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Tech-Review.de

  • Sonntag, 09. August 2020
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Cooler Master Silent Pro Hybrid 1300W

Cooler Master Silent Pro Hybrid 1300W: Im Test

Einleitung

Unser nächstes High-End-Netzteil im Testlabor kommt vom taiwanischen Hersteller Cooler Master. Das Cooler Master Silent Pro Hybrid 1.300 Watt kombiniert 1.300 Watt Dauerleistung mit 80Plus-Gold-Effizienz und voll-modularem Kabelmanagement und soll insbesondere durch seine Möglichkeiten zur Lüftersteuerung überzeugen. So stellt das Netzteil 7-Volt-Anschlüsse für leise Gehäuselüfter zur Verfügung. Der Netzteillüfter und bis zu zwei Gehäuselüfter können zudem über die mitgelieferte Lüftersteuerung im 5,25"-Format nach den eigenen Vorstellungen geregelt werden. Bis 20 Prozent Belastung soll das Netzteil dank dem von Cooler Master Hybrid Modus getauften, lüfterlosen Betrieb lautlos agieren.

Mit unseren elektronischen Lasten der Firma Chroma werden wir auch diesem Probanden gründlich auf den Zahn fühlen, um neben diesen Features auch die grundlegenden Tugenden Wirkungsgrad, Leistungsfähigkeit und Spannungsqualität zu prüfen. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

Verpackung / Lieferumfang

Cooler Master liefert das Netzteil in einem 40 x 21 x 14 cm großen Karton aus. Die technischen Daten und die vorhandenen Anschlüsse sind aufgeführt, lediglich eine Übersicht über die Kabellängen vermissen wir.

Die Verpackung

Nach dem Öffnen der Verpackung und dem Entfernen einer weiteren Karton-Abdeckung zeigt sich eine Polsterung aus Schaumstoff. Darunter verbirgt sich das Netzteil, die dazugehörigen modularen Kabel befunden sich in einer schwarzen Tasche. Das Frontpanel wird in einem eigenen Fach gesichert, die Schutzwirkung der Verpackung überzeugt uns.

Der Lieferumfang besteht aus Netzteil, Frontpanel, den modularen Kabeln, einer schwarzen Tasche, Schrauben, dem Netzkabel, Handbuch und Garantiekarte. Ein Case-Sticker wäre noch eine schöne Ergänzung.

Der Lieferumfang

Details

Bei der äußeren Gestaltung setzt der Hersteller kleine eigene Akzente bei insgesamt klassischer Gestaltung. Das Lüftergitter wird in Wabenform ausgeführt und von einem silber-farbenen Dekoelement eingerahmt. Wir bevorzugen grundsätzlich klassische Lüftergitter, da die Waben den Luftwiderstand erhöhen und durch die Verwirbelungen den Geräuschpegel vor allem im oberen Lastbereich erhöhen. Der Rest der Oberflächengestaltung folgt dem klassischen Muster: dunkle Beschichtung, Logo auf den Seitenflächen, Datenblatt auf der Oberseite, beschriftete Buchsen für das Kabelmanagement - nicht revolutionär, aber immer wieder schick.

Die äußere Verarbeitung des Netzteils ist einwandfrei. Materialstärke, Passgenauigkeit, Kanten, Oberflächengestaltung und Aufkleber bleiben beanstandungsfrei. Bei den Kabeln setzt Cooler Master auf schicke Flachbandkabel. Auch bei der mitgelieferten Lüftersteuerung (Frontpanel) müssen wir keine Mängel vermerken. Der Einschub für den 5,25"-Schacht fügt sich in alle dunklen Gehäuse ohne Fronttür problemlos ein. Türen könnten aufgrund der leicht überstehenden Drehregler nicht mehr schließen - hier sollte man im Zweifel vor dem Kauf prüfen, ob ausreichend Platz vorhanden ist.

Die Technik

Nach dem Lösen der Schrauben und dem Öffnen des Netzteils fällt unser Blick auf die Elektronik.
Wie immer gilt: Nicht nachmachen - Lebensgefahr!

