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  • Freitag, 19. Juli 2024
Logitech G Pro X Superlight

Logitech G Pro X Superlight: Komptaktes kabelloses Fliegengewicht mit toller Ergonomie

Den Namen Logitech ist einem mit einer gewissen Sicherheit schon einmal untergekommen, wenn man einmal etwas mit PCs zu tun hatte. Sowohl auf vielen heimischen Schreibtischen als auch in den Büros dieser Welt tummeln sich etliche Mäuse, Tastaturen, Webcams, Headets, Konferenz-Ausstattung etc. der ursprünglich in der Schweiz beheimateten Firma. Seit vielen Jahren behaupten sich im Bereich der Peripherie auch unter Spielern die Eidgenossen, darunter Modell-Legenden wie der Maus MX518, respektive der Nachfolgerin G400, modernen Klassikern aka G502 Hero oder ebenso Tastaturen wie der ikonischen G19 mit ihrem integriertem Display.

Beim kabellosen Trend der letzten Jahre zieht Logitech natürlich mit, genauso wie dem losgetretenen Hype um besonders leichte Nager. Als Resultat erschien damit bereits 2020 die ursprüngliche Version der Logitech G Pro X Superlight in Schwarz und wurde 2022 um zwei besonders farbenfrohe Modelle in Rosarot und Feuerrot erweitert. Von der technischen Seite her sind alle Modelle natürlich gleich. Bis zu 25.000 DPI mit dem Hero 25k Sensor, kabellose Verbindung im 2,40 GHz Funkbereich, lange Akkulaufzeit und federleichte 63 Gramm Gewicht versprechen viel. Wir dürfen heute die knallige pinke Variante genau unter die Lupe nehmen und sind vor allem auf den Praxiseinsatz gespannt, wie gut sie sich schlägt.

Technische Daten

Abmessungen (L x B x H): 125 mm x 63,5 mm x 40 mm
Ergonomie: Symmetrischer Body, Daumentasten nur für Rechtshänder
Sensor: Logitech Hero 25k
Auflösung: 25.600dpi
per Software reduzierbar auf 100dpi
Polling-Rate: 1000 Hz
Lift-Off-Distance: 2 mm
Tasten: 2 Haupttasten
2 Daumentasten
1 Scrollrad (2-Wege)
Gewicht: 63 g
Verbindung: Kabellos (2,40 GHz) oder Kabel (1,80 Meter, USB)
Stromversorgung: Akku (fix verbaut), Kabel (Micro-USB), Induktion (Logitech Powerplay)
Beleuchtung: keine
Besonderheiten: Onboard-Speicher, verstaubarer Empfänger, Powerplay kompatibel,
NVIDIA Reflex Compatible zertifiziert
Preis: Ab 110 Euro (unterschiedlich je nach Farbe)
Preisvergleich:
Geizhals Deutschland

Verpackung und Lieferumfang

Wie viele Verpackungen unterschiedlichster Hersteller ist die Farb- und Formgebung relativ schlicht und zweckmäßig. Die Zeit der vor Farben, Logos und von einer rechteckigen Form abweichenden Verhüllungen, wie früher noch öfters anzutreffen, scheint branchenweit endgültig der Vergangenheit anzugehören (Ausnahmen bestätigen die Regel). Das soll nicht heißen, dass es hier Grau in Grau einhergeht, aber alle Elemente sind weder kreischend bunt noch wahllos platziert. Die Frontseite zeigt mittig eine große Draufsicht der Logitech G Pro X Superlight in der jeweiligen Farbversion, oberhalb steht der Produktname in Blau, unterhalb folgt das Herstellerlogo respektive in diesem Fall die Wortmarke in derselben Farbe. Links des Bildes folgt noch vertikal platzierter, in leicht schimmernd Buchstaben, die Serienbezeichnung "Pro X".

