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Tech-Review.de

  • Mittwoch, 05. August 2020
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Ultrasone Performance 840

Ultrasone Performance 840: im Test

Einleitung

Die Marke "Ultrasone" ist gerade im professionellen Audiobereich sehr bekannt und konnte zum Beispiel mit dem "Edition 5-Kopfhörer" viele Awards und Preise bei den verschiedensten Magazinen und Portalen abräumen. Einige kürten das Modell sogar zum „besten geschlossenen Kopfhörer“ überhaupt. Unser heutiges Testobjekt hört auf den Namen "Performance 840" und ist ebenfalls ein reiner Kopfhörer, allerdings wurde dieses Modell für den semiprofessionellen Bereich konzipiert und spricht damit nun auch normale aber sehr audiophile Anwender an, die sich Zuhause, im Studio oder unterwegs nicht mit einfachen "Elektromarkt-Modellen" zufrieden geben wollen.

Bei der Performance-Serie kommt die patentierte S-Logic™ Technologie zum Einsatz. Die Kopfhörer erzeugen mit ihrem natürlichen Raumklang ein größeres Klangbild. Da sich die Tonwiedergabe nicht direkt im Kopf abspielt, hört es sich an, als würde der Anwender echten Boxen zuhören, welche einige Meter entfernt sind. Damit erhält man einen angenehmen Raumklang - und dies obwohl die Ohren komplett umschlossen sind. Bei der S-Logic™ Plus-Technologie handelt es sich dabei um eine nochmal optimierte Version der Technik, was ein noch neutraleres Wiedergabeergebnis mit optimierter, räumlich verbesserter Wahrnehmung der Stimmen oder Instrumente von Stereotonsignalen ermöglichen soll.

Zusätzlich zur Soundkomponente setzt Ultrasone beim P840 hochwertige Materialien ein, die zum einen für eine lange Haltbarkeit sorgen und zum anderen ein sehr schönes Design offerieren. Mit einem aktuellen Preis von rund 239,- im Geizhals-Preisvergleich sind diese Kopfhörer nicht für jeden Geldbeutel interessant. Gerade mit Sicht auf den High-End-Sektor aber akzeptabel.

Ob sich diese Anschaffungskosten jedoch auch in der versprochen sehr guten Soundwiedergabe wiederspiegelt, klären wir auf den nächsten Seiten im Test für Euch. Viel Spaß beim Lesen!

Verpackung / Lieferumfang

Der Kopfhörer wird in einer grauen Verpackung geliefert, wobei der Karton an sich schon eine hochwertig anfühlende Haptik präsentiert. Auf der Vorderseite ist das P840 abgebildet, dazu kommen noch so Leitsprüche wie "focused bass", "perfomance matters" und Co. Auf der Rückseite stellt das Unternehmen nochmal eine mehrsprachige Kurzbeschreibung des Produktes vor und ergänzt dieses durch die Auflistung der technischen Features. Öffnet man den Karton, wobei der obere Deckel von Innen mit einer Schaumstoff-Schicht bekleidet wurde, begegnet einem zuerst eine sehr ansehnliche Neopren-Tasche mit "Ultrasone-Logo", in dessen Bauch sich der Kopfhörer versteckt. Alles ist sehr weich ausgelegt und schützt die Kopfhörer damit vor dem Verkratzen. Darüber hinaus hinterlässt auch die Tasche selbst schon einen qualitativ sehr angenehmen Eindruck. Hier spürt man den Preis.

Unterhalb der Tasche gibt es im Karton noch einen Einlegeboden, hinter diesem sich das Anschlusskabel mit vergoldetem 3,5 mm Stecker und vergoldetem 6,3 mm Schraubadapter in einer separaten Tüte befindet. Eine kleine bebilderte Gebrauchsanleitung ist ebenfalls enthalten und ebenso wie das Kabel sogar am Boden durch einen Klebestreifen fixiert. Dies soll wohl ungewolltes klappern verhindern. Ob dies nun notwendig war, mögen wir subjektiv nicht zu beantworten. Der Hersteller wird sich dabei jedoch bestimmt was gedacht haben.

