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  • Samstag, 11. Juli 2020
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SilverStone Strider Essential Series Gold 500W

SilverStone Strider Essential Series Gold 500W: 80 Plus Gold im Test

Einleitung

Stammlesern unserer Seite ist es vielleicht schon aufgefallen: Wir testen wenig Mainstream-Hardware, sondern möchten immer Alternativen zu den etablierten Produkten aufzeigen. Im Bereich der Netzteile haben wir so schon einige Geheimtipps wie das Xilence Performance A Series 530W oder das Cooler Master G450M entdeckt. Heute möchten wir einmal eine Preisklasse höher einsteigen und schauen uns das SilverStone Strider Essential Series 500W mit 80 Plus Gold Zertifizierung an.

Mit reichhaltiger Ausstattung, hoher Effizienz, sowie besonders hochwertigen Komponenten soll es potentielle Käufer überzeugen. Mit einem Preis von etwa 75 Euro liegt es allerdings deutlich über den direkten Konkurrenten wie dem Antec True Power Classic TP-450C oder dem Super Flower Golden Green HX 450W, welche wir bereits getestet haben. Kann das SilverStone Strider Essential Series 500W in unserem Test überzeugen?

Spezifikationen und Features

Um einen ersten Überblick über unseren heutigen Testkandidaten zu bekommen, fällt der Blick als erstes auf die Produktverpackung. Das Netzteil wird in einem gut dimensionierten Karton ausgeliefert, Platzprobleme gibt es im Inneren nicht. Wir haben die Verpackung einmal genauer untersucht, dabei sind uns folgende Punkte besonders aufgefallen:

  • 80 Plus Gold zertifiziert
  • 12 Volt Single-Rail
  • Hochwertiger Lüfter (Hybrid-Keramiklager, MBTF: 100.000 Stunden)
  • Gute Spannungsregulation (+/- 3%)
  • niedrige Ripple-Noise Werte

Das 80 Plus Gold Zertifikat prangt bereits groß auf der Vorderseite der Verpackung, die Effizienz sollte im Test also einwandfrei sein. Mit der sogenannten Single-Rail wird gerne geworben, diese hat jedoch eher bei kleineren Netzteilen Vorteile. Bei Netzteilen jenseits von 600 Watt oder 50 Ampere empfehlen wir jedoch Multi-Rail Netzteile mit geringeren Stromstärken pro Rail. Mit den 39 Ampere unseres Testkandidatens liegen wir aber noch im grünen Bereich.

Über einen hochwertigen Lüfter freuen wir uns natürlich immer gerne, an diesem Punkt wird neben den Kondensatoren auch gerne mal gespart. Wir sind gespannt ob das Netzteil auch in der Lautstärke überzeugen kann. Zuletzt wird noch mit einer guten Spannungsregulation und niedrigen Ripple-Noise Werten geworben. Letztere können wir leider nicht messen, niedrige Ripple-Noise Werte erhöhen jedoch die Lebensdauer der Komponenten im PC.

Auf dem Aufkleber des Netzteils befinden sich die technischen Daten. Wie schon angesprochen, verfügt das Silverstone Strider über eine einzige 12 Volt-Schiene, welche 39 Ampere leisten soll. Von den 500 Watt Gesamtleistung fallen 468 Watt oder 93,6% auf die 12V-Rail ab, was einen guten Wert darstellt. Das Silverstone Strider ist somit laut Datenblatt für aktuelle PCs geeignet.

Äußeres, Lieferumfang und die Kabelausstattung

Schaut man einmal in die Verpackung, so kommt einem einiges an Lieferumfang entgegen: Neben dem üblichen Handbuch und dem Kaltgerätestecker, lieferte Silverstone parallel zu den normalen Gehäuseschrauben sogar Rändelschrauben mit. Auch die vielfach von uns geforderten Kabelbinder befinden sich im Lieferumfang. Zu guter Letzt hat der Hersteller dann auch noch drei Kletterschlüsse für Kabel dazugepackt. Hierbei sollte man allerdings vorsichtig sein, denn die Teile krümeln im Auslieferungszustand so stark, dass sie redaktionsintern den Spitznamen "Krümelmonster" bekamen.

