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Tech-Review.de

  • Montag, 13. Juli 2020
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Cooler Master Storm Trigger

Cooler Master Storm Trigger: Mechanisch gehts besser?

Einleitung

Die Firma Cooler Master hat auf der diesjährigen Cebit in Hannover eine Menge neuer Produkte vorgeführt. Zu diesen Neuerungen zählte auch die mechanische Tastatur Trigger, welche nach einer großen Präsentationsphase seit Ende März für einen Preis von rund 115 Euro zu haben ist. Wie auch die Produkte anderer Hersteller setzt Coolermaster ebenfalls auf die Cherry-MX-Tasten. Mechanische Tastaturen sind jedoch in ihrer Konstruktion keineswegs neu, sondern werden je nach Hersteller und Modell meist mit geringen Abweichungen, oftmals nur vom Design her, angeboten. Auch preislich schwanken die Werte je nach Modell und Feature-Umfang zwischen knapp 25 Euro für das günstigste Modell von Cherry bis zum teuersten Kollegen Vengeance K60 der Firma Corsair mit ganzen 180 Euronen. Die Trigger liegt damit merklich im Mittelfeld.

Ausgestattet mit 18k vergoldeten Ultra Low Latency USB-Anschlüssen samt USB 2.0 Hub auf der Rückseite und einer Vielzahl programmierbarer Makro-Tasten verspricht Cooler Master darüber hinaus im Game die Verwendung von bis zu sechs Tasten gleichzeitig für die gesamte Tastaturmatrix. Gerade hier patzen die meisten Tastaturen aufgrund der Elektronik. Die Geschmäcker bei der Frage, ob lieber eine mechanische oder doch eher eine konventionelle Tastatur zum Einsatz kommt, geht weit auseinander: „Zu laut, zu schweres Klicken“ sind für die Kritiker häufig verwendete Erklärungen. „Retro, genau, zuverlässig, leicht zu reinigen und stabil“ sind wiederum die Aussagen von Fans mechanischer Tastenbretter. Natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen und ein Exemplar der neuen Tastatur des Cooler Master Brand CM Storm in die Testredaktion bestellt. Was das Keyboard zu bieten hat und wie es auch hinsichtlich der Qualität und der Handhabung aussieht, zeigen wir Euch auf den nächsten Seiten.

Der Lieferumfang

Der Lieferumfang ist spartengemäß überschaubar. Neben der Tastatur an sich, welche in einem bunt gestylten Karton samt Styropor-Elementen beim Kunden ankommt, sind lediglich ein USB-Kabel sowie ein multilingualer Quick-Guide enthalten. Das Kabel hat eine Länge von gut zwei Meter und ist damit nicht übermäßig lang, aber auch nicht zu kurz - es reicht für die meisten Schreibtisch/PC-Kombinationen vollkommen aus. Eine Software/Treiber-CD sucht man hier allerdings vergeblich. Jedoch wird im Quick-Guide bei der Auflistung des Lieferumfangs auf eine Treiber-CD hingewiesen. Ein Beizettel informiert den Kunden über die Korrekturen des Quick-Guides, ebenfalls in mehreren Sprachen, wobei hier unter anderem auf das Fehlen einer Treiber-CD hingewiesen wird. Auf einem weiteren kleinen Flyer steht in Englisch einen Hinweis, dass die Software und der Treiber auf der Produktseite auf CMStorm.com unter „Downloads & FAQs“ zu finden sei. In der Tat kann man sich dort die ca. 105 Megabyte große Trigger-App in der aktuellen Version 1.1 herunterladen.

Wir gehen davon aus, dass aus Updategründen auf eine CD-Beigabe verzichtet wurde – Sinn würde dies auf jeden Fall machen. Meist verschwinden erfahrungsgemäß Installations-CDs in irgendwelchen Schubladen, da diese selten bis nie mehr zum Einsatz kommt. Die Variante mit dem Download über die Herstellerhomepage ist zwar ein kleiner Umweg, dennoch der praktikabelste Schritt um zugleich eine stets aktuelle Anwendungsinstallation zu garantieren. Bei einer guten Gaming-Tastatur darf natürlich auch die obligatorische Handgelenk-Stütze nicht fehlen – auch CM Storm gibt der Trigger ein großzügig gestaltetes und zudem noch abnehmbares Exemplar bei.