Lieferumfang im Detail:

  • Ultrasone Performance 840 Kopfhörer
  • Transport-Etui aus Neopren
  • Anschlusskabel
  • 3,5 auf 6,3 mm Klinken-Adapter
  • Gebrauchsanweisung

Technische Daten

Bei der Performance-Reihe kommt die sogenannte S-Logic™-Technologie zum Einsatz. Im Detail geht es bei dieser Technik darum, dass ein "Natural Surround Sound" erzeugt wird, indem der Kopfhörer die Ohrmuschel des Trägers als akustischen Reflektionskörper verwendet. Die Schallwandler sind dabei so ausgerichtet dass die Schallwellen nicht direkt in den Gehörgang geleitet werden, wie es herkömmliche Kopfhörer tun. Dadurch, dass sich die Wellen innerhalb der Ohrmuschel verteilen und anschließend in den Gehörgang treten, entsteht für den Nutzer das Gefühl einer räumlichen Beschallung wie es zum Beispiel bei Studio(surround)-Lautsprechern der Fall wäre. Mit der Kennzeichnung der S-Logic™ PLUS Technologie zeigt der Hersteller Ultrasone, dass beim Performance 840 die zweite Generation dieser Technik zum Tragen kommt, welche mit einer nochmals optimierten Tonwiedergabe brillieren möchte. Mit S-Logic wird der Schalldruck um etwa drei bis vier Dezibel bei gleich empfundener Lautstärke reduziert und dient somit der Schonung des Gehörs.

Des Weiteren setzt der Hersteller beim P840 auf die sogenannte ULE-Technologie (Ultra Low Emission) als MU-Metall Abschirmung. Bei der ULE-Technologie sorgt die Technik für eine automatische Reduzierung von Frequenzfeldern, welche bei der Umwandlung (der Schallwandler) von elektrischen Signalen in akustische (hörbar zum Beispiel als Musik) Niederfrequenzfelder produziert werden können. Der Gesetzgeber setzt für diesen Feldbereich zwar noch keine genauen Richtlinien voraus, dennoch hat Ultrasone hiermit eine speziell entwickelte Abschirmung in die Performance-Serie integriert, die den Anwender und speziell das Gehör schonen. Die MU-Metall Abschirmung innerhalb der 40-mm-Schallwandler des Performance 840 mit PET Membran und Neodym-Eisen-Bor(NdFeB)-Magneten macht es möglich die magnetische Strahlung im Vergleich zu handelsüblichen Kopfhörern bis zu 98% zu reduzieren. Sinn und Zweck dieser ganzen Innovationen war es ein Produkt für eine spezielle Zielgruppe zu entwickeln, welche die Kopfhörer - ob beruflich oder privat - über sehr viele Stunden tragen müssen.

Weitere technische Kernfeatures sind der maximale Schalldruck (SPL) von 96 dB, einer guten Impedanz von 32 Ohm und einen großzügigen Frequenzbereich zwischen 10-25.000 Hz. Damit der Kopfhörer nicht als schweres Beiwerk wahrgenommen wird, hat Ultrasone den P840 auf ein Gewicht von 274 Gramm (ohne Kabel) reduzieren können - er ist damit angenehm leicht zu tragen.

Hersteller Ultrasone
Modellbezeichnung Performance 840
Treiber 40 mm Neodym
PET Membran
Magnet NdFeB
Frequenzbereich 10-25.000 Hz
Schallpegel (Peak/SPL) ca 96 dB(A)
Impedanz 32 Ohm
Anschluss 3,5 mm Klinke, Adapter auf 6,3 mm Klinke
Gewicht Kopfhörer ohne Kabel: 264 g
Kabellänge 3 m
Preis ~ 240 €
Garantie 5 Jahre (Hersteller) ab Kaufdatum
Produktseite P840
Preisvergleich Geizhals Deutschland
Herstellerangabe

Kopfhörer im Detail

Das Ultrasone P840 ist nicht nur für den Studiobetrieb konzipiert worden, sondern soll im gleichen Atemzug auch für die mobile Verwendung gedacht sein. Aus diesem Grund liefert der Hersteller die Neopren-Tasche mit. In Kombination mit den vielfältigen Scharnieren lassen sich die Ohrmuscheln so clever verdrehen, dass das Headset angenehm flach wird. Dadurch findet das Gespann eigentlich in jeder Tasche seinen Platz und ist mit dem Etui ausreichend gegen Verschmutzung und Kratzer geschützt.

