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Tech-Review.de

  • Dienstag, 29. September 2020
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Arctic Freezer i13 X

Arctic Freezer i13 X: Kompakter Budget-Kühler mit Abstrichen

Die Schweizer Kühlungsspezialisten von Arctic Cooling waren bei uns bereits einige Male zu Gast, um ihre Produkte auf Herz und Nieren testen zu lassen und konnten dabei in vielen Bereichen überzeugen. Doch die Hardwarewelt steht nicht still und dementsprechend können sich Hersteller nicht auf vergangenen Erfolgen ausruhen, wenn sie an der Spitze mitreden wollen. Das Rad muss man nicht neu erfinden, aber sinnvolle Überarbeitungen und Neuauflagen als Reaktion auf eine veränderte Marktsituation stellen die Konkurrenzfähigkeit sicher. Genauso verhält es sich mit dem Arctic Freezer i13 X, welchen wir heute in der Redaktion begrüßen dürfen, und in gleich vier Varianten erscheint. Für mehr Informationen möchten wir auf die News dazu verweisen. Wir testen die Intel-Variante des normalen Modells mit hydrodynamischem Gleitlager, die Werte sind natürlich repräsentativ für die AMD-Variante. Dank der 137 Millimeter Höhe und den kleinen seitlichen Abmessungen passt der Freezer i13 X in faktisch jeden Midi-Tower und stellt auch die Kompatibilität zu umliegenden Komponenten sicher. Ein Grund hierfür ist der 92 Millimeter im Durchmesser große, PWM-gesteuerte Lüfter, welcher im Gegensatz zu seinen 120er Kollegen natürlich weniger Platz benötigt. Gepaart wird der kleine Quirl mit drei Heatpipes zu je sechs Millimetern, welche in den 44 Lamellen zählenden Kühlturm enden. Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 23,99 € befindet man sich nicht mehr im Low-Budget Bereich, preisbewusste PC-Bastler dürfen hier bereits eine ansprechende Leistung für ihr Geld erwarten.

Ob die Neuauflage ihr Geld wert ist und ob es sich allgemein um einen gut konzipierten Kühler handelt, klären wir auf den nachfolgenden Seiten. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

Technische Daten

Hersteller Arctic
Modellname
Freezer i13 X
Modell-Nr. -
Sockel-Kompatibilität Intel-Sockel: 1200 / 115x - Andere Kühlerversion für AMD: AM4
Gesamtmaße (Länge x Breite x Höhe) 108,5 x 85,5 x 137 mm
Gesamtgewicht (mit Lüfter) 443 Gramm
TDP Keine dezidierte Wattangabe
Materialien Aluminium-Lamellen, Lüfter in schwarzer Kunststoff-Verkleidung mit weißem Hersteller-Logo, Kupferheatpipes, Kühlsockel aus Alu mit Heatpipe Direct Touch

Verpackung / Lieferumfang

Hält man die Verpackung zum ersten Mal in der Hand, könnte man meinen, dass dies nur die Zubehörbox für einen größeren Kühler sein könnte. Zumindest bei manchen Produkten am oberen Ende der preislichen Fahnenstange braucht das dazugehörige Material mindestens so viel Platz wie hier der gesamte Kühler. Die Vorderseite hat in etwa die Abmessungen einer Din A5 Seite und zeigt, neben einem Abbild des Freezer i13 X, auch dessen Namen, das Herstellerlogo wie einen Hinweis auf die stolzen sechs Jahre Garantielaufzeit. Die Rückseite ist in der oberen Hälfte befüllt mit vier Abbildungen zu den wichtigsten Features sowie unterhalb einem kleinen Vergleich des Freezers zum eigenen Vorgänger und dem Intel Stock-Kühler. Die linke Seitenfläche beherbergt die technischen Daten, auf der rechten Seite folgt die siebensprachige Erklärung zu den Eckdaten.

