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Tech-Review.de

  • Samstag, 23. Oktober 2021
Ultrasone HFI-580

Ultrasone HFI-580: Im Kurztest

Einleitung

Der im bayrischen Tutzing ansässige Hersteller Ultrasone ist aufgrund seiner schwächeren Medienpräsenz im Vergleich zu beispielsweise Sennheiser nur der etwas fachkundigeren Käuferschicht ein Begrifff. Trotzdessen er sich schon seit über 20 Jahren auf dem Kopfhörermarkt bewegt, sowohl im HiFi- sowie auch im Dj-Segment.

Wir widmen uns in diesem Test dem Ultrasone HFI-580 der in der 130 Euro Klasse mit Ultrasones patentierter "S-Logic Plus"-Technologie eine besonders breite Bühnendarstellung abliefern soll. Viel Spaß beim Lesen wünscht das Tech-Review Team!

(In eigener Sache: Durch ein Datenbankproblem gingen leider unsere selbst erstellten Bilder des Artikels verloren, die wir mit Produktbildern des Herstellers ersetzen mussten)

Verpackung und Lieferumfang

Der Ultrasone wird in einem schwarz/orange gehaltenen Karton ausgeliefert. Auf der Front der Verpackung ist ein großes Bild des HFI-580 mit einem kleinen "Fenster", durch welches man die rechte Hörmuschel sehen kann. Guckt man sich die anderen Seiten an bemerkt man vor allem die auffälligen Hinweise auf die "S-Logic Plus" Technologie. Sie soll natürlicheren Klang und eine breite Bühnendarstellung bewerkstelligen. Desweiteren kann der Anwender bei gleicher Lautstärkeempfindung den Schalldruck um bis zu 40% verringern, was in etwa 3-4 dB entspricht und dadurch das Gehör schont. Auf der Rückseite findet der Käufer dann noch weitere Informationen und technische Daten.

Den Lieferumfang gestaltet Ultrasone umfangreich: Neben dem Kopfhörer, auf dem bereits ein 6,3 mm Klinke Anschluss aufgeschraubt ist, findet man noch allerlei erfreuliches Zubehör in Form einer CD mit einigen Beispielliedern und einer Tasche zum Transport. Die genannte Tasche ist ein schlichter, schwarzer Beutel, auf dem ein Ultrasone Schriftzug sowie das Firmenlogo aufgestickt sind. Desweiteren befindet sich ein normales Informationshandbuch im Karton.

Technische Details

  • Bauart
    geschlossen, ohrumschließend
  • Impedanz
    32 Ohm
  • Treibergröße
    50 mm Mylar
  • Anschluss
    3,5 / 6,3 mm Klinke
  • Kabellänge
    3 m
  • Kennschalldruck
    101 dB
  • Frequenzbereich
    10 - 22.000 Hz
  • Nettogewicht
    285 g

Optik / Verarbeitung

Ultrasones Spross ist geschlossen designed, wodurch Außengeräusche kaum noch an das Hörorgan des Nutzers gelangen und man ungestört in klangliche Welten abtauchen kann. Der HFI-580 macht einen qualitativ durchweg stabilen und hochwertigen Eindruck. Farblich ist er komplett in schwarz gehalten bis auf die Hörmuscheln, welche aus Metall sind. Bei genauerem Hinsehen bemerkt man auf den Ohrmuscheln das Ultrasone-Logo, den dazu gehörigen Schriftzug sowie die Modellbezeichnung. Die Aufhängung der Ohrmuscheln besteht aus Kunststoff, genau wie der Rest des Kopfhörers, wirkt jedoch durchweg stabil.

Zwiespältig stimmt uns die Größenverstellung des Bügels: Einerseits ist die Rasterung gut gelungen andererseits reicht die maximale Größe eventuell nicht für "riesige Schädel" aus. Dies wird aber die Mehrzahl der Käufer nicht betreffen. Auf der Oberseite des Bügels prangt der Ultrasone Schriftzug und auf jeder Seite noch einmal ein kurzer Hinweis auf die "S-Logic Plus" Technologie. Das Kabel ist ordentlich am Kopfhörer befestigt und sollte mit 3 m Länge für die meisten Anwendungsbereiche locker ausreichen.

Der HFI-580 umschließt die Ohren mit weichem Leder. Bei unserem Redakteur sitzt der Kopfhörer bequem, lediglich nach circa 1-2 Stunden bemerkt man ein Druckgefühl auf dem Ohrläppchen, welches durch das Einklemmen eben dieser etwas zu kleinen Muscheln entsteht. Desweiteren ist der Anpressdruck relativ hoch - in Kombination mit den relativ kleinen Ohrmuscheln kann das bei Personen mit großen Ohren zu einem unangenehmen Tragegefühl führt. Insgesamt gesehen ist der Tragekomfort in Ordnung, könnte aber besser ausfallen.

