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Tech-Review.de

  • Sonntag, 20. September 2020
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Tt eSPORTS Challenger Prime Carbon Edition

Tt eSPORTS Challenger Prime Carbon Edition: Bewährte Hausmannskost im neuen Look

Einleitung

Vor 15 Jahren gehörten sie noch zum guten Ton und waren für alle Spieler die Wunderwaffe schlecht hin - sehr gut ausgestattete, auf Rubberdome-Technik basierende Tastaturen. Im Wandel der Zeit und Präferenzen erlebten mechanische Tastaturen allerdings ihren zweiten Frühling, und die einst so beliebten Rubberdome-Eingabegeräte haben etwas von ihrem Glanz verloren. Es gibt aber nach wie vor nicht zu verachtende Vorteile, und genau aus diesem Grund greifen Anwender immer noch gerne auf sie zurück. Aufgrund der relativ geringen Produktionskosten fällt es den Herstellern im Vergleich zu dem mechanischen Pedanten sehr leicht individuelle Layouts zu erstellen. So ist zum Beispiel das Implementieren von zusätzlichen Tasten einfacher zu realisieren. Auch die geringere Lautstärke ist neben den niedrigeren Preisen für viele ein nicht zu unterschätzendes Kaufargument.

Im Falle der im Jahr 2014 erschienenen Challenger Prime sprechen wir hier von jeweils sechs zusätzlichen Makro- und Medien-Tasten. Die LED-Hintergrundbeleuchtung beherrscht immerhin drei Farben, wobei die Helligkeit komfortabel über einen Drehregler gesteuert wird. Weitere sechs Zusatztasten sollen die Bedienung weiter vereinfachen und auch FN-Funktionen sowie eine Software wurden integriert. Man sieht also auf den ersten Blick - hier wird eine komplett andere Zielgruppe angesprochen als bei puristischen Lösungen. Und genau diese darf sich jetzt auf unseren aktuellen Test freuen, denn Thermaltake war so freundlich uns die Carbon Edition zukommen zu lassen, welche das Challenger Prime Portfolio zukünftig erweitern wird. Viel Spaß beim Lesen!

Verpackung und Lieferumfang

Die Verpackung ist größtenteils in schwarz gehalten und ihr sachlicher Aufbau wird durch einen roten Balken im oberen Bereich verstärkt. Dieser wird durch die knapp gehaltenen Angaben auf der Vorderseite zusätzlich verdeutlicht. Bis auf die Hinweise einer dreifarbig integrierten LED-Hintergrundbeleuchtung, der Polling-Rate und einer Erweiterung des Layouts mit Hilfe von sechs Makro-Tasten, lassen sich der Vorderseite keine weiteren Informationen entlocken.

Detailliert geht es erst auf der Rückseite zu, die den Anwender zusätzlich über die FN-Funktionen, die Bedienung des Drehknopfs sowie die Medien-Tasten aufklärt. Neben der Tastatur selbst finden sich, wie für diese Preisklasse üblich, eine Bedienungsanleitung sowie ein Garantieschein im Inneren wieder. Letzterem können wir entnehmen, dass sämtliche Gaming-Tastaturen, mit Ausnahme der Poseidon-Serie, über eine zweijährige Herstellergarantie verfügen.

Die Bedienungsanleitung und Garantieschein

Technische Daten

Abmessungen (L x B x H): 505 mm x 239 mm x 24 mm
Layout: 105 DE-ISO
Zusatztasten: 18 und Drehknopf
Gewicht: 869 g
Kabel: 1,50 m, USB 2.0 
Schalter: Rubberdome
Key Rollover: 6-8KRO
Tasten: Zylindrisches Profil aus ABS-Kunststoff,
Beschriftung per Laser cut-Verfahren
Ausstattung: Makro-Profile, Medien-Funktionen,
Gaming-Modus, Repeat-Rate
Beleuchtung: Rot, Blau oder Violette LED-Hintergrundbeleuchtung,
Statischer oder Pulsierender Beleuchtungsmodus
Preis: 37 Euro
Preisvergleich: Geizhals Deutschland

