selbst steuern. Von den Medien-Befehlen über den Gaming-Modus, der sämtliche Windows-Tasten zuverlässig deaktiviert und damit verhindert, plötzlich und unvorhergesehen aus einer Spiele-Session geworfen zu werden, bis hin zu dem Anlegen der persönlichen Makro-Profile wurde alles sinnvoll als Zweitbelegung implementiert. Diese lassen sich erst programmieren, sobald die zusätzliche Makrotaste aktiviert wurde. Anschließend wird mit der FN + M(1-6) das entsprechende Profil ausgewählt. Nun lässt sich ein Makro mit bis zu 31 Zeichen programmieren. Zum Speichern muss wieder die FN + M(1-6) betätigt werden, und genauso wird das Makro anschließend auch ausgegeben. Sobald die rote Makrotaste nicht aktiviert ist kann auch keine Makrofunktion mehr genutzt werden.

Als besonderes Gimmick lassen sich sogar sämtliche Tasten deaktivieren. Zur technischen Umsetzung und Speicherung der anwenderbezogenen Einstellungen dient ein 256-Bit Onboard-Speicher, mit dem die Meka Pro vorbildlich für das Anlegen der sechs verfügbaren Profile ausgestattet wurde. Die Polling-Rate selbst kann nicht verstellt werden und liegt bei konstanten 1000 Hertz.

Für die Beleuchtung stehen dem Anwender mehrere Beleuchtungsmodi und vier vorkonfigurierte Profile zur Verfügung, welche in einem Video von Thermaltake vorbildlich demonstriert werden:

Video abspielenTteSPORTS Meka Pro Gaming Keyboard

Tastenkappen

Aufgrund der Beleuchtung sind die Tastenkappen vollständig aus transluzentem ABS-Kunststoff gefertigt und nachträglich mit einem schwarzen Coating überzogen worden. Die Beschriftung selbst hat man anschließend per Lasercut-Verfahren in den Kunststoff geschnitten. Ab Werk wurde, wie auf dem Bild deutlich zu erkennen, die Farbe einer roten Tastenkappe leider nicht sauber verarbeitet. Um möglichen Haarrissen im Werkstoff entgegenzuwirken und dadurch gleichzeitig die Lebensdauer zuverlässig zu verlängern, wurde der Kreuzstempel darüber hinaus verstärkt.

Die Form der Tasten selbst ist zylindrisch und der Font der Meka Pro ist, wie wir finden, gut in das gesamte Erscheinungsbild integriert, da er klar und deutlich lesbar ist. Um der sonst recht schlichten Tastatur abschließend doch noch ein optisches Highlight zu spendieren, ziert das Herstellerlogo dezent die Leertaste. Die Oberfläche erwies sich leider während des Tests als nicht sonderlich resistent gegen Fingerabdrücke und Schmutz. Die Lackierung ist zudem rau gehalten um ordentlichen Grip zu gewährleisten, zieht jedoch auch Hautfette und Staub fleißig an.

Die im Lieferumfang befindlichen roten Tastenkappen

Schalter

Bei den Tastenmodulen setzt Thermaltake auf die bewährten und langlebigen Cherry MX-Switches und bietet hierzulande die Meka Pro neben den Cherry MX-Blue Schaltern zusätzlich mit MX-Brown und MX-Red an. Das finden wir sehr gut, da man hier genau gegen den Strom schwimmt. Es liegt nämlich leider schon etwas länger im Trend eine Tastatur lediglich mit einem, maximal zwei Tastenmodulen auf den Markt zu bringen.

