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Tech-Review.de

  • Mittwoch, 28. Oktober 2020
HIS R7 360 GREEN iCooler OC

HIS R7 360 GREEN iCooler OC: Im Test

Bisher haben sich für unseren Redakteur immer leistungsstärkere Grafikkarten bei uns bewähren müssen, mit welchen die allermeisten Spiele sehr gut dargestellt werden. Schaut man aber alleine die Dauerbrenner auf Steam an, fällt sofort auf: Es handelt sich nicht unbedingt um Spiele, die viel Grafikleistung benötigen. Auch andere, sehr beliebte Games, wie World of Tanks oder Minceraft, fallen in genau jene Sparte. Viel wichtiger mag aber auch der Umstand sein, dass nicht jeder PC-Spieler eine starke Grafikkarte kaufen möchte oder vielleicht kaufen kann. Eventuell kommt auch noch ein weiterer Faktor hinzu, welcher sich Stromverbrauch nennt. Schließlich soll der eigene PC nicht zu viel Strom verbrauchen, jener ist auch nicht umsonst. Deshalb werfen wie heute einen sehr genauen Blick auf eine Grafikkarte der unteren Leistungsklasse. Der Grafikchip selbst kommt dieses Mal nicht von Nvidia, wie bei unserem vorherigen beiden Grafikkartentests, sondern aus dem Hause AMD.

Genauer dreht sich heute alles um die HIS R7 360 GREEN iCooler OC, welche ab 100 Euro erhältlich ist. Als auffälligstes Merkmal sticht sofort heraus, dass ein externer PCIe-Stromanschluss fehlt. Damit deckelt sich die Leistungsaufnahme auf sparsame 75 Watt an elektrischer Leistung. Dies ist definitiv ein gutes Argument gegen andere Grafikkarten von Mitbewerbern, welche nominell mehr Watt aus der Steckdose ziehen dürfen. Außerdem fand man den selben Chip bisher nur auf Modellen mit zusätzlichem Stromanschluss, was sich für HIS nun geändert hat. Mit diesem Produkt rundet der Hersteller auch endlich selbst seine Produktpalette im Bereich der Einsteigergrafikkarten ab, immerhin ist die Grafikkarte erst im Februar erschienen. Die Technologie für den Chip stammt aus dem Hause AMD und basiert auf der GCN 1.1 Generation, mehr dazu aber auf der nächsten Seite. Das Grafikkarten PCB ist dabei eine Eigenfertigung, um für die Eigenschaften der GREEN-Edition zugeschnitten zu sein.

Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

Technische Daten

Modellbezeichnung: HIS R7 360 GREEN ICooler OC KFA2 GTX 950 Black OC Sniper Sapphire Radeon R9 270X Toxic KFA2 GTX 970 Black EXOC Sniper
Chipbezeichnung*: Tobago Pro GM206-250-A1 Pitcarin XT GM204-200-A1
Shadereinheiten / TMUs /ROPs*: 768 / 48 / 16 765 / 48 / 32 1280 / 80 / 32 1664 / 104 / 56
Transistoren/Die-Größe*: 2.080 Mio. / 160mm² 2.940 Mio. / 228mm² 2.800 Mio / 212mm² 5.200 Mio. / 398mm²
Herstellungsprozess*: 28 nm 28 nm 28 nm 28 nm
Speichergröße/-art*:
2 GB GDDR5 2 GB GDDR5 2 GB GDDR5 4 GB GDDR5
Speicherinterface*: 128 Bit 128 Bit 256 Bit 256 Bit
Chiptakt(Boost)/Speichertakt(MHz)*:
1070 / 1500 1140 (1329) / 1652 1100 (1150) / 1500 1164 (1317) / 1750
Leistungsaufnahme (TDP)*:
75 W 90 W 185 W 145 W
DirectX*: 12 Featurelevel 0 12 Featurelevel 1 11.1 12 Featurelevel 1
Abmessungen Länge:
182 mm  244 mm 308 mm 271 mm
Preis: ca. 100 € ca. 155 € Nicht mehr lieferbar ca. 320 €
Preisvergleich: Geizhals Geizhals ----------- Geizhals
* Herstellerangabe

