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Tech-Review.de

  • Sonntag, 19. September 2021
Thermalright True Spirit 140

Thermalright True Spirit 140: Back in billig

Einleitung

Schluss mit dem Preis-Irrsinn verkündete jüngste die neueste Produktstrategie der MediaMärkte. Ein Konzept, das bei Prozessorkühlern schon seit einiger Zeit greift, wobei allerdings weniger Rabattaktionen als vielmehr das Anbieten von Leistung und Komfort aus dem High-End-Segment in günstigeren Preisklassen gemeint ist. Vorreiter spielt dabei Thermalright, die eigentlich ausschließlich Luxuskühler feilgeboten haben - für die niederen Gelüste preisbewusster Kunden musste CoGaGe als Günstiglabel herhalten.

Mittlerweile gibt es den feinen Flair aber auch günstiger. Schließlich wurden ehemalig teure Modelle vergünstigt neu aufgelegt, etwa der HR-02 in der Variante Macho oder das Mittelklassemodell True Spirit. Nun ist der Archon mit breiter, aber schmaler Figur als True Spirit 140 wiedergeboren und setzt zum Angriff auf die Mittelklasse an. Ob das klappt und wo der Haken hängt, haben wir herausgefunden.

Technische Daten im Detail und Lieferumfang

Modell Thermalright True Spirit 140
Preis ~40 €
Besonderheiten Baut hoch
Gesamtmaße (B x H x T) 155 x 170 x 53 mm
Gewicht mit Lüfter 940 g
Überbaute RAM-Slots (mit Lüfter)* 0
Lamellenabstand 2 mm
Heatpipes 6 - Ø 6 mm
Lüfter Thermalright TY-140
Anschluss 4-Pin
Kabellänge300 mm
Geschwindigkeit 900 - 1300 U/Min
Förderleistung** 94,64 - 123.37 m³/h
dB [A]** 19 - 21
Kompatibilität LGA 1366, 1156, 1155, 775
AM3, AM2+, AM2
* Slots sind bei Modulen mit hoch bauenden
Heatspreadern (z.B. Corsair Dominator) versperrt
** Herstellerangaben

Günstig heißt bunt: Anstelle der ästhetisch schlichten braunen Kartons haust auch dieses Budgetmodell in einem farbenfrohen Behältnis. Der Lieferumfang fällt wie bereits gewohnt aus: Wärmeleitpaste aus der Plastiktüte, Modell ChillFactor III, zwei Paar Lüfterklammern, Montageanleitungen und das zweistufige Montagesystem mit abgezählten Schrauben und Unterlegscheiben. Zur Belüftung liegt wie immer ein hauseigener TY-140-Fächler bei, der mittels Gummipads entkoppelt wird.

Der Kühler selbst unterscheidet sich im Aufbau kein Stück von seinem Luxusbruder Archon. Lediglich auf die Vernickelung, optisch schick, aber für die Leistung irrelevant, wurde ebenso wie auf die in jedem Detail perfekte Verarbeitung verzichtet. Abstriche muss der Käufer deshalb vor allem an nicht sichtbaren Bereichen wie dem Übergang zwischen Kühlersockel und Heatpipes machen. Das grundlegende Design mit den abgewinkelten Lamellenenden hingegen produziert Thermalright schon seit dem Ultra120 aus dem letzten Jahrzehnt. Auf das setzt auch der kleine True Spirit, weshalb die Namensbezeichnung treffend gewählt wurde. Deshalb sind die Finnen auch glatt wie ein Babypopo, Riffel oder Löcher Fehlanzeige. Ohne jegliche aerodynamischen Optimierungen wirkt der Proband deshalb fast wie ein aufgetauter Ötzi - irgendwie archaisch.

Die Stabilisierung der einzelnen Lamellen via Haltenasen fiel ebenso dem Rotstift zum Opfer. Zum Glück sind die einzelnen Segmente ausreichend stark Dimensioniert, sodass Verformungen nicht allzu leicht von der Hand gehen. Auffällig auch, dass die unteren Lamellen nicht auf alle Heatpipes gesteckt wurden, sondern nur auf vier - vermutlich um die Auslastung zu verbessern. Wie schon beim Designbruder Archon baut der True Spirit mit 17 Zentimetern Höhe enorm hoch, bleibt dafür aber fast so schmal wie normalerweise nur Budget-Kühler. Das prädestiniert ihn zusammen mit dem Lamellenabstand von 2 Millimetern für höhere Drehzahlregionen und Durchsatz - ein 140er Lüfter liegt bereits bei.

