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  • Sonntag, 18. April 2021
Alpenföhn Peter 2

Alpenföhn Peter 2: GPU-Kühler von EKL

Einleitung

In der Geschichte der Grafikkarten gab es immer wieder Modelle die für ihre besonders hohe Leistungsaufnahme und überforderten Kühler bekannt waren. Schon vor geraumer Zeit machte die Nvidia GeForce FX 5800 Ultra mit dem Referenzlüfter auf sich aufmerksam, der wenig später auch als "Der Föhn" betitelt wurde. Selbst AMDs Hawaii in Form der Radeon R9 290X stellte die Referenzkühlung vor große Probleme. Die Grafikkarte die wir für unsere Netzteiltests nutzen, besitzt eine Besonderheit: Unsere Nvidia GeForce GTX 480 verfügt über eine TDP von satten 320 Watt und besitzt damit auch heute noch den höchsten Wert aller Single-GPU Grafikkarten.

Dieser Wert stellt auch die Kühlung vor arge Probleme, so nutzen wir bei unserem Exemplar einen der damals besten Nachrüstkühler, den Zalman VF3000. Nach den ersten Netzteiltests waren wir nicht zufrieden, selbst der gute Kühler war mit der Leistungsaufnahme überfordert, das Gesamtsystem ließ sich nur auf etwa 450 Watt bewegen, bevor es überhitzte. Zu wenig für anständige Netzteiltests, also suchten wir nach einem aktuellen Modell. Was hat sich in den letzten vier Jahren im Bereich Grafikkarten-Kühlung getan? Das möchten wir heute einmal herausfinden.

Für den Vergleichstest haben wir uns den EKL Alpenföhn Peter 2 organisiert. Mit einem Preis von etwa 50 Euro bleibt dieser in einem grade noch erschwinglichen Rahmen, auch wenn sich im Lieferumfang keine Lüfter befinden. Der Vorteil des Peter 2 ist seine Vielseitigkeit, denn er lässt sich neben allen aktuellen Grafikkarten ab der Mittelklasse auch auf vielen älteren Modellen montieren.

Die technischen Daten und der Lieferumfang

Unser heutiger Testkandidat wird in einer erstaunlich kompakten Produktverpackung ausgeliefert. Bereits auf der Oberseite des Kartons befindet sich eine Liste der unterstützten Grafikkarten, eine komplette Liste befindet sich zudem auch auf der Website des Herstellers. Im Prinzip werden sämtliche Grafikchips der letzten sieben Jahre unterstützt, teilweise auch noch weitaus ältere Grafikkarten. Eine Einschränkung gilt jedoch, denn es werden durchgehend Grafikkarten ab der Mittelklasse unterstützt, was dem Anspruch des Kühlers gerecht werden sollte. Des Weiteren ist die Produktverpackung mit den Abmessungen des Kühlkörpers bedruckt, dieser weist eine Länge von 226,5 Millimetern und eine Höhe von 100 Millimetern auf. Die Breite variiert hier je nach Einsatz der Lüfter, es können jedoch schnell einmal die benachbarten fünf Slots auf dem Mainboard belegt werden.

Der Lieferumfang des

Der Lieferumfang fällt umfangreich aus, schließlich wird eine größere Menge an kleinen Kühlkörpern für die Spannungswandler oder Speicherbausteine mitgeliefert. Diese werden mit Hilfe eines Klebers auf den Chips befestigt, welcher sich in mehr als ausreichender Menge in einer Tube befindet. Auch die Wärmeleitpaste wurde in einer Spritze ausgeliefert, was eine mehrmalige Anwendung ermöglicht. Eine besondere Erwähnung verdient zudem noch ein Adapter, welcher zwei herkömmliche PWM-Lüfter mit dem Anschluss auf der Grafikkarte verbinden kann. Hierbei lassen sich die Lüfter direkt mit der Temperatur der Grafikkarte koppeln und ggf. eine eigene Lüfterkurve erstellen.

Der Kühler im Detail und Montage des Kühlers

Obwohl der Kühler auf den Produktbildern geradezu riesig wirkt, ist dieser in Wirklichkeit erstaunlich kompakt aufgebaut. Satte zehn Heatpipes verteilen die Hitze des Grafikchips gleichmäßig auf der gesamten Kühlfläche. Die Abwärme wird hierbei von einer runden, vernickelten Grundplatte aus an die Heatpipes weiter gegeben. Die runde Grundplatte ist nötig, um auch diagonal angebrachte Grafikchips zu erreichen. Bei Grafikkarten mit einem Heatspreader, beispielsweise unsere GeForce GTX 480, wird hingegen der äußere Rand nicht abgedeckt und steht in der Folge völlig frei. Praxisprobleme sind hingegen nicht zu erwarten, der Heatspreader besitzt nur die Aufgabe die Abwärme gleichmäßig zu verteilen, was auch durch eine kleinere Kontaktfläche möglich ist.