Ein Blick auf die technischen Daten verdeutlicht bereits, dass es sich hier um eine GPU der unteren Leistungsklasse handelt. Das zeigt sich vor allem dann, wenn es um Shader, TMUs und ROPs geht. Auch die Transistoranzahl sowie die Die-Fläche ist kleiner als bei den anderen Grafikkarten in unserem Test. Dafür sind die TDP-Werte erfreulich niedrig und auch die Abmessungen zeigen sich, gemessen an der Länge der Karte, ebenfalls kompakt. Positiv möchten wir hier den GDDR5-Speicher hervorheben, da andere Hersteller bei Grafikkarten in dieser Preisklasse sehr gerne langsameren Speicher, wie z.B. DDR3, verbauen. Das Speicherinterface geht mit seinen 128 Bit dabei vollkommen in Ordnung.
Der in der Karte verbaute Chip hört auf den Codenamen "Tobago", ist aber viel bekannter als "Bonaire". Mit etwas Nachforschung lässt sich dabei aber schnell herausfinden, dass es sich hierbei um eine HD 7790 / R7 260 handelt. Bezieht man sich hier jedoch auf AMD, so soll es sich nicht nur einfach um ein Rebranding handeln, sondern um eine GPU mit verbesserten Eigenschaften, welche durch einen gereiften Fertigungsprozess hergestellt wurde. Das heißt konkret für den Endkunden: Leicht verringerte Verlustleistung sowie Leistungsaufnahme. Durchaus gute Voraussetzungen für unseren Test!

Verpackung und Lieferumfang

Sehr kompakt, aber dafür umso bunter fällt die Verpackung aus, in welcher die Grafikkarte geliefert wird. Vorne und damit gut zu sehen ist der Name der Karte, Hersteller und die Chip-Schmiede (natürlich AMD), sowie mehrere Hinweise auf die wichtigsten Features der Karte. Auf der rechten Seite des Kartons wiederholt sich der letztgenannte Punkt. Die linke Seite ist bis auf den Hinweis für PCI-Express praktisch leer. Auf der Rückseite findet man hingegen nochmal Informationen wie zum Beispiel den technischen Daten, wobei hier wiederum nur die wichtigsten Punkte aufgezählt werden.

LieferumfangDer Umfang vom Lieferumfang fällt, vor allem wenn man den niedrigen Kaufpreis betrachtet, angemessen aus. Zugaben sind hierbei eigentlich auch nicht zu erwarten. Neben dem Quick-Start-Guide ist noch eine Treiber-CD enthalten, dennoch empfehlen wir hier aber stets den aktuellen Treiber von der Herstellerseite zu laden, in diesem Fall bei AMD.

Im Detail

Die HIS R7 360 GREEN iCooler OC kommt durchaus schlicht daher, auffallend ist an dieser Stelle aber ziemlich sicher der große, blaue Lüfter, welcher über dem eigentlichen Kühlkörper sitzt. Auf dem Lüfter prangt in seiner Schaufel-Narbe das Herstellerlogo, dieses ist aber im Betrieb nicht zu sehen. Rundherum befindet sich die schwarze Abdeckung, natürlich dient jene auch zur Stabilisation für die Lüfterhalterung sowie der Optik. Die Verkleidung steht dabei aber über die Grafikkarteplatine hinaus und verlängert die Grafikkarte unser Meinung nach unnötig.

An jener Stelle, wo sich normalerweise der PCIe-Stromanschluss befinden würde, hat HIS einige Bauteile platziert, die eventuell für die Spannungsversorgung des Grafikspeichers zuständig sind. Das ist insofern interessant, da Hersteller oftmals ein PCB für mehrere Grafikkarten anfertigen und dann verschiedene Bauteile in den unterschiedlichen Revisionen einfach nicht anlöten, wie beispielsweise einen PCIe-Stromanschluss. Dagegen hat sich HIS hier die Mühe gemacht, für diese Grafikkarte eine eigene Platine zu entwickeln, was uns positiv stimmt.

Bei den Anschlüssen für den Bildschirm stehen zwei DVI, ein HDMI und ein Displayport zur Verfügung, womit praktisch jeder aktuelle Monitor angesprochen werden kann.

