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Tech-Review.de

  • Dienstag, 29. September 2020
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Rasurbo Vort-X U3

Rasurbo Vort-X U3: Ein echter Wirbelsturm?

Einleitung

Die Firma Rasurbo (PNL-Tec) bietet im Bereich Low-Budget sowie Midrange eine breite Palette an Produkten und hat neben Netzteilen, Lüftern auch Gehäuse im Portfolio. Nun schickt Rasurbo mit dem Vort-X U3 ein Gehäuse der neuen Gaming-Reihe ins Rennen. U3 steht in diesem Fall für die USB 3.0 Schnittstelle, welche bei dieser Version zum Einsatz kommt. Daneben gibt es auch noch das U2, welches mit USB 2.0 Schnittstelle für 5 Euronen günstiger zu haben ist.

Gerichtet sein soll dieses Gehäuse an Gamer mit einem sehr kleinen Geldbeutel. Rasurbo will dem geneigten Spieler dennoch ein hohes Maß an Ausstattungsmerkmalen bieten können und dies trotz des geringen Preis von rund 35,- Euro. Beworben wird das neue Gaming-Case mit einem einzigartigen Preis-/Leistungsfaktor.

Das Rasurbo Vort-X U3

Was sich hinter diesen Versprechungen versteckt und ob das Gehäuse wirklich DAS Gamergehäuse schlechthin für Anwender mit viel zu kleinem Portemonnaie ist, wird unser Test auf den nächsten Seiten zeigen.

Verpackung/Lieferumfang

Das Gehäuse kam in einem sicher verpackten, mit den Farben des Herstellers gestalteten Karton und bietet neben den technischen Details auch eine schematische Darstellung des Gehäuses auf der Seite. Mit dem Slogan "Get Quality & Get Value" weißt Rasurbo nochmal auf das Werbeversprechen des perfekten Preis-Leistungsangebots hin.

Die Verpackung - bunt gestaltet und mit vielen Beschreibungen

Ist das Gehäuse erst mal von seiner mit Styropor bestückten Verpackung befreit, zeigt sich das relative Leichtgewicht. Mit gerade einmal 7 Kg Eigengewicht lässt sich das neue Case auch praktisch zur Lan-Party mitnehmen. Um an den Lieferumfang zu gelangen muss das Gehäuse geöffnet werden – nichts Untypisches.

Hier zeigt sich bereits die Preisregion, denn bis auf zwei Kabel-Schellen sind keine speziellen oder außergewöhnlichen Dinge enthalten. Auf den ersten Blick wirkten die Slotblenden für uns doch kurios, denn wir gingen nicht davon aus dass heutzutage diese Blenden noch herausrausgebrochen werden müssen. Leider getäuscht: Um Erweiterungskarten zu montieren, müssen die Brech-Blenden entfernt werden. Anschließend kann man hier mit Karten bestücken oder mit den Blenden aus dem Lieferumfang die Slots abdecken. Unschön.

Weiter enthalten sind die obligatorischen Schrauben für die Montage, sowie die Abstandsbolzen für das Mainboard. Darüber hinaus packt Rasurbo noch drei Kabelbinder, einen Speaker für Diagnosetöne und natürlich das Handbuch dazu. Dieses ist lediglich in Englisch verfasst und zeigt in schematischer Darstellung die einzelnen Montageschritte. Falls einmal eine Halterung des Schnellarretierungssystems kaputt gehen sollte, ist noch jeweils für den 5,25"- und 3,5"-Schacht eine Ersatzhalterung enthalten.

Der Lieferumfang im Detail:

  • Vort-X U3 Gehäuse
  • Handbuch
  • drei Kabelbinder
  • zwei Kabelschlaufen
  • sieben Slotblenden
  • Diagnose-Lautsprecher
  • Winkel
  • Schrauben-Sets
  • Abstandsbolzen
Der umfangreiche Lieferumfang

Technische Daten

Da es sich hierbei um ein Gaming-Gehäuse handelt, erwartet der User natürlich auch eine entsprechende Ausstattung. Beim Rasurbo Vort-X U3 handelt es sich um ein Standard Midi-Tower aus Metall mit Meshelementen. Das Case kann Mainboards mit dem Formfaktor ATX, Micro-ATX und Mini-ITX aufnehmen und verfügt über zwei USB 3.0-Anschlüsse im Frontpanel, welche ebenfalls abwärtskompatibel zum älteren USB 2.0-Standard sind. Desweiteren sind dort Anschlüsse für das Headset und ein Mikrofon zu finden (HD-Audio). Was auch nicht fehlen darf, ist natürlich noch der Power- und Resetschalter.