Technische Daten der Taster:
Cherry MX-Blue
Schalter: Taktil und mit ausgeprägtem Klickpunkt
Umschaltpunkt: präzise spürbar
Weg bis zum Schaltpunkt: 2 mm ab Ausgangsposition 4 mm Hub gesamt
Klickpunkt: spürbar
Betätigungskraft: 60 g
Lebensdauer: 50 Millionen Anschläge

Die blaue Ausführung zeichnet sich vor allem durch sein taktiles Tastenmodul aus, und spricht so besonders die Anwender an, welche einen sehr hohen Komfort beim Schreiben wünschen. Der Weg- und Kräfteverlauf ist daher taktil und benötigt eine Betätigungskraft von 60 Gramm. Das Auslösen erfolgt nach zwei Millimetern und wird mit einem ausgeprägtem Klickpunkt als akustisches Feedback wiedergegeben, Der Gesamtweg beträgt wie bereits gewohnt vier Millimeter. Auch der Druckpunkt selbst ist dabei selbstverständlich spürbar. Für eine höhere Stabilität wurden die großen Tasten zusätzlich mit Costar-Stabilisatoren ausgestattet. Um die Tastenkappen besser ausleuchten zu können, kommt ein transparentes Schaltergehäuse zum Einsatz.

Dadurch sollen nicht nur alle Farben in einer gleichbleibenden und zugleich hohen Qualität dargestellt werden, sondern auch alle Sonderzeichen sehr gut ablesbar sein. Im Detail gelingt dieses Unterfangen auch recht gut, denn die Sonderzeichen wurden nicht zu tief auf den Tastenkappen angeordnet. Da die LED bauartbedingt oberhalb des Schalters platziert wird, ist der untere Teil der Kappe meistens aber nicht vollständig ausgeleuchtet. In Verbindung mit der roten Metallplatte wird der Effekt der etwas schwächer abzulesenden Sonderzeichen jedoch etwas dezimiert.

Weitere Erklärungen zu diesen und anderen mechanischen Schaltern, könnt ihr auf unserer "Schalter Erklärseite" nachlesen.

Praxistest

Beurteilung des Redakteurs:
Die Tt eSPORTS Meka Pro ist sehr handlich und ordentlich aufgebaut, um ein angenehmes Arbeiten und Spielen zu ermöglichen. Die Tasten haben einen optimal gewählten Abstand zueinander und sind alle sehr gut zu erreichen. In der Praxis stellt sich die Rutschfestigkeit der Tastatur als hervorragend heraus, selbst bei Nutzung der Verstellfüße verweilt die Tastatur sicher auf ihrem angestammten Platz. Bei Bedarf lässt sich Letztere mit einem gezielten Druck und ohne großen Aufwand sicher in eine neue Position verschieben. Sowohl ohne als auch mit Nutzung der Verstellfüße gestaltet sich das Arbeiten an der Tastatur als sehr angenehm und bequem. Bei der Verwindungssteifigkeit des Gehäuses wusste sie uns mit ihren stolzen 1200 Gramm Gewicht vollends zu überzeugen. Auch über die Schmutzresistenz möchten wir kurz ein paar Worte verlieren, denn gerade Designs mit Erhöhungen oder Vertiefungen neigen nach längerem Gebrauch dazu, sich als Staubfänger zu entpuppen. Diese fallen hier jedoch noch relativ dezent aus, so dass sich der Putzaufwand mit einem feinen Tuch oder einem Pinsel durchaus im Rahmen halten sollte.

Die taktilen Cherry MX-Blue Switches wurden beim Auslösen als sehr direkt und klar wahrgenommen. Einsteigern in die Welt der Mechas sollte dieser Schalter am Anfang allerdings nicht wirklich entgegenkommen. Selbst erfahrene Anwender, welche lineare Tastenmodule oder die braune Variante gewohnt sind, haben unter Umständen leichte Probleme mit den Eigenschaften. Das ist nicht negativ gemeint, die Charakteristik ist jedoch sehr speziell und daher ist eine intensive Eingewöhnung unumgänglich. Für Vielschreiber gibt es aktuell keine bessere und uns bekannte Alternative. Zwischen dem Anwendungsbereich "Schreiben" und "Spielen" stellt der Schaltertyp nur eine ausgewogene Auswahl dar, sofern man sich vollständig an ihn gewöhnt hat.

