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Tech-Review.de

  • Freitag, 30. Oktober 2020
Fractal Design Define S

Fractal Design Define S: Im Test

Einleitung

Gehäuse von Fractal Design sind bei Anwendern beliebt, schon alleine weil sich der skandinavische Hersteller bei seinen Modellen den Zielgruppen und damit dem geplanten Anwendungsgebiet zuwendet. So verwundert es nicht, dass sich im Portfolio von Fractal bereits heute eine große Auswahl an verschiedenen Gehäusetypen finden lässt, bei dem für jeden Anwender und Interessierten auch etwas passendes dabei ist. Ein weiterer Vorteil dabei: Die Modelle werden nicht einfach durch neue Varianten ersetzt, sondern werden überarbeitet und kommen dann in Form einer neuen Revision auf den Markt.

Ein besonders beliebtes Gehäuse aus dem Produktangebot des Herstellers und der zugleich prämierten Define-Serie ist das "Define R", inzwischen in der fünften Revision als Define R5 zu haben (hier unser Test). Dieses Modell schafft es seit Jahren regelmäßig unter den Top 10 der beliebtesten Gehäuse zu stehen. Beim Define R5 konzentrierte sich der Hersteller Fractal auf die Geräuschreduzierung durch schalldämmende Materialien und einem cleveren Inneren-Aufbau. Natürlich blieb das markentypische, kantige Äußere erhalten und wurde durch kleine Akzentsetzungen stilecht in Szene gesetzt. Mit einem Preis von rund 75,- Euro liegt es darüber hinaus im üblichen Preisniveau, den ein potentieller Kunde für ein gutes Gehäuse bereit ist zu bezahlen.

Mit Ende des ersten Quartals dieses Jahres kam nun das Schwestermodell des Define R5 auf den Markt, welches sich vollkommen auf einen anderen Nutzer-Kreis konzentriert und mit einem sehr speziellen Innenraum-Konzept aufwartet. Aber nicht nur dort geht der Hersteller einen ungewohnten Weg: So verzichtet Fractal Design beim Define S, so der Name des neuen Gehäuses, zum Beispiel komplett auf Laufwerksschächte für optische Medien, die Front - bisher als aufklappbare Tür, ist bestückt mit Schallschutzmaterial samt Alu-Imitat, hinter der sich zum Beispiel beim R5 zwei Laufwerksschächte und einen großzügigen Lüfterbereich befanden - ist nun komplett clean und als geschlossene Front gefertigt. In Zeiten vom immer schneller werdenden Breitbandinternet sind optische Laufwerke in ihrer Anwendung immer rarer geworden, die Nutzer verwenden zum Teilen von Dateien eher USB-Laufwerke oder eben die eigene Internetverbindung. Viele Spiele werden zudem nur noch als Download-Variante angeboten, was eine DVD faktisch unnötig macht. Selbst Treiber für Geräte werden zumeist nur noch als Download-Option auf der Herstellerseite empfohlen, wo es an dessen Stelle früher noch immer eine Installations-CD mit dazu gab. Fractal hat diesen Fakt nun dazu genutzt, um ein Gehäuse speziell für Fans der flüssigen Kühlung anzubieten. Sämtliche Bereiche sind, abgesehen vom fast identischen äußeren Look im Vergleich zum R5, so umstrukturiert worden, dass sich spielend leicht auch umfangreiche Wasserkühlungen ohne Platzmangel integrieren lassen sollen. Auf interne Laufwerksmodule für Festplatten oder SSDs hat der Hersteller deshalb auch komplett verzichtet und eine andere Installationsmethode hinter dem Mainboard-Tray konzipiert.

Damit es natürlich auch dem Feature-Umfang gerecht wird, gibt es das Gehäuse mit geschlossenem Seitenteil bereits für rund 75,- Euro und als Version mit Seitenfenster für gute 85,- Euro. (Stand 28.09 auf Geizhals.de)
Was der Hersteller hier im Detail verändert hat und ob sich das Weglassen standardisierter Module nicht irgendwo rächt, finden wir auf den nächsten Seiten des Tests für Euch heraus. Viel Spaß beim Lesen!

Verpackung

Geliefert wird das Gehäuse in einem braunen Karton, wie er bei Fractal Design üblicherweise zum Einsatz kommt. Umringt von Styropor-Schalen ist das Define S sicher gegen Stöße geschützt und die umhüllende Folie sorgt für ein sauberes, kratz-freies Ankommen beim Kunden. Damit sich alles ordnungsgemäß verbauen lässt, liefert der Hersteller diverses Zubehör mit. Darunter haben wir die üblichen Schraubensets zur Montage des Mainboards, des Netzteils, sowie der Speichermedien. Alles ist dabei sauber in einzelne Tüten verpackt, sehr gut! Des Weiteren gibt es ein sehr sorgfältig und in mehreren Sprachen ausgeführtes Montagehandbuch dabei, indem nicht nur die einzelnen Montageschritte bebildert zu finden sind, sondern der Hersteller an dieser Stelle auch eine schematische Darstellung der Bestückung mit Lüftern sowie Wasserkühlungs-Radiatoren bereithält.

Im Falle eines Defektes ist ein roter Hinweiszettel mit dabei, auf dem der Kunde gebeten wird zuerst den Support zu kontaktieren, bevor er das Gehäuse zurücksendet. Entsprechende Kontaktdaten sind natürlich auch enthalten. Für eine telefonische Kontaktaufnahme gibt es allerdings nur eine englischsprachige Kontaktadresse, weshalb es sich lohnt hier per Mail unter der angegebenen E-Mailadresse entsprechenden Kontakt aufzunehmen oder ein Supportticket zu erstellen. In den meisten Fällen wird eine Abwicklung des Defektes in Zusammenarbeit mit in Deutschland ansässigen Distributoren erfolgen. Ebenfalls ein Teil des Lieferumfanges sind zwei Bleche, die zur Montage eines Ausgleichsbehälters an der Mainboardwand dienen. Sechs Kabelbilder und eine Schraubhilfe für die Mainboard-Abstandsbolzen erleichtern den Einbau der Hardware und die sorgfältige Verlegung der Anschlusskabel.

