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Tech-Review.de

  • Dienstag, 29. September 2020
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Thermalright True Spirit 120

Thermalright True Spirit 120: Re-Load

Einleitung

Proliferation – die Weitergabe von bedenklichen Dingen. Genau wie die Kanzlerin ohne scharfe Kurven ebensolche Waffen an repressive Regimes liefert, hat Thermalright uns einen neuen Powerkühler geschickt. Der soll zwar nicht die protestierende Bevölkerung pulverisieren, dafür aber die Konkurrenz im 30 €-Segment.

Der Neue ist dabei eigentlich ein alter Bekannter, denn das Modell True Spirit ist schon 2009 im Günstiglabel Coogage im Handel gewesen. Nun wurde der Kühler zum echten Thermalright-Adel geschlagen – die Rahmendaten bleiben jedoch identisch. Das bedeutet: Vier Heatpipes, eine kompakt bauende Form und ein 120 mm PWM-Lüfter. Altes Modell, sanft überarbeitet - Retro pur.

Technische Daten und Lieferumfang

Im Gegensatz zu den schlicht-braunen Kartons der High-End Serien hat Thermalright hier den Pinsel ausgepackt: Die Verpackung erinnert mit ihrem schwarz-gelben Farbmuster eher an ein fliegendes Insekt als an einen Kühler. Noch insektiger wird es auf der gelb-schwarzen Rückseite - die OVP hat ein Wendecover. Lediglich der Venomous-X mit ähnlichem Aufbau wohnt bei Thermalright ebenfalls in einer bunten Hütte.

Die Verpackung des True Spirit 120

Im Inneren finden sich Kühler samt gelb-schwarzem Lüfter, ein Paar Lüfterklammern, Gummientkoppler und die Universalhalterung für alle gängigen AMD- und Intel-Sockel. Wärmeleitpaste liegt leider nur in einer Tüte, nicht in einer Tube bei. Allerdings handelt es sich um kein OEM-Produkt, sondern um die hauseigene Chill-Faktor.

Der Lieferumfang

Das Auffälligste beim True Spirit sind wie schon beim großen Bruder Venomous-X bzw. den eXtreme 120-Kühlern die Lamellen. Sie laufen oval auf den Lüfter zu, weichen also im Prinzip vor ihm zurück und sind außerdem an den Enden abgeknickt, was ebenfalls dem Luftfluss, d.h. dessen Kanalisierung, zu Gute kommen soll. Auf optische Gimmicks wurde komplett verzichtet: Nicht einmal das Aluminium ist poliert, von einer Vernickelung ganz zu schweigen. Der Kühler steht vor uns, wie Gott ihn schuf und gleicht damit einer abgespeckten Version des Mux 120 aus selbem Hause. Auf die zur Stabilisierung der Lamellen üblichen Haltenasen hat Thermalright allerdings nicht verzichtet, was dem Kühler ein solides Auftreten verschafft. Diese finden sich sogar an jeder Seite des True Spirit "better safe than sorry". Am Rand fassen die Kühlflächen zudem den Lüfter ein. Damit lässt sich maximal ein Exemplar mit einer Rahmenbreite von 120 Millimetern verbauen, allerdings kann man dank des symmetrischen Aufbaus des Kühlers ein zweites Modell hinzufügen. Das muss dann aber zusammen mit den dafür benötigten Halteklammern separat erworben werden.

Der Boden des True Spirit ist wie immer bei Produkten des taiwanischen Herstellers leicht konvex, d.h. er hat in der Mitte einen kleinen Huckel. Damit möchte Thermalright die nicht ganz ebenen Heatspreader diverser (Intel-)Prozessoren ausgleichen. Schön in dieser Preisklasse: Die in einen Kupferblock eingelassenen, leicht versetzt angeordneten Heatpipes. Ihr Durchmesser entspricht mit sechs Millimetern dem gängigen Standard. Am Boden fällt noch etwas auf: Es ist keinerlei Montagehilfe oder -möglichkeit zu sehen - Glatt wie ein Babypopo und das beidseitig. Aus diesem Grund empfiehlt Thermalright auch Wärmeleitkleber - Scherz beiseite: Das Fehlen einer Führung erstaunt, hat aber bei der Montage keine weiteren Auswirkungen.

