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Tech-Review.de

  • Dienstag, 29. September 2020
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Fractal Design Arc

Fractal Design Arc: Schöner Schein im Review

Einleitung

Die eher junge Firma Fractal bietet Produkte in einem schlichten, minimalistischen Stil an – Design und Produktion Made in Schweden. Trotz des in der Regel eher niedrigen Preises wollen die Skandinavier weder Funktionalität noch Qualität einschränken. Das kennt man irgendwie von Steuersenkungen. Die gibt es zwar, nur hat man selbst nie einen Vorteil davon. Der neuste Streich von Fractal: Das Gehäuse Arc. Neben dem typisch zurückhaltenden Design soll der neue Hardwarekäfig das bieten, was die gedämmten Define-Gehäuse naturgemäß nicht konnten: Bei der Kühlleistung brillieren - "Performance in style" behauptet der Hersteller.

Das Fractal Design Arc Gehäuse im Test

Ein neuer Hardwarekäfig also. Und das ganz wörtlich, denn ein Käfig besteht aus Lochgitter, so wie ein Maschendrahtzaun. Löcher sind also ein konstitutives, d.h. definierendes Merkmal eines Käfigs. Und Löcher hat das Arc viele. Oben, unten, vorne, hinten und an der Seite auch ein paar. Selbst Innen findet man sie: Für Kabeldurchführungen, den Mainboardtray, und überall dort, wo die Hardware hin soll. Ob vor lauter Löchern auch noch Gehäuse übrig bleibt und was das im Endeffekt taugt, haben wir wie üblich im Selbstversuch herausgefunden.

Lieferumfang

Bereits der Karton des Arc macht unmissverständlich klar, was man vom Inhalt zu erwarten hat. Nicht nur wegen des Produktbildes – haha - sondern auch wegen der edel-schwarz-grauen Aufmachung. Braunen Karton sucht man hier vergebens. Die wichtigsten Features des Gehäuses finden sich aufgedruckt: Maximal acht Lüfter mit 140 mm Durchmesser, Support für einen Dual-120 mm Radiator bis 60 mm Dicke, einen (!) entfern- und drehbaren HDD-Käfig sowie einen weiteren, fest installierten, die farbliche Gestaltung samt Kabelmanagement und USB 3.0 Support im Frontpanel. Gut gebrüllt, Löwe - schauen wir, ob er auch kraftvoll zubeißen kann.

Die Verpackung

Das Erste, was aus der Verpackung fällt, ist das Handbuch. Schlicht-Schwarz erläutert es noch einmal die wichtigsten Features, erklärt grob die Funktionen des Gehäuses und gibt Tipps für den Einbau einer Wasserkühlung. Unverständlicherweise hüllt es sich noch einmal in eine Plastiktüte – überflüssig. Anschließend folgt das wie üblich in Styropor gepackte Case selbst. 9,5 Kg lassen Solides vermuten - ein guter Anfang. Im Gehäuse selbst findet sich ein ebenso gestylter Karton mit dem restlichen Zubehör. Dazu gehört eine Lüftersteuerung mit farblich passender, wenngleich nur auf einer Seite weißen Platine, diverse Schrauben, ein Kreuzschlitz-Schlüssel, eine 3,5“ Slotblende und zwei wiederverwendbare Kabelbinder. Die Schrauben sind selbstverständlich schwarz eloxiert. In all dieser Optik-Farb-Orgie stößt allerdings komisch auf, dass das Anschlusskabel für die Lüftersteuerung in seiner kunterbunten Aufmachung den Clown gibt: Etwas Sleeve wäre hier nett gewesen. Im Gehäuse selbst sind bereits drei 140 mm Lüfter verbaut: Vorne, im Heck und im Deckel. Laut Produktbezeichnung handelt es sich um OEM-Versionen der Silent-Serie von Fractal. Wer mag, kann je nach Position weitere Schaufler zwischen 120 und 180 mm Breite einbauen.