Die linke Seite der Verpackung verwendet Logitech für eine ausführliche Auflistung der technischen Daten in drei Sprachen, samt einiger kleiner, optisch durch die blaue Farbe deutlich erkennbaren, Icons zur Verdeutlichung der, zumindest für den Hersteller, Highlights. Die rechte Verpackungsseite zieren Logos sowie der Markenname Logitech G mit dem selbstgewählten Leitspruch, erneut in drei Sprachen.Markant ist zudem die starke Kontrastabhebung. Auf der Rückseite folgen, neben einem kleinen Schriftzug in Blau-Weiß, noch einmal jene Eigenschaften, auf welche Logitech besonders stolz ist. Für jene wurde auf dieselbe Beschriftungstechnik gesetzt wie für den "Pro X" Schriftzug auf der Vorderseite, daher leicht schimmernd und in einem noch dunkleren Farbton als die dunkelgrau-schwarze Hauptfarbe der Verpackung.

Beim Öffnen zeigt sich sofort die Maus, welche gut geschützt in einer Plastikschale liegt. Diese ist im geschlossenen Zustand durch den Deckel und ihrer Halterung fest an ihrem Platz. Eine zusätzliche Sicherung durch beispielsweise ein kleines Kunststoffband ist nicht vorhanden, unserer Meinung nach jedoch auch nicht nötig. Die Maus kann damit sofort herausgenommen werden. Ist die Plastikschale entfernt, kommen die verschiedenen Elemente des Zubehörs zum Vorschein.

Der Lieferumfang, bestehend aus Kabel, Adapter, Griffbänder, Sticker und einigem Papierkram

Der Lieferumfang ist üppig, was beim ausgerufenen Preis unserer Meinung nach aber auch genauso sein soll. Für das Aufladen des integrierten Akkus gibt es ein 1,8 Meter langes USB-Kabel (USB-A auf Micro-USB). Hinzu kommt ein Micro-USB auf USB-A Adapter, welcher sich hervorragend dafür eignet, den Bluetooth-Empfänger an das Kabel anzuschließen. Der Dongle findet in der Maus unter einer magnetischen Abdeckung Platz, für welche es eine alternative Version mit Gleitpads gibt, dazu aber auch später noch eine genauere Betrachtung. Hinzu kommen mehrere sogenannte Griffbänder für die beiden Maustasten und Seitenflächen, welche zusätzlichen Grip auf der ansonsten glatten Oberfläche der Maus versprechen. Etwas unglücklich ist hierbei für uns die schwarze Farbwahl, da unsere Version doch in einem recht farbenfrohen, kräftigen Rosa-Rot erstrahlt. Die rechtlichen Hinweise in Papierform dürfen, wie eine Schnellstartanleitung, natürlich auch nicht fehlen. Zu guter Letzt liegt noch ein relativ großer Sticker mit dem Logitech "G" bei, falls die Seitenfläche des Rechners oder der Laptop-Deckel noch eine weitere Verzierung benötigt. Wir vermissen jedoch, so ehrlich müssen wir sein, ein Paar Ersatzgleitfüße für die Maus, bei weit über 100 Euro Kaufpreis sollte dies doch schon von Haus aus beiliegen.

Die Maus im Detail

Hat man die Maus erst einmal in der Hand, fallen das einerseits zurückhaltende Design, abgesehen der knalligen Farbe, sowie zugleich das geringe Gewicht von 63 Gramm auf. Logitech benutzt beim Material Kunststoff und verzichtet auf eine Soft-Touch Oberfläche, legt für eventuell benötigte zusätzliche Textur aber die bereits genannten Griffbänder bei. Durch den fast symmetrischen Aufbau des Mauskörpers selbst eignet sich die Maus gut für die Bedienung durch Rechtshänder als auch Linkshändern. Letztgenannten müssen aber Abstriche hinnehmen, da beide Daumenschalter nur auf der linken Seite angedacht wurde. Spezielle Auflageflächen oder Designentscheidungen, welche eine Hand bevorzugen, wie zum Beispiel verlängerte/verkürzte Flächen auf einer Seite, finden sich nicht auf der Pro X Superlight.

