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Tech-Review.de

  • Donnerstag, 24. September 2020
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Cryorig R1 Universal

Cryorig R1 Universal: Doppelturmkühler im Test

Einleitung

Nach dem Test des Cooler Master V8 GTS möchten wir euch heute einen weiteren CPU-Kühler vorstellen, der durch seine Abmessungen auf sich aufmerksam machen kann. Der R1 Universal stellt nach dem R1 Ultimate das zweitgrößte Modell des vergleichsweise jungen Unternehmens Cryorig dar. Dieses wurde Ende des letzten Jahres gegründet und besteht unter anderem aus ehemaligen Mitarbeitern verschiedener bekannter Marken wie Thermalright, Prolimatech und Phanteks. Nicht die schlechtesten Voraussetzungen also, zumal Cryorig zu Beginn mit ein paar Patenten und einzigartigen Features auf sich aufmerksam machen konnte.

Eine Besonderheit ist der Aufbau des Kühlers. Die beiden Lüfter besitzen eine unterschiedliche Breite, sodass eine höhere Kompatibilität zu den umliegenden Bauteilen wie z.B. Speicherriegeln auf dem Mainboard gewährleistet ist. Auch die Kühllamellen besitzen eine besondere Anordnung: Während der Abstand im vorderen Kühlturm mit 2,4 mm recht groß ausfällt, liegen die hinteren Lamellen nur 1,8 mm auseinander. Zusammen mit dem stärkeren Lüfter soll dies zu einer besonders guten Kühlung beitragen. Wir sind gespannt ob sich der Cryorig R1 Universal gegenüber dem Cooler Master V8 GTS durchsetzen kann.

Lieferumfang und technische Daten

Unser heutiger Testkandidat wird in einer wuchtigen Produktverpackung ausgeliefert. Der Schriftzug "R1" ist mit einer reflektierenden Folie versehen, zusammen mit der schwarz-weißen Farbgebung ist bereits die Verpackung ein Hingucker. Auf der Rückseite des Kartons sind bereits alle wichtigen technischen Daten aufgelistet, so wird deutlich, dass der R1 für alle gängigen Sockel geeignet ist. Beeindruckend sind die Abmessungen des Kühlers, mit einer Höhe von knappen 169 mm passt dieser nicht in jedes Gehäuse. Kaufinteressenten sollten dies daher im Vorfeld mit den technischen Daten ihres Gehäuses vergleichen. Auch das Gewicht von 1181 Gramm (inklusive Lüfter) lässt auf eine gute Kühlleistung hoffen.

Das Innere der Verpackung teilt sich in zwei Bereiche auf. Zum einen ist der Kühler gut verpackt, zum anderen der restliche Lieferumfang übersichtlich in einer Pappschachtel angeordnet. In dieser befinden sich neben den üblichen Backplates und Schrauben auch einige nette Beigaben. So ist die Wärmeleitpaste in einer kleinen Tube abgefüllt worden, was eine mehrmalige Nutzung möglich macht. Für die zwei Lüfter gibt es einen Y-Adapter, um beide Lüfter gleichzeitig zu steuern. Auch für einen dritten Lüfter wurden bereits passende Klammern und Gummidämpfer mitgeliefert.

Für die erstmalige Installation legte der Hersteller dazu noch ein Reinigungs-Pad bei, welches die Oberfläche von CPU und Kühlkörper säubert. Für die Montage wird ein sehr langer Schraubenzieher benötigt, welchen Cryorig auch gleich beilegte. Insgesamt hat uns der Lieferumfang sehr gut gefallen, hier sollten keine Wünsche offen bleiben.

