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  • Samstag, 28. November 2020
Enermax ETS-T40

Enermax ETS-T40: Bling-Blinkt!

Einleitung

Enermax, Gehäuse-, Lüfter-, und Netzteilspezialist komplettierte das eigene Portfolio jüngst mit der Einführung von Prozessorkühlern. Die kryptisch-nüchtern bezeichneten ETS-T40 sollen für wenig Geld trotz unspektakulärer Rahmendaten große Taten vollbringen. Deshalb hat Enermax mit der Taiwan University of Science and Technology ausgefeilte Strömungstechniken entwickelt und die Kühler mit hochwertigen, hauseigenen T.B.-Lüftern gekoppelt. Vom Start weg gehen drei unterschiedlich ausgestattete Modelle ins Rennen: Optional gibt es den T40 vernickelt, die weiteren Unterschiede liegen im mitgelieferten Schaufler - hier kommen unterschiedliche Modelle mit Twister-Lager zum Einsatz.

Wir haben uns den ETS-T40 in der VD-Version ins Haus geholt. Bei dieser Version wurde zwar an der Vernickelung gespart, dafür schaufelt mit dem Apollish Vegas das Spitzenprodukt Enermax'scher Kühlkunst Luft zwischen die Lamellen. Wahlweise sogar in christbaumartiger Festbeleuchtung - dafür sorgen zahlreiche LEDs in verschiedenen Farben. Ob Santa Claus dieses Jahr schon früher kommt und was der Effizienzkünstler wirklich im Kasten hat, haben wir im Testlabor herausgefunden!

Die technischen Daten

Modell Enermax ETS-T40-VD
Preis ~32 €
Besonderheiten Luftstrom besonders geführt
Gesamtmaße (B x H x T)
139 x 160 x 93 mm
Gewicht mit Lüfter
735 g
Überbaute RAM-Slots
(mit Lüfter)*
0
Lamellenabstand
2 mm
Heatpipes 4 - Ø 6 mm
Lüfter T.B. Apollish Vegas
Anschluss
4-Pin PWM
Kabellänge 500 mm
Geschwindigkeit
800 - 1800 U/Min
Förderleistung**
56,51 - 129,09 m³/h
dB [A]**
16 - 26
Kompatibilität (Stand Oktober 2020) LGA 775, 1150, 1151, 1155, 1156, 1200, 1366, 2011, 2011-3, 2066
AM3, AM2+, AM2

Enermax wählt für seine CPU-Kühler einen weißen Karton mit blauen Akzenten. Die wichtigsten Features finden sich wie immer auf der Verpackung, inklusive der groß gedruckten Angabe, über 200 Watt Abwärme verknuspern zu können. Im Lieferumfang befinden sich neben der Universal-Backplate Halterungen für AMD- und Intel-Sockel inklusive einer Ersatz-Unterlegscheibe ein Schraubenschlüssel, ein zweites Paar Lüfterklammern samt selbstklebenden Gummientkopplern und Wärmeleitpaste von Dow Corning, Modell TC-5121. Deren Qualität bleibt aber eine Unbekannte, denn Erfahrungs- oder Testberichte gibt es dazu keine.

Der ETS-T40 soll ein Kühler für preisbewusste Kunden sein, ohne dies auf Kosten der Leistung zu realisieren. Je nach Ansprüchen des Kunden hat Enermax deshalb verschiedene Bundles geschnürt: Mit dem einfachsten Lüfter, dem T.B. Silence ohne Beleuchtung kostet der T40 etwa 27 €, mit optisch schicker Vernickelung und einfarbig-blauen Lüfter-LED's 32 €, also genauso viel wie die getesteten Version mit dem Spitzenmodell der Lüfterserie. Hier bietet der Hersteller statt der Verschönerung des Kühlkörpers durch 36 verschiedenfarbige Leuchten und verschiedene Farbschemata ein Retina-Spektakel. Die Rahmendaten des Kühlklotzes sowie die des Lüfters bleiben jedoch stets identisch.