Der Lieferumfang

Technische Daten

Produktbezeichnung Fractal Design Arc
Preis ~75 €
Gesamtmaße (B x H x T) 230 x 460 x 515 mm
Gewicht 9,5 Kg
Material Stahl & Plastik
Lüfter: Maximal 8
Lüfter: Durchmesser 120 - 180 mm
Lüfter: Vorhanden: 3
Lüfter: Modell 140 mm Fractal Silent OEM
Anschluss 3-Pin PWM
Geschwindigkeit 1000 rpm
Laufwerksschächte (extern) 2 x 5.25"
Laufwerksschächte (intern) 8 x 3.5 / 2.5"
Erweiterungs-Slots 7
Schnellverschlüsse 3,5 / 2,5" LW
Max. Höhe CPU-Kühler 165 mm
Grafikkarten mit / ohne HDD-Käfig 260 / 400 mm

Außencheck

Der erste Blick auf das Arc ist wow. Die gerundete Front mit der leichten Maserung in Holzoptik und die schlichte Formgebung gefallen. Schlicht, aber neu – ohne Anleihen bei etablierten Herstellern, weshalb sich das Gehäuse hier positiv hervorheben kann. Zunächst fallen die vielen mit Meshgitter abgedeckten Öffnungen ins Auge. Viel Raum für Lüfter, viel Raum für Luft. Zwei 140 mm Lüfter gehen maximal in die Front, ein 180 oder 140 mm Schaufler in das linke Seitenteil - leider hier ohne Staubfilter - und drei 120 bzw. 140 mm oder alternativ ein 180 mm und ein 120/140 mm Fächler passen in den Deckel. Hier lässt sich auch ein interner Dual-Radiator mit bis zu 60 mm Dicke anbringen. Wer auf den obersten 5,25"-Schacht verzichtet, kann auch über einen Triple-Radiator nachdenken. Der zweite Blick auf den Deckel ernüchtert jedoch leider: Die Gitter sind wellig. Bums, eine Delle im Ruf. Ein Design-Gehäuse, dessen Sinn als Blickfang die exponierte Positionierung ist, aber kein genaues Hinsehen verträgt? Was unter dem Schreibtisch nicht auffällt, ist auf dem Schreibtisch weniger fein. Wir haben deshalb den deutschsprachigen Support des Herstellers unter support@markensturm.com kontaktiert und ein Ersatzteil erhalten, das dem aktuellen Stand der Serie entspricht. Bei unserem Testmuster der ersten Serie kam noch dünneres Material zum Einsatz, das entsprechend stärker zur Wellenbildung neigte. Laut Fractal ist diese Charge aber nicht in den Handel gelangt - Entwarnung also. Mit dem stärkeren Meshgitter sieht der Deckel schon deutlich besser aus. Ganz perfekt wird es insbesondere in den Ecken aber trotzdem nicht. Immerhin ist die Qualität nun für diese Preisklasse noch akzeptabel! Alle Bilder des Reviews sind übrigens mit der ersten Variante entstanden.

Das Gitter lässt sich mitsamt dem Plastikdeckel durch das Lösen von zwei Thumbscrews auf der Rückseite entfernen, um so die Lüfter tauschen oder den Staubfilter reinigen zu können. Letzterer darf angesichts des eher engmaschigen Aufbaus tatsächlich in Aktion treten. Daumenschrauben versteht Fractal übrigens im klassischen, d.h. im besten mittelalterlichen Sinne – die am Gehäuse verbauten sind so fest angezogen, dass man sich ohne Werkzeug glatt die Finger bricht. Lustigerweise ist der beigelegte Schlüssel erst nach dem Öffnen des Arc zu erreichen - ohne separaten Schraubendreher geht es also nicht.