Der Lieferumfang bestehend aus den für die Montage benötigten Teilen und einem QR-Code, welcher zu der Anleitung führt.Wie die kompakten Dimensionen schon erahnen lassen, beschränkt sich das Zubehör auf die notwendigsten Dinge. Anstelle einer gedruckten Anleitung liegt der QR-Code mit dem Link zur online verfügbaren Variante bei. Eine eigene Spritze oder Aufreißtüte für die Wärmeleitpaste existiert nicht, da jene bereits auf der Bodenplatte voraufgetragen ist.

Im Detail

Die Basis-Konstruktion hält sich an die klassische Bauweise eines Tower-Kühlers, daher wird von einer Bodenplatte weiter über Heatpipes die Wärme in den Kühlturm, beziehungsweise in dessen Lamellen, geleitet, um dort von parallel zum Mainboard strömender Luft abtransportiert zu werden. Letztendlich wird durch die Anordnung ein Weitertransport der anfallenden Abwärme direkt zu einem Hecklüfter begünstigt. Bei Arctic kommen noch die besonders kompakten Abmessungen hinzu, um ein ansprechendes Gesamtpaket anzubieten.

Bei den Dimensionen erwarten uns, wie bereits erwähnt, keine Überraschungen. Mit einer Höhe von 137 Millimetern passt der Freezer i13 X in ziemlich jeden Mini-Tower auf dem Markt. Zudem ist der Testkandidat auch nicht übermäßig breit oder lang, womit Probleme mit den RAM-Modulen oder Spannungswandler-Kühlblöcken gar nicht erst auftreten sollten. Auch für Abstand zu den Erweiterungskarten, vor allem einer Grafikkarte im ersten Erweiterungsslot, ist gesorgt, knapp 109 Millimeter in der Breite stellen dies auch ohne asymmetrische Formgebung sicher.

Die Materialfrage ist schnell geklärt, so fertigt Arctic alle 44 Lamellen aus Aluminium und setzt bei den Heatpipes auf Kupfer. Eine teure Vernickelung kommt aufgrund des Preises nicht zur Anwendung, eine farbige Lackierung ist ebenfalls nicht zu finden. Um jedoch auch für das Auge etwas Besonderes zu bieten, verfügt der Kühler über eine wuchtig wirkende, durch die schwarze Farbgebung aber im verbauten Zustand ruhig anmutende Abdeckung, welche mit dem Lüfterrahmen als eine Einheit agiert. Auf RGB-Spielereien muss, beziehungsweise darf, je nach Betrachtungswinkel, jedoch verzichtet werden - das zurückhaltende Erscheinungsbild wird damit nicht beeinträchtigt.

Für den Wärmetransport stehen standesgemäße drei Heatpipes mit je sechs Millimetern Durchmesser zur Verfügung. Der Verlauf durch den Kühlturm und die Abstände zueinander erscheinen uns sinnvoll gewählt. Die Bodenplatte setzt auf Heatpipe Direkt Touch, alle Wärmerohre befinden sich demnach über die Wärmeleitpaste in direktem Kontakt zum CPU-Heatspreader. Prinzipiell erleichtert dies die Weiterleitung der Wärme, da keine weitere Zwischenschicht die Übertragung behindern kann. Auf der anderen Seite kommt es zu keiner optimalen Verteilung der Hitze auf die Heatpipes. Immerhin sind die stärker belasteten, mittleren Komponenten ohnehin schon großzügiger dimensioniert. Insofern stehen wir der getroffenen Entscheidung, obwohl wir eine zusätzliche Materialschicht bevorzugen, neutral gegenüber, da zumindest Vorkehrungen gegen potenzielle Probleme getroffen wurden. Positiv wollen wir an dieser Stelle die bereits voraufgetragene Wärmeleitpaste vom hauseigenen Typ MX-2 hervorheben. Jene ist in einer dünnen Schicht sehr gleichmäßig und in einer sinnvollen Größe verteilt. Natürlich wäre Paste in einer Spritze zwecks der Wiederverwendbarkeit vorteilhafter, aber diese werkseitig aufgetragene Ausführung weiß zu gefallen und hat ein großes Lob verdient.