Dabei handelt es sich um das altbekannte Modell TY-140 mit dem durch olivgrünen Rahmen und grauen Lüfterblättern charakteristischem Erscheinungsbild. Der Lochabstand beträgt dabei allerdings nur 120 Millimeter, was den flexiblen Einsatz auch in Gehäusen sicherstellen soll. Der PWM-Anschluss des Fächlers ermöglicht garantierte Regelwerte zwischen 900 und 1300 U/Min, manuell sind allerdings auch weniger drin. Wie üblich präsentiert sich das Kabel gesleevt und blickdicht - nur der weiße Stecker passt nicht so recht ins Gesamtbild.

Die Montage

Wie alle Budget-Kühler der Marke nutzt der heutige Kandidat dieselbe zweistufige Halterung - alle für eine, eine für alle. Die ursprüngliche Halterung war inkompatibel zu einigen Asus und Asrock-Mainboards, was mittlerweile behoben wurde. Die aktuelle, schmalere Version liegt dem True Spirit 140 zum Glück bereits bei. Diese wird auf die zuvor mit der Hautplatine verschraubten Backplate verbunden und sodann der Kühler aufgesetzt. Der Verzicht auf Thumbscrews wirkt sich nicht nennenswert negativ aus, die Montage geht flott und einfach von der Hand. Da der "Archon" schmal ausfällt, stellt selbst die Befestigung via Haltebügel wie noch beim HR-02 Macho kein Problem dar. Etwas Komfort geht außerdem durch die mit der Halteplatte verbundene Ausrichtung: Sie lässt sich zwar drehen, wozu sie aber durch das Lösen von vier Schrauben demontiert werden muss. Auf AMD-Sockeln hingegen dürfen User nicht drehen. Ein sogenanntes "Bolt-Thru"-Kit, das bei den höherpreisigen Modellen Abhilfe schafft, wird hier nicht angeboten, was aber weniger ins Gewicht fällt, da der True Spirit ohnehin in Richtung Gehäuserückwand bläst.

Wieder ein bewährtes Design nutzen die Lüfterklammern, die sowohl 120 als auch 140 Millimeter breite Exemplare halten können. Das gilt ebenso für die dazugehörigen Gummiecken zur Entkopplung - sie halten deutlich besser als die vorher verwendeten Streifen. Leider endet der Komfort damit, denn die Klammer saß strammer als unter anderem beim HR-02 Macho was ihre Anbringung zu einem etwas zeitaufwendigeren Unterfangen machte. Aus welchen Gründen auch immer, denn eigentlich funktioniert das System erheblich besser. Im Gehäuse montiert sorgt die Größe für Schweißausbrüche, die Frauen vom Einparken kennen (passt, passt nicht, passt, aua der Spiegel...). Gott sei Dank ließ sich das Seitenteil noch anbringen, wenngleich knapp. Somit passt der Kühler noch ebenso in handelsübliche Midi-Tower. In andere Richtungen bleibt mehr Raum - etwa zum Arbeitsspeicher - der nicht überbaut wird und somit an allen Positionen hohe Hauben tragen darf.

Das Testsystem

Für unser Testsystem setzen wir auf ein Lian-Li PC60FN Gehäuse. Gegenüber einem offenen Testaufbau erhalten wir praxisnahe Ergebnisse, auch wenn durch die Vielfalt an Komponenten und Konfigurationen keine hundertprozentig übertragbaren Werte generiert werden können.

Das Testsystem (hier mit einem Thermalright HR-02 abgebildet)

Zur Geräuschreduktion haben wir sämtliche Gehäuselüfter durch besonders leise Varianten ersetzt und an einer Scythe Kaze Master Lüftersteuerung angeschlossen. Im Heck schaufelt nun ein Noiseblocker Multiframe M12 S2 Luft (650 U/Min), ebenso wie auf dem CPU-Kühler, einem Thermalright HR-02. Dieser zeichnet sich für den Intel Core i7 920 im C0-Stepping zuständig - ein echter Hitzkopf mit 130 Watt TDP, der wie geschaffen für unseren Kühlertest ist. In die Front setzen wir einen Noctua NF-P14 FLX, der mit nur 450 U/Min rotiert. Da die meisten Nutzer Krach nicht mehr mit Leistung gleichsetzen, orientieren wir uns hier an den momentanen geräuschtechnischen Anforderungen. Die Festplatte hingegen muss sich in ein Scythe Quiet Drive zwängen und wird mittels eines einfachen Baumarktschwammes auf dem Gehäuseboden entkoppelt. Als Testkarte nutzen wir eine AMD HD3870 im Referenzdesign, die von einem Scythe Musashi gekühlt wird, dessen Lüfter während der Benchmarks auf 5V gedrosselt laufen.

