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Tech-Review.de

  • Sonntag, 24. Oktober 2021
LC-Power Pro-Line X Type LC7500

LC-Power Pro-Line X Type LC7500: 450 Watt für unter 45 Euro?

Einleitung

Die Marke LC-Power hat in vielen Foren einen eher bescheidenen Ruf. Auch wenn sich LC-Power früher wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert hat, sind wir der Meinung, dass man sich lieber die aktuellen Produkte selbst anschauen sollte, statt Klischees von Früher aufzugreifen. Bei LC-Power scheint sich nämlich viel verändert zu haben: Schon das Legion X2 konnte positiv überraschen und das Pro-Line Silver Shield konnte nicht nur im RoundUp-Check überzeugen. Der Hersteller möchte diesen Weg weiter gehen und gute Netzteile für einen fairen Preis anbieten. Mit der X-Type Reihe steht daher nun eine weitere Serie bereit, um die Kunden von einem guten Preis-/Leistungsverhältnis zu überzeugen.

450 Watt Dauerleistung und 80plus Bronze für unter 45 Euro - klingt nach einem guten Deal. Wir haben das neue Netzteil daher ins Testlabor gebeten und mit unseren elektronischen Lasten der Firma Chroma geprüft. Viel Spaß beim Lesen!

Spezifikationen und Features

Allgemeine Ausstattungsmerkmale:

  • 80 Plus Bronze Zertifizierung
  • 450 Watt Dauerleistung, 500 Watt Peakleistung
  • 135 mm Lüfter
  • gesleevte Kabel
  • 158 mm Einbautiefe

Kabellänge und Kabelstränge:
LC-Power verzichtet auf Kabelmanagement, daher sind alle Kabel fest mit dem Netzteilgehäuse verbunden. Der ATX 20+4 Pin Anschluss ist mit ca. 50 cm ausreichend dimensioniert. Der 4+4 Pin CPU-Strang könnte mit 50 cm schon noch fünf Zentimeter mehr vertragen, wird aber für viele Gehäuse ausreichen. Die beiden 6+2 Pin Grafikkartenanschlüsse teilen sich einen Strang und sind mit ca. 40 bzw. 55 cm eher kurz. Für die restlichen Komponenten stehen zwei Stränge mit zwei SATA und einem Molex sowie ein Strang mit zwei Molex und einem Floppy-Stecker zur Verfügung. Zum einen würden wir uns statt dem festen Floppy-Stecker lieber einen Adapter wünschen, zum anderen ist das Angebot an Komponentenanschlüssen unterdurchschnittlich.

Leistung:
Das LC-Power Pro-Line LC7500 X_Type 450W liefert 450 Watt Dauerleistung und kann kurzfristig bis zu 500 Watt Leistung bereitstellen. Auf der 12 Volt Leitung können davon bis zu 336 Watt abgerufen werden, die 3,3 Volt und 5 Volt Leitungen sind mit 150 Watt sehr großzügig bemessen. Mit nur rund 75 Prozent der Gesamtleistung auf 12 Volt ist das Netzteil eher optimistisch gerated. LC-power setzt auf ein Multi-Rail Design mit zwei 12 Volt Schienen. Multi-Rail Netzteile sind in bestimmten Szenarien u.U. sicherer als Single-Rail Netzteile. Leider dokumentiert LC-Power nicht, welche Kabel welche Leitung belasten. Erst das Aufschrauben und eine Analyse des PCB gibt uns Klarheit: Die CPU-Stromversorgung nutzt die zweite Schiene, die restlichen Anschlüsse belasten die stärkere erste Rail. Die Aufteilung ist sinnvoll, aber sollte dringend dokumentiert werden!

Schutzschaltungen:
Der Hersteller stattet das Netzteil mit allen notwendigen Schutzschaltungen aus.

  • UVP
    (Unterspannungsschutz: Falls die Spannungen auf den einzelnen Leitungen unter einen gewissen Toleranzwert fallen, schaltet sich das Netzteil automatisch ab.)
  • OVP
    (Überspannungsschutz: Falls die Spannungen auf den einzelnen Leitungen über einen gewissen Toleranzwert steigen, schaltet sich das Netzteil automatisch ab.)
  • SCP
    (Kurzschlusssicherung: Im Falle eines Kurzschlusses verhindert diese Sicherung eine Beschädigung der Kernkomponenten des Netzteils und der einzelnen Systemkomponenten.)
  • OPP
    (Überlastschutz: Wenn das System “überdimensioniert“ ist, also mehr Leistung vom Netzteil beansprucht wird als es leisten kann, wird diese Sicherung ausgelöst.)
  • OCP
    (Überstromschutz: Sollte die Last auf den einzelnen Leitungen höher sein als angegeben, schaltet das Netzteil automatisch ab.)