Der 92 Millimeter Lüfter kommt ebenfalls aus dem Hause Arctic. Angesteuert wird er über ein PWM-Signal und den damit verbundenen 4-Pin-Stecker. Der Regelungsbereich startet bei 300, maximal sind 1800 Umdrehungen in der Minute möglich. Eine richtige Entkopplung gibt es nicht, jedoch wird der Lüfter, welcher fest mit der oberen Zierabdeckung als eine Einheit ausgeführt ist, sehr komfortabel mittels zweier Klammern montiert. Daher erhoffen wir uns einen festen Sitz und die Verhinderung von störenden Vibrationen.

Positiv stimmt uns das FDB-Lager (Fluid Dynamic Bearing). Grundsätzlich teilt sich das Lüfterlager in zwei Kategorien: Gleit- und Kugellager. Letztere Version kennen viele Leser sicherlich aus dem Bereich der Automobile oder der Antriebstechnik, diese gelten auch im IT-Sektor als besonders langlebig und hochwertig. Jedoch haben sie, durch den über das Rollen entstehenden mechanischen Kontakt der Kugeln, auch eine gewisse Geräuschentwicklung, welche nicht jedem gefällt. Das wird durch den Einsatz der Gleitlager verhindert. Hier reduziert ein Schmiermittel den Kontakt auf ein Minimum, was zumindest zu Beginn für ein sehr leises Betriebsgeräusch sorgt. Leider wird dieses Gleitmittel über die Zeit hin durch Austritt reduziert und das Lager zusätzlich etwas zugestaubt. Der Lüfter beginnt unruhig zu laufen, gibt störende Geräusche von sich oder stellt gar die Arbeit komplett ein. Um diesen Effekt möglichst lange zu verhindern, sind die Hersteller dazu übergegangen, diese Mittel spezieller als üblich zu kapseln. Damit wird dem Verlust vorgebeugt und kombiniert so ein geringes Betriebsgeräusch mit einer hohen Lebenserwartung des Lagers. Diese Kombination nennt sich, wie bereits vorhergehend erwähnt, Fluid Dynamic Bearing / Hydro Dynamic Bearing und ist in unseren Augen eine ausgezeichnete Wahl. Mit einer MTBF (mittlere Ausfallszeit) von 150.000 Betriebsstunden unter optimalen Bedingungen bleiben auch in den erhitzen PC-Gehäuse unserer Einschätzung nach noch einige Jahre Dauerbetrieb übrig, ohne dass der Torx-Fan ausfallen sollte. Außerdem: Bei wem läuft der Gaming-Rechner schon durchgehend das ganze Jahr durch? Von Zeit zu Zeit bekommt auch der Rechenknecht einmal seinen verdienten Kurz-Urlaub.

Für jene, bei denen der Rechner tatsächlich durchläuft und das Betriebsgeräusch unwichtig ist, steht auch eine Variante der Freezer i13 X Serie mit kugelgelagertem Lüfter zur Verfügung. Jene hören nach dem Namen auf das zusätzliche Suffix "CO" und sind zwei Euro UVP teurer bei ansonsten gleichbleibenden Eckdaten.

Grundsätzlich haben wir an den technischen Rohdaten und der Verarbeitung wenig auszusetzen. Scharfe Kanten oder andere gefährliche Stellen konnten wir nicht ausfindig machen. Die Grundkonstruktion mit drei Heatpipes, einer angemessenen Lamellenanzahl und dem 92 Millimeter Lüfter sieht sehr solide aus und lassen auf gute Ergebnisse hoffen.

Die Montage

Eigentlich hatten wir uns die Montage eine Spur leichter vorgestellt, immerhin kann die i13 X Version nur auf Intel-Systemen mit Sockel 115x/1200 montiert werden. Vorinstallierte Haltebrücken, keine aufzuklebenden Schutzpads oder ähnliche zeitsparende Hilfen wären also möglich gewesen, aber fangen wir zuerst einmal ganz von vorne an. Ganz zu Beginn sollen acht kleine, selbstklebende Scheiben auf die Vorder- und Rückseite des Mainboards geklebt werden, um ein Zerkratzen durch die Abstandshalter zu verhindern. Warum Arctic diese Schutzmaßnahmen nicht bereits auf den entsprechenden Bauteilen platziert hat, ist uns schleierhaft. Vor allem wären die kleinen Scheiben dann auch wiederverwendbar und würden nicht dauerhaft am Mainboard kleben bleiben. Dafür gibt es aber auch einen Trick: Die Ringe werden mit ihren Klebestellen an den Teilen abgebracht und nicht an der Platine selbst. Der schützende Effekt ist gleich und man erleichtert die Wiederverwendung.