Lieferumfang nochmal im Detail:

  • CM Storm Trigger Gaming Tastatur
  • Handgelenkstütze
  • Quick-Start-Guide
  • 1,55 Meter USB-Kabel
  • Korrektur-Flyer
  • Flyer mit Downloadhinweis der Software

Die technische Daten

Im Bereich der technischen Daten sind bei einer mechanischen Tastatur natürlich zuallererst auch die Tasten zu erwähnen: Hier setzt CM-Storm auf die qualitativ hochwertigen Cherry MX-Black-Schalter von ZF. Diese Schalter genießen einen guten Ruf unter den Spielern, zeichnen sie sich doch durch ihre Langlebigkeit und die solide Verarbeitung aus. Bei den MX-Black handelt es sich im Detail um rein lineare Schalter ohne einen Klickpunkt - zudem setzt das Drücken der Tasten eine durchschnittliche Druckkraft von ca. 60 Gramm (mindestens 45, maximal 80 Gramm) voraus und ist damit unter den mechanischen Tastaturen im guten Mittelfeld anzusiedeln. Der Hubweg bis zum aktiven "Klick" beträgt hierbei ab Ausgangsposition lediglich zwei Millimeter und knapp vier Millimeter in insgesamt. Das Schreiben mit der Trigger-Tastatur hat seine eigene Charakteristik und jeder interessierte Käufer sollte sich vorher beim Elektrofachhändler seines Vertrauens vom Tastverhalten überzeugen. Wer es schnell und einfach mag, der ist bei der Trigger falsch, denn hier geht es um Präzision beim Klicken, zum Preis des Druckwiderstandes. Allerdings hat CM-Storm für jeden Anwender die Option geschaffen, zwischen den Schaltervarianten frei zu wählen. Gleich alle vier bekannten Versionen Cherry Black, Blue, Brown und Red stehen dabei zur Auswahl bereit.

Die Storm Trigger
Technische Daten:
Abmessungen (LxBxH) 475 x 162 x 25 mm
Gewicht 1260 Gramm
Tasten Cherry-MX-Black-Schalter
5 frei programmierbare Makrotasten
Windowstaste abschaltbar
Lineare Schalter
Kein Klickpunkt
Druckkraft zwischen 40 und 80 Gramm 60 Gramm
Tastendeckel Ein zylindrisches Tastendesign
Tastendeckel sind Beschichtet, Zeichen mit Laser ausgefräst
Speicher 64k Onboard Memory
Multimedia Tastenzusatzbelegung für Lautstärke und Mediasteuerung
Anschlussart USB, Kabel ca. 2 Meter lang
Pollingrate 1000 Hz (1ms)
Zusätzlicher 18K vergoldeter Ultra Low Latency USB-Hub mit 2 Anschlüssen
Ein 5-Volt-Anschluss für ein optionales Netzteil zur Versorgung des Hub
Beleuchtung Rot, jede Einzeltaste mit eigener LED
Vier Beleuchtungs-Modi und frei dimmbar
Komplett ausschaltbar
WASD-Block oder gesamte Tastatur beleuchtet
Tastaturlayout Deutsch, Standardlayout, andere Layouts wie UK sind lieferbar
Zubehör Mini-USB auf USB-Stecker
Abnehmbare Handgelenkauflage
Schnell-Start-Anleitung
Downloadhinweis der Software und Text-Korrekturflyer
Preis: ~ 115 €
Herstellerlink http://www.coolermaster.com/peripheral/keyboards/trigger/
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Im Detail

Beim Auspacken war das erste Gefühl: "boah, die ist ja richtig schwer". Hierbei blieb es nicht, denn die Tastatur ist mit gut 1,2 kg nicht nur weit von den Leichtgewichten entfernt, sondern gerade dadurch fühlte sich das gesamte Material verdammt wertig und stabil an. Um die Tasten herum wurde eine metallisch wirkende Beschichtung gewählt, für den Rest kommt eine gummierte Oberfläche zum Tragen, ist aber dennoch nicht anfällig für Fingerabdrücke und lässt sich bequem reinigen. Eine Kratzempfindlichkeit konnten wir auch nicht feststellen, angenehm robustes Material. Die Trigger ist darüber hinaus optisch sehr militärisch designt worden, viele Kantenausbuchtungen mit geriffelten Akzenten samt dem stürmischem CM Storm-Logo oben links und den dazu passenden Schriftzug "CMSTORM" rechts hinterlassen einen aggressiv wirkenden Gesamteindruck. Sehr schön.

Kombiniert wird das Ganze durch den eigenen Schrift-Font auf den Key-Caps. Hier allerdings sind wir weniger erfreut, denn je länger man auf die Tasten schaut, je verschwommener scheinen diese mit voller Beleuchtung auf uns zu wirken. Typografisch passt sich der eigene Schrifttyp natürlich der Reihe CM-Storm an, allerdings sind die Buchstaben und gerade die teils sehr kleinen und schwach erkennbaren Sonderzeichen nicht immer sauber zu erkennen. Speziell im Dunkeln leidet die Erkennbarkeit deutlich durch den vorhandenen Koronaeffekt der doch sehr stark beleuchteten Caps. Zudem sind alle Buchstaben am oberen Rand der Caps platziert, nicht wie gewohnt zentriert in der Mitte. Sehr deutlich wird dieser Umstand bei den Nummerntasten unterhalb der F-Tasten. Normalerweise sind die Zahlen unten und die Sonderzeichen darüber angeordnet. Hier ist es jedoch andersherum. Eine Umgewöhnungsphase von der meist verwendeten Sans Serif Schrift der anderen Hersteller zur Trigger ist in der ersten Zeit also von Nöten.

