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Tech-Review.de

  • Samstag, 31. Oktober 2020
Cougar LX500

Cougar LX500: Große Raubkatze um kleines Geld

Einleitung

Nachdem wir in unserem letzten Review ein Netzteil der Premiumklasse angeschaut haben, welches eine Empfehlung für all jene ist, die unabhängig von den Kosten das Allerbeste haben wollen, testen wir heute wieder ein Gerät aus einem ganz anderen Segment für euch – das Cougar LX500. Die eher junge, 2007 gegründete Firma Cougar ist hierzulande nicht so bekannt wie manch anderer Hersteller. Die letzten Samples die wir von ihnen erhalten hatten, waren Qualitativ aber auf einem sehr hohen Niveau. Das und die tollen Spezifikationen machen das LX500 zu einem interessanten Gerät, von dem wir uns sehr viel versprechen.

Ein langlebiger HDB Lüfter, geringe Außenmaße, DC-DC Wandler und vollmodulares Kabelmanagement um knapp 65,-€ (caseking.de, Stand: 31.07.2016) – zu gut um wahr zu sein? Die Spezifikationen klingen jedenfalls hervorragend. Wir sind gespannt, ob und wenn ja, wo Cougar Abstriche machen musste, um diesen Preis zu erzielen. Ob die Raubkatze auch im Praxistest überzeugen kann, oder ob das Netzteil eher ein Stubentiger bleibt, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten. Viel Spaß!

Spezifikationen und Features

Die äußere Verpackung

Die Verpackung ist – typisch für Cougar – in orange und schwarz gehalten. Abgesehen von einer Abbildung des Netzteils ist die Front sehr schlicht. Hier wird gleich mit den wichtigsten technischen Infos geworben. Es verfügt über ein 80+ Bronze Zertifikat, DC-DC Wandler für stabile Spannungen, einen langlebigen HDB Lüfter und ist vollmodular. Die Länge ist mit 140 mm sehr kurz bemessen, vor allem für ein vollmodulares Netzteil. Ebenfalls dabei sind drei Jahre Garantie. Die ersten 24 Monate wird der Kunde aufgefordert, das Gerät beim Händler umzutauschen, nach Ablauf dieser Frist gewährt Cougar dann noch einmal 12 weitere Monate Herstellergarantie.

Die äußere Verpackung

Auf der Rückseite finden sich weitere Spezifikationen und Werbe-Informationen. So sind zum Beispiel OCP, OPP, OVP, UVP und SCP vorhanden. Dies sind alle relevanten Schutzschaltungen, was einen sehr sicheren Betrieb verspricht – auch, wenn eine andere Komponente im System ausfallen und Überstrom ziehen sollte. Der verbaute 120 mm FDB Lüfter ist mit 150.000 Stunden Lebensdauer angegeben. Einen kleinen Blick ins Innere des Geräts erhascht man auf der Rückseite auch schon – die Kühlkörper sind für ein 80+ Bronze Gerät ziemlich groß, was zusammen mit dem erwähnten „Fan curve fine tuning“, einer gut optimierten Lüfterkurve, einen sehr leisen Betrieb ermöglichen könnte. Beworben wird auch die Tatsache, dass das Netzteil bei 40 °C Umgebungstemperatur noch seine volle Leistung zur Verfügung stellen kann. Auch, wenn diese Temperatur im normalen Betrieb selten erreicht werden sollte, zeugt sie wieder von einem leistungsfähigen und durchdachten Kühldesign.

Ebenfalls abgedruckt sind Tabellen für die Leistungen der einzelnen Schienen und die vorhandenen Anschlüsse des 500 Watt und 600 Watt Modells. Wir gehen hier nur auf das uns vorliegende 500 Watt Modell näher ein. Auf 3,3 Volt dürfen maximal 24 Ampere abgerufen werden, auf 5 Volt maximal 20 Ampere. Die kombinierte Leistung dieser beiden Schienen liegt bei maximal 120 Watt. Auf 12 Volt können maximal 40 Ampere (also 480 Watt) entnommen werden. Diese Verteilung deutet bereits auf ein modernes Design mit Fokus auf 12 Volt hin.

Äußeres, Lieferumfang und Kabelausstattung

Was man schon an den Dimensionen der Verpackung erahnen kann, bestätigt der Blick ins Innere – der Lieferumfang ist nicht berauschend, was in dieser Preisklasse auch nicht zu erwarten war. Das Netzteil liegt ohne Schaumgummi-Schutz, dafür aber gut eingebettet in Luftpolsterfolie, im Karton. Solange kein schwerer Gegenstand auf das Paket fallen gelassen wird, ist es davon hervorragend geschützt.

