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Tech-Review.de

  • Dienstag, 08. November 2022
Noctua NH-U12A Chromax.black

Noctua NH-U12A Chromax.black: Die Eule legt den Dark-Mode an

Als vor etwas mehr als zwei Jahren der Noctua NH-U12A bei uns in der Redaktion eintraf und wir ihn auf Herz und Nieren testeten, wusste der für seine brachiale Leistung kompakte Turmkühler in fast allen Disziplinen zu überzeugen. Einzig allein den damals schon saftigen Preispunkt von 100 Euro verhinderte eine uneingeschränkte Kaufempfehlung, trotz einer herausstechenden Qualität des Produktes. Es bleibt eine schöne Stange Geld, egal wie man es dreht und wendet. Einen subjektiven Punkt ließen wir hierbei außer Acht, genauer das typische Beige-Braune Design der Lüfter sowie die Nickeloptik der Lamellen. Während für viele das einfach zu einem Noctua-Produkt dazugehört wie das Amen in der Kirche, versetzt die Farbgebung einen ebenso großen Teil der Eigenbau-Enthusiasten in Unmut, da der Kühler überhaupt nicht in die restliche Optik des Rechners hineinpasst. Dieses Problem geht Noctua mit dem NH-U12A Chromax.black offensiv an und bringt eine komplett schwarze Version auf den Markt.

Die allgemeinen Eckdaten bleiben zwischen den Schwestermodellen natürlich gleich. Mit sieben Heatpipes, zwei NF-A12x25 Lüftern (ebenfalls in Schwarz), 158 Millimeter Bauhöhe, Kompatibilität zu allen aktuellen Sockeln, 6 Jahren Garantie sowie Support und erneut hochwertigen Materialien, heißt es klotzen statt kleckern. Hinzu kommt hierbei noch die schwarze Beschichtung sämtlicher Komponenten und obendrauf noch eine zusätzliche Anpassbarkeit mittels optional erhältlicher Abdeckungen in schwarz, blau, grün, rot, gelb und weiß. Mit der Anzahl an Features steigt jedoch auch der Preis, die neue UVP liegt nun bei 120 Euro und somit noch einmal 20 Tacken über dem Schwestermodell.

Wie gut der Chromax.black im Vergleich zum Geschwisterchen im "originalen" Gewand abschneidet und welche Vorzüge der kleine Kampfkoloss zum großen Preis bringt, klären wir in unserem Test. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen, euer TRV-Team!

Technische Daten

Hersteller Noctua
Modellname
NH-U12A Chromax.black
Sockel-Kompatibilität Intel-Sockel:  1150 / 1151 / 1155 / 1156 / 1200 / 1700 / 2011(-3) / 2066
AMD-Sockel: AM2(+), AM3(+) AM4, FM1, FM2(+)
Gesamtmaße (Länge x Breite x Höhe) 112 x 125 x 158 mm
Gesamtgewicht (ohne / mit Lüfter) 760g / 1220g
TDP keine konkrete Watt-Angabe; Noctuas Standardisiertes Performance-Rating (NSPR): 169
Materialien Schwarz beschichteter NH-U12A Kühlkörper, Aluminium-Lamellen (verlötet und vernickelt), Kupferheatpipes (vernickelt), Kühlfläche (vernickelt), Oberste Lamelle mit Noctua-Logo
Lieferumfang Kühlkörper, 2x Lüfter, 2x Low-Noise-Adapter, Y-PWM-Kabel, NT-H1 Wärmeleitpaste, Montagekit, Gehäuse-Badge aus Metall

Verpackung / Lieferumfang

Entgegen der sonst typischen braun-weißen Verpackung heißt es, getreu der Idee hinter diesem Modell, viel Schwarz und eine zurückhaltende Farbgebung. Die Vorderseite schmückt der Produktname, eine Abbildung des Kühlkörpers und die drei wichtigsten Features. Auf den beiden Seitenflächen folgen weitere Texte in englischer Sprache über die Vorzüge des Produktes, selbes gilt auch noch für die rechte Hälfte der Rückseite. Dort geht es links auch weiter mit drei kleinen Tabellen über die Daten der Lüfter, des Kühlkörpers sowie des Lieferumfangs.

