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Tech-Review.de

  • Dienstag, 24. November 2020
Cryorig C7

Cryorig C7: Im i3-Test

Einleitung

Seit 2013 widmet sich das Jungunternehmen Cryorig der Kühlung von Prozessoren. Bisher gab es mit dem Modell C1 aber nur einen großen Top-Blower in ihrem Sortiment – dies änderte sich Ende 2015 mit der Veröffentlichung des viel kompakteren C7. Der Neuling ist sehr niedrig und somit ein potentieller Alternativkühler für flache Gehäuse und Kompakt-PCs. Dies zeigt sich schon in seiner Bauhöhe von lediglich 47 mm, womit er nur zwei Millimeter über dem Intel-Boxed liegt. Für eine geringe Betriebstemperatur sollen vier Heatpipes sorgen, welche versteckt im kompakten Lamellenblock verbaut wurden und auf den ersten Blick kaum zu sehen sind. Durch seine Spezifikationen ist der C7 ein attraktiver Kühler für unsere i3-Testreihe, weshalb wir ihn euch heute präsentieren und auf die Probe stellen wollen. Ob er sich gegen die anderen Kühler behaupten wird, werdet ihr auf den nachfolgenden Seiten erfahren. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen!

Dieser Kühler wurde auch auf einem i5-6600 getestet. Zum i5-Nachtest: Hier klicken

Die Verpackung

Die Verpackung des C7 kommt in einer ansprechenden, modernen Optik und besteht aus dünner, aber stabiler Pappe. Auf der Frontseite befinden sich eine Großaufnahme des Kühlers sowie ein englischer Text, welcher einige Features des Kühlers kurz hervorhebt. Auf der linken Seite dominiert groß der Modellname "C7" auf weißem Hintergrund.

Interessant ist die rechte Verpackungsseite, welche drei Highlights hervorhebt. Hierzu gehören die Information einer um 25% besseren Kühlung gegenüber Intels Standardlösung, eine garantierte Passgenauigkeit gegenüber Mainboards und Gehäusen sowie eine schnelle, einfache Montage. Auf der Rückseite findet man darüber hinaus sehr übersichtlich alle technischen Daten zu dem Kühler.

Nach dem Öffnen der Verpackung wird man auf eine erweiterte 3-Jahres-Garantie und Premium-Support hingewiesen. Das wollten wir uns genauer ansehen. Um dies in Anspruch zu nehmen ist ein kostenloser VIP-Account beim Hersteller nötig. Wurde dieser auf der Herstellerseite angelegt, gibt man in seinem Profil den Code der in der Verpackung enthaltenen Registrierkarte ein. Somit wurde bei unserem C7 die Garantiezeit von drei Jahre auf volle sechs Jahre erhöht! Als kleiner Zusatz werden unter den registrierten Nutzern auch exklusive Gewinnspiele ausgelost.
Beim Herausziehen des inneren Einschubs bekommt man einen ersten kleinen Blick auf den Kühlerlüfter. Trotz des kompakten Äußeren der Verpackung ist der Kühler stabil und gut verpackt.

Der Text und die Abbildungen der beiliegenden Anleitung sind leicht verständlich. Allerdings war bei uns der Text nur in englischer, japanischer, chinesischer und taiwanesischer Sprache vorhanden. Eine Anleitung im PDF-Format mit deutscher Sprache bekommt man aber problemlos direkt auf der Herstellerseite. Da die Montagevorgänge wirklich sehr leicht sind, reichen aber selbst die Abbildungen der Anleitung aus, damit ein Anfänger die Installation des Kühlers bewerkstelligen kann. Tolle Idee: In der Anleitung gibt es zu jedem Arbeitsschritt einen QR-Code. Mit einer entsprechenden App auf dem Handy kann man sich hier ein Video ansehen, der den entsprechenden Arbeitsschritt genau abbildet.

Die beigelegte Anleitung

Der Lieferumfang

Obwohl der Inhalt gering ausfällt, ist alles vorhanden, was man für die Montage benötigt. Neben dem Kühler, seiner Backplate und den Montagemuttern findet man auch einen entsprechenden Sechskant-Steckschlüssel – eine vorbildliche und sinnvolle Beigabe. Eine Spritze mit Wärmeleitpaste runden das Gesamtpaket ab. Die Sockelhalterungen wurden für Intel-Systeme vormontiert.