Der Kühler lässt sich sehr schnell demontieren, nur vier Schrauben müssten dazu entfernt werden. Beim Kühlkörper selbst setzt der Hersteller auf Aluminium, er verfügt jedoch über keinerlei Heatipipes, dafür aber über sehr viele Lamellen. Diese werden immer zu dritt an einer größeren Finne angebracht, welche wiederum mit der Bodenplatte direkt verbunden sind. Jene ist ebenfalls aus Aluminium gefertigt und liegt, natürlich mit Wärmeleitpaste versehen, auf dem Grafikchip. Die Wärmeleitpaste ist bereits ein gutes Stichwort, denn diese war bei unserem Testsample ansprechend gut verteilt aufgetragen. Da die Karte aber bereits vor uns bei anderen Testern zu Gast war, können wir hier nicht ausschließen, dass dort die Paste bereits getauscht wurde. Wir haben das auf jeden Fall getätigt, schließlich sollte man einen Wechsel der Wärmeleitpaste nach jeder Demontage des Kühlers machen.

Der Lüfter wird über die Spannung geregelt, womit das Kabel nur zwei Adern benötigt. Auch wenn eine PWM-Regelung um einiges besser wäre, ist die gewählte und einfachere Lösung ausreichend.

Die Platine ist auch sehr dünn mit Bauteilen bestückt. Oben und Rechts befinden sich die vier Grafikspeicherchips, welche von Elpida stammen und jeweils 512 Megabyte fassen. Links des Chips ist die Spannungsversorgung zu finden, die wegen der erwarteten Leistungsaufnahme entsprechend kompakt ausfällt - wir tippen hier auf drei Phasen.

Auf den nächsten Seiten geht es nun um die Taktraten und die Spieleleistung: Wir lassen uns überraschen, wie gut die Grafikkarte abschneidet.

Boost - Wenn sich der Takt selbstständig macht

Wie bereits vorher erwähnt, hat HIS bei den Taktraten selber Hand angelegt. Hierbei handelt es sich um 20 MHz (+ 2%) mehr beim Basistakt, der nun 1070 Mhz beträgt. Gegenüber den Referenzangaben von AMD stellt dies eine minimale Übertaktung dar. Der Speichertakt wurde an dieser Stelle nicht angefasst oder optimiert.

Unterhalb dieses Absatzes sind nun die Taktraten zu sehen, welche die HIS R7 360 GREEN iCooler OC im Betrieb abliefert. Diese liegen leider oftmals nicht bei den erwünschten, vorgegebenen Taktraten (1070 Mhz), da das Powerlimit jene an dieser Stelle drosselt. Das ist vor allem bei Battlefield 4 und The Witcher 3 der Fall, auch wenn man dieses im Spielebetrieb nicht bemerkt. Dadurch akzeptabel? Definitiv nicht, denn versprochene Taktraten sollten seitens des Herstellers auch eingehalten werden. Es mag außerdem kontraproduktiv sein, eine auf sparsam getrimmte Karte von Haus aus zu übertakten. Durch mehr Takt steigt auch die Leistungsaufnahme und das Powerlimit kann schneller ausgereizt werden, was die Karte wiederum zum Heruntertakten bewegt. Letztendlich eine suboptimale Situation.

AnwendungHIS R7 360 GREEN iCooler OC (Angaben in MHz)
Heaven1070
Battlefield 31062 - 1070
Battlefield 41036 - 1070
War Thunder Ground Units1070
The Witcher 31054 - 1070

Übertakten - Schneller rechnen als vorgegeben

Mehr FPS auf Kosten der Garantie schreckt wohl einen Großteil der potenziellen Übertakter ab. Auch die richtigen Spannungen und Taktraten zu finden, ist nicht immer das Einfachste. Wir haben uns letztendlich für folgende Einstellungen im bekannten Programm „MSI Afterburner“ entschieden: + 10% beim Powerlimit, + 130 MHz auf den GPU-Takt und 250 MHz mehr für den Grafikspeicher. Zumindest beim Speicher sind wir hier bei unserem Modell an das absolute Limit gestoßen, mit mehr Takt bekommen wir nur mehr Blackscreens.

