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Tech-Review.de

  • Sonntag, 16. Mai 2021
Gigabyte Radeon HD 5770 im Test

Gigabyte Radeon HD 5770 im Test: Günstig und leistungsstark?

Einleitung

Nvidias Fermi mit den kürzlich erschienenen GTX 470 und 480-Karten sowie ATIs 5800er Serie sind im Moment in aller Munde. Während Enthusiasten für eine Radeon HD 5850 mindestens 250 Euro und für eine HD 5870 stellenweise deutlich über 350 Euro bezahlen, bieten die Boardpartner auch Karten mit ATIs 5570er Chip an. Die Radeon HD 5770 soll vor allem für preisbewusste Spieler interessant sein, die ein wenig höhere Ansprüche an die Bildqualität haben. Immerhin soll sie die Leistung einer HD 4870 bieten, aber für derzeit knapp 130 Euro u.a. auch DirectX 11 unterstützen.

Die 5770 ist nun lange genug auf dem Markt, dass Treiberoptimierungen greifen konnten. Inzwischen bieten ATIs Boardpartner auch alternative Kühllösungen an. Einen anderen Weg als ATI mit dem Referenzdesign geht Gigabyte mit dem eigenen Kühlkonzept. Ob die Gigabyte HD 5770 zum Spielen mit gehobeneren Ansprüchen taugt und was Gigabyte mit dem eigenen Design auf den Markt gebracht hat, klären wir in unserem Review auf den folgenden Seiten.

Tech-Review wünscht Ihnen viel Spaß beim Lesen!

Technische Details

Die Radeon HD 5700-Serie basiert auf ATIs RV840-GPU (interner Codename „Juniper“) und wird im 40 nm-Verfahren hergestellt. Auf dem Chip sind etwa 1,04 Milliarden Transistoren verbaut (zum Vergleich: die RV770-GPU der 4870 hat ca. 956 Millionen Transistoren). Vergleicht man die Architektur der Juniper-Chips mit der der Cypress-Chips der 5800er Reihe, fällt einem auf, dass der Juniper-Chip in etwa halb so komplex aufgebaut ist wie der große Bruder aus dem eigenen Hause.

Gigabyte liefert die HD 5770 mit 1 GB Grafikspeicher aus, der an ein 128 Bit breites Speicherinterface angebunden ist.

Ein paar weitere Daten im Überblick:

Wie alle Grafikkarten aus der 5000er Serie bietet auch die 5770 DirectX11-Unterstützung, und beherrscht Eyefinity für den Multi-Monitor-Betrieb, sowie den Unified Video Decoder um den Prozessor zu entlasten. Gigabyte gibt sich alle Mühe bei der Qualität und verbaut qualitativ hochwertige Kondensatoren aus Japan. Das PCB beinhaltet die doppelte Menge Kupfer, was bessere Temperaturen und längere Lebensdauer verspricht.

Verpackung und Lieferumfang

Die Verpackung der Gigabyte HD 5770 offenbart die wichtigsten Features schon in Schrift und Bild. Gigabyte legt einige nützliche Dinge in den Karton. Neben der obligatorischen bebilderten Anleitung, die in mehreren Sprachen verfasst ist, findet sich hier auch eine Treiber CD, eine Crossfire-Brücke, ein DVI-VGA - Adapter für den Anschluss per VGA, und ein Stromadapter für 2 x 4-Pin-Molex auf 1 x 6-Pin-PCIe. Somit ist alles Nötige für den Erstbetrieb vorhanden.

Äußere Eindrücke

Das äußere Erscheinungsbild der knapp 21 cm kurzen Karte wird geprägt von Gigabytes Kühlerdesign. Die spacige Optik sieht so aus als hätte sich Gigabyte Gedanken zum nächsten „Batmobil“ gemacht.

Die PCI-Slotblende offenbart alle wichtigen Anschlüsse: Dual DVI, HDMI und DisplayPort bieten alles was das Herz im digitalen Zeitalter begehren kann. Gigabyte geht hier den richtigen Weg und bietet die veraltete VGA-Schnittstelle nicht mehr an. Auf der Oberseite der Karte befindet sich die übliche Crossfire-Schnittstelle zum Verbinden mit einer zweiten Grafikkarte. Das Netzteil wird an der Rückseite per PCIe 6-Pol-Stecker angeschlossen.