Die bereits angesprochene GeForce GTX 480 stellt heute einmal den passenden Gegner für den EKL Peter 2 dar. Die TDP von 320 Watt ist bei Single-GPU Grafikkarten bis heute unerreicht, daher kommt die Grafikkarte auch in unseren Netzteiltests zum Einsatz. Bei der speziellen Grafikkarte handelt es sich um eine Zotac GeForce GTX 480 Amp! Edition, welche mit einem Zalman VF3000 verfeinert wurde. Da die kleinen Lüfter auf dem Kühlkörper nicht ausreichten, wurde die Abdeckung samt Lüfter kurzerhand entfernt und durch zwei riesige Scythe Glide Stream 140 PWM ersetzt. Leider stößt auch diese Kombination bei einer gesamten Leistungsaufnahme des Systems bei etwa 450 Watt an ihre Grenzen. Wir dürfen gespannt sein ob der EKL Peter 2 hier ein besseres Ergebnis einfahren kann.

Nach der Demontage des alten Kühlkörpers wird es Zeit für einen ersten Größenvergleich. Auf dem ersten Blick wirken beide Kühlkörper in etwa gleich groß, bei genauerer Betrachtung fällt hingegen die doppelte Anzahl an Heatpipes des EKL Peter 2 auf. Diese spiegeln sich auch im Kampfgewicht der beiden Kühler wieder: Während der Zalman VF3000 auf ein Gewicht von 295 Gramm kommt, kann der EKL Peter 2 hier mit satten 492 Gramm auftrumpfen. Bei genauerer Betrachtung ist der Peter 2 zudem etwas breiter. Insgesamt wurde in die fast identische Grundfläche nun deutlich mehr Material investiert.

Wir beginnen nun mit der Montage der kleinen Kühlkörper für die Spannungswandler und andere Bausteine auf der Grafikkarte. Hierbei wurde ein massiver Kühlkörper mitgeliefert, welcher leider nicht auf die Platine der GTX 480 passt, da die Grundfläche zu schmal und zu lang ist. Improvisation ist hier gefragt. Einige Bastler dürften an dieser Stelle zur Metallsäge greifen, wir entscheiden uns hingegen für eine andere Anordnung der Kühlkörper:

In der Bedienungsanleitung des Kühlers gibt es eine detaillierte Darstellung, wie die kleinen Kühlkörper auf der Platine zu platzieren sind. Auf dem Bild wird ersichtlich, dass die flachen Bausteine insbesondere im vorderen Bereich der Platine platziert werden sollen. Da speziell die Spannungswandler sehr warm werden, haben wir hier ebenfalls auf hohe Kühlkörper zurückgegriffen. Der Flüssigkleber lässt sich einfach auf den Stellen verteilen, zieht wie geschmolzener Käse allerdings auch lange Fäden. Ein Taschentuch sollte hierbei immer griffbereit liegen.

Bis der Klebstoff wirkt, sollte man das PCB nach der Bestückung eine Viertelstunde in Ruhe lassen. Leider stellte sich die Darstellung in der Bedienung als fehlerhaft heraus, denn die flachen Kühlkörper sollten eher im oberen Bereich der Platine befestigt werden und nicht im vorderen Bereich. Das ist besonders ärgerlich, da man für den nächsten Schritt bereits die Wärmeleitpaste auf dem Grafikchip verteilen muss um den Kühlkörper aufzusetzen. Zum Glück lassen sich die kleinen Bausteine trotz Kleber recht einfach entfernen, nach einer Neubestückung passt der große Kühler nun.

Auch der nächste Schritt in der Bedienungsanleitung stellt sich ebenfalls als fehlerhaft dar. Um die Backplate mit dem Kühler zu verbinden, verwendet EKL längere Schrauben, welche sich in zwei verschiedenen Längen im Lieferumfang befinden. Für Grafikchips mit Heatspreader (wie unsere GTX 480) werden dabei die kürzeren Schrauben empfohlen. Dies stellte sich bei unserem Exemplar als Falschinformation heraus, denn die Schrauben waren zu kurz. Auch hier musste noch einmal der große Kühler demontiert werden. Nach einem Kraftakt sitzt nun aber alles in Position. Der Einbau ist für fortgeschrittene Bastler zwar etwas knifflig, aber machbar. Für Einsteiger wird es allerdings auch wegen der teilweise fehlerhaften Bedienungsanleitung schwer.