Leider müssen wir dabei wirklich auf ein großes Problem aufmerksam machen: Die nominellen Taktraten, die wir im MSI Afterburner eingestellt haben, werden kaum eingehalten. Hier scheint das strenge Powerlimit der Karte für den nominell niedrigen Stromverbrauch einen Strich durch die Rechnung zu machen. Durch das starke hin- und hertakten des Chips ergeben sich auch schwankende FPS-Werte, was beim Spielen sehr unangenehm auffällt und zu kritischen Lags im Bild führt. In Szenen, wo genaues Timing gefordert ist, ein Todesurteil für die Karte.

Anwendung HIS R7 360 GREEN iCooler OC- OC
(Angaben in MHz)
Heaven 1200
Battlefield 3 982 -1200
Battlefield 4 1019 - 1200
War Thunder Ground Units 997 - 1200
Witcher 3 787 - 1200

Wenden wir uns auf den nächsten Seiten dem eigentlichen Haupteinsatzbereich einer Grafikkarte zu: viele bunte Pixel berechnen. Außerdem folgen natürlich noch die Lautstärke, Temperaturen, der Leistung pro Watt Index, und natürlich unser Fazit. Zuvor aber noch eine Vorstellung des Testsystems!

Der Test wird in einem offenen Testsystem durchgeführt, Gehäuselüfter fallen daher weg. Die Umgebungstemperatur lag in diesem Test bei 23° Celsius.

CPU: Intel Core i7 2600 @3,60 Ghz
CPU-Kühlkörper: Enermax ETS-T40F-RF
Mainboard: Gigabyte GA-Z68XP-UD3
Arbeitsspeicher: 2 x 4 GB Hynix 1600 MHz
Grafikkarte: Siehe Test
SSD/ Festplatte:
Kingston SSD370 MSata 32GB + Seagte 1000 GB
Netzteil: Seasonic Platinum Fanless 400W
Bildschirm:
Chiligreen Vision V24FHD

Um die Lautstärke möglichst differenziert zu messen, haben wir auf komplett passive Komponenten zurückgegriffen. Vor allem das Netzteil erweist sich hier gerne als Störfaktor, daher haben wir uns für ein passiv gekühltes Modell entschieden. Die ausgesuchte SSD besitzt zudem keine beweglichen Teile und ist damit komplett geräuschlos. Die Lautstärkemessungen haben wir mit Hilfe eines Voltcraft SL-100 durchgeführt, das Schallpegel-Messgerät wurde zudem in einem Abstand von 30 cm vom Lüfter positioniert.

Die Aufgabe zum Messen der Leistungsaufnahme, die das Gesamtsystem wiederspiegelt, übernimmt ein GT-PM-03.

Als Gegenspieler für die getestete Grafikkarte dürfen sich alle bisher von unserem Redakteur durch die Benchmarks gejagten Karten behaupten, womit sich ein ansprechendes Bild durch alle Leistungsklassen ergibt. So repräsentiert eine GTX 970 die obere Leistungsklasse, während eine R9 270X oder GTX 950 sich in der unteren Mittelschicht positionieren.

An dieser Stellen sei auf folgendes hingewiesen: Allgemein darf man nicht erwarten, das die R7 360 mit den anderen Grafikkarten gleichaufliegen kann, das ist definitiv ein Ding der Unmöglichkeit oder ein großes Wunder. Es geht hier um die Leistung der HIS, nicht um deren Konkurrenzfähigkeit, da hätte sie gleich verloren.

Heaven Benchmark

Als Erstes haben wir den Benchmark Heaven benutzt, um die potenzielle Rechenleistung der Grafikkarte zu ermitteln. Dabei kommt es innerhalb der Anwendung zu vielen unterschiedlichen Szenen, welcher verschiedenste Spiele und deren Landschaften simuliert. Am Schluss wird ein Punkte-Score gebildet, welchen wir dann darstellen.

Wenig überraschend belegt die HIS-Karte den letzten Platz in Heaven-Benchmark, schließlich ist sie auch die leistungsschwächste Karte mit guten 57 Prozent Leistung (ohne zusätzlicher Übertaktung) zur nächsten Karte, der R9. Das ist durchaus das Ergebnis, was man sich bei dem angesetzten Preis erwarten kann. Mit unserem manuellen OC legt die Karte, wenig überraschend, noch um einige Punkte zu.