Ebenso vorhanden ist eine kurze Bedienungsanleitung, in der die Spezifikationen erneut aufgelistet sind. Zudem finden sich hier auch weitere Informationen zur Garantie und eine kurze Anleitung, wie das Netzteil eingebaut wird, vorhanden. Der restliche Lieferumfang ist zwar eher klein, aber wir vermissen auch nichts. Modulare Kabel, sechs Kabelbinder, vier Montageschrauben und ein Netzkabel – alles, das man braucht, um das Netzteil zu verbauen und in Betrieb zu nehmen liegt bei. Auf Spielereien wie Samtbeutel oder Klett-Kabelbinder muss man in dieser Preisklasse natürlich verzichten.

Das Cougar LX500

Das Netzteil selbst ist schlicht, schwarz und unaufdringlich. Cougar bleibt seinem Design treu – die einzige Farbe ist das Orange des Stickers mit den technischen Daten. Dieser löst sich an den Ecken leider gerne etwas ab, was man durch leichten Druck wieder beheben kann. Etwas stärkerer Kleber wäre an dieser Stelle wünschenswert, aber das ist ein sehr kleiner Wermutstropfen. Das Lüftergitter ist, ebenfalls typisch für Cougar Netzteile, geschnitten und hat keine scharfen Kanten, an denen starke Verwirbelungen auftreten können.

Die Buchsen für die modularen Kabel sind alle beschriftet, aber eventuell etwas eng beisammen angeordnet - Will man ein Kabel in der Mitte ausstecken, kann das sehr schwer werden, ohne alle anderen auszustecken. Da beim 500 Watt Modell aber ohnehin nicht so viele Kabel beiliegen und man selten nur genau eines ausstecken will, ist das kein wirkliches Problem.

Die Kabel sind allesamt als Flachbandkabel ausgeführt. Von allen Netzteilen, welche wir in letzter Zeit getestet haben, finden wir die des LX500 am Besten. Sie sind außergewöhnlich flexibel, aber wenn man sie mit etwas Kraft in eine Position biegt, behalten sie diese trotzdem gut bei. Das macht es zu einem Kinderspiel, die Leitungen sauber im Gehäuse zu verlegen. Da sie darüber hinaus auch noch komplett schwarz sind, lässt sich ein sehr unauffälliges Kabelmanagement realisieren. Gratulation an Cougar, einem Mittelklasse-Gerät so hochwertige Kabel beizulegen. Im Gegensatz zu anderen Netzteilen mit Flachbandkabeln, wie dem Cooler Master V550 oder dem Thermaltake London, ist der 24 Pin hier zudem deutlich ansprechender verarbeitet, da er nur aus zwei gleich breiten Kabelsträngen besteht, welche ohne viele gekreuzte Adern sauber parallel zueinander liegen.

Die Liste fällt diesmal allerdings wieder etwas kürzer aus als bei unserem letzten Test:

Bezeichnung der Kabel  Kabel-Länge in cm
ATX 24 Pin  50
CPU 4+4 Pin  65
PCI-E 6+2 Pin  55
PCI-E 6+2 Pin  55
3 x SATA  40 & 52 & 64
2 x SATA  40 & 52
3 x MOLEX  45 & 57 & 69

Technik im Detail

Ein Hinweis vorweg:
Nicht nachmachen! Ihr begebt euch in Lebensgefahr, wenn ihr ein Netzteil aufschraubt!

Vorweg einige Abkürzungen, die wir bei der Analyse des Netzteils verwenden werden:

Wie immer betrachten wir nach dem Öffnen das Bauteil, das uns als Erstes ins Auge fällt – den Lüfter. Dieser wurde von Power Logic gefertigt, verfügt über ein hydrodynamisches Lager und trägt die Typenbezeichnung PLA12025S12M ZP. Während sich (wie so oft bei Produkten aus Fernost) zu diesem genauen Modell kein Datenblatt finden lässt, gibt es zu ähnlichen Modellen ein Solches. Das Suffix M weist auf eine Stromaufnahme von maximal 0,2 Ampere und 2200 Umdrehungen pro Minute hin. Das deckt sich mit dem 0,2 Ampere Aufdruck am Lüfter. Laut Datenblatt sollte der hier verbaute Lüfter maximal 38,6 dB(A) laut werden und schaufelt dabei 76,45 cfm, was ziemlich genau 130 Kubikmeter pro Stunde entspricht.

