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Tech-Review.de

  • Montag, 27. September 2021
Lian Li EX-H33

Lian Li EX-H33: Rackmount-Kit im Test

Einleitung

Der taiwanesische Hersteller Lian Li ist seit jeher bekannt für die außerordentlich gute Qualität bei seinen Produkten. Auch dieses Mal haben sich die Entwickler von Lian Li wieder etwas Interessantes einfallen lassen.

Einige von Ihnen haben schon mal mit Servern und vor allem mit dessen Gehäuse zutun gehabt. So müsste Ihnen bei einem ordentlichen Server-PC auch direkt die Rack-Bauweise aufgefallen sein. Unter dem Begriff "Rack" versteht man eine Haltevorrichtung mit der kleinere Elemente zu einem kompletten Modul zusammengefasst werden.

So ist es bei Servergehäusen gang und gebe, dass das Gehäuse selbst in ein Rack-Modul eingebaut wird (z.B. bei Multiservern) und so viele Server-PCs in einen Rack-Server-Schrank Platz finden. Ebenso ist es aber auch gerade bei Servern, welche als Datenbank oder Sicherungsserver fungieren Standard, dass die Festplatten auch in einem Rackmodul verbaut sind. Dies soll eine einfache Handhabung gewährleisten und bietet zudem auch Ordnung im System.

Im Laufe der letzten Jahre ist es für den ambitionierten PC-Nutzer immer beliebter geworden Gehäuse oder aber auch nur Module aus der Server- und Workstation-Technologie im heimischen PC zu verbauen. Dies haben die Hersteller erkannt und bieten seit längerer Zeit schon eine relativ umfangreiche Produktpalette an. Der Nachteil vieler Komponenten für den normalen Tower ist aber, dass diese meist geöffnet werden müssen, um z.B. an das Festplattenmodul zu gelangen. Lian Li ist hier aktiv geworden und bietet eine hervorragende Lösung für dieses Problem mit dem EX-H33 Festplatten Rackmountmodul.

Der Lieferumfang und die technischen Daten

Das EX-H33-Festplatten Rackmount-Modul erreichte uns wie immer in einem sicher verpackten Karton. Auf der Kartonaußenseite befinden sich neben der Abbildung des EX-H33 auch noch bebilderte Darstellungen über den auswaschbaren Staubfilter in der Front sowie eine kleine Installationsanleitung in Englisch und (wir nehmen mal an) Italienisch oder Spanisch.

An dieser Stelle der Lieferumfang noch für Sie im Detail:

  • EX-H33 Rackmount Gehäuse
  • 3 x Festplattenrahmen
  • 1 x Befestigungssatz
  • 1 x Schlüsselsatz

Technische Daten:

  • Lüfter: 120x120x25mm (1000 U/Min, waschbarer Filter)
  • Ausreichend für drei 3,5 SATA Festplatten
  • Hot-Swap Funktion*
  • Abschließbare Mesh-Front
  • Material: Aluminium

* Hot Swap: Als Hot-Swap (engl. heißes Tauschen) bezeichnet man den direkten Wechsel von Systemkomponenten im laufenden Betrieb des Computersystems z.b. von Festplatten oder Lüftern.

Das Design und Funktionen

Das EX-H33 Rack-Gehäuse gibt es in zwei verschiedenen Farben. Einmal in Silber und einmal in Schwarz. Damit sind die häufigsten Gehäusefarben abgedeckt. Die Farbe findet sich jedoch nicht am ganzen Gehäuse, sondern nur in der Frontklappe wieder. Der Rest des Gehäuses ist in Silber.

Da das Gehäuse komplett aus Aluminium gefertigt wurde ist es sehr leicht im Gewicht. Nun mögen viele auch denken, dass es dadurch nicht gerade stabil ist. Hier liegen die Skeptiker falsch, denn Lian Li hat durch clevere Querstrebenkonstruktionen für den notwendigen Halt gesorgt. Die Frontklappe ist in einem Meshdesign gefertigt und verfügt zudem über einen auswaschbaren Staubfilter. An dieser Klappe befindet sich auch das Schloss mit dem Sie das Gehäuse verriegeln und die Festplatten somit gegen unbefugten Zugriff schützen können.

Die Front ist abschließbar

Öffnen Sie nun das Gehäuse so erkennen Sie an der linken und rechten Seite jeweils drei Schienensysteme. Mit Hilfe der Festplattenrahmen, welche an die HDD montiert werden, können Sie die Festplatten einfach auf diese Schienen in das Gehäuse einführen und zudem noch die Schiene mit der Verriegelung gegen ungewollte Entnahme (beispielsweise wenn Sie die falsche Festplatte entnehmen) sichern.