Die Elektronik dieses Netzteils wird von Enhance gefertigt. Der 135-mm-Lüfter mit HDB Lager kommt von Young Lin und ist ein auf Cooler Master gelabelter DFS1325125 mit einer maximalen Leistungsaufnahme von 3 Watt bei 12 Volt Spannung. Die Eingangsfilterung beginnt direkt an der Buchse mit je einem Paar Y- und X-Kondensatoren. Auf der Hauptplatine folgen zwei weitere X-, zwei Y- Kondensatoren, zwei Spulen und der MOV. Die Eingangsfilterung ist damit großzügig dimensioniert. Als Primärkondensatoren kommen drei 105-Grad-Elektrolytkondensatoren von Panasonic mit 330 Mikrofarad und 420 Volt Spannungsfestigkeit zum Einsatz - perfekt.

Auf der Sekundärseite werden Feststoffkondensatoren sowie 105-Grad-Elektrolytkondensatoren von Nippon-Chemicon, Rubycon und auf der Platine des modularen Kabelmanagements von Suncon (Sanyo) verbaut. Zudem werden Kermaikkondensatoren verwendet. Auch sekundär kommen somit ausschließlich hochwertige Kondensatoren zum Einsatz. Der Sicherungschip Siti PS232S auf der Zusatzplatine am hinteren Ende der Hauptplatine stellt die versprochenen Schutzschaltungen zur Verfügung.

Bei der Analyse des PCB stellen wir fest, dass die Schaltung eigentlich einem Multi-Rail Layout mit vier getrennten 12-Volt-Leitungen entspricht. Allerdings lässt Cooler Master diese vier Schienen zu einer einzigen zusammenlöten, um ein Single-Rail-Netzteil zu erhalten. Die Lötqualität ist problemlos, auch die Kabelenden sind zufriedenstellend gekürzt. Auf eine Abbildung verzichten wir, da die mit dem Gehäuse verbundene Eingangsfilterung das Fotografieren verhindert.

Die Anschlussbuchsen, ohne der Verkleidung

Spezifikationen und Features

Allgemeine Ausstattungsmerkmale:

  • 80Plus-Gold-Zertifikat
  • voll-modulares Kabelmanagement
  • Flachbandkabel
  • semi-passive Kühlung
  • 135-mm-Lüfter mit HDB-Lager
  • Frontpanel mit Lüftersteuerung für Netzteil- und Gehäuselüfter
  • 7-Volt-Anschlüsse für gedrosselte Gehäuselüfter

Kabellänge und Kabelstränge:
Cooler Master setzt bei diesem High-End-Netzteil auf voll-modulares Kabelmanagement. Die benötigten Kabel werden mit den Anschlussbuchsen des Netzteilgehäuses verbunden, die restlichen Kabelstränge bleiben im Karton. In Anbetracht der Leistungsklasse und der Menge an Kabeln und Anschlüssen ist dieses Feature sehr nützlich, um Kabelgewirr im Rechner zu vermeiden. Der ATX-24-Pol-Anschluss ist mit ca. 64 cm gut dimensioniert. Auch die beiden 4+4-Pol-CPU-Anschlüsse zeigen, dass Cooler Master hier auch an die Besitzer großer Gehäuse und Liebhaber unauffälliger Kabelverlegung hinter dem Mainboard-Tray gedacht hat.

Auch die Grafikkartenstränge sind mit 65 cm für den ersten 6+2-Pol- und 73 cm für den zweiten 6+2-Pol-Stecker ausreichend lang. Insgesamt stehen für die Grafikkarten vier Kabel zu je zwei 6+2-Pin zur Verfügung - selbst Systeme mit vier High-End-Grafikkarten können so ohne Adapterlösungen versorgt werden. Für die weiteren Komponenten stehen 12 SATA-, fünf Molex-Anschlüsse sowie ein Floppystecker zur Verfügung. Für die Gehäuselüfter werden zudem drei Lüfteranschlüsse bereitgestellt.