Der Lieferumfang im Detail:

  • Define S Gehäuse
  • Montage-/Schrauben-Set
  • Mehrsprachiges, bebildertes Handbuch
  • Einschraubhilfe
  • Sechs Kabelbinder
  • Montagebleche für Ausgleichsbehälter

Technische Daten

Beim Define S handelt es sich um ein ganz spezielles Gehäuse, welches für Fans des feuchten Nasses konzipiert wurde. Im Vergleich zum Define R5 ist das Gehäuse allerdings um einige Zentimeter geschrumpft, so hat das Define S eine Abmessung von 233 x 451 x 520 mm statt 232 x 462 x 531 mm (B x H x T) beim R5. Dadurch ist es natürlich mit lediglich rund 9,1 Kg im Vergleich zu den 11,2 Kg vom R5 auch ein bisschen leichter geworden. Der Hersteller Fractal Design bietet durch das gezielte Weglassen der sonst typischen Laufwerksmodule für die optischen Medien, ebenso der 2,5/3,5"-Laufwerke und einer clever durchdachten Mainboardplatte, jede Menge Platz für unterschiedliche Formate von Wasserkühlungs-Radiatoren. Selbst eine große Pumpe oder voluminöse Ausgleichsbehälter sind Teil dieses Installationskonzeptes. Natürlich kann stattdessen auch eine brachiale Luftkühlung umgesetzt bzw. realisiert werden. Mit insgesamt neun Lüftermontageplätzen für 120/140mm-Modellen steht einem wahren Orkan nichts mehr im Wege, sofern man sich an der damit entstehenden Lautstärke nicht stört, versteht sich. Zwei Windschaufler der Fractal Design eigenen Serie Dynamic GP14 140 mm sind dabei ab Werk bereits vormontiert. Einer in der Front und ein Lüfter gleichen Modells im Heck.

Natürlich müssen zum Betrieb der Hardware auch Laufwerke für das Betriebssystem ins Gehäuse, diese werden nun jedoch in eigens dafür vorgesehene Montagehalterungen auf der Rückseite des Mainboard-Trays realisiert. So kann der Anwender an dieser Stelle drei 3,5"-Festplatten oder zusätzlich zwei 2,5"-SSDs verbauen. Für eine Geräuschreduzierung nach außen hin sorgen diverse Dämmmaterialien, sowie praktische ModuVent-Abdeckungen der Lüfterplätze im Deckel und im Seitenteil.

Technische Daten:
Modellbezeichnung Fractal Design Define S
Modellnummer (SKU) FD-CA-DEF-S-BK
Gehäusetyp Midi-Tower
Maße (HxBxT) 451 x 233 x 520 mm
Material Stahl, Kunststoff
Farbe Schwarz
Laufwerke
ODD ext. -/-
HDD ext. -/-
HDD int. 3
SSD int. 2
Erweiterungs-Slots
7
M/B
ATX, Micro ATX, Mini ITX
I/O 2x USB 3.0 / HD Audio
Lüfter Front 3x 120/140 mm (optional)
1x 140 mm, Dynamic GP14 fan, 1000 U/Min (vorinstalliert)
Oben 3x 120/140 mm Lüfter (optional)
oder 1x 180 mm Lüfter mit 165 mm Lochabstand (optional)
Hinten 1x 120/140 mm Lüfter (optional)
1x 140 mm, Dynamic GP14 fan, 1000 U/Min (vorinstalliert)
Seite 1x – 120/140 mm Lüfter (optional)
Boden 1x – 120/140 mm Lüfter (optional)
Wasser-
kühlungs-
Kompatilät
Front 360, 280, 240, 140 und 120 mm Radiatoren aller Dicken
Oben 420, 360, 280, 240, 140 und 120 mm Radiatoren
(eine Dickenbegrenzung von 55 mm für das Gespann aus
Kühler + Lüfter gilt für 420, 280 und 140 mm Radiatoren)
Hinten 120/140 mm Radiator
Boden 120 mm Radiator (Netzteil-Limit 165 mm)
Max. GraKa-Länge
425 mm - mit installieren Frontlüfter
450 mm - mit entferntem oder repositioniertem Frontlüfter
Max. CPU-Kühler-Höhe
180 mm
Max. NT-Länge (Tiefe)
180/170 mm - mit installiertem 120/140mm Bodenlüfter/Radiator
300 mm - mit entferntem Bodenlüfter/Radiator
Netto-Leergewicht ~ 9,1 Kg
Preis: ~ 75 €
Hersteller Fractal Design
Preisvergleich Geizhals Deutschland
* Herstellerangabe

Der Hersteller hat zur besseren Anschauung ein gelungenes Produktvideo erstellt, welches wir Euch natürlich nicht vorenthalten wollen:

Video abspielenFractal Design Define S

Außencheck

Von außen betrachtet ist das Define S mit dem Design des Define R5 in weiten Teilen identisch. Das Gehäuse ist in einem dunklen Lack gehüllt und kommt ohne Seitenfenster daher - eine Fensterversion ist aber ebenfalls im Portfolio des Herstellers enthalten. Mit dem Define S bleibt sich Fractal Design seiner Linie treu, ein kubisch aufgebautes Gehäuse anzubieten, welches seinem Käufern eine gekonnte Kombination aus auf klassischem Understatement getrimmten Äußerem gepaart mit modernen Akzenten - wie z.B. den chromierten Standfüßen, chromumrandetem Powertaster, sowie dem Aluimitat an der Frontblende - bietet. Ein moderner Look, der dennoch weit vom oftmals verspielten Aussehen anderer auf Gaming und Highend ausgelegter Gehäuse entfernt ist. Die Kanten sind abgerundet oder stylisch passend als Abschrägung gestaltet, was zumindest uns wirklich sehr gefällt.

