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Tech-Review.de

  • Freitag, 23. Oktober 2020
Cooler Master V8

Cooler Master V8: Kühlkoloss mit 1.14 Kg Kampfgewicht

Einleitung

Schaut man sich einmal die auf dem Markt verfügbaren CPU-Kühler mit Turm-Bauweise an, so findet man immer wieder ein ähnliches Design vor. Je nach Preisklasse variieren die Größe der Kühlfläche und Lüfter, aber im Grunde sehen sich die meisten CPU-Kühler doch sehr ähnlich. Heute möchten wir einmal einen Kühler vorstellen, der sich nicht nur optisch, sondern auch technisch deutlich von den meisten anderen am Markt befindlichen Kühlern unterscheidet, den Cooler Master V8 GTS. Mit einer Höhe von 154 Millimetern und einem Kampfgewicht von 1140 Gramm gehört er zudem zu den größten am Markt erhältlichen CPU-Kühlern.

Mit zwei 140 Millimeter großen Lüftern, einer roten Beleuchtung und satten acht Heatpipes ist der V8 GTS eine beeindruckende Erscheinung. Passend dazu gesellt sich auch der Preis von etwa 71 Euro, womit der Kühler schon im Bereich vieler kompakter Wasserkühlungen wildert. Wir sind gespannt was der Cooler Master V8 GTS zu leisten imstande ist.

Lieferumfang und technische Daten

Unser heutiger Testkandidat wird gut verpackt in einer fast quadratischen Produktverpackung ausgeliefert. Schon vor unserem Test hat der Kühler einen Award abgeräumt: Im Jahre 2013 bekam der Cooler Master V8 GTS den red dot design award verliehen. Praktischerweise listet Cooler Master auf jeder Verpackung seiner CPU-Kühler alle wichtigen Daten übersichtlich auf, wir möchten einmal die wichtigsten Features erläutern: Die Lüfter besitzen mit einer MTBF von 160.000 Stunden eine sehr hohe Lebensdauer, selbst 100.000 Stunden wären schon als viel anzusehen. Auch die acht Heatpipes und das hohe Gewicht von satten 1140 Gramm (mit Lüftern) lassen auf gute Kühlergebnisse hoffen. Sehr gut fällt die Anzahl an unterstützten CPU-Sockeln aus, der V8 GTS lässt sich auf alle aktuellen Sockel montieren, sieht man einmal vom Sockel AM1 ab.

Umfangreich fällt der Lieferumfang aus, positiv hervorzuheben ist die Wärmeleitpaste, welche in einer kleinen Spritze ausgeliefert wurde und genug Inhalt für mehrere Installationen besitzt. Backplates für AMD- und Intel-Sockel wurden ebenfalls mitgeliefert.

Der Kühler im Detail

Schon auf dem ersten Blick fällt auf, warum der V8 GTS einen Design-Award verliehen bekommen hat: Besitzen die meisten Kühler nur ein viereckiges Layout mit einem Lüfter an der Seite, hat sich Cooler Master hier deutlich mehr Mühe gegeben. Insgesamt zwei Lüfter und drei Radiatoren wurden in Sandwich-Bauweise nebeneinander installiert.

Die großflächige Plastikabdeckung sollte den Luftstrom noch einmal begünstigen. Auffällig ist, dass beide Lüfter von einem Anschluss versorgt werden. Zwar lässt sich der Adapter auch entfernen, die eigentlichen Kabel der Lüfter sind jedoch extrem kurz und würden nicht einmal bis zum Mainboard reichen. Auch die LEDs der Lüfter werden von diesem Anschluss gespeist, können bei Bedarf jedoch abgestöpselt werden.

Der Cooler Master V8 GTS ist eine beeindruckende Erscheinung, daher haben wir diesen einmal neben dem bereits von uns getesteten Cooler Master i117 platziert. Der V8 GTS weist eine maximale Höhe von 154 mm auf, daher sollten Kaufinteressenten vorher einmal ihr Gehäuse ausmessen, bevor es zu Inkompatibilitäten kommt. Aufwendig konstruiert ist die Bodenplatte des Kühlers, hier kommt die Vapor-Chamber-Technologie zum Einsatz, welche die Hitze der CPU gleichmäßig auf alle Heatpipes verteilt. Von diesen besitzt der Kühler ganze acht Stück, welche sich auf die drei Kühlflächen verteilen.

Der Einbau des Kühlers ist im Prinzip sehr simpel: Backplate befestigen, Kühler einsetzen und festschrauben. Bei der Entwicklung des Kühlers wurde jedoch nicht daran gedacht, dass heutige Mainboards sehr massive Kühlflächen auf den Spannungswandlern besitzen. So wurden die Schrauben des Kühlers sehr weit innen platziert und lassen sich mit den Fingern so gut wie gar nicht mehr erreichen. Zwar liefert Cooler Master ein Befestigungs-Tool mit, dieses ist jedoch auch nicht besonders nützlich.

Potentielle Kunden, die ein Mainboard mit hohen Kühlkörpern besitzen (wie beim MSI Z97 MPower im Bild), sollten daher eine gewisse Frustrationsresistenz mitbringen, denn der Einbau wird garantiert zum Geduldsspiel. Pluspunkte gibt es jedoch für den kompakten Aufbau des Kühlers, selbst nach der Montage lässt sich problemlos auch Arbeitsspeicher mit hohen Kühlkörpern verbauen.

Die Testumgebung

Der Test wird in einem offenen Testsystem durchgeführt, Gehäuselüfter fallen daher weg. Die Außentemperatur lag in diesem Test bei 23° Celsius.

