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Tech-Review.de

  • Freitag, 23. Oktober 2020
Fractal Design Arc XL

Fractal Design Arc XL: Im Test

Einleitung

Bei der Wahl des richtigen Gehäuses spielt für viele Anwender neben der reinen Nutzung auch das Design der richtigen Hardwareverpackung im großen Maße mit in die Entscheidung hinein. Subjektive und damit spezielle Vorlieben haben dafür gesorgt, dass es heute Gehäuse in alle möglichen Formen, Farben und Ausstattungsvarianten zu kaufen gibt. Die Hersteller sorgen mit einer stetigen Erweiterung des Portfolios dafür, dass eine möglichst große Zielgruppe mit den eigenen Produkten angesprochen werden kann. Gesteigerte Quantität bedeutet aber eben nicht immer auch automatisch bessere Qualität der Produkte. Die in Schweden ansässige Firma Fractal-Design bietet mit aktuell 18 verschiedenen Gehäusevarianten den Käufern eine große Auswahl an, setzt dabei allerdings auf Updates bestehender und etablierter Modelle, anstatt auf eine ständige Neukreation. Die Gehäuse werden dabei in vier Anwendungsgruppen oder Serien gegliedert, bei denen jede Serie eine andere Kundschaft anvisiert.

So ist die Arc-Serie auf gute und optimierte Kühlung ausgelegt, bietet eine Reihe von Montageplätzen für Lüfter und Radiatoren und ist damit schon von Haus aus auf eine optimierte Wärmeabführung ausgelegt. Die Define-Serie gehört zur beliebtesten Sparte der Anwender, da es sich hierbei um platzpotente Gehäuse handelt die gute Kühlung bieten und dazu aber speziell durch Dämm-Materialien auf Silent-Eigenschaften getrimmt sind. Bei der Core-Variante dreht sich alles um das Motto "Weniger ist mehr", hier finden sich Gehäuse die mit einer soliden Grundausstattung ohne Schnickschnack daher kommen und mehr für die Sparer oder Enthusiasten unter den Usern gedacht ist. Zu guter Letzt gibt es dann noch die Node-Reihe, hierhinter verbergen sich aktuell drei HTPC-Modelle welche ideal im Bereich von Media-PCs, fürs Wohnzimmer oder als Dateiserver anzuwenden sind bzw. die ähnliche Anwendungsgebiete mit dem Fokus auf kompakte Abmaße setzen.

Der Arc XL basiert auf den Grundaufbau des Arc Midi R2 (Testbericht), ist dabei jedoch nochmal deutlich in die Höhe gewachsen. Mit knapp 57,2 Zentimetern ist er ganze 13 Zentimeter höher als der Define XL R2. Bei der Breite sind die großen Modelle so gut wie gleichauf, in Puncto Länge muss sich das Gehäuse mit 55,2 Zentimeter aber zum Define XL mit 8 Millimeter mehr geschlagen geben. Dennoch sind beim Arc XL und dem Define XL die Dimensionen beider Gehäuse ersichtlich. Betrachtet man den Innenraum im Vergleich zum Arc Midi R2 mit 54,5 Litern Fassungsvermögen kommt der Arc XL mit 73,3 Litern schon beachtlich gut weg und zeigt deutlich, wieviel Platz für jede Menge Hardware das Gehäuse bereitstellt. Nun ist das Gehäuse nämlich in der Lage auch die ganz großen Mainboard-Formate aufnehmen zu können: E-ATX oder XL-ATX ... kein Problem mehr! Des Weiteren kann der Arc XL mit diversen Detailverbesserungen zum kleineren Bruder (Arc Midi R2) aufwarten, zu denen wir auf den weiteren Seiten ins Detail gehen werden.

Der Lieferumfang

Auch wenn das Case nicht zu den schwersten Gehäusen gehört, die bisher unsere Redaktion besuchten - wir erinnern hier nur mal an den Cooler Master Cosmos 2 - hatte der Postbote mit den gut 17 Kg ordentlich zu schleppen. Ausgepackt aus der Umverpackung zeigte sich der Fractal-typische braune Karton des eigentlichen Gehäuses. Hierauf waren beidseitig schematische Darstellung vom Case, sowie die dazu passenden Technischen Daten abgedruckt.