Leistung:
Das 1.300-Watt Modell des Silent Pro Hybrid liefert selbstverständlich 1.300 Watt echte Dauerleistung. 1.260 Watt davon, also knapp 97 Prozent, können auf der 12-Volt-Schiene abgerufen werden, wodurch sich das Netzteil perfekt für moderne Systeme eignet. Cooler Master setzt beim Silent Pro Hybrid auf eine einzige, besonders starke 12-Volt-Leistung. Durch dieses sogenannte Single-Rail-Layout muss bei der Verkabelung keine Rücksicht auf die Belastung einzelner Schienen genommen werden. Andererseits muss der Auslösewert für den Überstromschutz OCP technisch bedingt sehr hoch angesetzt werden, wodurch diese Schutzschaltung wenig wirksam wird. Wir bevorzugen daher grundsätzlich Netzteile mit mehreren, getrennt gesicherten 12-Volt-Leitungen (Multi-Rail).

Auf der 3,3- und 5-Volt-Schiene können bis zu 150 Watt abgerufen werden. Cooler Master stellt neben den von der ATX-Spezifikation geforderten Spannungen auch Anschlüsse mit 7 Volt Spannung für gedrosselte Gehäuselüfter zur Verfügung. Diese dürfen insgesamt mit bis zu 12,6 Watt belastet werden. Je nach verwendetem Lüftermodell reicht dies für einen einzelnen oder über ein Dutzend 120-mm-Lüfter - wir raten dazu, sicherheitshalber die Leistungsaufnahme der geplanten Lüfter nachzuschlagen, um die Anschlüsse nicht zu überlasten.

Schutzschaltungen:
Der Hersteller stattet das Netzteil mit allen notwendigen Schutzschaltungen aus.

  • UVP (Unterspannungsschutz: Falls die Spannungen auf den einzelnen Leitungen unter einen gewissen Toleranzwert fallen, schaltet sich das Netzteil automatisch ab.)
  • OVP (Überspannungsschutz: Falls die Spannungen auf den einzelnen Leitungen über einen gewissen Toleranzwert steigen, schaltet sich das Netzteil automatisch ab.)
  • SCP (Kurzschlusssicherung: Im Falle eines Kurzschlusses verhindert diese Sicherung eine Beschädigung der Kernkomponenten des Netzteils und der einzelnen Systemkomponenten.)
  • OPP (Überlastschutz: Wenn das System “überdimensioniert“ ist, also mehr Leistung vom Netzteil beansprucht wird als es leisten kann, wird diese Sicherung ausgelöst.)
  • OCP (Überstromschutz: Sollte die Last auf den einzelnen Leitungen höher sein als angegeben, schaltet das Netzteil automatisch ab.)

Als Ergänzung zum Pflichtprogramm fügt Cooler Master beim Silent Pro Hybrid noch OTP, d.h. einen Überhitzungsschutz, hinzu. Überhitzt das Netzteil, schaltet es sich ab, um eine Beschädigung zu vermeiden. Das Schutzschaltungspaket ist daher vollständig, der Überstromschutz OCP ist jedoch bedingt durch den extrem hohen Auslösewert wenig nützlich.

Garantie:
Die Garantiezeit beträgt angemessene fünf Jahre. Die Abwicklung erfolgt wahlweise über den Handel oder über die Europa-Niederlassung des Herstellers in den Niederlanden. In letzterem Fall steigen die Kosten im Falle eines Defekts bedingt durch die erhöhten Tarife für den Auslandsversand im Vergleich zu Produkten mit Servicezentrale im Inland.

