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Tech-Review.de

  • Samstag, 08. August 2020
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Antec TruePower Classic TP-550C

Antec TruePower Classic TP-550C: 550 W mit 80 Plus Gold-Zertifizierung

Einleitung

Manchmal läuft beim Anfordern eines Testmusters nicht alles nach Plan. Eigentlich hatten wir nur das bereits getestete Antec High Current Gamer HCG-520 angefragt, im Paket versteckte sich jedoch auch unser heutiger Testkandidat. Dieser hört auf den Namen Antec True Power Classic TP-550C und ist mit einer 80 Plus Gold-Zertifizierung über dem High Current Gamer angesiedelt. Aufmerksame Leser unserer Seite werden jedoch schon das vor einem knappen halben Jahr getestete Antec TP-450C kennen, weswegen wir gespannt sind ob der große Bruder seinen Aufpreis wert ist. Das TP-450C hatte uns sehr gut gefallen, einzig die Lautstärke unter Last war eine Zumutung.

Interessant ist, dass das TP-550C sogar weniger als das kleinere TP-450C kostet. Aktuell wird letzteres für etwa 70 Euro angeboten, das TP-550C kostet nur 69 Euro. Ob unser heutiger Testkandidat noch weitere Überraschungen bietet, klären wir nun im Test.

Lieferumfang und technische Daten

Die kompakte Produktverpackung kennen wir bereits von anderen Netzteilen der Marke Antec, innen geht es wie immer eng zu. Praktisch sind die übersichtlich abgebildeten technischen Daten und Features auf der Rückseite, von denen wir die Wichtigsten einmal benennen möchten:

  • 80 Plus Gold zertifiziert (bis zu 92% Effizienz)
  • 120 mm flüsterleiser Doppelkugellager Lüfter
  • Schutzschaltungen: OCP, OVP, UVP, SCP, OPP, OTP
  • Japanische Hochleistungskondensatoren
  • 5 Jahre Garantie

Rein von den Schutzschaltungen gibt es nichts zu meckern, diese fallen umfangreich aus. Die japanischen Kondensatoren und der Kugellager-Lüfter lassen auf ein hochwertiges Inneres hoffen. Das Antec TP-450C konnte in unserem früheren Test in dieser Hinsicht durchaus überzeugen.

Der Vergleich mit dem kleinen Bruder zeigt, dass die beiden 12V-Rails nun mit jeweils 30 Ampere spezifiziert sind. Inkompatibilitäten sollten daher aufgrund der großzügig dimensionierten Rails nicht mehr auftreten. Insgesamt 98,1% der 550 Watt Gesamtleistung werden durch die 12V-Rails bereit gestellt, damit ist das Antec TP-550C problemlos für aktuelle PCs nutzbar.

Äußeres, Lieferumfang und Kabelausstattung

Hinsichtlich des Lieferumfangs hat sich im Vergleich zum kleineren Bruder TP-450C nichts getan, weiterhin gibt es eine kurze Bedienungsanleitung, einen Kaltgerätestecker und Gehäuseschrauben. Über ein paar Kabelbinder hätten wir uns auch noch gefreut, diese befinden sich jedoch nicht im Lieferumfang.

Auch das TP-550C kann durch seine geringen Abmessungen punkten, mit einer Länge von 14 Zentimetern sollte es in jedes ATX-Gehäuse passen. Zum Vergleich haben wir einmal das ebenso kompakte Antec EA-550 Platinum und das bereits bei uns getestete Antec HCG-520 hinzugezogen. Auf ein modulares Kabelmanagement müssen Kunden jedoch verzichten, immerhin sind alle Kabel mit einem blickdichten Kabelsleeve versehen. Der 120 mm große Lüfter wird von einem klassischen Lüftergitter bedeckt, was unnötige Luftverwirbelungen vermeiden sollte.

Die Kabelstränge im Detail:

Bezeichnung der Kabel Kabel-Länge in cm
ATX 20 Pin + 4 Pin 50
CPU 4 + 4 Pin 68
PCI-E 6 + 2 Pin + PCI-E 6 + 2 Pin 59 + 73
SATA + SATA + SATA + Molex 49 + 64 + 79 + 94
SATA + SATA + SATA + Molex 46 + 62 + 77 + 92
Molex + Molex + Molex + Floppy 48 + 62 + 75 + 90

Gegenüber dem Antec TP-450C verfügt das TP-550C über ein weiteres Kabel mit Peripherie-Anschlüssen, insgesamt kommen so noch zwei SATA und zwei Molex-Anschlüsse hinzu. Die Anzahl an Anschlüssen ist somit nun als sehr umfangreich einzustufen. Leider sind die allgemeinen Kabellängen gegenüber dem TP-450C etwas geschrumpft, es handelt sich jedoch nur um wenige Zentimeter. Schön ist jedoch, dass das CPU-Kabel weiterhin sehr lang gehalten ist, was die Montage in größeren Gehäusen sehr erleichtern sollte.