Der Lüfter ist damit sehr stark und für das Netzteil wohl überdimensioniert, was einen großen Spielraum nach oben bei hohen Umgebungstemperaturen erlaubt. Dass auf der Verpackung auch genau damit geworben wird, unterstützt unsere Vermutungen. Hydrodynamische Lager sind allgemein deutlich langlebiger als herkömmliche Gleitlager, aber leiser als Kugellager-Lüfter. Zusammen mit einer guten Lüftersteuerung sollte dieser Lüfter einen angenehmen Betrieb für viele Jahre erlauben.

Die Platine ist aufgeräumt, aber wegen der kompakten Maße des Geräts trotzdem sehr voll – man findet kaum einen Fleck, auf welchem keine Bauteile untergebracht sind. Schön zu sehen ist das große PCB für die modularen Anschlüsse. Dass das Gerät nicht so effizient ist wie andere, die wir kürzlich getestet haben, lässt sich schon an den großen Dimensionen der Kühlkörper erahnen.

Verfolgt man den Weg des Stroms durch ein Netzteil, so findet man als Erstes den Netzfilter vor. Ein paar Informationen für die nicht ganz so Elektronikbegeisterten: Eine Drossel ist eine Spule aus isoliertem Draht, der um einen Kern gewickelt wurde. Primärseitig finden sich meist Drosseln mit zwei getrennten Spulen auf einem Kern, sodass beide "Pole" des Wechselstroms über eine Drossel fließen. X-Kondensatoren sind zwischen den beiden "Polen" des Wechselstroms eingelötete Kondensatoren und Y-Kondensatoren zwischen jeweils einem Pol und dem Schutzleiter. Aus diesen drei Bauelementen kann man Filterglieder aufbauen. Je nach ihrer Komplexität können sie, unterschiedlich gut, auftretende Störungen aus dem Stromnetz filtern.

Der Netzfilter ist teilweise auf einer Platine mit der Netzbuchse und dem Schalter untergebracht. Letzterer ist zweipolig, trennt also Phase und Neutralleiter komplett vom Netz. Sehr oft werden hier einpolige Modelle verwendet, bei denen selbst ausgeschaltet noch die Phase am Gerät anliegen kann, wenn der Stecker in einer bestimmten Ausrichtung in der Steckdose steckt. Auf dieser Platine sind zwei Y Kondensatoren, ein X Kondensator und eine Drossel. Dann geht es mit zwei Kabeln weiter zum Haupt-PCB. Praktischerweise sind sie gesteckt und nicht gelötet – macht uns die Arbeit leichter, ist für den Betrieb aber irrelevant. Auf der Platine finden sich dann eine Schmelzsicherung und ein NTC-Thermistor, gefolgt von einem X Kondensator, einer weiteren Drossel und nochmal zwei Y-Kondensatoren. Diese Filterung ist hervorragend und könnte genau so auch in einem deutlich teureren Netzteil verbaut sein. Wir vermissen hier nichts.

Weiter geht es über den Gleichrichter, welcher einen Kühlkörper erhalten hat, zur aktiven PFC. Diese wird von einem Champion CM6800 gesteuert, welcher auch den eigentlichen Schaltwandler auf 12 Volt übernimmt. Der IC befindet sich auf einem kleinen, senkrecht eingelöteten Tochterboard. Sekundärseitig entdecken wir dann noch eine aktive Gleichrichtung, angesteuert von einem SYNC Power SP6019. Dieser ermöglicht sekundärseitig deutlich geringere Verluste als sie mit passiven Gleichrichtern auftreten würden, wie sie früher in Verwendung waren.

5 Volt und 3,3 Volt stellt je ein Anpec APW7164 zur Verfügung – ein hochintegrierter DC-DC Wandler, der mit wenigen externen Komponenten einen vollwertigen DC-DC Wandler darstellt. Je einer davon wurde (mitsamt den FETs (FeldEffektTransistoren), welche die Endstufe bilden und der Drossel) auf ein senkrechtes PCB gelötet. Im Gegensatz zu den FETs der PFC, des Schaltwandlers oder des aktiven Gleichrichters, die alle auf massiven Kühlkörpern angebracht sind, haben die je vier FETs pro DC-DC Wandler keinen Kühlkörper – sie führen die ohnehin deutlich niedrigere Abwärme über die Platine ab.

An der 5 Volt Standby Schiene ist ein Power Integration TNY279 verbaut, welcher mit sehr wenigen externen Komponenten ein simples Schaltnetzteil mit bis zu 25 Watt (das wären bei 5 Volt 5 Ampere) ermöglicht. Hier blieb Cougar weit unter den Limits dieses Integrierten Schaltkreises.

