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Tech-Review.de

  • Samstag, 23. Oktober 2021
Teufel Concept B 200 USB

Teufel Concept B 200 USB: klein und doch ganz groß?

Einleitung

Schon lange wundert es keinen mehr, wenn verhältnismäßig kleine Lautsprecher viel Bass produzieren. Damit ist es allerdings natürlich nicht getan, denn da wären ja auch noch die mittleren und hohen Frequenzen. Diese gehen leider jedoch häufig im Gedröhne der PC/Multimedia-Fraktion unter. Möchte man nun aber die Musik oder die Filme möglichst unverfälscht genießen, muss man oft Kompromisse zwischen Platz, Geld und Klang eingehen. Genau das soll das B 200 USB der Berliner Hi-Fi Schmiede Teufel vermeiden. Feiner Klang, wenig Platzverbrauch und angemessener Preis. Selbst als Abhöre soll das Set aus Verstärker und Boxen sich eignen. Ob es diese Kriterien tatsächlich erfüllen kann wird unser Test zeigen.

Die Testkriterien

Das Soundsystem muss sich in den Kategorien Musik, Filme, Spiele und darüber hinaus auch als Abhörsystem beweisen:

Im Bereich Musik fließen die räumliche Ortung, natürliche Abbildung der Instrumente, Wirkung in den verschiedenen Frequenzbereichen und im Gesamten die Präzision des Klangs in die Bewertung ein.

Als Abhöre muss es sich darüber hinaus beim Mischen eines Songs unter Beweis stellen.
(Zur Erklärung: Als Abhöre definiert man Lautsprecherboxen, die das eingegebene Signal besonders unverfälscht, d.h. linear wiedergeben. Daher eignen sie sich besonders für analytische Zwecke, finden also Verwendung in Regieräumen von Tonstudios, im Filmschnitt usw.)

Im Bereich Film zählt die Sprachverständlichkeit, besonderen Wert legen wir hier auf naturgetreuen Klang sowie die dynamische Darstellung von leisen und lauten Passagen im Film.

Bei Spielen ist uns eine gute Ortung der Gegner, der Raumklang und der durch den Sound entwickelte Spaßfaktor wichtig.

Um ein möglichst nachvollziehbares und realistisches Ergebnis zu bekommen haben wir (ausgenommen natürlich die Sektion Equalizer) während des Gesamten Testzeitraums auf die Verwendung von Equalizern verzichtet.

Das Testsystem

Apple iMac
Mac OS X 10.6 / Windows XP
Intel Core 2 Duo T7200
1,5 GB DDR2 Ram
ATI Radeon X1600

Verwendete Referenz-Soundkarten:
Alesis Multimix Firewire auf 24 Bit / 48 KHz
M-Audio Mobile Pre USB auf 16 Bit / 48 KHz
Intel HD Audio auf 24 Bit / 48 KHz

Der Raum

Der Raum in dem das Teufel B 200 USB getestet wurde ist ca. 20m² groß und hat eine 2,10m hohe Decke. Er ist nahezu hallfrei und daher als Testumgebung für Soundsysteme ideal geeignet.

Die Spezifikationen

Das Teufel Concept B 200 USB ist ein Verstärker/Boxenset mit 2 analogen Eingängen und einer eingebauten USB-Soundkarte. Zwischen den Eingangskanälen kann an der Vorderseite des Verstärkers umgeschaltet werden. Desweiteren fungiert Die Verstärker-Einheit . sofern per USB an den Rechner angeschlossen - als USB-Hub. Frontseitig regelbar ist die 2-Band Klangregelung und der Master-Lautstärkepegel. Die mitgelieferte Bedienungsanleitung ist in Deutsch und Englisch gehalten. Selbst unerfahrene Nutzer sollten dank guter Erklärungen problemlos damit klar kommen.