Die Technik im Detail

Ein Hinweis vorweg:
Nicht nachmachen! Ihr begebt euch in Lebensgefahr wenn ihr ein Netzteil aufschraubt, des Weiteren geht die Garantie verloren!

Wie schon der kleine Buder TP-450C wird auch das TP-550C von Sea Sonic gefertigt. Die Plattform ist identisch, einige Bauteile wurden jedoch anders dimensioniert.

Die Eingangsfilterung beginnt auf einer kleinen Zusatzplatine, die zusätzlich mit einer Kupferfolie abgeschirmt wurde. Insgesamt ein X- und vier Y-Kondensatoren, sowie eine Spule befinden sich auf der Platine. Auf dem großen PCB geht es dann mit insgesamt zwei Spulen, einem X- und zwei Y-Kondensatoren, einer Schmelzsicherung und einem MOV als passiven Überspannungsschutz weiter.

Die Gleichrichterbrücke besitzt einen eigenen Kühlkörper, weiter geht es dann mit der PFC-Spule. Der dazugehörige Controller sitzt auf einer Zusatzplatine neben dem Primärkondensator. Letzterer wird von Nippon Chemicon zugeliefert (KMR-Serie) und besitzt folgende Daten: 330 Mikrofarad Kapazität, 420 Volt, 105°C. Gegenüber dem TP-450C kommt hier also ein größeres Modell mit mehr Kapazität zum Einsatz. Sekundär finden wir eine Mischung aus Rubycon (XYG) und Nippon Chemicon (KZH, KZE) vor, zudem gibt es viele Feststoffkondensatoren. Für die Schutzschaltungen wurde ein SITI PS223 verbaut, welcher die versprochenen Schutzschaltungen unterstützt.

Bei dem Lüfter handelt es sich um dasselbe Modell wie im Antec TP-450C, auch hier kommt ein langlebiges Kugellager-Modell von Jamicon zum Einsatz.

Die Lötqualität bietet keinen Anlass zur Kritik, die beiden 12V-Rails sind vorhanden. 12V2 kümmert sich ausschließlich um die Versorgung der Grafikkarten-Anschlüsse, 12V1 um die restlichen Anschlüsse. Insgesamt sind wir wie bereits beim Antec TP-450C sehr zufrieden mit der verbauten Elektronik. Bis auf ein paar größer dimensionierte Bauteile sind beide Netzteile weitestgehend identisch aufgebaut.

Die Testumgebung

Der Test wird in einem offenen Testsystem durchgeführt, Gehäuselüfter fallen daher weg. Die Außentemperatur lag in diesem Test bei 23° Celsius.

CPU: Intel Core i5-3470 @ 4,0 GHz
CPU-Kühler: Scythe Mugen 4 PCGH-Edition
Mainboard: Asrock Z77 Extreme4
Arbeitsspeicher: 2x 4GB G.Skill Sniper DDR3-1600 CL9-9-9-24
Grafikkarte: Zotac Geforce GTX 480 Amp!
SSD / Festplatte: Samsung 840 Evo 500GB
Netzteil: siehe Test
Bildschirm: BenQ G2220HD
Sonstige Hardware: Asus Xonar DGX

Die Geforce GTX 480 stellt die Single-GPU Grafikkarte mit der höchsten Leistungsaufnahme dar. Hierbei ließe sich theoretisch eine Aufnahme von weit über 600 Watt generieren, aber selbst der gute Kühler von Zotac ist mit der Leistung überfordert, das vorläufige Maximum des Gesamtsystems liegt daher erst einmal bei ca. 520 Watt. Die Leistungsaufnahme des Gesamtsystems haben wir mit Hilfe eines Profitec KD 302 gemessen. Hierbei haben wir folgende Lastszenarios generiert:

Test-Szenarien:
Szenario 1: Gesamtsystem im Idle
Szenario 2: CPU: Prime 95
Grafikkarte im Idle
Szenario 3: CPU im Idle
Grafikkarte: GPU-Voltage 950 mV, Chiptakt 500 MHz, Furmark
Szenario 4: CPU im Idle
Grafikkarte: GPU-Voltage 950 mV, Furmark
Szenario 5: CPU: Prime 95
Grafikkarte: GPU-Voltage 1013mV, Furmark

Die einzelnen Werte wurden entnommen, nachdem sich die Temperaturen der Komponenten einpendelten. Die Lautstärkemessungen wurden mit Hilfe eines Voltcraft SL-100 durchgeführt. Dabei wurde das Netzteil bestmöglich vom restlichen System getrennt. Das Schallpegel-Messgerät wurde in einem Abstand von 50 cm vom Lüfter positioniert. Die Messwerte zur Spannungsregulation wurden mit einem Voltcraft VC130-1 ausgelesen.

Die Effizienz

Kommen wir nun zu den Praxistests. Kann das Antec TP-550C mit seinem kleinen Bruder mithalten?

