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Tech-Review.de

  • Freitag, 14. August 2020
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Totgeglaubte leben länger

Totgeglaubte leben länger: Zalman CNPS16X im Test!

Einleitung

Manche werden sich vielleicht noch gut an die Frühen 2000er erinnern. Damals stand Zalman für innovative Kühllösungen und galt unangefochten als Branchenprimus. Heute, also gut zwei Jahrzehnte später, gehört der südkoreanische Hersteller zumindest im deutschsprachigen Raum schon länger nicht mehr zur ersten Wahl der Anwender. Die Gründe dafür sind vielseitig, können aber durchaus der zwischenzeitlichen wirtschaftlichen Schieflage des Unternehmens und den kontinuierlich stärker werdenden Mitbewerbern zugeschrieben werden. Doch wie ein Phönix aus der Asche betreibt die Firma seit 2019 einen Relaunch ihres CPU-Kühler Portfolios.

Im Fokus steht dabei vor allem die alte Kernkompetenz: Innovation! Durch ein patentiertes 4D Design der Aluminiumlamellen konnte deren Fläche um 15 Prozent erweitert werden und in Verbindung mit der Dual-Lüfter-Lösung soll ein besonders geradliniger, effizienter Luftstrom gewährleistet werden. Auf Basis der DTH-Technologie (Direct Touch Heatpipe) werden zusätzliche Übergänge vermieden, welche die Effektivität der thermischen Übertragung sicherstellt. Auch optisch geht Zalman mit der Zeit und setzt auf ein ARGB beleuchtetes Top-Cover, dass das Herstellerlogo "State of the Art" präsentiert. Die Lüfter folgen farblich derselben Philosophie und lassen sich ebenso mit der Z-SYNC Software konfigurieren. Doch gerade für etwas in die Jahre gekommene PC-Systeme ist die Umsetzung der Beleuchtung - wie der Test zeigt - leider kein kostenneutrales Feature.

Verpackung und Lieferumfang

Die Verpackung ist in einem glänzenden Schwarz gehalten und zeigt auf der Vorderseite hauptsächlich den CNPS16X. Der Informationsgehalt wurde dabei von Zalman im Wesentlichen auf das Notwendigste reduziert. Neben dem Hinweis auf die ARGB-Beleuchtung, welche sich bereits unweigerlich aus dem Produktbild ableitet, steht das 4D Design der Aluminiumlamellen im Vordergrund. Die Angabe auf eine Dual-Lüfter-Lösung suggeriert eine hohe Kühlleistung, auf die sich der Käufer mit dem Erwerb des Produktes freuen darf. Beide Seiten liefern unterdessen keine neuen Informationen, da sie mit dem identischen silbernen holografischen Schriftzug ausgestattet worden sind, der sich schon auf der Front präsentierte. Rückseitig findet der Anwender die wichtigsten Features in sechs Sprachen niedergeschrieben. Dazu gesellt sich eine übersichtlich gehaltene Tabelle mit den technischen Spezifikationen.

Im Inneren erwartet uns zuerst eine ebenfalls sehr hochwertig wirkende weiße Pappschachtel, in der sich wiederum eine weitere Kartonage inklusive des Zubehöres befindet. Direkt darunter ist die Montageanleitung, welche nur darauf wartet, vom Anwender unverzüglich in Augenschein genommen zu werden. Zu guter Letzt empfängt der CNPS16X höchstpersönlich den stolzen Käufer. Anders als üblich sind dabei die Lüfter nicht am Kühlkörper vormontiert, da diese für eine erfolgreiche Installation sowieso demontiert werden müssen. Insgesamt präsentiert sich die Aufmachung in gewisser Weise so, wo das Unternehmen einst war; nämlich ganz oben!