Lieferumfang:

  • 1x CB 200 CS Verstärker-Einheit
  • 2x CB 200 F Lautsprecherboxen
  • 2x Lautsprecherkabel (je 1,5m)
  • 1x Netzkabel
  • 1x USB-Kabel
  • Bedienungsanleitung (1x Deutsch / 1x Englisch)

Verstärker CB 200 CS:

  • Vollverstärker
  • Verstärker-Technologie Class D
  • Ausgangsleistung Verstärker 4x 30 Watt Sinus (2.0 Stereo)

Audio Eingänge/Ausgänge:

  • Digital USB
  • Analog IN 2x Chinch
  • Analog IN 3,5mm Klinke Stereo
  • Analog OUT 3,5mm Klinke Stereo Kopfhörer

Sonstige Anschlüsse:

  • Mikrofon IN 3,5mm Klinke
  • 3x USB (Fungiert als Externe Soundkarte sowie als Hub wenn an PC angeschlossen)

Lautsprecher CB 200 F:

  • Übertragungsbereich 80 - 20.000 Hz (-3dB)
  • Gehäuse in Bassreflex-Bauweise
  • Zweiwege-Lautsprecher
  • Magnetisch abgeschirmt
Das Datenschild unter dem Lautsprecher

Optik und Verarbeitung

Unauffällig stilvoll. So könnte man das B 200 bezeichnen. Es integriert sich gut in nahezu jede Umgebung, wirkt nicht aufdringlich und doch präsent. Gerade die Boxen haben durch ihr schlankes Profil einen sehr einzigartigen Look. Dadurch, dass bei der Front des Verstärkers Plastik eingesetzt wurde, macht sie einen nicht ganz so hochwertigen Eindruck wie der Rest des Verstärkers. Sie wirkt aufgrund des harten Kontrastes von Glanz zum Mattschwarz am Verstärkergehäuse etwas fehl am Platz.

An der Verarbeitung gibt es außer dem oben schon genannten Punkt der Plastikfront am Verstärker nichts zu bemängeln.

Verstärker CB 200 CS:

Lautsprecher CB 200 F:

Musik

Für den Test zur Beurteilung des Klangs wurden folgende Tracks verwendet:

Elektronische Musik:
Noisia - B.R.U.L.
Neelix - Disco Decay [Felguk Mix]

Rock/Acoustic:
Hoobastank - What Happened To Us?
The John Butler Trio - Used To Get High

Hip Hop:
Ludacris feat. Shawna - How Low
D-Lo - Pump Up the Volume

Jazz/Nu-Jazz/Downtempo:
De-Phazz - No Jive (ripped version)
Jazzanova feat. Clara Hill - No Use
Tizian Jost Trio - Ugetsu

Konzert-DVD:
Eric Clapton - Live on Tour 2001

Der Höreindruck
Erstaunlich fein, was da aus der kleinen Anlage kommt. Ihre Stärken liegen ganz klar in der akustischen Musik. Jazz, Acoustic, Rock, hier fühlt sie sich wohl. Alle Instrumente werden natürlich und dreidimensional abgebildet, und das deutlich besser als erwartet. Derart detaillierten Klang kennt man normalerweise nur von deutlich größeren (und auch teureren) Hi-Fi Anlagen. Selbst die Klasse der elektronischen Musik meistern die Kleinen sehr gut, während hier die voluminösen Synth-Sounds wichtiger sind als Sub-Bässe. Die Hip-Hop Tracks klingen auf dem Teufel-System leider sehr dünn, hier darf man allerdings auch keine Wunder erwarten. Nachdem moderne Produktionen musikalisch hauptsächlich aus extremen Sub-Bässen weit unterhalb der 80Hz bestehen, klingen sie natürlich relativ dünn.

Bei dem Konzertmitschnitt von Eric Clapton konnte das Set noch einmal vollends überzeugen. Man wird regelrecht hineingerissen in das Konzert, und das ganz ohne 5.1-Sound. Alles ist klar und definiert, nichts geht unter. Insgesamt kann das System einen definitiv sehr erwachsenen Klang vorweisen, nicht nur angesichts der Größe der Boxen.

Das System als Abhöre

Die Eignung als Abhöre kann man fast schon aus dem Bereich Musik herableiten. Akustische Musik, sowie im Allgemeinen die Musik mit echten Instrumenten kann das Teufel-System souverän darstellen. Insgesamt fehlt es leider - um auch die Tieferen Frequenzen beurteilen zu können - an "Tiefgang". Herkömmliche Studioabhören verwenden allerdings normalerweise auch mindestens 5 Zoll Basslautsprecher. Für Elektronische Musik oder Hip Hop ist das System nicht zu empfehlen, das ist jedoch auch nicht das Zielgebiet.