Tastatur im Detail

Bei genauerer Betrachtung setzt Thermaltake auf ein Konzept das in zwei Kategorien unterteilt wurde. Bereits auf den ersten Blick fällt die hervorstechende Erscheinung in den Vordergrund. Der Carbon Look der Challenger Prime fällt definitiv auf und wirkt doch nicht zu übertrieben. Um ein hohes Gripniveau zu erreichen, ist die Oberfläche mit einem rauen Kunststoff versehen worden. Die recht klein wirkende integrierte Handballenauflage fungiert als Eyecatcher, da sie mittig komplett schwarz ist und mit dem Tt eSPORTS Logo versehen wurde. Im Randbereich wechselt die Form durch einige Erhöhungen und Vertiefungen.

Zugegeben, ob es einem gefällt oder nicht ist natürlich Geschmackssache. Unserer Meinung nach bekommt die Tastatur dadurch einen stylischen Look verliehen, wird zu ihrem Nachteil aber auch verhältnismäßig groß. Sperrig wirkt sie dabei auf keinen Fall. Auch die Spaltmaße leiden nicht darunter. Diese verlaufen im Großen und Ganzen recht gleichmäßig - in dieser Preisklasse ist das wirklich akzeptabel! Mit ihren 869 Gramm ist sie wahrlich kein Schwergewicht und dennoch erstaunlich rutschfest. Auch angestellt ist die Carbon Edition standhaft genug, obwohl gleich zwei von vier Rutschsicherungen den Kontakt zum Boden verlieren.

Das größte Merkmal ist und bleibt die Ausstattung. Neben den FN-Funktionen wie man sie vom Laptop kennt, erhält der Anwender eine komfortable Bedienung mit sechs Makro- und ganzen 12 Medien-Tasten. Neben den klassischen Medien-Funktionen (Start/Pause, vorheriger Titel, nächster Titel, lauter, leiser, lautlos) wurden auch Tasten in das Layout eingepflegt um den Browser, den E-Mail Client und den Arbeitsplatz aufzurufen. Um die drei verschiedenen Profile anzuwählen (M1/M2/M3) muss lediglich die entsprechende Taste ausgelöst werden. Das aktuell angewählte Profil lässt sich durch eine weitere LED unterhalb der Status-LEDs identifizieren. Programmiert werden diese, genau wie die sechs Makro-Tasten mit Hilfe der Software - dazu mehr im späteren Verlauf des Tests.

Um die Übersicht der Konfiguration beibehalten zu können, haben wir für Euch eine kleine Liste der Funktionen erstellt. Diese lassen sich, wie man es bereits von Notebooks her kennt, mit der FN-Taste aktivieren.

  • F1 - Repeat-Rate verringern
  • F2 - Repeat-Rate erhöhen
  • F3 – Polling-Rate verringern
  • F4 – Polling-Rate erhöhen
  • F5 – Taschenrechner
  • F6 – Aktualisieren
  • F7 – Vorheriger Titel
  • F8 – Nächster Titel
  • F11 – Statische Beleuchtung
  • F12 – Pulsierende Beleuchtung
  • Druck – Gaming-Modus
  • Rollen – Beleuchtung
  • Pause – Farbwechsel (Blau, Rot, Violett)

Bleibt am Ende noch der Drehknopf, mit dessen Hilfe sich die Beleuchtungsintensität bedienen lässt.

Um das Schreiben so komfortabel wie möglich zu gestalten werden flache Tastenkappen mit einem Arena-Prinzip ähnlichem Tastenanstieg kombiniert. Der Grund dafür ist ziemlich simpel und einfach: So bietet diese Anordnung eine optimale Bewegungsfreiheit bei der Bedienung und einen sehr guten Halt auf den Tasten selbst, da die meisten Tastenanschläge auf den mittleren Tastenreihen getätigt werden. Stichwort: Ergonomie!