Ein Überhitzungsschutz (OTP) ist nicht integriert, aber in dieser Preisklasse auch nicht notwendig. Das Schutzschaltungspaket ist also vollständig.

Garantie:
LC-Power gibt auf das X_Type (in dieser Preisklasse überdurchschnittliche) drei Jahre Garantie. Leider ist eine Garantieabwicklung nur über den Handel vorgesehen, ein direkter Austausch über den Hersteller wird normalerweise nicht angeboten. Viele Händler fühlen sich nach dem Ende der Beweislastumkehr nicht mehr verpflichtet und berechnen sehr hohe Gebühren für eine Garantieabwicklung. Zudem dauert ein Austausch über den Handel meist recht lange. Viele Konkurrenten von LC-Power bieten daher eine Serviceabwicklung direkt über den Herstellersupport an, was deutlich komfortabler ist.

Verpackung und Lieferumfang

LC-Power liefert das X_Type in einem 27 x 21 x 12 cm kleinen, dunklen Karton aus. Auf der Vorderseite befinden sich eine Abbildung des Netzteils und das rote Logo. Auf den Seitenflächen werden alle wichtigen technischen Daten des Netzteils vorgestellt. Auch die wichtige Übersicht über Anschlüsse und Kabellängen ist vorhanden. Beim Öffnen des Kartons zeigt sich, dass das Netzteil zwar gut gegen Kratzer geschützt ist, der Karton aber besser nicht als alleinige Versandverpackung genutzt werden sollte, da die Polsterung gegen Stöße eher schwach ist.

Das Zubehör ist bei diesem Netzteil sehr überschaubar: Abgesehen vom Kaltgerätekabel und den Schrauben enthält die Verpackung nur das Netzteil selbst. Auch ein Handbuch fehlt.

Das Netzteil mit seinem Zubehör

Die Details und Verarbeitung

Äußeres
Die optische Gestaltung des X_Type richtet sich an Gamer und Modder. Die Kombination aus der X-förmigen Lüfteröffnung, dem schwarzen Lack mit roter Beschriftung und dem roten 135 mm Lüfter schaut gut aus. Der wichtige Aufkleber mit dem Datenblatt befindet sich auf dem Deckel. Im Gegensatz zu Aerocools X-Strike denkt LC-Power beim Lüftergitter mit und platziert auch abseits der X-Form Luftschlitze. Das optisch gefällige Lüftergitter ist daher auch aus technischer Sicht bezüglich der Strömungsgeräusche unproblematisch. Die Einbautiefe ist mit knapp 16 cm für ein Netzteil ohne Kabelmanagement ziemlich groß. In manchen Gehäusen mit wenig Platz für den Spannungswandler wird das Netzteil nicht ausreichend Platz finden.

Die äußere Verarbeitung des Netzteilgehäuses ist gut. Lackqualität und Passgenauigkeit sind einwandfrei. Der Sleeve ist qualitativ ordentlich, aber nicht blickdicht und beginnt zudem erst außerhalb des Netzteilgehäuses.

Technik
Nach dem Lösen der Schrauben und dem Öffnen des Netzteils fällt unser Blick auf die Elektronik.
Wie immer gilt: Nicht nachmachen - Lebensgefahr!

Die Elektronik des Netzteils stammt von Andyson. Beim Lüfter handelt es sich um einen roten 135 mm Lüfter mit 11 Schaufelblättern von Young-Lin (Modell DFS132512H, max. 0,25 Ampere bei 12 Volt). LC-Power verwendet zudem eine mittelgroße Luftleitfolie. Wir bevorzugen Netzteile mit sehr kleinen Luftleitfolien, da diese Bauform einen Teil der Lüfterfläche sozusagen ungenutzt lässt und dadurch das Lärmniveau eher erhöht. Als Primärkondensator wird ein 85 Grad Modell von Teapo mit 270 Mikrofarad und 420 Volt Spannungsfestigkeit verwendet, eine ordentliche Wahl. Auf der Sekundärseite werden 105 Grad Elektrolytkondensatoren, ebenfalls von Teapo, verbaut.