Aber betrachten wir das Definde S nun einmal ganz im Detail. Die Frontpartie des Gehäuses ist an sich komplett clean und ohne wirkliche Funktion, wurde jedoch mit einem durchgehenden Aluminium-Imitat überzogen, das zugegebenermaßen sehr edel anmutet. Natürlich wäre echtes Metall an dieser Stelle schöner, nur sollte man den Kaufpreis dazu in Relation setzen und wird feststellen, dass solche Specials damit dann einfach nicht möglich sind.

An den Seiten ist das Gehäuse mit von oben bis unten durchgehende Lufteinlässe in Schlitzform bestückt, über die sich die dahinter befindlichen Lüfter ihre Frischluft besorgen. Auch wenn der Luftstrom einen Umweg zur Seite macht, haben Tests einiger Hersteller (darunter auch Fractal Design) ergeben, dass ein zur Seite geleiteter Luftstrom gleichermaßen auch die Geräuschentwicklung ablenkt, was dessen Wahrnehmung im Vergleich zu einer Frontbelüftung von vorn reduziert – abhängig von der Position des Anwenders zum Gehäuse.

Der seitliche Lufteinlass der Frontlüfter

Weiter geht es direkt mit dem Deckel des Gehäuses. Im Unterschied zum Define R5 verfügt das Define S zwar ebenfalls über ein fast identisches Anschluss-Panel, aber eben auch nur fast. Der Nutzer muss sich in diesem Fall nämlich mit zwei statt vier USB-Ports zufrieden geben. Ansonsten sind alle anderen Komponenten, wie zum Beispiel die Audiobuchsen für den Anschluss eines Headsets, dem sehr formschönen Powertaster mit Chromumrandung samt sehr angenehmen Klickgefühl, einem kleineren Resettaster und den obligatorischen LEDs, ebenso vorhanden. Die LED-Indikation ist dabei mit der Frontpartie verbunden und ein kleiner Schlitz dient als optische Position.

Das Frontpanel

Weiter nach hinten geblickt entdeckt man die drei Abdeckungen, welche vom Hersteller ModuVent getauft wurden und als Schallschutzelemente samt isolierender Matte ausgestattet sind. Sinn und Zweck dieser Abdeckungen sollte klar sein - solange kein Lüfter an der entsprechenden Position verbaut ist, sorgen die ModuVents dafür dass kein Staub eindringt und die Geräuschkulisse reduziert wird. Befestigt sind die ModuVent-Platten über ein einfaches Clip-System, was ein werkzeugloses Entfernen oder erneutes Anbringen gewährleistet.

Die Rückseite hat im Detail und zum Vergleich zum R5 auch kleine Veränderungen erfahren, ist aber mit der Rückseite des Define R4 identisch. So wurde, zur Geräuschhemmung, beim Hecklüfter und direkt darunter auf die beim R5 mehrflächig genutzten Lochraster verzichtet und nur so viel Fläche offengelassen, wie zur Kühlung notwendig ist. Ansonsten gibt es auch hier sieben Slots für Erweiterungskarten, dessen Blenden als Kontrastprogramm zum tiefen Schwarz des Gehäuses in Weiß gestaltet wurden. Ein Stockwerk darunter findet dann das zukünftige Netzteil seine Einbauposition samt ausziehbarem Nylon-Staubfilter im Bodenbereich, der unter fließendem Wasser bequem und schnell gereinigt werden kann.

Wird das Gehäuse sprichwörtlich "auf die Seite geworfen", zeigt sich nochmal der großzügige Staubfilter, welcher rund 3/4 des Bodenbereichs abdeckt. Ebenfalls ist hier zu sehen, dass die bereits genannten Standfüße über einen Gummiring verfügen, welcher zu unserem Bedauern nur angeklebt wurde. Die Frage bleibt bei dieser Art der Befestigung nämlich, wie lange die Ringe beim mehrfachen verrücken des Gehäuses an ihrem Platz bleiben. Hier wären verschraubte Varianten unserer Meinung nach schöner gewesen, oftmals aber eben alles eine Frage des Budgets.

Die Unterseite des Gehäuses

Mittels der am Boden befindlichen Eingriff-Mulde lässt sich die aus Kunststoff gefertigte Frontpartie des Define S schnell und bequem demontieren. Dahinter kommt der über drei Lüfterplätze gehende Rahmen mit dem Staubschutzgitter zum Vorschein, welcher sehr clever mit kleinen Magneten und Einrastkerben befestigt ist. Zu Gesicht bekommt man nach der Demontage, den ab Werk vorinstallierten Fractal Design Dynamic GP14 140 mm-Lüfter mit weißen Schaufelblättern. Natürlich kann der Nutzer hier auch weitere Schaufler montieren.

Innencheck

Möchte man das Gehäuse öffnen, so gibt es hier die bekannten Rändelschrauben. Sehr praktisch finden wir, dass diese nach dem Lösen in der ihrer Halterung verbleiben und man jene dadurch nicht aus Unachtsamkeit verlegen kann. Was gegen Verlust super ist, wird aber dann zum Problem wenn sich eines der Gewinde mal abnutzt. Ein Wechsel ist dann nicht so einfach machbar.

Die Schrauben sind vor Runterfallen gesichert

Wie auf diesem Bild zu sehen ist, verfügt das Seitenteil ebenfalls über eine Schallisolierung (entsprechend auch bei der gegenüberliegenden Seitentür). Für die Geräuschreduzierung, z.B. durch Körperschall, ist das echt super - vor allem das der Hersteller Fractal Design hier nicht am vernünftigem Material gespart hat. Zudem ist die Matte sehr sauber verklebt und weißt kaum Unebenheiten auf. Im Seitenteil befindet sich dann auch noch ein weiterer Montageplatz für einen Seitenlüfter. Da dieser Platz ab Werk aber nicht bestückt ist, hat Fractal an dieser Stelle eine abnehmbare Abdeckung (ebenfalls mit Dämm-Matte) verschraubt, die dem Silentkonzept dienlich ist.