Besonderen Wert hat Enermax auf die Strömung des verwendeten Kühlmittels gelegt: In der Mitte der Lamellen befinden sich vier zentriert zwischen den Heatpipes platzierte "Spoiler" - eine kuriose Bezeichnung - durch die die warme Luft der CPU-nahen Kühlerregionen in die weiter entfernten und damit kühleren entweichen soll. Das nennt Enermax "Stack Effect Flow", ist aber eigentlich nur das immer mehr in Mode kommende Konvektionsprinzip, d.h. der Zirkulation von Luft "im" Kühler selbst und findet sich unter anderem beim Cooler Master Hyper 612S oder dem HR-02 von Thermalright. Außerdem wird der ETS-T40 mit "Vortex Generator Flow" beworben.

Hier kommen die kleinen Löcher, "Vortex Generatoren" ins Spiel, die direkt um die Heatpipes herum angeordnet sind. Sie sollen die Luft verwirbeln und so auf die Rückseite der Hitzeröhren führen, was deren Effizienz bei der Wärmeabgabe verbessert. Den dritten Effekt im Bunde, den "Vacuum Effect Flow", erreicht Enermax durch das fast vollständige Abdichten der Kühlerseite. So können die Lamellen nicht nur stabilisiert, sondern durch den im Betrieb entstehenden Druckunterschied auch mit nachströmender Frischluft zu Kühlzwecken versorgt werden. Neu allerdings scheint hier nur der Name: Das Funktionsprinzip konnte der Endanwender schon bei der Freezer 13-Serie von Arctic beobachten.

Neben den Strömungsfeinheiten gibt Enermax den Lamellen auch durch die Form ein ungewöhnliches Aussehen: Sie umfassen den Lüfter zwar außen, werden dann aber zur Rotornarbe hin mit eckigen Abstufungen immer dünner. Überbreit sind die Kühlfinnen aber an keiner Stelle. Da die vier Heatpipes mit nur sechs Millimetern Durchmesser nur dem gängigen Standard dieser Preisklasse entsprechen, muss das Strömungstuning eine Menge leisten können - eine Herkulesaufgabe. Allerdings lässt ebenso der Boden des T40 kaum die Muskeln spielen: Enermax nutzt die HDT, d.h. die Heatpipe Direct Touch-Technologie. Das bedeutet: Die Hitzeröhren liegen direkt auf der CPU und nicht wie sonst üblich in einen Kupferblock eingelassen.

Theoretisch verbessert das die Wärmeabgabe durch den Wegfall der letztlich isolierenden Metallschicht, praktisch hingegen ergeben sich Auslastungsprobleme, da die Heatpipes nicht die gesamte Oberfläche des Prozessors bedecken und die Zwischenräume mit Aluminium gefüllt werden. Dieses ist Kupfer im Hinblick auf die Ableitung von Wärmeenergie deutlich unterlegen, spart jedoch wie das gesamte Verfahren Kosten. Auf der Rückseite des Kühlerbodens hat Enermax zwar nichts für die Wärmeabgabe, aber für den Komfort getan: Die beiden Vertiefungen verhindern ein Verrutschen des Haltebügels und erleichtern so die Montage.

Einen weiteren, wichtigen Eckpfeiler des T40-Konzeptes stellt der jeweilige Lüfter dar - und das nicht nur wegen der möglichen Festbeleuchtung. Auch das verwendete Twister-Lager gehört zu den besseren am Markt, was für einen recht laufruhigen Betrieb sorgt. Mit 120 Millimetern Durchmesser setzt Enermax aber nicht auf das sich langsam etablierende 140er-Format. Ein hoher Luftdurchsatz wird deshalb über die Maximaldrehzahl von satten 1800 U/Min realisiert - stille Nacht liefert der rotierende Christbaum also nicht. Dafür kann man ihn ziemlich frei aufstellen, denn die beiden Kabel bieten mit 50 Zentimetern Länge ziemlichen Spielraum. Zwei Kabel? Einmal verfügt der Apollish Vegas-Ventilator über einen 4-Pin PWM-Stecker mit schwarz gesleevtem Kabel. Der wurde zwar sauber ausgeführt, lässt aber gelegentlich noch das eigentliche Kabel durchschimmern.

