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Tech-Review.de

  • Samstag, 11. Juli 2020
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Seasonic Platinum Fanless 400W

Seasonic Platinum Fanless 400W: Passives 80 Plus Platinum

Einleitung

Der Hersteller Seasonic ist nicht nur für seine eigenen Netzteilserien bekannt, sondern stellt auch die Elektronik für viele Netzteile anderer Marken zur Verfügung. Zuletzt konnte uns das Antec TP-550C überzeugen, die Technik stammte ebenfalls von Sea Sonic. Heute möchten wir einmal herausfinden ob auch der Fertiger gute Netzteile bauen kann, oder ob sich eher der Griff zur Konkurrenz lohnt, welche zum Teil günstiger als das Ausgangsprodukt ist. Neben vielen OEM-Modellen führt der Hersteller auch einige Endkundennetzteile im Produktsortiment, welche über solide 80 Plus Bronze-Geräten, eine breite Masse an 80 Plus Gold zertifizierten Netzteilen, bis zur Platinum-Serie reicht. Letztere wird in den Leistungsstufen von 400 Watt bis 1200 Watt angeboten. Die drei kleinsten Modelle der Baureihe sind dabei komplett passiv gekühlt.

Das uns zur Verfügung gestellte Netzteil hört auf den Namen Seasonic Platinum Fanless 400W und verfügt über eine der oben angesprochenen, komplett passiven Kühlung. Dieses konnte realisiert werden, indem die Abwärme aufgrund der sehr hohen Effizienz eben sehr gering ausfällt, denn das Netzteil besitzt eine 80 Plus Platinum-Zertifizierung. Das Platinum Fanless verfügt über alle nötigen Kabel, um auch einen großen Gaming-PC mit einer Grafikkarte zu betreiben. Der komplette Kabelsatz ist zudem bei Bedarf abnehmbar. Diese Features sorgen allerdings auch für einen hohen Preis, denn das 400 Watt starke Netzteil wird aktuell für etwa 104 Euro angeboten.

Ob das Seasonic Platinum Fanless 400W seinen Preis wert ist, zeigt unser Test. Im Gegensatz zu früheren Reviews haben wir auf deutlich professionelleres Equipment zurückgegriffen und sind daher nach Hamburg gefahren, um an einer Chroma zu testen. Das Ergebnis findet ihr in den Praxistests.

Spezifikationen und Features

Unser heutiger Testkandidat wird in einem langen Produktkarton ausgeliefert, dieser besitzt für ein Netzteil mit vergleichsweise geringen Leistungsdaten eine erstaunliche Größe. Neben dem Hinweis auf die 80 Plus Platin Zertifizierung wird auch auf eine sehr stabile Spannungsregulation hingewiesen, diese werden wir im späteren Praxistest einmal überprüfen.

Mit einer Herstellergarantie von satten sieben Jahren besitzt Sea Sonic ein großes Vertrauen in seine Produkte, obwohl in einem passiven Netzteil deutlich höhere Temperaturen auftreten können als in einem aktiv gekühlten Netzteil. Alle weiteren technischen Daten hat Sea Sonic übersichtlich in einer Tabelle zusammengefasst:

Von den versprochenen 400 Watt können ganze 396 Watt auf der 12 Volt-Rail bereitgestellt werden, was einen sehr guten Wert darstellt. 33 Ampere auf der Single-Rail sollten angesichts der kompletten Ausstattung an Schutzschaltungen keinen Grund zur Beunruhigung geben. Etwas Unklarheit herrscht jedoch bei den Anschlüssen: Während auf der Produktverpackung nur ein PCI-E Stecker eingezeichnet ist und das Netzteil mit dieser Ausstattung auch auf Geizhals.de gelistet wird, spricht die Website von Sea Sonic von zwei Steckern. Tatsächlich befanden sich auch zwei Stecker im Lieferumfang des Netzteils, diese Anzahl wurde uns von Sea Sonic auch bestätigt.

Äußeres, Lieferumfang und Kabelausstattung

Ein Teil des hohen Kaufpreises relativiert sich beim Auspacken des Lieferumfangs, denn dieser fällt im Vergleich mit den meisten anderen Netzteilen geradezu gigantisch aus. Ganze drei Fotos haben wir an dieser Stelle der gesamten Ausstattung gewidmet, das dürfte ein neuer Rekord sein. Das Netzteil ist in einem edel anmutenden Beutel verpackt, welcher zudem hervorragend gegen Kratzer und Stöße schützt. Neben einer Bedienungsanleitung finden wir auch den ersten Hinweis bezüglich der richtigen Verwendung des Netzteils.

