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Tech-Review.de

  • Dienstag, 29. September 2020
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NZXT Sentry LXE

NZXT Sentry LXE: Externe Lüftersteuerung im Test

Einleitung

Lüftersteuerungen sind in der Computerwelt nicht mehr wegzudenken. Bereits heute gibt es sie inzwischen schon fest installiert beim Gehäusekauf. Denn wer Wert auf laufruhige Systeme legt, der kommt an einer Drehzahlsteuerung der Lüfter nicht mehr vorbei. Der Markt bietet dafür eine große Anzahl unterschiedlicher Modelle. So sind bestimmt 90% der Steuerung im 5,25"-Format zu finden und werden in einen freien Schacht des Gehäuses eingebaut. Was ist aber, wenn der Tower in eine schwer einsehbaren Ecke steht oder die Front gar dem Anwender abgewendet ist? Hier verlieren die Frontpanel-Steuerungen ihren Sinn. Erstens ist die Anzeige dann nicht mehr einsehbar und zum Zweiten ist die Bedienung dessen nicht mehr gewährleistet. Abhilfe schafft hier also nur eine externe und flexibel positionierbare Lösung oder aber der Griff zur komplett internen Lösung wie z.B. mit einem T-Balancer, welcher über feste Potis geregelt wird.

Es ist schon einige Zeit ins Land gegangen seit wir die letzte Lüftersteuerung von NZXT unter die Lupe genommen haben und daher sind wir umso gespannter auf das aktuelle Produkt. Die Firma versucht mit der Sentry LXE dem Kunden genau die externe Steuerungs-Lösung zu bieten, die wir uns oben wünschten. Die neue Steuerung ist damit auf dem deutschen Markt die bisher einzige Lüftersteuerung mit Display, TouchScreen und vielen interessanten Features wie der automatischen Drehzahlregelung, einer Alarmfunktion und vieles mehr. Auf den nächsten Seiten werden wir das neue Produkt genauer betrachten, überprüfen die praxisorientierte Konstruktion und schauen ob die angepriesenen Gadgets auch das halten, was auf der Verpackung versprochen wird.

Der Lieferumfang

Der Lieferumfang ist sehr übersichtlich, aber umfangreich. Mit im Package ist zum einen eine mehrsprachige Bedienungsanleitung mit leicht verständlichen Installationszeichnungen und natürlich das Display (die Lüftersteuerung) an sich. Eine Tüte weiter finden wir die PCI-Karte mit den 5 Temperatursensorkabeln sowie das Kabel für die Spannungsversorgung. Zum Schluss gibt es dann noch das 2 m lange Verbindungskabel für die Datenübertragung zwischen Steuerung und der PCI-Karte. Was natürlich auch nicht fehlen darf, ist eine Tüte mit obligatorischen Zubehör. Hier haben wir die Batterie, welche im stromlosen Zustand des PCs für die Speicherung der Konfiguration sorgt, zwei Schrauben, die Sensorklebestreifen sowie zwei Ersatz-Temperatursensoren. Also alles, was gebraucht wird!

Der Lieferumfang

Die Optik

Optisch ist die neue Lüftersteuerung jedenfalls ein echter Hingucker auf jedem PC-Tisch. Ersteinmal ist es extrem selten, so eine Steuerung überhaupt anzutreffen und zum Zweiten ist die LXE hervorragend designed. Mit dem gebürsteten, 5 mm dicken Aluminium und dem schräg in den Rahmen eingelassenen riesigen Display erweist sich die Sentry als echtes Highlight. Die Farben des Displays sind kraftvoll und in jeder Lage sehr gut zu lesen. Durch das dicke Aluminium hat die Steuerung an sich schon ein stattliches Gewicht bekommen, sie wird aber dennoch durch zwei Gummistreifen am Boden gegen nerviges Verrutschen geschützt. Schließlich ist nichts störender als ein Touch-Screen, welcher mit zwei Händen bedient werden muss - eine Hand zum Tippen und die andere Hand zum Festhalten.