Das Testsystem

Ein guter Netzteiltest setzt eine gewisse Ausrüstung voraus. Da es mit handelsüblichen PCs nicht möglich ist, bestimmte Lasten für das Netzteil zu produzieren, verwenden wir daher professionelle elektronische Lasten der Firma Chroma. Die Chroma belastet das Netzteil mit den von uns gewählten Einstellungen. Dabei können auch sehr leistungsfähige Netzteile voll ausgelastet werden. PFC-faktor, Spannungen und Effizienz lassen sich daher präzise bestimmen. Damit können wir eine sehr hohe Vergleichbarkeit der Netzteile sicherstellen. Zur Messung der Restwelligkeit verwenden wir ein Vierkanal-Oszilloskop von Tektronix (Tektronix TDS 3014C, 100 MHz, 1,25 GS/s).

Das Testsystem (Chroma)

Die Chroma im Detail:

  • Chroma Digital Power Meter 66202
  • Chroma 6314A DC Electronic Load Mainframe mit 63102A und 63106 Lastmodul
  • 2x Chroma 6314 mit insgesamt acht 63103 Lastmodulen
  • Enermax-Anschlussplatine und Kondensatoren für normgerechte Messung
  • Kalibrierung am 26.10.2010, Rekalibrierung am 26.10.2011
  • Messung bei 230 Volt Eingangsspannung
Die Enermax-Anschlussplatine

Testablauf:

  • 40 Watt feste Last
  • 10% Last
  • 20% Last
  • 50% Last
  • 100% Last
  • Crossloadtest (wie 100% Last, aber minimale Belastung der 3,3 und 5 Volt Schienen)
  • wird vom Hersteller eine dauerhafte Überlastfähigkeit garantiert, wird diese zusätzlich geprüft

Wir möchten an dieser Stelle offen darauf hinweisen, dass wir als Gäste auf der Chroma der Firma Coolergiant Computers Handels GmbH in Hamburg testen. Für diese Unterstützung sind wir sehr dankbar, da eine solche Ausrüstung sehr teuer ist. Wir sind immer selbst vor Ort, bringen unsere Testmuster mit, führen unsere Messungen durch und lassen nicht "remote-testen". Zudem testen wir bei jedem Termin zahlreiche Netzteile - eine systematische Abweichung nach Oben oder Unten würde dann alle Netzteile betreffen. Sollten wir trotzdem auch nur den geringsten Zweifel an unserer Unabhängigkeit haben, werden wir auf weitere Tests an der Chroma verzichten.

Aufgrund der Lautstärke der elektronischen Lasten ist eine Lautstärkemessung an der Chroma wenig sinnvoll. Wir lasten die Netzteile daher auch mit gewöhnlichen Computern in festgelegten Szenarios aus. Damit können wir dann die Lüfterdrehzahl und die Lautstärke messen. Während der Lautstärkemessung mit unserem Voltcraft SL100 Schallpegelmessgerät werden natürlich die Lüfter des Testsystems kurz angehalten.

Testsystem 1

  • Xilence Netzteiltester
  • DVD-Laufwerk
  • zur Simulation von sehr geringen Lasten (Lasttest 1) und zur Bestimmung der PG-Time

Testsystem 2

  • verwendet für Lasttests zwei bis vier
  • AMD Phenom II X4 920
  • Scythe Mugen
  • 4 GB DDR2-1066 RAM
  • Asrock A770 Crossfire Mainboard
  • Sapphire AMD/ATI HD 4870 1024 MB Toxic
  • zwei Festplatten, zwei optische Laufwerke
  • zwei Sharkoon Silent Eagle 1000 LED Fan
  • Rebel 9 Economy
  • Windows-Energiesparmodus, OCCT CPU-Test, OCCT PSU-Test

Die Messwerte

PG-Time
Mit einem Netzteiltester führen wir eine kurze Funktionsprüfung durch und bestimmen dabei die PG time. Das Power Good Signal muss gemäß der ATX-Norm nach mindestens 100 und maximal 500 ms kommen. Das Signal signalisiert dem Mainboard, dass das Netzteil bereit ist, alle Spannungen passen und der Computer gestartet werden kann. Kommt das Signal nicht innerhalb dieses Zeitraums, ist das Netzteil defekt und muss getauscht werden.