Der andere Stromleiter in silbernem Gewand mündet in einem Schalter, der dem Wechseln der Farben und Farbmuster dient. Auch hier bieten 50 Zentimeter Länge jede Menge Spielraum beim Verlegen. Blau, Rot, Violett sowie eine "kreisende", zeitlich versetzte Aktivierung der LEDs stehen zu Wahl, die die transparenten Lüfterblätter in buntes Licht tauchen. Wer mag, kann das Spektakel komplett deaktivieren. In diesem Fall lohnt sich der Aufpreis vom Basis- zum Testmodell allerdings nicht, denn die Lager der Lüfter sind grundsätzlich identisch.

Die Montage

Grundsätzlich erinnert die Halterung des ETS-T40 grob an die beim Xigmatek Aegir verwendete Version. Beim Enermax-Produkt wird zunächst die Backplate über Abstandsschrauben am Mainboard fixiert. Praktisch: Gewinde sind direkt in die Rückplatte geschnitten. Anschließend werden die eigentlichen Halterungen mit Muttern angebracht, und danach der Kühler per Haltebügel befestigt. Da letzterer über Haltenasen verfügt, gestaltet sich das Einsetzen recht simpel. Seine Verschraubung fällt ebenso einfach aus, da die hierfür verwendeten Muttern auch mit einem handelsüblichen Schraubendreher angezogen werden können, was gerade im Gehäuse einen erheblichen Vorteil bringt. Zu beachten ist bei der Montage unbedingt die Ausrichtung des Kühlers, da der Luftstrom durch die Strömungsoptimierungen festgelegt wurde. Schön: Die Ausrichtung des Kühlers auf AMD-Hauptplatinen kann frei erfolgen, beileibe keine Selbstverständlichkeit.

Die beigelegten Lüfterklammern erlauben durch ihren "Handgriff" eine einfache und bequeme Montage selbst in räumlich beengten Verhältnissen. Da sie am Außenrahmen des Ventilators greifen, besteht darüber hinaus freie Fächlerwahl. Sollte ein zweiter Lüfter gewünscht sein, muss dieser noch mit dem zweiten Satz Gummientkoppler versehen werden. Allerdings bleibt unverständlich, warum diese nicht direkt am Kühlkörper angebracht werden. Beim Einbau hilft die mehrsprachige Bedienungsanleitung, gerade in der gut gemachten deutschen Fassung. Zusätzlich stehen genug Skizzen bereit, die auch einen analphabetischen Einbau ermöglichen.

Entsprechend der Größe und Preisklasse nimmt der T40 im Gehäuse nicht viel Platz in Anspruch. RAM-Bänke werden keine überbaut - Enermax bewegt sich hier auf dem Niveau vergleichbarer Kühler. Beachtlich ist die Vegas-Festbeleuchtung. Neben drei Farben bietet der Lüfter auch ein Klingen-Farbmuster (Modell: Rasenmäher) mit zwei bzw. einem beleuchteten Bogen. Die Qualität der Beleuchtung lässt keine Wünsche offen. Freunde von Bling-Blings oder Blink-Blinks drehen also strahlend am Rad.

Das Testsystem und Testmethodik

Für unser Testsystem setzen wir auf ein Lian-Li PC60FN Gehäuse. Gegenüber einem offenen Testaufbau erhalten wir praxisnahe Ergebnisse, auch wenn durch die Vielfalt an Komponenten und Konfigurationen keine hundertprozentig übertragbaren Werte generiert werden können.

Allgemeiner Aufbau des Testsystems (hier mit einem Thermalright HR-02 abgebildet)