Das P840 kommt in einem schwarzen, edlen Look daher und wirkt von der reinen Haptik sehr hochwertig. Dunkle und matte Materialien gepaart mit chromierten Akzenten runden das Paket optisch gelungen ab. Beginnen wir mit der Detail-Betrachtung bei den Muscheln: Diese sind von außen mit einer geteilten Oberfläche bestückt, welche zum einen im oberen Bereich in einer matten Struktur daherkommt und anschließend im unteren Teil sowie an den Seiten in eine gummierte Softtouch-Beschichtung wechselt. Des Weiteren ist auf jeder Seite ein zum edlen Stil passendes Ultrasone-Emblem, sowie die Produktkennung "840" eingelassen. Das Finish von außen bringt ein Chromring, der als optische Trennung zwischen den Außenbereich der Muscheln und den Polstern dient - sehr gelungen. Dezent aber stilsicher.

An den aus Aluminium bestehenden Scharnieren wechselt das Design in eine silberne Pulverbeschichtung und behält dieses Farbkonzept selbst bei der Größen-Rasterung bei. Der Bügel ist anschließend in drei Materialzonen unterteilt: So sind an der Außenseite links und rechts mit einem matten Schwarz die gleichen Materialien verwendet worden, wie bei den Muscheln. Mittig setzt Ultrasone wieder auf die Softtouch-Variante - hier allerdings ein wenig griffiger. Oberhalb dessen ziert das in den gebürsteten Aluminium-Bügel eingelaserte "Ultrasone"-Logo sehr formschön den Kopfbereich.

Die Ohrpolster bestehen aus einem hochwertigen Protein-Leder aus Memory-Foam (einem Formgedächtnispolymer) und fühlen sich angenehm weich an. Dieses Material ist dafür bekannt einen hohen Grad an Anschmiegsamkeit zu bieten und zeitgleich für eine optimale Geräuschabschirmung zu sorgen. An der Innenseite der Muscheln lassen sich hinter dem grauen und leicht durchsichtigen Stoff die einzelnen Löcher der Treiber erkennen. Wem die Ledervariante nicht zusagt hat die Möglichkeit ein Set aus Velour-Ohrpolster mit ebenfalls Memory-Foam optional zu erwerben. Es ist dabei für alle drei Modelle der Performance-Serie (840, 860 und 880) erhältlich, wobei der 880iger diesen als Lieferumfang dem Anwender bereits mitgibt. Für die anderen beiden Modelle lassen sich diese Sets nur optional im Ultrasone-Shop käuflich erwerben.

Die Ohrmuschel von innen

Wie schon weiter oben angesprochen verfügt die Performance-Reihe über ein ausgeklügeltes, mehrachsiges Gelenksystem, welches nicht nur dabei hilft die Transporteigenschaften durch das Zusammenklappen zu verbessern, sondern sich der Kopfhörer so seinem Träger optimal anpassen kann. Dabei sind die Gelenke entsprechend leichtgängig gestaltet, dass ein schneller Positionswechsel ohne Probleme zu bewerkstelligen sein sollte.

Angeschlossen wird der Kopfhörer über das dem Lieferumfang beigefügte und sehr flexible Kabel. Dieses hat eine Länge von rund drei Metern und verfügt beidseitig über einen vergoldeten 3,5 mm Klingenanschluss. Eine Seite kann jedoch über ein Gewindesystem und den ebenfalls mitgelieferten Adapter auf das 6,3 mm Steckermaß aufgeschraubt und damit erweitert werden. So kann der Performance 840 mit diversen Verstärkern zum Einsatz kommen, der passende Adapter ist dadurch fest und störungsfrei mit dem Kabel verbunden. Der Anschluss am Kopfhörer verfügt noch über eine sehr clevere Besonderheit: mit Hilfe eines Bajonettverschlusses wird der Stecker direkt an der Ohrmuschel arretiert und kann so nicht mehr versehentlich herausgezogen werden.