Das doch sehr umfangreich ausfallende Zubehör im Überblick:

  • 1x Backplate
  • 2x Montagehalterungen für Intel LGA 1150/1151/1155/1156/2011-0/2011-3/2066
  • 2x Montagehalterungen für AMD AM3/ AM3+/AM4
  • 4x Unterlegscheiben
  • 4x Arretierungsclipse für die Backplate
  • 4x Aufnahmen für die Abstandshalter
  • 4x Abstandshalter für Intel LGA 1150/1151/1155/1156
  • 4x Abstandshalter für AMD AM3/AM3+/AM4
  • 4x Schrauben für die Befestigung der Montagehalterungen mit der Backplate
  • 2x Schrauben für die Verbindung der Montagehalterung mit dem Kühlkörper
  • 1x Montagerahmen für Intel LGA 1150/1151/1155/1156
  • 1x Montagerahmen für AMD AM3/AM3+/AM4
  • 1x Top-Cover
  • 2x LF120 120-Millimeter-Lüfter
  • 1x Y-Adapter für das Anschließen der Lüfter am Prozessor-Lüfter-Anschluss
  • 1x Gigabyte Kabel
  • 1x LED Kabel
  • 1x Spritze ZM-STC8 Wärmeleitpaste

Technische Daten

Modell Zalman CNPS16X
Kompatibilität Intel LGA 1150/1151/1155/1156/2011-0/2011-3/2066

AMD AM3/AM3+/AM4
Abmessungen (H x B x T) 160 mm x 140 mm x 100 mm
Thermal Design Power (TDP) 150 W
Garantie 1 Jahr
Preis 60 Euro
Preisvergleich Geizhals Deutschland
Hersteller Zalman

CPU-Kühler im Detail

Sofort fällt einem die optische Erscheinung des CNPS16X auf, die sich bereits beim Grundgerüst, also dem Kühlkörper deutlich von der breiten Masse abzuheben weiß. Verantwortlich dafür zeigt sich vor allem das asymmetrische Design der Aluminiumlamellen. Im Gegensatz zum klassischen Aufbau sorgt die patentierte 4D Anordnung nicht nur für ein willkommenes und zugleich abwechslungsreiches Design, sondern bietet zudem satte 15 Prozent mehr Aufnahmefläche für die entstehende Abwärme des Prozessors.

Um vor Korrosion zu schützen wurden die vier Heatpipes prophylaktisch vernickelt. Bei der Kühlfläche hingegen setzt Zalman auf die DTH-Technologie (Direct Touch Heatpipe). Der Grund hierfür war es, einen möglichst effizienten Übergang zwischen dem Kühlkörper und der Wärmequelle (CPU) selbst zu ermöglichen. Zusätzlich vermeidet der Hersteller in der Produktion weitere Kosten, die am Ende wohl dem Anwender zu Gute kommen. Alle Bauteile sind sauber entgratet und weisen demnach keine scharfkantigen Stellen auf, an denen man sich während der Montage verletzen könnte. Die Verarbeitung des Kühlerkörpers ist hervorragend und gibt keinen Anlass zur Kritik, sehr gut!

Auch bei den Abmessungen besinnt sich Zalman auf die klassischen Tugenden. Mit einer Höhe von 165 Millimetern sollten die meisten Gehäuse dem CPU-Kühler noch ein adäquates zu Hause bieten können. In der Breite und Tiefe hingegen zeigt sich der CNPS16X aufgrund der Rahmenkonstruktion und der Dual-Lüfter-Lösung um einiges spezieller. In der Regel sollte es hier jedoch zu keinerlei Kompatibilitätsproblemen kommen, doch Vorsicht ist besser als Nachsicht. Daher empfehlen wir, den heimischen Tower durchaus vor dem Kauf des Kühlers auf sein Platzangebot hin zu prüfen. Auch wenn beim Thema Optik das Design des Kühlkörpers unserer Auffassung nach das Credo mehr als erfüllt, hat sich Zalman bewusst dazu entschieden die Thematik sinnbildlich auf die Spitze zu treiben. Zwar integriert sich das beleuchtete Top-Cover ideal an die äußere Erscheinung, die Lüfterrahmen allerdings treffen dabei nicht zwingend jeden Geschmack. Immerhin verdecken sie zum größten Teil das Alleinstellungsmerkmal des CNPS16X schlechthin, und durch die speziellen Anti-Vibe Pads und den rahmenlosen Aufbau des Impellers selbst, lassen sich die Ventilatoren bei Bedarf auch nicht ohne Weiteres einfach austauschen.