Die Verpackung

Sogleich aus diesem Karton befreit offenbarte sich dann alles Mitgelieferte. Dazu gehört das bebilderte Montagehandbuch, einen roten Supportzettel sowie ein umfangreiches Schraubenset, welches in einem kleinen Karton in eines der HDD-Module eingesteckt wurde. Hierin sind alle notwendigen Montagematerialien, eine Einschraubhilfe für die Abstandsbolzen sowie sechs handelsübliche Kabelbinder zu finden.

Der Lieferumfang im Detail:

  • Montage-/Schrauben-Set
  • Mehrsprachiges Handbuch
  • Hinweiszettel für den Support
  • Sechskant-Hülse mit Aufnahme für einen Schraubendreher an der Oberseite für die Abstandbolzenmontage
  • 6 Kabelbinder
Der Lieferumfang

Die technischen Daten

Zielgruppengerichtet bietet das Gehäuse eine Reihe an praktischen Features an. Wie zum Beispiel das entsprechend leistungsstarke Lüfterkonzept mit vielen Montageplätzen und großflächigen Meshbereichen. Selbstverständlich fällt neben der Luftkühlung auch die Wasserkühlung nicht aus der Planung und wurde an diversen Stellen durch Platzkompatibilität oder vorgebohrter Montagelöcher bedacht. XL ist beim Gehäuse wörtlich gemeint, denn es kommt mit einem sehr großzügigen Platzangebot daher. Der Arc Midi R2, auf dessen Konzept auch der XL aufbaut, war schon großzügig in seiner Platzgestaltung und wird mit dem XL nochmal deutlich übertroffen.

Für eine praktische Steuerung der drei vorinstallierten Lüfter sorgt die im Frontpanel integrierte Lüftersteuerung. Dazu kommen je zwei Anschlüsse für USB 2.0 und USB 3.0 als natürlich auch entsprechende Buchsen für Kopfhörer und Mikrofon. Auch auf der Seite des Gewichts ist das Gehäuse gut gefüttert und bringt Netto stolze 13,8 Kg auf die Waage - lässt damit aber auf eine solide Bauweise schließen. Zeitgemäß wurde auch beim Arc XL an 2,5" kompatible Einbaumöglichkeiten gedacht, welche nicht nur in alle 3,5" Laufwerksrahmen geschraubt werden können, sondern gleich zwei dieser Kollegen an der Rückseite des Mainboard-Trays in je einer eigenen Halterung seinen Platz finden.

Modellbezeichnung Fractal Design Arc XL
Modellnummer (SKU) FD-CA-ARC-XL-BL-W
Gehäusetyp Big-Tower
Maße (HxBxT) 572 x 232 x 552 mm
Material Stahl, Kunststoff
Farbe Schwarz
Laufwerke 5,25" ext. 4
3,5" ext. -
3,5" int. 8 (SSD 2,5"-Kompatibel)
2,5" int. 2 (hinter MB-Tray)
Erweiterungs-Slots 9
M/B ATX, Micro ATX, Mini ITX, E-ATX, XL-ATX
I/O 2x USB 3.0 / 2x USB 2.0 / HD Audio / Lüftersteuerung
Lüfter Front 1 x 140 mm, 1000 U/Min, Silent Series R2, Hydraulig-Lager (install.) 1 x 120/140 mm (optional)
Oben 1 x 140 mm, 1000 U/Min, Silent Series R2, Hydraulig-Lager (install.) 2 x 120/140 mm (optional) 1 x 180 mm (optional, statt zwei 120, 140 mm)
Hinten 1 x 140 mm, 1000 U/Min, Silent Series R2, Hydraulig-Lager (install.)
Seite -/-
Boden 1 x 120/140 mm (optional)
Wasser-
kühlungs-
Kompatilät
Front 240 mm Radiator SLIM - wenn HDD Module entfernt oder repositioniert
Oben 240mm Radiator (thick) oder 280 und 360 mm Radiator (slim)
Hinten 120 mm Radiator
Boden 120/140 mm Radiator
Max. GraKa-Länge 330 mm - mit installieren HDD-Modulen 480 mm - mit entfernten HDD-Modulen
Max. CPU-Kühler-Höhe 180 mm
Max. NT-Länge (Tiefe) 190 mm - mit installiertem Bodenlüfter 345 mm - mit entferntem Bodenlüfter
Netto-Leergewicht ~ 13,8 Kg
Preis: ~ 100 €
Garantie: 2 Jahre
Hersteller Fractal Design
Preisvergleich Geizhals Deutschland
* Herstellerangabe