Tragekomfort

Wichtig bei einem Kopfhörer ist der angenehme Tragekomfort. Schließlich kommt es speziell im professionellen Bereich oder auch bei einer langen Gamingsession nicht selten zu einem mehrstündigen Tragen. Ultrasone bietet dafür ein großzügiges Kopfpolster aus dem gleichen Memory-Foam-Material wie das der Ohrpolster. Ein Vorteil dieses Polstermaterials ist es, dass es seine Form für eine gewisse Zeit beibehält und sich sehr genau an den Träger anschmiegt. Durch die lange Zeit, die das Material benötigt um in seine Ursprungsform zurück zu kommen, hat der Träger beim kurzzeitigen Absetzen kein erneutes Anpassen zu befürchten. Dies sorgt für eine Druckreduzierung und ist damit dem Komfort sehr dienlich. Zusätzlich zu den schwenkbaren Gelenken lassen sich beide Ohrmuscheln einzeln und sehr detailliert ausziehen, allerdings sollte die Raster-Einstellung eher nicht auf dem Kopf direkt erfolgen, da das Aus- bzw. Zusammenziehen im aufgesetzten Zustand sehr schwergängig ist.

Neben der Größe spielt natürlich auch der auf die Ohren und den Kopf einwirkende Anpress-Druck eine entscheidende Rolle. Der doch etwas breitere Kopf des Testredakteurs (Horizontalumfang rund 59-61 cm / L bis XL) ist zwar kein Standard, dennoch passte der Kopfhörer genau und umschloss sicher die Ohrmuscheln. Durch das sehr geringe Gewicht von knapp 300 Gramm hat der Träger nicht das Gefühl ein speziell die Nackenmuskeln belastendes Modell zu tragen. Das P840 ist sehr angenehm und wird nach kurzer Eingewöhnungsphase schon fast während der Arbeit vergessen - dachten wir jedenfalls zu Beginn. Mit der immer längeren Trage-Zeit machte sich bei uns ein unangenehmes Druckgefühl bemerkbar.

Der Anfangs so gelobte Anpressdruck war für eine stundenlange Verwendung jedenfalls für unseren Kopf leider zu hoch und ließ sich auch durch das Verstellen der Rasterung nicht soweit korrigieren, dass das Tragen des Kopfhörers wieder angenehm wurde. Der Kopf war wohl doch zu groß. Da jedoch die Mehrheit der Anwender mit kleineren Umfängen aufwarten sollte, sei an dieser Stelle ein Hinweis auf die Praxisanwendung für jeden Kaufinteressenten angeraten - gerade in dieser Preisklasse. Erst anprobieren und dann kaufen, sonst erwirbt man eine Frustquelle.

Ultrasone hat das korrekte Aufsetzen durch das Anbringen von L und R Hinweisen unterstützt. Gleichzeitig hat der Hersteller die Richtungsangaben auch noch einmal mit Blindenschrift ergänzt, was einer barrierefreien Anwendung sehr entgegen kommt.

Die Seitenkennzeichnung ist optisch und auch als Blindenschrift vorhanden

Verarbeitung

Beim Thema Verarbeitung macht der Hersteller sogut wie keine Kompromisse und liefert ein solides Produkt ab. Leichte Schwächen zeigten sich jedoch bei der Robustheit des Lackes speziell an den Unterseiten der Rasterung - dort wo der Aluminium-Bügel aus dem Kunststoff tritt. Hier sind beidseitig diverse Lackplatzer zu finden. Betrachten wir den Rest des P840 gibt es bis auf eine materialbedingt hohe Empfindlichkeit für Fingerabdrücke auf den Ohrmuscheln keinen weiteren Anlass zu Tadel. Die Qualität ist dem Preis entsprechend hochwertig, die Verarbeitung sehr gut und auch die Farbkomposition ist stimmig.

Kleine Lackplatzer an der Verstellung. Kein Anlass zu Tadel.