Der Lüfter fällt durch seine ungewöhnliche Farbgebung auf, ist ansonsten bezüglich seines Aufbaus so klassisch wie möglich. Sieben Lüfterblätter, ein normaler Rahmen - keine Experimente. Dank PWM-Steuerung und einer nicht zu hohen Maximaldrehzahl von 1500 U/Min lässt sich ohne weiteres ein Kompromiss aus Lautstärke und Leistung finden. Minimal dreht der Lüfter laut Packung mit 1000 Umdrehungen, laut Aufdruck auf dem Gehäuse aber nur mit 700. Letzteres dürfte die realistischere Angabe sein, denn in unserem Praxistest ließ sich das Modell noch mit 620 U/Min betreiben. Entkoppelt wird das schwarz-gelbe Gerät mit dem bereits bekannten Verfahren per Gummistreifen. Diese werden direkt an die Lamellen geklebt und wirken universell.

Technische Date:

Modell Thermalright True Spirit
Preis ~29 €
Gesamtmaße (B x H x T)
133 x 156 x 77 mm
Gewicht mit Lüfter
574 g
Verdeckte RAM-Slots
0
Lamellenabstand
1,8 mm
Heatpipes  4 - Ø 6 mm
Lüfter 120 mm Thermalright OEM
Anschluss
4-Pin PWM
Geschwindigkeit
700 - 1500 rpm
Förderleistung (Gesamt)

35,5 - 128.7  m³/h

dB [A] - Hersteller
19,6 - 37,4
Kompatibilität (Stand: September 2020) Intel: 775, 1150, 1151, 1155, 1156, 1200, 1366, 2011, 2011-3, 2066
AMD: AM2, AM2+, AM3, AM4-Umrüst-Kit erhältlich

Das Testsystem

Für unser Testsystem setzen wir auf ein Lian-Li PC60FN Gehäuse. Gegenüber einem offenen Testaufbau erhalten wir praxisnahe Ergebnisse, auch wenn durch die Vielfalt an Komponenten und Konfigurationen keine hundertprozentig übertragbaren Werte generiert werden können.

Allgemeiner Aufbau des Testsystems (hier mit einem Thermalright HR-02)

Zur Geräuschreduktion haben wir sämtliche Gehäuselüfter ersetzt und an einer Scythe Kaze Master Lüftersteuerung angeschlossen. Im Heck schaufelt nun ein Noiseblocker Multiframe M12 S2 Luft (650 rpm), ebenso wie auf dem CPU-Kühler, einem Thermalright HR-02. Dieser ist für einen Intel Core i7 920 im C0-Stepping zuständig. Ein echter Hitzkopf mit 130 Watt TDP, der wie geschaffen für unseren Kühlertest ist. In die Front setzen wir einen Noctua NF-P14 FLX, der mit nur 450 rpm rotiert. Da die meisten Nutzer Krach nicht mehr mit Leistung gleichsetzen, orientieren wir uns hier an den momentanen geräuschtechnischen Anforderungen. Die Festplatte hingegen muss sich in ein Scythe Quiet Drive zwängen und wird mittels eines einfachen Baumarktschwammes auf dem Gehäuseboden entkoppelt.Als Testkarte nutzen wir eine AMD HD3870 im Referenzdesign, die von einem Scythe Musashi gekühlt wird, dessen Lüfter während der Benchmarks auf 5V gedrosselt laufen.

Testsystem:

  • Intel Core i7 920 (3,4 GHz)
  • Asus P6TD Deluxe
  • 6 GB DDR3 1333
  • Western Digital Black 640 GB
  • Antec TruePower New 550 W
  • AMD HD3870 (Scythe Musashi)

Zur Leistungsmessung belassen wir den Rechner nach dem Einschalten zunächst 15 Minuten im Leerlauf. Anschließend belasten wir ihn eine weitere Viertelstunde mit Core2MaxPerf in der Version 1.7. Hierbei werden alle acht logischen Kerne der CPU belastet. Temperatur und Takt werden dabei mit RealTemp 3.60 beobachtet. Nach Ablauf der Zeit wird ein Mittelwert aus den Ergebnissen der einzelnen Kerne gebildet. Aufgrund der mit zunehmender Differenz zum Notabschaltpunkt ungenauer werdenden Temperatursensoren verzichten wir auf Messungen im Idle-Betrieb. Reicht der Kühler unter Last aus, tut er das ohne erst recht. Dank eines Raumthermometers können wir Delta-T- Werte [K] ermitteln. Um gleiche Voraussetzungen für alle Kühler zu schaffen, kommt für die Tests ausschließlich MX-2-Wärmeleitpaste von Arctic an CPU und Kühler. Sämtliche Runs werden zweimal ausgeführt: Sowohl mit dem Normaltakt des Prozessors (2,67 GHz) als auch in moderat übertaktetem Zustand (3,4 GHz ohne Spannungserhöhung). Die Geschwindigkeitsstufen mit 100, 75 und 50 Prozent der Maximaldrehzahl werden ebenso wie die Drehzahlmessungen zwischen 500 und 1200 rpm mit der Scythe Kaze Master Lüftersteuerung eingestellt.