Der Sicherungschip HY510N stellt laut Datenblatt nicht alle der versprochenen Sicherungsschaltungen zur Verfügung. Der Überstromschutz OCP ist laut Datenblatt nicht integriert. Grundsätzlich ist es kein Problem, bei einem Netzteil mit derart überschaubarer 12 Volt Leistung OCP einzusparen. Allerdings sollte man dann auch keinen Überstromschutz versprechen. Die Eingangsfilterung des Netzteils fällt mit einem X-Kondensator direkt an der Eingangsbuchse, einem weiteren X- und zwei Y-Kondensatoren, einer Spule und dem MOV auf der Hauptplatine eher knapp aus. Immerhin ist mit dem MOV der wichtige passive Schutz vor Überspannungen vorhanden.

Die Unterseite der Platine mit ihren Lötstellen

Die Lötqualität ist befriedigend. Einige eher unpräzise gearbeitete Stellen, sowie der deutlich sichtbare Wulst, stören den Gesamteindruck. Zudem fällt eine leichte Biegung des PCB auf.

Das Testsystem

Ein guter Netzteiltest setzt eine gewisse Ausrüstung voraus. Da es mit handelsüblichen PCs nicht möglich ist, bestimmte Lasten für das Netzteil zu produzieren, verwenden wir daher professionelle elektronische Lasten der Firma Chroma. Die Chroma belastet das Netzteil mit den von uns gewählten Einstellungen. Dabei können auch sehr leistungsfähige Netzteile voll ausgelastet werden. PFC-faktor, Spannungen und Effizienz lassen sich daher präzise bestimmen. Damit können wir eine sehr hohe Vergleichbarkeit der Netzteile sicherstellen. Zur Messung der Restwelligkeit verwenden wir ein Vierkanal-Oszilloskop von Tektronix (Tektronix TDS 3014C, 100 MHz, 1,25 GS/s).

Die Chromastation

Die Chroma im Detail:

  • Chroma Digital Power Meter 66202
  • Chroma Measurement Test Fixture A662003
  • Chroma 6314A DC Electronic Load Mainframe mit 63102A und 63106 Lastmodul
  • 2x Chroma 6314 mit insgesamt acht 63103 Lastmodulen
  • Enermax-Anschlussplatine und Kondensatoren für normgerechte Messung
  • Kalibrierung am 26.10.2010, Rekalibrierung am 26.10.2011
  • Messung bei 230 Volt Eingangsspannung
Die Enermax-Anschlussplatine

Testablauf:

  • 40 Watt feste Last
  • 10% Last
  • 20% Last
  • 50% Last
  • 100% Last
  • Crossloadtest (wie 100% Last, aber minimale Belastung der 3,3 und 5 Volt Schienen)
  • wird vom Hersteller eine dauerhafte Überlastfähigkeit garantiert, wird diese zusätzlich geprüft

Wir möchten an dieser Stelle offen darauf hinweisen, dass wir als Gäste auf der Chroma der Firma Coolergiant Computers Handels GmbH in Hamburg testen. Für diese Unterstützung sind wir sehr dankbar, da eine solche Ausrüstung sehr teuer ist. Wir sind immer selbst vor Ort, bringen unsere Testmuster mit, führen unsere Messungen durch und lassen nicht "remote-testen". Zudem testen wir bei jedem Termin zahlreiche Netzteile - eine systematische Abweichung nach Oben oder Unten würde dann alle Netzteile betreffen. Sollten wir trotzdem auch nur den geringsten Zweifel an unserer Unabhängigkeit haben, werden wir auf weitere Tests an der Chroma verzichten.

Aufgrund der Lautstärke der elektronischen Lasten ist eine Lautstärkemessung an der Chroma wenig sinnvoll. Wir lasten die Netzteile daher auch mit gewöhnlichen Computern in festgelegten Szenarios aus. Damit können wir dann die Lüfterdrehzahl und die Lautstärke messen. Während der Lautstärkemessung mit unserem Voltcraft SL100 Schallpegelmessgerät werden natürlich die Lüfter des Testsystems kurz angehalten.