Testsystem:

  • Intel Core i7 920 (3,4 GHz)
  • Asus P6TD Deluxe
  • 6 GB DDR3 1333
  • Western Digital Black 640 GB
  • Antec TruePower New 550 W
  • AMD HD3870 (Scythe Musashi)

Zur Leistungsmessung belassen wir den Rechner nach dem Einschalten zunächst 15 Minuten im Leerlauf; Anschließend belasten wir ihn eine weitere Viertelstunde mit Core2MaxPerf in der Version 1.7. Hierbei werden alle acht logischen Kerne der CPU belastet. Temperatur und Takt werden dabei mit RealTemp 3.60 beobachtet. Nach Ablauf der Zeit wird ein Mittelwert aus den Ergebnissen der einzelnen Kerne gebildet. Aufgrund der mit zunehmender Differenz zum Notabschaltpunkt ungenauer werdenden Temperatursensoren verzichten wir auf Messungen im Idle-Betrieb. Reicht der Kühler unter Last aus, tut er das ohne erst recht. Dank eines Raumthermometers können wir Delta-T- Werte [K] ermitteln. Dabei ist die durchschnittliche Temperatur aller vier Prozessorkerne maßgeblich, weshalb wir die Ergebnisse mit einer Nachkommastelle ausgeben. Eine gewisse Messtoleranz lässt sich bei aller Umsicht dennoch nicht vermeiden. Um gleiche Voraussetzungen für alle Kühler zu schaffen, kommt für die Tests ausschließlich MX-2-Wärmeleitpaste von Arctic an CPU und Kühler. Sämtliche Runs werden zweimal ausgeführt: Sowohl mit dem Normaltakt des Prozessors (2,67 GHz) als auch in moderat übertaktetem Zustand (3,4 GHz ohne Spannungserhöhung). Die Geschwindigkeitsstufen mit 100, 75 und 50 Prozent der Maximaldrehzahl werden ebenso wie die Drehzahlmessungen zwischen 500 und 1200 U/Min mit der Scythe Kaze Master Lüftersteuerung eingestellt.

Die Lautstärkemessungen erfolgen mithilfe eines Voltcraft SL-100 Schallpegelmessgerätes. Dieses wird aus 15 Zentimetern Entfernung zum offenen Gehäuse auf Höhe des CPU-Kühlers mittels eines Statives fixiert. Abgelesen wurde zur Minimierung von Interferenzen aus einer Entfernung von einem guten Meter zum SL-100. Um Nebengeräusche zu verhindern, erfolgten die Messungen in einer ruhigen Wohnsiedlung („Dorf“) vormittags und in der Nacht. Zudem wurden die Lüfter im Testsystem deaktiviert, wodurch lediglich die Festplatte und das Netzteil für Nebengeräusche sorgten.

Für die neuen Testkriterien ziehen wir Durchschnittswerte aus den Messergebnissen heran. Die reine Leistung wird aus dem Mittelwert der Overclocking-Tests mit 100, 75 und 50% Drehzahl gebildet. Das gleiche Verfahren wird bezüglich der Lautstärke angewendet. Wir sind uns natürlich darüber im Klaren, dass diese Kriterien spezielle Einsatzszenarien wie den Ultra-Silent-Betrieb mit wenig oder gar keiner Drehzahl nicht abdecken. Für solche Anwendungsprofile empfiehlt sich ein Blick sowohl in die Charts mit festen Drehzahlen als auch den Passivtest, um selbst einen Favoriten zu wählen. Unsere Rangliste richtet sich dementsprechend an die große Mehrheit der "Standarduser". Für extreme Anwendungsgebiete haben wir unsere Benchmarks zudem um einen weiteren Bereich ergänzt: Mit 3,8 GHz bei 1,36 Volt Spannung zeigen wir Weber, wie ein Grill heizen muss. Hier können (und sollen) sich High-End Kühler profilieren, während gleichzeitig Übertakter, die die Spannung bis an das Herstellerlimit setzen, Anhaltspunkte für eine Kaufentscheidung finden.