Außencheck

Der Arc XL von Fractal-Design stellt das Gehäuse mit den größten Werten im Bereich der Höhe dar und übertrifft damit sogar den Big-Tower "Define R2" um ganze 13 Zentimeter. Zum besseren Vergleich haben wir drei Gehäuse aus der Reihe Arc und Define mal samt ihrer Features in einer übersichtlichen Liste zusammengefasst. Interessant hierbei ist, dass das Arc XL fast die identischen Details des Define XL R2 aufweist, das Gehäuse aber zum einem höhere CPU-Kühler aufnehmen kann, sich SSDs hinterm Tray verbauen lassen und nochmal ordentlich beim Gewicht eingespart wurde.

Modellbezeichnung ARC XL DEFINE XL R2 Arc Midi R2
Gehäusetyp Big-Tower Big-Tower Midi-Tower
Maße (HxBxT) 572 x 232 x 552 mm 559 x 232 x 560 mm 460 x 230 x 515 mm
Laufwerke 5,25" ext. 4 4 2
3,5" int. 8 (SSD 2,5"-Kompatibel) 8 (SSD 2,5"-Kompatibel) 8 (SSD 2,5"-Kompatibel)
2,5" int. 2 (hinter MB Tray) - 2 (hinter MB Tray)
Erweiterungs-Slots 9 9 7+1
M/B ATX, Micro ATX,
Mini ITX,
E-ATX, XL-ATX
ATX, Micro ATX,
mini-ITX, E-ATX
and XL-ATX
ATX, Micro ATX,
Mini ITX
Verbaute Lüfter 3 3 3
Max. Lüfter 7 7 7
Max. GraKa-Länge 330 mm / 480 mm 330 mm / 480 mm 290 mm / 430 mm
Max. CPU-Kühler-Höhe 180 mm 170 mm 180 mm
Max. NT-Länge (Tiefe) 190 mm / 345 mm 190 mm / 345 mm 170 mm / 270 mm
Netto-Leergewicht ~ 13,8 Kg ~ 16,4 Kg ~ 10,7 Kg
Preis: ~ 100 € ~ 110 € ~ €
Hersteller Fractal Design Fractal Design Fractal Design
Preisvergleich Geizhals Deutschland Geizhals Deutschland Geizhals Deutschland
* Herstellerangabe

Optisch bleibt sich die Serie auch beim XL treu und ist vom Aufbau her schlicht, aber mit den großzügigen Mesh-Bereichen und Alu-Optik-Akzenten auch gleichzeitig elegant. Die Kombination aus dunklen, pulverbeschichteten Lack und der gebürsteten Front mit den abgerundeten Ecken sieht nicht nur hochwertig aus, sondern vermittelt einen wirklich edlen Eindruck beim Anwender. Er ist nun eben nicht mehr so "normal", sondern schon ein ausgewachsener Full-Size-Tower und beansprucht unterm oder auf dem Tisch natürlich auch entsprechend viel Platz für sich allein.

Mit ganzen vier 5,25" Schächten steht genug Raum für mehrere DVD-Laufwerke oder auch Steuerpanels zur Verfügung - zum Beispiel für den Einbau einer zusätzlichen Lüftersteuerung. Dabei ist die Front als gebürstetes Alu-Imitat gestaltet, was nicht nur gut aussieht, sondern auch sehr edel wirkt. Das Fractal-Logo ist nun im darunter befindlichen Mesh-Bereich zu finden und fügt sich damit sehr harmonisch ins Designkonzept ein. Hinter diesem Mesh, was zugleich eine per Druckknopf-Technik (PushPin) zu öffnende Front-Klappe darstellt, verbirgt sich der 140mm-Frontlüfter aus der eigenen Silent R2-Serie.

Von der Seite betrachtet, ist direkt das Acryl-Fenster zu sehen, welches über eine leichte Tönung verfügt und einen großzügigen Blick ins Innere des Gehäuses und damit später auf die verbaute Hardware zulässt. Gerade Modder lieben es, wenn die mühsam zusammengestellte und sauber verbaute Hardware auch von Betrachtern in Form von Sichtfenstern wahrgenommen und bestaunt werden kann.