Die Lautstärkemessungen erfolgen mithilfe eines Voltcraft SL-100 Schallpegelmessgerätes. Dieses wird aus 15 Zentimetern Entfernung zum offenen Gehäuse auf Höhe des CPU-Kühlers mittels eines Statives fixiert. Abgelesen wurde zur Minimierung von Interferenzen aus einer Entfernung von einem guten Meter zum SL-100. Um Nebengeräusche zu verhindern, erfolgten die Messungen in einer ruhigen Wohnsiedlung („Dorf“) vormittags und in der Nacht. Zudem wurden die Lüfter im Testsystem deaktiviert, wodurch lediglich die Festplatte und das Netzteil für Nebengeräusche sorgten.

Für die neuen Testkriterien ziehen wir Durchschnittswerte aus den Messergebnissen heran. Die reine Leistung wird aus dem Mittelwert der Overclocking-Tests mit 100, 75 und 50% Drehzahl gebildet. Das gleiche Verfahren wird bezüglich der Lautstärke angewendet. Wir sind uns natürlich darüber im Klaren, dass diese Kriterien spezielle Einsatzszenarien wie den Ultra-Silent-Betrieb mit wenig oder gar keiner Drehzahl nicht abdecken. Für solche Anwendungsprofile empfiehlt sich ein Blick sowohl in die Charts mit festen Drehzahlen als auch den Passivtest, um selbst einen Favoriten zu wählen. Unsere Rangliste richtet sich dementsprechend an die große Mehrheit der "Standarduser". Für extreme Anwendungsgebiete haben wir unsere Benchmarks zudem um einen weiteren Bereich ergänzt: Mit 3,8 GHz bei 1,36 Volt Spannung zeigen wir Weber, wie ein Grill heizen muss. Hier können (und sollen) sich High-End Kühler profilieren, während gleichzeitig Übertakter, die die Spannung bis an das Herstellerlimit setzen, Anhaltspunkte für eine Kaufentscheidung finden.

Die Montage

Neben der Verarbeitung erweist sich die Montage als eine weitere Stärke des True Spirit. Wurde das Cogage-Modell noch per Push-Pins arretiert, gibt es nun eine universelle Halterung, die eine Verschraubung sowohl auf AMD- als auch Intel-Sockeln ermöglicht. Die ist zwar nicht werkzeuglos - ein Kreuzschlitzschraubendreher sollte vorhanden sein - aber ansonsten sehr funktional.

Zur Montage werden zunächst Schrauben durch die Backplate gesteckt und mit Plastikringen zur Fixierung versehen. Anschließend wird das Konstrukt mainboardseitig mit Thumbscrews gesichert und in einem letzten Schritt die eigentliche Halterung angebracht - wieder mit Schrauben. Diese kann man im Gegensatz zum Kühler in alle Richtungen gedreht aufsetzten, da dessen Montagerichtung nämlich maßgeblich von der Ausrichtung eben dieser Halterung abhängt. Leider spart sich Thermalright hier einen entsprechenden Hinweis in der Anleitung, was für "Stammkunden" durchaus sinnvoll wäre: z.B. der HR-02 etwa ist in dieser Hinsicht flexibler. Die fehlende Führung für die Halteklammer am Boden des True Spirit stellt hingegen kein Problem dar: Der Kühler kann sich ohnehin kaum bewegen und ist ohne Schwierigkeiten gut auszurichten.

Der montierte Thermalright True Spirit im Gehäuse

Die Lüfterklammern hingegen geben sich etwas sperrig: Sie werden idealerweise vor dem Aufsetzen des Kühlers angebracht, allerdings ohne den Drehkörper selbst, der ansonsten die Montage verhindert. Leider rutschen die Klammern gelegentlich aus ihrer Führung - natürlich zum Mainboard hin. Das Wiedereinsetzen ohne Sichtkontakt ist mitunter ein ordentliches Fischen im Trüben. Ein weiterer Nachteil: Sie sind nicht zu jedem Rahmen kompatibel, da sie bereits am Innenrahmen greifen. Ventilatoren mit durchgehenden Befestigungsstegen sind daher Tabu. Eigentlich unverständlich, schließlich hat Thermalright universelle Klammern im Programm und bei anderen Kühlern auch dem Lieferumfang hinzugefügt. Eingebaut lässt der neueste Streich von Thermalright viel Spielraum: Sowohl die Höhe als auch die Breite des Neulings halten sich in argen Grenzen. Selbst mit Lüfter braucht der Monteur beim Arbeitsspeicher keine Rücksicht auf große Heatspreader nehmen.