Zur Geräuschreduktion haben wir sämtliche Gehäuselüfter durch besonders leise Varianten ersetzt und an einer Scythe Kaze Master Lüftersteuerung angeschlossen. Im Heck schaufelt nun ein Noiseblocker Multiframe M12 S2 Luft (650 U/Min), ebenso wie auf dem CPU-Kühler, einem Thermalright HR-02. Dieser zeichnet sich für den Intel Core i7 920 im C0-Stepping zuständig - ein echter Hitzkopf mit 130 Watt TDP, der wie geschaffen für unseren Kühlertest ist. In die Front setzen wir einen Noctua NF-P14 FLX, der mit nur 450 U/Min rotiert. Da die meisten Nutzer Krach nicht mehr mit Leistung gleichsetzen, orientieren wir uns hier an den momentanen geräuschtechnischen Anforderungen. Die Festplatte hingegen muss sich in ein Scythe Quiet Drive zwängen und wird mittels eines einfachen Baumarktschwammes auf dem Gehäuseboden entkoppelt. Als Testkarte nutzen wir eine AMD HD3870 im Referenzdesign, die von einem Scythe Musashi gekühlt wird, dessen Lüfter während der Benchmarks auf 5V gedrosselt laufen.

Testsystem:

  • Intel Core i7 920 (3,4 GHz)
  • Asus P6TD Deluxe
  • 6 GB DDR3 1333
  • Western Digital Black 640 GB
  • Antec TruePower New 550 W
  • AMD HD3870 (Scythe Musashi)

Zur Leistungsmessung belassen wir den Rechner nach dem Einschalten zunächst 15 Minuten im Leerlauf. Anschließend belasten wir ihn eine weitere Viertelstunde mit Core2MaxPerf in der Version 1.7. Hierbei werden alle acht logischen Kerne der CPU belastet. Temperatur und Takt werden dabei mit RealTemp 3.60 beobachtet. Nach Ablauf der Zeit wird ein Mittelwert aus den Ergebnissen der einzelnen Kerne gebildet. Aufgrund der mit zunehmender Differenz zum Notabschaltpunkt ungenauer werdenden Temperatursensoren verzichten wir auf Messungen im Idle-Betrieb. Reicht der Kühler unter Last aus, tut er das ohne erst recht. Dank eines Raumthermometers können wir Delta-T- Werte [K] ermitteln. Um gleiche Voraussetzungen für alle Kühler zu schaffen, kommt für die Tests ausschließlich MX-2-Wärmeleitpaste von Arctic an CPU und Kühler. Sämtliche Runs werden zweimal ausgeführt: Sowohl mit dem Normaltakt des Prozessors (2,67 GHz) als auch in moderat übertaktetem Zustand (3,4 GHz ohne Spannungserhöhung). Die Geschwindigkeitsstufen mit 100, 75 und 50 Prozent der Maximaldrehzahl werden ebenso wie die Drehzahlmessungen zwischen 500 und 1200 U/Min mit der Scythe Kaze Master Lüftersteuerung eingestellt.

Die Lautstärkemessungen erfolgen mithilfe eines Voltcraft SL-100 Schallpegelmessgerätes. Dieses wird aus 15 Zentimetern Entfernung zum offenen Gehäuse auf Höhe des CPU-Kühlers mittels eines Statives fixiert. Abgelesen wurde zur Minimierung von Interferenzen aus einer Entfernung von einem guten Meter zum SL-100. Um Nebengeräusche zu verhindern, erfolgten die Messungen in einer ruhigen Wohnsiedlung („Dorf“) vormittags und in der Nacht. Zudem wurden die Lüfter im Testsystem deaktiviert, wodurch lediglich die Festplatte und das Netzteil für Nebengeräusche sorgten.

Für die neuen Testkriterien ziehen wir Durchschnittswerte aus den Messergebnissen heran. Die reine Leistung wird aus dem Mittelwert der Overclocking-Tests mit 100, 75 und 50% Drehzahl gebildet. Das gleiche Verfahren wird bezüglich der Lautstärke angewendet. Wir sind uns natürlich darüber im Klaren, dass diese Kriterien spezielle Einsatzszenarien wie den Ultra-Silent-Betrieb mit wenig oder gar keiner Drehzahl nicht abdecken. Für solche Anwendungsprofile empfiehlt sich ein Blick sowohl in die Charts mit festen Drehzahlen als auch den Passivtest, um selbst einen Favoriten zu wählen. Unsere Rangliste richtet sich dementsprechend an die große Mehrheit der "Standarduser". Für extreme Anwendungsgebiete haben wir unsere Benchmarks zudem um einen weiteren Bereich ergänzt: Mit 3,8 GHz bei 1,36 Volt Spannung zeigen wir Weber, wie ein Grill heizen muss. Hier können (und sollen) sich High-End Kühler profilieren, während gleichzeitig Übertakter, die die Spannung bis an das Herstellerlimit setzen, Anhaltspunkte für eine Kaufentscheidung finden.