Weiter am Deckel findet sich das I/O Panel. Mit zwei USB 2.0 und einem 3.0 Port sowie den üblichen Anschlüssen für Kopfhörer und Mikrofon ist es in einem üblichen Rahmen ausstaffiert. Die Abstände zwischen den USB-Eingängen sind dabei groß genug, um auch dickere Sticks oder Stecker anzuschließen, ohne dass mehrere Ports beeinträchtigt werden. Deren Qualität lässt leider ein wenig zu Wünschen übrig, denn das Einführen eines USB-Sticks erforderte eine ordentliche Portion Kraft. In seinen praktischen Auswirkungen kaum störend ist das leichte Wackeln des Frontpanels. Richtig: Es sitzt nicht ganz fest. Offenbar ist der Kunststoff etwas zu dünn gewählt. Spüren tut man das weniger, man kann es aber durchaus sehen. Angesichts der Zielsetzung des Gehäuses ist das wie bei den welligen Drahtgittern ein Manko. Der Start-Stopp Schalter wurde ebenfalls aus Kunststoff gefertigt. Sein Druckpunkt ist präzise und knackig, klanglich kann er seine Herkunft aber nicht verbergen. In dieser Preisklasse darf man das allerdings als gute Performance bezeichnen. Ebenso gefällt beim USB 3.0 Anschluss der interne Stecker. Bei entsprechendem Mainboard braucht das Kabel also nicht mehr nach Außen an dessen I/O Shield geführt werden. Leider fehlt ein Adapter dafür, denn wenn die heimische Hautplatine keinen internen USB 3.0 Header hat, bleibt der Port tot.

Von Oben zur Front: Die ist gemasert, aber nicht aus Metall, sondern aus Kunststoff. Das sieht man ihr zum Glück nicht an, insofern überrascht sie den Tester bloß, verärgert ihn aber nicht (weiter). Auch die Front wird wie der Deckel von Meshgitter beherrscht. Zwei 5 ¼“ Schächte sind völlig ausreichend, etwa für ein optisches Laufwerk und eine Lüftersteuerung. Der große Hersteller-Schriftzug mag gefallen – uns zerstört er die schlichte Optik etwas zu stark. Um die Frontlüfter zu reinigen oder Laufwerke zu montieren, lässt sich die Front einfach abziehen. Die darin liegenden Umwälzer werden von Plastikclips an ihrem Platz gehalten, was eine Entkopplung leider verhindert. Immerhin sitzen sie ebenso straff wie die Front selbst, was derartige Nebengeräusche immerhin minimiert. Durch den hohen Kraftaufwand bei der Demontage wird ein unbeabsichtigtes Herausrutschen der Blende beim Transport effektiv verhindert. Das Reinigen des Staubfilters kann allerdings von außen erfolgen.

Auf der anderen Seite des Gehäuses, am Rücken, zeigt sich das Arc unauffällig. Fast. Die Netzteilposition am Gehäuseboden ist mittlerweile gängiger Standard. Allerdings fehlt uns für ein High-Performance-Gehäuse eine Slotblende. Sieben hat das Arc, was eine Vollbestückung eines ATX-Mainboards mit Slotkarten erlaubt. Für den Multi-GPU-Betrieb kann man so aber keine Zwei-Slot-Karte in einem ganz unten auf der Hautplatine platzierten PCI-Express Slot verbauen. Das betrifft zwar in der Regel nur Setups mit drei oder mehr Grafikkarten, passt aber nicht so recht zum Konzept des Gehäuses. Immerhin spart man so etwas an Bauhöhe, weshalb das Arc subjektiv recht kompakt wirkt. Außerdem sind die Slotblenden weiß lackiert. Mehr Kontrast zum schwarzen Grundton geht kaum – optisch exquisit. Freunde wässriger Kühlungen kommen ebenso zum Zuge. Für die Durchführung von Schläuchen sind zwei Löcher vorgesehen. Deren Durchmesser von 16 mm bietet gerade so Platz für die derzeit gängigen Schlauchgrößen. Ein Designfehler? Kaum, denn der "knappe" Sitz sorgt für die schönere Optik - 16er Schlauch in einem 20er oder 24er Loch (Kinder lachen jetzt) wirkt dünn und schlabbrig.