Innen befinden sich drei Schienensysteme

Schauen Sie nun in das Gehäuse rein so sehen Sie an der Rückseite eine Platine (PCB), welches die SATA-Steckerelemente beherbergt. Hier tritt das HotSwap-System in Kraft. Sie müssen keine umständlichen Verkabelungen bei der Entnahme oder dem Einbau von Festplatten mehr auf sich nehmen da Sie, nach dem Einbau des EX-H33 und dessen Verkabelung, die Festplatten lediglich in das Gehäuse schieben und arretieren. Dies kann auch im laufenden Betrieb passieren.

An der hinten liegenden Platine sieht man die Festplattenanschlüsse

An beiden Seiten des Gehäuses gehen Kabel ab. Einmal das Stromkabel für den Lüfter, wobei es sich hier um ein dreipoliges Kabel handelt. Es wird ein Tachosignal ausgegeben. Die ermöglicht eine Drehzahlüberwachung sowie -steuerung z.B. mit einer Lüftersteuerung. Auch kann das Kabel direkt am Netzteil über einen 4-Pol-Molexstecker angeschlossen werden. Der Stecker wird durchgeschleift und somit gehen Ihnen auch beim Anschluss des EX-H33 keine Molexanschlüsse verloren.

Auf der anderen Seite befindet sich das Stromkabel für die Spannungsversorgung der drei Festplatten. Hier ist es nun auch sehr praktisch, dass es nur 1x eine Strombuchse für alle drei Geräte gibt. Das spart Ihnen zwei weitere Anschlüsse Ihres Netzteils welche Sie dadurch für andere Zwecke verwenden können.

Damit auch die Kommunikation zwischen den Festplatten und des Computer funktionieren kann, müssen Sie alle drei SATAII-Anschlüsse auch mit Ihrem Mainboard verbinden. Eine 3-zu-1 Kombination wie beim Stromkabel ist bei den SATA-Anschlüssen nicht möglich. Es wäre hier jedoch wünschenswert gewesen, dann auch SATA.Kabel mit in den Lieferumfang zu packen.

Hier werden die SATA-Anschlüsse mit dem Mainboard verbunden

Wie wir oben bereits erwähnt haben und auch schon auf den vorangegangenen Bildern gut zu sehen ist, dass an der Hinterseite des Gehäuses ein 120x120mm-Lüfter befestigt wurde. Dieser Lüfter hat eine maximale Drehzahl von 1000rpm und gibt wie auch schon oben erwähnt ein Tachosignal ab. Dieses jedoch nur beim Anschluss ans Board oder einer Lüftersteuerung. Beim Anschluss direkt ans Netzteil ist das Tachosignal "todgelegt".

Durch diesen Lüfter werden alle drei Festplatten ausreichend mit Luft gekühlt und damit vor Überhitzung geschützt. Der vertikale Abstand zwischen den einzelnen Festplatten ist ausreichend bemessen, sodass ein guter Wärmeabtransport erfolgen kann. Lediglich bei der Platine sehen wir einen kleinen Mangel, denn auch wenn im PCB Luftdurchlässe gemacht wurden entstehen an diesen Stellen Luftverwirbelungen die wiederum Geräusche erzeugen. Die Tatsache, dass der Lüfter jedoch ca. 1cm vom PCB entfernt ist und die Seiten dessen offen sind, lassen die auftretenden Verwirbelungen so gering wie möglich werden.

Auch Vibrationen die der Lüfter selbst erzeugt, werden durch eine gummierte Befestigung herausgefiltert und nicht an das Gehäuse weitergegeben.

Einbau und Praxistest

An dieser Stelle haben wir bei dem EX-H33 leider eine große Schwäche festgestellt was die Kombination zwischen dem Rackmount-Gehäuse und einem Tower mit Cooler Master Laufwerkshalterungen betrifft. Zur Testzeit standen uns zwei Tower von Cooler Master zur Verfügung. Zum einen der HAF932 und der Cooler Master RC-840. Bei beiden Towern gab es das Problem, dass wenn wir versuchten das EX-H33 mit den Rastsystemen zu arretieren, dass das Gehäuse dann nicht bündig mit der Front abschloss, sondern die Frontklappe hervorstand.