Zwischen den beiden großen Hauptschaltern liegt bei vielen ähnlichen Mäusen typischerweise mindestens ein weiterer Schalter, um zum Beispiel zwischen den programmierten DPI-Stufen durchzuschalten. Andere Modelle bieten an dieser Stelle die Möglichkeit an, mittels zweier separater Knöpfe, die vorausgewählten DPI-Schritte direkt hinauf als auch hinunterzuschalten. Einen derartigen Knopf suchen wir beim heutigen Testmodell jedoch vergeblich, Logitech hat schlichtweg nichts in diese Richtung verbaut. Generell unterstützt der eingesetzte, hausintern entwickelte Sensor Hero 25k (LED-rot/IR) Abtastraten hinauf bis zu den namensgebenden 25.600 DPI. Dabei ist die DPI-Stufe per Software individuell einstellbar.

Seitlich befinden sich auf jeder Seite eine Auflagefläche für Daumen, respektive Ring- und dem kleinen Finger. Die Größe ist für kleinere bis mittelgroße Hände gut gelungen, Personen mit echten Pranken dürfte aber die Maus generell mit ihren 125 x 63,5 x 40 mm (L x B x H) und angenäherten 83 Kubikzentimeter Volumen zu klein sein und diese wohl eher größere Modelle bevorzugen.

Der Mausrücken ist ein weiteres zentrales Element im Design und fällt, für die gewählten Dimensionen, auch genau richtig aus. Während die Handfläche auf dem hinteren Teil der Maus ruht, erreichen die Finger(-spitzen) problemlos die Hauptschalter. Im Prinzip ist die Pro X Superlight für alle drei bekannten Griffstile geeignet, macht jedoch eine gute Figur bei Verwendung des Fingertip- oder Claw-Grips. Der Palm-Grip wäre prinzipiell auch möglich, je nach Handgrößer aber dezent unangenehm.

Eine Beleuchtung oder verschnörkelte Spielereien gibt es auf dieser Maus nicht. Lediglich in der Mitte des Mausrückens ist ein kleines Loch mit einer LED integriert, welche als eine rudimentär anmutende, aber funktionale Ladestandsanzeige fungiert. Grün steht hierbei für einen (fast) vollen Akku, Orange für 50% und Rot, dass man die Maus mit ihren 30% oder weniger besser am Micro-USB Anschluss an eine Stromquelle anschließen sollte. Die Übergänge zwischen den einzelnen Farben ist dabei leicht fließend, etwa +-10% um die halbe Ladeleistung fängt eine Vermischung an. Ruht die Maus gerade und wird wieder genutzt, leuchtet die LED zudem kurz auf, um zu signalisieren, dass die automatische Abschaltung zur Energieeinsparung beendet wurde.

Logitech führt das Mausrad in einer zweiachsigen, drückbaren Version aus und orientiert sich damit an den gängigen Standards am Markt. Das Rad agiert dabei steifer als manche andere, wenn es um das Scrollen geht, sitzt dafür aber eben sehr präzise an der Stelle. Im Alltag benötigt das eine kurze Eingewöhnungsphase, dazu aber mehr im Bereich Praxiseinsatz. Eine Möglichkeit zur Entriegelung, auch Freilauf genannt, existiert hingegen leider wieder nicht.

Das große Highlight ist natürlich die kabellose Verbindung über den mitgelieferten, daumennagelgroßen USB-Dongle, um eine möglichst latenzfreie Signalübertragung sicherzustellen. Damit der Helfer auch immer dabei ist, gibt es unter einer magnetischen Abdeckung auf der Mausunterseite einen passenden Stauraum hierfür. Das Einstecken respektive Entfernen funktioniert dabei problemlos.
Zum Aufladen des fest verbauten Akkus dient das mitgelieferte USB-Kabel (A auf Micro-USB) mit angemessenen 1,8 Meter Länge. Wir hätten uns allerdings gewünscht, dass die Maus auf USB-C setzt, selbst mit dem leicht erhöhten Platzbedarf in der Höhe sehen wir rund um den Anschluss mehr als genug Raum für die modernere, mechanisch stabilere Schnittstelle. Als Polling-Rate, also die Abtastrate der Schnittstelle, gibt Logitech 1000 Hertz an. Eine Alternative zum kabelgestützten Laden stellt Logitech „Powerplay“ dar, hierbei stellt die Mausmatte per Induktion den notwendigen Strom zur Verfügung. Entsprechende Hardware muss dafür jedoch separat erworben werden.