Temperaturen 1 - Standardtakt & Passiv

Bei 130 Watt TDP platziert sich der T40 zunächst im Mittelfeld, kann aber mit sinkender Drehzahl relativ gesehen zulegen und konkurriert direkt mit dem Hyper 212 Plus von Cooler Master. Den True Spirit hat der T40 locker im Griff, allerdings auch einen Drehzahlvorteil im doppelten Sinne: Einerseits mehr Luftdurchsatz, andererseits eine zu hoch gewählte Maximaldrehzahl. Denn der Sprung zwischen 100 und 75% Leistung fällt minimal aus. So liegt der T40 weiterhin im optimalen Drehzahlfenster und sackt selbst bei 900 U/Min kaum ab.

Einen Betrieb ohne Lüfter lässt der T40 nicht zu. Er ist nicht für derartige Szenarien ausgelegt und aufgebaut, entsprechend greift die Schutzschaltung unserer CPU und senkt Spannung sowie Takt.

Temperaturen 2 - Overclocking

Bei 3400 MHz fällt der T40 im Verhältnis zu den Ergebnissen mit Standardtakt ab. Mit voller Drehzahl beginnt er im Mittelfeld, verliert allerdings mit sinkendem Durchsatz ein paar weitere Plätze. Grundsätzlich hilft hier die recht hohe Maximalgeschwindigkeit des Vegas-Lüfters, wenngleich Mitbewerber, die über sechs Heatpipes verfügen, dennoch einen Vorteil haben. Die direkte Konkurrenz schließt außerdem stark auf: Der True Spirit liegt, obwohl mit geringerer Drehzahl unterwegs, innerhalb eines Grades Schlagdistanz. Der Hyper 212 Plus fällt trotz der im Vergleich zum T40 höheren Lüftergeschwindigkeit etwas zurück, besetzt aber eine andere Preisklasse. Das gilt ebenso für den Freezer 13 Pro, dessen Rotor jedoch mit nur 1350 U/Min dreht.

Temperaturen 3 - Feste Drehzahlen

Werden identische Drehzahlen zugrunde gelegt, glänzt der T40 schon weniger stark. Mit 1200 U/Min liegt er zwar noch im Mittelfeld, sackt darunter aber rapide ab. Der True Spirit kann sich mit sinkender Lüftergeschwindigkeit zunehmend absetzen, wenngleich bei ihm ein Betrieb mit 500 Umdrehungen technisch nicht möglich war. Freezer 13 Pro und Hyper 212 Plus hat die Strömungsflunder fest im Griff.

Temperaturen 4 - Overclocking II

Im Extremszenario kann das Enermax-Kunstwerk kaum noch Leuchten - es blinkt traurig am Ende des Testfeldes. An einen drehzahlreduzierten Betrieb war nicht zu denken. Der T40 eignet sich damit vorrangig für handelsübliche Abwärmelevel um und unter 130 Watt TDP bei Intel-CPUs. AMD misst hier leider anders, weshalb man allgemein von normalen Verbrauchswerten sprechen kann.

Die Lautstärke

Ein Lüfter mit 1800 U/Min - vergeht damit dem Kühler das lustvolle Leuchten? Zwar reicht es mit voller Leistung nur für einen Platz im unteren Mittelfeld, mit sinkender Geschwindigkeit verbessert sich die Position des T40 jedoch sukzessive. Sowohl die Entkopplung als auch das ruhige Twister-Lager sorgen dafür, dass der Lüfter dem Lauschenden keine Gewalt antut. Erst bei halbierter Drehzahl kann der Lüfter kaum noch aus dem Gehäuse heraus wahrgenommen werden. Darüber gibt er stets Laut, wenngleich das Geräusch ein angenehmes ist und gegenüber den direkten Konkurrenten Vorteile verschafft.