Nach dem Öffnen des Deckels kommt sofort eine separate Schachtel mit dem Zubehör zum Vorschein. Darunter liegt der Kühler sicher verpackt, samt bereits montierter Lüfter, und wartet darauf, das Licht der Welt erblicken zu dürfen. Als sehr positiv sehen wir die Abdeckung aus Kunststoff für die Kühlfläche, jene umgeht nicht nur das Problem mit Rückständen von Klebern bei abziehbaren Folien, sondern ist auch ohne Probleme wiederverwendbar. Transportschäden oder ähnliche Unannehmlichkeiten schließen wir durch den guten Schutz aus, solange es bei einer entsprechend sachgemäßen Handhabung aller beteiligten Akteure bleibt. Positiv ist hierbei außerdem, dass Noctua für diesen Zweck - abseits der Kühlfläche - komplett auf Papier/Karton setzt und somit kein Plastik verwenden muss, ganz gleich wie schon beim Schwestermodell. Im leichten Gegensatz dazu stehen leider zwei Aufreißtüten aus Plastik bei den Montagekits, welche dagegen zu allen anderen nicht wiederverschließbar sind. Das ist nicht nur unpraktisch, wenn der Kühler wieder eingepackt wird, sondern läuft dem Vorhaben des Herstellers, umweltbewusst die Materialien der Verpackung zu wählen, zuwider - wenn auch im nur kleinen Rahmen.

Beim Zubehör hat Noctua wirklich nicht gespart, gleichzeitig fallen aber auch die gestiegenen Einzelteile für die Montage auf Intel-Sockeln auf. Nach knapp 10 Jahren hat die CPU-Schmiede nämlich die Montagelöcher am Mainboard verändert, um dem größeren CPU-Sockel Tribut zu zollen, entsprechend hat auch Noctua sein SecuFirm2-Kit angepasst. Im Gegensatz dazu bleibt bei AMD-Sockeln das beim Mainboard integrierte Retention-Modul eine Voraussetzung und trägt zu einer Minimierung der Teileanzahl bei. Nützliche Hilfsmittel für den Einbau wie der Schraubendreher, Low-Noise-Adapter und das Y-Kabel, Wärmeleitpaste vom Typ NT-H1 sowie ein schmucker Metall-Sticker für die Gehäusefront sind ebenfalls wieder mit dabei. Sehr unterstützend für das Anbringen des Kühlers ist und bleiben die gedruckten Anleitungen für Intel 115x/1200, 1700, 2011/2066 und AMD AMx, welche in Englisch beiliegen, aber auch rein über die Bebilderung ihren Zweck erfüllen. Versionen in anderen Sprachen, darunter natürlich auch Deutsch, gibt es auf der Hersteller-Webseite.

Im Detail

Die Basis-Konstruktion hält sich an die klassische Bauweise eines Tower-Kühlers, daher wird von einer Kühlfläche über Heatpipes die Wärme in den Kühlturm, beziehungsweise in dessen Lamellen, geleitet, um dort von parallel zum Mainboard strömender Luft abtransportiert zu werden. Letztendlich wird durch die Anordnung ein Weitertransport der anfallenden Abwärme direkt zu einem Hecklüfter begünstigt. Für Noctua ist bei kompakten Abmessungen die maximale Kühlleistung bei moderater Lautstärke das oberste Ziel, weshalb es auch zum erhöhten Materialeinsatz kommt.

Gleich den Ambitionen, einen 140mm Kühler im kompakten Format abzuliefern, gestalten sich die Dimensionen vergleichsweise schlank. Mit 158 Millimetern Höhe passt der NH-U12A Chromax.black auch in viele Mini- und Midi-Tower, lässt gleichzeitig mit 125 Millimetern in der Breite auch noch einen vernünftigen Abstand zum ersten Erweiterungsslot. Das gilt allerdings nur dann, wenn der Mainboardhersteller den CPU-Sockel nicht direkt neben den PCIe-Slot gesetzt hat. Das ist meistens auf Mini-ITX-Platinen der Fall, wobei bei solchen Systemen oftmals generell nicht der Platz für einen größeren Tower-Kühler vorhanden ist. Der benötigte Freiraum für die Dicke ist abhängig von der gewählten Lüfterbestückung, mindestens sollten aber 83 Millimeter einplant werden. Die beidseitige Bestückung benötigt 108 Millimeter, womit der Aufbau fast quadratische Form annimmt und er zu einem Kraftwürfel mutiert.