Der Kühler im Detail

Schon der Cooler Master V8 GTS war eine beeindruckende Erscheinung, der Cryorig R1 Universal übertrifft diesen Eindruck allerdings noch. Die Kühlfläche ist in zwei Bereiche eingeteilt, um die sich jeweils ein Lüfter kümmert. Diese besitzen eine Größe von 140 mm, jedoch unterschiedliche Breiten. Während der vordere Lüfter mit einer Breite von 13 mm sehr schmal ausfällt, besitzt der innere Lüfter mit einer Breite von 25 mm Gardemaß. Theoretisch lässt sich im hinteren Bereich noch ein dritter Lüfter befestigen, entsprechende Befestigungsklammern befinden sich bereits im Lieferumfang.

Insgesamt sieben Heatpipes kümmern sich um eine gleichmäßige Verteilung der Wärme. Die vernickelte Grundplatte sorgt dafür, dass auch alle Heatpipes genügend Wärme aufnehmen. Gut gelöst ist, dass ein Teil des Befestigungskits bereits am Kühler befestigt ist, insbesondere für den Einbau stellt dies eine deutliche Erleichterung dar.

Apropos Einbau: Dieser gestaltet sich im Prinzip sehr einfach, einzig die Befestigung der Backplate ist sehr fummelig. Verwirrend ist auch, dass diese bis zur Montage des Kühlers locker in ihrer Position sitzt, denn die Backplate wird erst mit Montage des Kühlers festgezogen. Dies sollte im Handbuch etwas deutlicher gekennzeichnet werden, denn für Neulinge sorgt es für reichlich Verwirrung.

Ist der Kühler dann aber einmal verbaut, überrascht jener mit einer hohen Kompatibilität auf dem Mainboard. Auf unserem ASRock Z77 Extreme4 wäre auch der Einsatz von Arbeitsspeicher mit hohen Kühlkörpern möglich gewesen. Einzig bei den PCI-E Steckplätzen wurde es etwas knapp. Eine Soundkarte passte zwar ganz knapp in den Slot, wir empfehlen diesen aber eher frei zu lassen.

Die Testumgebung

Der Test wird in einem offenen Testsystem durchgeführt, Gehäuselüfter fallen daher weg. Die Außentemperatur lag in diesem Test bei 23° Celsius.

CPU: Intel Core i5-3470 @ 4,0 GHz
CPU-Kühler: Siehe Test
Mainboard: Asrock Z77 Extreme4
Arbeitsspeicher: 2x 4GB G.Skill Sniper DDR3-1600 CL9-9-9-24
Grafikkarte: Palit Geforce GT 630 1GB DDR3
SSD / Festplatte: Samsung 840 Evo 500GB
Netzteil: Seasonic X850
Bildschirm: BenQ G2220HD
Sonstige Hardware: Asus Xonar DGX

Um die Lautstärke möglichst differenziert zu messen, haben wir auf komplett passive Komponenten zurückgegriffen. Das Netzteil besitzt einen semipassiven Modus, bei dem der Lüfter nur in den seltensten Fällen eingreift. Bei der Grafikkarte haben wir uns für die passiv gekühlte Geforce GT 630 von Palit entschieden, die SSD besitzt zudem keine beweglichen Teile. Die Lautstärkemessungen wurden mit Hilfe eines Voltcraft SL-100 durchgeführt, das Schallpegel-Messgerät wurde zudem in einem Abstand von 50 cm vom Lüfter positioniert.

Die Temperaturen

Im Praxistest muss sich der Cryorig R1 Universal gegen den bereits getesteten Cooler Master V8 GTS behaupten. Kann sich unser Testkandidat durchsetzen?

Die Temperaturwerte können überzeugen, in jedem Drehzahlbereich liegt der R1 vorne. Schon die Minimaldrehzahl reicht völlig aus um die CPU anständig zu kühlen.