Zum Lieferumfang gehören:

  • 1x Montage-Halterung für Intel-Sockel 1150 / 1151 / 1155 / 1156
  • 1x Montage-Halterung für AMD-Sockel FM1 / FM2 / FM2+ / AM2 / AM2+ / AM3 / AM3+
  • 8x Schrauben zur Montage der Halterungen am Kühler
  • 4x Montageschrauben
  • 4x Montagemuttern
  • 1x Backplate
  • 1x Spritze Wärmeleitpaste
  • 1x Sechskant-Steckschlüssel
  • 1x Registrierungskarte für den erweiterten Garantie-Support
  • 4x Unterlegscheiben für Montage ohne Backplate (siehe Update vom 10.08.2016 auf Seite "Kompatibilität und Lösung")
Der Lieferumfang des Kühlers

Technische Details

Der C7 ist sehr kompakt gebaut und durchgehend vernickelt. Auf ihm sitzt der 15 mm hohe, vormontierte 92 mm-Lüfter mit gesleevtem Kabel, der eine PWM-gesteuerte Drehzahl von ~600 bis ~2500 U/min liefern soll. Auffällig sind die vier Einkerbungen in seinem schwarzen Lüfterrahmen, welches von Cryorig "Quad Air Inlet System" genannt wird. Durch diese Einlässe soll nicht nur von oben Luft angesaugt, sondern auch seitlich beigeführt werden, was sich bei sehr flachen Gehäusen, bei denen die Gehäusewand nur wenige Millimeter vom Lüfter entfernt ist, positiv auswirkt.

Die Einkerbungen im Lüfterrahmen

Der Lüfter ist nicht verschraubt, sondern wurde durch Halteklammern seines Rahmens auf dem Kühler fixiert. Entkoppelt ist er durch vier gummierte Auflagen. Austauschen lässt sich der Lüfter ohne weiteres leider nicht, da er eine eigene spezielle Bauform und Halterung hat und eine alternative Haltemöglichkeit fehlt. Entfernt man den Lüfter, kann man die vier Heatpipes durch die Lamellen sehen, welche eine Dicke von 6 mm aufweisen. Diese verlaufen durch den oberen Lamellenblock und werden nach einer Kurve in den unteren Bereich der Kühlfläche geführt, ohne dabei über die Außenmaße des Kühlers herauszuragen. Die Verarbeitung ist durchweg gut und robust, scharfe Schnittkanten konnten wir nicht feststellen.

Auf der Unterseite ist die leicht konvex geschliffene und polierte Kühlplatte, die auf dem Unterboden aufgelötet wurde. Ab Werk ist hier eine Schutzfolie aufgeklebt um diese vor Kratzern zu schützen. Ebenso sind die Sockelhalterungen schon vormontiert, welche leicht zu wechseln sind, damit man sie schnell an andere Sockel anpassen kann. Sollte der vormontierte Zustand genutzt werden, so muss man aber nochmal die Schrauben dahingehend prüfen, ob diese auch fest sitzen. An den Montageschrauben kann man sehen, dass sie nur eine begrenzte Gewindelänge haben. Somit soll ein zu festes Anziehen der Muttern unterbunden werden.

Mit seinen Außenmaßen von 97 x 97 x 47 mm (L x B x H) ist er nur geringfügig breiter und gerade einmal zwei Millimeter höher als Intels Standardkühler. Dies garantiert eine gute Kompatibilität bei sehr flachen Gehäusen. Trotz seiner kompakten Maße soll er eine TDP von 100 W ableiten können. Die Kühllamellen sind dabei stabil und stehen eng aneinander. Von der Vorder- und Rückseite kann man die 6 mm dicken Heatpipes gut sehen, welche vom Lamellenblock in die Kühlplatte geführt werden.

Hersteller Cryorig
Modellname
C7
Modell-Nr. -/-
Sockel-Kompatibilität Intel-Sockel: 1150 / 1151 /1155 / 1156 AMD-Sockel: FM1 / FM2 / FM2+ / AM2 / AM2+ / AM3 / AM3+
Gesamtmaße 97 x 97 x 47 mm
Gesamtgewicht 357 g
TDP 100 W
Materialien Kupferboden (vernickelt)
Kupfer-Heatpipes (vernickelt)
Alu-Kühllamellen (vernickelt)

Kompatibilität und Lösung

An sich verläuft die Montage wirklich sehr einfach, allerdings gab es auf unserem Mainboard leider eine Inkompatibilität mit der beiliegenden Backplate. Dies war vorher nicht ersichtlich, da es von Cryorig zu diesem Zeitpunkt keine offizielle Kompatibilitäts-Liste gab.