Die Dämmung des Seitenteils

Betrachtet man den Innenraum, erstaunt doch die Menge an verfügbaren Platz. Das Gehäuse ist für Bastler und Wakü-Fans ausgelegt, die ihre Wasserkühlung samt Pumpe, Ausgleichsbehälter und mindestens einen Radiator unterbringen wollen - aber auch für Anwender mit großem Platzbedarf für die Unterbringung vieler Lüfter. Insgesamt neun Luftschaufler würden sich nämlich im Gehäuse verbauen lassen. Aus diesem Grund hat Fractal den Innenraum auch an den entscheidenden Stellen modifiziert. Die größte Änderung dürfte das Weglassen etwaiger Laufwerkskäfige sein - sowohl für 2,3"/3,5"/5,25"-Medien - dessen Unterbringung auf die Rückseite der Mainboard-Bodenplatte (Mainboard-Tray) verlagert wurde. Dieses Tray ist darüber hinaus mit einer Vielzahl an interessanten Features bestückt und bietet nicht nur ausreichend Platz zwischen ebengenannten und dem rückwärtigen Seitenteil, sondern kommt des Weiteren mit diversen Ausschnitten samt Kabeldurchlässen zum Kunden. Ausgestattet sind die Durchlässe im Tray mit Manschetten aus Gummi und damit Teil des Kabelmanagements-Konzepts. Insgesamt vier dieser Kabeltunnel bietet das Define S neben einem großzügigen Ausschnitt im Tray für die einfache Montage eines Kühlers mit Backplate - ohne das Mainboard ausbauen zu müssen - an. Ebenfalls sehr gut ist die Kompatibilität zu CPU-Kühlern bis zu einer Höhe von 180 mm.

Der freie, aufgeräumte Innenraum

Links oben ist der 140 mm-Lüfter des Typs Dynamic GP-14 von Fractal zu finden, darunter die mit Rändelschrauben zu lösenden Slotblenden. Wie in den vergangenen Testberichten mehrfach erwähnt, bevorzugen wir diese Montageart über Rändelschrauben aufgrund ihrer Langlebigkeit und einem zumeist sehr stabilem Halt. Das Netzteil thront am Boden des Gehäuses und wird auf kleine Puffer aufgesetzt. Insgesamt können hier Netzteile mit einer Länge bis zu 170/180mm verbaut werden, sofern noch ein Bodenlüfter/-Radiator (120/140 mm) zum Einsatz kommen soll. Fällt dieses Hindernis weg, lassen sich ATX-Modelle bis zu 300 mm verbauen. Für das Anti-Vibrationskonzept ist der Verbund mit dem Gehäuse zugleich mit einem Dämmstoff-Rahmen entkoppelt.

Die größten Veränderungen sind auf der rechten Seite zu finden. Hier ist frontseitig noch einmal der verbaute Lüfter zu sehen, welcher mittig montiert wurde. Die Montagestellen sind dabei so gestaltet, dass auch Radiatoren ohne Probleme mit ihren Bohrungen übereinstimmen und befestigt werden oder z.B. Lüfter variabel installiert werden können. Wendet man den Blick weiter nach links vom Lüfter, so fällt hier die ungewöhnliche Tray-Struktur mit ihren vertikalen Langlöchern auf. Diese dient im Detail dazu, um gepaart mit den beiden Blechen aus dem Lieferumfang einen Ausgleichsbehälter der verbauenden Wasserkühlung fest mit dem Gehäuse verbinden zu können. Da diese Ausschnitte sehr vielfältig sind, ist die Höhe des Gefäßes damit variabel. Der Boden ist komplettierend noch für eine Pumpenbefestigung mit mehreren Bohrungen - je nach verwendeter Sockel-Größe der Pumpe - vorbereitet.

Auf der Rückseite des Trays gibt es noch mehr zu entdecken: So ist nicht nur das Tray auf der linken Seite zur Platzschaffung weiter ins Gehäuseinnere gezogen, sondern es bietet an der Stelle drei vertikale Montageplätze für 3,5" (entkoppelt) - sowie auch 2,5" Laufwerke, wie z.B. einer Festplatte/SSD, an. Jeder Platz verfügt dabei über eine einzeln entnehmbare Halterung, die über eine Rändelschraube am Gehäuse-Tray fixiert ist. An dieser Halterung wird dann das entsprechende Medium festgeschraubt. Gleiches, nur eben in einer verkleinerten Version für die 2,5"-Medien und beschränkt auf zwei Laufwerke, ist auf der rechten Seite unterhalb des Board-Ausschnittes zu finden.

An der platzmäßig schmalsten Stelle stehen dem Anwender immer noch gute zwei Zentimeter Luft für der Kabelverlegung zu Verfügung, welche hinzufügend über die ab Werk angebrachten Klett-Binder sehr vereinfacht wird.

Genug Platz für die Kabelverlegung

Verarbeitungsqualität

Beim Thema Verarbeitung ist unsere Ausführung relativ knapp gehalten, denn einen Grund zum Klagen gibt es nicht. Das Gehäuse ist sehr robust und verwindungssteif, der Lack ist sauber und gleichmäßig aufgetragen und alle Kanten sind abgerundet. Natürlich gibt es speziell an den Einrast-Stellen der Seitenteile kleine Kratzer, diese bekommt der Nutzer beim geschlossenen Gehäuse aber nicht zu Gesicht und finden sich wohl bei 90 % aller Gehäuse. Bei der Wahl des Materials hat Fractal Design ihren bewährten Standard nicht verlassen und bietet solide Komponenten mit guter Verarbeitung. That's all glücklich!