Die Temperaturen 1 - Standardtakt & Passiv

In unseren Normaltakt-Benchmarks agiert der True Spirit knapp vor dem mit vier Heatpipes ähnlich ausgestatteten Freezer 13 Pro. Bei reduzierter Drehzahl kann er sich zunehmend absetzen, was an der höheren Maximaldrehzahl liegt. Die Hälfte von 1500 U/Min sind eben mehr als die Hälfte von 1350 U/Min, was gerade in derartigen Drehzahlregionen einen Unterschied ausmacht. Trotzdem ist der Leistungssprung von 75 auf 50% Fanspeed größer als von 100 auf 75% - auch der True Spirit ist für mittlere Drehzahlregionen ausgelegt.

An einen lüfterlosen Betrieb ist - wenig überraschend - mit dem True Spirit nicht zu denken. Dieser Betriebsmodus entspricht bei Last mit 130 Watt TDP nicht dem Bau- bzw. Betriebsprofil des Kühlers. Damit bleibt die Riege unserer Passivkandidaten weiterhin unverändert.

Die Temperaturen 2 - Overclocking

Auch mit erhöhten Taktraten verändert sich das grundlegende Ranking nicht. Der True Spirit bleibt im Rudel der vom Aufbau her ähnlichen Modelle wie dem Hyper 212 Plus. Bei abgesenkten Drehzahlen zeigt sich das bereits bekannte Bild: Der Freezer 13 fällt etwas ab, während der True Spirit samt dem schneller drehenden Hyper 212 Plus den dichten Anschluss an das übrige Testfeld halten kann. Allerdings sinkt auch hier die Leistung des "Wahren Geistes" mit bei halbierten U/Min deutlich ab.

Die Temperaturen 3 - Festgelegte Drehzahlen

Bei festen Drehzahlen kann sich der Neuling zunächst von seinem Pulk etwas absetzen und sogar knapp den Scythe Ninja 3 schlagen. Dessen Stärken liegen allerdings im Betrieb mit sehr geringen Lüftergeschwindigkeiten, weshalb er bauartbedingt kaum von hohem Luftdurchsatz profitiert. Die gute Platzierung kann der True Spirit selbst bei 800 U/Min noch halten, wenngleich das Testfeld grundsätzlich hauteng zusammengedrängt liegt. Nur mit sehr geringen 500 Umdrehungen muss das Thermalright-Wunderwerk passen: Der Lüfter ließ sich nur bis ~630 U/Min regeln. Mit diesem Setting lag die Differenz zur Raumtemperatur bei einem Wert von knapp 60 Grad. Da die Leistung mit geringerem Durchsatz in diesen Regionen exponentiell einbricht, wäre auch hier ein Betrieb unter Last allenfalls knapp unterhalb der integrierten Schutzschaltung unserer CPU möglich gewesen. Der Leistungsverlauf zeigt sich auch in den recht großen Sprüngen zwischen 1000, 800 und 630 U/Min.

Die Temperaturen 4 - Overclocking Zusatzmessungen

In unserem nagelneuen Extremszenario betreiben wir den Core i7 920 des Testsystems mit 3,8 GHz Taktfrequenz. Gleichzeitig wird nun die Spannung auf 1,36 Volt erhöht - Grillzeit, Baby! Bei halbierter Drehzahl war daher kein Kühler des Testfeldes mehr in der Lage, die Abwärme unseres Prozessors zu bewältigen. Weil uns leider nicht mehr alle Kühler für einen Nachtest zur Verfügung stehen, können sich weniger Kandidaten beweisen. Wir bitten daher um Entschuldigung!

Hier kann der True Spirit wieder einmal um die Spitze seiner Austattungsklasse kämpfen: Er liegt auf Augenhöhe mit dem Freezer 13 Pro und gerade drehzahlreduziert nur knapp hinter dem teuren HR-02. Zauberei? Das weniger, denn der Kühklotz von Thermalright lässt sich von nur einem 120 mm-Lüfter mit 1200 U/Min befächeln, hat also wieder ein Drehzahl- bzw. Durchsatzhandicap. Der Prolimatech Genesis hingegen nutzt gleich zwei Exemplare mit einer Rahmenbreite von 140 mm, die entsprechend über eine höhere Förderleistung verfügen. Der deutlich kompaktere und günstigere True Spirit schlägt sich daher entsprechend gut.