Trotz der individualisierbaren Beleuchtung als eines der größten Kaufargumente, steht diese Funktion leider längst nicht allen Anwendern ab Werk zur Verfügung. Zwar bietet Zalman mit der Z-Sync Software eine Lösung an, um die Lüfter und das Top-Cover seinen Vorstellungen entsprechend zu konfigurieren, auf dem Mainboard setzt das jedoch zwingend einen ARGB-Header voraus. Alternativ ist der CNPS16X zu Razer Chroma kompatibel, die entsprechende Hauptplatine müsste dieses Feature aber als Ausweichmöglichkeit stringent unterstützen. In der Realität werden somit viele User von älteren LGA 115X und AM3 sowie AM3+ Platinen sprichwörtlich im Dunklen gelassen, und dies finden wir sehr schade!

Wer dennoch erleuchtet werden möchte, kann das mit Hilfe des optional erhältlichen Z-Sync Controllers erreichen, der gleichzeitig als Hub für bis zu acht Kanäle fungiert. Aktuell ist dieser am günstigsten beim deutschen Distributor Caseking für 29,90 Euro zu erstehen. In unserem Fall müssten wir auf diese Lösung zurückgreifen, und der Kaufpreis würde sich so von ungefähr 60 auf unglaubliche 90 Euro erhöhen. Zur Erinnerung, wir sprechen hier über einen CPU-Kühler mit einer Kühlleistung von 150 Watt TDP, dessen Kosten bei vollem Funktionsumfang quasi für alle Desktop-PCs die älter als zwei Jahre sind, exorbitant hoch wird.

Somit ist der Fauxpas in puncto Funktionsumfang nahezu perfekt. Abfedern ließe sich dieser Effekt über eine allgemeine Rabattaktion, sofern man beide Produkte bei einer Bestellung erwirbt. Besser würden wir aber die Beilage eines kleinen Controllers finden, der zumindest einen Teil der Beleuchtungsmodi unterstützt. Die Idee des Hubs selbst finden wir zwar überhaupt nicht verkehrt, im Gegenteil. Eine Voraussetzung, ihn unter bestimmten Bedingungen nutzen zu müssen, jedoch schon. Bei dem Relaunch einer Marke kann solch eine Strategie durchaus kontraproduktiv sein, wir empfehlen daher eine grundlegende Reflexion der Strategieabteilung.

Wirklich signifikante Informationen lassen sich zum LF120 nicht finden. Zalman lässt auf ihrer Website vorwiegend die Bilder für sich selbst sprechen, und rückt damit die ARGB-Beleuchtung in den Vordergrund, die im Übrigen für einen erfolgreichen Betrieb dieselben Voraussetzungen wie das Top-Cover erfüllen muss. Als Besonderheit zählen jedoch definitiv das runde Rahmen Design, welche 3,5 Millimeter längere Lüfterblätter als üblich ermöglichen und die patentierten, rund gehaltenen Vibrationsdämpfer. In puncto Laufruhe möchte der Hersteller zusätzlich mit einem "EBR Bearing" überzeugen. Der Aufbau dieses Lagers ist so konzipiert, dass das Gehäuse selbst so staubdicht wie nur möglich gefertigt wird. Durch den geringeren Verschmutzungsgrad über eine lange Laufzeit kann so außerdem eine längere Lebensdauer bei einer geringeren Geräuschkulisse realisiert werden.