Schob man nun das Gehäuse so weit in den Towerschacht hinein das die Klappe mit der Front bündig abschloss, war eine Arretierung nicht mehr möglich. Auch konnten wir beim HAF932, der nur ein einseitiges Einrast-System verwendet, keine Schraube zur Befestigung verwenden, denn im eingeschobenen Zustand waren die Gewindelöcher von den Schachtwänden verdeckt. Einzige Lösung war es, das Rast-System von Coolermaster zu entfernen und das EX-H33 mit einer großköpfigen Schraube auf dessen Seite zu befestigen. Die Schraube muss deshalb einen großen Kopf besitzen, da damit das gesamte Rackmount-Modul im Schacht befestigt ist.

Dieses Problem konnten wir jedoch mit einem Tower von Lian Li, Aerocool, NZXT und Gigabyte nicht feststellen. Aus diesem Grund gehen wir davon aus, dass es sich hier wirklich nur um eine Inkompatibilität mit den Cooler Master - Arretierungssystemen handelt. Der Hersteller wurde diesbezüglich aber schon von unserer Redaktion informiert.

Verkabelung:
Nachdem wir das Modul nun eingebaut und befestigt haben, konnte die Verkabelung beginnen. Dies ist wie auf den vorangegangenen Seiten beschrieben schnell zu bewerkstelligen, denn es müssen lediglich die drei SATA-Kabel mit dem Modul und dem Mainboard verbunden und eine Stromversorgung dessen sowie für den Lüfter hergestellt werden.

Festplattenrahmen:
Damit wir unsere Festplatten in das Rackmount-Modul einschieben können, müssen wir die drei mitgelieferten Rahmen mit unseren Festplatten befestigen. Danach lassen sich die Festplatten durch einfaches rein- und rausschieben entnehmen und wieder einsetzten. Alles im laufendem System, denn das Modul unterstützt wie bereits erwähnt die Hot-Swap-Technologie. Somit ist dieses Gehäuse auch für Raidsysteme kleiner Firmen oder aber dem Privatgebrauch wunderbar zu verwenden.

Praxistest:
Wir haben nun überprüft, ob durch die Verwendung des EX-H33 Geschwindigkeitseinbuße bei der Übertragung zu erwarten sind. Da die SATA-Anschlüsse jedoch direkt an das Board übergeben werden und nicht erst durch einen Controller müssen, kann von dieser Sorge getrost Abstand genommen werden. Meist sind diese "Nadelöhre" nämlich der Grund für eine verschlechterte Datenübertragung.

Aber um ganz sicher zu gehen haben wir alle Festplatten vor und nach dem Einbau einem Übertragungstest unterzogen um somit eventuelle Zweifel von einigen Anwendern entgegen zu wirken.

Als Software kann für diesen Test zum Einsatz:

  • HD-Tune
  • HD-Tach

Dies sind Ihre Werte:

HD-Tune:

HD-Tach Quick Test:

HD-Tach LongTest:

Und wie die Bilder zeigen, war unsere Vermutung genau richtig und es sind keine Leistungseinbuße bei der Verwendung des Rack-Moduls zu erwarten.

Mario Kramer meint …

Mario Kramer

An dieser Stelle sind wir nun auch wieder beim Fazit angelangt und können Ihnen mit gutem Gewissen das getestete Produkt empfehlen. Jeder Anwender, welcher Racksysteme für seine Festplatten verwenden möchte ist mit dem EX-H33 gut bedient. Keine Leistungseinbuße wie bei anderen Connectoren und auch die gute Verarbeitung sowie das Kabel- und Schienenmanagement ist gut gelungen.

Lediglich die Geschichte mit den Arretierungssystemen von Cooler Master in Kombination mit dem EX-H33 trübt die Bewertung. Da hier aber Besserung gelobt wurde vergeben wir dem an dieser Stelle keinen großen Negativ-Wert, denn dieses Problem ist nur auf den Arretierungstyp von Cooler Master beschränkt.

Der Preis ist mit seinen 54,90€ bei Caseking zwar nicht günstig, aber durchaus gerechtfertigt.

  • Positiv
  • Einfache Handhabung
  • Sehr gute Verarbeitung
  • Gute Vibrationsdämpfung
  • Leiser Lüfter
  • Keine Leistungseinbuße (da kein Controller verwendet wird)
  • Bei schwarzen und silbernen Towern eine schöne Optik
  • Staubfilter in der Front
  • Lüfteranschluss für NT oder Board (sowie Lüftersteuerung)
  • Neutral
  • - / -
  • Negativ
  • Inkompatibilitäten mit Cooler Master Arretierungs-Systemen
  • SATA-Kabel nicht im Lieferumfang

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