Die individuellen Eindrücke über die Schalter sind die subjektiven Erfahrungen des zuständigen Redakteurs und demnach nicht direkt auf alle anderen Anwender übertragbar.

Anti-Ghosting und Jamming

Zu Beginn des Tests in diesem Bereich wollen wir zunächst erklären, wobei es sich beim Phänomen "Ghosting" und "Jamming" eigentlich handelt.

Unter den Begriff "Ghosting" versteht man das Problem, dass auf einer Tastatur einige Tastenkombinationen nicht mehr funktionieren, wenn man versucht mehrere Tasten zeitgleich zu drücken. Problematisch sind hier eigentlich alle Tastaturen, dessen Verschaltung der Tasten auf einer Spalten-Zeilen-Matrix basieren. Hierbei zeigen sich die Phänomene, dass sich bestimmte Tasten nicht oder nur sehr träge drücken lassen, oder eine Taste aktiviert wird, die garnicht gedrückt wurde (Ghost). Um ein Beispiel zu nennen: Wenn man die Tasten A und W gedrückt hält und versucht mit Q eine weitere Funktion aufzurufen so wird dies in den meisten Fällen ebenso verschalteter Modelle nicht gehen, oder es wird der Versuch mit der Taste S quittiert. Gefühlt sind die gedrückten Tasten in dem Moment nicht mehr existent (Jamming) oder wie von "Geisterhand", werden andere Tastenaktionen gestartet, welche nicht gewollt waren.

Im Bereich des Marketing werben die Hersteller oftmals mit Anti-Ghost-Technologie, was jedoch nicht bedeutet muss, dass dieses Problem garnicht mehr auftritt, sondern hier wird meist auf favorisierte Tastenbereiche oder bestimmte Tastenlimits gesetzt. So kann sich das Anti-Ghosting auf die Tasten der WASD beschränken oder auf die maximale Anzahl der gleichzeitig zu klickenden Tasten.

Die Ursache dieses Problems liegt in der Schalt-Matrix der Tastatur: So ist es bei normalen Folien-Tastaturen Gang und Gebe, dass man nicht jedem einzelnen Kontakt (Taste) eine separate Leitung zur Klick-Auswertung spendiert, sondern dies in Form von Spalten und Zeilen samt Kontaktflächen auf einer Folie ermittelt. Beim Drücken einer Taste erkennt hierbei ein Controller das sich ergebene Muster (Pattern) anhand der kurzgeschlossenen Spalten und Zeilen und kann diese entsprechend interpretieren da es damit eine direkte Zuordnung gibt.

Weitere detailliertere Informationen zu diesem Thema findet ihr auf unserer "Tastatureigenschaften Erklärseite"

Key Rollover

Um beide Probleme, also Ghosting und Jamming, zu umgehen, müssen die Tasten so verschaltet und aufgebaut sein, dass eine eindeutige Zuweisung möglich ist. Die Lösung heißt hier Key-Rollover: Hierbei sind die Tasten einzeln verschaltet und meist durch eine Diode zusätzlich entkoppelt, darüber hinaus muss der verbaute Controller all diese Informationen auch entsprechend sauber verarbeiten können. "N-Key" steht in diesem Fall für beliebig viele und "Rollover" für gedrückte Tasten.

Dies hat zur Folge, dass der Anwender mit zwei Händen eigentlich nicht in der Lage sein sollte, eine fehlerhafte Tastenschlagzuweisung zu erreichen und die Anzahl der gleichzeitig möglichen Tastenschläge damit bis ins Unendliche geht. In unserem Test gab es einen entsprechenden Fehlerfall, denn die Challenger Prime Carbon Edition verfügt über keine perfekte auslöschungsfreie Ausgabe. Das liegt daran, dass die oben bereits erwähnte separate Verschaltung der Tastenmodule bei Folientastaturen nicht umzusetzen ist, da es sich eben um eine Folienmatrix handelt.