Sofern das Mainboard mit einem entsprechenden ARGB-Header ausgestattet ist, oder der Anwender sich zusätzlich den Z-Sync Controller gekauft hat, stehen diesem mit der gleichnamigen Software eine Vielzahl von Konfigurationsmöglichkeiten zur Verfügung. Da sich die Lösungen von den Mainboardherstellern, Zalman und auch Razer Chroma in den Einstellungsmöglichkeiten grundlegend unterscheiden, gibt es keinerlei standardisierte Beleuchtungsmodi, welche wir als feste Norm publizieren könnten. In unserem Fall setzen wir auf die Controller-Lösung, da unsere Testsystem-Hauptplatine mit B350 Chipsatz leider über keinen entsprechenden ARGB-Anschluss verfügt. Die Software selbst ist trotz einer fehlenden deutschen Sprachausgabe - für eine sehr gute intuitive Bedienbarkeit - ziemlich minimalistisch gehalten. Im Hauptmenü finden sich daher insgesamt nur drei Reiter.

Unter "Home" wird dem Anwender die aktuelle Beleuchtungskonfiguration, nebst den aktuellen Systeminformationen angezeigt, da dessen Temperaturen ebenfalls in der Beleuchtung eingebunden werden können. Im zweiten Reiter wird noch einmal explizit auf den Wärmegrad der einzelnen Hardwarekomponenten eingegangen. Das wirkt auf den ersten Blick zwar etwas doppelt gemoppelt, da "Home" aber als eine Art Gesamtübersicht fungiert, betrachten wir das Menü selbst nicht als zu viel des Guten. Bei "Option" kann die Optik den eigenen Präferenzen nach angepasst werden. Hierzu zählen neben dem Skin selbst noch die Farbanzeige des Textes und der Akzente, wie zum Beispiel Grafiken.

Richtig zur Sache geht es definitiv in dem "Pattern"- beziehungsweise "Custom"-Mode, welche sich lediglich im Detail voneinander unterscheiden. Nach der Auswahl der verwendeten Lüfter - um später die einzelnen LEDS der Lüfter korrekt anzusteuern - kann die Konfiguration im Grunde sofort starten. Zalman spendiert dem Käufer insgesamt elf unterschiedliche Beleuchtungsmodi. Im "Pattern Mode" werden die einzelnen Komponenten immer einfarbig ausgeleuchtet, es sei denn, der Modus verfügt über eine RGB-Funktion. Der Definition nach handelt es sich hierbei also um einen normalen RGB-Modus, der noch nicht über eine adressierbare Funktion einzelner LEDs verfügt.

Im "Custom Mode" hingegen können die einzelnen LEDs separat angesteuert werden. Um dem Nutzer einen hohen Interpretationsspielraum von Kreativität zu ermöglichen, steht dafür selbstredend der vollständige RGB-Farbraum von 16,7 Millionen Farben zur Verfügung. Sofern man sich vorher noch nicht richtig austoben konnte, spätestens hier sollte spätestens hier so ziemlich jeder Wunsch ausnahmslos erfüllt werden. Als besonderes Schmankerl kann der Anwender noch darüber entscheiden, ob der Farbverlauf im oder entgegen des Uhrzeigersinns verläuft. Außerdem gibt es insgesamt drei verschiedene Helligkeits- und Geschwindigkeitsstufen für den Farbwechsel.

Montage

Für die Installation setzt Zalman auf eine sockelübergreifende Multiplattform, die als Basis auf eine metallische Backplate setzt. Je nachdem, auf welchem Sockel der Kühler montiert werden soll, muss diese zunächst entsprechend vorbereitet werden. Zuerst werden die Aufnahmen für die Abstandshalter durch die entsprechenden Bohrungen gesteckt, und mit Hilfe der Arretierungsklipse fixiert. Anschließend sind die Abstandshalter inklusive der Unterlegscheiben einfach mit der Aufnahme zu verschrauben.