Battlefield 3

Ein richtiger Klassiker ist Battlefield 3 sicherlich schon. 2011 erschienen und damals wie heute fordernd für die Grafikkarten und noch immer sehr beliebt bei Spielern. Gespielt wurde die Mission "Ein steiniger Weg", welche sich vor allem durch eine dichte Vegetation, aber auch durch die offene Landschaft sehr gut für den Benchmark eignet, um so die Aspekte eines Battlefields gut abbilden zu können

Durchaus schon gut spielbar zeigt sich Battlefield 3, welches mit fast 40 FPS bereits flüssig läuft. Mit Hilfe des herunter-schraubens einiger Details lassen sich noch mehr Bilder rausschlagen, was für besonders actionlastige Situationen sehr von Vorteil ist. Das Ergebnis ist aber auch so schon ansprechend.

Battlefield 4

Neuer, noch schöner und noch fordernder ist natürlich der im Moment beliebteste Nachfolger der dritten Battlefield-Titels. Hier spielten wir einen übermäßigen Teil der Singleplayermission "Fishing in Baku", wo es zu Kämpfen auf engsten Raum als auch auf größeren Arealen kommt. Die API ist dabei DirectX 11, weil Nvidia die Mantle-Schnittstelle nicht unterstützt.

Überraschend gut reagiert die Frostbite 3 Engine auf Overclocking, die Vorteile liegen auf der Hand. Beinahe 50 Prozent mehr Bilder sind ein tolles Argument, womit sich der Shooter dann halbwegs flüssig spielen lässt. Allgemein empfiehlt sich aber auch hier das Heruntersetzen der Grafikdetails, da so die Bildrate sich nochmal deutlich steigern lässt.

The Witcher 3

Das dritte Abenteuer des Hexers ist auch in diesem Jahr noch immer eines der absoluten Grafik-Highlights. Bombastische Umgebungen treffen auf feine Texturen und gut geschriebene Dialoge, gepaart mit einem ausgefeilten Kampfsystem und einer riesigen Welt. Wir haben uns für diesen Benchmark eine Reitszene ausgesucht, welche uns von einem Waldstück über offenes Gelände vorbei an Wasser und einer kleinen Siedlung zu einer Furt treibt. Dabei verzichten wir auf die ressourcenfressenden Hairworks-Effekte von Nvidia, um den Vergleich zu wahren.

Als wohl unspielbar sollte man Witcher 3 einstufen, was aber nicht überraschend kommt. Immerhin testen wir hier auf den höchsten Details, für welche so eine Grafikkarte einfach auch nicht ausgelegt ist. Um an dieser Stelle ein flüssiges Spielen zu gewährleisten, sollte man die Details sowie die Auflösung deutlich reduzieren, denn auf Overclocking springt die HIS überhaupt nicht an. Vielmehr schwankt der Takt so stark, dass sich keine Veränderung feststellen lässt und das Bild sehr unruhig wird. Äußerst schade, aber das war bereits auf der Seite mit den Taktraten abzusehen.

War Thunder Ground Forces

War Thunder mag vielen Personen vor allem für die eingängige Flugsimulation ein Begriff sein, jedoch gibt es auch schon seit längerem die Möglichkeit mit Bodeneinheiten zu spielen. Im Game ist es vor allem sehr schön zu sehen, dass Bodengefechte auch mit sehr vielen Details ausgestattet sein können, ganz im Gegensatz zu einem anderen Spiel, einer gewissen Welt der Panzer.

Panzerschlachten sind bereits mehr oder weniger flüssig zu erleben. Jedoch sollte man, um auch in hitzigen Situationen die Übersicht zu behalten, auch hier wiedermal die Details reduzieren, was sich allgemeingültig als nützlicher Tipp für diese Grafikkarte sagen lässt. Mit Overclocking kann man noch etwas mehr an Leistung herausschlagen, das Bild bleibt dabei angenehm ruhig - im Gegensatz zum Witcher.

Temperaturen

Den Großteil einer Grafikkarte nimmt der Kühler samt Lüfter ein, um den Chip und andere Bauteile nicht überhitzen zu lassen. Unsere Messungen haben wir bei 23 Grad Raumtemperatur vorgenommen. Ein Hinweis: Da der Kühler unserer R9 270X modifiziert wurde, können wir hier keine praxisrelevanten Daten einschleusen. Jedoch nur so viel: Durch den vier Slots breiten Morpheus-Kühler samt Lüfter hatte die R9 wahrhaft Mühe, die 50 Grad Grenze als Maximum zu knacken.

