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Tech-Review.de

  • Sonntag, 18. April 2021
Noctua NH-L12

Noctua NH-L12: Kleiner Kraftzwerg

Einleitung

In vielerlei Hinsicht ist "Downsizing" derzeit voll im Trend: Autos, Gehälter - PC's. Nur die Leistung soll in keinem Fall kleiner werden. Für den Heimrechner führt das zu einem Problem: Performance heizt. Zum Glück hat Noctua jüngst einen kleinen Kühler in Top-Blow-Bauweise vorgestellt, der dank pfiffiger Konstruktion auch in beengtesten Hütten Abhilfe verspricht.

Der NH-L12 glänzt nicht nur mit einer Bauhöhe zwischen 66 und 93 Millimetern, sondern auch gleich zwei Lüftern. Neben einem großen Modell mit klassischem 120er Durchmesser sitzt unter der Lamellenfläche ein kleines 92mm-Exemplar. So bestückt gibt Noctua den Kampfzwerg bis 130 Watt TDP frei - das entspricht gerade einmal dem Basistakt unseres Testsystems. Das scheint nicht viel Dampf in der Hütte zu lassen, reicht aber für eher schlecht belüftete, enge HTPC-Gehäuse in der Regel mehr als aus. Wieviel Leistung das Downsizing tatsächlich noch übrig lässt, haben wir wie üblich im Maxiversuch herausgefunden.

Technische Daten im Detail und Lieferumfang

Modell Noctua NH-L12
Preis ~49 €
Besonderheiten -
Gesamtmaße (B x H x T) 128 x 93 x 150 mm
Gewicht mit Lüfter 667 g
Überbaute RAM-Slots(mit Lüfter)* 1
Lamellenabstand  1,5 mm
Heatpipes 4 - Ø 6 mm
Lüfter Noctua NF-B9 & NF-F12
Anschluss 4-Pin
Kabellänge 200 mm (+ Verlängerung)
Geschwindigkeit 1600 / 1500 U/Min
Förderleistung** 64.3 / 74.3 m³/h
dB [A]** 13.1 / 18.6
Kompatibilität LGA 2011, 1366, 115x,  775
FM1, AM3 (+), AM2 (+)
*Slots sind bei Modulen mit
hoch bauenden Heatspreadern
(z.B. Corsair Dominator) versperrt
**Herstellerangaben

Die Verpackung des NH-L12 verrät deutlich dessen Herkunft: Noctua heißt immer braun-weiß mit blauen Akzenten. Auf der Hülle weist der Hersteller direkt auf die wichtigsten Features hin. Dazu zählt das "dual fan design" mit einem 120 und einem 92mm-Lüfter, die geringe Bauhöhe, die hohe Kompatiblität zu ausnahmslos allen aktuellen AMD- und Intel-Sockeln sowie die üblichen Spannungsadapter zur Drehzahldrosselung. Neben diesen liegt Noctua-typisch eine wahre Fülle an Zubehör im Lieferumfang. Dazu gehören ein Y-Kabel, um beide Lüfter an einem Steckplatz anschließen zu können, ein einfaches Verlängerungskabel, eine Casebadge, Werkzeug sowie Gummientkoppler und Schrauben um einen der beiden Lüfter im Gehäuse zu montieren. Besonders löblich ist die Tube mit hochwertiger NT-H1-Wärmeleitpaste sowie das kleine Mäppchen mit den Montageanleitungen, aufgeteilt in je eine für AMD und Intel.

Die bereits angesprochene Bestückung mit zwei unterschiedlichen Lüftern ist gewiss das Herzstück des NH-L12. Das schmalere Exemplar hat dabei einen doppelten Hintersinn: Einmal belüftet es durch die leicht versetzte Anordnung den Toten Punkt seines großen Bruders, nutzt also die Lamellenfläche optimal aus, zum anderen kommt es durch seine kompakten Abmaße auf keinen Fall mit Bauteilen oder Kühlkörpern um den Prozessorsockel herum in Berührung. Das wäre mit einem normalen 120mm- Lüfter an gleicher Position nicht möglich. Wird der große NF-F12 entfernt, wird zwar nicht mehr der gesamte Kühlkörper belüftet, im Gegenzug sinkt aber die Bauhöhe von 93 auf winzige 66 Millimeter. So betrieben empfiehlt Noctua jedoch, lediglich Prozessoren wie Intels i5 2500k mit einer TDP von maximal 95 Watt zu verwenden.