Die Rückseite des Gehäuses

Und dann findet sich doch noch die achte Blende. Quer zu den anderen, allerdings: Hier kann man eine Lüftersteuerung anbringen und verliert so keinen Platz für Steckkarten. Prinzipiell eine gute Idee, die man mit der beigefügten Steuerung gleich ausprobieren kann. Zwei Nachteile ergeben sich jedoch im Betrieb: Einmal ist das Kabelmanagement nicht besonders einfach, zum anderen lassen sich nur drei Lüfter anschließen. Es werden zwar auch nur drei im Gehäuse mitgeliefert, allerdings lassen sich theoretisch acht Stück verbauen. Etwas mehr Steuerungsmöglichkeiten hätten es daher ruhig sein dürfen! Außerdem hat Fractal den Slot sehr weit eingerückt, sodass ein langer Drehregler sehr hilfreich wird. Die eher kurze Variante, die z.B. Scythe den eigenen Kühlerserien beilegt, bietet somit nur wenig Grifffläche. Wie sonst im Gehäuse auch findet sich im Heck ein 140 mm Lüfter wieder. Das Gitter kann man leider nicht demontieren, verursacht also Strömungsgeräusche. Da die Gitter rundum und selbst unter dem Deckel vorhanden sind, wo durch den Staubfilter und das Lochgitter keine Verletzungsgefahr besteht, wird Fractal diese Lösung wohl aufgrund der höheren Stabilität gewählt haben.

Die Unterseite mit dem Staubschutzgitter

Auf der Unterseite befindet sich zunächst ein großer Staubfilter, sowohl für die Belüftung des Netzteils als auch für den Lüfterplatz daneben. Dort kann ein optionaler 120 oder 140 mm Lüfter installiert werden. Entfernt werden kann der Filter bequem per Hand – herausziehen genügt. Die schönen Standfüße im Hi-Fi Look gibt’s allerdings nur vorne. Hinten hat Fractal nur Gummistöpsel vorgesehen, die optisch zu wünschen übrig lassen. Die sind zudem nur angeklebt - einer hat sich bereits beim Auspacken abgelöst und saß fürderhin nicht mehr besonders fest.

Innencheck

Das Abnehmen der Seitenteile erfordert ein wenig Kraft: Strammer Sitz, hohes Gewicht. Schwedenstahl +1. So wird das Gehäuse zusätzlich stabilisiert - mit je 1,6 Kg Gewicht machen sie mehr als ein Drittel der Gesamtmasse aus. Erster Eindruck im Inneren: Aufgeräumt, schwarz-weiß, vor allem durch die HDD-Einschübe und die Lüfterblätter. Auch Fractal folgt dem Trend der lackierten Innenräume, selbst ohne Sichtfenster. Angesichts der schicken Optik verwundert es, dass keine solche Version angeboten wird. Qualitativ lässt die Farbe nichts zu wünschen übrig, denn auch etwas rohere Behandlung verursachte keine Schäden. Auch sonst ist das Finish tadellos, scharfe Kanten sucht man vergebens.

Im Innenraum bietet das Arc Platz für insgesamt acht Festplatte oder SSDs. Der obere Käfig kann entfernt oder um 90 Grad, d.h. in Richtung des Mainboards gedreht werden. Der untere ist sowohl mit dem Boden als auch der Front fest vernietet und fungiert damit als Winkel, übernimmt also eine stabilisierende Funktion. Überlange Grafikkarten mit mehr als 26 cm Platzbedarf erfordern zwingend den Ausbau des HDD-Käfigs – dann stehen 40 cm zur Verfügung, was für alles und jede momentan erhältliche GPU reicht. Die einzelnen Einschübe sind noch einmal über je eine Rändelschraube gegen herumrutschen gesichert. Im Gegensatz z.B. zu Corsair-Gehäusen bestehen sie statt aus Plastik aus Metall. Gegen Lärm hilft die Entkopplung, die sowohl zur HDD als auch zur Schraube hin wirkt und somit eine ebenso einfache wie effektive Lösung darstellt, die Zugriffsgeräusche - Codename: Luder-Lösung -zuverlässig schluckt.

Die Laufwerkskäfige

Für größere 5 ¼“ Laufwerke sind zwei Slots vorgesehen, auf Schnellverschlüsse muss man aber verzichten. Die sind allerdings ohnehin Geschmackssache, der zuständige Redakteur hat sie bisher vermieden. Für 3,5“ Laufwerke oder Lüftersteuerungen hat Fractal bereits einen Adapter verbaut, die passende Blende findet sich im Lieferumfang. Die Anzahl der großen Slots sollte für den Normaluser völlig ausreichend sein. Eine Lüftersteuerung plus ein Laufwerk bekommt man unter, womit der Bedarf der meisten abgedeckt ist. Nur, wenn zusätzlich noch beispielsweise eine Dämmbox für 3,5" HDDs verbaut werden soll, geht der Platz aus.