Temperaturen 1 - Standardtakt & Passiv

130 Watt TDP stellen den großen True Spirit vor keinerlei Herausforderung: Das sehr konkurrenzfähige Archon-Design vermag sich über alle Drehzahlbereiche hinweg dank des 140 Millimeter-Lüfters im Spitzenbereich festzusetzen. Erst bei halbierter Drehzahl fällt er etwas weiter zurück, was aber primär an der im Vergleich relativ geringen Maximaldrehzahl liegt. Direkte Konkurrenten sind damit Hochpreiskolosse wie z.B. Prolimatech Genesis, Super Mega. Nur die beiden Hydrokühlungen sind hier deutlich besser, aber auch exorbitant laut.

Trotz der guten Ergebnisse unter aktiver Belüftung knickt der Riesenkühler im Passivbetrieb ein. Das liegt sowohl am Lamellenabstand von nur zwei Millimetern als auch an der Distanz zum Gehäuselüfter. Der semipassiv-Bolide HR-02 lässt zwar keinen zusätzlichen Raum zwischen seinen Finnen, nutzt jedoch durch den asymmetrischen Aufbau noch den weiterhin vorhandenen Luftzug besser aus.

Temperaturen 2 - Overclocking

Mehr Last, mehr Ergebnisse: 3400 MHz lassen den True Spirit immer noch an der Spitze des luftgekühlten Testfeldes strahlen. Bei voller Drehzahl wird der Prolimatech Genesis sogar um anderthalb Grad geschlagen - allerdings auch mit einer höheren Maximaldrehzahl. Mit sinkenden Umdrehungen schrumpft der Vorsprung auf die Verfolger etwas zusammen. Bei halbierter Geschwindigkeit muss der neue Archon schließlich eine Handvoll Kühler vorbeiziehen lassen, die zu diesem Zeitpunkt aber erheblich schneller rotieren. Den HR-02 mit identischem Lüfter schlägt der Testkandidat jedoch durchgehend - allerdings ist dieser auf sehr niedrige Drehzahlen optimiert, die hier nicht erreicht werden.

Temperaturen 3 - Fixierte Drehzahlen

Selbst feste Drehzahlen bringen den True Spirit 140 nicht aus dem Tritt - stoisch steht er an vorderster Front. Ab 1000 U/Min zieht der Prolimatech Genesis jedoch gleich und darunter zusammen mit dem Super Mega knapp vorbei, während sich der Abstand mit weiter sinkender Drehgeschwindigkeit leicht steigert. Gleichzeitig schließt der HR-02 Macho langsam auf, erreicht jedoch auch bei 500 U/Min nicht seinen wirklich effektivsten Arbeitsbereich. Schuld ist der TY-140 Lüfter, der dank der 14 Zentimeter Rahmenbreite auch bei diesen Geschwindigkeiten noch zu "viel" Luft fördert. Prinzipiell arbeitet der neue alte Archon also ab 800 Rotationen gut und bei 1000 optimal. Der Sprung zu 800 liegt mit dreieinhalb Grad schon im ordentlichen Bereich während weitere 200 Umdrehungen nur noch etwa 0,7 Grad Temperaturverbesserung einbringen.

Temperaturen 4 - Overclocking II

Das Extremszenario bestätigt die vorangegangenen Ergebnisse erneut: Bester Luftkühler, geschlagen nur von den Hydrolösungen auch mit reduzierter Geschwindigkeit. Nur 50% der maximal möglichen Rotationen erlaubt auch der schneidige True Spirit nicht, ohne die Schutzschaltung des Prozessors auszulösen.

Die Lautstärke

Wieder erzielt die Thermalright-Kombo exzellente Ergebnisse. Bei maximaler Drehzahl allerdings gedopte, denn unser Testexemplar wollte nur mit etwa 1250 U/Min drehen, was natürlich weniger Lärm als die 1300 eigentlich vorgesehenen macht. Unser Exemplar klackerte in diesen Regionen jedoch leicht, ein der Preisklasse bzw. den dort vorhandenen Serienstreuungen entsprechendes Merkmal. Darunter allerdings sind die Resultate nahezu identisch zu dem mit demselben Lüfter bestückten HR-02 Macho - und damit ab 75% der Maximalgeschwindigkeit. Mit unterhalb der 800 U/Min, d.h. auch bei halbierten Rotationen wird der True Spirit dann bei geschlossenem Gehäuse absolut unhörbar und beweist Silent-Qualitäten.