Nun sind die Montagehalterungen an der Reihe, welche auf die Abstandshalter gesetzt und durch vier Schrauben (zwei pro Seite) eine fest installierte Einheit ergeben. Welche Seite der Backplate überhaupt zum Einsatz kommt, und wo sich die entsprechenden Bohrungen denn genau befinden, ist der sehr gut bebilderten Montageanleitung ohne Probleme zu entnehmen. Nun ist es auch schon an der Zeit den Heatspreader (IHS) der CPU mit Wärmeleitpaste zu versehen und die Kontaktfläche auf dem Prozessor zu platzieren. Da die Halterungsschrauben ab Werk mit einer Federung ausgestattet wurden, wird zuverlässig das Überdrehen verhindert und gleichzeitig sichergestellt, dass der korrekte Anpressdruck erreicht wird. Nachdem die beiden LF120 mit dem Y-Adapter und dem Prozessor-Lüfter-Anschluss auf dem Mainboard verbunden wurden, kann der CNPS16X endlich angreifen!

Anmerkung: Für die Montage des vorderen Lüfters mussten wir aufgrund des großen Lüfterrahmens zwei RAM-Module entfernen. Nach erfolgreicher Installation ließen sich die DIMMs ohne jegliche Komplikationen wieder einsetzen. Eine hohe Kompatibilität, selbst zu ausladenden Arbeitsspeichermodulen, ist somit gegeben.

Weniger erfreulich gestaltet sich dagegen die Demontage des Kühlers. Da man in der Regel in der umgekehrten Reihenfolge beginnt, muss man entsprechend als erstes das Top-Cover entfernen. Leider befindet sich in der Montageanleitung kein Hinweis darauf, wie genau das funktionieren soll. Da dies aufgesteckt wird, und sich mit den beiden Lüfterrahmen verbindet, sitzt es entsprechend fest. Auf Nachfrage haben wir von Zalman einen Ausschnitt der überarbeiteten Anleitungs-Variante erhalten. Wann diese genau im Handel verfügbar sein wird, konnte man uns anhand der aktuellen Coronavirus-Problematik selbstverständlich nicht genau sagen. Auch wenn der Einsatz eines Schraubendrehers den Eindruck von roher Gewalt hervorruft, gestaltet sich die Vorgehensweise sehr ergebnisorientiert. Aufgrund der geringen Spaltmaße eignen sich hierfür besonders kleine Modelle, wie etwa ein Phasenprüfer.

Anders verhält es sich beim Entfernen der Lüfter, da sich die Klipse auf der Unterseite befinden, kann sich die Demontage schnell zu einer kleinen Fummelei entwickeln, bis man es endlich geschafft hat. Einen richtigen Busfahrplan können auch wir an dieser Stelle nicht bieten, da auch wir nur durch viel rumprobrieren zum Ziel kamen. Vielleicht sollte man sich auf Seiten Zalmans bei den Rahmen zukünftig besser auf eine anwendungsfreundlichere Lösung besinnen.

Die Demontage des Top-Covers gestaltet sich einfacher als Anfangs gedacht

Testsystem

CPU: AMD Ryzen 5 1600
CPU-Kühler: Zalman CNPS16X
Lüfter: 2x 120 mm
Statischer Druck: 11,87 Pa*
Luftdurchsatz: 83,25 m³/h*
Lüftergeschwindigkeit: 800 - 1500 U/min*
Lautstärke: 27,0 dB*
Mainboard: Gigabyte GA-AB350-Gaming 3
Arbeitsspeicher: 4x 4 GB ADATA XPG Z1 Gold Edition CL 16 DDR4-3333 MHz @ 2133 MHz
Grafikkarte: XFX Radeon R5 230 1 GB DDR3
HDD / SSD: Samsung SSD 830 128 GB
Gehäuse: Fractal Design Arc Midi R2
Gehäuselüfter: -
Netzteil: Cougar GX-S450
Wärmeleitpaste: Arctic MX-4

