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Tech-Review.de

  • Freitag, 10. Juli 2020
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Func KB-460

Func KB-460: Mechanische Tastatur im Test

Einleitung

Der Markt mit mechanischen Tastaturen ist durch den Medienhype vor gut zwei Jahren bereits großzügig bestückt, so gut wie jeder Hersteller hat inzwischen die Tastaturen mit meist verschiedenen Cherry-Switches in sein Portfolio aufgenommen. Das einzige was hier lange Zeit fehlte waren kostengünstige Modelle, die in Hinblick auf ihre Qualität dennoch punkten können. Der Hersteller Func ist nach seinem Neustart 2012 im Vergleich zur Konkurrenz damit immer noch ziemlich neu am Markt - konnte sich dennoch mit seinen bisherigen Produkten - welche nicht nur sehr innovativ sondern vor allem eben sehr wertig waren - am Markt und bei der Usergemeinschaft positiv platzieren.

Jetzt bringt das Unternehmen mit der Func KB-460 nicht nur seine erste Tastatur heraus, sondern zugleich eine günstige Einsteiger-Variante mit einem Preis von rund 80 Euro, welche sich mit den ebenfalls an Sparfüchse gerichteten Modellen von Cooler Master, Tesoro und Corsair messen muss. Vorteil hierbei ist, dass die Konkurrenz in dem Preissektor eher gering bzw. nicht vorhanden ist. Mit gleichwertiger Ausstattung trifft man erst bei einem Preis von zehn Euro mehr auf die Ozone Strike Pro. Alle anderen Modelle oben-genannter Hersteller verfügen zum Beispiel nicht über einen USB-Hub ö.ä.. Dies macht die Tastatur dadurch noch interessanter für Anwender mit schmalem Budget.

Ansprechendes Gaming-Design, Multimediatasten, Macrofunktionen, USB-Hub, beleuchtete MX-Schalter: alles Key-Features mit dem Func sich gegenüber seiner Mitstreiter durchsetzen möchte. Natürlich haben auch sie das Rad nicht neu erfunden, sondern orientieren sich bei der Umsetzung an bereits vorhandene Standards. Darüber hinaus versucht das Unternehmen nicht nur mit dem Kampfpreis die Ware an den Mann zu bringen, sondern durch die Qualität und Feature-Vielfalt des Produktes selbst. Wie sich die Func KB-460 nun in der Praxis schlägt, zeigen wir Ihnen auf den nun folgenden Seiten. Viel Spaß beim Lesen!

Der Lieferumfang

Geliefert wird die Tastatur in einem schmalen, weißen Karton der sowohl eine Abbildung der Hardware also auch den Firmennamen auf der Vorderseite trägt. Die Rückseite hingegen trägt die technischen Daten in vier Sprachen samt einer Auflistung der Kernfunktionen. Weitere Informationen sucht man vergebens. Öffnet man das Paket, so erhält man neben der in Plastiktüte verpackten Tastatur selbst noch eine Handballenauflage samt zweier Montage-Clips, ein mehrseitiges und englischsprachiges Produkt-Handbuch sowie einen Hinweiszettel mit dem Downloadlink zur Anwendungssoftware (für die Einstellung der Tastatur-Setups). Eine Staubschutzkappe oder gar eine Tasten-Zange sucht man hier ebenfalls umsonst. Bei diesem Kaufpreis allerdings geht der gebotene Umfang mehr als Ordnung.

Lieferumfang im Detail:

  • Tastatur
  • Produkt-Handbuch
  • 1,8 Meter USB-Kabel (fest)
  • Handballenauflage mit Befestigungs-Clips
  • Hinweiszettel zum Software-Download
Der Lieferumfang