Beim Material setzt Noctua grundsätzlich auf Aluminium für die Lamellen und Kupfer für die Heatpipes, vollendet den Kühler, wie alle seine Produkte, mit einer zusätzlichen Vernickelung und in diesem Fall auch noch mit einer schwarzen Beschichtung. Diese sieht, unserer Meinung nach, nicht nur super aus, sondern verleiht dem Ganzen auch einen sehr edlen Look. Eine Anfälligkeit für Kratzer existiert hier fast nicht, auch eine versehentliche Attacke mit dem Schraubendreher bei der Montage wurde ohne Spuren verkraftet. Nur bei den direkten Kontaktpunkten mit den Lüfterklammern, wenn diese an den Ecken der Lamellen viel Druck ausüben, kommt das vernickelte Aluminium ein bisschen zum Vorschein, jedoch nur minimal und optisch sehr unauffällig. Da haben wir von ebenfalls hochpreisigen Konkurrenzprodukten schon wesentlich schlechtere Ergebnisse gesehen. Eine gute Nachricht haben wir auch für jene, welche ihren Kühler optisch frei von Fingerabdrücken haben wollen, jene bleiben durch die Farbwahl faktisch unsichtbar.

Um die Wärme auch vernünftig in den Kühlblock zu bekommen, steht eine massive, plane und aus dem Nickel herausgefräste Kühlfläche zur Verfügung. Jede der sieben, ebenfalls vernickelten und schwarz beschichteten, Heatpipes verlaufen dort dicht nebeneinander hinein. Das vorderste Exemplar liegt zentral und sehr knapp am Rand innerhalb des Lamellenturmes, die dritte und fünfte Wärmeleitung gehen mittig an die Seite. Nummer zwei und vier verlaufen fast schon zentral gelegen nach oben, die letzten beiden sind im hinteren Bereich des Turmes wiederum im vernünftigen Abstand etwas weiter außen platziert. Jene für die Montage des Kühlers benötigte Brücke ist mittels einer zentral platzierten Schraube bereits vorinstalliert. Sollte, aus welchem Grund auch immer, man jenes Bauteil einmal entfernen müssen, steht dafür eine ovale Öffnung im Kühlturm zur Verfügung. Diese ist exakt auf den beigelegten Schraubendreher ausgelegt und erfüllt ihren Job ausgezeichnet.

Bei den Lüftern kommt ein nunmehr schwarzes Modell der NF-A12x25 in doppelter Ausführung aus dem eigenen Hause zum Einsatz. Ebenjenes Produkt durften wir bereits 2018 testen (natürlich in der beige-braunen Farbkombination) und zeigten dort ihre außerordentliche Leistung in sämtlichen Bereichen. Von dieser Seite aus betrachtet halten wir die Wahl für sehr sinnvoll. Angesteuert wird der Lüfter im 120 Millimeter Format über ein PWM-Signal, die Obergrenze liegt bei 2000 Umdrehungen in der Minute. Zur Geräuschdämpfung sind bereits von Haus aus Gummientkoppler installiert.

Mit den äußeren Werten sind wir überaus zufrieden. Die Verarbeitung ist, wie von Noctua gewohnt, ausgezeichnet, so etwas wie scharfe Kanten oder offensichtliche Mängel lassen sich in keiner Weise finden. Hochwertige Lüfter und die rohen technischen Fakten des Kühlkörpers beeindrucken auch nach zwei Jahren erneut, ebenso sieht die Beschichtung optisch überaus gut aus und ist resistent gegen versehentlich herbeigeführte Kratzern.