* Herstellerangabe

Um das volle Potenzial aus unseren Testkandidaten herausholen zu können, setzen wir bei unserem Testsystem auf den Zeppelin-Die basierenden AMD Ryzen R5 1600. Im Jahr 2017 kam endlich die lang erwartete Zen-Architektur aus dem Hause Advanced Micro Devices (AMD) in den Handel und ebnete so den Weg für Sechskern- und Achtkern-Prozessoren im Mainstream-Segment. Durch ihre sehr hohe Rechenleistung, beispielsweise für Foto- und Videobearbeitung, sowie einer guten Spiele-Performance, etablierte sich die CPU in Windeseile zum absoluten Sweet Spot im Massenmarkt. Natürlich muss sich der CNPS16X in unserem Testparcours gegen eine Vielzahl verschiedenster leistungsstarker Kühllösungen behaupten. Doch gerade im Mittelfeld tummeln sich besonders interessante Mitbewerber, die es auf dem Weg zurück zur Spitze zu schlagen gilt.

AMD Ryzen 5 1600

Testverfahren

Damit wir die Drehzahlen, die Kühlleistung und die Lautstärke des CNPS16X besser bewerten können, haben wir insgesamt drei verschiedene Testszenarien durchgeführt, in denen unseren Testprobanden ihr vollständiges Potenzial abverlangt wird. Um sehr viel Abwärme zu erzeugen, verwenden wir im Testparcours das Stress-Test-Tool "Core Damage", welches unseren AMD Ryzen 5 1600 kräftig ins Schwitzen bringt. Anschließend führen wir jeweils eine Testsession bei 50-, 75- und 100 Prozent PWM-Drehzahl durch, womit wir die Leistung aller im Testparcours befindlichen Modelle korrekt miteinander vergleichen können.

Die Kühlleistung werden wir in einem geschlossenen System ermitteln, da normalerweise das Gehäuse bei den Anwendern ebenfalls geschlossen zum Einsatz kommt. Das hat den Vorteil, das reale Einsatzgebiet bestmöglich nachzustellen. Zur Feststellung der Lautstärke wurde eine Lautstärkemessung mit Hilfe eines PCE-MSM 2 durchgeführt. Das Schallpegelmessgerät wird dafür in einem Abstand von 50 Zentimeter vor dem Gehäuse positioniert. Die Ergebnisse der Lautstärkemessungen können sich von Redakteur zu Redakteur unterscheiden. Wie kommt es zu den unterschiedlichen Messungen bei den Redakteuren? Dies erläutern wir hier:

Aufklappen

Da unser Team geografisch weit verstreut ist, haben wir kein gemeinsames Redaktionsbüro, weshalb die Redakteure in ihren eigenen Räumlichkeiten arbeiten. Aufgrund der stark abweichenden Raumgrößen und Einrichtungen kann es bei jedem zu anderen Ergebnissen kommen, genauso wie bei dem Leser daheim. Kahle Wände reflektieren mehr Schall, wodurch Geräuschmessungen lauter ausfallen. Sind die Wände durch Schränke oder Regale mit Büchern abgedeckt, absorbieren sie mehr Schall, wodurch bei den Geräuschmessungen leisere Werte zustande kommen. Deshalb gibt jeder Redakteur die Gegebenheiten seiner Räumlichkeit an, in dem der Test stattfindet. Als reproduzierbarer Referenzwert, der von jedem Nutzer daheim nachgestellt werden kann, wird der AMD Wraith Spire Boxed-Kühler genutzt. Somit sieht er in den Diagrammen, um wie viel lauter oder leiser die anderen Kühler sind. Als zusätzlicher Orientierungswert wird der Messwert angegeben, den der Redakteur in seiner Räumlichkeit bei absoluter Stille misst.