Für fortgeschrittene Einsteiger und Hobbyproduzenten die im Bereich Acoustic, Rock oder Jazz agieren eignet sich das B 200 als Abhöre allemal! Auch zum Gegenhören des Mixes neben größeren Boxen können wir das Teufel uneingeschränkt empfehlen.

ACHTUNG!: Beim verwenden des Systems als Abhöre ist unbedingt auf die Verwendung des verbauten Equalizers zu verzichten, da so genau die Unlinearitäten auftreten die es durch Studioboxen zu vermeiden gilt!

Die Soundkarte

Die im Verstärker eingebaute Soundkarte kann mit 16 Bit und 44.1 KHz aktuellen Standards leider nicht mehr ganz gerecht werden, allerdings wäre das bei dem geringen Preis des Sets auch nicht realisierbar. Die Installation ist allerdings sehr komfortabel, was den Eindruck dann doch sehr verbessert. Einfach per USB an den Rechner anschließen und los! Eine Treiberinstallation ist nicht vonnöten, sie wird unter Windows sowie Mac OS X sofort als "C-Media USB Headphone Set" erkannt. Die meisten Onboard-Soundkarten kann sie leicht in die Tasche stecken, hinter unserem Alesis Multimix 16 Firewire bleibt sie jedoch im Detailgrad etwas zurück.

Der Equalizer

Mit Vorsicht zu genießen ist der am Verstärker frontseitig regelbare 2-Band Equalizer. Benutzt man ihn um einen Tick mehr Höhen oder Bässe zu erhalten, kann man mit ihm deutliche Klangverbesserungen erzielen. Dreht man die Regler allerdings voll auf, gerät man sehr schnell in unschöne Verzerrungen.

Filme

Getestet haben wir mit folgenden Filmen:

  • Star Trek
  • Oceans 13
  • Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs

Die Räumlichkeit mit der das Teufel die Filme darstellt ist beeindruckend. Bei Star Trek fliegen einem die Laserstrahlen nur so um die Ohren. Ein wenig vermisst man bei Explosionen die wohligen Sub-Bässe, aber mit dem EQ kann man hier ein wenig nachhelfen. Oceans 13 kann seine Coolness in vollem Umfang präsentieren, hier sind auch nicht allzu viele Special-Effects eingebaut. Herr der Ringe erscheint schön dynamisch, alle akustischen Stimmungen übertragen sich gut auf den Hörer.

Spiele

Um die Spieletauglichkeit des Soundsystems zu überprüfen, kamen die nachfolgenden Spiele zum Einsatz:

  • Crysis
  • Colin McRae Rally: DIRT 2

Die Sprachverständlichkeit ist ideal, auch die Ortbarkeit der Gegner ist für ein 2.0 System sehr gut. In Crysis schwirrt ein Kugelhagel nach dem anderen um den Kopf herum. Wie auch bei den Filmen vermisst man bei Explosionen ein bisschen die markerschütternden Sub-Bässe. Dirt 2 sägt mit den Rally-Motorensounds richtig und die Musik kommt druckvoll über die Membranen.

Simon Meissner meint …

Simon Meissner

Das Paket stimmt. Für rund 230 Euro (Stand 30.03.2010) bekommt man von Teufel ein platzsparendes Hi-Fi System, das mit tollem Klang nicht geizt. Selbst besonders verwöhnte Hörer können hiermit den Sound am PC wieder genießen. Wer in seinem PC eine schlechte Soundkarte verbaut hat, profitiert auf jeden Fall von der eingebauten des B 200 USB. Es wird prinzipiell alles mitgeliefert was man braucht: 2 Boxenkabel, das USB-Kabel und ein Kabel für die Stromversorgung. Eine tolle Funktion ist außerdem, dass der Verstärker, sofern er an den Rechner angeschlossen ist, als Hub fungiert, so dass man 3 weitere USB-Geräte betreiben kann.

Alles in Allem: kleines System, großer Sound. Weiter so!

  • Positiv
  • Sehr detaillierter Klang
  • Eingebaute USB-Soundkarte
  • Gutes Preis/Leistungs-Verhältnis
  • Sehr Platzsparend
  • Gut als Abhöre für das Homestudio oder Projektstudios geeignet
  • Neutral
  • - / -
  • Negativ
  • Plastikfront am Verstärker

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