Eine falsche Handhabung (beispielsweise ein falscher Einbau), könnte zu Problemen führen. Neben Gehäuseschrauben finden wir gleich zwei Sorten Kabelbinder vor, zudem gibt es einen Sticker für die Gehäusefront. Die Kabel sind separat in einer Tasche verpackt, alle nicht benötigten Anschlüsse können so sicher verwahrt werden.

Neben dem Kaltgerätestecker finden wir einen kompletten Kabelsatz vor, denn das Seasonic Platinum Fanless verfügt über ein vollmodulares Kabelsystem. Als einzige Ausführung in rund kommt das dicke ATX-Kabel daher, alle anderen Kabel sind als Flachbandversionen ausgeführt. Eine Diskussion wollen wir an dieser Stelle nicht starten, aber unserer subjektiven Meinung nach fühlen sich Rundkabel hochwertiger an und würden daher besser zum Anspruch dieses Netzteils passen.

Befreit man das Netzteil nun aus dem Beutel, so fällt zuerst ein weiterer Warnhinweis auf. Dieser verdeutlicht noch einmal den richtigen Einbau, die wabenförmigen Luftauslässe müssen immer frei bleiben und nach oben zeigen. Das restliche Äußere ist relativ unspektakulär, einzig die großen offenen Flächen fallen auf. Die vollmodularen Anschlussmöglichkeiten fallen übersichtlich und klar gegliedert aus.

Die Kabelstränge im Detail:

Bezeichnung der Kabel Kabel-Länge in cm
ATX 20 Pin + 4 Pin 61
CPU 4 + 4 Pin 67
1 x PCI-E 6 + 2 Pin 61
1 x PCI-E 6 + 2 Pin 61
4 x SATA 40 + 53 + 65 + 77
2 x SATA  31 + 43
3 x Molex 41 + 53 + 65
2 x Molex 31 + 43
Molex - Floppy Adapter 13

Erfreulich sind die Kabellängen der ATX-, CPU- und PCIe-Stecker, welche über geradezu luxuriöse Maße verfügen. Die Laufwerkskabel können in dieser Disziplin nicht ganz mithalten und wären selbst bei einem 300 Watt-Netzteil als kurz zu bezeichnen. Dafür gibt es reichlich Anschlüsse, welche rein von der Menge auch gut zu einem 500 Watt-Netzteil passen könnten. Der Floppyanschluss wird als Adapter ausgeführt, was wir aufgrund der geringen Verbreitung dieses Typs auch begrüßen.

Die Technik im Detail

Ein Hinweis vorweg:
Nicht nachmachen! Ihr begebt euch in Lebensgefahr wenn ihr ein Netzteil aufschraubt, des Weiteren geht die Garantie verloren!

Die Elektronik wird direkt bei Sea Sonic gefertigt, die technische Basis unterscheidet sich nicht wesentlich von den Modellen mit Lüftern, welche mit bis zu 1200 Watt angeboten werden. Hier wird der Vorteil deutlich, auf eine Plattform zu setzen, welche auch in größeren Netzteilen zum Einsatz kommt. Die Abstände zwischen den einzelnen Bauteilen sind so recht groß, weswegen die passive Kühlung davon profitieren kann.

Ein Teil der Eingangsfilterung versteckte sich unter einer Abdeckung, welche auch als EMV-Abschirmung dient. Diese wehrte sich erbitterte gegen unsere Öffnungsversuche, weswegen uns ein Blick in das Innere ohne den Umstand dabei das Netzteil zu beschädigen leider verwehrt blieb. Auf der Platine entdecken wir zusätzlich noch zwei Spulen, einen MOV als passiver Überspannungsschutz, zwei X- und zwei Y-Kondensatoren. Als Primärkondensator wurde ein Modell von Hitachis (HU-Serie) verbaut, welches folgende Daten aufweist: 220 Mikrofarad Kapazität, 420 Volt, 105°C.

Die Platine mit den modularen Kabelanschlüssen bietet noch Platz für weitere Anschlüsse, zudem wurden einige Feststoffkondensatoren verbaut.

Um einen besseren Überblick auf die Sekundärseite zu bekommen, haben wir den Kühlkörper kurzerhand demontiert. Nun wird auch ein Temperaturfühler sichtbar, welcher OTP sicherstellt. In unserem Praxistest haben wir genau an dieser Stelle die höchsten Temperaturen gemessen, daher ist der Fühler unserer Meinung nach an genau der richtigen Stelle platziert worden. Auch sekundär setzt Sea Sonic bei den Kondensatoren auf Qualität, wir finden sowohl Modelle von Rubycon, als auch von Nippon Chemicon (KZH, KZE, KY) vor.