Die technischen Daten

Technische Daten:
Abmessungen (LxBxH): 448 x 198 x 33 mm
Gewicht*: 1245 Gramm
Tasten: Cherry-MX-Red-Schalter
Windowstaste abschaltbar
Lineare Schalter
Kein Klickpunkt
Druckkraft ~ 45 Gramm
Multimedia-Shortcuts
NKRO im USB-Modus (Full NKey)
Tastendeckel: Ein zylindrisches Tastendesign
Tastendeckel sind Beschichtet, Zeichen mit Laser ausgefräst
Speicher 128 kB Onboard Memory
Multimedia Tastenzusatzbelegung für Lautstärke und Mediasteuerung
Anschlussart USB, Kabel ca. 1,8 Meter lang
Pollingrate 1000 Hz (1ms)
Zusätzlicher 18K vergoldeter Ultra Low Latency USB-Hub mit 2 Anschlüssen
Beleuchtung: Rote Beleuchtung jeweils mit eigener LED
Mehrere Beleuchtungsmodis
Komplett ausschaltbar
Tastaturlayout: Deutsch. Layouts verfügbar: US, French,Nordic, Russian & UK.
Zubehör: Handballenauflage
Produkthandbuch
Download-Hinweis für Software
Preis: ~ 80 €
Garantie*: 1 Jahr (Hersteller) ab Kaufdatum
Hersteller: Func
Preisvergleich: Geizhals Deutschland
* Herstellerangabe

Im Detail

Die KB-460 von Func kommt in einem schwarzen Aufbau daher, verzichtet auf Schnörkeleien oder auffällige Designelemente und wirkt insgesamt eher dezent - gerade wenn man sich andere Produkte im Bereich der Gaming-Peripherie anschaut. Beim Gewicht hält sich das Tastenbrett aber nicht zurück und konnte über Weihnachten wohl das eine oder andere Putenstück ergattern, weshalb die Waage nun auch stolze 1245 Gramm offenbart. Damit also alles andere als ein Leichtgewicht - für einen sicheren Stand jedoch perfekt. Oben rechts hat der Hersteller das eigene Logo in die Oberfläche eingelassen, jedoch auch hier auf jedweden Farbakzent verzichtet, weswegen das Logo bei schlechter Beleuchtung auch kaum wahrzunehmen ist.

Selbst die Status-LEDs für Num- oder Capslock als auch die Funktionsanzeige der FN-Taste sind sehr klein gehalten und leuchten nur dezent. Das Chassis (ohne Tasten) sowie die Handballenablage wurden darüber hinaus mit einer Soft-Touch-Oberfläche überzogen, was eine angenehme Haptik bietet und dennoch einfach zu reinigen ist. Auch das Wertigkeitsgefühl ist „gut“ bis „sehr gut“, es wirkt nichts billig oder "nicht-passend", sondern die Herstellung wurde konzentriert auf eine passable Umsetzung.

Auf der Unterseite gibt es nicht viel zu sehen, die beiden Füße zum Verändern des Anstellwinkels tragen besitzen eine gummierte Auflagefläche und sorgen damit für ausreichenden Schutz vorm Verrutschen - unterstützt wird der Standschutz von zwei weiter vorn befindlichen Gummi-Auflagen.

Mit den ausklappbaren Füßen lässt sich der Tastaturwinkel zwischen vier und zehn Grad verstellen, jedoch muss darauf geachtet werden, dass die Füße auch wirklich ganz ausgeklappt wurden, da diese beim Handling ansonsten einfach wieder einklappen - was beim Hantieren auf dem Tisch nervig ist.

Die Handballenablage wird über zwei mitgelieferte Halterungen mit der Tastatur verbunden und quasi nur einge"klipst". Zunächst klemmt man also die Kunststoff-Halterungen in die dafür vorgesehenen Punkte an dem Keyboard und setzt danach die Ablage in die Rillen. Geht einfach, schnell und hält relativ gut. Nachteil dabei ist aber, dass, wenn man nur die Ablage wegnimmt, die Klipps dennoch zu sehen sind - denn diese sind nicht so fix wieder zu entnehmen und wehren sich zum Teil sehr stark.