Tastenkappen

Aufgrund der Beleuchtung wurde die Beschriftung per Lasercut-Verfahren in den Kunststoff geschnitten. Da bei der verbauten Schalter-Technologie ein Leuchtpanel anstatt einzelner LEDs zum Einsatz kommt, sind wir gespannt, ob eine konstante Ausleuchtung aller Buchstaben und Zahlen, inklusive Sonderzeichen, realisiert werden kann. Die Form der Tasten selbst ist zylindrisch und der klare, weich gestaltete Font der Challenger Prime Carbon Edition ist, wie wir finden gut lesbar. So fügt sich die Schriftart perfekt in das markante Design des Tastaturlayouts ein. Die angeraute Oberfläche erwies sich zudem während des Tests als sehr resistent gegen Fingerabdrücke und Schmutz.

Die Tastenkappen

Schalter

Im Gegensatz zu Mechas haben auf Rubberdome-Technik basierende Tastaturen keine separaten Schalter für jede einzelne Taste. Unter jedem Tastenmodul befindet sich eine Kuppe aus Gummi, welche dafür sorgt, dass die Tastenkappe nach jedem Betätigen wieder automatisch in ihre ursprüngliche Position zurückkehrt. Der große Vorteil dabei ist, dass eine einzelne Matte für das komplette Layout geformt werden kann, die außerdem sehr günstig in der Produktion ist. Hinzu kommt der leise Tastenanschlag im Vergleich zum mechanischen Pedant, den viele Anwender weiterhin bevorzugen.

Dieses Verfahren bringt aber leider auch einige Nachteile mit sich, denn die Lebensdauer ist in diesem Fall mit 10 Millionen Auslösungen spezifiziert und somit um ganze 80 Prozent niedriger. Die Ursache hierfür liegt in der Wahl des Materials, da die Gummikuppen durch die Nutzung ihre ursprünglichen Eigenschaften verlieren. Das Ausleiern sorgt ebenfalls dafür, dass sich das Schreibgefühl mit der Zeit verändert, beziehungsweiße schwammiger wird. Viele Nutzer stellen diesen schleichenden Prozess allerdings erst fest, wenn man auf eine neue, noch unbenutzte Tastatur wechselt. Als Spieler sollte man besonders auf das minimal mögliche Key Rollover achten, da öfters mehrere Tasten gleichzeitig ausgelöst werden müssen.

Beurteilung des Redakteurs:
Obwohl die Challenger Prime Carbon Edition im Verhältnis gesehen recht groß geraten ist, konnten wir von Anfang an gut mit ihr arbeiten. Natürlich war aufgrund der Abmessungen und der Tastentechnik eine kurze Umgewöhnung von Nöten, der Mensch ist und bleibt bekanntlich ein Gewohnheitstier. Die Tasten haben einen gut gewählten Abstand zueinander und sind dadurch alle leicht zu erreichen. In der Praxis stellt sich die Rutschfestigkeit der Tastatur als gut heraus, bei Nutzung der Verstellfüße verweilt die Tastatur zwar noch relativ sicher auf ihrem angestammten Platz, lässt sich jedoch mit einem gezielten Druck und ohne großen Aufwand leicht in eine neue Position verschieben.

Sowohl ohne als auch mit Nutzung der Verstellfüße gestaltet sich das Arbeiten an der Tastatur als sehr angenehm und bequem. Die Verwindungssteifigkeit des Gehäuses fällt Bauartbedingt etwas schlechter aus. Denn durch das Fehlen einer Metallplatte, wie sie zum Beispiel bei den meisten Mechas verbaut wird, gibt sie schon bei leichtem Druck sehr stark nach. Während des Einsatzes erwies sich die Tastatur besonders durch ihre hellen Farben als sehr schmutzresistent.

Software

Nach dem Herunterladen und Installieren der Software hat der Anwender die Möglichkeit Funktionen zu verändern und die Makro-Tasten zu programmieren. Unter dem Reiter "Haupteinstellung" kann jede Taste neu belegt werden. So könnte man sich zum Beispiel seine individuelle Belegung erstellen oder verschiedene Layouts miteinander vermischen. Die "Makro-Einstellung" bietet dem Nutzer die Möglichkeit die sechs separaten Makro-Tasten zu individualisieren. Hierfür können vorausgewählte Einstellungen wie Medien-Funktionen oder Tastenkombinationen genutzt werden.