Nun heißt es, die Backplate auf der Rückseite des Mainboards zu platzieren und von der Vorderseite mittels der bereits angesprochenen Abstandshalter festzuziehen. Darauf folgen in der gewünschten Ausrichtung die beiden Montageschienen, für den Halt sorgen vier kleinere Schraubköpfe. Bevor der Kühlkörper seinen Platz findet, muss der Lüfter entfernt werden, was glücklicherweise ausgesprochen einfach geht. Beim Festziehen braucht man sich keine Sorgen über die Stärke zu machen, beide Schrauben sind mit je einer Feder samt vordefinierten Gewindeende ausgestattet. Abschließen findet der Lüfter wieder seinen Platz.

Die Anleitung ist nicht in Papierform beigelegt, sondern über Arctics eigene Homepage abrufbar. Subjektiv ist uns eine Anleitung in Papierform lieber, da somit nicht ständig das Smartphone oder ein zweiter PC auf dem Basteltisch liegen muss, dafür sind einzelne Bauschritte aber auch animiert und zusätzlich als YouTube-Video verfügbar. Das bieten auch nur wenige Hersteller.

Grundlegende Information und Philosophie bezüglich des Testsystems

Auf diesem i7-System werden wir uns überwiegend mit Kühlern beschäftigen, die sich für die Abfuhr von großen Mengen an Wärme eignen. Dazu gehören vor allem Kühler im Tower-Design, mit vielen Heatpipes, 120 oder 140 Millimeter Lüftern, gerne auch in doppelter Ausführung. Bei der Bauhöhe bewegen wir uns mehrheitlich um die 160 Millimeter, jedoch sind auch Ausflüge darunter oder darüber zu erwarten.

Aber nicht nur neue Kühler werden getestet! Auch diverse, nicht mehr brandneue Produkte, die eventuell sogar nicht mehr im Fokus liegen oder noch nie ins Auge gefasst wurden, haben wir im Hinterkopf und werden bei Gelegenheit den einen oder anderen Blick darauf werfen, schließlich können jene auch noch für die eine oder andere Überraschung gut sein. Somit entdeckt man vielleicht ein Modell, welches zwar schon älter, aber damit auch häufig kostengünstiger zu bekommen ist und für das geplante Hardware-Setting vollkommen ausreicht.

Testverfahren

Als Testverfahren zur Temperaturmessung haben wir uns ein Belastungsszenario mit durchgehend hoher Auslastung und damit verbundener Wärmeentwicklung ausgesucht, um die Kühler an die Leistungs-Grenzen zu führen und dabei eventuelle Schachstellen aufzudecken, sowie Vergleiche zwischen den Produkten untereinander machen zu können. Als Programm verwenden wir hierzu CoreDamage, welches sich als thermisch zuverlässig erweist.

Alle Kühler werden mit derselben Wärmeleitpaste (Noctua NT-H1) betrieben. Die umgebende Raumtemperatur des nicht schalldichten Raums beträgt ~23°C. Gemessen wird die Temperatur der CPU mittels "HWMonitor" und "CoreTemp" zweifach, um eventuelle Abweichungen durch ein Programm ausschließen zu können. Um unabhängig von der Umgebungsluft zu werden, welche allerdings meistens um die 23 Grad Celsius hat, geben wir das Ergebnis als Differenz zur Raumtemperatur in Kelvin an. Eine kurze Erklärung für Laien: Wenn es um einen Grad wärmer wird, sind das bei Celsius und Kelvin gleich viel, lediglich der Punkt, wo null Grad sind, unterscheidet sich. Um auch den Physikern gerecht zu werden, werden wir Temperatur-Differenzen in Kelvin angeben, da dies der korrekte Weg ist. Daher sind die Messwerte immer als "x Grad mehr als der Raum" zu lesen. Ein Beispiel: Ein Kühler erreicht 40 Grad Kelvin, die Raumtemperatur liegt bei gemütlichen 23 Grad Celsius. Daher wird die CPU letztendlich 63 Grad heiß.