Auf der Rückseite hat der Hersteller einen USB 2.0-Hub ohne zusätzliche Stromversorgung angebracht, der durch die USB-Port-Limitierung des Hosts nur mit einer geringen Amperezahl von maximal 500 mAh befüttert werden kann und man deswegen auf stromhungrige USB-Komponenten wie z.B. externe Festplatten verzichten sollte. Wir haben dazu zum Test mal einen WLAN-Stick eingesteckt und schon hier werden 450 der gesamt maximal über den USB-Port möglichen 500 mAh aufgebraucht. Eine externe Platte und einen weiteren USB-Stick ließ sich nicht mehr betreiben - das System quittierte den Dienst der Geräte mit einer Meldung zur zu geringen Stromversorgung. Dazu kommt, dass die Ports so eng aneinander gereiht sind, dass eine Doppelbestückung bei korpulenteren USB-Sticks schwierig werden kann. Nicht nur die Stromversorgung wird sich bei diesem Hub also über das eine Anschlusskabel geteilt, sondern auch die Bandbreite. Möchte man aber nur mal "eben" ein USB-Stick einstecken, ist der Hub ganz praktisch, für mehr taugt er allerdings nicht.

Die USB-Ports am oberen Tastatur-Rand

Typographisch präsentiert sich der Sans Serif-Schrifttyp der Tasten als gut lesbar und nicht verschnörkelt, was wir gerade im Gaming-Bereich deshäufigeren antreffen durften. Zumeist litt unter zu spezieller Gestaltungsideen der Tastenzeichen auch die Lesbarkeit. Bei den beleuchteten Tasten kam es hierbei sogar durch den vorhandenen Koronaeffekt der Caps zum leichten Verschwimmen. Func verzichtet durch eine gut lesbare Schriftart auf derlei "Specials", was auch im beleuchteten Zustand den oben genannten Effekt auf den Caps selbst vermeidet - gut so! Da die Ausleuchtung über je eine LED im oberen Teil der Tasten geschieht, hat der Hersteller auch alle Sonderzeichen oder Zweibelegungen in diesen Bereich verschoben. Als Zusatz verwendet Func bei der KB-460 einen rot reflektierenden Layer unterhalb der Tasten, welche das Licht der LED nochmal zurückspiegeln und die Beleuchtung auch in den unteren Bereichen zugute kommt.

Beim Thema Beleuchtung setzt Func auf eine Voll-Ansteuerung aller Tasten, selbst die Leertaste ist ausgeleuchtet. Mit insgesamt fünf auswählbaren Modi kann der Anwender zwischen drei Intensitätsstufen, einer pulsierenden Beleuchtung (Breathe-Effekt) und oder über das komplette Abschalten der LEDs wählen. Dabei findet die Einstellung über die Funktionstaste FN sowie entweder der 8 oder 2 auf der Nummerntastatur statt. Bei voller Anstrahlung kann die reflektierende Layeroberfläche nach unserem Geschmack aber dazu führen, dass die Ansicht der Tasten im dunklen Raum schnell mal zum verschwimmen neigt - das Rot ist dann einfach zu grell und musste in unserem Fall stets einen Modi herabgesetzt werden.

Angeschlossen wird die Tastatur über ein ca. 1,85 Meter langes und fest verbundenes Kabel, welches mit einem gemusterten Textil ummantelt wurde. Für einen reibungslosen Kontakt kommt ein vergoldeter USB-Stecker zum Einsatz.

Die Tasten-Kappen (Caps)

Der Hersteller hat die Stellung der einzelnen Tasten so gestaltet, dass diese wellige Anordnung die oberen Tasten mehr zum Anwender zeigen lässt - die unteren entsprechend dann entgegengesetzt - was einen Terasseneffekt darstellt. Da zumeist die Standard-Position der Finger sich in der mittigen Buchstabenreihe der Tastatur befindet, bietet diese Anordnung eine optimierte Bewegungshandlung und einen sehr guten Seitenhalt auf den Tasten selbst.

Die Tasten von der Seite

Bei den Caps kommt transluzenter Kunststoff zum Einsatz, der mit einer sehr robusten Beschichtung versehen wurde. Gerade in der Vergangenheit haben einige Hersteller bei der Haltbarkeit der Kappen Kompromisse gemacht. So wurde in diversen Foren über Haarrisse oder Brüche beim Tastenkreuz berichtet. Die Unterseite der Caps zeigte jedoch, dass ein Tastenkreuz mit kleinen Einbuchtungen - welches durch großzügige Streben gestützt wird - zum Einsatz kommt.