Der "Makro-Manager" ist für das Erzeugen eigener Makros verantwortlich. Als erstes wird hierfür ein Name erstellt. Nachdem dieser markiert wurde besteht die Möglichkeit Zeichenfolgen mit oder ohne Unterbrechungen aufzuzeichnen. Anschließend wird das erstellte Makro mit Hilfe des Menüs einer beliebigen Taste zugeordnet. Unter "Haupteinstellungen" versteht die Applikation das Verwalten der Polling- und Repeat-Rate, dem Anpassen des Beleuchtungsmodus und das Erstellen oder Löschen neuer Profile von denen insgesamt drei zur Verfügung stehen.

Die Haupteinstellungen Die Makro-Einstellungen Der Makro-Manager Die Erweiterten Einstellungen

In der Praxis ist das Programm sehr leicht und intuitiv zu bedienen. Auch wenn man sich am Anfang nicht ganz genau zurechtfinden sollte, bietet die schlanke Oberfläche genug Motivation um die Hindernisse durch eigenständiges Ausprobieren zu überwinden. Einzig die recht langen Speicher- und Ladezeiten sind nicht mehr ganz zeitgemäß. Diesem Umstand sollte unserer Meinung nach bei zukünftigen Produkten mehr Beachtung geschenkt und überarbeitet werden.

Anti-Ghosting und Jamming

Zu Beginn des Tests in diesem Bereich wollen wir zunächst erklären, wobei es sich beim Phänomen "Ghosting" und "Jamming" eigentlich handelt.

Unter den Begriff "Ghosting" versteht man das Problem, dass auf einer Tastatur einige Tastenkombinationen nicht mehr funktionieren, wenn man versucht mehrere Tasten zeitgleich zu drücken. Problematisch sind hier eigentlich alle Tastaturen, dessen Verschaltung der Tasten auf einer Spalten-Zeilen-Matrix basieren. Hierbei zeigen sich die Phänomene, dass sich bestimmte Tasten nicht oder nur sehr träge drücken lassen, oder eine Taste aktiviert wird, die garnicht gedrückt wurde (Ghost). Um ein Beispiel zu nennen: Wenn man die Tasten A und W gedrückt hält und versucht mit Q eine weitere Funktion aufzurufen so wird dies in den meisten Fällen ebenso verschalteter Modelle nicht gehen, oder es wird der Versuch mit der Taste S quittiert. Gefühlt sind die gedrückten Tasten in dem Moment nicht mehr existent (Jamming) oder wie von "Geisterhand", werden andere Tastenaktionen gestartet, welche nicht gewollt waren.

Im Bereich des Marketing werben die Hersteller oftmals mit Anti-Ghost-Technologie, was jedoch nicht bedeutet muss, dass dieses Problem garnicht mehr auftritt, sondern hier wird meist auf favorisierte Tastenbereiche oder bestimmte Tastenlimits gesetzt. So kann sich das Anti-Ghosting auf die Tasten der WASD beschränken oder auf die maximale Anzahl der gleichzeitig zu klickenden Tasten.

Die Ursache dieses Problems liegt in der Schalt-Matrix der Tastatur: So ist es bei normalen Folien-Tastaturen Gang und Gebe, dass man nicht jedem einzelnen Kontakt (Taste) eine separate Leitung zur Klick-Auswertung spendiert, sondern dies in Form von Spalten und Zeilen samt Kontaktflächen auf einer Folie ermittelt. Beim Drücken einer Taste erkennt hierbei ein Controller das sich ergebene Muster (Pattern) anhand der kurzgeschlossenen Spalten und Zeilen und kann diese entsprechend interpretieren da es damit eine direkte Zuordnung gibt.