Bei der Analyse der Platine mit den modularen Anschlüssen sind uns zwei Shunts aufgefallen (rote Pfeile), zudem führen zwei gelbe Kabel zur Platine. Bei unserem Testkandidaten handelt es sich daher technisch gesehen um ein Dual-Rail und nicht wie von Sea Sonic angegeben um ein Single-Rail Netzteil. Wir können jedoch Entwarnung geben: Im Praxistest gab es in dieser Hinsicht nichts zu bemängeln, das Platinum Fanless verhält sich wie ein Single-Rail Netzteil. Die Schutzschaltungen werden von einem Weltrend WT7527V realisiert. In unserem Test schaltete das Netzteil bei Überlast zuverlässig ab:

  • 3,3 Volt-Schiene: Abschaltung bei 37 Ampere (Spannung 3,345 Volt)
  • 5 Volt-Schiene: Abschaltung bei 30 Ampere (Spannung: 5,0275 Volt)
  • 12 Volt-Schiene: Abschaltung bei 47 Ampere (Spannung: 12,29 Volt)

Bei der Lötqualität gibt es nichts zu bemängeln, diese ist typisch für Sea Sonic sehr gut. Einige Bauteile auf der Unterseite der Platine wurden mithilfe von Wärmeleitpads mit dem Netzteilgehäuse verbunden, zwecks einer besseren Wärmeabgabe. Im Praxistest sind damit keine Probleme aufgetreten, am Gehäuse verbrannten wir uns auch bei Überlasttests nicht die Finger.

Insgesamt gibt es bei der Elektronik nichts zu meckern, einzig das Dual-Rail Layout überraschte uns.

Die Testumgebung

Ein guter Netzteiltest setzt eine gewisse Ausrüstung voraus. Da es mit handelsüblichen PCs nicht möglich ist, bestimmte Lasten für das Netzteil zu produzieren, verwenden wir daher professionelle elektronische Lasten der Firma Chroma. Die Chroma belastet das Netzteil mit den von uns gewählten Einstellungen. Dabei können auch sehr leistungsfähige Netzteile voll ausgelastet werden. PFC-faktor, Spannungen und Effizienz lassen sich daher präzise bestimmen. Damit können wir eine sehr hohe Vergleichbarkeit der Netzteile sicherstellen. Zur Messung der Restwelligkeit verwenden wir ein Vierkanal-Oszilloskop von Tektronix (Tektronix TDS 3014C, 100 MHz, 1,25 GS/s).

Die Chroma

Die Chroma im Detail:

  • Chroma Digital Power Meter 66202
  • Chroma Measurement Test Fixture A662003
  • Chroma 6314A DC Electronic Load Mainframe mit 63102A und 63106 Lastmodul
  • 2x Chroma 6314 mit insgesamt acht 63103 Lastmodulen
  • Enermax-Anschlussplatine und Kondensatoren für normgerechte Messung
  • Kalibrierung am 26.10.2010, Rekalibrierung am 26.10.2011
  • Messung bei 230 Volt Eingangsspannung
Die Enermax-Anschlussplatine

Testablauf:

  • 10% Last
  • 20% Last
  • 50% Last
  • 100% Last
  • 120% Last
  • Crossloadtest

Wir möchten an dieser Stelle offen darauf hinweisen, dass wir als Gäste auf der Chroma der Firma Coolergiant Computers Handels GmbH in Hamburg testen. Für diese Unterstützung sind wir sehr dankbar, da eine solche Ausrüstung sehr teuer ist. Wir sind immer selbst vor Ort, bringen unsere Testmuster mit, führen unsere Messungen durch und lassen nicht "remote-testen". Zudem testen wir bei jedem Termin zahlreiche Netzteile - eine systematische Abweichung nach Oben oder Unten würde dann alle Netzteile betreffen. Sollten wir trotzdem auch nur den geringsten Zweifel an unserer Unabhängigkeit haben, werden wir auf weitere Tests an der Chroma verzichten.