Einbau der Hardware

Folgendes Testsystem kam dabei zum Einsatz:

Motherboard Asus M4A88TD-V EVO/USB3
CPU AMD Phenom II X4 Black Edition 965
RAM 2GB (1x 2048MB) G.Skill NS Series DDR3-1333 DIMM CL9-9-9-24 Single
Grafikkarte Radeon HD 5870
Betriebssystem Microsoft Windows 7 64bit
CPU-Kühler Spire - TherMax 2 (SP679)
Festplatte 1 x 160GB Samsung HD160JJ 7200rpm sATAII
1 x SSD SanDisk Ultra II 240 GB
Netzteil Sea Sonic X-Series 460 Watt (Passiv, mit Kabelmanagement)

Beim Einbau der Hardware gibt es natürlich durch die fehlenden Laufwerksrahmen jede Menge Raum und man kann alle Montageschritte sehr angenehm verrichten. Und da wir vom letzten Foto das Gehäuse gerade Rückseitig betrachteten, haben wir auch dort mit dem Einbau der Testlaufwerke begonnen. Zunächst haben wir von beiden Varianten je einen Halterahmen demontiert, wobei wir leider aufgrund zu stark angezogener Rändelschrauben zum Schraubendreher greifen mussten (dies betraf leider so gut wie alle Rändelschrauben im Gehäuse). Zusammen mit den Schrauben aus dem Lieferumfang wurden dann beide Laufwerke verschraubt und fanden im Anschluss ihren Platz an den jeweiligen Stellen. Hierbei viel uns aber auf und zeigte sich bei der späteren Montage der Anschlusskabel deutlich, dass man keine angewinkelten Stecker verwenden sollte.

Der Platz zwischen der Laufwerks-Halterung und dem Mainboard-Tray ist nämlich so gering, dass abgewinkelte Varianten des Anschluss-Steckers nicht zu gebrauchen waren - jedenfalls nicht wenn einem die „Gesundheit“ der Buchse am Medium wichtig ist. Was beim Datenkabel und dem 3,5"-Medien noch in Ordnung ging und kein großes Problem darstellte, wurde es aber spätestens beim Versuch die Stromkabel speziell bei den 2,5"-Laufwerken über ein durchgeschliffenen Stecker anzuschließen. Dies war nicht möglich, weil es dafür eben zu wenig Platz zwischen Buchse und Tray gibt. So blieb uns auch hier nichts anderes übrig als in unser Testnetzteil mit Kabelmanagement ein weiteres Kabel einzustecken und den geraden Stecker am Ende des Strangs zu nutzen. Unpraktisch, wie wir finden. Aufgrund des ansonsten großzügigen Platzangebotes aber verschmerzbar - schließlich gibt es im Zubehörhandel entsprechende Adapterkabel, welche man sich schnell besorgen könnte oder diese sogar bereits sein Eigen nennt.

Ein Punkt der uns aber etwas mehr Sorgen bereitete, war die fehlende Kühlung. Auch SSDs werden warm und gerade die 3,5"-Festplatten können ohne aktiven Luftstrom schnell mal 50°C und mehr erreichen. Nicht jede Festplatte mag diese höheren Temperaturen, zumindest nicht auf Dauer. Bei den SSDs hingegen machen wir uns da weniger Gedanken, da bei ihnen die Temperaturentwicklung nicht so stark ausgeprägt ist, wie bei den Festplatten mit ihren drehenden Motoren. Aber Fractal hat auch hier mitgedacht und zur Front und den Luftschlitzen hin für ein entsprechendes Lochraster gesorgt, sodass die Abwärme direkt entweichen kann. Natürlich ist das nicht so perfekt wie mit einer aktiven Kühlung, aber immerhin gibt es durch einen Kamineffekt keinen Wärmestau.

Beim nächsten Einbauschritt ging es mit der Vorbereitung für das Mainboard weiter, indem wir die im Lieferumfang befindlichen Abstandsbolzen in ihre vorgegebenen Bohrungen eindrehten. Die ebenfalls enthaltende Schraubhilfe erleichterte das Einschrauben ungemein, zumal die Gewinde sauber geschnitten waren und kein eingelaufener Lack hier Probleme bereitete. Als dies erledigt war, installierten wir das Mainboard unseres Testsystems und waren über eine kleine Besonderheit positiv überrascht. Einer dieser Abstandbolzen war bereits vormontiert und als eine Art kleiner Führungsstift umfunktioniert worden. Somit war es uns möglich das Mainboard ohne viel Gegenwehr äußerst bequem in seine richtige Position zu bringen - in der die Abstandbolzen mit den Schraublöchern übereinstimmten. Ohne diesen Stift hätte man mit einer Hand den Federdruck des I/O-Shields ausgleichen müssen, damit die Löcher übereinander treffen, und mit der anderen Hand die Schrauben dann festdrehen müssen. Eine clevere Sache. Und weil dieser Stift auch demontierbar ist, gibt es keine Inkompatibilitäten mit kleineren ATX-Formaten, sofern man an dieser Stelle doch eher eine Verschraubung wünscht.

Anschließen fand das Netzteil seine endgültige Position und sah ohne Verkabelung bei dem großen Freiraum fast ein wenig verloren aus.

Das montierte Netzteil

Nachdem dann auch noch unsere Grafikkarte ihren Weg ins Gehäuse fand, sah das fertige System anschließen so aus:

Das fertig montierte System

Apropos Grafikkarten: Mit einem mittig angebrachten Frontlüfter lassen sich Modelle bis zu einer Länge von 425 mm verbauen, ist der Lüfter entfernt oder repositioniert passen sogar Karten bis zu 450 mm hinein. Weiter begrenzt wird dies nur durch etwaige Einbauten wie z.B. große Ausgleichsbehälter oder ähnlichem.