Der HFI-580 umschließt die Ohren mit weichem Leder. Bei unserem Redakteur sitzt der Kopfhörer bequem, lediglich nach circa 1-2 Stunden bemerkt man ein Druckgefühl auf dem Ohrläppchen, welches durch das Einklemmen eben dieser etwas zu kleinen Muscheln entsteht. Desweiteren ist der Anpressdruck relativ hoch - in Kombination mit den relativ kleinen Ohrmuscheln kann das bei Personen mit großen Ohren zu einem unangenehmen Tragegefühl führt. Insgesamt gesehen ist der Tragekomfort in Ordnung, könnte aber besser ausfallen.

Testbedingungen

Der Testredakteur hat schon einige Systeme aus dem PC- sowie HiFi-Bereich angetestet und nutzt aktive Studio-Monitore (ESI Near 08), welche auch als Referenz dienen. Musikstücke liegen als MP3 Datei mit mindestens 256 kbit/s - Filme als DVD vor. Alle Klangtests werden ohne jegliche Klangverfälscher wie Equalizer durchgeführt. Zum Testen wurden klanglich möglichst anspruchsvolle Titel der verschiedensten Genres ausgewählt, um die Stärken und Schwächen des Kopfhörers klar herausstellen zu können. Jedes Musikstück wird mit Noten von 1-10 bewertet, wobei 1 am schlechtesten und 10 am besten ist.

Einzelbetrachtung von Musikstücken

Adele - Rolling In The Deep
Der HFI-580 fängt in diesem Stück die Atmosphäre sehr gut ein. Der Klangcharakter eines Kellergewölbes inklusive des Halls wird überraschend gut dargestellt, was man von geschlossenen Kopfhörern in dem Maße eher nicht erwartet. Zuschreiben kann man diesen Effekt der "S-Logic Plus" Technologie, welche wirklich eine Bereicherung für die Bühnendarstellung ist. Manchmal klingt allerdings Adeles Stimme etwas zu quäkelig, wenn sie in die höchsten Tonbereiche schreitet.
Wertung: 7/10

Nickelback - Fight For The Wrong Reasons
In diesem Stück kann der HFI-580 vollends überzeugen: Die Dynamik in unserem Teststück liegt ihm sehr gut. Die Tiefen kommen präzise und trocken zur Geltung während die Höhen glasklar, wie zum Beispiel die Hi-Hats gut differenziert klingen. Der Kopfhörer entpuppt sich als echter Spaßkopfhörer, welcher das Lied nicht einfach möglichst naturgetreu abspielt, sondern die Betonung auf die Intonation des Liedes versucht zu fixieren.
Wertung: 9/10

Revolverheld feat. Marta Jandova - Halt dich an mir fest
Revolverheld liegt unserem Testkandidaten nicht ganz so. Der Tieftonbereich spielt zu dominant auf, wodurch die unteren Mitten im Refrain leicht überdeckt werden. Desweiteren könnte für unseren Geschmack der Charakter der Stimme des Frontsängers noch schöner herausgearbeitet werden. Insgesamt klingt der Proband eine Idee blechern. Der HFI-580 spielt bei weitem nicht schlecht auf, jedoch konnte der erst kürzlich von uns getestete Beyerdynamic DT-440 uns hier mehr überzeugen.
Wertung: 7/10

Beyonce - If I Were A Boy
Bereits in den ersten Sekunden fällt ein leicht fehlendes Volumen in Beyonces Stimme auf. Ansonsten klingt der Ultrasone hingegen gewohnt gut. Der druckvolle Bass und die eher warme Abstimmung stehen "If I Were A Boy" ausgezeichnet. Wie bereits bei Nickelback lässt sich eine gewisse Akzentuierung erkennen, wodurch die Aussage des Liedes stärker hervorsticht.
Wertung: 9/10

Xavier Naidoo - Sie sieht mich nicht
Dieses Lied profitiert ungemein von einer breiten Bühnendarstellung. Der HFI-580 schlägt sich für einen geschlossenen Kopfhörer ausgezeichnet - Dank "S-Logic Plus" schafft er es zumindest seine Bauart gleichen Konkurrenten auszustechen. Ein offener Kopfhörer verleiht dem Stück allerdings noch mehr Weite und schwebende Atmosphäre. Die Stimmwiedergabe ist ordentlich und wird vom harmonischen Tiefton sowie dem Klavier begleitet.
Wertung: 8/10