Das Seitenfenster auf der linken Gehäuseseite

Der Deckel verfügt neben dem sehr großen Meshbereich über das bereits angesprochene I/O-Panel mit den vier Buchsen für USB-Geräte - je 2x USB 2.0 und 3.0 - sowie die Anschlussmöglichkeiten für HD Audio in Form von Kopfhörer und Mikrofon. Des Weiteren ist hier die integrierte Lüftersteuerung zu finden, welche in den Stufen 5 V, 7 V und 12 V die drei vorinstallierten Lüfter ansteuert. Auch wenn noch weitere Lüfter in das Gehäuse eingebaut werden können, ist diese Steuerung leider nur auf drei Kanäle bzw. drei Anschlüsse reduziert, weswegen man bei einer Vollbestückung eher zu einer separaten Lüftersteuerung greifen sollte. Mit geringem Aufwand wäre hier mit Sicherheit eine bessere Lösung machbar gewesen, schließlich zielt das Konzept ja auf Vollbestückung und mit dem nun großen Platzangebot auch für eine Vollbestückung mit leistungsstarken - und damit heizenden - Grafikkarten.

Auf der Rückseite ist zunächst der große Freiraum unterhalb des Deckels zu sehen, der mit einem Lochraster bestückt wurde und auch wunderbar den Platz für die Montage von Radiatoren aufzeigt. Apropos Radiatoren: eine externe Wasserkühlung kann hier nicht genutzt werden, da keine entsprechenden Löcher für die Schläuche in der Außenwand vorhanden sind, durch die diversen Kompatibilitätsveränderungen sollte dies aber kein Problem sein. Eine Etage tiefer zeigt sich der mit weißen Rotorblättern bestückte Silent R2 Lüfter des Hecks und darunter die insgesamt neun Slotblenden. Einer Multi-GPU-Bestückung des Systems steht mit diesem Gehäuse also nichts im Wege. Damit vom Netzteil am Boden kein Staub eindringt, ist ein ausziehbarer Staubfilter verbaut, welche aus Nylon besteht und sich sehr bequem reinigen lässt. Nur die Arretierung dessen wirkt ein wenig "klabbrig". Allgemein sind alle Meshbereiche mit leicht zu reinigenden Staubfiltern ausgestattet, sodass der Innenraum schön staubfrei bleiben kann.

Die Ansicht vom Boden zeigt den großen Staubfilter nochmal im Detail und damit auch die enorme Länge, er deckt den kompletten Lochrasterbereich ab - sehr gut. Darüber hinaus und um das Gehäuse zum Untergrund hin gegen Vibrationen zu entkoppeln, setzt die Firma Fractal Design beim Arc XL auf die bewährten Audio-Füße in schicker Chrom-Optik mit großzügigem Gummianteil, gerade auch bei den hinteren Exemplaren. In Kombination mit dem Eigengewicht ist das Gehäuse damit sehr standfest.

Die Unterseite

Innencheck

Eigentlich sind die Rändelschrauben dafür gedacht um werkzeuglos zu arbeiten. Aber bereits das Öffnen der Seitenklappe zwang uns zum Griff nach dem Schraubendreher, da die Schrauben zu fest angezogen waren um per Hand gelöst zu werden. Nicht wirklich praktisch. Die Seitentür wird anschließend einfach wie ein Scharnier aufgeklappt und kann entnommen werden, es findet also kein seitliches Einrasten mehr statt. Hat man die Türe entfernt, fällt nicht nur die komplett schwarze Innen-Lackierung und dadurch die Kontrastwirkung zu den weißen Slotkarten, den HDD-Einschüben und Lüfterblättern ins Auge, sondern auch das Konzept des wirklich großzügigen und gut strukturierten Innenraumes. Alles hat seinen Platz und wirkt sehr geordnet, eben wie beim kleineren Bruder. Der Lack der Innenlackierung ist in Form einer Pulverbeschichtung aufgetragen und sehr widerstandsfähig. Das Mainboard-Tray verfügt über eine großzügig bemessene Ausbuchtung für eine vereinfachte Montage von Kühlern, die einer Backplate zur Installation bedürfen. Somit muss das Mainboard nicht ausgebaut werden, um den Kühler zu tauschen.

