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Tech-Review.de

  • Sonntag, 24. Oktober 2021
XFX Core Edition PRO 550W

XFX Core Edition PRO 550W: Ein heißer Preis-/Leistungstipp?

Einleitung

XFX konnte sich in den letzten Jahren vor allem mit den gut gelungenen Grafikkarten etablieren. Doch neben Pixelbeschleunigern hat XFX auch die ein oder andere Netzteilserie im Portfolio, die mindestens genauso spannend sein dürften. Mit "Umspannwerken" ist XFX mittlerweile ziemlich gut aufgestellt, denn neben wirklichen High-End Modellen, die auf Seasonics Platin-Plattform basieren hat XFX auch etwas in der Mittel- und Einstiegsklasse zu bieten. Die Einstiegsklasse stellen die Core Pro Netzteile mit einer Leistung von 450- und 550 Watt dar - besonders die Beliebtheit des 550 Watt Modells ist sehr groß.

Wir sehen uns heute die 550 Watt Variante an, die besonders oft in den einschlägigen Foren empfohlen wird. Dabei spielt oft der recht niedrige Preis eine wichtige Rolle. Auf der Gegenseite wird die teils "hohe" Lautstärke kritisiert. Stimmt das überhaupt? Wir sehen uns das gute Stück ganz genau an und fällen am Ende des Testparcours ein Fazit.

Spezifikationen und Features

Allgemeine Ausstattungsmerkmale:

  • 80+ Bronze Zertifizierung
  • gesleevte Kabel
  • fünf Jahre Garantie
  • 105 °C spezifizierte Kondensatoren
  • Funktionsgarantie bei 50 °C
  • Einbaugröße: 160 x 140 x 86 mm (L x B x H)

Schutzschaltungen die das Netzteil besitzt:

  • OCP - Überstromschutz
    (Sollte die Last auf den einzelnen Leitungen höher sein als angegeben, schaltet das Netzteil automatisch ab.)
  • OVP - Überspannungsschutz
    (Falls die Spannungen auf den einzelnen Leitungen über einen gewissen Toleranzwert steigen, schaltet sich das Netzteil automatisch ab.)
  • SCP - Kurzschlussschutz
    (Im Falle eines Kurzschlusses verhindert diese Sicherung eine Beschädigung der Kernkomponenten des Netzteils und der einzelnen Systemkomponenten.)
  • OPP - Überlastungsschutz
    (Wenn das System mehr Leistung verbraucht, als das Netzteil liefern kann, schaltet es sich ab.)

Die grundlegendsten Sicherungen wurden "verbaut", doch eine Unterspannungsschutzschaltung oder ein Übersitzungsschutz fehlt leider.

Kabellänge und Kabelstränge:
Die Bestückung des Kabelbaums ist durchaus gelungen, aber nicht perfekt. Der ATX 24-Pin Stecker ist mit 53 cm ausreichend lang, auch für größere Midi-Tower Gehäuse. Für die Prozessor-Stromversorgung hat sich XFX für einen EPS 8-Pin und einen 4+4-Pin Stromstecker entschieden. Der Sinn dahinter erschließt sich uns nicht ganz, denn Dual-Sockel Mainboards die von zwei EPS Steckern profitieren, können mit einem 550 Watt Netzteil kaum bedient werden - Grafikkarten sind ja auch noch zu versorgen. Schlussendlich wäre es sinnvoller gewesen sich den 8-Pin Stecker zu sparen. Grafikkarten werden mit einem PCI-Express 6- und einem 6+2-Pin Strang mit Strom versorgt, beide Kabel sind mit 53 cm in dieser Preisklasse recht großzügig dimensioniert.

Laufwerke werden von drei, bzw. zwei Sata und Molex-Leitungen versorgt, die dabei jeweils über drei Stecker verfügen. Die Anzahl an Steckern ist in diesem Falle überdurchschnittlich - schön! FDD-Kabel werden kaum noch benutzt, da nur noch wenige Kartenleser oder eben Floppy-Laufwerke diese Art von Anschluss voraussetzen - genau wie wir uns das wünschen.