Zuletzt müssen die Lüfter montiert werden. Dies erfolgt überraschender Weise nicht auf dem Kühlkörper, sondern auf einer eigenen Schiene, welche dann mit Hilfe einer Slotblende am Gehäuse befestigt wird. Die Schiene nimmt Lüfter mit einer Größe von 120 mm und 140 mm auf. Unsere Modelle besitzen hierbei eine spezielle Eigenheit, denn diese werden mit einem Lochabstand von 120 mm befestigt, sind allerdings 140 mm groß. Auch diese Besonderheit stellt kein Problem dar, auch wenn wir mehrere Versuche für die optimale Position benötigten. Einzig die verchromte Blende passt nun nicht mehr, diese besitzt jedoch vorwiegend optische Eigenschaften. Die Lüfter sitzen auch so fest in der Verankerung.

Die Testumgebung

Das Testsystem:

Die Temperaturtests wurden in einem offenen Testsystem durchgeführt, die Temperaturen wurden mit Hilfe des Programms MSI Afterburner ausgelesen:

Die graphische Oberfläche vom MSI Afterburner

Für die Temperaturtests haben wir die Lastszenarios wie in den Netzteiltests zugrunde gelegt und dabei die Szenarios 3 bis 5 ohne CPU-Last simuliert:

Die Temperaturen während der Messungen

Nach dem Zusammenbau folgt nun der Praxistest. Der EKL Peter 2 besitzt gegenüber dem Zalman VF3000 fast das doppelte Gewicht, kann er diesen Vorteil auch in der Praxis umsetzen? Dazu wurden die beiden Lüfter an das Mainboard angeschlossen und mit Minimaldrehzahl, 50% Drehzahl und Maximaldrehzahl betrieben. Die Grafikkarte haben wir zudem in drei Szenarien mit verschiedenen Spannungen und Taktraten laufen lassen. Bei einer Temperatur von über 94°C haben wir die Messung abgebrochen.

Beide Kühler besitzen insbesondere bei Minimaldrehzahl wenige Reserven, die goldene Mitte markiert hier die mittlere Drehzahlstufe. Die Temperaturen sind so kaum schlechter als bei der Maximaldrehzahl, ohne das die Lüfter zum Tornado werden. Gut zu sehen ist, dass die Temperaturabstände bei geringer Belastung zwischen den beiden Kühlern sehr gering sind. Bei hoher Last kann sich der EKL Peter 2 dann sehr deutlich absetzen. Während der Zalman VF3000 im höchsten Szenario schon völlig am Ende ist, besitzt der Peter 2 noch ordentliche Reserven. Mit der maximalen Lüfterdrehzahl konnten wir selbst mit einer Spannung von 1138 mV (Maximum im MSI Afterburner) immerhin 92°C erreichen. Bei dieser Auslastung zeigte das Energiekosten-Messgerät satte 595 Watt an - dabei wurde die CPU nicht einmal belastet!

Hendrik Engelbertz meint …

Hendrik Engelbertz

Zu Beginn dieses Testberichts haben wir uns gefragt, was sich in den letzten vier Jahren im Bereich der Grafikkartenkühlung getan hat. Mit unserer GeForce GTX 480 besitzen wir die passende Grafikkarte, welche auf Knopfdruck im Menü des MSI Afterburner fast jeden Kühler in die Knie zwingen kann. Fast jeden?

Für den EKL Peter 2 begann der Test mit der üblichen Analyse der Verpackung und des Lieferumfang. Letzterer fiel zu unserer Freude besonders üppig aus. Der erste Kontakt mit dem Kühler überraschte, denn dieser besitzt erstaunlich kompakte Maße, sollte mit zahlreichen Heatpipes und einem Gewicht von knapp 500 Gramm hingegen nicht unterschätzt werden. Der Einbau gestaltete sich etwas fummelig, auch die zum Teil fehlerhaft bebilderte Bedienungsanleitung vereinfachte den Zusammenbau nicht. Dafür entschädigte die Kühlleistung, welche uns überzeugen konnte. Das vier Jahre alte Vergleichsmodell konnte so deutlich in die Schranken gewiesen werden.

Insgesamt hat uns uns der EKL Alpenföhn Peter 2 überzeugen können, dieser wird ausgestattet mit entsprechenden Lüftern auch mit schweren Kalibern wie unserer GeForce GTX 480 problemlos fertig. Ein Wermutstropfen ist hingegen der Preis, welcher mit 50 Euro ohne Lüfter recht hoch liegt. Mit qualitativ hochwertigen Modellen werden hier schnell noch einmal ein Betrag zwischen 30 bis 40 Euro fällig.

  • Positiv
  • Großzügiger Lieferumfang
  • Kühler ist mit 226,5 mm recht kurz
  • Tadellose Verarbeitung
  • Lüfterkompatibilität
  • Kühlleistung
  • Neutral
  • - / -
  • Negativ
  • Teilweise fehlerhafte Bedienungsanleitung
  • Belegt mit Lüftern viele benachbarte Slots auf dem Mainboard
  • Recht teuer, Lüfter müssen separat erworben werden

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