Für eine saubere Kabelverlegung hat Fractal Design beim Arc XL auch wieder auf das bewährte Kabelmanagement gesetzt, dass im Vergleich zum kleineren Midi R2 mit sieben statt fünf Durchlässen daherkommt. Da hier natürlich auch kleinere Hauptplatinen (Micro ATX oder Mini ITX) anstelle des normalen ATX-Formates verbaut werden können, sei erwähnt, dass trotz des Kabelmanagements natürlich ein Großteil der Kabelbäume weiterhin zu sehen bleibt, da die Auslässe eben sinngemäß sehr randnah positioniert sind. Wer das nicht möchte, muss halt zur Mini-Version des Gehäuses greifen oder die Kabelbäume mit Sleeve-Material umwickeln. Leider sind diese Gummi-Manschetten wieder nicht geklebt - wie mehrfach von uns bereits gewünscht. Aus diesem Grund kann es eben schnell mal bei dickeren Kabelsträngen passieren, dass die Manschette direkt heraus rutscht. Nervig ist so etwas allemal...

Bei den Laufwerksschächten sind im oberen Teil vier normale 5,25-Zoll-Schächte vorhanden, die ohne werkzeugloses Arretierungssystem daherkommen. Hierfür werden bei der Montage die Rändelschrauben des Lieferumfangs zur Fixierung der Laufwerke verwendet - die gute und bewährte Methode. Bei den Montageplätzen der 3,5"-Medien handelt es sich um zwei getrennte Laufwerkseinheiten mit je vier Einschub-Rahmen - insgesamt also Platz für bis zu acht Laufwerke, mehr als genug. Der obere Festplattenkäfig ist durch das Abschrauben zweier Rändelschrauben direkt und komplett entfernbar oder kann zur Luftstrom-Optimierung um 90° gedreht auf dem darunterliegenden Modul fixiert werden. Damit passen dann auch Grafikkarten bis zu einer Länge von 480 Millimeter in das System. Mit installiertem Festplattenmodul sind es nur noch 330 Millimeter – immer noch ein ordentliches Maß.

Leider war auch hierbei wieder der Schraubendreher zum Lösen der Rändelschrauben notwendig, zudem gibt es bei der oberen Schraube nur sehr wenig Platz, was den Schraubvorgang sehr friemelig macht - unschön. Das untere Modul lässt sich natürlich auch entfernen oder drehen, hierzu muss man allerdings weitere vier Schrauben am Boden und zwei an der Front lösen. Bei den Montage-Rahmen können sowohl 3,5", also auch SSDs mit einem Formfaktor von 2,5" verbaut werden. Lediglich für die 3,5"-Befestigung werden Entkopplergummis angeboten. Eine SSD muss direkt mit dem Einschub-Rahmen verschraubt werden - da jedoch das Flash-Medium keine Vibrationen erzeugt, ist auch eine Entkopplung dessen sinnlos - passt also.

Der untere Käfig kann, zum Beispiel zu Gunsten eines Radiators, auch in die Mitte zum Netzteil hin, also an die Stelle des optionalen Bodenlüfters positioniert und wieder mit dem Boden verschraubt werden. Wer auf die Käfige verzichten kann und dennoch seine SSDs unterbringen möchte, dem räumt Fractal Design eine Montage zweier Laufwerke direkt hinter dem Mainboard-Tray ein. Aufgrund der Hitzeentwicklung einiger Systeme sollte man hier jedoch auf mechanische Laufwerke verzichten und an dieser Stelle auch wirklich nur SSDs verwenden. Wichtig sei auch noch erwähnt, dass man diese Laufwerke jetzt auch im eingebauten Zustand des Mainboards montieren kann, anders als es noch beim Midi R2 der Fall war, da man nun eine eigene Halterung angebracht hat. Ebenso bietet die neue Halterung den Vorteil, dass die Hitzeentwicklung nicht direkt auf das Medium übertragen wird.

Der Deckel bietet die Möglichkeit auf zwei 140 mm, alternativ zwei 120/140 mm oder einen 180 mm (statt zwei 120, 140 mm) Lüfter zu setzten - vorinstalliert ist hier ein 140 mm-Lüfter der Silent-Series R2 von Fractal-Design. Wer stattdessen lieber auf eine Wasserkühlung setzen möchte, kann an dieser Stelle auch einen 240 mm Radiator (dick/thick) oder 280/360 mm Radiator (dünn/slim) verbauen. Möglich wird dies nun durch den hinzugekommenen Freiraum zwischen Mainboard-Oberkannte und Deckel von gut 6,5 cm.