Hinweis vorweg: Bevor wir mit der Beurteilung der Klangqualität beginnen, wollen wir noch einmal darauf hinweisen das die Beurteilung unsererseits auf rein subjektiver Basis geschieht und dieses auch entsprechend bedacht werden muss. Jeder Mensch nimmt Klänge unterschiedlich wahr und bestimmt, was für einen selbst als angenehm oder entsprechend unangenehm gilt. Mangels komplett schalltotem Raum und superteurem Mess-Equipments geben wir hier daher nur die Meinung des testenden Redakteurs wieder.

Praxistest Musik

Für die Beurteilung der Musikwiedergabe haben wir unseren Testparcours mit entsprechenden Musiktiteln aus den verschiedenen Genres bestückt und gehen in einer Gesamtbewertung auf die Stärken und Schwächen ein.

  • Klassik:
    Beethoven – Für Elise
  • Pop:
    The Script - Hall of Fame ft. will.i.am
  • Rock:
    Bruce Springsteen - Streets of Philadelphia
    Tenacious D - Dude I Totally Miss You live
    Top Gun Anthem (Guitar) Bret Snyder
    Original composition by Harold Faltermeyer & Steve Stevens
  • Elektro/Techno:
    Flux Pavillion – Bass Cannon
    Dj Antoine - Work your
  • Metal / Power Metal:
    Metallica - Nothing Else Matters

Beurteilung:

Eine sehr große Stärke des P840 ist die glasklare Wiedergabe der Musikstücke. Speziell bei Titeln mit sehr ausgefeilten Tonlagen, wie zum Beispiel bei Beethovens Stück "Für Elise". Hier ließen sich selbst die eher in den Hintergrund gerückten Flöten sehr genau heraushören. Gleiches gilt für die Instrumente an sich, jedes war deutlich von den anderen Musikinstrumenten zu unterscheiden und deren Tonwiedergabe zu trennen. Die Auflösung ist sehr genau und durch die S-Logic-Technologie war die Konzertatmosphäre eindrucksvoll wiedergegeben. Dabei entfaltete sich sowohl in den hochtönigen Bereichen, den Mitten als auch im mittleren Bassbereich eine sehr kräftige Leistung. Tiefere und sehr voluminöse Bässe hingegen mochte das P840 nicht wirklich zu bieten, allerdings spielt hierbei die Komposition eine entscheidende Rolle. Übertriebene oder gar elektronisch verstärkte Bässe stören die realgetreue Wiedergabe und diese Genauigkeit der Auflösung ist eben von der angepeilten Zielgruppe explizit gewünscht. Eine gesunde Mischung aus kraftvollen Bass gepaart mit einer klaren Auflösung der Tonlagen ohne zu übersteuern oder gar Töne zu "verschlucken".

Live-Parts wie das Konzert von „Tenacious D“ waren mit dem P840 ein wahrer Genuss. Der Raumeffekt ist beeindruckend und trotz aller Beschallung tat das Trommelfell nicht weh, was der nicht zielgerichteten Schallerzeugung der S-Logic-Technologie zuzuschreiben ist. Selbst die gefühlvolle Wiedergabe von Nothing Else Matters der Band "Metallica" gefiel mit dem Kopfhörer noch mehr, als es bei Konkurrenzprodukten der Fall war. Es fühlt sich sehr "nahe" an und je nach Titel sind die Töne mal kraftvoll präsentiert oder zeigten sich samt-weich, wie im Raum schwebend. Sehr gut.

Lediglich, wie bereits angesprochen, die Bass-Enthusiasten könnten hier enttäuscht sein, denn sehr tiefen Bässen fehlt es hier merklich an Volumen und bei zu hohem Pegel neigte der Kopfhörer dann schlussendlich dazu andere Töne zu verzerren. Für Fans wahrer "Drum&Base"-Beschallung gibt es sicherlich Alternativprodukte. Das Ultrasone hat in der Musikwiedergabe nicht enttäuscht und auch für den Tester mit einer erwartet guten Leistung aufwarten können.