Die Lautstärke des Kühlers wird mit einem Schallpegel-Messgerät ermittelt. Hierbei messen wir die Lautstärke bei 100%, 75% und 50% Drehzahl des Lüfters. Die Messung erfolgt in einem Abstand von 50 cm vor dem Lüfter. Um möglichst alle Geräuschquellen bei den Lautstärke-Messungen zu vermeiden, nutzen wir ein passives Netzteil und eine SSD-Festplatte. Bei allen Messungen liegt das Mainboard frei auf dem Tisch, ohne weiteren Nebenlüfter. Die Ergebnisse der Lautstärkemessungen kann sich von Redakteur zu Redakteur unterscheiden. Wie kommt es zu den unterschiedlichen Messabständen bei den Redakteuren? Dies erläutern wir hier:

Die Testumgebung des Redakteurs

Da unser Team geografisch weit verstreut ist, haben wir kein gemeinsames Redaktionsbüro, weshalb die Redakteure in ihren eigenen Räumlichkeiten arbeiten. Aufgrund der stark abweichenden Raumgrößen und Einrichtungen kann es bei jedem zu anderen Ergebnissen kommen, genauso wie bei dem Leser daheim.
Kahle Wände reflektieren mehr Schall, wodurch Geräuschmessungen lauter ausfallen. Sind die Wände durch Schränke oder Regale mit Büchern abgedeckt, absorbieren sie mehr Schall, wodurch bei den Geräuschmessungen leisere Werte zustande kommen.
Deshalb gibt jeder Redakteur die Gegebenheiten seiner Räumlichkeit an, in dem der Test stattfindet. Als Orientierungswert wird der Messwert angegeben, den der Redakteur in seiner Räumlichkeit bei absoluter Stille misst.

Wie ist die Räumlichkeit zu diesem Testsystem?
Der Redakteur testet seine Komponenten in einem mittelgroßen Büroraum, welcher die Maße von ca. 5 x 5 x 2.5 Meter (L x B x H) besitzt. Die Seite hin zur Außenmauer mit einem großzügigen Fenster ist im oberen Viertel durch das Dach leicht abgeschrägt, an fast drei von vier Wänden befinden sich lärmschluckende Bücherregale, kaum eine Wandfläche ist frei, womit ein eher ruhiger Raum entsteht. Zudem wohnt der Redaktuer in einer auch eher leiseren Siedlung etwas abseits der Bundesstraße, womit der Verkehrslärm durch die Mauern und Fenster effektiv abgehalten wird. Der geringstmögliche Messwert der Lautstärke in dem Raum lag bei 32 dB(A).

Das Testsystem

Netzteil Seasonic Platinum Fanless 400W (passiv)
Mainboard MSI Z270M Mortar
Prozessor Intel i7-6700K (4x 4.0 GHz) *
Grafikkarte iGPU
Arbeitsspeicher Crucial Ballistix 16 GB DDR4
Festplatte / SSD M.2 Samsung 960 Evo 256 GB
Betriebssystem Windows 10 Pro (64 bit)
Software zur Lüftersteuerung
MSI Command Center
Schallpegel-Messgerät Voltcraft SL100

* Hinweis zur CPU: Unsere i7-6700K CPU wird vom Mainboard automatisch auf 4 Ghz bei Last auf allen Kernen getaktet und mit der passenden Spannung versorgt. Den letzten Wert haben wir unverändert gelassen, da er sich bei den Messungen praktisch im selben Rahmen bewegt und so Probleme verhindert werden.