Aufgrund der Lautstärke der elektronischen Lasten ist eine Lautstärkemessung an der Chroma wenig sinnvoll. Wir lasten die Netzteile daher auch mit gewöhnlichen Computern in festgelegten Szenarios aus. Die Lautstärkemessungen wurden mit Hilfe eines Voltcraft SL-100 durchgeführt. Dabei wurde das Netzteil bestmöglich vom restlichen System getrennt. Das Schallpegel-Messgerät wurde in einem Abstand von 50 cm vom Lüfter positioniert.

Der Test wird in einem offenen Testsystem durchgeführt, Gehäuselüfter fallen daher weg. Die Außentemperatur lag in diesem Test bei 21° Celsius.

CPU: Intel Core i5-3470 @ 4,0 GHz
CPU-Kühler: Scythe Mugen 4 PCGH-Edition
Mainboard: Asrock Z77 Extreme4
Arbeitsspeicher: 2x 4GB G.Skill Sniper DDR3-1600 CL9-9-9-24
Grafikkarte: Zotac Geforce GTX 480 Amp!
SSD / Festplatte: Samsung 840 Evo 500GB
Netzteil: siehe Test
Bildschirm: BenQ G2220HD
Sonstige Hardware: Asus Xonar DGX

Die Geforce GTX 480 stellt die Single-GPU Grafikkarte mit der höchsten Leistungsaufnahme dar. Hierbei ließe sich theoretisch eine Aufnahme von weit über 600 Watt generieren, aber selbst der gute Kühler von Zotac ist mit der Leistung überfordert, das vorläufige Maximum des Gesamtsystems liegt daher erst einmal bei ca. 520 Watt.

Für die Lautstärkemessungen haben wir folgende Lastszenarios generiert:

Test-Szenarien:
Szenario 1: Gesamtsystem im Idle
Szenario 2: CPU: Prime 95
Grafikkarte im Idle
Szenario 3: CPU im Idle
Grafikkarte: GPU-Voltage 950 mV, Chiptakt 500 MHz, Furmark
Szenario 4: CPU im Idle
Grafikkarte: GPU-Voltage 950 mV, Furmark
Szenario 5: CPU: Prime 95
Grafikkarte: GPU-Voltage 1013mV, Furmark

Die Effizienz

Den ersten Praxistest absolviert das Seasonic Platinum Fanless mit Bravour, schon bei geringer Belastung liegt die Effizienz auf einem sehr hohen Niveau. Kurioserweise erreichen wir den höchsten Effizienzwert im Crossloadtest. Zudem liegt die Effizienz auch bei Überlast noch auf einem unverändert hohen Niveau, das Netzteil besitzt daher noch ein paar Reserven. In unserem Test schaltete das Netzteil jeweils auf der 12 Volt-Rail bei 47 Ampere, 3,3 Volt bei 37 Ampere und 5 Volt bei 30 Ampere ab.

Die Leistungsfaktorkorrektur (PFC)

Die Leistungsfaktorkorrektur liegt auf einem sehr hohen Niveau, auch wenn die magischen 0,99 knapp verpasst werden.

Ripple-Noise

Auch bei der Restwelligkeit leistet sich das Netzteil keine Schwächen, einzig bei Überlast steigt die Restwelligkeit auf 3,3 Volt leicht an, ohne die zulässigen Grenzwerte zu überschreiten.

Die Lastkalkulation

Die Spannungsregulation

Wie sieht es eigentlich mit der Spannungsregulation aus? Eine zu niedrige oder zu hohe Spannung kann Komponenten beschädigen oder das System instabil werden lassen. Die Grenzen der Diagramme stellen die ATX-Norm dar. Werte, die außerhalb des Diagramms liegen, liegen somit auch gleichzeitig außerhalb der ATX-Norm.

Die Spannungswerte auf der 5 Volt-Schiene sind sensationell, einzig im Crossload gibt es eine minimale Abweichung. Ebenfalls bei 3,3 Volt und 12 Volt leistet sich das Netzteil keine Schwächen, auch wenn die Spannung auf 12 Volt etwas hoch liegt.