Die Lautstärke

Grundsätzlich steht der True Spirit in unseren Tabellen besser da, als man anhand des subjektive Eindrucks vermuten würde. Die Entkopplung des Lüfters funktioniert zwar grundsätzlich, oberhalb von 1000 bzw. 1200 U/Min wird es aber trotzdem gut hörbar - darunter bleibt der Neuzugang sehr leise. Da die Maximaldrehzahl des mitgelieferten Lüfters mit nur 1500 Umdrehungen in unserem Testfeld traurigerweise zu den langsamsten, d.h. besten, Kandidaten gehört, kann er sich zunächst weit vorne im Testfeld platzieren. Ab halbierter Drehzahl ist der True Spirit dann kaum noch aus dem Gehäuse auszumachen.

Auch bei festen Drehzahlen schneidet der neueste Streich von Thermalright ordentlich ab: Er platziert sich im Mittelfeld auf Augenhöhe mit den ebenfalls entkoppelten Konkurrenzprodukten wie dem Xigmatek Aegir. Lediglich Modelle mit Luxus-Lager wie etwa beim Dark Rock C1 schneiden besser ab. Der Arctic Freezer 13 läuft dank 92 mm Lüfter außer Konkurrenz, da sein Luftdurchsatz weitaus geringer als beim übrigen Testfeld ist - und bewegte Luft immer Lärm verursacht. Auch die Minimallautstärke des Thermalright-Rotierers kann sich sehen lassen. Bei 630 U/Min liegt der Geräuschpegel nur minimal über der Grundlautstärke des Testsystem und ist aus dem geschlossenen Gehäuse heraus nicht mehr wahrzunehmen.

Max Doll meint …

Max Doll

Und wieder stellt sich die Frage: Wieviel Kühler braucht der User wirklich? Thermalright schafft es, für 29 klingende Münzen einen Kühler auf die Beine zu stellen, der über eine gute Universalmontage und enorme Flexibilität bei hohem Komfort bietet. Lediglich die Lüfterklammern sind weniger schön gelungen: Ihre Handhabung ist zwar simpel, allerdings neigen sie dazu, beim Einbau des Kühlers ohne Lüfter aus ihrer Führung zu rutschen. Gleichzeitig liefert der True Spirit trotz „nur“ vier Heatpipes und kompakten Abmaßen gute Leistungen. Selbst für Übertaktungsvorhaben lässt das ehemalige Cogage-Produkt noch genügend Raum. Natürlich nicht bei niedrigsten Drehzahlen, aber das ist angesichts des Preises zu verschmerzen. Der beigelegte Lüfter darf sich dank der ordentlich gewählten Maximaldrehzahl durchaus als erträglich bezeichnen, wenngleich das Modell in diesen Regionen etwas brummig wird. Unterhalb von 1000 Umdrehungen wird die Fuhre dann leise, unterhalb von 800 sogar silenttauglich. In diesem Drehzahlbereich sackt die Leistung jedoch etwas ab.

Obwohl sich der Kühler selbst kaum vom True Spirit des Jahres 2009 unterscheidet, sorgt die verbesserte und sehr durchdachte zweistufige Montage bei immer noch guter Leistung für unsere vollste Zufriedenheit. Ist man weder auf einen – im Wortsinne – unhörbaren Betrieb des heimischen Rechners noch auf extreme Übertaktungsvorhaben mit Spannungen an den Maximalvorgaben der Hersteller aus, dann bekommt man mit Thermalrights True Spirit ein rundum-sorglos Paket zum kleinen Preis. Kompakte Abmaße sind ebenfalls inbegriffen, insofern wird der Kühler seinem Namen voll gerecht. Für derartige Anforderungsprofile besteht kaum ein Grund, zu einem teureren Modell zu greifen.

  • Positiv
  • Gute Leistung mit und ohne OC
  • Geregelt leise
  • Hochwertig und gute Montage
  • Freie Ausrichtung
  • Kompakt
  • Lässt Raum um den Sockel
  • RAM-Slots bleiben frei
  • Neutral
  • - / -
  • Negativ
  • Einbruch bei reduzierter Drehzahl
  • Kaum Reserven für OC und low-rpm Betrieb
  • Erst unter 1000 U/Min. leise

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