Das Gaming-Case bietet dabei Platz für insgesamt zehn Laufwerke: Drei 5,25-Zoll- und zwei 3,5-Zoll-Kollegen extern, sowie fünf 3,5-Zoll-Laufwerke im Inneren. Für die Belüftung sorgt ab Werk ein 120 Millimeter-Schaufler der Marke "Ong-Hua" mit dem Labelaufdruck "Max Cube" und der Typenbezeichnung HA1225L12SA-Z sowie einer angegebenen Drehzahl von 800 U/Min. Weitere Lüfter sind nicht installiert, dennoch bietet das Gehäuse Platz um wahlweise einen weiteren 120er im Heck zu montieren oder aber drei 80mm-Lüfter, alternativ zwei 120mm-Lüfter im Seitenteil zu befestigen. Hierbei sollte aber auf den zu verwendeten Kühler geachtet werden, da es dann gerade bei Tower-Kühlern sehr eng werden könnte.

Das Netzteil findet seine Position Old-School-mäßig im Deckel des Gehäuses.

Gehäusetyp: Midi Tower
Maße (BxHxT): 185 x 408 x 475 mm
Material: Gemischt: Metalllbody mit Elementen aus Kunststoff und Mesh
Farbe: Schwarz
Laufwerke: ODD ext. 3
HDD ext. 2
HDD int. 5
SSD int. -/-
Erweiterungs-Slots: 7
M/B: Micro-ATX, ATX, Mini-ITX
I/O: 2x USB 3.0,je 1x Mikrofon & Headset (HD Audio)
Lüfter: Front 1x 120 mm mit LED - blau beleuchtet, 800 RPM, 20 dB(A)
Oben -/-
Hinten 1x 120 mm (Optional)
Seitenteil 2x 120 mm oder 3x 80 mm (Optional)
Max. GraKa-Länge: ~ 280 mm
Max. CPU-Kühler-Höhe: ~ 155 mm
Netzteil: Standard ATX PS2
Netto-Leergewicht: 7,2 Kg
Preis (02.04.2012): ~ 35 €
Preisvergleich: Geizhals Deutschland

Außencheck/Innencheck

Das Vort-X ist sehr elegant aufgebaut, einen tiefschwarzem Lack gehüllt und mit spiegelnden Flächen in der Front. In Kombination mit den Meshelementen, wirkt das neue Gehäuse wirklich stylisch.

Der Deckel ist unscheinbar und besitzt keinerlei Öffnungen, somit fallen Lüfter und die Möglichkeit einen Radiator zu montieren an der Stelle auch weg. Die Front ist das optische Highlight: Mit der spiegelnden Oberfläche sehr schlicht gehalten, zeigt sich das ganze Konstrukt durch die seitlich angebrachten Power- und Reset-Schalter zusammen mit den Mesh-Bereichen für die Laufwerke aufgrund der eingezackten Kunststoff-Umrahmung ein wenig aggressiv und macht das Gehäuse kantig. Die USB 3.0-Schnittstelle ist sehr deutlich an ihrer blauen Farbcodierung zu erkennen. Rechts daneben sind die beiden 3,5-Zoll-Klinkenbuchsen für das Mikrofon und dem Kopfhörer - eine Beschriftung aller Anschlüsse fehlt jedoch komplett. Ganz rechts außen dieses Panels sind übereinander die LEDs für die Statusanzeige der Stromversorgung und der Festplattenaktivität angebracht. Es handelt sich hierbei um ultrahelle LEDs - blau für Power und Rot für die Festplattenaktivität. Die Intensität der LEDs ist zwar sehr stark, aber nicht wirklich störend.

Das Gehäuse in der Frontansicht

Power- und Resetschalter sind leicht eingelassen, wirken im Druckgefühl leider auch überhaupt nicht wertig und hinterlassen einen Eindruck von minderer Qualität. Auch die Wahl des Kunststoffs ist zum Teil unglücklich, da man hier die geringe Materialgüte anhand der billig wirkenden Spiegelung deutlich sehen kann und ist darüber hinaus sehr empfindlich gegenüber Fingerabdrücken.