Die Lautstärke

Ganz wichtig ist bei Netzteilen natürlich die Lautstärke. Bevor hier Fragen auftauchen wie ein PC denn ohne Netzteil betrieben werden kann: Wir haben hier das semipassive Seasonic 860W Platinum genommen und so weit wie möglich vom Schallpegel-Messgerät gelegt. Auch wenn der Lüfter in höheren Belastungen minimal aufdreht, sollte er vom restlichen System übertönt worden sein. Vorab eine kleine Definition zur besseren Einordnung:

Bis 32,9 db(A) Unhörbar leise bis sehr leise
Von 33,0 bis 34,9 db(A) Leise bis leicht hörbar
Von 35,0 bis 39,9 db(A) Hörbar bis deutlich hörbar, die Komponente sollte aus einem geschlossenen Gehäuse herauszuhören sein
Ab 40 db(A) Störend laut

Rein von den Messwerten gibt es nichts zu bemängeln, schließlich fehlt ein Lüfter der für den Lärm zuständig ist. Ganz lautlos geht das Platinum Fanless allerdings auch nicht zu Werke. Je nach Konfiguration unseres Testsystems traten verschiedene Elektronikgeräusche (brummen, zirpen) auf, insbesondere bei stark übertakteten Grafikkarten kann es hier zu Nebengeräuschen kommen.

Für unsere Kamera waren diese Geräusche leider zu leise und gingen im allgemeinen Rauschen unter, daher haben wir diesmal auf ein Video verzichtet. Insgesamt kann uns das Platinum Fanless in dieser Disziplin überzeugen, Besitzer stark übertakteter Komponenten sollten sich jedoch auf Nebengeräusche einstellen, welche durchaus auch aus einem geschlossenen Gehäuse heraus hörbar sind.

Hendrik Engelbertz meint …

Hendrik Engelbertz

Einen Preis von 104 Euro für ein "nur" 400 Watt starkes Netzteil zu zahlen, dürfte im ersten Moment für viele abschreckend klingen. Entsprechend hoch waren auch unsere Erwartungen, denn bei diesem Preis sollte auch einiges geboten werden. Schon die Versprechungen des Herstellers klingen nicht schlecht: Neben einer 80 Plus Platinum-Zertifizierung wurde auch ein vollmodulares Kabelsystem und eine komplett passive Kühlung versprochen. Grade letztere dürfte für einen höheren Preis sorgen, schließlich müssen alle Komponenten an die zwangsläufig höheren Temperaturen und Belastungen angepasst werden.

Zu Beginn des Tests erwartete uns eine üppig dimensionierte Produktverpackung, auf der nochmal alle relevanten Daten verzeichnet waren. Schon der Lieferumfang übertraf unsere Erwartungen, wir mussten diesen auf gleich drei Fotos verteilen, um alles ablichten zu können. Neben reichlich Kabel und Zubehör blieben hier keine Wünsche offen. Der erste Außencheck des Netzteils sorgte für keine bösen Überraschungen, der Testkandidat besitzt ein unspektakuläres Design, die modularen Kabelanschlüsse präsentieren sich gut sortiert. Bei den Kabeln fielen uns die unterschiedlichen Längen auf. Einerseits sind die Kabel für ATX, CPU und PCI-E sehr lang, andererseits sind die Laufwerkskabel eindeutig zu kurz geraten. Nichts zu meckern gibt es bei der Masse an Anschlüssen, welche auch einem 500 Watt-Netzteil gut stehen würde. Bei der Technikanalyse gab es eine kleine Überraschung, unser Testkandidat verfügt über zwei 12 Volt-Rails, versprochen war eine Single-Rail. Dies sorgte in der Praxis jedoch nicht für Probleme, Kunden können sich hierdurch über eine bessere Absicherung der Schutzschaltungen freuen.

Die Sternstunde des Netzteils wurde jedoch im Praxistest eingeläutet. Egal welchen Test wir dem Netzteil unterzogen, es absolvierte ihn mit Bravour. Sowohl Effizienz, als auch die Spannungsregulation und die Restwelligkeit lassen keinerlei Kritik zu. Einzig bei der Lautstärke sollten sich Besitzer stark übertakteter Systeme auf eventuelle Elektronikgeräusche einstellen.

Insgesamt hat uns das Seasonic Platinum Fanless 400W sehr gut gefallen, Kritikpunkte haben wir nur nach einer akribischen Suche gefunden. Obwohl der Preis von 104 Euro auf dem ersten Blick happig erscheint, ist das Netzteil doch jeden Euro wert. Unsere Awards hat sich das Platinum Fanless daher redlich verdient.

  • Positiv
  • Großzügiger Lieferumfang
  • Vollmodulares Kabelsystem
  • Teilweise sehr lange Kabel
  • Hochwertige Elektronik
  • Sehr hohe Effizienz
  • Restwelligkeit sehr gering
  • Spannungsregulation
  • Grundsätzlich lautloser Betrieb...
  • Neutral
  • Negativ
  • ...jedoch in Verbindung mit manchen Komponenten Elektronikgeräusche vorhanden
  • Zum Teil sehr kurze Laufwerkskabel

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