Auf der Unterseite des Nagers verbaut der Hersteller einmal im vorderen Bereich ein großes und im Heck ein kreisrundes Gleitpad, hinzu kommt eine O-förmige Ausführung rund um die Öffnung des Sensors. Einen Trick hat die Pro X Superlight aber noch auf Lager: Die kreisrunde Abdeckung für den Dongle-Stauraum kann bei Bedarf mit einer zweiten, mitgelieferten Variante samt Gleitpad getauscht werden. Ob man mehr oder weniger Kontaktfläche mit der Unterlage wünscht, ist dabei eine individuelle Sache - wir begrüßen jedoch diese einfache Möglichkeit zur Anpassung an die eigene Präferenz.

Die Verarbeitung der Maus überzeugt uns, die Materialwahl fühlt sich angemessen an und das Design eckt auf keinen Fall an. Man könnte meinen, dass durch die absolute Zurückhaltung eine optische Verwechslungsgefahr mit einer einfachen Büromaus besteht, im direkten Vergleich können wir das jedoch nicht bestätigen. Die Logitech G Pro X Superlight sieht definitiv wertiger aus und fühlt sich auch so an. Und das Farbdesign ist sowieso einfach genial, besonders wenn man knallige Farben mag ein echter Hingucker.

Nebst der Hardware bietet Logitech auch eine umfangreiche Softwaresuite für die hauseigenen Produkte an. Unter dem Dach von "G Hub" können sämtliche kompatiblen Logitech G Produkte zentral angesteuert, konfiguriert und verknüpft werden. Die Installation über den auf der Webseite verfügbaren Installer klappt dabei problemlos. Auf der Startseite hat jedes verfügbare Gerät einen eigenen Eintrag, in unserem Fall nur die Pro X Superlight. Ein Klick auf das Zahnrad offenbart einige wenige weitere Informationen wie die aktuelle Firmware-Version, den Stromverbrauch und die verfügbaren Profile direkt auf der Maus. Diese kommen über den "Integrierten Speichermodus" zum Einsatz. Im linken oberen Eck ist, allzeit verfügbar, das zentrale Menü untergebracht, welches auf weitere Seiten wie die App-Einstellungen, Anwendungsprofile, Produktcommunities und einige Webseiten für Produktsparten aus dem eigenen Haus verweist.

Unter dem Punkt "Videospiele und Apps" verstecken sich Profile für automatisch entdeckte oder manuell hinzugefügte Programme und Games. Für jede Anwendung besteht die Möglichkeit, eine eigene Konfiguration an Tastenbelegungen, Befehle, Makros, etc. zu hinterlegen. Diese kommen dann zum Zeitpunkt der Ausführung entsprechend zum Zuge und werden nach einem Wechsel oder Beendigung der aktiven Anwendung wiederum deaktiviert. Allgemein ist es ein sehr umfangreiches und mächtiges Werkzeug, wobei man sich durch die limitierte Anzahl an physischen Tasten auf der Pro X Superlight eine Neubelegung von Tasten jedoch gut überlegen sollte, um keine essenziellen Features ungewollt auszuwechseln. Hinter dem Menüpunkt "Community" lauert eine große Anzahl von anderen Personen erstellten Profilen für alle möglichen Einsatzgebiete. Zuletzt gelangt man über "Einstellungen", wenig überraschend, in die Konfiguration des G Hub selbst. Hier finden unter anderem die Einstellungen für Sprache, Telemetrie, Autostart, Updates und Benachrichtigungen ihren Platz.

Von der Startseite weg genügt ein Klick auf die große Fläche der Maus, um eine weitere Seite mit zwei Unterpunkten für DPI-Einstellungen und Zuweisungen aufzumachen. Erstere erlaubt fünf verschiedene Stufen, welche per DPI-Schalter in Serie hinauf durchgeschaltet werden. Jene DPI-Abstufung erfolgt in 50er-Schritten, unserer Meinung nach fein genug. Die Zuweisung eines entsprechenden Schalters muss bei der Pro X Superlight jedoch noch manuell erfolgen, da von Haus aus weder ein Schalter vorhanden noch vorgesehen ist. Eine Möglichkeit zur Konfiguration der Signalrate besteht ebenfalls, wir sehen jedoch keinen Grund, von den standardmäßigen 1000 Hertz abzuweichen. Der zweite Unterpunkt ist für die Zuweisung von Befehlen, Tasten, Aktionen, Makros und Systembefehlen auf die fünf verschiedenen Maustasten (Hauptschalter, Mausrad, Daumen) zuständig. Das kann, wie bereits erwähnt, auch je Anwendung/Spiel erfolgen und ermöglicht damit eine umfassende Anpassung an die eigenen Präferenzen.