Temperaturen

Beginnen wir mit den Temperatur-Messungen, also welche Kühlleistung von dem hier getesteten Kühler im Vergleich zu anderen Produkten erreicht wird. Dabei gilt klarerweise, dass weniger besser ist. Denn je kühler ein Prozessor bleibt, desto mehr Spielraum besteht für ein Herunterregeln des Lüfters und damit einhergehender reduzierter Lautstärke oder aber für zusätzliche Kühl-Ressourcen bei Übertaktungen.

Um das Prinzip der Messungen noch einmal zu erläutern: Die angegebenen Temperaturwerte sind abzüglich der Raumtemperatur, um somit eine bessere Vergleichbarkeit zu ermöglichen und eine schwankende Raumtemperatur abfedern zu können. Die "reale" Temperatur ist daher der Messwert zuzüglich der jeweils beim Leser vorherrschenden Umgebungstemperatur, womit man sich auch auf die eigenen vier Wände bezogen ein gutes Bild machen kann, ob der Kühler für die eigenen Bedürfnisse ausreicht oder nicht.

Bei voller Drehzahl arbeitet der, im Vergleich zu seiner Konkurrenz, kleine Freezer i13 X sehr gut und liegt auf Augenhöhe mit dem deutlich größeren Doppelturmkühler Grandis 2. Das geringe Kampfgewicht macht sich jedoch bei sinkender Drehzahl recht unmittelbar bemerkbar, vor allem der etwas unrühmliche letzte Platz bei halber Drehzahl lassen wenig Reserven für noch geringere Umdrehungen, solange Leistung gefragt ist. Insgesamt halten für die Performance jedoch für gut, vor allem angesichts der kompakten Abmessungen unseres Kandidaten.

Lautstärke

Werfen wir nun einen genaueren Blick auf Drehzahlen und Lautstärke-Ergebnisse. Alle Kühler wurden dabei natürlich auf demselben System bei praktisch gleichen Umgebungsbedingungen getestet. Das gesamte Testfeld wird über ein PWM-Signal geregelt. Eingestellt und gemessen wurde mit Hilfe des "Command Center" vom Mainboardhersteller MSI selbst.
Allgemeiner Hinweis: Im normalen Nutzungsbetrieb erreichen die Lüfter von CPU-Kühlern nie den Drehzahlbereich von 100%.

Mit knapp 42 dB(A) bei voller Drehzahl hält sich die maximale Lautstärke in guten Grenzen, die 75%-Marke wird ebenfalls ausgezeichnet gemeistert und alles darunter lässt sich problemlos als leise bis unhörbar einordnen. Leider schleicht sich bei halber Drehzahl ein Brummen mit ein. Dieses wird durch eine übermäßig starke Vibration des gesamten Kühlkörpers und des Mainboards verursacht. Je mehr direkten Kontakt die Platine zu anderen Komponenten hat, desto lauter werden die mess- und wahrnehmbaren Nebengeräusche. Wir haben bezüglich dieses Phänomens mit Arctic Rücksprache gehalten, welche diese Beobachtungen in internen und externen Tests nicht reproduzieren können. Daher können wir Entwarnung geben, es handelt sich nicht um ein allgemeines Problem. Generell würde unserer Meinung nach eine saubere Entkopplung des Lüfters vom Kühlkörper hier die bevorzugte Lösung für das Problem sein, da der Luftquirl eine Spur unrunder läuft als andere Modelle, sowohl aus dem eigenen Haus als auch von Mitbewerbern. Sieht man davon ab, handelt es sich beim Freezer i13 X jedoch um ein sehr leises Produkt.

Drehzahlen

In der Relation zur Lautstärke sind die Drehzahlen sehr ordentlich. Durch den kleineren Lüfter kann auch nur weniger Masse bewegt werden, trotzdem haben wir in unseren Messreihen einige Kühler, welche hier schlechter abschneiden.

Simon Sternbauer meint …

Simon Sternbauer

Eigentlich hätten wir uns am Ende dieser Review ein klareres Ergebnis erhofft, aber das Leben und die Hardware spielt bekanntlich nicht immer mit. Obwohl der Arctic Freezer i13 X wirklich sinnvolle Neuerungen und clevere Ideen in ein kompaktes Gesamtpaket verschnürt, haben sich auch Mängel oder Ungereimtheiten mit eingeschlichen, welche eine klare Empfehlung verhindern.