Von einer herausragenden Kühlleistung möchten wir hier nicht reden, aber Temperatur- oder gar Stabilitätsprobleme sind auszuschließen. Mit 31 Grad im Leerlauf bewegt man sich hier absolut im unbedenklichen Rahmen, unter Last befindet sich die Grafikkarte im Mittelfeld, wobei das zusätzliche Overclocking noch einige Grad Celsius obendrauf legt. Grundsätzlich sehen wir hier natürlich keine Probleme, überhitzen wird die Grafikkarten auch in engen Gehäusen nicht.

Lautstärke

Die Lautstärkemessung wurde im offenen Testaufbau aus einer Entfernung von 30 cm vorgenommen. Dabei wurden alle anderen, sich drehenden Bauteile eines PCs wie Festplatten und Lüfter abgestellt, damit nur die Grafikkarte der einzige Lärmerzeuger war. Um die Werte besser interpretieren zu können, haben wir eine tabellarische Einordnung der Geräuschkulisse vorgenommen. So sollten die ermittelten Werte besser nachvollziehbar sein.

Eine Anmerkung zur nachfolgenden Tabelle als Einordnung unserer Messwerte vorweg: Wir haben hier die Grenzen im Vergleich zur Variante in unseren Kühlerreviews nach oben verschoben. Das ist darin begründet, da sich mit den alten Grenzen CPU-Kühler sehr gut abbilden lassen, bei Grafikkarten diese Einteilung jedoch zu streng ist, vor allem deshalb, weil die Lüfter bei den Pixelbeschleunigern anders konzipiert sind.

Bis 32,9 dB(A) Unhörbar leise bis sehr leise
Von 33,0 bis 36,9 dB(A) Leise bis leicht hörbar
Von 37,0 bis 43,9 dB(A) Hörbar bis deutlich hörbar, die Komponente sollte aus einem geschlossenen Gehäuse herauszuhören sein
Ab 44 dB(A) Störend laut

Leider können wir bei der Lautstärke überhaupt kein gutes Zeugnis ausstellen. Bereits im Leerlauf werden deutlich hörbare 38,8 dB(A) erreicht, welche im Leerlauf beim ruhigen arbeiten oder surfen wirklich störend sind. Unter Spielelast ist es dann wirklich nervend laut, mindestens 50 dB(A) werden praktisch überall erreicht und damit deutlich zu viel des Guten. Die Grafikkarte fällt unserer Meinung nach viel zu laut aus und wir können sie in diesem Punkt nicht empfehlen.

Leistungsaufnahme

Eine weitere Anmerkung vorab: Niedrigere Temperaturen wirken sich grundsätzlich positiv auf die Leistungsaufnahme aus, durch die geringeren Leckströme kann einer unnötige Verschwendung von Energie vorgebeugt werden. Wie stark dieser Einfluss ist, hängt aber immer von der verwendeten Grafikkartenarchitektur ab. So dankt AMDs Hawaii-Chip es dem Nutzer sehr deutlich, wenn die GPU kühl gehalten wird.

Etwas verwundert waren wir dann doch, als die Grafikkarte ohne Stromanschluss sich in der Nähe GTX 950 oder R9 270X platzierte. Dabei sollte man vor allem nicht vergessen, dass jene Grafikkarten eine höhere Leistung besitzen, wenngleich sie auch teurer sind. Natürlich liegt die R7 knapp unterhalb einer 950, aber durch ein auf sparsam ausgelegtes Produkt hätten wir uns noch weniger erwartet. Gesamt gesehen ist die Karte aber durchaus sparsamer, 160 Watt im Durchschnitt unter Last mit einer starken CPU sind keine schlechten Werte.

Performance pro Watt Index

Wie ist dieses Diagramm zu verstehen? Der Durchschnitt aus den FPS wird durch den Durchschnitt der Leistungsaufnahme des Gesamtsystems gerechnet. Da in einem Spiel die Auslastung des Prozessors grundsätzlich gleich bleibt, ist der Unterschied in den Werten vor allem auf die Leistungsfähigkeit der Grafikkarte zurückzuführen. Hier wirkt sich besonders eine effiziente Architektur positiv aus, welche viele Bilder bei wenigen Watt liefert.