Bei einer angepriesenen Qualität darf es darüber hinaus auch nicht sein, dass die Slotblenden der 5,25-Zoll-Laufwerke unterschiedliche Rahmenabstände aufweisen und nicht gleichmäßig eingelassen sind. Dies wirft einen ungewollten Schatten am jeweiligen Blenden-Rand und wirkt nicht gerade stimmig. Natürlich lässt sich die Frontpartie auch entfernen und offenbart noch einen positiven Aspekt: Gerade bei den günstigen Gehäusen sind die Halteclips der Front zumeist extrem billig und brechen sehr leicht ab. Beim Vort-X hat Rasurbo mitgedacht und der Frontpartie ein aus Metall bestehendes Clipsystem spendiert. Ebenfalls positiv ist die Tatsache, dass alle Einlässe der Frontklappe durch einen feinmaschigen Schaumstoff gegen Staub geschützt sind. Eine Reinigung des Staubfilters ist aber leider sehr umständlich. Weniger schön sind im Frontbereich des Gehäuses auch wieder die umständlich herausraus-zubrechenden Abdeckungen der 5,25-Zoll-Schächte, so etwas ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Eine Variante wie beim Ganz unten ist dann noch der 120 Millimeter-Lüfter, welcher über eine blaue LED-Beleuchtung verfügt.

Das Seitenteil wird in seinem doch eher cleanen Auftreten durch sehr präsente Lochrastergitter unterbrochen - ist aber optisch sehr stimmig und erinnert durch die Art des Lochmusters an das Displays des Alien-Kampfanzuges vom letzten Predator-Film. Zum besseren Entfernen der Seitentür ist noch eine Griffmulde eingebracht, die beim Abziehen helfen soll.

Das Seitenteil mit den Lüfterplätzen

Die Rückseite ist schlicht, bietet einen Montageplatz für einen 120 Millimeter-Lüfter, ohne die Möglichkeit das Lüftergitter zu tauschen. Darunter sind die sieben Plätze der Erweiterungskarten zu finden. Man begründet mit den vormontierten Blenden zwar stets die bessere Abschirmung der EM-Strahlung des NTs nach Außen - jedoch sind heutige Netzteile bereits so gut gegen Elektromagnetische Strahlung abgeschirmt, dass diese Ausrede nicht mehr gilt. Was noch verständlich, aber dennoch nicht mehr akzeptabel wäre, ist die Begründung mit der dadurch besseren Verwindungssteifheit. Hier wird jedoch zum Nachteil des Nutzers agiert. Anstatt auf diese Brech-Mechanismen zu setzten, tut es eine durchdachte Verstrebung und ausreichende Materialstärke allemal mehr.

Die Rückseite

Leider ist die Wandstärke des Metalls deutlich zu gering: Gerade die Seitenteile und die Rückseite lassen sich sehr leicht biegen und bei der Montage jener Seitenteile wird das Verschließen des Gehäuses zum wahren Geduldsspiel - springen doch ständig die Haltenasen an irgendeiner Arretierungsstelle wieder raus. Man müsste teilweise vier Hände haben, um von allen Ecken der Seitenklappe drücken zu können. Auch hier konnten wir leider keine ausgewiesene Gamerqualität feststellen.

Nun wandern wir mit unseren Blick ins Innere des Gehäuses und schauen, was das Case hier zu bieten hat. Zuerst fällt beim Öffnen direkt auf, dass auch der Innenraum mit schwarzer Farbe lackiert wurde. Die weißen Arretierungssysteme an den HDD-Modulen, den 5,25-Zoll-Laufwerken, sowie den Erweiterungskarten setzten hierbei einen starken Gegenkontrast der nicht schlecht rüber kommt. Leider ist die Lackierung nicht überall sauber aufgetragen. Besonders bei den Laufwerksmodulen ist die Farbe unsauber verarbeitet und zeigt viele helle Stellen und deutlichen Lacknebel.

Beginnen wir mit dem Tray: Hier ist die Aussparung für eine Montage eines CPU-Kühlers ohne Ausbau des Mainboard zu sehen. Diese ist nicht zu klein gewählt und sollte mit den gängigen Kühlern auf dem Markt funktionieren. Rechts unten sowie rechts Oben sind noch weitere Löcher in die Platte gestanzt durch die man seine Kabel an die Rückseite führen und damit verstecken kann. Alle Kanten sind hierbei sauber durch eine Falz schnittsicher gefertigt worden - gerade in diesem Preissegment keine Selbstverständlichkeit. Gut zu sehen sind auch die beiden Kabelführungen für die Verlegung der Kabel auf der Rückseite.