Der Bodenbereich für das Netzteil und einem optionalen Lüfter

Am Gehäuseboden geht Fractal ungewöhnliche Wege: Für das Netzteil wurde eine doppelte "Entkopplung" vorgesehen: Einmal über Gummipuffer am Boden, zum anderen über einen Gummirahmen an der Rückseite des Gehäuses. Vibrationen sollten so zumindest über den höheren Anpressdruck reduziert werden. Zu fest sollte man die Schrauben aber besser nicht anziehen - sonst verzieht sich an den umliegenden Stellen fix das Metall. Ganz verschwinden werden sie - wenn sie mit modernen Netzteilen überhaupt auftreten - aber nicht, denn schließlich werden sie primär durch die Schrauben übertragen. Und die liegen immer noch am Gehäuse an.

Warum eigentlich die ganze Mühe der Entkopplung? Dem Nutzer helfen derartige Features deutlich mehr als z.B. ein Hot-Swap Slot. Hier schlagen die gesammelten Erfahrungen bei Silent-Gehäusen durch, ebenso wie der Aufbau des Arc. Dabei gibt sich das Designgehäuse zu jederzeit insbesondere in geschlossenem Zustand extrem verwindungssteif, lediglich der Mainboard-Tray hätte etwas mehr Wandstärke vertragen können! Wie mittlerweile üblich verfügt er über einen Ausschnitt für die Montage von Backplates bei eingebauter Hautplatine. Besagtes Loch wurde zudem großzügig gewählt und sollte auch mit verschiedenen Sockelanordnungen und Montagetypen keine Probleme bereiten. Probleme bereiten jedoch wiederum die Abstandshalter. Nicht direkt die Halter, vielmehr ihre Montage: Bei unserem Testexemplar ließ sich fast kein einziger gewaltlos eindrehen. Offenbar waren die Gewinde am Tray nicht sauber geschnitten - absolut unverständlich. Man könnte fast meinen, dass der Aufkleber "made in China" eigentlich eine Warnung darstellt. Wo rohe Kräfte sinnvoll wüten - was in dieser Preisklasse nicht mehr nötig sein sollte!

Positiver wird der Eindruck auf der Rückseite. Für Kabelmanagement stehen gute zwei Zentimeter Platz zum Seitenteil zur Verfügung, was auch für den 24 poligen ATX-Hauptstrang des Netzteiles völlig ausreicht. Die Leitungen können dabei sowohl durch die dafür vorgesehenen Durchführungen mit Kantenschutz gesteckt - der sich leider durch ein zu stramm geführtes Kabel lösen kann - oder am Mainboardtray vorbeigeführt werden. Insbesondere mit ausgebautem HDD-Käfig ist so eine Menge Spielplatz vorhanden.

Lautstärke

Krach, die Königsdisziplin. Lärm, Noise oder auch nur Wawawawa - das Arc macht davon zum Glück meist wenig. Von vorne: Die drei mitgelieferten 140 mm Lüfter, OEM-Modelle der Silent-Serie aus gleichem Hause, haben mit 1000 U/Min im Gegensatz zur Retail-Version mit 600 U/Min eine immer noch erträgliche Maximaldrehzahl. Qualitativ bieten sie für den Normaloanwender wenig zu jammern. Sie laufen mit voller Drehzahl etwas rau, was auch an der fehlenden Entkopplung liegen mag, werden aber mit reduzierter Drehzahl schnell angenehm und verschwinden aus dem akustischen Blickfeld. Nebengeräusche traten im Testbetrieb im Prinzip nicht hervor. Ein Exemplar neigte in geregeltem Betrieb zum Klackern, war aber aus dem geschlossenen Gehäuse nicht mehr wahrzunehmen. Dank des Durchmessers von 140 mm spielt das Lager bei gleicher Fördermenge keine so große Rolle wie bei den kleineren 120er Lüftern. Passend zur gediegenen Optik verfügen die schwarz-weißen Umwälzer über ein gut 30 cm langes, schwarz gesleevtes Kabel. Das ist somit lang genug, um auf der Rückseite des Gehäuses zum Anschlusskabel der Lüftersteuerung zu gelangen. Die Steuerung regelt von etwa 2 bis 12 Volt stufenlos und damit sogar unterhalb der lüfterlichen Anlaufspannung. Gut für Silentfans! Auch die Entkopplung der HDDs sorgt für Ruhe - trotz der Ausrichtung auf Kühlleistung hat man bei Fractal also keineswegs Abstriche bei der Lautstärke gemacht.