Es folgt der umfangreiche Praxistest, bei dem wir die Maus auf ihre Funktionen und Eigenschaften hin überprüfen und den Nager auch beim Einsatz in diversen Spieletests beurteilen. Die eingesetzten Spiele sind dabei an dieser Stelle mit Bedacht und natürlich auch dem persönlichen Geschmack unserer Autorin gewählt, schließlich soll es eine Durchleuchtung auf Herz und Nieren sein. Deswegen fiel die Wahl der Titel unter anderem auf folgende Titel:

  • Die Mafia Serie
  • The Outer Worlds
  • Grim Dawn
  • Fallout 3

Warum gerade diese Spiele? Dazu eine kleine Erklärung: Mit „The Outer Worlds“ und „Fallout“ überprüfen wir, wie gut die Maus mit der Steuerung von First-Person Spielen zurechtkommt, welche zwischen den Genres Rollenspiel und Shooter angelegt sind. Vor allem das genaue Zielen auf Schwachstellen kann hier knifflige Kämpfe entscheidend beeinflussen, während wir beim Einsammeln der Beute in der Umgebung natürlich nichts anrühren wollen, was nicht uns gehört (zumindest meistens). Die „Mafia-Serien“ sind, vor allem Teil 1 und 2, exzellente Vertreter der Third-Person Spiele, in welchen wir neben Deckungsshooter-Einlagen uns durch die Spielwelt von Lost Heaven und Empire Bay zu Fuß oder mit dem Auto schlängeln. „Grim Dawn“ dagegen ist ein aus der isometrischen Perspektive gespieltes Hack&Slay, ganz nach der Machart eines Diablo. Schnelle Klickorgien der linken Maustaste sowie das genaue Anvisieren der Gegnerhorden entschieden über das Weiterdrehen der Lootspirale oder ein verfrühtes Ableben, welches im Hardcore-Modus aufgrund einer unpräzisen Eingabe gleich doppelt ärgerlich ist.

Inbetriebnahme und Handling

Die Inbetriebnahme unseres Testprobanden ist fast genauso schnell, oder langsam, wie bei einer kabelgebundenen Maus erledigt. Zuerst heißt es den USB-Empfänger aus dem Stauplatz innerhalb der Maus selbst herauszunehmen, was auch mit leicht größeren Fingern noch gut funktioniert. Nach der Belegung eines freien USB-Ports und dem Einschalten der Maus (quotiert durch das kurze Aufleuchten der LED im Mausrücken) wird die Verbindung unmittelbar hergestellt und man kann auch schon loslegen. Genau so stellen wir uns das vor. Die Formgebung ist angenehm, durch das nicht überbordende Volumen der Testkandidatin ist bei den drei großen Griffarten der Palmgrip jedoch nur bei kleinen Händen möglich. Unserer Redakteurin bevorzugt generell den Griffstil Claw und hatte mit der Pro X Superlight keinerlei Probleme oder das Gefühl, sich mit Zeige- und Mittelfinger unnatürlich verkrampfen zu müssen. Die linke Seitenfläche der Maus bietet ausreichend Platz für den Daumen, welcher meistens auf der Höhe der beiden Schalter oder leicht unterhalb ruht. Gegenüberliegend streiten der Ringfinger und der kleine Finger um den verfügbaren Platz, welcher leider nicht so großzügig ausfällt. Vor allem der kleine Finger erfährt in unserem Fall etwas mehr Kontakt mit der Mausunterlage, als er es von anderen Mäusen gewohnt ist. Das ist für uns kein kritischer Punkt, aber Menschen mit großen Händen könnten die Pro X Superlight in diesem Punkt als unangenehm empfinden.