Die Schutzschaltungen übernimmt ein Weltrend WT7527V, welcher OVP, UVP und OCP auf 3,3 Volt, 5 Volt und zwei 12 Volt Schienen bereitstellen kann. Er hat zudem einen weiteren Eingang, über welchen sich zum Beispiel eine OTP realisieren lassen kann. Da der Temperatursensor des Gleichrichter-Kühlkörpers auch an das PCB geht, lässt sich vermuten, dass dieser nicht nur die Lüftergeschwindigkeit regelt, sondern auch für eine Temperatur-Überwachung verwendet wird. Angesichts des sehr leistungsstarken Lüfters und der großen Kühlkörper wird eine OTP aber ohnehin kaum benötigt werden.

Die Qualität der Elkos ist durchwegs gut. Primär findet sich ein Teapo LH mit 270 Mikrofarad, 400V. Diese Serie ist auf ziemlich hohe Ripple ausgelegt und damit für den Einsatz gut dimensioniert – eher überdimensioniert. Die Laufzeit ist mit 2000 Stunden angegeben, wird real aber deutlich höher sein, da er weder von der Temperatur noch von der Last her an seine Limits kommen sollte.

Sekundär finden sich ausschließlich Teapo SC. Auch die sind auf hohe Ripple ausgelegt und haben 3000 Stunden Betriebsdauer – für diesen Anwendungsbereich sehr gut gewählt. Positiv hervorheben möchten wir hier auch die drei 2200 Mikrofarad Elkos auf dem modularen PCB, welche an den Ausgängen nochmal die stärksten Lastspitzen abfangen. Da sie allerdings recht eingequetscht zwischen Platine und Gehäuse, weg vom Luftstrom, liegen, ist deren Belüftung suboptimal. Vor den beiden DC-DC Wandlern ist jeweils ein Feststoffkondensator unbekannten Herstellers vorhanden, ebenso ist ein Solcher von CapXon am modularen PCB. Feststoffkondensatoren sind im Normalfall unabhängig vom Hersteller deutlich langlebiger als herkömmliche Elkos, daher stellen sie eigentlich nie ein Problem dar.

Alles in allem ist die Auswahl an Kondensatoren sehr gut, gerade angesichts der Preisklasse. Das Netzteil kann sich in diesem Aspekt auch mit teureren Geräten messen.

Die Lötqualität ist im Großen und Ganzen gut, wobei wir doch einige Kritikpunkte finden. Auf der Unterseite wurden manche Kontakte von Bauteilen zu lang abgeschnitten und dann umgeknickt. Sie berühren sich nicht und stellen keine Gefahr für den Betrieb dar, sind aber unschön. Die dicken Brücken für +12 Volt und Masse vom Haupt-PCB auf die Platine für die modularen Anschlüsse sind optisch unschön gelötet, aber elektrisch einwandfrei. Ebenso könnten die drei Elkos auf dem modularen PCB einen Tropfen Kleber vertragen, in unserem Sample sind diese nur an den Kontakten befestigt und wackeln stark. Alles in allem ist die Qualität aber durchaus zufriedenstellend. So sind alle Schrauben an den PCBs für zusätzliche Sicherheit verlötet und abgesehen von diesen Problemzonen ist die Verarbeitung hervorragend.

Für sein Geld liefert das LX500 eine durchaus sehr gute Qualität – Schaltungsdesign und Bauteilqualität sind super, die Verarbeitung ebenfalls gut.

Testumgebung

Das Netzteil wurde mit unserer neuen Lastbank getestet und durchgemessen. Zum Vergleich haben wir allerdings alle anderen Testsamples - die wir zur Hand hatten - ebenso gemessen. Konkret belasten wir die Testkandidaten in bis zu 17 verschiedenen Stufen. Ca. 2 Ampere auf je 5 Volt und 3,3 Volt sind fix, während an die 12 Volt Schiene zwischen 0 und 16 Halogenbirnen zu je 50 Watt angeschlossen werden können. Spannungen messen wir dabei mit einem Fluke 177, den Strom der 12 Volt Schiene mit einer Stromzange aus dem Hause Uni-T, genauer einem UT210E. Die primärseitig aufgenommene Leistung wird mit einem Profitec KD 302 gemessen und die Lautstärke in 20 cm Abstand zum Luftauslass des Netzteils mit einem Voltcraft SL-100. Für weitere Informationen zum Messsystem haben wir einen eigenen Artikel dazu geschrieben.