Die Montage

Im Vergleich zur überaus einfachen Montage von vor zwei Jahren hat sich in der Hardware-Welt mittlerweile der brandneue Intel Sockel LGA 1700 hervorgetan, welcher auch neue Anforderungen an die Montagekits der Kühlerhersteller bringt, da die alten 115x/1200 Bohrungen im Mainboard abgelöst wurden. Dementsprechend hat Noctua auch die Backplate überarbeitet und legt die Stifte nicht mehr vormontiert bei. Stattdessen folgt zuerst ein bei vielen Montagesystemen üblicher Schritt, die passenden Löcher für die Stifte zu finden und Letztere mit den runden Kunststoff-Clips an der korrekten Position zu fixieren. Das geht zum Glück gut von der Hand und hält auch sehr vorbildlich. Folgend wird die Backplate direkt über die Rückseite durch das Motherboard hindurch gesteckt. Von der Vorderseite kommen nun vier Kunststoff-Abstandshalter, die Haltebrücken sowie die dazu passenden Rendel-Schrauben. Das einfache Ansetzen und Anziehen gelingen problemlos mit der Hand, für die optimale Verschraubung empfehlen wir aber definitiv das beigelegte Werkzeug zu verwenden, welches generell bei allen dafür vorgesehenen Bauteilen ohne Probleme passt.

An dieser Stelle muss nun spätestens die Wärmeleitpaste auf dem Heatspreader verteilt werden, da ansonsten keine ausreichende Kühlung garantiert werden kann. Die Schutzabdeckung der Kühlfläche lässt sich außerordentlich leicht entfernen und, sollte der Kühler zurück in den Karton müssen, auch einfach wieder anbringen. Unserer Meinung nach stellt das die bessere Lösung als Klebefolien dar, nicht zuletzt eliminiert man so auch eine Quelle für Rückstände.

Vor dem Festziehen des Kühlkörpers heißt es, beide Lüfter zu entfernen. Positiv fällt hier, wie bereits beim Schwestermodell, das sehr gut austarierte Verhältnis zwischen Kraftaufwand und Anpressdruck der Klammern auf. Weder ist eine übermäßige Anstrengung für das Entfernen/Anbringen notwendig, noch hat man das Gefühl, dass der NF-A12x25 einen zu lockeren Sitz hat. Um einem zu hohen Anpressdruck auf die CPU vorzubeugen, integriert Noctua je eine Feder in die Schrauben am Haltebügel. Erneut leistet der mitgelieferte Schraubendreher gute Dienste und lässt bei abwechselndem, beidseitigem Einsatz eine gefahrlose und sehr angenehme Montage zu. Zuletzt kommen noch die Lüfter wieder auf die Heatsink und werden über den Y-Adapter am Board angeschlossen. Bei Bedarf kann auch der Low Noise Adapter in die Verkabelung miteinbezogen werden, jener regelt über einen verbauten Widerstand automatisch die Lüftergeschwindigkeit und damit die Lautstärke nach unten, allerdings natürlich auf Kosten der Performance.

Insgesamt stellt uns die Montage sehr zufrieden. Neben den zügig zu absolvierenden und einfachen Montageschritten zeigt sich vor allem die Anleitung von ihrer besten Seite. Generell sei gesagt, dass die Bebilderung gut gelungen ist und, in Kombination mit dem einfach gehaltenen Text, für eine mühelose Verschraubung des Noctua NH-U12A sorgt, trotz eines erhöhten Aufwands beim Intel-Kit. Auch der erste RAM-Slot des Mainboards kann noch problemlos mit hohen Modulen bestückt werden. Jene blockieren dann natürlich ein bisschen den Airflow, wir rechnen aber nicht mit merkbaren Performanceverlusten.

Grundlegende Information und Philosophie bezüglich des Testsystems

Auf diesem i7-System werden wir uns überwiegend mit Kühlern beschäftigen, die sich für die Abfuhr von großen Mengen an Wärme eignen. Dazu gehören vor allem Kühler im Tower-Design, mit vielen Heatpipes, 120 oder 140 Millimeter Lüftern, gerne auch in doppelter Ausführung. Bei der Bauhöhe bewegen wir uns mehrheitlich um die 160 Millimeter, jedoch sind auch Ausflüge darunter oder darüber zu erwarten.

Aber nicht nur neue Kühler werden getestet! Auch diverse, nicht mehr brandneue Produkte, die eventuell sogar nicht mehr im Fokus liegen oder noch nie ins Auge gefasst wurden, haben wir im Hinterkopf und werden bei Gelegenheit den einen oder anderen Blick darauf werfen, schließlich können jene auch noch für die eine oder andere Überraschung gut sein. Somit entdeckt man vielleicht ein Modell, welches zwar schon älter, aber damit auch häufig kostengünstiger zu bekommen ist und für das geplante Hardware-Setting vollkommen ausreicht.