Weitere detailliertere Informationen zu diesem Thema findet ihr auf unserer "Tastatureigenschaften Erklärseite"

Key Rollover

Um beide Probleme, also Ghosting und Jamming, zu umgehen, müssen die Tasten so verschaltet und aufgebaut sein, dass eine eindeutige Zuweisung möglich ist. Die Lösung heißt hier Key-Rollover: Hierbei sind die Tasten einzeln verschaltet und meist durch eine Diode zusätzlich entkoppelt, darüber hinaus muss der verbaute Controller all diese Informationen auch entsprechend sauber verarbeiten können. "N-Key" steht in diesem Fall für beliebig viele und "Rollover" für gedrückte Tasten.

Dies hat zur Folge, dass der Anwender mit zwei Händen eigentlich nicht in der Lage sein sollte, eine fehlerhafte Tastenschlagzuweisung zu erreichen und die Anzahl der gleichzeitig möglichen Tastenschläge damit bis ins Unendliche geht. In unserem Test gab es einen entsprechenden Fehlerfall, denn die Challenger Prime Carbon Edition verfügt über keine perfekte auslöschungsfreie Ausgabe. Das liegt daran, dass die oben bereits erwähnte separate Verschaltung der Tastenmodule bei Folientastaturen nicht umzusetzen ist, da es sich eben um eine Folienmatrix handelt.

Durch diesen Mitmachtest können Sie direkt Ihre eigene Tastatur auf das Ghosting-Phänomen hin überprüfen - und dies nur mit einem simplen Texteditor wie ihn Windows zum Beispiel von Haus aus mitbringt. Egal ob Word, Wordpress oder anderweitiger Schreibeditoren, es bedarf hierfür keiner extra Softwareinstallation.

Zum Test verwenden wir einen Text, in dem alle Buchstaben des englischen Alphabets vorkommen:
THE QUICK BROWN FOX JUMPS OVER THE LAZY DOG
Öffnen Sie einen einfachen Texteditor und drücken die beiden Shift-Tasten gleichzeitig und lassen diese während der gesamten Eingabe nicht los. Nun schreiben Sie oben stehenden Satz.

Bei der Tt eSPORTS Challenger Prime Carbon Edition sah das Ergebnis aufgrund einer Erweiterung des Key Rollover im Bereich WASD- und Pfeiltasten außerordentlich positiv aus, aber nicht perfekt:
THE QUICK BROWN FO JUMPS OVER THE LAZY DOG
Bei unserer QPAD MK-70 hingegen wurden alle Eingaben erfolgreich erfasst und verarbeitet.
THE QUICK BROWN FOX JUMPS OVER THE LAZY DOG

PS2 / USB und Polling-Rate

Auch hier müssen wir wieder mit langweiliger Theorie nerven: Bei Tastaturen die noch über PS2 angeschlossen wurden, geschah die EVA, also das Eingabe-Verarbeitung-Ausgabe-Prinzip in Echtzeit, da dieses Gerät einem festen Interrupt im System zugeordnet wurde, der durch kein anderes Gerät belegt sein konnte. Hierbei hat das Gerät beim Auftreten eines Ereignisses dieses selbstständig an den Computer in Echtzeit übermittelt. Bei einem USB-Anschluss teilen sich aber viele Geräte diese universelle Schnittstelle. Hier werden nun innerhalb eines gewissen Zeitabstands periodisch alle angeschlossenen Geräte abgefragt, ob neue Befehle vorliegen. Dieser festgelegte Zeitabstand wird Polling-Rate genannt. Bei den Befehlen kann es sich dabei um Tastenschläge, Druckeraufträge und ähnlichem handeln, die von den Geräten chronologisch in eine Art Zwischenpuffer gespeichert werden. Dieses Interrupt-Paket ist in seiner Aufnahmekapazität aber begrenzt. Um diese Begrenzung zu Umgehen und einen möglichst geringen Abtast-Intervall zu erreichen kann man bei USB vom Gerät her nun so tun, als seien es mehrere Geräte (Devices).

Werden mehrere Devices in einem Gerät emuliert, erhöht sich natürlich auch der Abtastvorgang und damit verringert sich die Zeitspanne zwischen Auftreten des Ereignisses (z.B. Tastendruck) und der Weiterleitung an das System.