Auf direkte Anfrage an den Cryorig-Support bestätigte man uns, dass eine Inkompatibilität bei vereinzelten Mainboard-Modellen inzwischen bekannt sei. Der Hersteller habe auch schon gehandelt und entsprechende Unterlegscheiben aus Kunststoff hergestellt, womit eine Montage ohne Backplate bei diesen Mainboards möglich sei. Sollte man von dieser Inkompatibilität betroffen sein, bekommt man diese kostenlos von Cryorig zugeschickt. Hierzu wendet man sich einfach über die Herstellerseite an den Support.

Der Ablauf ist recht einfach gehalten. Ihr weist einfach auf die Inkompatibilität der Backplate auf eurem Mainboard-Modell hin. Des Weiteren gehören folgende Informationen mit in die Mail:

  • Vorname / Nachname
  • Adresse (unbedingt mit Hinweis, in welchem Land ihr lebt)
  • Registrierungs-Nummer, welche bei dem C7-Kühler in der Verpackung dabei liegt.

Der Support von Cryorig schickt euch dann kostenlos die Unterlegscheiben zu. Zum jetzigen Zeitpunkt gab es aber noch keinen offiziellen Versandverteiler innerhalb von Deutschland, weshalb uns die Unterlegscheiben (ebenfalls kostenlos) direkt aus China zugesendet wurden. Dies dauerte in unserem Fall knapp 10 Werktage. Ebenfalls lag bei den Unterlegscheiben auch eine kleine, bebilderte Anleitung (auch in Deutsch) dabei, die diesen Montageschritt abbildet. Hier zeigt sich, dass Cryorig das Problem nicht nur schnell, sondern auch ordentlich gelöst hat.

Ob die Unterlegscheiben irgendwann als Zubehör der Verpackung beiliegen werden, oder es einen europäischen Versandverteiler geben wird, ist bisher noch nicht bekannt.
Update vom 10.08.2016:
Wie wir inzwischen von verschiedenen Usern gehört haben, sollen in den Verpackungen inzwischen die Unterlegscheiben beiliegen.

Aber wo lag eigentlich das Problem?

In unserem Fall sorgten drei kleine Bauteile auf der Mainboardrückseite dafür, dass die Backplate nicht korrekt aufliegen konnte. Diese Bauteile befinden sich nur 5,5 mm neben der Sockel-Platte. Damit die Backplate aufliegen kann, wird aber ein Abstand von 7,3 mm benötigt. Hier scheitert es also an nur knappen 1,8 mm.

Bei manchen Mainboards liegt die Backplate auf Bauteilen auf

Wir wollten euch die Montage des Kühlers aber mit Backplate und mit den Unterlegscheiben demonstrieren. Deshalb haben wir unsere Backplate mit einem Dremel angepasst und das entsprechende Stück aus der Backplate herausgeschliffen.

Eine Aussparung wurde eingearbeitet

Aber Achtung: Bei diesem Nachbearbeitungsvorgang verfällt eventuell die Garantie. Wir haben dies nur gemacht, um euch die Montage mit der Backplate zu demonstrieren. Von einer Bearbeitung mit einem Messer raten wir ebenfalls strikt ab! Das Material ist für eine Klinge zu fest und kann sehr schnell abrutschen. Mit einem Dremel oder ähnlichem Schleifwerkzeug lässt sich die Backplate hingegen sehr gut bearbeiten.

Hinweis in eigener Sache

Wir verweisen hier nochmal auf die Infos im letzten Abschnitt der vorherigen Seite, dass die hier abgelichtete Backplate von uns nachbearbeitet wurde, um euch beide Montagevarianten zeigen zu können. Durch so eine Nachbearbeitung kann eventuell die Garantie verfallen.

Montage des Kühlers

Zuerst montiert man die Sockelhalterungen des genutzten Sockels an die entsprechenden Positionen des Kühlers und legt den Kühler umgedreht auf einen Tisch.

Der C7 mit seiner Montagehalterung

Nach Abziehen der Schutzfolie und Aufstreichen der Wärmeleitpaste auf der CPU muss man nur noch das Mainboard umdrehen und langsam auf den Kühler aufsetzen. Da die Abstände vom Kühler zu anderen Bauteilen bei manchen Mainboards sehr knapp sein können, muss hier vorsichtig und langsam gearbeitet werden. Hilfreich ist ein Blick von oben durch die Montagelöcher des Mainboards, wodurch man dieses über den Montage-Schrauben des Kühlers zentriert aufsetzen kann. Auf der Oberseite bleibt der Absatz der Montageschraube auf Distanz zur Platine, um diese nicht zu verkratzen.