Mit den Schaltern, sowohl auf den beiden Haupttasten als auch der Daumenschalter, sind wir, in zwei Wörtern zusammengefasst, sehr zufrieden. Das darf man bei dem Preis auch erwarten, aber Ehre wem Ehre gebührt. Bei den Hauptschaltern gibt es, im Vergleich zu anderen Mäusen wie der Glorious Model D oder einer Cooler Master CM310, etwas weniger Hubweg. Der eigentliche Schaltpunkt ist weiterhin sehr knackig und direkt als Feedback fühlbar. Selbiges können wir auch den beiden Daumenschaltern attestieren. Es gibt einen geringen Weg, aber ein sauberer Druckpunkt. Des Weiteren können wir uns über fehlenden Widerstand und damit verbunden ungewolltes Auslösen nicht beklagen. Das Mausrad hat ein nicht zu überhörendes Klickgeräusch und ist etwas steif beim Scrollen, aber erneut sehr präzise und reagiert sehr unmittelbar auf die Eingaben. Bei anderen Mäusen hat das Rad oftmals ein kleines bisschen Spielraum in alle Richtungen, bevor das System etwas erkennt, nicht so bei der Pro X Superlight. Sobald hier etwas in Bewegung kommt, erfolgt auch eine Reaktion in Form einer Klickauslösung oder einer Scrollaktion. Das ist zugegeben etwas ungewohnt und wir verstehen auch, warum manche Stimmen im Netz davon nicht völlig überzeugt sind. In unseren Augen ist die Umsetzung jedoch konsequent und, nach kurzer Eingewöhnung, auch etwas, dass beim Durchwechseln zwischen den Nagern an verschiedenen Arbeitsstationen vermisst wird.

DPI-Schalter und Software

Was uns hingegen wirklich stört, ist ein fehlender dezidierter Schalter für das Durchwechseln der DPI-Stufen. Ja, innerhalb der umfangreichen Software kann jede einzelne Taste eine andere Funktion erhalten, dazu zählt auch ein Schalter für die Abtastraten. Nein, für den normalen Arbeitsalltag wollen wir nicht auf die Vor/Zurück Funktionalität der Daumenschalter verzichten, die damit mögliche schnelle Navigation im Webbrowser oder im Dateimanager wollen wir auf keinen Fall missen. Nun könnte man für Spiele ein eigenes Profil in der Software anlegen, welches beispielsweise die vordere Taste entsprechend umfunktioniert. Das hat aber gleich mehrere Nachteile. Erstens muss das Profil manuell in der Logitech Suite für jedes Spiel bzw. jede Anwendung erstellt oder zumindest eingestellt werden. Zweitens steht der Taster somit auch in Spielen nicht mehr für zusätzliche Belegungen zur Verfügung, gerade in Shootern ist der Nahkampfangriff respektive die Granate für einen schnellen Zugriff einfach super praktisch. Drittens bleiben die Spieler unter Linux erneut außen vor, da hier die Software schlichtweg nicht zur Verfügung steht. Unsere Redakteurin benutzt ihren Laptop mit Fedora öfters und würde dort auch gerne ihre DPI-Einstellungen anpassen können, damit bleiben die Freunde des, zugegeben süßen, Pinguins aber wieder einmal außen vor. Wir wissen natürlich, dass viele Hersteller keine Software für Linux-Systeme zur Verfügung stellen, das ist kein Problem von Logitech allein. Durch den fehlenden DPI-Schalter sieht die Pro X Superlight im Vergleich zur Konkurrenz aber hier besonders alt aus.