Um trotz der kompakten Bauweise genug Lamellenoberfläche für die vier 6mm dicken Heatpipes zur Verfügung zu stellen, hat Noctua den Abstand der Aluminiumfinnen mit nur 1,5mm recht gering gewählt. Das setzt gleichzeitig einen recht hohen statischen Druck für effektiven Betrieb voraus, weil die Luft mit größerem Kraftaufwand in die Zwischenräume gepresst werden will. Die sind, in dieser Preisklasse nicht anders zu erwarten, wie die Wärmeröhren vernickelt und versteift - Optik und Haptik lassen nichts zu wünschen übrig. Die beiden rechteckigen Aussparungen dienen der Montage des Kühlers, da die Halterung unterhalb der Lamellenfläche liegt und bequem zweistufig erfolgt.

Der enge Lamellenabstand spielt insbesondere dem beiliegenden NF-F12-Lüfter mit 120mm Durchmesser in die Hände, der durch die "Streben" an der Rückseite einen besonders fokussierten Luftstrom erzeugt. Mit 1500 bzw. 1600 Umdrehungen für den NF-B9 drehen beide Exemplare recht moderat und lassen sich dank des 4-Pin PWM-Steckers bis auf 300 Rotationen herunterregeln. Leiser Betrieb ist deshalb problemlos möglich, auch weil beide Lüfter entkoppelt wurden. Die Farbgebung ist zwar sicherlich nicht jedermanns Sache, die gute Laufcharakteristik schon. Lediglich die beiden mit schwarzem Gummischlauch gesleevten Kabel sind mit knapp 20 Zentimetern etwas kurz geraten. Hierfür liegen aber Verlängerungen dem Lieferumfang bei.

Die Montage

Noctua-Kühler, Noctua-Montage: Auch der NH-L12 nutzt das bewährte, zweistufige Secufirm-System, das mit ausnahmslos allen aktuellen Sockel für AMD und Intel kompatibel ist. Da manche ITX-Platinen mit Intel-Chipsatz die Montage der Backplate nicht erlauben, liegen für diesen Fall zusätzliche Befestigungsbolzen bei. Die bewährte Technik erlaubt den reibungsfreien und fast werkzeuglosen Einbau des Kühlers. Lediglich der letzte Schritt erfordert einen Schraubendreher. Der muss, um die Halterung zu erreichen, an den Lüfterblättern der beiden Rotoren vorbeigeführt werden, weshalb sich die Demontage des Oberen empfiehlt. Das macht dank der guten Halteklammern keine Arbeit und geht auch in beengten Umgebungen einwandfrei. Da das Design etwa gegenüber der noch beim C14 genutzten Version verbessert wurde - die Klammern werden eingeclipst und halten danach sicher am Lüfter - ist das Handling absolut problemlos.

Sollten bei der eigentlich intuitiven Montage dennoch Fragen aufkommen, hilft ein Blick in die exzellent aufbereitete Anleitung, die jegliche Fragen und Eventualitäten in englischer Sprache reich bebildert und nach Sockeln aufgeteilt abdeckt. Eine deutsche Variante findet sich auf der Homepage des Herstellers. Besitzer eines Smartphones finden eine modische Abkürzung per Barcode in den jeweiligen Schriftstücken.

Weil der Premiumkompakte besonders flach baut, nimmt er sich im Gehäuse in Breite und Länge etwas mehr Platz. Mindestens ein RAM-Modul muss sich deshalb über ein Dach freuen, was gleichzeitig die Montage des 120er Lüfters in der unteren Sandwitch-Position verhindert - von etwaigen Kühlern auf dem Mainboard einmal abgesehen. Durch den asymmetrischen Aufbau stellen direkt an PCIe-Slots liegende Prozessorsockel, wie sie gerade bei ITX-Platinen gerne vorkommen, kein Hindernis dar.

Der Testsystem

Für unser Testsystem setzen wir auf ein Lian-Li PC60FN Gehäuse. Gegenüber einem offenen Testaufbau erhalten wir praxisnahe Ergebnisse, auch wenn durch die Vielfalt an Komponenten und Konfigurationen keine hundertprozentig übertragbaren Werte generiert werden können.