Montagehalterung auf der Mainboard-Oberseite

Montage mit Backplate

Zuerst zeigen wir euch die Montage mit der Backplate.
Sitzt das Mainboard nach den oben beschriebenen Schritten komplett auf dem Kühler auf, wird die Backplate montiert. Hier muss darauf geachtet werden, dass sie so aufliegt, dass die Schraubengewinde durch die Montagelöcher gesteckt sind. Da die Backplate für Intel- und AMD-Sockel jeweils eine Einbaurichtung hat, müsst ihr natürlich auch beachten, dass sie richtig herum aufgesetzt wird. Nun muss man nur noch die Muttern per Hand richtig herum auf die Gewinde schrauben und diese danach mit dem beiliegenden Sechskant-Steckschlüssel abwechselnd über Kreuz gleichmäßig anziehen. Um ein zu festes Anziehen zu unterbinden, haben die Gewinde eine Endposition.

Montage mit Unterlegscheiben

Hier zeigen wir euch die alternative Montagemöglichkeit mit den offiziellen Unterlegscheiben.
Bis zu dem oben beschriebenen Punkt, bei dem das umgedrehte Mainboard auf dem Kühler aufgesetzt wird, bleibt alles gleich. Nun legt ihr einfach die Unterlegscheiben auf die Gewinde der Montageschrauben und dreht mit der Hand die Muttern darauf. Diese werden dann einfach mit dem beiliegenden Sechskant-Steckschlüssel abwechselnd über Kreuz gleichmäßig angezogen. Auch hier wird ein zu festes Anziehen der Muttern durch die Endposition der Gewinde unterbunden.

Die fertige Montage

Der C7 reizt die Außenmaße komplett aus. Der Abstand zum ersten RAM-Slot ist sehr knapp aber ausreichend. Lediglich die Haltenase des Lüfters berührt ganz leicht den Kühlkörper des Arbeitsspeichers, drückt aber nicht dagegen. In der Höhe des RAMs gibt es keine Einschränkungen. Bei unserem Mainboard befindet sich links neben dem CPU-Sockel auch ein Kühlkörper für die Spannungswandler. Auch hier ist der Abstand sehr knapp, berührt diesen aber ebenfalls nicht. In der Breite wäre also je ein Millimeter weniger in jede Richtung etwas vorteilhafter gewesen.

Grundlegende Information und Philosophie bezüglich des Testsystems

Auf diesem i3-System werden wir uns überwiegend mit Kühlern beschäftigen, die für HTPCs (Home Theater Personal Computer) und kleinen Gaming-Cubes von Interesse sind und sich somit speziell für kleinere Gehäuse eignen. Darunter gehören Kühler, die eine Höhe von maximal 100 mm nicht überschreiten.

Aber nicht nur neue Kühler werden getestet! Auch auf diverse ältere Kühler, die eventuell in Vergessenheit geraten sind, werfen wir nochmal einen Blick. Somit entdeckt man vielleicht das ein oder andere interessante Modell erneut, der für das eigene, neue Multimedia-System interessant sein könnte.

Testverfahren

Als Testverfahren zur Temperaturmessung haben wir uns zwei Lastszenarien ausgesucht:
Szenario 1: Konvertieren eines Films mit "xMedia Recode" in ein anderes Format. Dies ist ein Szenario, welches einem PC mit hoher, aber realistischer CPU-Auslastung entspricht. Dabei werden ebenfalls realistische Temperaturen unter starker Last erreicht, die der Kühler bewältigen muss.

Szenario 2: CPU-Auslastung mit Prime95 (Small FFTs). Hierbei wird eine eher unrealistische, sehr hohe Temperatur erreicht, die bei einer normalen Nutzung des Systems nicht zustande kommt.