Bei der Tastatur wird dieser Trick erfolgreich angewendet und im Betriebssystem weitere USB-Geräte emuliert, durch die sich die Abtastrate damit automatisch erhöht hat, ohne direkt im System etwas zu verändern.

Die Tastatur im Geräte-Manager

Die meisten Controller verwenden eine Polling-Rate von rund 125 Hertz, dies entspricht in etwa einer Zeitspanne von ca. 8 Millisekunden. Im Durchschnitt werden jedoch Intervallzeiten zwischen 0 und 4 Millisekunden erreicht. Wenn man nun also Pech hat kann es passieren, dass die Befehle des Gerätes (hier z.B. die Tastenschläge) nun 8 Millisekunden liegen bleiben. Diese Verzögerung kann natürlich mit zusätzlicher Software oder speziellen Systemeingriffen verringert werden, indem man die Polling-Rate erhöht. Viele Hersteller (speziell im Gaming-Bereich) bieten eine Option an die maximale Abtast-Rate auf 1000 Hertz einzustellen - was dann theoretisch der Echtzeitübertragung von PS2 in nichts nachstehen würde.

"Würde" ist hier aber das zu beachtende Wort, denn wenn mehrere an einen USB-Controller angeschlossene, datenintensive Geräte sich eine Leitung teilen müssen, verringert sich als logische Konsequenz die maximale Transfergeschwindigkeit je Gerät. Unter allen Datensendern muss diese Bandbreite fair aufgeteilt werden und so kann es über kurz oder lang zu sogenannten "Daten-Lags" kommen, welche sich in Störungen, Problemen oder eben längeren Verzögerungszeiten zeigen können.

Die Polling-Rate lässt sich nämlich nicht auf ein Gerät beschränken, sondern umfasst den Controller an sich und damit alle verbundenen Geräte. So wäre das Abtastintervall auch beim Drucker oder Scanner erhöht, was im Fazit bedeutet das im blödesten Fall die Zeit für die Ereignismeldung länger dauert als bei normal eingestellter Polling-Rate, oder es sogar zu fehlerhaften Übertragungen kommt. Dennoch ist die Kompatibilität zur dieser hohen Abtastrate als sehr positiv zu werten.

Daniel Figiel meint …

Daniel Figiel

Am Ende hinterlässt die Challenger Prime Carbon Edition zu unserer Freude einen ziemlich positiven Eindruck. Die Ausstattung die dem Anwender geboten wird ist enorm groß, denn mit Makro- und Medien-Tasten wird eine besonders einfache Bedienung realisiert. Zusätzlich wurden auch FN-Funktionen implementiert, sowie ein Drehknopf mit dem sich die Helligkeit der dreifarbigen LED-Hintergrundbeleuchtung im Handumdrehen anpassen lässt. Auch die Rutschfestigkeit war zu unserem Erstaunen besser als erwartet. Die Software ist simpel und verständlich aufgebaut und bietet mit drei Profilen genügend Spielraum für die eigenen Präferenzen. Um das alles zu realisieren musste sinngemäß aber auch an einigen Stellen der Rotstift angesetzt werden.

Zwar wurde dem Kabel ein hochwertiger und blickdichter Sleeve spendiert, mit 1,5 Metern fällt dieses allerding etwas kurz aus. Die integrierte Handballenauflage ist ein nettes Gimmick, jedoch viel zu klein. Anstatt sie zu nutzen ist sie teilweise eher störend als nützlich, da der Handballen doch wieder auf dem Schreibtisch platziert werden muss. Im Gegensatz zu der Standard-Version ist ein um ungefähr sieben Euro erhöhter Kaufpreis zu entrichten, ob einem die Optik das Wert ist muss jeder Nutzer für sich selbst entscheiden.

  • Positiv
  • Umfangreiche Ausstattung
  • Erfrischende Optik
  • Gute Rutschfestigkeit
  • Schmutzresistentes Gehäuse
  • Neutral
  • Negativ
  • Zu klein dimensionierte Handballenauflage
  • Sehr kurzes USB-Kabel

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