Lüfter und Lautstärke

Fractal liefert seinen Define S mit zwei vorinstallierten 140 mm-Lüftern der herstellereigenen Dynamic GP14-Serie aus, dessen reduzierte Geräuschentwicklung laut Hersteller unter anderem durch aerodynamisch optimierte Lüfterblätter erreicht werden soll, deren Form an der von Flugzeugflügeln angelehnt ist. Des Weiteren weisen diese Modelle einen Drehzahlbereich von maximal 1000 U/Min (+-10% bzw. 100 U/Min.) auf und sollen damit laufruhig agieren können. In Kombination mit dem für Langlebigkeit bekannten Hydraulik-Lager und den aus der Luftfahrt übernommenem Flügelkonzept, hat der Hersteller zur Bestückung des Gehäuses auf ein bewährtes Produkt gesetzt. Dabei muss jedoch erwähnt sein, dass die Schaufler speziell für die Verwendung als Systemlüfter konzipiert wurden, schon aufgrund ihrer geringen Maximaldrehzahl, und damit bei der Anwendung als CPU-Lüfter zu Problemen führen kann. Fractal Design gibt als maximalen Schalldruck 18,9 dB(A) an, was einem leisen, aber auch im Silentbereich eher durchschnittlichen Wert entspricht. Als minimale Anlaufspannung haben wir einen Wert von rund 3 bis 3,5 Volt ermittelt. Alle verbauten Kollegen benötigen dabei jeweils bis zu 0,2 Ampere Strom und liefern ganze 1,7 Watt Leistung. Sehr schön.

Lüfter 140 x 140 x 250 mm
Gewicht 142 gramm
Spannung 12 V
Anlaufspannung 3 - 4 Volt
Anschluss 3-Pin
Lagertyp Hydraulik-Lager
Schalldruck 18.9 dB(A)
Luftdurchsatz 116,21 m 3 /h
Luftdruck 0.71 (mm H 2 O)
Farbe Schwarz, weiße Schaufelräder
Beleuchtung Keine
Leistungsaufnahme ~ 1,7 Watt
Ampere 0,20 A
Geschwindigkeit 1000 U/Min (± 10% bzw. 100 U/Min)

Aufgrund vieler Nachfragen haben wir auch wieder einen Temperaturtest eingeführt. Dabei ließen wir unser Testsystem auf 100% Leistung fahren. Sowohl Prozessor, Grafikkarte, SSD als auch die HDD haben den folgenden Belastungstest absolvieren müssen: Nach einer Aufwärmphase von zehn Minuten, danach fünf Minuten Verschnaufpause, ging es anschließend 30 hitzige Minuten im Burning-Test weiter. Da wir mit dem passiven Netzteil, den mit 125 W TDP schwitzenden Prozessor und der kräftigen Grafikkarte genug Abwärme produzieren, zeigt dieser Test eindeutig wie leistungsstark oder effektiv das Kühlkonzept arbeitet. Getestet haben wir einmal mit der maximalen Drehzahl unter 12 Volt, sowie unter 5V. Dabei haben wir unseren CPU-Lüfter auf 1000 U/Min. fixiert, sowie nur die Werksbestückung genutzt.

Zum Aufheizen der CPU nutzen wir Prime95 und den Small FFT-Test, welches eine im realen Gebrauch nicht vorkommende Auslastung simuliert und den Prozessor damit ordentlich zum Schwitzen bringt. Parallel lief FurMarks Grafikkartenbenchmark unter Vollbild, 8xAAA und voller Auflösung. Damit auch die Speichermedien ihre Abwärme produzierten, erzeugte das Programm HeavyLoad permanente Zugriffe auf den Laufwerken und stellt damit eine praxisnahe Voll-Auslastung dar. Nach der Testlaufzeit wird die Temperatur für jede gemessene Komponente abzüglich der Umgebungstemperatur als Messergebnis genommen, die Angabe findet also in Kelvin statt.

Wie im Vergleich zum Core 3500 gut zu erkennen ist, bringen mehr Lüfter auch deutlich bessere Werte. Dennoch ist das gemessene als gut zu bezeichnen, weil man immer im Hinterkopf haben muss, dass die Seitenwände sowie auch der Deckel eben mit einem Schallschutzmaterialien präpariert sind, was natürlich auch die entstehende Wärme schlechter nach außen an die Umgebungsluft abgeben kann, als es zum Beispiel normales Metall könnte. Was allerdings auffiel ist, dass die Speichermedien lediglich geringfügig wärmer wurden. Wir hätten an dieser Stelle deutlichere Unterschiede erwartet, da die Laufwerke in keinem direkten Luftstrom agieren. Dennoch scheint der Kamineffekt zu funktionierten, was wir anhand der Messungen nun ja auch darlegen konnten. Also beim Thema Temperaturentwicklung alles im grünen Bereich.

Im Betrieb haben wir selbstverständlich auch die Lautstärke der Lüfter bzw. des geschlossenen Gehäuses gemessen, dazu kam ein passives Netzteil als Stromquelle zum Einsatz und das verbaute System war währenddessen deaktiviert. Aus einer Entfernung von 30 Zentimeter, fixiert auf einem Stativ, haben wir unser Schallpegelmessgerät Voltcraft SL-100 in Stellung gebracht. Das Gehäuse ist dabei geschlossen, nur die verbauten Lüfter sind in Betrieb und gemessen wird einmal von der Seite und einmal von Vorn. Das Ergebnis wird dann gemittelt. Als Messbereiche kommen die Spannungsstufen 12 V, 7 V und 5 V zur Anwendung. Wir verwenden diese Methodik, um eine nachvollziehbare Beurteilung zu erreichen. Auf die Verwendung eines laufenden Testsystems ist bei der Schalldruckmessung aus Gründen der kaum zu realisierbaren Vergleichsmessung verzichtet worden. So beurteilen wir das Gehäuse mit seinen Lüftern an sich allein.