Die Lautstärke des Kühlers wird mit einem Schallpegel-Messgerät ermittelt. Hierbei messen wir die Lautstärke bei 100%, 75%, 50% sowie bei der minimal möglichen Drehzahl des Lüfters. Die Messung erfolgt in einem Abstand von 50 cm über dem Kühler. Um möglichst alle Geräuschquellen bei den Lautstärke-Messungen zu vermeiden, nutzen wir ein passives Netzteil und eine SSD-Festplatte. Bei allen Messungen liegt das Mainboard mit Gummi-Abstandhaltern entkoppelt frei auf dem Tisch, ohne weiteren Nebenlüfter. Die umgebende Raumtemperatur des nicht schalldichten Raums beträgt ~23°C. Alle Kühler werden mit der selben Wärmeleitpaste (Noctua NT-H1) betrieben.

Das Testsystem

Als Testsystem kommen folgende Komponenten zum Einsatz:

Netzteil Fortron Aurum Xilenser 500 W (passiv)
Mainboard Asus Z170I Pro Gaming
Prozessor Intel i3-6100 (2x 3.7 GHz)*
Grafikkarte iGPU
Arbeitsspeicher Kingston HyperX Savage 8 GB (2800 MHz)
Festplatte / SSD M.2 SanDisk Z400s 128 GB
Betriebssystem Windows 10 Pro. (64 bit)
Asus-Software zur Lüftersteuerung
AI Suite 3
Schallpegel-Messgerät Voltcraft SL100
* Hinweis zur CPU: Unser i3-6100 weist unter Volllast bei Prime95 eine Vcore-Spannung von durchschnittlich 1.218 Volt auf, was für einen Skylake-i3 recht hoch ist. Allerdings haben wir diesen, vom Mainboard selbst bestimmten Wert, zu Gunsten der Transparenz unverändert gelassen.

Drehzahlen

Wie immer starten wir in unserer Testreihe als erstes mit den Drehzahlen des vormontierten Lüfters und seiner Lautstärke. Bei diesem Test muss sich der C7 gegen die bisherigen Kühler unserer Testreihe behaupten. Zuerst traten sie im "PWM-Mode" gegeneinander an, wobei die Lüfterdrehzahlen mit der "AI Suite 3"-Software von Asus ermittelt und gesteuert wurden. Dabei haben wir die Kühler mit verschiedenen Drehzahlen laufen lassen und die Lautstärke sowie die Temperaturen in zwei Belastungs-Szenarien gemessen.

Allgemeiner Hinweis: Im normalen Nutzungsbetrieb erreichen die Lüfter von CPU-Kühlern nie den Drehzahlbereich von 100%.

Werfen wir nun einen Blick auf die Drehzahlen des Kühlerlüfters. Wie wir in den Diagrammen sehen können, lag der C7 gegenüber seinen Kontrahenten eher im oberen Mittelbereich. Wir sind gespannt, wie sich dies auf die weiteren Messwerte auswirkt.

Gerade bei den schnelleren Drehzahlen bemerkten wir aber schon eine höhere Geräuschentwicklung. Bei den niedrigsten Drehzahlen machte er hingegen einen großen Schritt nach unten und hatte die geringsten Umdrehungen, was sich sehr positiv auf die Lautstärke auswirken könnte.

Lautstärke

Nun betrachten wir die Geräuschentwicklung des Lüfters. Diese haben wir mit einem Schallpegel-Messgerät gemessen, wobei der Messpunkt in einer Entfernung von 50 cm über dem offen liegenden Mainboard lag.

Vorab eine kleine Definition zur besseren Einordnung:

Bis 32,9 db(A) Unhörbar leise bis sehr leise
Von 33,0 bis 34,9 db(A) Leise bis leicht hörbar
Von 35,0 bis 39,9 db(A) Hörbar bis deutlich hörbar, die Komponente sollte aus einem
geschlossenen Gehäuse herauszuhören sein
Ab 40 db(A) Störend laut

Der C7 platziert sich bei den höheren Drehzahlen im Mittelfeld der bisher getesteten Kühler. Besonders in den PWM-Einstellungen von 75 und 100% war er, wie die meisten Lüfter, deutlich zu hören. Bei 50% war das Rauschen immer noch gut hörbar, aber in einem angenehmeren Bereich. Aus einem Gehäuse würde man ihn aber wohl noch wahrnehmen können. Bedeutend besser wurden die Drehzahlen unterhalb der 50%. Hier konnte der Lüfter so weit nach unten geregelt werden, dass er unter den möglichen Messwert fiel, den der Redakteur messen konnte, und war nicht mehr wahrnehmbar. Auch wenn die Messwerte von den Drehzahlstufen 40 und 30% nicht mit in die Statistik einfließt, wollen wir Interessierte darauf hinweisen, dass wir hier eine Geräuschentwicklung von 34,4 und 33,0 dB(A) messen konnten. Wir sind gespannt, wie sich die Drehzahlen auf die Temperaturen auswirken werden.