Praxistest Spiele

PC-Spiele sind heute mehr als eine bloße Unterhaltungs-Sparte geworden, zum Teil sind die Titel bei der Entwicklung mit Hollywood-Filmen gleichzusetzen - vom Budget her aber auch vom hohen Grad der Detailarbeit. So verwundert es nicht, dass sich auch die Atmosphären im Spiel stetig verbessert haben, sich Trailer oder Zwischensequenzen musikalisch sehr hochwertig darstellten und auch im Ingame die Effektgeräusche immer realer klingen.

Wir wählten bei diesem Test die Spiele Call of Duty MW3 sowie den Titel Battlefield 3 als Testumgebung und absolvierten in mehrstündigen Kämpfen zahlreiche Kämpfe. Dabei zeigt sich die bereits bei der Musik vorteilhafte Abstimmung des Kopfhörers. Schüsse oder Explosionen waren sehr voluminös, kleine Nebengeräusche wie das Anschleichen, die Atmung vom Gegner oder allgemeine Umgebungsgeräusche waren klar zu identifizieren als auch zu orten. Die räumliche Wiedergabe hat im Spiel beim "Mitten drin"-Gefühl noch mal eine Schüppe draufgelegt und die Spiele realistischer wirken lassen.

Praxistest Filme

Beim letzten Teil unserer Ton-Bewertung widmen wir uns der Wiedergabe von Filmen. Hierbei wählten wir mit "Star Trek - Into Darkness" sowie "Avatar" (beide auf Blu-Ray) sehr aktionsgeladene Filme, die darüber hinaus ein hohes Maß an Textpassagen bieten. Auch bei diesem Test war ein deutlicher Vorsprung gegenüber den bisher getesteten Kopfhörern wahrzunehmen. Die Sequenzen wirkten einfach näher dran, man hatte das Gefühl eine reale Wiedergabe der Explosionen als auch der Gesprächs-Parts zu hören. Selbst bei sehr tempolastigen Szenen war es dem Hörer möglich alle Geräusche sauber zuzuordnen und dessen Spannungserzeugung wahrzunehmen.

Leistungsbewertung

Da wir natürlich auch die Gesundheit unserer Lesergemeinschaft nicht außer Acht lassen wollten, haben wir die maximale dB-Leistung mit einem Schallpegelmessgerät im Realbetrieb gemessen.

Dass es sich hierbei um einen nicht unwichtigen Test handelt zeigt die Tatsache, dass eine Beschallung des Trommelfells über einen längeren Zeitraum (z.B. täglich 8 Std.) bereits bei 90 dB Gehörschäden hervorruft. Ein startender Düsen-Jet im Abstand von 100 m erzeugt einen Schalldruck von 110-140 dB und bereits bei einer kurzfristigen Einwirkung von einer Quelle mit 120 dB verursacht einen irreparablen Gehörschaden, welcher nicht direkt merkbar sein muss, aber Langzeitschäden verursachen kann. Die Schmerzgrenze eines Menschen ist bei 134 dB erreicht.

Ultrasone gibt als Peak-Level einen maximalen Schalldruck von 96 dB(A) an. Um praxisnahe Werte zu erhalten, haben wir die verschiedenen Songs und Töne in voller Lautstärke abspielen lassen und das Messgerät genau zwischen die Treiber platziert.

Egal welche Sounddatei wir auch nutzten und was für extreme Geräuschkulisse aus den Lautsprechern des P840 kam, der maximale von uns mehrfach gemessene Wert hat 95,4 dB(A) nicht überschritten und befindet sich damit genau innerhalb der angegebenen Spezifikation - ist auf Dauer aber keinesfalls zu empfehlen.

Die Messung der Lautstärke Bild Musik :copyright: Katharina Hopp | Bild Film :copyright: Rainer Sturm | Bild Sprache :copyright: Cornelia Menichelli | @pixelio.de