Auf der linken Seite finden wir neben einem weiteren Exemplar des Lüfters die Slotkartenhalterung für PCI-Karten. Diese ist bestückt mit weiß lackierten Blenden, welche über schwarze Rändelschrauben mit dem Korpus verbunden sind. Auch wenn schraubfaule User immer nach einem werkzeuglosen Arretierungssystem schreien, so empfinden wir diese Variante als die beste Lösung - gerade auch im Hinblick auf die Stabilität und Halteleistung auch bei sehr schweren Grafikkarten. Hier ist also alles im Lot. Mit ganzen neun Blenden steht einem Multi-GPU-Verbund nichts mehr im Wege - das Gehäuse ist also für High-End-Bestückung vorbereitet.

Der Boden bietet dann für das Netzteil praktische und geräuschminimierende Auflagepunkte, die zusammen mit dem Schaumstoffring an der Gehäusewand für eine ordentliche Entkopplung sorgen sollen. In den Arc XL passen Netzteile mit einer Länge von 190 mm (mit installiertem Bodenlüfter) und 345 mm, wenn kein Bodenlüfter genutzt und der Platz auch vom HDD-Käfig nicht belegt wird.

Das Netzteil ist vom Boden und Gehäuserahmen entkoppelt

Die Rückseite bietet neben den oben bereits angesprochenen Befestigungspunkten für SSD-Laufwerke mit guten 2,3 Zentimetern Luft zwischen Tray und Seitenwand ausreichend Platz um alle Kabel zu verlegen. Mit den diversen Haltenasen für Kabelbinder ist auch für eine sichere Fixierung der Kabel gesorgt.

Der Einbau

Folgendes Testsystem kam dabei zum Einsatz:

Motherboard MSI K9N Platinium
CPU AMD Athlon64 X2 4200+ EE 2200Mhz 2x512KB
RAM 1024 MB DDR2 800Mhz Corsair PC2-6400 CL5
Grafikkarte ATI Radeon HD 5850 (Cypress) (Core-Clock 775 MHz - Mem-Clock 1125 MHz)
Betriebssystem Microsoft Windows 7 64bit
CPU-Kühler Spire - TherMax 2 (SP679)
Festplatte 1 x 160GB Samsung HD160JJ 7200rpm sATAII
Netzteil Sea Sonic X-Series 460 Watt (Passiv, mit Kabelmanagement)

Mit Unterstützung der Montagehilfe für die Abstandsbolzen ging der Einbau unseres Mainboards wie im Fluge, ausreichend Platz zum angenehmen Arbeiten bietet der großzügig dimensionierte Innenraum allemal. Auch im verbauten Zustand des Mainboards wird der nun vorhandene Platz zwischen MB und Deckel erst wirklich sichtbar. Anschließend fand unser Netzteil seinen Platz im Gehäuse, bei dem wir dieses Mal im Vergleich zur Problematik mit dem Midi R2 auf keine Probleme bei der Verschraubung gestoßen sind. Was den Platz anbelangt, so ist davon am Boden ausreichend für die Kabelbäume des Netzteils vorhanden.

Anschließend musste auch eine Pixelschleuder in das System Einzug finden und an dieser Stelle war für unser Modell genügend Platz zur Seite hin für die Anschlusskabel vorhanden. Entnimmt man den HDD-Käfig ist über Platznot bei der Grafikkarte aber noch weniger zu meckern.

Entnimmt man den Laufwerkkäfig, ist auch genug Platz für überlange Grafikkarten

Im nächsten Zug haben wir unsere Festplatte in einen freien Montagerahmen gesetzt und von der Unterseite mit den Gummi-Ringen gegen Vibrationen entkoppelt.

Das fertige System sieht dann so aus:

Das fertig montierte System

Messungen

Lüfter und Lautstärke:
Fractal liefert seinen neuen Tower mit drei vorinstallierten Lüftern der herstellereigenen Silent Series R2 aus, welche durch eine Verwendung von insgesamt 11 enganliegenden Rotorblättern und einem Drehzahlbereich zwischen mindestens 800 und maximal 1000 U/Min (+-10% bzw. 200 U/Min.) für einen ruhigen Lauf sorgen. In Kombination dessen mit dem für Langlebigkeit bekannten verbauten Hydraulig-Lager und den aus der Luftfahrt übernommenem Flügelkonzept der dickeren Flügelspitzen, welche zur Reduzierung der hörbaren Luftwirbel dienen, hat Fractal Design ein gelungenes Produkt geschaffen. Dabei muss jedoch erwähnt sein, dass die Schaufler speziell für die Verwendung als Systemlüfter konzipiert worden und nicht als CPU-Lüfter zum Einsatz kommen sollten. Begründet wird dies mit dem für dieses Einsatzgebiet zu geringen Luftdurchsatzes. Die eng aneinanderreihenden Schaufelblätter haben hierbei die Funktion und wurden dahingehend optimiert ein möglichst geringes Geräuschniveau zu erzeugen. Der Hersteller gibt als maximalen Schalldruck 18,5 dB(A) an, was einem leisen, aber auch im Silentbereich eher durchschnittlichen Wert entspricht. Ebenfalls nennt er eine Anlaufspannung von unter 6 Volt, dessen Rotorstart z.B. in anderen Reviews jedoch bereits bei exakt 3,5 Volt begann und damit ein sehr gutes Ergebnis darstellt. Alle drei Kollegen benötigen dabei bis zu 0,3 Ampere Strom und liefern ganze ~3,6 Watt Leistung.