Die Werte des TP-550C sind durchgehend etwas schlechter als beim TP-450C, dies könnte jedoch auch an der in diesem Test höheren Raumtemperatur liegen. Da wir jedoch nicht an einer Chroma gemessen haben, werden wir die Testergebnisse dem Netzteil nicht zu Last legen.

Die Spannungsregulation

Wie sieht es eigentlich mit der Spannungsregulation aus? Eine zu niedrige oder zu hohe Spannung kann Komponenten beschädigen oder das System instabil werden lassen. Die Grenzen der Diagramme stellen die ATX-Norm dar. Werte, die außerhalb des Diagramms liegen, liegen somit auch gleichzeitig außerhalb der ATX-Norm.

Schon das TP-450C konnte bei der Spannungsregulation überzeugen, das TP-550C steht dem in nichts nach. Die erreichten Messwerte sind absolut hervorragend.

Die Lautstärke

Ganz wichtig ist bei Netzteilen natürlich die Lautstärke. Bevor hier Fragen auftauchen wie ein PC denn ohne Netzteil betrieben werden kann: Wir haben hier das semipassive Seasonic 860W Platinum genommen und so weit wie möglich vom Schallpegel-Messgerät gelegt. Auch wenn der Lüfter in höheren Belastungen minimal aufdreht, sollte er vom restlichen System übertönt worden sein. Vorab eine kleine Definition zur besseren Einordnung:

Bis 32,9 db(A) Unhörbar leise bis sehr leise
Von 33,0 bis 34,9 db(A) Leise bis leicht hörbar
Von 35,0 bis 39,9 db(A) Hörbar bis deutlich hörbar, die Komponente sollte aus einem geschlossenen Gehäuse herauszuhören sein
Ab 40 db(A) Störend laut

Vergleich man einmal die Lautstärke des TP-550C mit dem vor einem halben Jahr getesteten TP-450C, so sind wir doch ziemlich über dieses Ergebnis überrascht. Das TP-550C ist unter Last wesentlich leiser, wenn auch nicht "Silent". Insgesamt bietet das TP-550C aber ein gutes Lautstärkeniveau, welches wir einmal in Szenario 5 mit unserer Kamera festgehalten haben:

Video abspielenAntec True Power Classic TP-550C Lautstärke

Hendrik Engelbertz meint …

Hendrik Engelbertz

Auch als Hardware-Redakteur stellt man im Vorfeld eines Tests gewisse Erwartungen an die Produkte. Spannende Ergebnisse erwarteten wir eigentlich nicht, denn wir kannten ja schon das Antec TP-450C das uns überzeugen konnte. Umso überraschter waren wir dann über die Testergebnisse, im Vergleich mit dem kleineren Modell hat Antec nicht nur den Produktaufkleber ausgetauscht, sondern einige Detailverbesserungen durchgeführt.

Weitestgehend identisch zum kleineren Bruder fiel der Außencheck des TP-550C aus. Das kompakte Gehäuse ist zwar kein Hingucker, dafür können die teils sehr langen Kabel überzeugen. Auch die Analyse der verbauten Elektronik verlief ohne negative Überraschungen, wir erblickten durchgehend hochwertige Komponenten, auch bei den verbauten Schutzschaltungen blieben keine Wünsche offen. Dieser Absatz könnte so jedoch auch im Fazit des TP-450C stehen, denn beide Netzteile nehmen sich in diesen Punkten nichts. Unterschiede gab es im Praxistest: Entweder hat Antec auf unsere Kritik reagiert, oder das TP-550C besitzt eine weniger aggressive Lüfterkurve als der kleine Bruder. Über eine hervorragende Spannungsregulation verfügen beide Netzteile.

Insgesamt hat uns das Antec TP-550C sehr gut gefallen, Kritikpunkte finden sich abgesehen vom Lüfter überhaupt nicht. Gegenüber dem TP-450C ist es unter Last etwas leiser, zudem gibt es noch ein paar Peripherieanschlüsse. Dass es auch noch einen Euro weniger kostet als der kleinere Bruder, macht den Deal perfekt. Für zwei Awards der Marke "Sehr gut" reicht es jedoch trotzdem nicht, einerseits kostet das noch etwas bessere be quiet! Straight Power E10 500W kaum mehr, andererseits werden andere Netzteile mit 80 Plus Gold Einstufung auch für deutlich weniger Geld gehandelt. Wer das nicht vorhandene Kabelmanagement und den etwas zu lauten Lüfter unter Last verschmerzen kann, erhält jedoch ein ausgewogenes Netzteil zu einem fairen Preis.

  • Positiv
  • Kompakte Abmessungen
  • Viele Schutzschaltungen
  • Hochwertige interne Komponenten verbaut
  • Zum Teil sehr lange Kabel
  • Spannungsregulation
  • 5 Jahre Garantie
  • Unter Last leiser als das TP-450C...
  • Neutral
  • Negativ
  • ...jedoch immer noch etwas zu laut
  • Kein modulares Kabelmanagement

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