Das Gehäuse ist aus fünf Millimeter dicken, gebürsteten Aluminium

Die technischen Daten

Ein paar Featureangaben:

  • Zum Patent angemeldetes, externes Desktop-Temperaturmessgerät via PCI-Kartenschnittstelle
  • Sensorschnittstelle und intuitives RPM-Kontrollsystem
  • Betrieb im automatischen und manuellen Modus
  • 10 Watt pro Kanal mit C/F-Anzeige
  • Alarmsystem
  • Anzeige von Datum / Zeit / Wochentag
  • Gehäuse aus gebürstetem Aluminium
  • Ein-/Ausschalter des Bildschirms
Das große Touchscreen LCD

Die technische Daten der NZXT Sentry LXE sind wie folgt:

  • Maße (Steuereinheit): 165 x 110 x 65 mm (BxHxT)
  • Maße (Steckkarte): 90 x 90 mm (BxH)
  • Gewicht (Steuereinheit): 491 g
  • Bauart: extern
  • Material: Aluminium (gebürstet)
  • Lüfter-Anschlüsse: 5x 3-Pin (Belastbarkeit: je 10 W)
  • Temperatursensoren: 5x
  • Messbereich: 0 - 99 °C
  • Messfrequenz: alle 2 Sekunden
  • Steuerung manuell oder automatisch
  • Regelbereich: 3,7 - 12 V
  • Minimaldrehzahl (automatische Steuerung): 50 %
  • Minimaldrehzahl (manuelle Steuerung): 40 %
  • Alarmtemperatur: 30 - 90 °C
  • TouchScreen Display
  • Display-Größe: 117 x 68 mm
  • de-aktivierbarer Bildschirm
  • 5x Temperatur
  • 5x Drehzahl (absolut)
  • 5x Drehzahl (relativ, zur jeweiligen Max.Drehzahl)
  • Alarmaktivierung
  • Datum, Wochentag, Zeit
  • Verbindung LXE - PCI-Blende: 8-Pin Kabel ca. 2 m lang
  • Stromversorgung: 4-Pol Molex

Testsystem / Konfiguration

Um eine saubere Prüfung des Gerätes zu ermöglichen, haben wir die Lüftersteuerung bei unserem offenen Systemaufbau verbaut. Damit ist gewährleistet, dass kein künstlich erzeugter und schwer reproduzierbarer Airflow die Testwerte im späteren Verlauf verfälscht.

Zum Einsatz kam folgende Testkonfiguration:
OS: Windows 7 - 64 Bit
CPU: AMD Phenom II X4 965 @ 3,4 GHz
Mainboard: MSI DKA790GX
RAM: 4 GB @ 1066 MHz
Samsung HD160JJ

Zum Auslesen der Temperaturen wurde das Tool AIDA64, Nachfolger der Everest Home Edition, verwendet. Auch die BIOS-eigenen Sensordaten wurden zur Kontrolle eingesehen.

Die Installation

Da es sich um eine externe Steuerung handelt, ist ein Einbau dessen in Frontschächten, wie beim Vorgänger der Sentry LX, nicht mehr notwendig. Lediglich die PCI-Karte muss in einen freien Erweiterungsslot geschraubt werden. Dies dient aber nur der Fixierung der Karte, hat also kein Steckkartencharakter wie z.B. eine Sound- oder Netzwerkkarte. Ein Kontakt mit dem Mainboard kommt nicht zustande.

Die PCI-Karte

Anschließen werden die Temperatursensoren an die auszulesenden Flächen wie CPU, Festplatte o.ä. aufgeklebt. Als Hinweis sei hier nochmal erwähnt, dass eine Montage zwischen dem Heatspreader der CPU und dessen Kühler direkt nicht möglich ist. Die Sensoren sind zwar flexibel und äußerst flach, jedoch vertragen sie keinen mechanischen Druck. Dieser würde beim Befestigen des Kühlers jedoch durch den Anpressdruck entstehen und den Temperatursensor beschädigen. Zudem läge der Kühlkörper nicht mehr gleichmäßig, also plan, auf dem Heatspreader auf, was die Wärmeabfuhr stören würde.

Die Temperatursensoren

Nun muss nur noch die Karte über einen 4-Pin-Molex mit einem freien Netzstecker verbunden, sowie die Karte mit dem Verbindungskabel an die Steuerung angeschlossen werden.