Effizienz

Kommen wir zu den Praxistests, um zu sehen, wie sich unser Testkandidat in einem realitätsnahen Test schlägt.

Die Effizienz ist - wie erwartet - deutlich unter 80+ Gold Geräten. Wenn man die Werte der Diagramme allerdings näher betrachtet, stellt man fest, dass das LX500 selbst bei Volllast nur ca. 7% hinter dem Platin „Dark Power Pro 11“ liegt, was ca. 35 Watt entspricht. Das ist zwar viel Abwärme, die das Netzteil abführen muss (weshalb es lauter wird), aber auf die Gesamtaufnahme des PCs bezogen ist der Unterschied sehr gering.

Spannungsregulation

Eine gute Spannungsregulation ist im Betrieb sehr wichtig. Eine zu niedrige oder zu hohe Spannung kann Komponenten beschädigen oder das System instabil werden lassen. Die Grenzen der Diagramme stellen die ATX-Norm dar. Werte, die außerhalb des Diagramms liegen, liegen somit auch gleichzeitig außerhalb der ATX-Norm.

Die Spannungsregulation ist gut, so wie es mit DC-DC Wandlern auch zu erwarten war. Auch, wenn die Messwerte nicht so perfekt sind wie sie es beispielsweise bei einem Dark Power Pro 11 oder einem V550 waren, bleiben sie mit großem Abstand innerhalb der ATX Normen und ermöglichen damit problemlosen Betrieb an jeglicher Hardware.

Lautstärke

Das Netzteil ist bei niedriger Last leise, wird ab knapp ober 400 Watt dann aber deutlich lauter. Das Geräusch ist eine Mischung aus Spulenfiepen und Aufdrehen des Lüfters. Das Fiepen ist im Normalfall nicht stark aus unserem (ziemlich leisen) Testsystem herauszuhören, aber es war hörbar. Die meisten aktuellen Single-GPU-Rechner erreichen diese Last aber nicht (Nvidia GTX 1xxx oder AMD RX 4xx vorausgesetzt), weshalb es in den meisten Rechnern nicht zum Aufdrehen kommt. Es ist aber nichtsdestotrotz kein ideales Silent-Netzteil. Wer ein wirklich leises Netzteil will, muss tiefer in die Tasche greifen.

Woran das Fiepen genau liegt konnten wir nicht feststellen - oft liegt es an zu wenig Glättungskapazität im Netzteil, zusammen mit unkonstanter Stromaufnahme der Hardware, was hier wegen der großen Kondensatoren an der 12 Volt Schiene aber eher unwahrscheinlich ist. "Herkömmliches" Fiepen des Transformators wegen schlecht verklebter Windungen scheint es auch nicht zu sein, denn GPU und Netzteil fiepten exakt auf der gleichen Tonlage im Betrieb.

Moritz Plattner meint …

Moritz Plattner

Abschließend kann man sagen, dass uns das Netzteil wirklich überzeugt hat. Klar, es weist kleinere Mängel wie den nicht sauber verklebten Sticker oder die nicht mit Kleber gesicherten Kondensatoren auf, aber dafür bietet es für seine Preisklasse eine wirklich überzeugende Ausstattung. Ein recht leiser und langlebiger HDB Lüfter, langlebige Kondensatoren, gute Spannungen. Zudem ist es vollmodular. Zugegeben, ein vollmodulares Netzteil bringt praktisch (wenn man es nicht sleeven will) nichts. Aber es ist einfach „nice to have“ – wie so vieles im Hardwarebereich.

Ein kleiner Wermutstropfen bleibt die niedrige Effizienz, da das Netzteil leider nur dem 80+ Bronze Standard entspricht. Dafür, was das Netzteil sonst bietet, sind wir allerdings der Meinung, dass diese (zumindest im Bereich eines 500 Watt Netzteils) gut hinnehmbar ist. In einem sparsamen Spielesystem mit einer GTX1070 oder einer RX480 ist der Unterschied zu einem 80+ Gold Netzteil verschwindend gering und das Netzteil bleibt dabei auch noch sehr leise.

Cougar hat nicht zu viel versprochen. Für wenig Geld kriegt man ein leise schnurrendes Netzteil mit super Messwerten und guter Langlebigkeit, hervorragenden Kabeln und schlichtem Design.

  • Positiv
  • Sehr gute Spannungen
  • Hochwertige Kabel
  • Vollmodular
  • Gute Bestückung
  • Großteils sehr gute Verarbeitung...
  • Neutral
  • Negativ
  • ...mit kleinen Mängeln
  • Effizienz nur 80+ Bronze
  • Bei hoher Last recht laut

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