Mit einer Länge von nur 14 Zentimetern bleibt unser heutiger Testkandidat erfreulich kompakt. Um die Kühlung kümmert sich ein 120 mm großer Lüfter, welcher von einem klassischen Lüftergitter bedeckt wird. Dieses steht zwar um ein paar Millimeter vom Gehäuse ab, sorgt aber für möglichst geringe Luftverwirbelungen. Interessant ist auch, dass das Netzteil über Öffnungen im Blech verfügt, die die Luft ins Gehäuseinnere entweichen lassen. Im Praxistest kam aus diesen Löchern durchaus viel Luft ausgeströmt.

Die Kabelstränge im Detail

Bezeichnung der Kabel Kabel-Länge in cm
ATX 24 Pin 51
CPU 4 + 4 Pin 60
PCI-E 6+2 Pin & 6+2 Pin 50 + 65
SATA + SATA + SATA + SATA 55 + 61 + 67 + 72
SATA + Molex + Molex + Molex + Floppy 55 + 70 + 85 + 100 + 110
SATA + SATA + SATA + SATA 56 + 72 + 88 + 102

Hinsichtlich der Kabellängen macht das Silverstone Strider eine gute Figur, insbesondere die Laufwerkskabel sind sehr lang. Einzig das ATX-Kabel könnte noch etwas Länge vertragen, hier könnte es in großen Gehäusen etwas knapp werden. Erfreulich sind auch die Anzahl der Anschlüsse, alleine 8 x SATA findet man eigentlich erst in wesentlich größeren Netzteilen vor. Alle Kabel besitzen einen Sleeve, dieser könnte jedoch etwas blickdichter sein.

Das Innere - die Technik im Detail

Ein Hinweis vorweg:
Nicht nachmachen! Ihr begebt euch in Lebensgefahr wenn ihr ein Netzteil aufschraubt, des Weiteren geht die Garantie verloren!

Die technische Plattform wird von FSP zugeliefert. Genau wie beim Marktführer be quiet! Straight Power E9 kommt auch hier die gruppenregulierte FSP Aurum Plattform zum Einsatz.

Die Eingangsfilterung besteht aus insgesamt vier Y- und zwei X-Kondensatoren, drei Spulen und einer Gleichrichterbrücke. Hinter der PFC-Spule befindet sich der Primärkondensator, hier wir ein hochwertiges japanisches Modell der Marke Matsushita verbaut. Matsushita ist hierzulande als Panasonic bekannt. Der Primärkondensator besitzt eine Kapazität von 270 Mikrofarad bei einer Spannungsfestigkeit von 450 Volt und einer Temperaturfestigkeit von 105°C.

Auch Sekundär setzt Silverstone auf Qualität und verbaut durchgehend japanische Kondensatoren der Marken Nippon-Chemicon, Panasonic und Rubycon. Insgesamt ist diese Auswahl als hervorragend zu bezeichnen. Auf der Zusatzplatine am Rand des Netzteils befindet sich der Protection-IC, hier kommt ein Weltrend WT7527 zum Einsatz, welcher die Schutzschaltungen UVP, OVP und OCP auf zwei 12V Rails bereit stellt.

Die Lötqualität ist insgesamt gesehen gut, einzig eine Stelle in der Mitte wurde zu heiß gelötet.

Noch ein Wort zum Lüfter: Silverstone setzt auf ein Modell von Yate Loon, dieses hört auf die Bezeichnung D12SM-12 und besitzt eine Nenndrehzahl von 1650 U/Min. Silverstone wirbt mit einem hochwertigen Lager und einer hohen zu erwartenden Lebensdauer des Lüfters. Yate Loon wird allerdings besonders in günstigen Netzteilen verbaut, mangels Langzeiterfahrungen erlauben wir uns hierüber jedoch kein Urteil.