Nichts zu meckern gibt es bei der Verarbeitung, hier hat der Hersteller gute Arbeit geleistet. Dasselbe gilt auch für die lange Garantiezeit von sechs Jahren, womit man sich ganz vorne platziert. Positiv überrascht hat uns zudem die voraufgetragene Wärmeleitpaste, welche weder zu dick oder dünn noch zu kleinflächig vorhanden war. Davon können die Mitbewerber noch etwas lernen, sofern sie keine Spritzen mit genug Inhalt für mehrere Montagevorgänge beilegen. Zuletzt wusste noch die einfache (De-)Montage des Lüfters zu gefallen, auch wenn der nicht dem gängigen Standard entsprechende Rahmen den Austausch im Falle eines Defekts deutlich erschwert. Angesichts der langen Garantie für den Preis knapp unter 25 Euro gibt es für uns jedoch keinen Grund, hier Kritik zu üben.

Die Montage des Kühlerkörpers sowie die eingeschränkte Kompatibilität sind uns hingegen sauer aufgestoßen. Zuerst einmal liegt, in unserer "i"-Variante, nur das Material für Intel 115x/1200 bei, für AMD AM4 muss eine andere Version ("A13") erworben werden. Für viele Konkurrenten in derselben Preisklasse ist die Kompatibilität zu beiden Prozessorhersteller in einem Produkt eine Selbstverständlichkeit. Dazu kommt, dass der Schutz gegen unabsichtliches Zerkratzen des Motherboards nicht direkt an den Bauteilen angebracht wurde, sondern separat aufzukleben ist. Das erschwert die Wiederverwendbarkeit. Allgemein geht die Montage in Ordnung, man hätte die Montagebrücken aber beispielsweise bereits ab Werk mit der Bodenplatte verschrauben können.

Im Betrieb fiel uns leider der Lüfter bei halber Drehzahl durch übermäßige Vibrationen etwas negativ auf. Während jener in allen anderen Lagen seinen Job gut absolviert, nie wirklich laut wird und auch bei unter 40% Umdrehungen pro Minute flüsterleise kann, plagen ihn bei 50% PWM Nebeneffekte, welche bei unserer Hardwarekombination auftraten, seitens des Herstellers aber in diversen Tests nicht reproduzierbar war. Eine Ursache dafür können wir leider nicht ausmachen. Als Abhilfe würden wir uns eine saubere Entkopplung des Lüfters wünschen. Die Leistung geht für die Größe in Ordnung, große Reserven für Übertaktung darf man sich aber nicht erwarten.

Zusammengefasst handelt es sich mit dem Freezer i13 X um einen soliden Kühler mit kompakten Abmessungen und einer guten Verarbeitung, welcher anständig kühlt. Ihn plagen jedoch Schwächen bei der Montage sowie eine eingeschränkte Komptabilität angesichts des ansonsten passenden Preisrahmens.

  • Positiv
  • Insgesamt ein leiser Kühler
  • Gute Verarbeitung
  • Sehr gute, voraufgetragene Wärmeleitpaste
  • Einfache (De-) Montage des Lüfters
  • Kompakte Abmessungen und gute Abstände zu umliegenden Bauteilen
  • Sechs Jahre Garantie
  • Neutral
  • Kombination aus Kühlleistung und Lautstärke passt, bricht aber keine Rekorde
  • Montage für geringe Kompabilität etwas aufwendiger als gedacht
  • Lüfter nicht entkoppelt und Tausch nicht möglich, aber lange Garantiezeit
  • Negativ
  • Lüfter verursacht bei halber Drehzahl übermäßg starke Vibrationen auf unserem Testsystem
  • Fast 25 Euro Kaufpreis, aber separate Modelle für AMD/Intel notwendig
  • Anbringung von Klebepads laut Anleitung am Mainboard (s. Abschnitt Montage)

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