Für die Lautstärkemessungen wurden die Lüfter auf den Kühlkörpern von Grafikkarte und CPU deaktiviert, um möglichst nur die des Gehäuses "auf Band" zu bannen. Der Testlauf wurde in ruhiger Umgebung ("Dorf") in 30 cm Abstand zum geschlossenen Gehäuse durchgeführt, um Nebengeräusche zu minimieren. Zum Messen stand ein Voltcraft SL-100 zur Verfügung.

Testsystem:

  • Intel Core i5 2500k (3,8 GHz, 1,2V)
  • Thermalright HR-02 (MF12-S2 Lüfter)
  • MSI P67A-GD65
  • Nvidia GTX480
  • Thermalright Shaman
  • OCZ Vertex2, WD WD20EARS 2TB
  • Seasonic X-560
  • T-Balancer BigNG (Lüftersteuerung)
  • RealTemp 3.6, HWMonitor 1.18, GPU-Z 0.5.1

Volle Kraft voraus? Besitzer des Arc sollten es lieber langsamer angehen lassen. 12 Volt sind laut und eher rau - die fehlende Entkopplung der Lüfter macht sich bemerkbar. Bereits bei 9 Volt treten die Strömungsgeräusche der Luft in den Vordergrund, hier wird das Lärmlevel völlig akzeptabel, ab 5 V muss man sich schon anstrengen, um die Lüfter wahrnehmen zu können. An der Anlaufschwelle der Lüfter - etwa 3 Volt - werden sie komplett unhörbar. Dank der Lüftersteuerung mit Drehpoti kann hier allerdings jeder selbst seinem Geschmack und Empfinden entsprechend steuern.

Die Lautstärkemessung

Temperatur

Um herauszufinden, wie gut das Arc kühlt, haben wir den Benchmark des Tunnel-Shooters Metro2033 benutzt. Der bietet eine praktische Loop-Funktion - Zehnmal musste die Kamera pro Durchlauf auf den Gleisen entlangfliegen. HD-Auflösung, maximale Details und Kantenglättung waren natürlich inklusive. Die Lüfter von CPU und Grafikkarte wurden mit 5 bzw. 9 Volt fix eingestellt. Die Schaufler im Gehäuse hingegen durften einmal mit vollen 12, einmal mit 5 Volt Spannung arbeiten.

Zwischen der gewählten Maximal- und Minimaldrehzahl lag mit unserem Testsystem kaum ein Unterschied. Eine etwas höhere Temperatur auf CPU, GPU und im Gehäuse sind völlig zu vernachlässigen - der Lautstärkegewinn überwiegt bei weitem die "Nachteile". Selbst mit komplett abgeschalteten Gehäuselüftern stiegen die Temperaturen nur auf 66 Grad für die CPU und 70 für die GPU. Das Arc kommt somit auch mit wenig Durchzug gut zurecht. Alles andere wäre angesichts der vielen offenen Flächen allerdings überraschend gewesen. In diesem Betriebsmodus hilft der Grafikkarte, dass die Lüfterposition im Seitenteil selbst ohne Lüfter für frische Luft sorgt.

Temperaturtest - Last

Einbau und Betrieb

Beim Einbau von Hardware erlaubt sich das Arc keinen Patzer. Das Einsetzen eines DVD-Laufwerkes geht auch ohne Schnellverschlüsse fix. Auch bei HDDs erweist sich die Montage als simpel. Nach dem Lösen der Sicherungsschraube kann der 3,5" Einschub entnommen werden und der gewünschte Datenträger mit 2,5 oder 3,5" verschraubt werden. Entkoppler sind bereits integriert. Dank verschiedener Bohrungen kann man Datenträger zudem in verschiedenen Positionen montieren, eine praktische all-in-one Version.