Insgesamt sind wir von der Qualität der verbauten Kondensatoren sehr positiv überrascht, einzig der verbaute Lüfter könnte hochwertiger sein.

Die Testumgebung

Der Test wird in einem offenen Testsystem durchgeführt, Gehäuselüfter fallen daher weg. Die Außentemperatur lag in diesem Test bei sommerlichen 27° Celsius.

CPU: Intel Core i5-3470 @ 4,0 GHz
CPU-Kühler: Scythe Mugen 4 PCGH-Edition
Mainboard: Asrock Z77 Extreme4
Arbeitsspeicher: 2x 4GB G.Skill Sniper DDR3-1600 CL9-9-9-24
Grafikkarte: Zotac Geforce GTX 480 Amp!
SSD / Festplatte: Samsung 840 Evo 500GB
Netzteil: siehe Test
Bildschirm: BenQ G2220HD
Sonstige Hardware: Asus Xonar DGX

Die Geforce GTX 480 stellt die Single-GPU Grafikkarte mit der höchsten Leistungsaufnahme dar. Hierbei ließe sich theoretisch eine Aufnahme von weit über 600 Watt generieren, aber selbst der gute Kühler von Zotac ist mit der Leistung überfordert, das vorläufige Maximum des Gesamtsystems liegt daher erst einmal bei ca. 520 Watt. Die Leistungsaufnahme des Gesamtsystems haben wir mit Hilfe eines Profitec KD 302 gemessen. Hierbei haben wir folgende Lastszenarios generiert:

Test-Szenarien:
Szenario 1: Gesamtsystem im Idle
Szenario 2: CPU: Prime 95
Grafikkarte im Idle
Szenario 3: CPU im Idle
Grafikkarte: GPU-Voltage 950 mV, Chiptakt 500 MHz, Furmark
Szenario 4: CPU im Idle
Grafikkarte: GPU-Voltage 950 mV, Furmark
Szenario 5: CPU: Prime 95
Grafikkarte: GPU-Voltage 1013mV, Furmark

Die einzelnen Werte wurden entnommen, nachdem sich die Temperaturen der Komponenten einpendelten. Die Lautstärkemessungen wurden mit Hilfe eines Voltcraft SL-100 durchgeführt. Dabei wurde das Netzteil bestmöglich vom restlichen System getrennt. Das Schallpegel-Messgerät wurde in einem Abstand von 50 cm vom Lüfter positioniert. Die Messwerte zur Spannungsregulation wurden mit einem Voltcraft VC130-1 ausgelesen.

Die Effizienz

Nach der technischen Analyse schauen wir uns einmal die Praxiswerte an, wir beginnen bei der Effizienz des Netzteils:

Angesichts der hohen Raumtemperatur während des Tests sind die Effizienzwerte insbesondere bei geringer Last sehr gut. Bei hoher Last wendet sich jedoch das Blatt und das Silverstone Strider kann nicht mehr mit den restlichen 80 Plus Gold zertifizierten Netzteilen mithalten. Dies liegt insbesondere an unserer Geforce GTX 480, welche bei der hohen Raumtemperatur mit über 90°C kocht und so eine besonders hohe Leistungsaufnahme generiert.

Die Spannungsregulation

Wie sieht es eigentlich mit der Spannungsregulation aus? Eine zu niedrige oder zu hohe Spannung kann Komponenten beschädigen oder das System instabil werden lassen. Die Grenzen der Diagramme stellen die ATX-Norm dar. Werte, die außerhalb des Diagramms liegen, liegen somit auch gleichzeitig außerhalb der ATX-Norm.