Wieder bewegt sich der True Spirit auf dem Level des HR-02 Macho, wenngleich er bei 1200 U/Min minimal lauter wird; Hier sind vermutlich Strömungsgeräusche aufgrund der abweichenden Lamellengeometrie die Ursache. Bei dieser Drehzahl gibt der TY-140 laut, bleibt aber auf einem akzeptablen Geräuschniveau. Unterhalb der 1000 Umdrehungen wird er schließlich leise, unterhalb der 800 unhörbar. Die Konkurrenz von be quiet! mit den hervorragenden SilentWings-Lagern kann zwar nicht erreicht werden, Prolimatech bzw. die Lüfter der Marke werden jedoch klar geschlagen, auch wenn Super Mega und Genesis gleich auf zwei 140 mm-Exemplare setzen. Für das veranschlagte Segment ein mehr als ordentliches Ergebnis!

Max Doll meint …

Max Doll

"Was glänzt, ist für den Augenblick geboren; Das Echte bleibt der Nachwelt unverloren" lässt Goethe seinen Faust sprechen. Genauso verhält es sich mit Thermalrights neuestem Budget-Streich, der der weitaus teureren Konkurrenz im silbrigen Nickelkleid eine lange Nase dreht. Auf eben diese Beschichtung muss man zwar zugunsten des Preises genauso verzichten wie auf eine Stabilisierung der Lamellen, dennoch bietet der große True Spirit für 40€ eine Menge Echtheit: Die recht einfache, zweistufige Montage gesellt sich zu einer ordentlichen Verarbeitung - lediglich die durch strammen Sitz nur mit Mühe zu befestigenden Halteklammern bedürften etwas mehr Liebe - mit ebensolchem Lüfter, der auf einem Level mit Prolimatech-Fabrikaten liegt, aber per PWM gut regelbar ist. Die offizielle Minimaldrehzahl von 900 U/Min liegt jedoch etwas hoch - zwei bis dreihundert Drehungen weniger wären noch besser.

Immerhin: Auf diese Art und Weise bleibt der Kühler stets in seinem optimalen Drehzahlfenster und agiert dort auf Augenhöhe mit genannten Branchen- und Preisriesen. Selbst bei nur 500 Umdrehungen bricht die Leistung nicht übermäßig stark ein, was auch am durchsatzstarken Fächler liegt. Dabei schafft er es, bis 1000 U/Min leise zu treten und stellt auch darüber eine erträgliche Geräuschkulisse sicher. Exzellent, vor allem angesichts des deutlich niedrigeren Preises, auch im Vergleich zum baugleichen Archon. Wehrmutstropfen? Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust - obwohl der Kühler angenehm schmal baut, ragt er weit in die Höhe, was in engeren Midi-Towern oder bei Lüftern im Seitenteil zu Problemen führen kann. Ärgerlich bleibt die fest vorgegebene Ausrichtung auf AMD-Mainboards und das Fehlen eines optionalen Montagekits - zum Glück erlaubt Thermalright die Montage in Richtung Gehäuseheck und nicht in Richtung des Deckels, sodass sich hieran kaum User stören dürften.

Ansonsten aber gilt wie schon für den Macho: Für Fans ruhiger und leistungsfähiger Kühler bietet das vorliegende Exemplar jede Menge Kaufgründe, sofern die Optik keine wichtige Rolle spielt und das eigene Gehäuse keinen Spielverderber gibt. Deshalb hat sich der 140er True Spirit gerade angesichts des dafür recht niedrig angesetzten Preises als neuer Spitzenreiter unserer Kühlercharts eine eindeutige Kaufempfehlung verdient.

  • Positiv
  • Sehr gute Leistung im mittleren Drehzahlbereich
  • Leise bis 1.000 U/Min.
  • Unhörbar unter 800 U/Min.
  • Lüfter austauschbar & entkoppelt
  • Einfache Montage
  • Zweites Paar Lüfterklammern im Lieferumfang
  • Beschränkt keine RAM-Höhe
  • Neutral
  • 170 mm hoch
  • Negativ
  • Einbruch bei unter 500 U/Min.
  • Lüfterlager etwas rau
  • Lüfterlager klackert leicht bei hohen Drehzahlen
  • Keine freie Ausrichtung bei AMD-Sockeln

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