Bleiben wir noch kurz bei der Software. Steht für das benutzte Betriebssystem ein Installer zur Verfügung, funktioniert aber sowohl die Installation als auch die Inbetriebnahme ohne Probleme. Wir haben im Alltag viele Funktionen nicht aktiv genutzt, eine Ausnahme davon stellt die Möglichkeit für eigene DPI-Stufen dar. Dabei greift die Software im laufenden Betrieb in die Abtastung ein und stellt diese, im Vergleich zum auf der Hardware aktivierten Profil, entsprechend hoch oder herunter. Das funktioniert ziemlich gut, mit einer kleinen, zeitlich aber auch stark begrenzten Ausnahme. Die Maus legt sich zur Schonung des integrierten Akkus schon nach kurzer Nichtbenutzung brav schlafen, wacht aber auch bei der kleinsten Bewegung oder einem Tastenklick respektive Scrolling unverzüglich wieder auf. Hier benötigt aber dann die Softwarekomponente noch ein kleines bisschen, bis auch die gewünschte DPI-Einstellung wieder aktiv ist. Wir reden hier von deutlich unter einer Sekunde - schön wäre natürlich, wenn es noch eine Spur schneller ginge. Ein bisschen ärgerlich war da eher, dass es ein paar wenige Male partout nicht klappte. Das ist, gesehen auf die ganze Benutzungszeit der Maus, faktisch nichts, aber wiederum nicht die absolute Perfektion.

Oberflächeneignung und Laufzeit

Natürlich wollen wir auch wissen, wie gut die Logitech G Pro X Superlight auf verschiedenen Unterlagen ihre Arbeit erledigt oder ob wir unter Umständen auch jene Arbeitsflächen finden, auf denen der Sensor den Dienst letztendlich verweigert. Empfehlenswert für den Alltag ist jedoch, wie bei jedem Nager, eine nicht haftende Oberfläche. Wir haben uns daher neben mehreren Mauspads für weiß lackiertes, leicht geriffeltes Holz, Holz sowohl mit Öl behandelt als auch naturblassen, Textilstoff und Papier entschieden, welche unserer Meinung nach zu den am häufigsten verwendeten Unterlagen zählen. Auch hier können wir wiederum ein positives Ergebnis vermelden, da sich die Maus auf den entsprechenden Oberflächen genauso gut, beziehungsweise schlecht, wie andere Vertreter ihrer Kategorie schlägt. Natürlich sind klassische Mauspads ein Optimum und bieten einen tollen Untergrund, aber auch ein gewöhnlicher Tisch stellt keine Hürde dar. Geriffeltes Holz ist natürlich keine optimale Umgebung, jedoch schlägt sich auch hier unsere Testkandidatin wacker.

Ein ganz großes Lob verdient die Akkulaufzeit. Logitech verspricht bis zu 70 Stunden und wir brauchen bei täglicher Nutzung keine zweimal im Monat das Kabel. Klar, wer wirklich durchgehend an der Maus hängt und täglich 8-9 Stunden Arbeit damit verrichtet, darf jede Woche für 3-4 Stunden anstecken. Dank der sehr guten Energiesparmodi der Maus und der automatischen Abschaltung bei Inaktivität dürfen die Allermeisten mit einer Ladung im Monat auskommen. Die Software warnt ab einem Stand von 30% oder weniger, obwohl zu diesem Zeitpunkt noch eine zweistellige Stundenanzahl drinnen ist, aber sicher ist sicher. Auch die kleine LED auf dem Mausrücken verdunkelt ihre Farbe von einem hellen Grün über Orange Richtung Rot, wenn der Ladestand sinkt. Schade finden wir nur, dass Logitech beim Anschluss an der Maus auf den eindeutig veralteten Micro-USB Standard setzt und nicht auf das aktuelle USB-C. Der Stecker ist nicht nur mechanisch stabiler, auch haben viele eher unterwegs ein Typ-C Kabel dank des Smartphones oder Laptops dabei.

Abschließende Gedanken

Wie bereits aus den, zugegeben leicht ausladenden, vorherigen Absätzen herauszulesen, haben wir ganz allgemein Gefallen an der Pro X Superlight für den Einsatz sowohl im produktiven Alltag als auch beim gemütlichen Zocken gefunden. Die verbaute Technik überzeugt, Schalter und Taster haben einen guten Druckpunkt und auch das leicht gewöhnungsbedürftige Scrollrad vermissen wir mittlerweile beim Wechsel auf andere Mäuse. Die Batterielaufzeit ist ausgezeichnet und der fest verbaute Akku in wenigen Stunden wieder geladen. Das Kabel stört durch seine relativ hohe Flexibilität dabei nicht, aber USB-C auf der Mausseite hätte mittlerweile schon dabei sein müssen. Die Softwarekomponente läuft ohne Probleme im Hintergrund und verrichtet ihre Arbeit, die Unterstützung von Linux-basierten Betriebssystemen fehlt jedoch. Einen dezidierten DPI-Schalter vermissen wir jedoch schmerzlich, beim bereits öfters erwähnten dreistelligen Kaufpreis hätten wir diese Art des Komforts schon erwartet, vor allem, da viele weitaus günstigere Konkurrenten genau einen solchen Schalter besitzen.