Mario Kramer meint …

Mario Kramer

Wir haben das Ultrasone Performance 840 nun in den vergangenen Wochen intensiv getestet und waren wirklich über die Leistung begeistert. Kopfhörer in dieser Preisklasse kauft man nicht ständig neu, weswegen "der" Kopfhörer auch genau das bieten sollte was der Anwender sich vorstellt. Der Hersteller macht mit dem P840 so gut wie alles richtig: die Leistung in der Tonwiedergabe ist wirklich sehr gut, auch wenn es hier gerade im tiefen und kraftvollen Bassbereich noch etwas mehr hätte sein dürfen. Die Auflösung der Höhen, Mitten und des "normalen" Basses sind wirklich hervorragend. Egal welches Genre wir uns anhörten, welchen Film wir intensiv verfolgten oder in welchem Spiel wir uns durch das feindliche Feuer kämpften, der Kopfhörer erzeugte nicht nur eine glasklare Tonwiedergabe sondern bot uns durch die S-Logic-Technologie ein extremes "mittendrin"-Gefühl. Die räumliche Ausgestaltung der Töne faszinierte und war - speziell im Bereich der Klassik - eine richtig entspannte wohltat. Aber auch aktionsreiche, laute und kraftvolle Sequenzen absolvierte das P840 mit Bravour.

Dazu kommt, dass die Verarbeitung abgesehen von der kleinen Lackschwäche an der Größen-Rasterung durchweg als tadellos zu bezeichnen war, das Design sehr edel wirkte und hier sehr hochwertige Komponenten und Materialien in einer stimmigen Komposition zusammentreffen. Beim Thema Lieferumfang mit der zusätzlichen Neopren-Tasche ist selbst für den mobilen Einsatz der Kopfhörer ein sicherer und ein vor Kratzer geschützter Einsatz möglich. Leicht und sehr platzsparend passt das Set in jeden Rucksack oder in jeden Koffer. Das drei Meter lange Kabel mit dem zusätzlichen Adapter von 3,5 mm- auf 6,3 mm-Klinke erlaubt den Anschluss an diversen Verstärkern und schränkt die Bewegungsfreiheit nicht ein.

Was den Tragekomfort anbelangt war der Tester zunächst sehr überzeugt und das P840 war sehr angenehm zu tragen - die sehr weichen Lederpolster schmiegten sich vollumschließend um die Ohren und schirmten die Außengeräusche sehr effektiv ab. Das geringe Gewicht ließ einem während des Tragens die Kopfhörer vergessen. Leider hielt dieses angenehme Gefühl bedingt durch den recht großen Umfang des Tester-Kopfes nicht sehr lange an, da der empfundene Anpressdruck zu viel für den eigenen Geschmack war. Als sehr negativ werten wir dies an dieser Stelle jedoch nicht, da der Tester-Kopf mit seinen rund 61 Zentimetern Umfang doch eher zur Sparte der "Großköpfe" zählt und keinen Standard darstellen sollte. Ein weiterer Punkt der Kritik ist das gerade im sehr tiefen Bassbereich fehlende Volumen, für einen Großteil aller Anwendungen ist dieses zwar mehr als ausreichend, wird nicht übersteuert und lässt alle anderen Töne klar und sehr definiert wiedergeben. Jedoch gibt es eben auch Fans die es gerade mögen, wenn die Kopfhörer so richtig schön basslastig sind. Hier wäre ein Alternativprodukt der Konkurrenz doch eher zu empfehlen. Für alle anderen Interessenten können wir für den P840 eine ganz klare Kaufempfehlung aussprechen - vorausgesetzt das Budget passt, denn mit knapp 240 Euro ist die Anschaffung keinesfalls günstig. Hier wäre es schön, wenn der Preis noch ein wenig nach unten korrigiert werden würde, damit eine höhere Anzahl an Anwendern in den Genuss des P840 kommen können. Lohnen tut es sich auf jeden Fall.

  • Positiv
  • Hervorragender Sound durch die S-Logic-Technologie
  • Optisch sehr ansprechend
  • Sehr gute Qualität und Zusammenstellung der Materialien
  • Kabel ausreichend lang
  • Schraubbarer Klinkenadapter mit dabei
  • Praktische Neopren-Tasche
  • Weiche Polster und gute Ergonomie-Anpassung an den Kopf des Trägers
  • Sehr gute Verarbeitung ...
  • Neutral
  • Negativ
  • ... mit Ausnahme des Lackes bei der Größen-Rasterung
  • Für Bassfans etwas zu wenig Power in tieferen Bassbereichen
  • Weniger für Leute mit großen Köpfen geeignet
  • Etwas zu hoher Preis

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