Testverfahren

Als Testverfahren zur Temperaturmessung haben wir uns ein Belastungsszenario mit durchgehend hoher Auslastung und damit verbundener Wärmeentwicklung ausgesucht, um die Kühler an die Leistungs-Grenzen zu führen und dabei eventuelle Schachstellen aufzudecken, sowie Vergleiche zwischen den Produkten untereinander machen zu können. Als Programm verwenden wir hierzu CoreDamage, welches sich als thermisch zuverlässig erweist.

Alle Kühler werden mit derselben Wärmeleitpaste (Noctua NT-H1) betrieben. Die umgebende Raumtemperatur des nicht schalldichten Raums beträgt ~23°C. Gemessen wird die Temperatur der CPU mittels "HWMonitor" und "CoreTemp" zweifach, um eventuelle Abweichungen durch ein Programm ausschließen zu können. Um unabhängig von der Umgebungsluft zu werden, welche allerdings meistens um die 23 Grad Celsius hat, geben wir das Ergebnis als Differenz zur Raumtemperatur in Kelvin an. Eine kurze Erklärung für Laien: Wenn es um einen Grad wärmer wird, sind das bei Celsius und Kelvin gleich viel, lediglich der Punkt, wo null Grad sind, unterscheidet sich. Um auch den Physikern gerecht zu werden, werden wir Temperatur-Differenzen in Kelvin angeben, da dies der korrekte Weg ist. Daher sind die Messwerte immer als "x Grad mehr als der Raum" zu lesen. Ein Beispiel: Ein Kühler erreicht 40 Grad Kelvin, die Raumtemperatur liegt bei gemütlichen 23 Grad Celsius. Daher wird die CPU letztendlich 63 Grad heiß.

Die Lautstärke des Kühlers wird mit einem Schallpegel-Messgerät ermittelt. Hierbei messen wir die Lautstärke bei 100%, 75% und 50% Drehzahl des Lüfters. Die Messung erfolgt in einem Abstand von 50 cm vor dem Lüfter. Um möglichst alle Geräuschquellen bei den Lautstärke-Messungen zu vermeiden, nutzen wir ein passives Netzteil und eine SSD-Festplatte. Bei allen Messungen liegt das Mainboard frei auf dem Tisch, ohne weiteren Nebenlüfter. Die Ergebnisse der Lautstärkemessungen kann sich von Redakteur zu Redakteur unterscheiden. Wie kommt es zu den unterschiedlichen Messabständen bei den Redakteuren? Dies erläutern wir hier:

Die Testumgebung des Redakteurs

Da unser Team geografisch weit verstreut ist, haben wir kein gemeinsames Redaktionsbüro, weshalb die Redakteure in ihren eigenen Räumlichkeiten arbeiten. Aufgrund der stark abweichenden Raumgrößen und Einrichtungen kann es bei jedem zu anderen Ergebnissen kommen, genauso wie bei dem Leser daheim.
Kahle Wände reflektieren mehr Schall, wodurch Geräuschmessungen lauter ausfallen. Sind die Wände durch Schränke oder Regale mit Büchern abgedeckt, absorbieren sie mehr Schall, wodurch bei den Geräuschmessungen leisere Werte zustande kommen.
Deshalb gibt jeder Redakteur die Gegebenheiten seiner Räumlichkeit an, in dem der Test stattfindet. Als Orientierungswert wird der Messwert angegeben, den der Redakteur in seiner Räumlichkeit bei absoluter Stille misst.

Wie ist die Räumlichkeit zu diesem Testsystem?
Der Redakteur testet seine Komponenten in einem mittelgroßen Büroraum, welcher die Maße von ca. 5 x 5 x 2.5 Meter (L x B x H) besitzt. Die Seite hin zur Außenmauer mit einem großzügigen Fenster ist im oberen Viertel durch das Dach leicht abgeschrägt, an fast drei von vier Wänden befinden sich lärmschluckende Bücherregale, kaum eine Wandfläche ist frei, womit ein eher ruhiger Raum entsteht. Zudem wohnt der Redaktuer in einer auch eher leiseren Siedlung etwas abseits der Bundesstraße, womit der Verkehrslärm durch die Mauern und Fenster effektiv abgehalten wird. Der geringstmögliche Messwert der Lautstärke in dem Raum lag bei 32 dB(A).