Das wir mit dem gruppenregulierten Silverstone Strider keine Wunder bei der Spannungsregulation erwarten dürfen, war uns schon im Vorfeld klar. Leider patzt das Netzteil bei der 5 Volt-Rail, diese liegt im Szenario 5 mit 5,26 Volt außerhalb der ATX-Norm. Insgesamt sammelt das Netzteil hier nicht unbedingt Pluspunkte, die beworbene gute Spannungsregulation können wir leider nicht bestätigen..

Die Lautstärke

Ganz wichtig ist bei Netzteilen natürlich die Lautstärke. Bevor hier Fragen auftauchen wie ein PC denn ohne Netzteil betrieben werden kann: Wir haben hier das semipassive Seasonic 860W Platinum genommen und so weit wie möglich vom Schallpegel-Messgerät gelegt. Auch wenn der Lüfter in höheren Belastungen minimal aufdreht, sollte er vom restlichen System übertönt worden sein. Vorab eine kleine Definition zur besseren Einordnung:

Bis 32,9 db(A) Unhörbar leise bis sehr leise
Von 33,0 bis 34,9 db(A) Leise bis leicht hörbar
Von 35,0 bis 39,9 db(A) Hörbar bis deutlich hörbar, die Komponente sollte aus einem geschlossenen Gehäuse herauszuhören sein
Ab 40 db(A) Störend laut

Auch bei der Lautstärkemessung konnte das Silverstone Strider nicht unbedingt Pluspunkte sammeln. Das Netzteil ist schon bei geringer Belastung hörbar, wenn auch nicht störend. Der verbaute Lüfter gibt leichte Lagergeräusche von sich, was bei kugelgelagerten Lüftern jedoch öfters der Fall ist. Immerhin dreht der Lüfter unter Last nicht so stark auf wie beispielsweise beim Antec TP450C, trotzdem ist das Netzteil eher keine Alternative für Silent-PCs. Zur Verdeutlichung haben wir einmal ein Lautstärkevideo während des Szenarios 5 gemacht:

Video abspielenSilverstone Strider Essential Series 500W Gold Lautstärke

Hendrik Engelbertz meint …

Hendrik Engelbertz

Wie immer möchten wir zuerst die eingangs erwähnte Frage aufgreifen: "Kann das SilverStone Strider Essential Series 500W in unserem Test überzeugen?"

In unserem Test präsentierte sich ein grundsolides Netzteil, welches allerdings auch ein paar Schwächen besitzt. Positiv aufgefallen ist uns zuerst die reichhaltige Ausstattung, zudem übertreffen die vielen Laufwerksstecker an den langen Kabeln den Klassenstandard. Am Innenleben des Netzteils wird bei vielen Herstellern gerne gespart, nicht so bei Silverstone. Eine Armada an solch hochwertigen Kondensatoren haben wir bisher nur sehr selten gesehen.

Wo Licht ist, da ist bekanntlich auch Schatten. Die gruppenregulierte Plattform hinkt in Sachen Spannungsregulation leider den DC-DC basierten Netzteilen deutlich hinterher. In unserem Test erreichte die 5 Volt-Schiene gefährliche Regionen. Der Lüfter besitzt zwar ein hochwertiges Lager, dieses ist jedoch bereits bei geringer Last hörbar. Zum Schluss bleibt noch der Preis von 75,- Euro. Dieser ist unserer Meinung nach etwas zu hoch angesetzt, da es vergleichbare Netzteile schon für 10,- bis 15,- Euro weniger zu kaufen gibt. Das SilverStone Strider Essential Series 500W ist somit kein Preisbrecher, aber ein solides Netzteil.

  • Positiv
  • Reichhaltige Ausstattung
  • Kompaktes Gehäuse
  • Viele Laufwerksanschlüsse & lange Kabel
  • Hochwertige Kondensatoren verbaut
  • Neutral
  • Negativ
  • Gruppenregulierte Plattform...
  • ...dadurch schlechte Spannungsregulation
  • Lüfter könnte leiser sein
  • Preis ist etwas zu hoch

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