Leistung:
Als Gesamtleistung gibt XFX 550 Watt an - auf der 12-Volt Schiene kann das Netzteil bis zu 528 Watt bereitstellen. Mit rund 96 Prozent der Gesamtleistung auf der 12 Volt Schiene eignet sich das Netzteil daher perfekt für moderne Rechner. Auf der 3,3- und 5-Volt Leitung können bis zu 130 Watt bereitgestellt werden. Die 528 Watt der 12-Volt Rail und die 130 Watt der beiden anderen Leitungen werden variabel aufgeteilt - die Werte sind daher nicht "fest". XFX bewirbt besonders aggressiv das Single-Rail Design des Netzteils - hinzugefügt wird die äußerst stabile Bereitstellung der Leistung auf einer durchgängig einzelnen Schiene. In der Praxis kann sich dies aber oftmals zum Nachteil entwickeln. Im Falle einer Überlastung ist es möglich, dass die OCP Schutzschaltung nicht mehr rechtzeitig greifen kann, wodurch es zum Schaden an der Hardware kommen kann.

Die technischen Daten auf der Unterseite des Netzteils

Verpackung und Lieferumfang

Die Verpackung an sich ist eher weniger informativ. Neben der angegebenen Garantiezeit bewirbt XFX auch die sehr hochwertigen japanischen Kondensatoren. Dazu wird ebenso die Single-Rail "Technologie" energisch propagiert. Angaben zur Lautstärke, in Form eines Diagramms fehlen genauso wie die Beschreibung der Kabelstränge.

Das Netzteil an sich wurde im Inneren mit einer wirklich dicken Folie umhüllt, wodurch die Entstehung von Kratzern beim Transport auf ein Minimum verringert wird. Das Zubehör beläuft sich auf den schon angesprochenen FDD-Adapter, sowie zusätzliche Montage-Schrauben.

Details und Verarbeitung

Extern:
Rein äußerlich gibt es nichts wirklich Spektakuläres zu berichten, was keines Wegs negativ zu werten ist. Das Netzteil an sich wurde mit einem schwarzen Lack überzogen, der dazu sehr robust ist - Kratzer haben es hier wirklich schwer. Das Lüftergitter hebt sich dann doch etwas von der Masse ab, da die Struktur etwas an derer eines Spinnennetzes erinnert. In der Mitte des Gitters befindet sich das schimmernde XFX-Logo. Der Kontrast wird an den Seiten von großflächigen Aufklebern weiter unterstützt.

Auf der Rückseite des Core Pro 550 befindet sich ein Aufkleber mit allen wichtigen Leistungsangaben - dieser könnte aber den ein oder anderen Modding-Fetischisten stören, wenn man die Montage mit dem Lüfter nach unten bevorzugt. Die Sleevequalität entspricht ungefähr dem, was der Durchschnitt in diesem Preissegment auch bietet: besonders blickdicht ist er nicht, aber die Verarbeitung lässt sich als gut bezeichnen.

Intern:
Wie bei vielen Einsteiger-Netzteilen im Bereich von um die 50 Euro kommt die Elektronik von Seasonic - dabei wird auf die mittlerweile nicht mehr ganz frische aber bewährte S12-II Basis gesetzt.

Das aufgeräumte Innere des Netzteils

Die Eingangsfilterung besteht hierbei aus einem X- und vier Y-Kondensatoren, die auf einer Zusatz-Platine direkt nach dem Stromeingang platziert wurden. Auf der Haupt-Platine wird die Filterung durch drei Spulen, einem weiteren X-, sowie Y-Kondensator vervollständigt. Zusätzlich wurde ein MOV (Metaloxid-Varistor) verbaut: dieser dient als passiver Überspannungsschutz, indem er seinen Widerstand bei steigender Spannung erhöht.

Der Primärkondensator kommt - in dieser Preisklasse außergewöhnlich- vom japanischen Hersteller Nippon-Chemicon - eine äußerst hochwertige Wahl. Dieser Kondensator ist mit 105 °C spezifiziert und weißt eine Kapazität von 330 Mikrofarad, sowie eine Spannungsfestigkeit von 420 Volt auf.

Auf der sekundären Seite werden ebenfalls 105 °C spezifizierte Kondensatoren von Nippon-Chemicon verwendet - eine hervorragende Wahl. Häufig sind diese so versteckt verbaut, sodass diese nicht mehr mit dem Luftstrom in Kontakt kommen und so gegen höhere Temperaturen gewappnet sein müssen.