Zum besseren Verständnis haben wir für Euch mal eine kleine Einordnung der Messwerte in einer Tabelle zusammengefasst:

bis 33,9 dB(A) Unhörbar leise bis sehr leise
von 34,0 bis 36,9 dB(A) Leise bis leicht hörbar
von 37,0 bis 44,9 dB(A) Hörbar bis deutlich hörbar
ab 45 dB(A) Störend laut

Abgesehen von der Messung bei 5 Volt Ansteuerung, stellt das Define S für uns aktuell den Begriff von "Silent" dar. Hier konnte das Gehäuse durch die schallisolierenden Maßnahmen und die ebenfalls sehr leise zu Werke gehenden Lüfter deutlich punkten. Kein Klackern, kein Brummen - so wie man es sich wünscht. Allerdings darf bei den jetzt festgestellten Messwerten nicht vergessen werden, dass ab Werk lediglich zwei Lüfter vormontiert sind. Kommen weitere dazu, wird das Gehäuse dementsprechend lauter, ebenso produziert die verbaute Hardware dann noch weitere Geräuschquellen. Ab Werk jedoch war das Gehäuse zum Zeitpunkt der Messung und der geringsten Ansteuerung mit fünf Volt kaum noch wahrzunehmen.

Wasserkühlungskompatibilität

Weil das Gehäuse natürlich für Wasserkühlungen konzipiert wurde, lassen sich dementsprechend auch die Komponenten wie Radiatoren, Pumpen oder Ausgleichsbehälter verbauen. Fractal Design gibt als ideale Konfiguration vor, dass Radiatoren in der Front, im Deckel, im Heck sowie auch am Boden montiert werden können. Pumpen und Ausgleichsbehälter hingegen sollen nur frontseitig rechts montiert werden. Und weil das Define S den Fans von Wasserkühlungen möglichst viel Freiraum lassen sollte, ist das Gehäuse so dimensioniert, dass sich gleichzeitig je nach Größe bis zu vier Radiatoren verbauen lassen. Bis zu einer Größe von 420 mm im Deckel, maximal 360er in der Front, maximal 140 mm im Heck und ebenfalls maximal 120 mm am Boden. Von der Dicke bzw. Stärke her liegt die Grenze der Radiatoren samt daran verbauten Lüftern bei 55 mm. In der Front ist das Limit bei 60 mm angesetzt.

Wie auf den nachfolgenden Schemata zu sehen, bieten diese Limits mehr als genug Spielraum um alle gängigen Modelle innerhalb der genannten Spezifikation in das Gehäuse integrieren zu können. Aber natürlich ist dieses nur eine Vorgabe rein vom Hersteller, wie der Anwender letztendlich seine vollwertige Wasserkühlung ins System integriert, bleibt ihm überlassen. Möglichkeiten zur Befestigung bietet das Gehäuse an diversen Stellen zur Genüge.

Wie die Montage des Ausgleichsbehälter und der Pumpe abläuft und welche Position hierfür angedacht sind, zeigen die schematischen Darstellungen aus dem Handbuch sehr detailliert und leicht verständlich.

Natürlich ist das Gehäuse mehr als NUR für Wasserfans zu gebrauchen. Wer es stürmisch mag und extrem viel Luftdurchsatz benötigt, der kann das Gehäuse mit insgesamt neun Lüftern zwischen 120- und 140 mm bestücken.

Mögliche Lüfter-Montagestellen

Besonderheit / Problem:
Während wir uns natürlich beim Umgang mit dem Gehäuse diverse Gedanken gemacht haben, trat ein Kollege heran und fragte, wo er denn seine Temperatur- und Durchflusssteuerung montieren könne. In diesem Moment bemerkten wir, dass es in der Tat keine Möglichkeit gibt, eine etwaige Steuerung - wie zum Beispiel die bei Wasserkühlungs-Nutzern beliebte "Aquaero" oder ein ähnliches Modell als Slotvariante - unterzubringen. Enthusiasten wollen jedoch zumeist genau wissen, wo im System welche Temperaturen herrschen und wie der aktuelle Durchfluss-Wert bei Radiator X ist. So kommt der Anwender nicht umher, eine Platinenversion einer Steuerung zu verwenden, wie zum Beispiel das folgende Produkt http://goo.gl/BnHQar oder auch als verkleinere USB-Version http://goo.gl/zmcI2m. An dieser Stelle müssen wir resümieren, dass eine Realisierung einer 5,25"-Version zwangsläufig bedeuten würde, dass dann kein Platz mehr für einen 360-mm-Triple-Radiator vorhanden oder eine 3fach-Lüfterbestückung in der Front möglich wäre - jedenfalls nicht ohne das Gehäuse in seinen Abmaßen zu verändern. Wer also eine entsprechende Steuerung benötigt, kommt um eine Platinenversion nicht herum. Ein Vorteil dabei sind jedoch die vielen Bohrungen, welche einer Montage der Steuerung innerhalb des Gehäuses förderlich sind.

Weitere Messungen

Mario Kramer meint …

Mario Kramer

Mit dem Define S zeigt der Hersteller Fractal Design, dass die Symbiose aus bereits bekannten und etablierten Features der Define-Reihe mit denen speziell für die Wasserkühlungsmontage angedachten Funktionen harmonieren können. Es wurde auf bewährte Technik gesetzt und diese in ebenfalls bewährter Qualität umgesetzt. Das Define S ist ein auf Wasserkühlungs-Fans ausgerichtetes Gehäuse, so wird es beworben und genauso zeigte es sich auch im Test.