Wie ist die Räumlichkeit zu diesem Testsystem? Der Redakteur testet seine Komponenten in einem 17,52 Quadratmeter großen Raum, welcher hauptsächlich als Schlafzimmer genutzt wird. Neben einem Schreibtisch befinden sich daher auch noch ein Bett, verschiedene Kommoden und ein Kleiderschrank. Der absolute Stille-Messwert liegt bei 32,8 Dezibel.

Um die ermittelten Werte unabhängig von äußeren Einflüssen wie etwa der Jahreszeit oder der Witterung vergleichbar zu machen, geben wir das Ergebnis als Differenz zur Raumtemperatur in Kelvin an. Das bedeutet, wenn die Temperatur um ein Grad steigt, ist das bei Celsius und Kelvin gleich viel. Lediglich der Punkt an dem null Grad ist unterscheidet sich. Daher sind die Messwerte immer als "X Grad mehr als die ermittelte Zimmertemperatur" zu lesen.

Ein Beispiel: Ein Testsample erreicht bei der Messung 25 Kelvin, die Raumtemperatur liegt hingegen bei 22 Grad Celsius. Die CPU wird letztendlich insgesamt 47 Grad heiß.

Folgende Software benutzen wir für unseren Test:

Lüftersteuerung - Gigabyte SIV (System Information Viewer)

Stresstest - Core Damage

Temperatur - AMD Ryzen Master

Drehzahl

Im Vorfeld haben wir zuerst die Drehzahlbereiche mit Hilfe der Gigabyte SIV Software ermittelt, um einen ersten Eindruck auf die mögliche Kühlleistung und die Geräuschentwicklung zu erhalten. Im Messbereich zwischen 50 bis 100 Prozent gab es keine besonderen Auffälligkeiten. Die Drehzahl liegt immer innerhalb des Toleranzwertes von 10 Prozent, wenngleich dieser auf maximaler Stufe mit 1366 U/Min. nur knapp erreicht wird. Aufgrund der Beschaffenheit sehen wir den MA610P aus dem Testparcours als idealen Kontrahenten an. Beide nutzen eine Dual-Lüfter-Lösung und haben sich vollkommen einer ästhetischen Optik verschrieben. Außerdem setzen sie auf ein Single-Tower Design, die Voraussetzungen für einen fundierten Vergleich sind daher mehr als nur ideal. Da sich die Drehzahlkurven stark ähneln, gehen wir bei der Lautstärke sowie der Kühlleistung von Ergebnissen im soliden Mittelfeld aus.

Allgemeiner Hinweis: Im normalen Nutzungsbetrieb erreichen die Lüfter von CPU-Kühlern nie den Drehzahlbereich von 100 Prozent.

Lautstärke

Diese Annahme trifft bei der Lautstärkemessung auch weitestgehend zu. Während die Daten bei einer Drehzahl von 50- und 100 Prozent nahezu identisch verlaufen, und sich jeweils nur um 0,2 Dezibel unterscheiden, klafft bei 75 Prozent eine größere Lücke von stattlichen zwei Dezibel. Da erfahrungsgemäß gerade in diesem Bereich der größte Sweet Spot zwischen Geräuschkulisse und Kühlleistung herrscht, hoffen wir inständig, dass der CNPS16X seine volle Kraft schon etwas früher entfalten kann.

Kühlleistung

Gemessen an den Drehzahlen waren die Grundvoraussetzungen für beide Kühler nahezu identisch. Während der CNPS16X für eine Abwärme von 150 Watt Thermal Design Power (TDP) spezifiziert wurde, lässt der MA610P mit einer 30 Watt höheren Angabe (180 Watt TDP) gehörig die Muskeln spielen. Zalmans Schützling liegt bereits bei 50 Prozent PWM-Drehzahl drei Kelvin zurück. Während dieser Wert bei 75 Prozent stagniert, steigt er bei maximaler Stufe auf vier Kelvin an. Trotz der erfrischenderen Optik zum Mitbewerber kann man mit diesem Ergebnis nicht wirklich zufrieden sein.