Kühlung und Struktur

Der Kühlkörper besteht aus Aluminium und hat einen Kupferkern, der für die Übertragung der Abwärme des Chips zuständig ist. Kupfer ist hier eine gute Wahl, weil es die Wärme besser leitet als Aluminium. Auf dem Kühler, der einen zweiten Slot benötigt, sitzt ein 80 mm Lüfter mit dem Gigabyte-Logo darauf. Die Ingenieure von Gigabyte haben hier zum Glück mitgedacht: Der Kupferkern, der direkt auf der GPU aufliegt, liegt nicht direkt unter der Rotationsachse des verbauten Lüfters. Das wäre nämlich ärgerlich, denn die Lüfterachse bildet einen toten Punkt, an den in nächster Nähe keine umgewälzte Luft gerät.

Die geschwungenen Kühlrippen des Aluminiumkörpers lenken die Luft über die darunter liegenden Speicherbausteine. Auf eine zusätzliche Kühlung, mit passiven Kühlern etwa, wird ansonsten, auch auf der Rückseite der Karte, verzichtet. Wir empfehlen beim Einbau darauf zu achten, dass ein Gehäuselüfter in der Front frische Luft über die Karte streichen lässt. Das scheint zwar nicht unbedingt notwendig zu sein. Doch kühlere Elemente haben potentiell eine höhere Lebensdauer. Das Plastikgehäuse der Konstruktion scheint keine Funktion zu haben und bietet lediglich etwas fürs Auge. Ob das Design gefällt oder nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Die Demontage des Kühlers ist denkbar einfach. Lediglich vier gefederte Schrauben sind an der Unterseite zu lösen, damit man die Konstruktion abnehmen kann.

Der demontierte Kühler der Karte

Wir haben zwar auf ein Foto verzichtet, möchten aber nicht unerwähnt lassen, dass Gigabyte die richtige Menge Wärmeleitpaste auf den Grafikchip aufgetragen hat. Die ganze GPU ist hauchdünn bestrichen. Da haben wir schon ganz Anderes erleben müssen. Anhand der nackten Karte sieht man, dass die Speicherbausteine sowohl um den Grafikprozessor herum als auch auf der Rückseite der Karte angeordnet sind. Die Spannungswandler und Kondensatoren befinden sich hauptsächlich zwischen GPU und dem Slotblech.

Die GPU bleibt im 2D-Modus mit 41°C sehr kühl. In unserem Last-Szenario mit FurMark stieg die Temperatur nach 10 Minuten Laufzeit auf lediglich 71°C, wobei der Lüfter nicht einmal voll aufdrehen musste.

Generell hält sich das Laufgeräusch des Propellers erstaunlich zurück, lediglich auf 100% hört man ihn recht deutlich. Unser Last-Szenario stellt allerdings die größte Beanspruchung, bzw. höchste Wärmeentwicklung für die GPU dar, und dabei drehte der Lüfter, wie erwähnt, deutlich unter 100% Leistung und blieb damit angenehm leise.

Insgesamt bleibt zu sagen, dass Gigabytes Kühler-Konstruktion als sehr gelungen zu bezeichnen ist. Im Idle hört man nichts von der Karte, und unter Last ist sie auch sehr zurückhaltend.

Benchmarks

Da die Karte DirectX 11 unterstützt, haben wir natürlich zwei Spiele aufgenommen, die mit DirectX 11-Features aufwarten können:

Battlefield: Bad Company 2 bietet unter DirectX 11 weichere Schatten mit weniger Flimmern. Metro 2033 ist ein wahres DirectX 11-Spiel: In unserer Testszene tauchen neben Tessellation auch Depth of Field, als auch SSAO auf. In keinem Test darf der synthetische Benchmark 3DMark Vantage fehlen. Deshalb ließen wir die Radeon HD 5770 auch hierbei schwitzen.

Hier die Ergebnisse unserer Testdurchläufe:

Das beliebte Multiplayer-Spiel Bad Company 2 ist durchweg flüssig spielbar. Die Ergebnisse zeigen, dass man hier nicht auf qualitätssteigernde Einstellungen verzichten muss.