Wurde zum Beispiel bei der Tastatur Trigger des Herstellers Cooler Masters aus der Serie "Storm" ein vollrunder Zylinder, indem das Kreuz ohne Einkerbungen eingebracht wurde, verwendet, so wird hier auf das leicht optimierte Sternenkreuz gesetzt - eben mit der genannten Anfälligkeit gegen Mikrorisse. Warum dies so ist, wissen wir leider nicht, hätten aber gerne die runde Variante vorgefunden, was preislich bestimmt noch im Rahmen gewesen wäre. Der Hersteller Func verwendet an dieser Stelle jedoch auch etwas weicheres Material mit besseren Eigenschaften im Bereich der Elastizität, was wiederum positiv ist. Der Vorteil dabei ist nämlich die gesteigerte Riss- und Bruchfestigkeit.

Die Schalter:
Func bot zu Beginn bei der KB-460 nur die roten MX-Schalter vom Hersteller ZF an, ein häufig anzutreffender Schaltertyp bei mechanischen Tastaturen. Seit dem 06. Mai gibt es nun auch die Schalter-Typen MX-Blue und MX-Brown zur Auswahl. Ob der Hersteller jetzt noch weitere Varianten mit anderen MX-Switches plant, hängt laut Func von der Nachfrage ab. Der Grund für die häufige Nutzung dieser Variante von MX-Red-Schaltern liegt in dessen Eigenschaft. Es handelt sich um lineare Schalter ohne einen fühlbaren Klickpunkt. Der Klickauslöser tritt bereits bei einer Hubweite von zwei bis vier Millimetern ein, was identisch wäre mit den MX Black, jedoch hier nur gerade mal 45 Gramm Druckkraft aufgebracht werden müssen. Der Tastendruck ist dadurch sehr leichtgängig, weswegen es bei vielen Leuten häufig zum "vertippen" kommt.

Diese Schaltervariante sind sehr beliebt, da der Klickmechanismus ohne großen Kraftaufwand ausgeführt werden kann und kein Durchdrücken notwendig ist - speziell in hitzigen Situation eines Spiels können das die notwendigen Millisekunden schnellere Reaktionszeit sein, die für den Sieg gebraucht werden. Bei Anwendern einer eher ruhigen Schreibweise haben diese Schalter allerdings eher ein Nischendarseien - eben weil sie leider gerade zu Beginn sehr gewöhnungsbedürftig und nicht für jeden Schreiberling geeignet sind. Die schnelle Klickbarkeit macht sich darüber hinaus auch in der Lautstärke bemerkbar, weswegen die MX-Red keine Lösung für Silent-Freunde sein dürften.

Die riten MX-Schalter

Weitere Informationen zu diesem und weiteren Schaltertypen, findet ihr auf unserer "Schalter Erklärseite".

Beurteilung des Redakteurs:
In der Praxis und gerade als Vielschreiber gab es zunächst eine Gewöhnungsphase, die anhand zahlreicher Vertipper auch dringend notwendig war - schließlich nutzt der Redakteur im normalen Arbeitsalltag die CM Storm Trigger mit MX Brown-Schaltern. Nach gut einem Tag und reichlich Korrekturarbeit, lässt sich halbwegs fehlerfrei und zügig auf der KB-460 tippen. Das Schaltertyp-bedingte, lautere Klickgeräusch lässt den Tischnachbarn akustisch zwar permanent an seiner Arbeit teilhaben, nervig oder gar unangenehm ist dies jedoch nicht (auch nicht für den Kollegen). Es gibt kein Quietschen, kein Klappern und auch die Leertaste quittiert den Tastendruck durch einen sauberen Ton.

In Kombination mit dem möglichen Anstellwinkel und die Handballenablage war auch über die Einsatz- bzw. Testzeit von über drei Wochen in jeder Situation ein ermüdungsfreies Tippen möglich. Aus Sicht des Redakteurs gibt es am Schreibverhalten der KB-460 nichts zu bemängeln.