Durch diesen Mitmachtest können Sie direkt Ihre eigene Tastatur auf das Ghosting-Phänomen hin überprüfen - und dies nur mit einem simplen Texteditor wie ihn Windows zum Beispiel von Haus aus mitbringt. Egal ob Word, Wordpress oder anderweitiger Schreibeditoren, es bedarf hierfür keiner extra Softwareinstallation.

Zum Test verwenden wir einen Text, in dem alle Buchstaben des englischen Alphabets vorkommen:
THE QUICK BROWN FOX JUMPS OVER THE LAZY DOG
Öffnen Sie einen einfachen Texteditor und drücken die beiden Shift-Tasten gleichzeitig und lassen diese während der gesamten Eingabe nicht los. Nun schreiben Sie oben stehenden Satz.

Bei der Tt eSPORTS Meka Pro sah das Ergebnis folgendermaßen aus:
THE QUICK BROWN FO JUMPS OVER THE LAZY DOG
Bei unserer QPAD MK-70 hingegen wurden alle Eingaben erfolgreich erfasst und verarbeitet.
THE QUICK BROWN FOX JUMPS OVER THE LAZY DOG

PS2 / USB und Polling-Rate

Auch hier müssen wir wieder mit langweiliger Theorie nerven: Bei Tastaturen die noch über PS2 angeschlossen wurden, geschah die EVA, also das Eingabe-Verarbeitung-Ausgabe-Prinzip in Echtzeit, da dieses Gerät einem festen Interrupt im System zugeordnet wurde, der durch kein anderes Gerät belegt sein konnte. Hierbei hat das Gerät beim Auftreten eines Ereignisses dieses selbstständig an den Computer in Echtzeit übermittelt. Bei einem USB-Anschluss teilen sich aber viele Geräte diese universelle Schnittstelle. Hier werden nun innerhalb eines gewissen Zeitabstands periodisch alle angeschlossenen Geräte abgefragt, ob neue Befehle vorliegen.

Dieser festgelegte Zeitabstand wird Polling-Rate genannt. Bei den Befehlen kann es sich dabei um Tastenschläge, Druckeraufträge und ähnlichem handeln, die von den Geräten chronologisch in eine Art Zwischenpuffer gespeichert werden. Dieses Interrupt-Paket ist in seiner Aufnahmekapazität aber begrenzt. Um diese Begrenzung zu Umgehen und einen möglichst geringen Abtast-Intervall zu erreichen kann man bei USB vom Gerät her nun so tun, als seien es mehrere Geräte (Devices).

Werden mehrere Devices in einem Gerät emuliert, erhöht sich natürlich auch der Abtastvorgang und damit verringert sich die Zeitspanne zwischen Auftreten des Ereignisses (z.B. Tastendruck) und der Weiterleitung an das System. Bei der Tastatur wird dieser Trick erfolgreich angewendet und im Betriebssystem weitere USB-Geräte emuliert, durch die sich die Abtastrate damit automatisch erhöht hat, ohne direkt im System etwas zu verändern.

Die Tastatur im Geräte-Manager

Die meisten Controller verwenden eine Polling-Rate von rund 125 Hertz, dies entspricht in etwa einer Zeitspanne von ca. 8 Millisekunden. Im Durchschnitt werden jedoch Intervallzeiten zwischen 0 und 4 Millisekunden erreicht. Wenn man nun also Pech hat kann es passieren, dass die Befehle des Gerätes (hier z.B. die Tastenschläge) nun 8 Millisekunden liegen bleiben. Diese Verzögerung kann natürlich mit zusätzlicher Software oder speziellen Systemeingriffen verringert werden, indem man die Polling-Rate erhöht. Viele Hersteller (speziell im Gaming-Bereich) bieten eine Option an die maximale Abtast-Rate auf 1000 Hertz einzustellen - was dann theoretisch der Echtzeitübertragung von PS2 in nichts nachstehen würde.