Der Praxistest

Nachdem alles verkabelt ist, die Sensoren ihren Platz gefunden haben, kann der PC wieder gestartet werden. Die LXE startet zeitgleich und begrüßt mit einem sehr gut strukturiertem und deutlich lesbaren Display sowie einem kleinen Piepston. Direkt ins Auge fallen die 5 großen Drehzahlbalken, welche grafisch die aktuelle Drehzahl des jeweiligen Kanals anzeigen. Mit weissen Blöcken bestückt sind aber nur die Balken, an dessen Port auch ein Lüfter angeschlossen ist. So erhält man bei der Verwendung von z.B. nur einem Lüfter den Überblick auf dem Display. Links daneben sind die dazugehörigen Temperaturen zu finden. Mit einem Blick nach rechts finden wir dann die gerundeten Drehzahlangaben in RPM.

Im unteren Bereich finden sich dann der Ausschalter, die Auswahl zwischen dem manuellen- und automatischen Modus, einer praktischen Anzeige der Uhrzeit sowie des Datums mit Wochentag. Darüber hinaus gibt es auch noch eine praktische Alarmfunktion, welche sich bequem ein- bzw. ausschalten lässt. Interessant ist beim Systemstart zudem, dass auch bei geringerer eingestellter Drehzahl die LXE mit der vollen Spannung, also 12 Volt, startet und nach einer kleinen Verzögerung von knapp 20 Sekunden auf den entsprechenden RPM-Wert durch die Herabsetzung der Voltage herunterregelt. Dies ist deswegen positiv, da sich hierdurch auch Lüfter unterhalb ihrer Anlaufspannung betreiben lassen.

Die Anzeige des Displays

Bedienen lässt sich die LXE mit nur einem Finger. Mit einem Klick auf eine der roten Zahlen von 1-5 lässt sich der jeweilige Kanal auswählen. Hier kann der Alarmwert eingestellt werden. Den Wert verändert man dann mit den + / - Tasten unten links. Die Lüftersteuerung regelt die Drehzahl dann vollautomatisch, jedoch nicht nach Temperaturwert, sondern halbiert die maximale Drehzahl einfach. Von einer intelligenten Steuerung kann hier also nicht die Rede sein. Erreicht der Sensor die eingestellte Warn-Temperatur so dreht der Lüfter mit der vollen Drehzahl und ein Warnsignal ertönt. Bei der Sentry LXE können Temperatur-Angaben von 30°C - 90°C eingestellt werden.

Soll die Drehzahl nicht manuell geregelt werden, so ist es vor dem eigentlichen Einstellen notwendig im unteren Bereich zunächst auf "Manuell" zu tippen, hierbei wird der automatische Modus beendet und auf "Manuell" gewechselt. Danach erst zweimal auf die rote Zahl klicken und die Drehzahlangabe beginnt zu blinken. Auch hier kann mit Plus oder Minus die gewünschte Drehzahl eingestellt und mit erneutem Klick auf die Kanalzahl bestätigt werden. Wer nun aber einen plötzlichen RPM-Abfall erwartet wird enttäuscht, denn es vergehen schon mal locker 30-60 Sekunden bis zur Übernahme von der höchsten zur niedrigsten Drehzahl. Warum dies so gemacht wurde bleibt leider ein NZXT-Geheimnis, denn Sinn macht es nicht wirklich.

Die Lüftersteuerung regelt die Drehzahl laut Herstellerangabe durch die Spannung, welche zwischen 3,7 V und 12 V je nach maximaler Drehzahl des Lüfters mehr oder weniger Einstellpunkte bietet - mindestens jedoch 5 Optionen. Bei einem Lüfter mit 1000 RPM sind die Regelmöglichkeiten im 100er-Bereich bis zu einem Wert von 500 RPM, darunter geht es direkt auf Null, wobei der Lüfter dann abgeschaltet wird. Den angegeben Regelbereich von 3,7 V erreichten wir im Test jedoch nie, sondern haben diesen nur über- bzw. unterschritten, wie die nachfolgende Tabelle mit unseren Referenzlüftern zeigt:

  • Ref-Lüfter 1 - max. RPM= 1000 Typ= ST1402590 S3 | Regelbereich Min: 5,15V Max: 12,08 V
  • Ref-Lüfter 2 - max. RPM= 900 Typ= CM 1402510CB-3BNF1 | Regelbereich Min: 5,60 V Max: 12,13 V
  • Ref-Lüfter 3 - max. RPM= 2000 Typ= Nanoxia FX12-2000 | Regelbereich Min: 3,61 V Max: 11,75 V

Besonderheit: der Nanoxia FX12-2000 lässt sich über die LXE nur bis 1900 RPM regeln.