Die Sonderfunktionen der Tastatur

Da bei der Func KB-460 keine zusätzlichen Makro-Tasten vorhanden sind, nutzt der Hersteller die Doppelbelegung der F-Tasten, um seine Sonderfunktionen zu bedienen. Hierbei sind die Tasten F1 bis F6 für die Multimediasteuerung wie z.B. der Anpassung der Lautstärke, Mute, Play/Stopp oder Titel vor/zurück vorgesehen. Die Tasten F7 bis F11 dienen der Auswahl eines in den großzügig bemessenen 128 kB Speicher hinterlegten Profils, mit dem sich individuelle Makros und Keysetups realisieren lassen. Leider fehlt gerade bei der Profilwahl ein optischer Indikator, der zeigt welches Profil vom Anwender gerade aktiviert wurde. So kann man schnell den Überblick verlieren.

Mit Hilfe der FN-Taste, vielfach bekannt von Notebooks, kann der Anwender die Sondertastenbelegung oder das entsprechende Profil auswählen. Makrofunktionalität wird bei der KB-460 groß geschrieben, trotz des vergleichsweise geringen Kaufpreises, sodass sich quasi jede Taste (mit Ausnahme der Fn/Windows/F7-12-Tasten) mit einer Zusatzbelegung bestücken ließe. Dies kann dabei eine einfache Aktion, wie zum Beispiel das Ausschneiden eines Textes oder der Start eines Tasten-Makros, sein. Über die F12-Taste lässt sich der sogenannte "Func-Mode" aktivieren, bei dem die Windowstaste deaktiviert werden kann. Angepasst wird das Keysetup über die auf der Herstellerseite optional herunterladbare Anwendung "Func KB".

Die Fn-Taste, um die Sonderfunktionen auszulösen

Die Software

Func liefert passend zur Hardware auch eine entsprechende Software, welche allerdings nur über die Func-Webseite selbst heruntergeladen werden kann. Mit dieser kann der Anwender das Tasten-Setup frei konfigurieren. Die "Func KB"-Software ist fix installiert und kann über das Tray-Icon mit einem Doppelklick gestartet werden. Zunächst wirkt es optisch sehr aufgeräumt, dennoch wird man mit der Vielzahl an einstellbaren Optionen als User ein wenig überrumpelt, da nicht direkt die Handhabe der Buttons ersichtlich wird - vorallem da die Anwendung auf keinen Klick auf die Tastenabbildungen zu reagieren scheint. Dies liegt aber daran, dass Func hier eine spezielle Reihenfolge der Tastenwahl vordefiniert, mit denen sich die Funktion der jeweiligen Taste dann individuell verändern lässt. An dieser Stelle hilft das beiliegende Handbuch - leider nur auf Englisch, ebenso wie die Software - das ab Seite 10 unter "Button Assignment" auf die Umstellung eingeht.

Bei der Func KB-460 lassen sich in jeden der fünf Profile je 10 Setups/Makros mit je 40 Aktionen speichern. Diese 10 Tasten können hierbei mit einer speziellen Funktion (zum Beispiel das Öffnen einer Applikation, das Kopieren oder Ausschneiden eines Inhalts) bestückt, oder aber auch mit einem Klick-Makro versehen werden. Bis auf die dunkelgrauen Tasten lassen sich dabei alle auf der Tastatur befindlichen Buttons konfigurieren, was nicht nur für einen hohen Grad an Individualität sorgt, sondern auch außerhalb des Alltages seine Vorteile ausspielen kann - indem sich so über einen Tastendruck zum Beispiel das E-Mailprogramm oder die Buchungssoftware starten ließe.

In jedem der zehn Makros können, wie oben schon genannt, insgesamt 40 Aktionen untergebracht werden. Hierbei gelten sowohl das Drücken der Taste, sowie auch dessen Loslassen als je eine Aktion. Um ein Makro zu bestücken muss man eine der Memory-Tasten M1-M10 anklicken, wählt die zu belegende Taste, dann unter der Schaltfläche "unassigned" die Liste öffnen und für eine Makroerstellung den Punkt "Makro" wählen. Hierbei öffnet sich ein Editor mit minimalem Funktionsumfang. Record-Button anklicken, Wunschaktionen ausführen und mit Stopp+OK wieder bestätigen. An die Tastatur gesendet werden die Einstellung jedoch erst mit einem Klick auf "Apply" oder "OK", was sehr flott vonstatten geht.