Allgemeiner Aufbau des Testsystems (hier mit einem Thermalright HR-02 abgebildet)

Zur Geräuschreduktion haben wir sämtliche Gehäuselüfter durch besonders leise Varianten ersetzt und an einer Scythe Kaze Master Lüftersteuerung angeschlossen. Im Heck schaufelt nun ein Noiseblocker Multiframe M12 S2 Luft (650 U/Min), ebenso wie auf dem CPU-Kühler, einem Thermalright HR-02. Dieser zeichnet sich für den Intel Core i7 920 im C0-Stepping zuständig - ein echter Hitzkopf mit 130 Watt TDP, der wie geschaffen für unseren Kühlertest ist. In die Front setzen wir einen Noctua NF-P14 FLX, der mit nur 450 U/Min rotiert. Da die meisten Nutzer Krach nicht mehr mit Leistung gleichsetzen, orientieren wir uns hier an den momentanen geräuschtechnischen Anforderungen. Die Festplatte hingegen muss sich in ein Scythe Quiet Drive zwängen und wird mittels eines einfachen Baumarktschwammes auf dem Gehäuseboden entkoppelt. Als Testkarte nutzen wir eine AMD HD3870 im Referenzdesign, die von einem Scythe Musashi gekühlt wird, dessen Lüfter während der Benchmarks auf 5V gedrosselt laufen.

Testsystem:

  • Intel Core i7 920 (3,4 GHz)
  • Asus P6TD Deluxe
  • 6 GB DDR3 1333
  • Western Digital Black 640 GB
  • Antec TruePower New 550 W
  • AMD HD3870 (Scythe Musashi)

Zur Leistungsmessung belassen wir den Rechner nach dem Einschalten zunächst 15 Minuten im Leerlauf. Anschließend belasten wir ihn eine weitere Viertelstunde mit Core2MaxPerf in der Version 1.7. Hierbei werden alle acht logischen Kerne der CPU belastet. Temperatur und Takt werden dabei mit RealTemp 3.60 beobachtet. Nach Ablauf der Zeit wird ein Mittelwert aus den Ergebnissen der einzelnen Kerne gebildet. Aufgrund der mit zunehmender Differenz zum Notabschaltpunkt ungenauer werdenden Temperatursensoren verzichten wir auf Messungen im Idle-Betrieb. Reicht der Kühler unter Last aus, tut er das ohne erst recht. Dank eines Raumthermometers können wir Delta-T- Werte [K] ermitteln. Dabei ist die durchschnittliche Temperatur aller vier Prozessorkerne maßgeblich, weshalb wir die Ergebnisse mit einer Nachkommastelle ausgeben. Eine gewisse Messtoleranz lässt sich bei aller Umsicht dennoch nicht vermeiden. Um gleiche Voraussetzungen für alle Kühler zu schaffen, kommt für die Tests ausschließlich MX-2-Wärmeleitpaste von Arctic an CPU und Kühler. Sämtliche Runs werden zweimal ausgeführt: Sowohl mit dem Normaltakt des Prozessors (2,67 GHz) als auch in moderat übertaktetem Zustand (3,4 GHz ohne Spannungserhöhung). Die Geschwindigkeitsstufen mit 100, 75 und 50 Prozent der Maximaldrehzahl werden ebenso wie die Drehzahlmessungen zwischen 500 und 1200 U/Min mit der Scythe Kaze Master Lüftersteuerung eingestellt.

Die Lautstärkemessungen erfolgen mithilfe eines Voltcraft SL-100 Schallpegelmessgerätes. Dieses wird aus 15 Zentimetern Entfernung zum offenen Gehäuse auf Höhe des CPU-Kühlers mittels eines Statives fixiert. Abgelesen wurde zur Minimierung von Interferenzen aus einer Entfernung von einem guten Meter zum SL-100. Um Nebengeräusche zu verhindern, erfolgten die Messungen in einer ruhigen Wohnsiedlung („Dorf“) vormittags und in der Nacht. Zudem wurden die Lüfter im Testsystem deaktiviert, wodurch lediglich die Festplatte und das Netzteil für Nebengeräusche sorgten.

Für die neuen Testkriterien ziehen wir Durchschnittswerte aus den Messergebnissen heran. Die reine Leistung wird aus dem Mittelwert der Overclocking-Tests mit 100, 75 und 50% Drehzahl gebildet. Das gleiche Verfahren wird bezüglich der Lautstärke angewendet. Wir sind uns natürlich darüber im Klaren, dass diese Kriterien spezielle Einsatzszenarien wie den Ultra-Silent-Betrieb mit wenig oder gar keiner Drehzahl nicht abdecken. Für solche Anwendungsprofile empfiehlt sich ein Blick sowohl in die Charts mit festen Drehzahlen als auch den Passivtest, um selbst einen Favoriten zu wählen. Unsere Rangliste richtet sich dementsprechend an die große Mehrheit der "Standarduser". Für extreme Anwendungsgebiete haben wir unsere Benchmarks zudem um einen weiteren Bereich ergänzt: Mit 3,8 GHz bei 1,36 Volt Spannung zeigen wir Weber, wie ein Grill heizen muss. Hier können (und sollen) sich High-End Kühler profilieren, während gleichzeitig Übertakter, die die Spannung bis an das Herstellerlimit setzen, Anhaltspunkte für eine Kaufentscheidung finden.