Netzteil Seasonic Platinum Fanless 400W (passiv)
Mainboard MSI Z270M Mortar
Prozessor Intel i7-6700K (4x 4.0 GHz) *
Grafikkarte iGPU
Arbeitsspeicher Crucial Ballistix 16 GB DDR4
Festplatte / SSD M.2 Samsung 960 Evo 256 GB
Betriebssystem Windows 10 Pro (64 bit)
Software zur Lüftersteuerung
MSI Command Center
Schallpegel-Messgerät Voltcraft SL100

* Hinweis zur CPU: Unsere i7-6700K CPU wird vom Mainboard automatisch auf 4 Ghz bei Last auf allen Kernen getaktet und mit der passenden Spannung versorgt. Den letzten Wert haben wir unverändert gelassen, da er sich bei den Messungen praktisch im selben Rahmen bewegt und so Probleme verhindert werden.

Temperaturen

Beginnen wir mit den Temperatur-Messungen, also welche Kühlleistung von dem hier getesteten Kühler im Vergleich zu anderen Produkten erreicht wird. Dabei gilt klarerweise, dass weniger besser ist. Denn je kühler ein Prozessor bleibt, desto mehr Spielraum besteht für ein Herunterregeln des Lüfters und damit einhergehender reduzierter Lautstärke oder aber für zusätzliche Kühl-Ressourcen bei Übertaktungen.

Um das Prinzip der Messungen noch einmal zu erläutern: Die angegebenen Temperaturwerte sind abzüglich der Raumtemperatur, um somit eine bessere Vergleichbarkeit zu ermöglichen und eine schwankende Raumtemperatur abfedern zu können. Die "reale" Temperatur ist daher der Messwert zuzüglich der jeweils beim Leser vorherrschenden Umgebungstemperatur, womit man sich auch auf die eigenen vier Wände bezogen ein gutes Bild machen kann, ob der Kühler für die eigenen Bedürfnisse ausreicht oder nicht.

Sollten sich Befürchtungen breit gemacht haben, dass die zusätzliche Beschichtung der Lamellen in einer schlechteren Leistung ihren Tribut fordert, so können wir beruhigen. Auch wenn das Chromax.black Modell bei voller Drehzahl um nominell ein Grad schlechter dasteht, fällt dies schon fast unter Messtoleranz, bei reduzierter Drehzahl agieren die Geschwister gleich und mit einem Lüfter verrichten sie überhaupt auf allen Drehzahlstufen dieselbe hohe Leistung. Wir können daher nur wiederholen, dass der NH-U12A (Chromax.black) bei der Kühlleistung ein absolutes Monster bleibt, vor allem angesichts der kompakten Abmessungen in Vergleich zu den schärfsten Konkurrenten.

Lautstärke

Werfen wir nun einen genaueren Blick auf Drehzahlen und Lautstärke-Ergebnisse. Alle Kühler wurden dabei natürlich auf demselben System bei praktisch gleichen Umgebungsbedingungen getestet. Das gesamte Testfeld wird über ein PWM-Signal geregelt. Eingestellt und gemessen wurde mit Hilfe des "Command Center" von Mainboardhersteller MSI selbst.
Allgemeiner Hinweis: Im normalen Nutzungsbetrieb erreichen die Lüfter von CPU-Kühlern nie den Drehzahlbereich von 100%.

Auch bei den Lautstärkemessungen agiert der Chromax.black auf demselben Niveau wie die ursprüngliche NH-U12A Variante, sieht man von leichten Unterschieden innerhalb der Messtoleranz einmal ab. Natürlich lässt sich keiner der Vergleichskandidaten bei voller Drehzahl als leise bezeichnen, viel mehr als störend. Aber auch bei 75% ist die Standardkonfiguration mit doppelter Luftquirl-Auswahl noch immer hörbar und auf Dauer nervig. Bei halber Drehzahl oder weniger können wir jedoch entspannt Entwarnung geben. Diese niedrige Lautstärke, knapp über der natürlichen Umgebungslautstärke, kommen aus einem Gehäuse in den meisten Fällen nicht mehr hörbar heraus. Mit nur einem Lüfter zeigen sich erwartungsgemäß deutlich bessere Ergebnisse, so sind bereits 75% Drehzahl bei weitem nicht mehr störend, die Temperaturen blieben dazu weiterhin ausgezeichnet. Es existiert daher auf alle Fälle noch viel Spielraum nach unten und solange es keine High-End-CPU auf Volllast ist, wird der Kühler auch selten in die störenden Regionen vorstoßen.