Aufmerksamen Lesern wird sicherlich schon vor dieser Seite aufgefallen sein, dass die Leistung in Relation zum Stromverbrauch doch niedriger ist. Genauer gesagt erreicht hier die HIS-Karte nur knapp 55 Prozent der R9 270X und etwa 60 Prozent der GTX 950 Sniper. Damit besitzt die R7 360 die bisher schlechteste Performance pro Watt Leistung aller getesteter Grafikkarten dieser Testreihe (alte Tests außerhalb der Reihe ausgenommen!), womit das Argument einer besonders effizienten Grafikkarte an diesem Punkt leider nicht greift.

Simon Sternbauer meint …

Simon Sternbauer

Wir würden an dieser Stelle wirklich gerne eine Empfehlung für die HIS R7 360 GREEN iCooler OC aussprechen, jedoch können wir aufgrund der vorliegenden Fakten genau dies nicht tun, jedenfalls nicht umfänglich.

Doch beginnen wir zuerst mit den positiven Eigenschaften der Grafikkarte: Durch ihre kompakten Abmessungen findet sie ihren Platz in praktisch jedem Gehäuse, welches Raum für eine Dual-Slot-Karte bietet. Dazu reicht die Spieleleistung für die meisten Free-to-Play Spiele oder die großen MMORPGs wie World of Warcraft mehr als aus. Auch der Speicher der Grafikkarte ist mit zwei Gigabyte passend dimensioniert, dazu handelt es sich um GDDR5-Speicher. Dieser ist deutlich schneller als zum Beispiel DDR3, welcher in Grafikkarten in der Preisklasse um 100 Euro sehr häufig verbaut wird.

Jedoch stellten sich eben auch sehr viele Fakten einer reinweg positiven Wertung der Karte entgegen. Allen voran ist die zu hohe Lautstärke zu nennen, welche in allen Lagen viel zu laut ist und ein angenehmes Arbeiten oder Spielen, selbst mit Kopfhören, einfach unmöglich macht. Darüber hinaus , bedingt durch das straffe Powerlimit der Karte, fängt sie bereits von Werk damit an den Takt in aufwendigen Spieleszenen zu drosseln, was sich zwar nicht wirklich bemerkbar macht, aber genau so wenig schön anzusehen ist. Zu diesem Punkt, der Leistungsaufnahme, müssen wir leider auch sagen, dass die Karte gegenüber einer GTX 950 nur minimalst sparsamer ist. Dafür ist unsere GTX 950 schneller und leiser, wenn auch teurer. Für die HIS R7 360 heißt das weiterführend, dass die FPS-Leistung pro verbrauchtes Watt sehr niedrig ausfällt, womit man mit der vorhergehenden Nvidia auch in diesem Punkt die bessere Wahl trifft. Ein kleineres, wenn auch nerviges Detail der Radeon ist außerdem noch, dass die Kühlerabdeckung hinten hinaus übersteht, was einfach etwas unnötig ist. Da es keinen Stromanschluss gibt, hätte man diese wenigen Zentimeter locker einsparen können.

Abschließend können wir nur mehr den Anfang der Einleitung des Fazits wiederholen: Ein Kauf der Karte lohnt sich nicht. Wenn einem die Spieleleistung aber zusagt, ist ein Blick zu Modellen von Mitbewerbern zu empfehlen. Ein in Foren beliebtes Modell kommt von MSI, aber auch HIS selbst bietet ein Produkt mit anderem Kühler, wenn auch mit Stromanschluss an. Eine Kaufempfehlung für eines der Modelle können wir, da nicht getestet, nicht geben.

  • Positiv
  • Kompakte Abmessungen
  • Ausreichende Spieleleistung
  • GDDR5 Speicher
  • Temperaturen sind im grünen Bereich
  • Neutral
  • Negativ
  • Kühlerabdeckung steht deutlich über
  • Sehr laut
  • Takt schwankt teilweise stark
  • Nicht so sparsam wie gedacht
  • Schlechte Leistung pro Watt
  • Übertaktungspotenzial kann nicht immer ausgenutzt werden

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