Temperaturen 1 - Standardtakt & Lüfteranordnung

Bereits unser erster Benchmark mit 130 Watt TDP bei 2667 MHz reizt das von Noctua für volle Lüfterbestückung empfohlene Abwärmelimit aus. Für die eher vorsichtigen Herstellerangaben schlägt sich der NH-L12 erstaunlich. Nicht nur vermag er kleine Towerkühler mit 92mm Lüfter wie den Freezer 13 zu distanzieren, der Winzling bleibt außerdem stets in Sichtweite von kleinen Towerkühlern mit weit mehr Lamellenoberfläche wie dem Hyper 412S von Cooler Master. Die Leistung sackt erst im Sprung zwischen 75 und 50% Drehzahl etwas deutlicher ab, bleibt aber stets in alltagstauglichen Bereichen.

Um herauszufinden wie die Leistung des NH-L12 durch die Anordnung des Lüfters beeinflusst wird, haben wir die beiden Lüfter einzeln je saugend und blasend montiert und bei voller sowie halbierter Drehzahl getestet. Überraschende Ergebnisse bleiben jedoch aus, weil die von Noctua gewählte Anordnung bereits das Optimum darstellt. Lediglich bei 50% Drehzahl ist der saugende NF-F12 der blasend verbauten Version minimal überlegen. Stärker fällt der Unterschied beim NF-B9 aus. In der ultraflachen Ausführung verliert der Kühler stark an Leistung und bricht mit reduzierter Drehzahl merklich ein. Im blasenden Betrieb fällt er gar noch weiter ab, da das Ansaugen von Frischluft durch den geringen Abstand zum PCB des Mainbards, sowie der Bodenplatte des NH-L12, erschwert wird. Eine Umkehr der Lüfterausrichtung macht daher nur Sinn, wenn etwa das Netzteil, wie z.B. beim Lian Li Q07, direkt über dem Kühler zu liegen kommt.

Temperaturen 2 - Overclocking

Nachdem die Ergebnisse mit Standardtakt nicht schlecht ausfielen, macht sich der NH-L12 mutig an erhöhte Taktraten. Auch wenn ihn die Resultate in die Kellerregionen des Testfeldes - nicht kühl, sondern weit unten - verbannen, muss kein Trübsal geblasen werden. Für die geringen Abmaße kann sich die Leistung sehen lassen, zumal selbst mit halbierter Drehzahl wiederum keine starken Einbrüche erfolgen - weitaus größere Kühler bleiben stets in Sichtweite. Im Gegensatz zum Freezer 13, der offiziell bis 200 Watt TDP freigegeben ist, hält sich der Noctua sogar bei halbierter Drehzahl und entsprechend flüsterleisem Betrieb noch im Rennen. Als uneingeschränkt alltagstauglich geht die Performance hier aber nicht mehr durch - Schönheitsfehler.

Overclocking II

Da die 135 von Noctua empfohlenen Watt TDP ganz offenbar wie die Abgaswerte von Neufahrzeugen sehr, sehr tief gestapelt sind, stehen nun 3800 MHz bei 1,3675 Volt auf dem Tacho. Ein abgefahrenes Szenario für einen kleinen Kühler - der sich dennoch nicht überfahren lässt. Zwar lässt sich der Takt bei einem Delta von 73 Grad nicht im Alltag fahren, bleibt aber knapp unterhalb des absolut kritischen Limits. Nur an eine Drehzahlreduzierung darf nicht einmal gedacht werden, was letztlich kein Problem darstellt: Von den angegebenen 130 Watt TDP ist dieses Setting so weit entfernt wie momentan die FDP vom Einzug in den Bundestag.

Temperaturen 3 - Fixierten Drehzahlen

Bei identischen Drehzahlen muss der Kleine die Hosen herunterlassen. 120er' Towerkühler können sich recht deutlich über das gesamte Drehzahlspektrum hinweg absetzen, auch wenn der Abstand mit sinkender Lüftergeschwindigkeit etwas schrumpft. Mit 500 U/Min war ein stabiler Betrieb mit zwei getesteten Lüftersteuerungen unmöglich - unter 600 Rotationen wollten sich die beiden Fächler nicht bewegen. Das ergab immerhin noch ein Delta von 67,9 Grad. Hier macht sich der fehlende Luftdurchsatz schon stärker bemerkbar, wenngleich von einem plötzlichen Leistungseinbruch gerade bei der recht hohen TDP keine Rede sein kann.