LMFAO feat. Lauren Bennett and Goonock
Jetzt widmen wir uns "Party Rock Anthem" und treffen damit genau die Stärken des Kopfhörers aus dem Hause Ultrasone. Der Kickbass geht für Kopfhörer Verhältnisse sehr kraftvoll zu Werke: Dermaßen druckvollen, tiefen Bass liefert kaum ein anderer Kopfhörer. Die elektronischen Klänge werden gut aufgelöst und es wird eine breite Klangwolke um den Hörer gebildet, welche ihn in die Musik zieht und ihn alles um sich herum vergessen lässt.
Wertung: 9/10

Herr der Ringe Soundtrack (Renee Fleming/Sir James Galway/Viggo Mortensen) - Rückkehr des Königs
Unser Testmuster schlägt sich hier recht ausgeglichen: Kein Tonbereich fällt besonders gut oder schlecht auf, weshalb alles stimmig und ordentlich klingt. Lediglich die Bühne könnte etwas breiter sein, damit das Orchester wesentlich beeindruckender, mächtiger klingen würde. So klingt es zwar keinesfalls schlecht, der letzte Schliff fehlt jedoch.
Wertung: 7/10

Klang in Filmen und Spielen

Nach der musikalischen Analyse ließ sich schon vermuten, was uns erwartet: Der HFI-580 fühlt sich in Spielen unheimlich wohl. In Battlefield Bad Company 2 ist es einfach eine wahre Freude mit diesem Kopfhörer in den virtuellen Krieg zu ziehen. Im hitzigen Gefecht macht er eine hervorragende Figur. Die basslastige Abstimmung verhilft dem Testkandidaten Schüsse eines Sturmgewehrs sehr potent zu untermauern. Genauso verhält es sich auch mit Explosionen, welche kaum Wünsche nach "mehr" offen lassen. Bis auf extrem tiefen, spürbaren Bass liefert Ultrasones Modell hier alles. Leider vermittelt der HFI-580 Entfernungen nicht ganz so gut, wie es offene Konkurrenten, beispielsweise Beyerdynamics DT-440, tun.

Die Ortung gelingt dabei gut: Gegner lassen sich präzise wahrnehmen, weshalb man sich in der ein oder anderen Situation einen Vorteil verschaffen kann.

Unser Testfilm "Cold Prey" wurde alles in Allem, wie in dieser Preisklasse an der Tagesordnung hervorragend wiedergegeben. Die Stimmen der Synchronsprecher klingen klar und natürlich, weshalb sie jederzeit einen glaubwürdigen Eindruck machen. Die Hintergrund Musik stellt sich je nach Vorgabe dominant in den Vordergrund oder spielt dezent im Hintergrund, was für Atmosphäre sorgt und sich stimmig ins Gesamtbild einfügt.

Kevin Holtmeier meint …

Kevin Holtmeier

Insgesamt beeindruckt der Ultrasone HFI-580: Optik sowie Verarbeitung lassen keine Wünsche offen und demonstrieren deutlich den Oberklasse-Anspruch des Herstellers. Besonders gefallen hat uns dabei das zeitlose, aber elegante Design der Ohrmuscheln. Diese sind jedoch was den Komfort angeht noch verbesserungswürdig, denn sie könnten etwas größer ausfallen, um bequemer auf dem Hörorgan zu sitzen. Klanglich bekommt man gute Kost aufgesetzt: Er überzeugt mit ausgewogenen Höhen und Mitten sowie einem kraftvollen Bass, der dem Kopfhörer seinen Stempel aufdrückt.

Die von Ultrasone angepriesene "S-Logic Plus"-Technologie brachte dem HFI-580 eine erfreulich breite Bühnendarstellung, was für ein geschlossenes Modell durchaus sehr gut ist. Ansonsten liefert unser Proband kaum Kritikpunkte, abgesehen von seiner seltenen Neigung zu leicht blechnernen Klang. Der deutsche Hersteller Ultrasone liefert also einen gelungenen Kopfhörer ab, welcher für knapp 130 Euro erhältlich ist. In dieser Preisklasse findet man kaum einen vergleichbar guten Kopfhörer - Konkurrenten sind erst ab 20 Euro mehr nennenswert.

  • Positiv
  • Kraftvoller Tieftonbereich
  • Ausgewogenen Höhen und Mitten
  • Echt breite Bühne dank "S-Logic Plus"
  • Neutral
  • - / -
  • Negativ
  • Etwas zu kleine Ohrmuscheln und recht hoher Anpressdruck

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