Leider lassen sich einmal erstellte Makros nicht mehr nachträglich editieren, weshalb man an dieser Stelle bei einem Fehler das Makro neu schreiben muss. Eine gute Kompromiss-Lösung stellt jedoch die Möglichkeit dar, das Makro direkt im Editor als "Dateiname.macro" zu ex- bzw. zu importieren. Gleiches gilt für alle Einstellungen insgesamt, welche über den Backup-/Restore-Button gesichert oder wiederhergestellt werden können. Damit sind dann auch komplexe Setups leicht gesichert. Mit dem Button "Restore to default" wird die Werkseinstellung aller Setups und Einstellungen ermöglicht. Bei der KB-460 handelt es sich um ein Plug-and-Play-Modell, welches also auch ohne Key-Setup oder Software direkt voll einsatzfähig ist.

Ghosting und Jamming

Zu Beginn des Tests in diesem Bereich wollen wir zunächst erklären, wobei es sich beim Phänomen "Ghosting" und "Jamming" eigentlich handelt.

Unter den Begriff "Ghosting" versteht man das Problem, dass auf einer Tastatur einige Tastenkombinationen nicht mehr funktionieren, wenn man versucht mehrere Tasten zeitgleich zu drücken. Problematisch sind hier eigentlich alle Tastaturen, dessen Verschaltung der Tasten auf einer Spalten-Zeilen-Matrix basieren. Hierbei zeigen sich die Phänomene, dass sich bestimmte Tasten nicht oder nur sehr träge drücken lassen, oder eine Taste aktiviert wird, die garnicht gedrückt wurde (Ghost). Um ein Beispiel zu nennen: Wenn man die Tasten A und W gedrückt hält und versucht mit Q eine weitere Funktion aufzurufen so wird dies in den meisten Fällen ebenso verschalteter Modelle nicht gehen, oder es wird der Versuch mit der Taste S quittiert. Gefühlt sind die gedrückten Tasten in dem Moment nicht mehr existent (Jamming) oder wie von "Geisterhand", werden andere Tastenaktionen gestartet, welche nicht gewollt waren.

Im Bereich des Marketing werben die Hersteller oftmals mit Anti-Ghost-Technologie, was jedoch nicht bedeutet muss, dass dieses Problem garnicht mehr auftritt, sondern hier wird meist auf favorisierte Tastenbereiche oder bestimmte Tastenlimits gesetzt. So kann sich das Anti-Ghosting auf die Tasten der WASD beschränken oder auf die maximale Anzahl der gleichzeitig zu klickenden Tasten.

Die Ursache dieses Problems liegt in der Schalt-Matrix der Tastatur: So ist es Gang und Gebe, dass man nicht jedem einzelnen Kontakt (Taste) eine separate Leitung zur Klick-Auswertung spendiert, sondern dies in Form von Spalten und Zeilen samt Kontaktflächen auf einer Folie ermittelt. Beim Drücken einer Taste erkennt hierbei ein Controller das sich ergebene Muster (Pattern) anhand der kurzgeschlossenen Spalten und Zeilen und kann diese entsprechend interpretieren da es hier eine direkte Zuordnung gibt.

Weitere Infos zu dem Thema Ghosting und Jamming findet ihr auf unserer "Tastaturfunktionen-Erklärseite".

N-Key Rollover

Um beide Probleme, also Ghosting und Jamming, zu umgehen, müssen die Tasten so verschaltet und aufgebaut sein, dass eine eindeutige Zuweisung möglich ist. Die Lösung heißt hier N-Key-Rollover: Hierbei sind die Tasten einzeln verschaltet und durch eine Diode zusätzlich entkoppelt, darüber hinaus muss der verbaute Controller all diese Informationen auch entsprechend sauber verarbeiten können. "N-Key" steht in diesem Fall für beliebig viele und "Rollover" für gedrückte Tasten.

Der Hersteller Func nennt für seine KB-460 zwar keine genauen Zahlen über die Anzahl maximal gleichzeitig drückbaren Tastenschläge, aber durch die Emulierung eines zweites USB-Device im Gerätemanager wird der N-Key entsprechend erweitert, sodass der Anwender mit zwei Händen eigentlich nicht in der Lage sein sollte, eine fehlerhafte Tastenschlagzuweisung zu erreichen und die Anzahl der gleichzeitig möglichen Tastenschläge damit bis ins Unendliche geht. In unserem Test gab es jedenfalls keinen entsprechenden Fehlerfall.