Der Kabelstrang im Inneren

Die Lötqualität ist diesmal als gut zu bezeichnen, was bei dieser Plattform nicht zwangsläufig der Fall ist. Sehr gut gefällt uns, dass überlange Kabelenden per Hand entfernt wurden.

Der Lüfter kommt von ADDA und hört dabei auf die Bezeichnung: AD1212MB-A70GL. Die maximale Drehzahl wird von ADDA mit rund 2000 U/min angegeben. Dieser besitzt ein doppeltes Kugellager.

Der montierte Lüfter

Effizienz und Spannung

Effizienz:

Sowohl im Windows-Leerlauf, als auch im zweiten Auslastungstest kann sich das XFX Core Pro 550 an die Spitze setzen. Im ersten Lasttest gelang dies verwunderlicherweise nicht. Insgesamt gesehen ist die Effizienz doch gut gelungen, wo es ja besonders bei niedriger Auslastung wichtig ist eine gute Effizienz vorweisen zu können.

Spannungen:

Die Spannungsregulation ist einfach mit dem Wort "unauffällig" abzuhandeln. Alle Werte sind problemlos innerhalb der Spezifikation

Die Lautstärke

Lüfterdrehzahlen:

Lautstärkemessungen:

In der Vergangenheit hatten wir es schon des Öfteren mit Netzteilen zu tun, die auf der S12II Plattform von Seasonic basierten. Dabei zeigte sich uns immer das gleiche Bild: im IDLE waren nahezu alle Netzteile sehr ruhig, doch mit steigender Last stiegen die Lautstärkewerte nahezu linear mit an. Auch dieses XFX ist im IDLE Betrieb noch recht ruhig - klar gegen die extrem leisen be quiet! Netzteile kommt es nicht ganz an, was aber noch im Rahmen liegt. Doch während den beiden Last-Tests explodierte die Lautstärke nahezu - hier arbeiteten fast alle Vergleichsgeräte ruhiger.

Die Lautstärke subjektiv:
Wie bereits angemerkt ist das Netzteil im IDLE recht ruhig, leider stört da das Lüfterlager. ADDA ist nicht gerade dafür bekannt leise, Lüfterlager zu verwenden - wenn man nahe an das Gerät ran geht ist ein deutliches Schleifen hörbar. In den meisten eingebauten Rechnern sollte das Netzteil weitgehendst unauffällig bleiben. Elektronikgeräusche sind vorhanden, allerdings im geringen Maße, sodass diese ebenfalls nicht hörbar sind wenn das Netzteil eingebaut ist. Unter Last dreht dann der Lüfter deutlich auf, was dann auch dazu führen könnte, dass die ein oder andere Gaming-Grafikkarte übertönt wird. Elektronikgeräusche gehen unter Last aufgrund des lauten Lüfters gänzlich unter.

Louis Hirschmann meint …

Louis Hirschmann

Das XFX Core Edition PRO 550W ist insgesamt ein gelungenes Netzteil auf dem Markt, doch wie viele andere Geräte hat es seine Vor und Nachteile. Die Optik orientiert sich an den meisten anderen Netzteile am Markt, besonders gut gefällt uns der robuste Lack. Die Elektronik macht einen ordentlichen Eindruck, ungewöhnlich sind die sehr hochwertigen Nippon-Chemicon Kondensatoren, die in dieser Preisklasse kaum zu finden sind. Die Spannungsregulation fällt bei diesem Netzteil gut aus, ebenso die Effizienz in unserem Leistungstest.

Hier konnte sich das Netzteil in zwei Fällen an die Spitze unserer Skalen setzten. Weniger gut ist das Lautstärkebild - wo das Netzteil im IDLE recht leise arbeitet, ist es unter Last deutlich lauter als die Konkurrenz. Einen Vorteil hat das Gerät allerdings noch in der Hinterhand: fünf Jahre Garantie sind eine klare Ansage - die Konkurrenz kann hier selten mithalten. Letztendlich ist dieses Netzteil durchaus gelungen, denn bei einem Preis von gerade einmal 53€ bekommt man viel "Netzteil" fürs' Geld.

  • Positiv
  • niedriger Preis
  • fünf Jahre Garantie
  • gesleevte Kabel
  • leise im IDLE
  • ausschließlich High-End Kondensatoren
  • Neutral
  • gesleevte Kabel nicht ganz blickdicht
  • Negativ
  • sehr laut unter Last

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