Lautstärke 1

Lüfter von Noctua gehören zu den besten am Markt verfügbaren Modellen. Entsprechend gut schneiden die beiden Schaufelräder trotz der moderaten Maximaldrehzahl bei unseren Messungen ab. Subjektiv bleiben Beide selbst bei voller Geschwindigkeit stets angenehm. Schon unter 1200 U/Min wird der Kühler leise, bei 75% der Maximaldrehzahl ist er kaum noch aus dem geschlossenen Gehäuse heraus wahrzunehmen. Halbe Fahrt schließlich erschwert die Ortung der beiden Lüfter im Grundpegel ungemein - kaum Erfolgschancen. Da der Unterschied zwischen 75 und 100% Drehzahl zu wenig Leistungszuwachs führt, eignet sich der NH-L12 auch für Freunde leiser Rechner uneingeschränkt.

Lautstärke 2 - Nach fixierten Drehzahlen

Auch im direkten Drehzahlvergleich liegt der Neuzugang im Mittelfeld. Im Gegensatz zu manch anderen Mitbewerben wirkt der Winzling subjektiv leiser, als es die Messergebnisse suggerieren würden. Bereits bei 1200 Umdrehungen stört der Lärmpegel nicht mehr. Unter 800 Umdrehungen taugt der NH-L12 auch für Silentfans. Alles andere wäre angesichts der aufgerufenen 50€ aber auch eine Enttäuschung.

* 600 U/Min
** Nur Pumpengeräusch

Max Doll meint …

Max Doll

Trotz der sehr kompakten Abmaße besitzt der Winzling von Noctua mit zwei Lüftern bestückt ausreichende Leistung, die selbst moderates OC von Prozessoren mit 130 Watt TDP ermöglicht. Nur extreme Settings erlaubt der Kühler nicht, was wenig verwundert. Ohne den großen, 120mm-Lüfter bricht die Leistung recht stark ein: Der einzelne NF-B9 vermag aufgrund seines kleineren Durchmessers und der recht beengten Position nicht, die gesamte Lamellenfläche effektiv zu entlüften. Für den Basistakt unseres Testprozessors reicht das trotzdem noch.

Die Lautstärke gefällt ebenfalls. Beide Lüfter laufen angenehm und fallen dank der guten Lager sowie der Entkopplung akustisch nicht auf. Selbst die Maximaldrehzahl ist lediglich hörbar, aber keinesfalls störend laut. Das Zubehör fällt wie die Verarbeitung gewohnt edel aus. Selbst an Entkoppler, um einen der Lüfter im Gehäuse zu montieren, wurde gedacht. Die bewährte, zweistufige SecuFirm-Halterung lässt ebenso wenig zu wünschen übrig und gewährleistet zusammen mit den verbesserten Lüfterklammern einen hohen Benutzerkomfort. Das "kompakt" trotzdem etwas in die Breite geht und somit nicht durchgängig hohe Heatspreader erlaubt, darf ebenso wie die nicht freie Ausrichtung aufgrund der Bauform als Schönheitsfehler bezeichnet werden.

Der NH-12 ist deshalb für Besitzer kleiner oder sehr kleiner Gehäuse eine gute Wahl. Den Luxus eines Oberklasse-Produktes lässt sich Noctua allerdings auch gut bezahlen, was den Preis als größten Kritikpunkt auf den Plan setzt. Wenn hohe Leistung bei geringem Platzbedarf gesucht wird, führt aber wohl kaum ein Weg an diesem Kraftzwerg vorbei.

  • Positiv
  • Ausreichende Leistung über alle Drehzahlbereiche
  • Moderates OC kein Problem
  • Laufruhige Lüfter
  • Gute Lüfterlager
  • Leise ab 1.200 U/Min.
  • Hohe Stabilität und Verarbeitung
  • Lüfter entkoppelt & austauschbar
  • Zusätzliches Montagematerial für Lüfter
  • Gute Wärmeleitpaste
  • 4-Pin PWM-gesteuert
  • Sehr geringe Bauhöhe
  • Geringer Platzbedarf
  • Neutral
  • Sehr hohe TDP unmöglich
  • Negativ
  • Profitiert kaum von maximaler Drehzahl
  • Hörbar bei maximaler Drehzahl
  • Überbaut einen RAM-Slot
  • Ausrichtung auf AMD-Sockeln

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