Temperaturen unter Last - Szenario 1

Dieser Kühler wurde auch auf einem i5-6600 getestet. Zum i5-Nachtest: Hier klicken

Kommen wir nun zu dem interessantesten und letzten Teil unseres Tests, die Temperaturen unter Auslastungen der CPU. Als Erstes starten wir mit Szenario 1, die Temperaturentwicklung beim Konvertieren von Medien.

Gegen seine anderen niedrigen Kontrahenten konnte sich der C7 gut im vorderen Feld positionieren. Der Lüfter und die vier Heatpipes leisten hier gute Arbeit, um die Wärme von der Kühlplatte abzuleiten. Bei über 50% Drehzahl sinkt die Temperatur nur noch in kleinen Schritten, was er sich aber mit einer höheren Geräuschentwicklung erkaufen muss. In Anbetracht der Messwerte zur Geräuschentwicklung wäre eine Regelung der Drehzahlen von 50-60% unter Volllast eine gute Kombination. Eine angekündigte, um 25% geringere Temperatur gegenüber dem Intel-Boxed konnten wir hier trotz der guten Messwerte aber nicht feststellen.

Temperaturen unter Last - Szenario 2

Kommen wir nun zum Szenario 2, die Temperaturentwicklung beim Prime95-Small FFTs, was somit einer der härtesten (wenn auch unrealistischen) Tests für einen Kühler darstellt.

Auch in diesem Härtetest konnte sich der kompakte C7 gut gegen seine Mitstreiter behaupten und erreichte eine Platzierung im vorderen Feld der niedrigen Kühler. Dennoch sollte man den Lüfter bei so einer untypischen Belastung nicht unter 50% einstellen. Mit zu geringen Drehzahlen von unter 50% kapituliert er unter Prime95 – wie fast alle seiner Kontrahenten, was bei den meisten kleinen Kühlern aber normal ist. Auch hier konnten wir die um 25% geringeren Temperaturen gegenüber dem Intel-Boxed nicht erreichen.

Johannes Wehner meint …

Johannes Wehner

Cryorig präsentierte uns mit dem kleinen C7 einen wirklich sehr kompakten Kühler, der auf unserem i3-Testsystem eine gute Leistung erbrachte und durchaus überzeugte. Zwar konnte er bei uns die angegebenen 25% bessere Kühlung gegenüber dem Intel-Boxed nicht einhalten, hervorzuheben sind seine Messwerte bei seiner geringen Größe aber allemal. Mit den vier versteckten Heatpipes sowie der Ausreizung seiner äußeren Abmaße konnte der Hersteller die Höhe von nur 47 mm realisieren und liegt damit nur zwei Millimeter über der Höhe des Intel-Standardkühlers. Somit kann er seine Leistung auch in sehr flachen Gehäusen problemlos entfalten.

Die Anleitung ist leicht verständlich und auf Wunsch kann man sich per Handy jeden Arbeitsschritt als Video anzeigen lassen. Ebenso ist der Montageaufwand sehr gering, wodurch auch Anfänger keine Probleme haben sollten, insofern sie bei den geringen Maßabständen vorsichtig arbeiten. Mit einem Preis von derzeit knapp 28 € ist das kleine Kraftpaket auf jeden Fall einen Blick wert.

Einzig unvorhergesehen war die Inkompatibilität mit unserem mITX-Mainboard (Asus Z170I Pro Gaming). Doch das Problem war Cryorig schon bekannt und man hat uns auf Anfrage umgehend kostenlos Unterlegscheiben zukommen lassen, womit die Montage kein Problem darstellte. Wie ihr diese kostenlos anfordert, könnt ihr auf der dritten Seite (Kompatibilität und Lösung ) nochmal nachlesen.

  • Positiv
  • Gute Verarbeitung
  • Sockel-Kompatibilität
  • Einfache Montage
  • Gute Kühlleistung
  • Sechs Jahre Garantie (kostenlose Registrierung erforderlich)
  • Bei minimaler Drehzahl lautlos...
  • Neutral
  • Negativ
  • ... dafür aber bei hohen Drehzahlen laut
  • Kompatibilitätsproblem mit dem im Review verwendeten mITX-Mainboard (kostenlose Lösung aber vorhanden)

Weiterführende Links

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