"Würde" ist hier aber das zu beachtende Wort, denn wenn mehrere an einen USB-Controller angeschlossene, datenintensive Geräte sich eine Leitung teilen müssen, verringert sich als logische Konsequenz die maximale Transfergeschwindigkeit je Gerät. Unter allen Datensendern muss diese Bandbreite fair aufgeteilt werden und so kann es über kurz oder lang zu sogenannten "Daten-Lags" kommen, welche sich in Störungen, Problemen oder eben längeren Verzögerungszeiten zeigen können. Die Polling-Rate lässt sich nämlich nicht auf ein Gerät beschränken, sondern umfasst den Controller an sich und damit alle verbundenen Geräte. So wäre das Abtastintervall auch beim Drucker oder Scanner erhöht, was im Fazit bedeutet das im blödesten Fall die Zeit für die Ereignismeldung länger dauert als bei normal eingestellter Polling-Rate, oder es sogar zu fehlerhaften Übertragungen kommt. Dennoch ist die Kompatibilität zur dieser hohen Abtastrate als sehr positiv zu werten.

Daniel Figiel meint …

Daniel Figiel

Mit der Meka Pro folgt Thermaltake entschlossen seiner neuen Strategie, und das Konzept wusste uns auf Anhieb zu gefallen. Mit Hilfe einer Funktionsebene konnten viele Medien-Funktionen und sogar sechs Makro-Profile umgesetzt werden. Aber nicht nur die softwarelose Konfiguration ist gut gelungen - auch die Verarbeitung hatte Gelegenheit ihren besonderen und eigenen Charme zu präsentieren. Die Rutschfestigkeit lieferte im Test gute Ergebnisse und auch die Spaltmaße zeugten aufgrund ihrer Gleichmäßigkeit von einer hohen Qualität. Besonders gut gefallen haben uns derweil die hervorragende Verwindungssteifigkeit des Gehäuses und die große Auswahl an unterschiedlichen Schalter-Varianten.

In dem Preisbereich bis 120 Euro ist es aber nicht nur wichtig mit einer hohen Ausstattung oder einer guten Qualität zu glänzen. Vielmehr muss man an den richtigen Stellen die nötigen Einsparungen umsetzen, und trotzdem ein interessantes Produkt gestalten. Zu unserer Überraschung fällt der Rotstift eher gering aus, da nur das USB-Kabel ohne einen Sleeve auskommen muss. Das Design wurde stimmig gewählt, durch den Zierstreifen ist jedoch etwas Aufwand bei der Pflege nötig. Die Tasten sorgen zuletzt für etwas Kopfschmerzen. Der Font ist zwar klar und deutlich lesbar, jedoch zeigte sich das Coating im Test als relativ schmutzempfindlich gegen Hautfette und Staub. Besonders ärgerlich für Anwender wären natürlich schlecht verarbeitete Tastenkappen, was wir in diesem Fall generell verneinen können, bei einer roten Variante aber doch feststellen mussten.

Abschließend festgehalten handelt es sich um eine solide mechanische Tastatur, mit einer sehr guten Verarbeitung und vielen weiteren positiven Aspekten wie zum Beispiel dem Beleuchtungsmodus oder den Makro- sowie Medienfunktionen. Besonders interessant ist sie demnach für Anwender, welche vorwiegend auf ein puristisches Layout setzen, und keine Abstriche bei der Ausstattung in Kauf nehmen möchten. Durch die verbauten Cherry MX-Blue Tastenmodule richtet sie sich an alle Vielschreiber und auch Nutzer, die ein besonders ausgeprägtes Feedback beim Auslösen bevorzugen.

  • Positiv
  • Umfangreicher Lieferumfang
  • Softwarelose Konfiguration
  • Große Auswahl an Schalter-Varianten
  • Sehr solide Verarbeitung
  • Neutral
  • Negativ
  • Fehlende Dokumentation im Garantieschein
  • Erhöhter Reinigungsaufwand bedingt durch empfindliche Lackierung der Tastenkappen
  • Eine schlecht verarbeitete, rote Tastenkappe

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