Katharina Sternbauer meint …

Katharina Sternbauer

Müssten wir entweder mit einem Ja oder einem Nein antworten, ob die Logitech G Pro X Superlight eine Kaufempfehlung verdient, fällt unsere Wahl auf ein entschlossenes "Jein". Ganz allgemein macht die Maus bei der Benutzung einen extrem starken Eindruck und auch richtig Spaß bei der Benutzung. Das Mausrad ist zu Beginn durch ein steifen Scrollverhalten ungewohnt und deutlich akzentuierter als viele Mitbewerber, jedoch gefällt uns diese Eigenschaft nach längerer Benutzung immer besser und wir wollen jenes nicht mehr missen. Bei der Baugröße mögen Menschen mit großen Händen die Nase rümpfen, dank der gut gewählten Formgebung liegt die Maus aber allgemein gut in der Hand. Die Inbetriebnahme erfolgt auf verschiedenen Systemen problemlos und der Stauraum für den USB-Empfänger ist praktisch. Wirklich begeistern kann uns die Akkulaufzeit. Wo man beim eigenen Smartphone bei 25 Prozent Ladung schon leicht in Panik verfällt, kann die Pro X Wireless noch locker eine zweistellige Anzahl an Stunden aktiv genutzt werden. Einen großen Beitrag leistet die absolut zuverlässig funktionierende Auto-Abschaltung beim Stromsparen. Zuletzt steht eine umfangreiche Software-Suite zur Verfügung, welche vielfältige Anpassungen der Tasten an verschiedene Anwendungsszenarien ermöglicht.

Doch wo viel Licht ist, kommt es leider auch zum Schattenwurf. So arbeitet die Software zwar im allgemein sehr zuverlässig, die Software-DPI Einstellung greift aber von Zeit zu Zeit eine Spur zu spät. Das ist nicht weiter schlimm, da es nie zu einem Totalausfall kommt, aber auch nicht das, was wir uns erwarten hatten. Viel mehr stört uns hingegen, dass es keine Linux-Version des G Hubs gibt. Ebenso vermissen wir eine dezidierte Taste zum DPI durchschalten schmerzlich, auch angesichts eines dreistelligen Preises von aktuell 100 Euro oder mehr, je nach Wunschfarbe. Warum in den 20er-Jahren unseres Jahrhunderts noch ein Micro-USB Anschluss zum Einsatz kommt, verstehen wir nicht, schließlich ist USB-C nicht nur die aktuelle Schnittstelle, sondern auch mechanisch stabiler.

Zusammengefasst ist die Logitech G Pro X Superlight eine gute Maus mit vielen positiven Seiten und einigen wenigen, aber dafür groben Schnitzer. Wer generell schon gut im Logitech Ökosystem integriert ist, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit auch an dieser Maus viel Freude. Das problemlose Plug&Play und die starke Software dürften aber auch Neukunden ansprechen. Gleichzeitig ist der Einstiegspreis von 100 Euro und mehr jedoch eine größere Hürde, wo wir auch Verständnis dafür zeigen, dass eine derartige Investition nicht im Verhältnis zum Rest des PCs steht. Letztendlich muss hier ganz individuell entschieden werden, es gibt aber kein Killerargument gegen eine Anschaffung.

  • Positiv
  • Exzellente Akkulaufzeit
  • Plug&Play auf mehreren Plattformen problemlos
  • Stauraum in der Maus für USB-Dongle
  • Tolle Handhabung
  • Präzise und keine Aussetzer
  • Auto-Abschaltung und Reaktivierung funktioniert ausgezeichnet
  • Neutral
  • Software-DPI-Regelung nicht gänzlich zuverlässig
  • Negativ
  • Nur Micro-USB Anschluss
  • Kein DPI-Schalter
  • Keine Software für Linux-Systeme

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