Testsystem 1:

  • Xilence Netzteiltester
  • DVD-Laufwerk
  • zur Simulation von sehr geringen Lasten (Lasttest 1) und zur Bestimmung der PG-Time

Testsystem 2:

  • verwendet für Lasttests zwei bis vier
  • AMD Phenom II X4 920
  • Scythe Mugen
  • 4 GB DDR2-1066 RAM
  • Asrock A770 Crossfire Mainboard
  • Sapphire AMD/ATI HD 4870 1024 MB Toxic
  • zwei Festplatten, zwei optische Laufwerke
  • zwei Sharkoon Silent Eagle 1000 LED Fan
  • Rebel 9 Economy
  • Windows-Energiesparmodus, OCCT CPU-Test, OCCT PSU-Test

Die Messwerte

PG-Time
Mit einem Netzteiltester führen wir eine kurze Funktionsprüfung durch und bestimmen dabei die PG time. Das Power Good Signal muss gemäß der ATX-Norm nach mindestens 100 und maximal 500 ms kommen. Das Signal signalisiert dem Mainboard, dass das Netzteil bereit ist, alle Spannungen passen und der Computer gestartet werden kann. Kommt das Signal nicht innerhalb dieses Zeitraums, ist das Netzteil defekt und muss getauscht werden.

Unser X_Type meldet pünktlich seine Einsatzbereitschaft. Die weiteren Tests finden an der Chroma statt.

Effizienz

Das LC-Power Netzteil ist 80Plus Bronze zertifiziert. Die offiziellen 80Plus Messungen finden allerdings im 115 Volt Netz statt, während wir aus Gründen der Praxisnähe mit den in Europa üblichen 230 Volt Eingangsspannung messen. Im Allgemeinen sind Netzteile bei 230 Volt 1,5 bis 2 Prozentpunkte effizienter. Demnach verfehlt das Netzteil in dem von uns gewählten Lastszenario leicht das 80Plus Bronze Niveau. Andere, ebenfalls Bronze zertifizierte Geräte sind um zwei bis drei Prozentpunkte effizienter.

Leistungsfaktor (PFC)
Ein PC-Netzteil verhält sich im Stromnetz anders als gewöhnliche (ohmsche) Lasten wie z.B. eine Glühlampe. Die nicht Sinus-förmige Stromaufnahme bedeutet, dass neben der Wirkleistung sog. Blindstrom entsteht. Dies führt zum einen zu einer höheren gemessenen Scheinleistung, zum anderen zu einer Belastung für das Stromnetz. Ein Messwert von "1" an dieser Stelle würde bedeuten, dass das Netzteil sich perfekt verhält und kein Blindstrom entsteht. In der Realität werden wir immer geringere Ergebnisse messen.

Die Leistungsfaktorkorrektur ist keine Stärke dieses Netzteils. Die gemessenen Werte sind unterdurchschnittlich, aber noch ausreichend. Da Verbraucher in Deutschland allerdings nur die Wirkleistung und nicht die Scheinleistung bezahlen, ist das für die meisten Käufer uninteressant.

Spannungen
12 Volt Schiene 1:

12 Volt Schiene 2:

5 Volt:

3,3 Volt:

Die Spannungsregulation von 40 Watt bis 100 Prozent Last ist im Allgemeinen gut. Probleme hat das Netzteil mit unserem Crossload-Test. Bei hoher Belastung der 12 Volt Schienen und geringer Last auf den kleineren Schienen brechen die 12 Volt Spannungen etwas ein, bleiben aber noch im erlaubten Bereich. Die 5 Volt Leitung hingegen überschießt den maximal erlaubten Wert nach oben. Während das Netzteil mit den normalen symmetrischen Lasten gut zurecht kommt, hat die Spannungsregulation bei Extrembedingungen Mängel. Die offiziell nur 336 Watt starke 12 Volt Leitung wird ins unserem Extremszenario leicht überlastet, während die kleinen Schienen kaum belastet werden. Andere 450 Watt Netzteile stecken dieses Szenario aber deutlich besser weg, das LC-Power leidet hier besonders unter der eher schwachen 12 Volt Leistung. Die Spannungsregulation ist insgesamt daher nur befriedigend.

Restwelligkeit
Restwelligkeit bei 20% Last:

Restwelligkeit bei 50% Last:

Restwelligkeit bei 100% Last:

Restwelligkeit bei Crossload:

Übersicht:

Bei der Restwelligkeit erlaubt sich das X_Type keine Schwächen: Die Messwerte auf der 5 Volt und 12 Volt Schiene sind sehr gering. Die 3,3 Volt Schiene ist etwas schlechter geglättet und nutzt knapp 80 Prozent des Erlaubten aus. Alle Messwerte liegen unabhängig vom Lastszenario jederzeit innerhalb der Spezifikation. Gut!

Anhang: Lastkalkulation
Für die Messungen an der Chroma wurde folgende Lastkalkulation verwendet:

Hinweis: Dass in der Lasttabelle mehrere 12 Volt Schienen aufgeführt sind, bedeutet, dass mehrere 12 Volt Lastmodule der Chroma verwendet werden. Durch die Verwendung mehrerer Anschlüsse und Lastmodule lässt sich die Messgenauigkeit verbessern. Die Gesamtbelastung der 12 Volt Leitung ergibt sich durch Addieren der Einzelbelastungen.