Lüfter 140 x 140 x 250 mm
Gewicht 149 gramm
Spannung 12 V
Anlaufspannung 3,5 - 6 Volt
Anschluss 3-Pin
Lagertyp Hydraulik-Lager
Min/Max Schalldruck 14.9 / 18.5 dB(A)
Min/Max Luftdurchsatz 89,70 / 112,13 m 3 /h
Min/Max Luftdruck 0.54 / 0.84 (mm H 2 O)
Farbe Schwarz, weiße Schaufelräder
Beleuchtung Keine
Leistungsaufnahme ~ 3,6 Watt
Ampere 0,3 A
Geschwindigkeit 800-1000 U/Min (± 10% bzw. 200 U/Min)

Im Betrieb haben wir selbstverständlich die Lautstärke der Lüfter bzw. des geschlossenen Gehäuses gemessen, dazu kam ein passives Netzteil als Stromquelle zum Einsatz und alle Lüfter von CPU sowie Grafikkarte wurden angehalten. Aus einer Entfernung von 30 Zentimeter, fixiert auf einem Stativ, haben wir unser Schallpegelmessgerät Voltcraft SL-100 in Stellung gebracht. Das Gehäuse ist dabei geschlossen und nur die verbauten Lüfter sind in Betrieb. Als Messung kommen die Spannungsstufen 12V, 7V und 5V zur Anwendung. Wir verwenden diese Messmethodik, um eine nachvollziehbare Beurteilung zu erreichen. Auf die Verwendung eines laufenden Testsystems ist bei der Schalldruckmessung aus Gründen der kaum zu realisierbaren Vergleichsmessung verzichtet worden. So beurteilen wir das Gehäuse mit seinen Lüftern an sich allein.

Anhand unserer Messung ist schön zu sehen, dass sich das Gehäuse weitestgehend im Mittelfeld befindet. Die Silent R2-Lüfter arbeiten im 5 V-Betrieb angenehm leise, sind aber dennoch nicht für den reinen Silent-Betrieb geeignet. Brüllkäfer sind sie aber beileibe nicht, was der Test bei 12 Volt Spannung verrät. Leider mussten wir feststellen, dass die Lüfter allgemein zum Brummen neigen und genau wie beim letzten Test zum Arc Midi R2 auch einer der Schaufler mit einem Klackern daher kommt - dieses Mal ist es der Frontlüfter. Im Vergleich zum Exemplar aus dem Midi R2 handelt es sich jedoch um ein minimales Klackern, welches nur bei 5 Volt wirklich wahrnehmbar ist. Wer nun eine noch ein aktives Netzteil oder eine etwas lautere Grafikkarte verbaut wird das Geräusch wohl nicht mal mehr wahrnehmen.

Wasserkühlungskompatibilität:
Selbstverständlich ist, wie bereits mehrfach angemerkt, das Gehäuse auch für die Freunde einer Wasserkühlung geeignet. So lässt sich in der Front bei entfernten oder repositionierten HDD-Käfigen ein bis zu 240 mm großer (slim) Radiator verbauen. Im Deckel kann entweder ein 240 mm-Modell (thick) oder ein 280 bzw. 360 mm Radiator (slim) zum Einsatz kommen. Varianten der Größe 120 mm finden sowohl am Boden als auch am Heck einen geeigneten Platz. Am Boden ließ sich sogar ein 140iger verbauen. Was nicht möglich ist, sind externe Radiatoren, da hierzu die notwendigen Schlauchdurchlässe in der Rückwand fehlen.