Unser Silent Pro Hybrid meldet pünktlich seine Einsatzbereitschaft. Die weiteren Tests finden an der Chroma statt.

Effizienz

Beim Wirkungsgrad bleibt das Silent Pro Hybrid unauffällig. 80Plus-Gold-Niveau wird erreicht, die Messwerte liegen aber am unteren Ende des vorgesehenen Bereichs. So manches gold-Netzteil der Konkurrenz kann etwas bessere Werte verbuchen, aber insgesamt sind wir mit unserem Ergebnis dieses Probanden zufrieden.

Leistungsfaktor (PFC)
Ein PC-Netzteil verhält sich im Stromnetz anders als gewöhnliche (ohmsche) Lasten wie z.B. eine Glühlampe. Die nicht Sinus-förmige Stromaufnahme bedeutet, dass neben der Wirkleistung sog. Blindstrom entsteht. Dies führt zum einen zu einer höheren gemessenen Scheinleistung, zum anderen zu einer Belastung für das Stromnetz. Ein Messwert von "1" an dieser Stelle würde bedeuten, dass das Netzteil sich perfekt verhält und kein Blindstrom entsteht. In der Realität werden wir immer geringere Ergebnisse messen.

Die Leistungsfaktorkorrektur des Silent Pro Hybrid arbeitet unterdurchschnittlich. Da Verbraucher in Deutschland in der Regel lediglich für die Wirkleistung bezahlen, ist dies aber eher sekundär.

Spannungen
12 Volt:

5 Volt:

3,3 Volt:

Die Spannungsregulation auf der 12-Volt-Schiene können wir besonders loben, bei den anderen beiden Schienen vermerken wir gute Ergebnisse. Insgesamt bewerten wir die gemessenen Spannungen daher als gut bis sehr gut.

Restwelligkeit:
20% Last

50% Last

100% Last

Crossload

Crossload II

Die gemessenen Restwelligkeiten sind einfach nur perfekt. Bezüglich Ripple&Noise zählt das Silent Pro Hybrid zu den besten Netzteilen, die wir je im Testlabor hatten. Eine derart gründliche Filterung ist einfach beeindruckend.

Anhang: Lastkalkulation
Für die Messungen an der Chroma wurde folgende Lastkalkulation verwendet:

Hinweis: Dass in der Lasttabelle mehrere 12 Volt Schienen aufgeführt sind, bedeutet, dass mehrere 12 Volt Lastmodule der Chroma verwendet werden. Durch die Verwendung mehrerer Anschlüsse und Lastmodule lässt sich die Messgenauigkeit verbessern. Die Gesamtbelastung der 12 Volt Leitung ergibt sich durch Addieren der Einzelbelastungen.

Die Lautstärke

Lüfterdrehzahl:

Lautstärkemessung:
Hinweis: Das Xilence XQ, Cooler Master Silent Pro Hybrid und das Sea Sonic Platinum 1000 sind semi-passive Netzteile. Wir haben die Lautstärkemessung daher für diese Vergleichsnetzteile nur für Lasten durchgeführt, bei denen die Lüfter genutzt werden. Zudem messen wir in 5 cm Abstand. Daher sind diese Messergebnisse nicht mit denen anderer Seiten vergleichbar.

manuelle Lüftersteuerung:
Cooler Master stattet das Silent Pro Hybrid mit einem Frontpanel aus, das auch den Netzteillüfter regeln kann. Wählt man den manuellen Modus, verzichtet man automatisch auf den passiven Modus bei geringer Last. Der Lüfter ist über den Drehregler zwischen 1.000 und 2.150 Umdrehungen pro Minute (entspricht gemessenen 43,8 bis 62,4 dB(A)) einstellbar. Wird das Netzteil allerdings belastet, wird die Drehzahl jedoch automatisch erhöht. Dabei ist im Vergleich zum Auto-Modus keine Systematik zu erkennen: Während bei mittlerer Last und minimaler Drehzahl im manuellen Modus der Lüfter mit 1.450 Umdrehungen rotiert, sind es im Auto-Modus nur 1.050. Bei unserem fordernden Szenario liegt der manuelle Modus mit 1.925 gegen 2.060 Umdrehungen (bzw. 59,5 vs. 61 dB(A)) im Vorteil. Die manuelle Lüftersteuerung des Netzteillüfters ist daher nicht immer vorteilhaft, wenn man niedrige Lautstärken bevorzugt. In der Praxis eignet sie sich daher nur, um für Übertaktungsprojekte maximale Kühlwirkung zu garantieren, indem man manuell maximale Lüftergeschwindigkeit auswählt.