Diesen Eindruck bestätigt der Hightech-Lüfter bei identischen Drehzahlen. Hier gehört er stets zu den ruhigsten Kandidaten. Bereits bei 1000 U/Min wird der T.B. Vegas sehr leise, ab 800 Rotationen aus dem Gehäuse quasi nicht mehr wahrzunehmen. Damit eignet sich der Kühler prima auch für Silentfans, wenngleich die Leistung in diesen Regionen aufgrund des Lamellenabstandes nicht mehr allzu berauschend ausfällt.

Max Doll meint …

Max Doll

"Im Westen nichts Neues" trifft den T40 ziemlich gut. Die ETS-Serie von Enermax stellt insgesamt zwar einen gelungenen Einstand im Kühlersegment dar, erfindet das Rad aber trotz anders lautender Ankündigungen eben doch nicht neu. Dafür hat man ein solides und insgesamt sehr durchdachtes Paket für eine bestimmte Anwendergruppe geschnürt. Begonnen am Anfang: Die Montage des Erstlingswerkes geht gut von der Hand und ist definitiv einfach. Hier kann Enermax problemlos mit Branchengrößen wie Thermalright mithalten. Auch der Lieferumfang erfreut unser Auge: Zusätzliche Unterlegscheiben - Kleinteile frisst gerne der Staubsauger - und das zweite Paar Lüfterklammern lassen wenig Wünsche offen.

Hinsichtlich der Leistung hat Enermax jedoch einen Kühler gebaut, der bis zu Abwärmeleveln von 130 Watt TDP gute Leistungen erbringt, die über denen vergleichbarer Produkte liegen. Darüber verliert das Strömungswunder jedoch an Fahrt. Zwar sind die Strömungsspielereien sicherlich nicht wirkungslos, aber ab gewissen Verbrauchswerten nicht gerade kräftig zubeissend. Bei starkem Übertakten mit maximaler Spannungserhöhung gehen ohnehin die Lichter aus - dafür ist der Kühler keinesfalls ausgelegt.

Auch der Lüfter kommt nicht ohne Rute davon. Er verfügt zwar über ein gutes Lager und verzichtet zusammen mit der Entkopplung auf unnötige Lautstärkeemissionen, dreht mit 1800 U/Min aber trotzdem viel zu schnell, was positiven Anlagen bei voller Drehzahl zurücktreten lässt. Geregelt, dank des PWM-Anschlusses immerhin möglich, stellt der Ventilator auch Silent-Fans zufrieden, wie sich im Vergleich bei festen Drehzahlen deutlich zeigt. Wird keine Beleuchtung gewünscht, kann man beim T40 in der Basisversion satte 5 € sparen, in dieser Preisklasse eine Menge Geld.

Ob der Stern des T40 leuchtet, hängt damit wie immer von den Ansprüchen ab: Freunde geringer Lautstärke sowie User, die auf eine starke Übertaktung ihres Rechners keinen Wert legen, finden mit dem Erstlingswerk einen guten und vor allem mit dem richtigen PWM-Profil leisen Kühler. Diese Zielgruppe, in der Regel technisch nicht unbedingt versiert, freut sich außerdem über die einfache Montage - eine schöne Bescherung. Kurz: Otto Normalverbraucher bekommt ein rundum-sorglos-Paket. Wer hingegen für Übertaktungsvorhaben etwas mehr Spielraum benötigt, greift in dieser Preisklasse zum True Spirit von Thermalright.

  • Positiv
  • Gute Leistung im mittleren Drehzahlbereich (ab 1.000 U/Min.)
  • Sehr leise zwischen 500 und 1.000 U/Min.
  • Gutes Lüfterlager
  • Lüfter austauschbar und entkoppelt
  • Zweites Paar Lüfterklammern liegt bei
  • Einfache Montage
  • Überragt keine RAM-Slots
  • Freie Ausrichtung bei AMD-Sockeln
  • Neutral
  • -/-
  • Negativ
  • Einbruch bei niedrigen Drehzahlen
  • Zu hohe Maximaldrehzahl
  • Maximaldrehzahl laut
  • Keine Option auf 140mm-Lüfter

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