Die Entscheidung darüber, die Laufwerksrahmen hinter das Mainboard-Tray zu versetzen, haben sich als positiv dargestellt und mitsamt der einzeln demontierbaren Halterahmen ist auch ein späterer Wechsel ohne Probleme realisierbar. Lediglich einen Hinweis darauf, dass auf eine Verwendung von Winkelstecker verzichtet werden sollte, müsste der Hersteller deutlicher machen. Wer konfigurationstechnisch keine entsprechenden Stecker mehr frei oder passende Adapter parat hat, der schaut leider sprichwörtlich „in die Röhre“, da der Platz zwischen Tray und Laufwerksanschluss zu knapp ist um hier laufwerksschonend mit Winkelsteckern zu arbeiten.

Aber beginnen wir erstmal mit den positiven Eigenschaften: Das Gehäuse kommt in einem modern wirkenden Lack daher und zeigt sich robust gegen Kratzer. Da es auch als Fensterversion zu bekommen ist, steht Fans bunter Beleuchtung oder der zur Schaustellung ihrer Hardware nichts im Wege. Die Qualität ist dabei wirklich tadellos. Keine überstehenden oder gar scharfen Kanten oder eine gleichwohl unerwünscht schlechte Lackierung. In diesem Punkten können wir ganz klar sagen: Alles im grünen Bereich!

Was den Funktionsumfang anbelangt ist dieser sehr vielfältig. Die ModuVent-Abdeckungen sorgen dafür, dass die Geräuschkulisse dank der umfassenden Bestückung mit Dämmmaterialien im Zaun gehalten wird, zeitgleich bieten sie durch dessen Entfernung aber mehrere Montageplätze für Lüfter oder Radiatoren. Über das Clipsystem sind sie darüber hinaus sehr einfach zu demontieren. Ein Nachteil sehen wir hierbei allerdings im Deckel des Gehäuses, dass leider bei der Entfernung der Abdeckungen ohne Staubschutz auskommen muss. Ansonsten hat der Hersteller - was entsprechende Filter anbelangt - an allen Einlässen für Abhilfe gesorgt. Sowohl an der Front als auch am Boden sind Nylon-Varianten verbaut, die sich entweder über ein Schubsystem oder eine Magnethalterung entfernen und reinigen lassen können.

Dadurch, dass die Laufwerke hinter das Tray gewandert sind, steht dem Anwender natürlich sehr viel Platz für (je nach Größe) bis zu vier gleichzeitig verbaute Radiatoren zur Verfügung. Die größte Variante darf dabei mit 420 mm als Tripple-Radiator im Deckel montiert werden, während die Front ebenfalls Tripple-Radis mit bis zu 360 mm aufnehmen kann. Mit Hilfe flexibler Befestigungsmöglichkeiten und vieler Bohrungen in der Front, im Deckel und am Boden finden Pumpen, Ausgleichsbehälter oder Radiatoren überall eine geeignete Stelle um mit dem Gehäuse verschraubt zu werden. Weil es aber keine Laufwerksschächte gibt, ist eine Nutzung von Steuerungspanels als 5,25“-Slotvariante (z.B. zur Durchflusssteuerung) nicht möglich. Abhilfe schafft hier nur die Wahl zu einer Platinenversion, welche an einer beliebigen Stelle im Gehäuse montiert wird und ihre Daten über USB weitergibt.

Beim Thema Lautstärke und Temperaturen können wir für beide Sparten sehr gute Testergebnisse abliefern. Gerade die Laufstärke hatte uns hier sehr positiv überrascht und führt abgesehen von der fünf Volt-Messung unsere Vergleichsrankings an – als das leiseste Gehäuse, versteht sich. Natürlich hat das Gehäuse ab Werk nur zwei Lüfter, dennoch zeigte sich das Konzept zur Geräuschreduzierung als sehr wirksam. Und dennoch bietet das Gehäuse für orkanfreudige Anwender die optionale Möglichkeit an, anstatt auf Wasserkühlung zu setzen, ganze neun Lüfter zu montieren. In diesem Fall wird aber selbst das Define S das Silentprinzip nicht weiter verfolgen können, verständlicher Weise.

Alles in Allem ist die Umsetzung und die zielgruppengerechte Modifizierung als gelungen zu betrachten. Jede Funktion macht das wofür sie gedacht ist, und dies auch noch sehr ordentlich. Das Gehäuse bietet vielfältige Konfigurationsmöglichkeiten und lässt für die Ideen der Anwender jede Menge Platz – ist dabei mit seinen knapp 75,- Euro für die fensterlose Version dennoch relativ günstig. Wer also ein neues Zuhause für seine umfangreiche Wasserkühlung sucht, oder einen Lüfterorkan entfalten möchte, dem können wir das Define S ans Herz legen. Falsch machen kann man hierbei eigentlich nichts.

  • Positiv
  • Auch als Fensterversion zu haben
  • Funktionelle Features, wie z.B. die Rändelschraubenfixierung
  • Klare und unverspielte Optik
  • Hocherwertig anmutende Taster samt LED
  • Solide Verarbeitung
  • Hohe Kompatibilität / viele Vorbereitungen zu diversen Wasserkühlungskomponenten
  • Flexibles & effektives Lüfterkonzept
  • Super leise Lüfter
  • Praktische ModuVent-Abdeckungen
  • Effektive HDD-Entkopplung
  • Einfache Montage/Demontage der Laufwerke hinterm Tray über eigenen Rahmen
  • Großzügiges Montageloch im Tray für den Kühlerwechsel
  • Kabelmanagement
  • Für USB 3.0-Mainboard geeignet
  • Reichhaltiger, vorsortierter Lieferumfang
  • Günstiger, für das gebotene durchaus akzeptabler Preis
  • Neutral
  • Negativ
  • USB nur per Pin-Header (für USB 3.0) nutzbar
  • Anschlüsse der Laufwerke nur mit geradem Stecker, kein Winkelstecker.
  • Kein 5,25"-Slot, z.B. für ein Steuerungspanel

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