subjektiver Eindruck:
In Anbetracht der Leistungsklasse ist die Lautstärke des Netzteils akzeptabel, Silentfreunde werden jedoch mit dem Silent Pro Hybrid nicht glücklich. Der semi-passiv-Modus verhindert zuverlässig störende Lagergeräusche bei geringer Drehzahl. Die Elektronikgeräusche, ein leises Rauschen, sind in 50 cm Abstand bei unserem passiven Testsystem noch wahrnehmbar. Die Mindestdrehzahl des Lüfters liegt mit 1000 Umdrehungen pro Minute sehr hoch, der Übergang vom passiven Betrieb zur aktiven Kühlung ist daher bei leisen Systemen hörbar. Bei hoher Last wird das Netzteil zudem störend laut.

Philip Pfab meint …

Philip Pfab

Cooler Master macht beim Silent Pro Hybrid 1.300 Watt vieles richtig: Erstklassige äußere Verarbeitung, voll-modulares Kabelmanagement, großzügige Kabellängen und schicke Flachbandkabel hinterlassen einen erstklassigen guten Eindruck. Mit den praktischen 7-Volt-Anschlüssen für gedrosselte Gehäuselüfter und dem Frontpanel mit Steuerung für Netzteil- und Gehäuselüfter setzt der Hersteller auch bei der Ausstattung Akzente. Die Elektronik überzeugt mit hochwertigen Kondensatoren, perfekter Restwelligkeit und guter bis sehr guter Spannungsregulation. Die Effizienz erfüllt den 80Plus-Gold-Standard, liegt aber eher am unteren Ende des Erwarteten. Auch mit der Single-Rail-Auslegung sind wir in Anbetracht der Leistungsklasse und dem damit einhergehenden Auslöseschwellwert für den Überstromschutz nicht wirklich glücklich. Multi-Rail-Netzteile sind für die meisten unserer Leser sinnvoller.

Etwas enttäuscht sind wir von der Kühlung. Die Minimaldrehzahl des Lüfters ist recht hoch, daher kann das Anlaufen des Lüfters in leisen Systemen stören. Die Möglichkeit, den Netzteillüfter manuell zu regeln, erweist sich in der Praxis als nutzlos. Das Frontpanel ersetzt daher nur die Anschaffung einer Lüftersteuerung für die Gehäuselüfter - falls überhaupt eine dedizierte Lüftersteuerung benötigt wird. Im mittleren Lastbereich zählt das Netzteil zu den eher lauteren Exemplaren, bei hoher Last wird das Netzteil störend laut. Qualitativ ist gegen das Silent Pro Hybrid 1.300 Watt nichts einzuwenden, kleinere Schwächen bei den Details trüben jedoch den Gesamteindruck und werden einige Interessenten abschrecken.

  • Positiv
  • 80Plus-Gold-Zertifizierung
  • lange Kabel
  • Optik, Flachbandkabel
  • Elektronik
  • extrem geringe Restwelligkeit
  • gute bis sehr gute Spannungsregulation
  • Frontpanel mit Lüftersteuerung
  • 7-Volt-Anschlüsse
  • Neutral
  • Negativ
  • hoher Auslösewert für den Überstromschutz, Single-Rail-Layout
  • bei aktiver Kühlung wahrnehmbar bis störend laut
  • Effizienz am unteren Ende von 80Plus Gold

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