Drehzahlen

Bei den Drehzahlen hält sich Noctua gut an die hauseigene Vorgabe von 2000 U/min mit einer leichten Übertretung, darin sind sich beide NH-U12A Varianten wiederum einig. Etwaige Auffälligkeiten wie übermäßige Abweichungen oder besondere optimale Drehzahlbereiche konnten wir dabei nicht feststellen, wir können aber dazu raten, die Lüfter mittels des beigelegten Low-Noise-Adapter bereits hardwareseitig zu begrenzen. Jener verhindert das unnötig weite Hochdrehen der Lüfter und reduziert sehr effektiv damit auch automatisch die Lautstärke. Als Tipp kann man für eine Balance zwischen Lautstärke und Leistung anregen, nicht über 1200 U/min zu gehen.

Katharina Sternbauer meint …

Katharina Sternbauer

Keine Frage, der Noctua NH-U12A Chromax.black macht vieles wirklich richtig und erklimmt, abgesehen vom Schwestermodell, auch die Spitzen der Leistungschart im kompakten Gesamtpaket mit viel Zubehör und topaktueller Sockelunterstützung. Als größtes Aushängeschild dienen die überragend niedrigen Temperaturen, sowohl in der vorgesehenen Doppelbestückung als auch mit einem einzelnen der hauseigenen Lüfter. Vor allem bei letzterer Konfiguration agiert der NH-U12A in den meisten Szenarien überaus leise. Sitzen beide Luftquirle am Kühler, steigt die Lautstärke prinzipiell an, jedoch kann man die Lüfterkurve auch entsprechend anpassen, sodass die störenden Drehzahlbereiche erst gar nicht erreicht werden.

Allgemein können wir an der Qualität der Einzelteile nichts aussetzen. Alle Kanten sind sauber entgratet, die vollständige Vernickelung sowie die schwarze Beschichtung ebenfalls tadellos umgesetzt. Die Montage ist, trotz erhöhter Teileanzahl des SecuFirm2-Kits, problemlos möglich - die sehr gut austarierten Lüfterklammern haben uns besonders gut gefallen.

Es gibt hier jedoch eine Sache, welche wir nicht ignorieren können und wollen, namentlich der Preispunkt von 120 Euro. Damit sticht man nicht nur allgemein hervor, sondern sticht auch die nicht-Chromax Version um 20 Tacken aus. Für faktisch dasselbe Produkt in einer anderen Farbe ist das happig, vor allem, da es keine zusätzlichen Verkleidungen und ähnliches als Dreingabe gibt. Wenn der Wunsch nach einem schwarzen, sehr performanten Luftkühler an oberster Stelle auf der Einkaufsliste steht, stellt der NH-U12A Chromax.black definitiv das beste Angebot dar. Für alle jene, welche mit der gewohnten Noctua-Optik ebenfalls zurechtkommen, empfehlen wir den Griff zum ursprünglichen Modell oder zu einem günstigeren Modell aus demselben Hause, wenn es nicht auf das letzte bisschen Leistung ankommt.

  • Positiv
  • Tolle Leistung
  • Exzellente Verarbeitung & gelungenes Design
  • Einfache Montage & toll austarierte Lüfterklammern
  • Zweiter Lüfter optional als exzellenter Gehäuselüfter verwendbar
  • Auch mit einem Lüfter leistungsstark
  • Kompakte Abmessungen & RAM-Kompatibilität
  • Sechs Jahre Garantie
  • Neutral
  • Beschichtung nicht gänzlich resistent gegen Kratzer
  • Standardmäßig nicht leise, aber ordentliches Potenzial durch niedrige Temperaturen
  • Negativ
  • Sehr teuer
  • 20 Euro teurer als die nicht-Chromax Variante

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