Die Lautstärke

Lüfterdrehzahl:

Lautstärkemessung:

Subjektiver Eindruck:
Das Kühlkonzept des LC-Power X_Type funktioniert: Die Lautstärkemessung wird mit in jeder Hinsicht unauffälligen Werten absolviert. Im Vergleich zu konsequent auf geringes Betriebsgeräusch optimierten Geräten wie dem be quiet! E9 400 Watt ist das Netzteil lauter. Von den subjektiv eher lauten Geräten kann sich das LC-Power jedoch wiederrum absetzen und reiht sich immer unter die "normal lauten" Geräte ein. Je nach Lastzustand kann es sich sogar an die Spitze setzen. Das X-förmige Lüftergitter verursacht im Gegensatz zum Aerocool X-Strike keinen unnötigen Lärm, da auch neben der X-Form ausreichend Lüftungsschlitze vorhanden sind.

Das optische Gimmick hat durch die geschickte Gestaltung LC-Powers keinen Nachteil. Die Elektronikgeräusche sind subjektiv gering. Der Lüfter gibt ein gewisses Brummen von sich, gleicht das aber ziemlich gut durch die niedrigen Drehzahlen aus. Insgesamt sind wir mit der Lautstärke des Netzteils zufrieden.

Philip Pfab meint …

Philip Pfab

Eins lässt sich gleich vorneweg sagen: Wer von Netzteilen der Marke LC-Power pauschal abrät, auf dessen Rat sollte man großzügig verzichten. Das LC-Power Pro-Line LC7500 X_Type 450W kann man definitiv nicht bei den "China-Böllern" einsortieren.

Sicher - das Netzteil ist nicht fehlerfrei. Die Effizienz in unserem Lasttest war etwas enttäuschend und liegt bestenfalls am untersten Ende von 80Plus Bronze, wahrscheinlich eher auf gutem 80Plus Standard Niveau. Bei der Spannungsregulation meistert das Netzteil die konventionellen Szenarien problemlos, versagt aber bei unserem (zugegebenermaßen anspruchsvollen) Crossload-Test. Die Restwelligkeit ist durchwegs in Ordnung und auf der 12 und 5 Volt Leitung sogar sehr gut. Dass das Netzteil problemlos 450 Watt Dauerleistung erbringt, ist selbstverständlich.

Bei den Schutzschaltungen können wir ebenfalls Entwarnung geben: Das Netzteil ist keine Gefahr für den eigenen Rechner. Der versprochene Überstromschutz OCP ist aber zumindest laut Datenblatt des Sicherungschips nicht an Bord. OCP halten wir bei einer gesamten 12 Volt Leistung von 334 Watt aber für nicht zwingend nötig. Der Rest der Elektronik ist ebenfalls in Ordnung. Natürlich gibt es keine High-End Kondensatoren, aber brauchbare Modelle der Mittelklasse.

Die Kühllösung der X_Type ist durchaus gelungen und braucht sich hinter Mittelklassemodellen keinesfalls zu verstecken. In den meisten Rechnern wird das X_Type nicht wahrnehmbar sein. Nur echte Silent-Netzteile sind dann nochmal deutlich leiser.

Wer wenig Geld für den Spannungswandler ausgeben will, sollte das LC-Power auf jeden Fall mit auf die Liste der möglichen Kandidaten setzen. Neben den Alternativen von Antec (VP450P) und Arctic Cooling (Fusion 550) braucht sich das X_Type nicht verstecken. Ob man schlussendlich bei LC-Power kauft, kommt in diesem Preisbereich wohl hauptsächlich darauf an, ob das Netzteil gerade beim Stammhändler gut verfügbar ist. Dass es für deutlich mehr Geld natürlich bessere Netzteile gibt - ja, das kommt ja jetzt auch nicht gerade überraschend.

  • Positiv
  • kein Problem mit Volllast
  • preiswert
  • recht leise bei allen Lasten
  • brauchbare Elektronik
  • Design
  • drei Jahre Garantie
  • Neutral
  • - / -
  • Negativ
  • etwas niedrige Effizienz
  • Spannungsregulation bei Crossloads, 12 Volt Leistung eher schwach
  • kein Handbuch, keine Dokumentation der 12 Volt Rails, wahrscheinlich falsche Dokumentation der OCP-Schaltung

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