Verarbeitungsqualität:
Beim Thema Verarbeitungsqualität haben wir an dieser Stelle nur die schon genannten Manschetten des Kabelmanagements zu bemängeln, welche einfach zu locker in den Rahmen eingefasst wurden und schnell herausrutschen konnten. Im Bereich der Lackierung ist alles im Lot, es gibt keinen Lacknebel oder störende Blasen und ausreichend robust ist der Farbanstrich auch noch. Rund um den Korpus ist soweit alles in Ordnung. Bei den Übergängen vom Metall-Body zu Kunststoffteilen gibt es bei Konkurrenzprodukten oftmals unsaubere Spaltmaße - beim Arc XL ist alles stimmig, nicht zu 100% perfekt aber auf einem sehr guten Level, so dass es keinen Grund zum Tadel gibt. Alle Kanten sind abgerundet oder mit einem Gummi-Ring versehen und beugen Schnittverletzungen und Kabelbeschädigungen vor.

Weitere Messungen:

Mario Kramer meint …

Mario Kramer

Das Größer nicht immer Besser sein muss, kennt man. Beim Arc XL jedoch wurden die bewährten Konzepte übernommen und das Ganze über Detailverbesserungen noch optimiert. So passt nicht nur das Design und der Ausbau an sich, sondern die nun vorhandene, werksmäßige Kompatibilität zu gängigen Radiatorengrößen mit vier Einbauplätzen sind ein großer Pluspunkt bei der Bewertung. Ebenfalls zur Pro-Liste hinzu kommt die verbesserte Montage von den zwei SSD-Laufwerken hinterm Mainboard-Tray. Hierbei ist ein Ausbauen des Boards nicht mehr notwendig, was nicht nur Arbeit sondern auch Nerven einspart.

USB 3.0 und 2.0 sind in getrennter Form mit an Board und bieten somit ausreichend Verbindungsmöglichkeiten für den späteren Anwender. Mit insgesamt sieben Plätzen zur Lüftermontage ist für windige Zeiten vorgesorgt. Die drei vorinstallierten Schaufler sind dabei von ihrer Qualität, Leistung und Lautstärke in vollkommen in Ordnung und gutes Mittelfeld - was den Silentfaktor anbelangt. Etwas unglücklich und der Serienstreuung zuzuordnen ist die Neigung eines Exemplars zum Klackern. Hier zeigt sich der Front-Lüfter nicht von seiner besten Seite und weist gerade im drehzahlschwachen 5 Volt-Bereich ein leichtes Klacker-Geräusch auf. Auch wenn die integrierte Lüftersteuerung die drei Lüfter sinngemäß regelt, vermissen wir dennoch die Möglichkeit weitere Exemplare anschließen zu können. So bleibt dem Anwender nichts anderes übrig, als bei einer Bestückung mit weiteren Modellen auch eine separate Steuerung zu verwenden, wenn die Lüfter nicht permanent auf Volllast laufen sollen (Anschluss am NT). Dies stellt daher auch den größten Kritikpunkt dieses Gehäuses für uns dar.

Preislich ist das Gehäuse vollkommen auf der grünen Spur, denn es ist ein Full-Size-Case mit tollen Details und einer großen Kompatibilitätsliste. Auch die großen Mainboards haben mit dem Arc XL definitiv eine geeignete Verpackung - High-End-tauglich ist das Gehäuse allemal. Kaufinteressenten können wir daher eine uneingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen - hier macht man mit dem Erwerb nichts falsch.

  • Positiv
  • Funktionelle Features
  • Tolle Optik
  • gute Verarbeitung
  • großes Platzangebot
  • Ausreichend Platz hinterm Tray
  • Für Wasserkühlungsradiatoren bestens geeignet
  • Praktische Variabilität der HDD-Käfige
  • Flexibles & effektives Lüfterkonzept
  • Staubfilter rundum
  • Effektive HDD-Entkopplung
  • Einfache Montage
  • Großzügiges Montageloch im Tray für den Kühlerwechsel
  • Sowohl für USB 2.0- und 3.0-Mainboard geeignet
  • Reichhaltiger Lieferumfang
  • Arretierungssysteme bieten festen Halt
  • Neutral
  • Negativ
  • Lüftersteuerung nur für drei Lüfter
  • Allgemeines Brummen der Lüfter und ein Mal auch geringes Klackern
  • Lüfter nicht 100% silenttauglich
  • Kabelmanagement-Durchlässe nicht geklebt
  • Fehlende 5,25" auf 3,5“ Adapter-Blende

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