Praktische Kabeldurchführungen, wenn auch eher klein

Den Blick nach rechts gerichtet kann man die beiden Module sowohl für die 5,25-Zoll- als auch für die 3,5-Zoll-Laufwerke finden. Das Arretierungssystem ist hier werkzeuglos und lediglich in seiner Größe verschieden. Das System ist jedoch nur einseitig, was gerade z.B. bei Frontpanels und Co zum Problem wird. Rasurbo bietet hier aber die Möglichkeit an, eine der anderen Arretierungsblenden zu entnehmen und auf der gegenüberliegenden Schachtseite ebenfalls wieder zu montieren. Damit werden die Einbauten dann von zwei Steckpunkten gehalten. Wem das jedoch immer noch nicht ausreicht, der kann auch die altbekannte Schraubmethode verwenden - dazu einfach die Arretierungsblende weglassen. In diesen beiden Modulen lassen sich insgesamt elf Laufwerke unterbringen, sie bieten jedoch keinerlei Entkopplung in jeglicher Art an, was auf eine nicht geringe Lautstärke in der Praxis schließen lässt.

Gegenüber der Module ist die Rückseite des Gehäuses zu bestaunen, obwohl das Staunen hier leider ausbleibt. Bis auf die sehr billig wirkenden Schnellverschlüsse für die Erweiterungskarten hat die Rückseite nichts wirklich Nennenswertes zu zeigen. Einen Platz für einen 120 Millimeter-Lüfter und die normale Aussparung des I/O-Panels sind die einzigen Features, die hier zu nennen sind.

Die Erweiterungskarten werden über ein Schnellarretierungssystem eingebunden

Der Boden als auch der Deckel haben keinerlei Features für uns parat und weisen zudem auch keine Möglichkeit einer Lüftermontage auf. Gehen wir also auf der nächsten Seite weiter direkt zum Einbau unserer Hardware und schauen, ob die Ausstattung das leisten kann, was der Hersteller verspricht.

Praxis - Einbau

Folgendes Testsystem kam dabei zum Einsatz:

Motherboard ASRock N68C-S (AM2+)
CPU AMD Athlon64 X2 4200+ EE 2200 MHz 2x512KB
RAM 1024 MB DDR2 800Mhz Corsair PC2-6400 CL5
Grafikkarte
ATI Radeon HD 5850 (Cypress) (Core-Clock 775 MHz - Mem-Clock 1125 MHz)
Betriebssystem
Microsoft Windows 7 64bit
CPU-Kühler
Spire - TherMax 2 (SP679) AM2
Festplatte
1 x 160GB Samsung HD160JJ 7200rpm sATAII
Netzteil
Gigabyte Superb 720 GE-P610A-C2

Zuerst haben wir die im Lieferumfang befindlichen Abstands-Bolzen am Tray befestigt. Beim Eindrehen der Bolzen muss man hier entweder ein wenig mehr Kraft investieren, aufgrund einer zu dicken Lackschicht beim Schraubloch, oder beim nächsten Stück die Kräfte zügeln, denn die Bolzen überdrehen teilweise sehr schnell wegen des schwachen Materials.

Bevor wir nun aber unser Mainboard einbauen können, musste erst das Netzteil hinein, da wir dieses aufgrund unseres großen CPU-Kühlers später nicht mehr hätten montieren können. Allgemein ist es doch sehr beengt in dem Case. Gerade wenn man wie wir ein Netzteil ohne Kabelmanagement verwendet wird das anschließende Einbauen des Mainboards aufgrund ständig dazwischenliegender Kabel zum echten Geduldsspiel. Schließlich möchte man nirgends unglücklich anecken und die Hardware ggf. beschädigen. Um die Kabel zu verlegen bietet die Rückseite zwei metallische Haltefedern an, wo sich auch die dickeren Kabel des Frontpanels verstauen ließen. Für weitere Kabel wurde es dann aber schon sehr eng, denn zwischen Tray und Seitenteil stehen einem gerade einmal 0,6 - 1,0 Zentimeter Luft zur Verfügung - je nachdem wie verlegt wird, denn das Tray hat ja noch mehrere Ausbuchtungen. Dicke Kabel wie der ATX-Stecker fallen somit auch schon weg, speziell auch wegen der viel zu kleinen Löcher im Tray, durch die sich kein großer Stecker durchbugsieren lässt. Also müssen alle Kabel vom NT doch direkt im Inneren verstaut werden, was dem Airflow mit Sicherheit nicht zugutekommt.