Ansonsten weist der Einbau keine weiteren Besonderheiten auf. Lediglich beim Lüftertausch müssen die jeweiligen Staubfilter entfernt werden. Zum Reinigen genügt allerdings an der Front und der Oberseite ein äusserliches Absaugen. Ausgebaut werden muss der Staubfilter nur an der Unterseite des Gehäuses, hier aber werkzeuglos.

Bis auf die etwas biestigen Abstandshalter am Mainboardtray bietet das Arc beim Einbau heimischer Hardware genug Raum zum entspannten Schrauben. Dank der ausreichenden Durchführungen und dem reichlichen Platz auf der Rückseite des Arc können auch unerfahrene User ohne Aufwand ihre Kabel unsichtbar verlegen. Etwas aufpassen muss man nur auf den nicht ganz fest sitzenden Kantenschutz. Dank der guten Verarbeitung erweist sich dieser aber als rein optisches Goodie.

Da rundum 140 mm Lüfter verbaut werden, schafft Fractal im Inneren des Arc Platz. Große CPU-Kühler wie der HR-02 von Thermalright oder der Prolimatech Genesis haben mehr als genug Raum, selbst mit angebautem Seitenlüfter! Eine GeForce GTX480 passt hingegen selbst mit montiertem HDD-Käfig noch knapp.

Max Doll meint …

Max Doll

Schöner Schein, das trifft das Arc ziemlich genau. Denn irgendwie gewinnt man den Eindruck, dass man dieses hübsche Gehäuse an manchen Ecken besser nicht allzu genau anschauen sollte. Nicht, weil es einen muskulösen Bruder hat, sondern weil man bei zu geringen Distanz die Orangenhaut der dunklen Schönheit sieht. Angesichts der vielen kleinen Verarbeitungs- nicht Mängel, vielleicht eher -Unpässlichkeiten muss sich Fractal beim Namen einfach verschrieben oder eine schwedische Dialektform verwendet haben. Nicht Arc - lieber Argh, mit Ausrufezeichen.

Dabei geht das Konzept des Schönlings letztlich voll auf: Unsere Hardware blieb kühl, das System aber leise, denn die Silent-Ausstattung funktioniert, ebenso wie die Lüfter wenig zu wünschen übrig lassen und die Steuerung für selbige sinnvoll ist. Das gilt auch für die durchdachte Ausstattung mit Staubfiltern rundum. Lediglich abnehmbare Lüftergitter im Heck und der Verzicht auf solche in Boden und Deckel wären wirklich wünschenswert - ebenso wie eine Variante des Gehäuses mit Seitenfenster für Hardwarefans. Ultrasilent-Fanatiker freuen sich über das breite Regelspektrum der mitgelieferten Steuerung sowie die guten Leistungen im drehzahlreduziertem Betrieb. In geschlossenem Zustand kann das Arc zwar nichts erschüttern, der Mainboardtray könnte aber einen Hauch mehr Speck auf den Rippen haben. Dünner Stahl, nervt total. Das gilt auch für die sehr strammen USB-Ports an der Front, und die schlecht geschnittenen Gewinde für die Abstandshalter sowie die trotz Nachbesserung in geringem Umfang welligen Meshgitter.

Abgesehen davon ist die Verarbeitung in jeder Hinsicht hochwertig und absolut sauber. Wer ein grundsolides Gehäuse sucht, findet mit dem Arc also genau das Richtige. Für die geforderten 75,- € bietet es vergleichsweise viel und vor allem sinnvolle Ausstattung bezüglich Komfort, Lautstärke und obendrein eine recht gute Kühlleistung - hier hält Fractal, was der junge Ruf verspricht. Hoffen wir also, dass noch eine Version mit Seitenfenster folgt!

  • Positiv
  • Flexibles & effektives Lüfterkonzept
  • Effektive HDD-Entkopplung
  • Staubfilter rundum
  • Lüftersteuerung
  • Ordentliche Lüfter
  • Durchgängiges Farbkonzept
  • USB 3.0 & interner Anschluss
  • Neutral
  • Negativ
  • Verarbeitung Meshgitter, USB, Mobo-Tray
  • Lüftersteuerung nur für drei Lüfter
  • Lüftergitter nicht demontierbar
  • Kein USB 3.0 intern auf 2.0 oder extern Adapter

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