Die Lautstärke

Die Lautstärke ist für viele potentielle Käufer eines der wichtigsten Kaufargumente. Schauen wir einmal welcher Kühler im Vergleich die besseren Resultate liefert. Vorab eine kleine Definition zur besseren Einordnung:

Bis 32,9 db(A) Unhörbar leise bis sehr leise
Von 33,0 bis 34,9 db(A) Leise bis leicht hörbar
Von 35,0 bis 39,9 db(A) Hörbar bis deutlich hörbar, die Komponente sollte aus einem geschlossenen Gehäuse herauszuhören sein
Ab 40 db(A) Störend laut

Die Lautstärke bei niedrigster Drehzahl kann überzeugen, auch wenn die Lüfter nicht komplett lautlos ans Werk gehen. Bei mittlerer und maximaler Drehzahl erhöht sich die Lautstärke hingegen stark, was in einem lauten bzw. extrem lauten Betriebsgeräusch resultiert. Nach den Erkenntnissen aus den Temperaturtests hätten es an dieser Stelle auch Lüfter mit einer wesentlich niedrigeren Maximaldrehzahl (und daraus resultierenden niedrigeren Minimaldrehzahl) getan. Wir haben die Lautstärke einmal mit unserer Kamera aufgezeichnet:

Video abspielenCryorig R1 Universal Lautstärke

Hendrik Engelbertz meint …

Hendrik Engelbertz

Zu Beginn dieses Reviews haben wir uns gefragt ob der Cryorig R1 Universal gegen den zuvor getesteten Cooler Master V8 GTS bestehen kann. Beide CPU-Kühler verfügen über beeindruckende technische Daten, beispielsweise liegt das Gewicht in beiden Fällen bei satten 1,2 Kilogramm inklusive Lüftern.

Anfangs ist uns die gut sortierte Produktverpackung des Kühlers aufgefallen. Der Lieferumfang wurde übersichtlich angeordnet, Beigaben wie Adapter, Montagewerkzeug oder ein Reinigungs-Pad sind keine Selbstverständlichkeit. In Sachen Ausstattung konnte unser Testkandidat somit schon einmal überzeugen. Bei der Analyse des CPU-Kühlers sind uns die unterschiedlichen Lüfter aufgefallen, welche eine hohe Kompatibilität gewährleisten sollen. Tatsächlich kollidierte der Kühler in unserem Test mit keinem Bauteil auf dem Mainboard, auch wenn es teilweise etwas knapp wurde.

Der Einbau auf dem Mainboard gestaltete sich etwas schwierig. Die Backplate lässt sich nur etwas fummelig in Position bringen, zudem hängt sie bis zur Montage des eigentlichen Kühlers locker am Mainboard. In der Bedienungsanleitung wird zwar auf diesen Zustand hingewiesen, der Hinweis ist jedoch sehr gut im Text versteckt. Hier würden wir uns über eine klarere Kennzeichnung freuen. Mit diesem Hintergrundwissen gestaltete sich der Einbau aber relativ einfach, auch mit nur einer Person lässt sich der Kühler problemlos befestigen.

Im Praxistest konnte der Kühler mit den bisher besten gemessenen Temperaturwerten überzeugen. Bei der Lautstärkemessung haben wir uns über den leisen Betrieb bei Minimaldrehzahl gefreut, aber schon bei mittlerer Drehzahl werden beide Lüfter sehr laut. Hier hätten es auch Modelle mit deutlich weniger Drehzahl getan, zumal der Kühler durchaus Reserven besitzt.

Insgesamt konnte der Cryorig R1 Universal einen guten Eindruck hinterlassen, die Schwachstellen sollten sich mit etwas Weitsicht problemlos umschiffen lassen. Einzig der Preis von knapp 60 Euro lässt die gute Laune etwas verderben, einen passenden Gegenwert bekommt man jedoch auf jeden Fall.

  • Positiv
  • Reichhaltiger Lieferumfang
  • Gute Kompatibilität
  • Sehr gute Kühlleistung
  • Leise bei Minimaldrehzahl
  • Neutral
  • Negativ
  • Höhe des Kühlkörpers
  • Einbau etwas fummelig
  • Sehr laut bei Maximaldrehzahl

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