Im nächsten Schritt sollte unsere Grafikkarte ihren Platz einnehmen: wozu natürlich auch hier wieder die Slotblenden weichen mussten. Was sich einfach anhört ist jedoch aufgrund des umständlichen Verschlusssystems mit seinen wuchtigen Abmessungen eine echte Fummelarbeit. Schließlich ist das Board schon eingebaut und somit bleibt nur sehr wenig Platz, um die Blenden mehrfach an den Sollbruchstellen zu verbiegen und jene dann schlussendlich entfernen zu können. Sehr unschön gelöst.
Unsere Grafikkarte war nun also zum Einbau bereit, wenn, ja wenn da nicht wieder das Arretierungssystem wäre, das komplett versagte. Nachdem wir die Karte in unserem Mainboard eingesteckt hatten, ließ sich nur mit viel Kraft gerade einmal einer der Verschlussmechanismen dazu bewegen, einen Sperrpin in den Slot zu stecken. Den zweiten Schieber bekamen wir auch mit viel Kraft und Rumprobieren einfach nicht an der Karte vorbei und weit genug herein, um den Pin in das Gewindeloch zu stecken. Mit nur einem Verschluss war die Karte aber in keinster Weise fest und wir entschieden uns dann, eben auch weil wir keine Lust hatten die Arretierung abzubrechen, das komplette Halte-System zu demontieren und die Karte mit Schrauben zu sichern, was auch super funktionierte. Hier hätte Rasurbo gleich auf Rändelschrauben setzten sollen.

Mit der Grafikkarte im System wurde es nochmal deutlich enger. Auch der CPU-Kühler tat sein Übriges um das Platzangebot beim Installieren der restlichen Kabel und Teile zu stören. Da es keinerlei Info beim Hersteller über die maximalen Maße für Kühler und Grafikkarte gibt haben wir selber nachgemessen: Wenn man beim HDD-Modul in den ersten beiden Slots auf Laufwerke verzichtet passt eine Grafikkarte mit maximal ~280 Millimeter hinein. Beim Kühler ist hier bereits bei rund 155 Millimeter Schluss. Bei unserem Testsystem waren nämlich die Haltefedern des Lüfters beim Schließen des Gehäuses nur knapp einen Millimeter von der Seitentür entfernt, ein Einbau eines Seitenlüfters entfällt in dieser Konstellation sowieso.

Möchte man nun ein optisches Laufwerk einbauen, so muss zunächst die Front abnehmen, die Frontblende des Schachts herausbrechen, das Arretierungssystem entfernen und anschließend das Laufwerk dann eingeschoben werden. Danach wird die Verschluss-Blende mit den Pins ins Laufwerk gesteckt und das Rad nach rechts auf das abgeschlossene Schloss-Symbol gedreht.

Einfacher geht der Einbau der Festplatte. Diese wird nach dem Entfernen des Verschlusses in das Modul eingeschoben und jener Verschluss dann wieder aufgesetzt und gesperrt. Für optische Laufwerke und Festplatten ist diese Arretierung ausreichend, wer jedoch auf Nummer Sicher gehen möchte sollte auf eine Schraubvariante wechseln.

Auch bei 3,5 Zoll-Laufwerke kommt das Arretierungssystem zum Einsatz

Nun muss nur noch der USB-Stecker auf das Mainboard gesteckt werden, damit die Schnittstelle auch genutzt werden kann. Wer boardmäßig jedoch nicht über einen geeigneten Anschluss verfügt, muss leider auf die USB 3.0-Schnittstelle beim Kauf verzichten und die Variante des Vort-X U2 nehmen, welche mit USB 2.0 ausgestattet ist.