Daniel Figiel meint …

Daniel Figiel

Der CNPS16X offenbarte sich als sehr interessantes Produkt, welches den modernen Zeitgeist gut interpretiert, beim Wesentlichen dafür aber etwas ins Straucheln Gerät. Allen voran können wir dafür die Demontage des Top-Covers und der Lüfterrahmen nennen. Optisch sind diese zwar eine Wucht, doch in der aktuellen Verkaufsversion findet man keinerlei Hinweise darauf, wie der Rückbau vonstattengehen soll. Als besonders knifflig erweist sich das Entfernen der Rahmen, da der Kühler im eingebauten Zustand logischerweise nicht gedreht werden kann, um besser an die Klipse zu gelangen. Dadurch stellt sich zeitweise das bekannte Gefühl ein, rohe Gewalt anwenden zu müssen, dass gerade im Bereich des Prozessors wenig vertrauenerweckend auf die Anwender wirken dürfte.

Davon abgesehen ist der größte Fauxpas beim Thema Beleuchtung zu finden. Sofern man über einen entsprechenden ARGB-Header verfügt oder ein Mainboard besitzt, dass Razer Chroma unterstützt, ist alles in bester Ordnung. Doch sobald man einen optionalen Controller benötigt, kommen unweigerlich zusätzliche Kosten auf einen zu, die bei der Anschaffung unter Umständen gar nicht mit eingeplant waren. Dadurch würde der Anschaffungspreis von 60 auf stolze 90 Euro steigen, und das ist definitiv etwas zu viel des Guten, wie wir finden. Die Z-Sync-Software ist von Zalman übersichtlich und verständlich gestaltet worden. Selbst Neueinsteiger auf diesem Gebiet wird das Konfigurieren der Beleuchtung vor keine große Herausforderung stellen.

Der CNPS16X verfügt dennoch über einige positive Aspekte, die Zalman bei künftigen CPU-Kühlern unbedingt aufgreifen sollte. Sehr überrascht waren wir von dem Montagesystem, das trotz seines Sockel-übergreifenden Systems an die Einfachheit der Lösung des Branchenprimus Noctua erinnert. Für diesen Erfolg ist zweifelsohne unter anderem die gut bebilderte und verständliche Anleitung verantwortlich, welche bis auf die Entfernung des Top-Covers beispiellos umgesetzt wurde. Hauptaugenmerk und durchaus ein expliziter Kaufgrund sind indes das innovative 4D Design des Kühlkörpers. Vielleicht wäre Zalman besser beraten gewesen, sein Hauptaugenmerk auf die Basis mit einer klassischen Lüfterbefestigung zu setzen? Ob sich das in puncto Lautstärke und Kühlleistung etwas positiver ausgewirkt hätte, darüber kann man am Ende nur spekulieren. Der Lieferumfang fällt großzügig aus und erinnert im Kern an die glorreiche Zeit vergangener Tage. Lediglich die 1 Jahr lange Garantie lässt den Premium Anspruch unnötigerweise doch etwas vermissen.

  • Positiv
  • Umfangreiche Beleuchtungsmodi via Z-Sync
  • Innovatives 4D Design des Kühlkörpers
  • Großer Lieferumfang
  • Ansprechende Optik
  • Intuitiv zu bedienende Software
  • Neutral
  • -
  • Negativ
  • Kostenintensiver ARGB-Controller muss separat erworben werden
  • Fummelige Demontage der Lüfterrahmen, insbesondere bei montiertem Kühler im Gehäuse
  • Fehlende Dokumentation zur Demontage des Top-Covers in der Montageanleitung
  • 1 Jahr Garantie

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