Auch Metro 2033 bleibt, zumindest unter DirectX 10 im gut spielbaren Bereich. Auch hier kann die Qualität ein bisschen aufgewertet werden. DirectX 11 fordert allerdings seinen Tribut. Zwar ist das Spiel auch hier noch spielbar - richtig flüssig ist aber etwas anderes. Zumindest in diesem Szenario ist es also naheliegend die Grafikqualität ein bisschen zurück zu schrauben.

Overclocking

Das Übertakten von Grafikkarten ist heute einfacher denn je.

ATI bringt im Catalyst Control Center (CCC) ein eigenes Overclocking-Tool mit, das auf den Namen Overdrive hört. Mit dieser Funktion lassen sich u.a. auch automatisch der höchstmögliche, von ATI freigegebene, Chip- und Speichertakt ermitteln. Mit alternativen Tools sind die Taktraten nicht limitiert. Somit dient das Overdrive Tool im CCC nur als erster Hinweis auf die Taktfähigkeit einer Grafikkarte. Wir verwendeten für einen ersten Überblick die Frequenzen, die automatisch ermittelt wurden. So stockte Overdrive den Chiptakt von 850 auf 950 MHz und den Speichertakt um satte 235 MHz von 1200 auf 1435 MHz auf.

Leider wirkte sich das bei den gewählten Spiele-Einstellungen kaum auf die Performance aus. Die Verbesserungen bei Bad Company 2 und Metro 2033 lagen im kaum messbaren Bereich und liegen damit innerhalb der Messtoleranz.

Bei 3DMark Vantage allerdings fiel der Performance-Gewinn ein wenig deutlicher aus. Das folgende Schaubild zeigt die Verbesserungen im Detail.

Tibor Bársony meint …

Tibor Bársony

Gigabyte hat mit dem Eigendesign der Radeon 5770 ein durchaus gelungenes Stück Technik im Angebot. Aufgrund der äußerst niedrigen Lautstärke im 2D- und Spielebetrieb ist sie auch ein Geheimtipp für Silentfans. Die Spieleleistung unter DirectX 10 weiß bei den gewählten Einstellungen durchaus zu überzeugen. Selbst Hardwarefresser wie Metro 2033 werden von Gigabytes Grafikkarte flüssig dargestellt.

Auch unter DirectX 11 sieht die Leistung ordentlich aus. Einziges Manko sind die niedrigen Frameraten bei Metro 2033. Spielbar ist es auch so, wenn auch nicht ganz flüssig. Ob das nun an einer schlechten Optimierung seitens der Spieleentwickler liegt oder daran, dass der Karte unter DirectX 11 die Luft ausgeht, müssen kommende Spiele zeigen, die ebenfalls voll auf die neue Grafikschnittstelle setzen werden.

Der Overclocking-Test hat gezeigt, dass noch Leistungsreserven in der Karte schlummern. Wie die Steigerung der rohen Leistung sich jedoch auf die angezeigten Bilder pro Sekunde auswirkt, scheint von Spiel zu Spiel unterschiedlich zu sein. Wir empfehlen den Einsatz der Gigabyte HD 5770 in einem Spielerechner für preisbewusste Spieler oder in einem leisen HTPC, der als Spiele- und Multimedia-Zentrale im Wohnzimmer steht, sofern das Zwei-Slot-Design der Karte das zulässt.

Alternativ bietet sich Nvidias GTX260-Reihe an, die mal schneller, mal langsamer ist als ATIs HD 5770. Allerdings beherrscht die GTX260 weder DirectX 11 noch Eyefnity für den Multi-Monitor-Betrieb - zugegeben: Letzteres ist nicht Jedermanns Sache, aber immerhin ein praktisches Feature. Insgesamt ist der Preis von derzeit knapp 130 Euro durchaus angemessen – erst recht wenn man die leise Kühlung bedenkt. Es gibt auch andere HD 5770 Modelle mit alternativem Kühldesign, die teilweise werksseitig übertaktet sind. Der Preis liegt teilweise deutlich über den 130 Euro des Gigabyte-Designs. Unser Test hat aber gezeigt, dass sich daraus keine deutlichen Vorteile ergeben. Deswegen sind ausgefallene Kühllösungen wie z.B. einem montiertem Twin Frozr II auch unnötig.

  • Positiv
  • Effiziente Kühllösung
  • Leiser Lüfter
  • Ordentliche Spieleleistung
  • Sehr gutes Preis und Leistungsverhältnis
  • Neutral
  • - / -
  • Negativ
  • - / -

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