Durch diesen Mitmachtest können Sie direkt Ihre eigene Tastatur auf das Ghosting-Phänomen hin überprüfen - und dies nur mit einem simplen Texteditor wie ihn Windows zum Beispiel von Haus aus mitbringt. Egal ob Word, Wordpress oder anderweitiger Schreibeditoren, es bedarf hierfür keiner extra Softwareinstallation.

Zum Test verwenden wir einen Text, in dem alle Buchstaben des englischen Alphabets vorkommen:
THE QUICK BROWN FOX JUMPS OVER THE LAZY DOG
Öffnen Sie einen einfachen Texteditor und drücken die beiden Shift-Tasten gleichzeitig und lassen diese während der gesamten Eingabe nicht los. Nun schreiben Sie oben stehenden Satz. Bei der Func KB-460 sah das Ergebnis folgendermaßen aus:

PS2 / USB / Polling Rate

Auch hier müssen wir wieder mit langweiliger Theorie nerven: Bei Tastaturen die noch über PS2 angeschlossen wurden, geschah die EVA, also das Eingabe-Verarbeitung-Ausgabe-Prinzip in Echtzeit, da dieses Gerät einem festen Interrupt im System zugeordnet wurde, der durch kein anderes Gerät belegt sein konnte. Hierbei hat das Gerät beim Auftreten eines Ereignisses dieses selbstständig an den Computer in Echtzeit übermittelt. Bei einem USB-Anschluss teilen sich aber viele Geräte diese universelle Schnittstelle. Hier werden nun innerhalb eines gewissen Zeitabstands periodisch alle angeschlossenen Geräte abgefragt, ob neue Befehle vorliegen. Dieser festgelegte Zeitabstand wird Polling-Rate genannt. Bei den Befehlen kann es sich dabei um Tastenschläge, Druckeraufträge und ähnlichem handeln, die von den Geräten chronologisch in eine Art Zwischenpuffer gespeichert werden.

Dieses Interrupt-Paket ist in seiner Aufnahmekapazität aber begrenzt. Um diese Begrenzung zu Umgehen und einen möglichst geringen Abtast-Intervall zu erreichen kann man bei USB vom Gerät her nun so tun, als seien es mehrere Geräte (Devices). Werden mehrere Devices in einem Gerät emuliert, erhöht sich natürlich auch der Abtastvorgang und damit verringert sich die Zeitspanne zwischen Auftreten des Ereignisses (z.B. Tastendruck) und der Weiterleitung an das System. Bei der KB-460 von Func wird dieser Trick erfolgreich angewendet und im Betriebssystem weitere USB-Geräte emuliert, durch die sich die Abtastrate damit automatisch erhöht hat. Beim Full-N Key-Rollover ist die Beschränkung der gleichzeitig klickbaren Tasten damit quasi aufgehoben.

Die meisten Controller verwenden eine Polling-Rate von rund 125 Hertz, dies entspricht in etwa einer Zeitspanne von ca. 8 Millisekunden. Im Durchschnitt werden jedoch Intervallzeiten zwischen 0 und 4 Millisekunden erreicht. Wenn man nun also Pech hat kann es passieren, dass die Befehle des Gerätes (hier z.B. die Tastenschläge) nun 8 Millisekunden liegen bleiben. Diese Verzögerung kann natürlich mit zusätzlicher Software oder speziellen Systemeingriffen verringert werden, indem man die Polling-Rate erhöht. Func bietet bei der KB-460 die Möglichkeit, die Abtast-Rate auf bis zu 1000 Hz zu erhöhen - was dann theoretisch der Echtzeitübertragung von PS2 in nichts nachstehen würde. "Würde" ist hier aber das zu beachtende Wort, denn wenn mehrere an einen USB-Controller angeschlossene, datenintensive Geräte sich eine Leitung teilen müssen, verringert sich als logische Konsequenz die maximale Transfergeschwindigkeit je Gerät.