Der Testaufbau

Jeder Kanal soll mit 10 Watt belastbar sein. Um dies zu testen haben wir zur Auslastung der Steuerung je Kanal diverse Lüfter angeschlossen (teilweise im Y-Verband). Wir haben im Test diesen Wert sogar überschritten und knapp 11 Watt mit Lüfterkombinationen angehangen, die Steuerung funktioniert noch und das auch nach vielen Stunden Überlast. Damit hat sie diesen Test auch bestanden. Auch in Sachen PWM ist lässt sich die LXE mit einem kleinen Haken nicht lumpen. So besitzt diese eine geglättete PWM-Steuerung, jedoch nur einfache 3-Pin Anschlüsse. Nicht ganz sinnig finden wir. Als wirklich negativ lässt sich dies aber nicht bewerten, denn im Handel gibt es auch gute PWM-Lüfter, die über einen 3-Pin-Molex angeschlossen und dann mit der Lüftersteuerung betrieben werden können. Also bekanntlich "im Zweifel für den Angeklagten!".

Zu guter Letzt geht es an die Temperatursensoren und dessen Genauigkeit. Zum einen haben wir die internen Sensoren des PC-Systems mit Software auslesen sowie anzeigen lassen, und diese dann mit den Temperatursensoren verglichen. Im zweiten Schritt haben wir uns zwei Oberflächen ausgesucht, die eine konstante Temperatur haben. Eine mit 45°C, die andere mit 70°C. Zum Abgleich kam ein Infrarot-Laserthermometer zum Einsatz. Bei allen Tests konnten die Sensoren nur eine leicht abweichende Tendenz von nicht mal +-5% aufweisen. Also ein sehr guter Wert.

Die weiteren Einstellungen wie Datum oder Uhrzeit sind ebenso logisch aufgebaut und durch einfaches anklicken und Einstellen mit + / - zu bewerkstelligen. Wer die Steuerung abschalten möchte muss unten links das Abschaltfeld nur einige Sekunden gedrückt halten. Um die LXE wieder zu aktivieren genügt ein Druck an einer beliebigen Stelle des Displays.

Mario Kramer meint …

Mario Kramer

Die neue Lüftersteuerung von NZXT weiß deutlich zu überzeugen. Nicht nur in Anbetracht der Top-Verarbeitung und der externen Bauweise, sondern auch durch die praktische Menüführung sowie die sehr genauen Werte der Temperaturmessung. Das Design ist sehr elegant. Ferner bietet die Steuerung eigentlich alle Features, die eine heutige Lüftersteuerung beinhalten sollte. Ein Vorteil ist hier auch die Regelung über PWM, anstatt über einfache Widerstände. Die Fakten liegen hierbei klar auf der Hand; Je mehr Last an einem Kanal hängt und über einen Widerstand geregelt wird, desto heißer wird dieser Widerstand. Gerade bei minderwertigen Steuerungen führt dies häufig zum Ausfall des Ports. Die LXE schafft aber ganze 10 Watt pro Kanal und durch die PWM-Steuerung ist die Temperatur kein Problem mehr.

Warum die automatische Regelung einfach nur die Drehzahlen halbiert, nur bei Überschreitung der Alarmtemperatur auf 100%-RPM regelt und sich garnicht an den Temperaturen orientiert, verstehen wir jedoch nicht. Intelligent macht es die LXE dadurch nämlich keinesfalls, sondern eher "einfach". Ein unschöner Fauxpas auf dem sonst so perfekten Gerät. Dies ist sehr schade, denn in allen anderen Belangen hat die LXE wirklich punkten können, hätten wir uns auch eine manuelle Regelung der Drehzahl stufenlos oder in deutlich geringeren RPM-Sprüngen gewünscht.

Design top, Verarbeitung top, aber bei den Features hakt es leider aufgrund des nicht temperaturgesteuerten Auto-Modus. Was bleibt? Richtig, die Auszeichnung! Einen Preis-/Leistungsaward hat sich die gut geplante Steuerung mit einem Anschaffungspreis von rund 55,-€ verdient.

  • Positiv
  • Geniale Verarbeitung
  • Großes, farb- und kontrastreiches Touch-Display
  • Einfache Handhabung
  • Starke Leistung
  • Genaue Temperaturmessung
  • Umfangreiche Features
  • Neutral
  • -/-
  • Negativ
  • Die automatische Steuerung regelt nicht nach Temperaturwert

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