Der USB 3.0 Stecker für das Mainboard

Das fertige System sieht dann so aus:

Lüfter/Lautstärke

Wie schon in den vorangegangen Seiten erläutert wurde, ist das Vort-X ab Werk mit nur einem Lüfter in der Front ausgestattet. Hierbei handelt es sich um einen 120 Millimeter-Schaufler der Marke "Ong-Hua" und der Typenbezeichnung HA1225L12SA-Z sowie einer Drehzahl von 800 U/Min. Leider ist der Lüfter nicht in seiner Drehzahl geregelt und werkelt trotz der geringen 800 Umdrehungen nicht gerade leise. Im Betrieb ist ein schwaches Lagerschleifen zu hören und die Strömungsgeräusche sind ständig präsent - also nichts für Silent-Fans. Für das Ambiente im Gehäuse sorgt die blaue LED-Beleuchtung des Lüfters.

Damit es im Gehäuse nicht zu warm wird, lässt sich im Heck ein 120er Schaufler montieren. Darüber hinaus kann man im Seitenteil drei 80mm-, alternativ zwei 120mm-Lüfter unterbringen. Hierbei sollte aber auf die maximale Höhe des verwendeten Kühler geachtet werden, denn ein Lüfter bringt nichts, wenn sie keinen Platz zum Arbeiten, sprich zum Bewegen von Luft, haben. Zwischen Kühler und Lüfter im Seitenteil sollte also ausreichend Abstand vorhanden sein.

In Puncto Lautstärke kommt das Case leider auch nicht gut weg. Da es keinerlei Entkopplungen des Netzteils und der Laufwerke gibt und das Material sehr Anfällig für Körperschall ist, bekommt der Anwender beim Anwerfen der Maschine direkt das Brummen der drehenden und arbeitenden Komponenten zu hören. Es ist zwar nicht lästig, aber deutlich hörbar und kann dadurch den einen oder anderen Benutzer natürlich stören.

Mario Kramer meint …

Mario Kramer

Ein positives Fazit zu ziehen ist garnicht so einfach, denn das Gehäuse weist schon eine Reihe von Schwächen auf die teilweise durch kostengünstige Änderungen nicht hätten sein müssen. Das zu schwache Material und die nicht funktionierende Slotkartenhalterung sind wohl die deutlichsten Mängel des Gehäuses. Bei der Ausstattung kann man mit dem Hintergrund des geringen Preises jedoch nicht meckern. Weil es das Gehäuse in mehreren Ausführungen (USB 2.0 und 3.0) zu kaufen gibt, ist für jeden Interessenten auch die richtige Variante zu haben.

Das Gehäuse bietet ausreichend Platz für Laufwerke, kann auch leistungsstärkere Grafikkarten aufnehmen und so gut wie alles lässt sich werkzeuglos montieren. Da hinken andere Gehäuse derselben Preisklasse oftmals hinterher. Klar, die Features sind nicht wirklich alle durchdacht, aber bis auf die Inkompatibilität bei schweren Karten am Verschluss-System der Erweiterungsslots funktionell und erfüllen ihren Zweck. Wem das aber zu unsicher ist, der kann jeder Zeit auf die Schrauben-Variante umspringen.

Trotz der positiven Aspekte wie dem sehr schönen Design, der Ausstattung und dem geringen Gewicht können wir hier keine klare Kaufempfehlung aussprechen, es kommt halt immer darauf an was dem Anwender in dem Segment wichtig ist und da hat das Vort-X diverse Schwächen, aber zum Teil auch seine Vorzüge aufzeigen können. Ein Preis-/Leistungs-Champion ist es aber nicht, weswegen wir dem Gehäuse auch keinen Award überreichen können.

  • Positiv
  • Werkzeuglose Montage
  • USB 3.0-Schnittstelle
  • Umfangreiches Zubehör
  • Lackdichte und -Festigkeit
  • Ansprechendes Design
  • Staubschutz in der Front
  • Stabile Halteclips der Frontpartie
  • Großzügiges Montageloch im Tray für den Kühlerwechsel
  • Alle Kanten abgerundet
  • Preis
  • Neutral
  • Negativ
  • Zu schwaches Material und damit hohe Körperschall-Empfindlichkeit
  • Teilweise schlechte Lackierung bei den HDD-Modulen
  • Keine Entkopplung
  • Arretierungssystem der Erweiterungsslots für schwere Karten nicht nutzbar
  • Kaum Platz hinterm Tray für Kabelmanagement
  • Lautstärke des Lüfters
  • Ungleichmäßige Kanten der Laufwerksblenden
  • Sehr instabile und dadurch schwer zu montierende Seitenteile

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