Unter allen Datensendern muss diese Bandbreite fair aufgeteilt werden und so kann es über kurz oder lang zu sogenannten "Daten-Lags" kommen, welche sich in Störungen, Problemen oder eben längeren Verzögerungszeiten zeigen können. Die Polling-Rate lässt sich nämlich nicht auf ein Gerät beschränken, sondern umfasst den Controller an sich und damit alle verbundenen Geräte. So wäre das Abtastintervall auch beim Drucker oder Scanner erhöht, was im Fazit bedeutet das im blödesten Fall die Zeit für die Ereignismeldung länger dauert als bei normal eingestellter Polling-Rate, oder es sogar zu fehlerhaften Übertragungen kommt. Dennoch ist die Kompatibilität zur dieser hohen Abtastrate als sehr positiv zu werten.

Mario Kramer meint …

Mario Kramer

Auch das zweite Einstands-Produkt Portfolio-Sparte für den Hersteller Func ist nach unserem doch recht umfangreichen Test als "gelungen" zu bezeichnen. Die KB-460 ist nicht nur in Puncto Verarbeitungsqualität sehr angenehm, sondern bietet mit den vollprogrammierbaren MX-Schaltern eine preiswerte Lösung für jeden der auf eine mechanische Tastatur umsteigen möchte.

Das Schreibgefühl ist gut, die Schalter sehr hochwertig und auch die allgemeine Haptik durch die gummierte Oberfläche sowie der Handballenauflage sehr angenehm. Bei der Typographie greift Func zu einer gut lesbaren Schriftart und sorgt darüber hinaus mit der gezielten Positionierung der Sonderzeichen dafür, dass diese immer gut zu erkennen sind. Da die LED in jeder Taste nicht die gesamte Kappe beleuchtungstechnisch abdeckt unterstützt der rote Layer im Hintergrund. Leider kommt es aber auch gerade deswegen - nach unserem subjektiven Empfinden - bei der höchsten Intensitätseinstellung relativ deutlich zum Koronaeffekt. Den einem mag's gefallen, uns störte diese zu helle Bestrahlung. Positiv hierbei ist aber die gute Einstufung der Beleuchtung, mit der sich auch für unseren Geschmack die Intensität auf ein angenehmes Maß bringen ließ. Ausstattungsmäßig steht die Func den Platzhirschen in diesem Segment sogut wie nicht nach, denn auch wenn der USB-Hub eher was für kleine USB-Sticks ist, so ist es dennoch ein praktisches Gimmik. Der interne Speicher und die freie Konfiguration über die Software wissen zu gefallen und bieten dem Anwender damit für vergleichsweise wenig Geld eine Tastatur mit einer großen Individualität. Natürlich bietet die Software nur die Grundelemente, eine tiefergehende Programmierung ist damit leider nicht möglich.

Betrachtet man jedoch die angestrebte Käuferschaft und den günstigen Preis, so können wir der Tastatur eine klare Kaufempfehlung aussprechen. Der Anwender bekommt für sein Geld eine stimmige Mischung aus wertigen Komponenten, praktischen Funktionen und einfacher Handhabung. Was will man mehr? Func hat hier ein tolles Produkt auf den Markt geworfen und relativ schnell auch die angebotene Schalterwahl erweitert, was FÜR das Unternehmen spricht. Der Kunde hat hier mit seiner Meinung offensichtlich ein aktives Mitspracherecht bei der Gestaltung und Weiterentwicklung der Produkte und wird berücksichtigt, nicht bei jedem Hersteller selbstverständlich. Sehr gut!

  • Positiv
  • Gutes Preis-/Leistungsangebot
  • Wertige Verarbeitung und Materialien
  • Angenehm schwer und dadurch stabilen Stand
  • Gute Haptik
  • Optisch ansprechende Beleuchtungsmodi
  • Sehr robuste Beschichtung der Caps und der Tastatur allgemein
  • Ausreichender Funktionsumfang
  • Anti-Ghosting/-Jamming
  • Multi-Device-Lösung
  • USB 2.0-Hub
  • Neutral
  • Negativ
  • Stromversorgung des USB-Hubs über das Anschlusskabel, damit eingeschränkt in seiner Leistung
  • Software sowie Handbuch nur auf englisch

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