CPU: Intel Core i5-3470 @ 4,0 GHz
CPU-Kühler: Siehe Test
Mainboard: Asrock Z77 Extreme4
Arbeitsspeicher: 2x 4GB G.Skill Sniper DDR3-1600 CL9-9-9-24
Grafikkarte: Zotac Geforce GTX 480 Amp!
SSD / Festplatte: Samsung 840 Evo 500GB
Netzteil: Seasonic X850
Bildschirm: BenQ G2220HD
Sonstige Hardware: Asus Xonar DGX

Um die Lautstärke möglichst differenziert zu messen, haben wir auf komplett passive Komponenten zurückgegriffen. Das Netzteil besitzt einen semipassiven Modus, bei dem der Lüfter nur in den seltensten Fällen eingreift. Bei der Grafikkarte haben wir uns für die passiv gekühlte Geforce GT 630 von Palit entschieden, die SSD besitzt zudem keine beweglichen Teile. Die Lautstärkemessungen wurden mit Hilfe eines Voltcraft SL-100 durchgeführt, das Schallpegel-Messgerät wurde zudem in einem Abstand von 50 cm vom Lüfter positioniert.

Die Temperaturen

Bei den Praxistests beginnen wir mit den Temperaturwerten, kann sich hier der Cooler Master V8 GTS durchsetzen? Wir haben dazu die Lüfterdrehzahlen per Software auf die niedrigste, mittlere und maximale Stufe gestellt.

Die Ergebnisse sind erstaunlich, denn selbst die deutlich günstigeren Kühler von Scythe oder Raijintek können problemlos mit dem Kühlturm von Cooler Master mithalten. Dieser benötigt eigentlich gar keine hohen Drehzahlen, denn die Werte mit Minimaldrehzahl sind kaum schlechter als bei Maximaldrehzahl. Hier schwächeln alle anderen Kühler, die bei geringer Lüfterdrehzahl deutlich abfallen.

Die Lautstärke

Die Lautstärke ist für viele potentielle Käufer eines der wichtigsten Kaufargumente. Schauen wir einmal welcher Kühler im Vergleich die besseren Resultate liefert. Vorab eine kleine Definition zur besseren Einordnung:

Bis 32,9 db(A) Unhörbar leise bis sehr leise
Von 33,0 bis 34,9 db(A) Leise bis leicht hörbar
Von 35,0 bis 39,9 db(A) Hörbar bis deutlich hörbar, die Komponente sollte aus einem geschlossenen Gehäuse herauszuhören sein
Ab 40 db(A) Störend laut

Bei den Drehzahlen ermittelten wir folgende Werte:

  • Minimaldrehzahl: 900 U/Min
  • 50% Drehzahl: 1290 U/Min
  • Maximaldrehzahl: 1630 U/Min

Hier bestätigt sich unsere Vermutung bei den Temperaturtests, Cooler Master hätte dem V8 GTS ruhig langsamer drehende Lüfter spendieren können, denn die aktuell verbauten sind schon bei Minimaldrehzahl hörbar. Zudem entsprechen die 900 U/Min Minimaldrehzahl auch nicht den versprochenen 600 U/Min von Cooler Master. Wir haben diese Ergebnisse einmal mit unserer Kamera festgehalten:

Video abspielenCooler Master V8 GTS Lautstärke

Hendrik Engelbertz meint …

Hendrik Engelbertz

Mit dem V8 GTS präsentierte und Cooler Master einen CPU-Kühler mit beeindruckenden Werten. Mit einem Kampfgewicht von über einem Kilogramm, zwei 140 Millimeter großen Lüftern und satten acht Heatpipes sollten keine Wünsche offen bleiben. Schon zu Beginn des Tests war das Design ein Hingucker, der V8 GTS setzt sich wohltuend von dem kantigen Einheitsbrei anderer Kühler ab. Keine Klagen gab es bei der Ausstattung, Dokumentation und der Verarbeitung des CPU-Kühlers. Alles wirkte solide gebaut und die lange Lebensdauer der Lüfter erfreute uns ebenfalls.

Vor den Praxistests musste der Kühler noch montiert werden, hier ist uns die katastrophale Befestigung aufgefallen, die eine Montage auf Mainboards mit hohen Kühlkörpern an den Spannungswandlern fast unmöglich macht. Einmal montiert, konnte immerhin die kompakte Bauweise des Kühlers überzeugen, sowohl zu den Steckplätzen von Erweiterungskarten als auch zu den Speicherbänken blieb genug Platz. Bei den Tests zur Kühlleistung präsentierte sich der V8 GTS auf einem soliden Niveau, ohne Spitzenwerte zu setzen. Wer rein nach Kühlleistung geht, wird in der Klasse um 30 Euro genau so glücklich werden. Ein Minuspunkt ist zudem die Lautstärke. Das ist besonders schade, da der Kühler eigentlich gar keine hohen Drehzahlen benötigt.

Insgesamt ist der Cooler Master V8 GTS mit einem Preis von etwa 71 Euro kein Schnäppchen, für Besitzer von Gehäusen mit einem Seitenfenster ist es jedoch ein spannender Kühler. Wer jedoch auf der Suche nach möglichst viel Kühlleistung bei möglichst geringer Lautstärke für wenig Geld ist, sollte sich lieber woanders umschauen.

  • Positiv
  • Gute Dokumentation auf der Verpackung
  • Langlebige Lüfter
  • Gute Verarbeitung
  • Aufwendige Kühlkonstruktion
  • Kompakte Konstruktion, keine Kompatibilitätsprobleme
  • Neutral
  • Negativ
  • Einbau ist bei Mainboards mit hohen Kühlkörpern extrem umständlich
  • Kühlleistung durchschnittlich
  • Lüfter besitzen eine viel zu hohe Drehzahl, damit zu laut

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