Apropos Tasten und Beleuchtung - hier setzt CM Storm wie bereits auf vorheriger Seite erwähnt auf die Cherry MX Schalter, welche jeweils an deren Oberseite mit einer rot leuchtenden LED ausgestattet sind. Diese ist nicht angewinkelt zur Caps-Mitte hin, sondern strahlt direkt in den oberen Bereich der Caps. Genau hier treffen wir in dunkler Umgebung erneut auf einen ungünstigen Schwachpunkt: Dadurch, dass die LED eben nur den oberen und mittleren Teil der Caps abdeckt, werden die meist im unteren Caps-Abschnitt zu findenden Sonderzeichen kaum beleuchtet und sind teilweise nicht mehr zu wirklich erkennen. Das ist sehr ungünstig, vor allem bei der Nummerischen Reihe über den Buchstaben. Sonderzeichen wie zum Beispiel die Gänsefüße lassen sich nicht mehr wirklich deuten.

Gleiches gilt für die Tasten Punkt, Komma und Bindestrich, hier muss gleichermaßen genau hingeschaut werden, um nicht die falsche Taste zu erwischen. Ist der transluzente (lichtdurchlässige) Kunststoff der Trigger an dieser Stelle nicht als "der Schuldige" zu betiteln, so ist es definitiv eben die ungünstige Anordnung der Zeichen. Die Trigger verfügt über insgesamt 4 Beleuchtungsmodi: Hier kann über eine Funktionstaste zwischen der Beleuchtung aller Tasten, nur dem WASD-Bereich, eines pulsierenden Lichts oder der kompletten Abschaltung der Beleuchtung gewählt werden. Darüber hinaus lässt sich die Intensität des Lichts in drei Stufen regulieren.

Für einen sicheren Stand auf dem Schreibtisch sorgen die großzügigen Gummielemente auf der Unterseite der Tastatur. Selbst die ausklappbaren Füße sind mit einer gummierten Spitze ausgestattet und halten die Trigger da wo sie sein soll - fest auf ihren Platz. Für das Handgelenk liefert CM Storm eine sehr praktische Handballenauflage mit, ebenfalls mit einer gummiartigen Oberfläche beschichtet, die mit drei Halteklemmen an der Trigger befestigt werden. Auch diese Auflage verfügt über eigene Gummipuffer an der Unterseite. Der Winkel ist dabei sehr angenehm und wirkt nicht abgeknickt. Platz sollte man dennoch auf dem Schreibtisch haben, bringt das Gespann doch samt Auflage ganze 25,5 Zentimeter aufs Maßband in der Breite. Ohne Ablage sind es nur 16,2 Zentimeter die benötigt werden.

Die Tasten-Kappen (Caps)
Bei den Caps der Trigger setzt CM Storm auf eine zylindrische, leicht nach innen gewölbte Gestaltung der Kappen, die durch den leicht zur Vertikalen gerichteten Winkel im Vergleich zum restlichen Tastenfeld (Terrasseneffekt) einen sehr guten Seitenhalt und ein angenehmes Tastgefühl haben. Hierbei setzt CM Storm (Cooler Master) auf transluzenten Kunststoff, der mit einer sehr robusten Beschichtung versehen wurde. Gerade in der Vergangenheit haben einige Hersteller bei der Haltbarkeit der Kappen Kompromisse gemacht. So wurde in diversen Foren über Haarrisse oder Brüche beim Tastenkreuz berichtet. Die Unterseite der Caps bei der Trigger offenbart ein rundes Tastenkreuz, welches durch großzügige Streben gestützt wird. Obwohl die dünnste Stelle des Kreuzes gegenüber anderen Modellen geringer ausfällt, ist die Runde Form des Tastenkreuzes deutlich weniger Anfällig für Kantenrisse, wie es beispielsweise eine quadratische Form täte. CM Storm verwendet darüber hinaus etwas weicheres Material mit besseren Eigenschaften im Bereich der Elastizität. Vorteil ist hierbei die gesteigerte Riss- und Bruchfestigkeit.

Die Innenseite der Kappen

Bei der Beschichtung verwendet Cooler Master einen sehr robusten Lack, allerdings kann man bei einigen Kappen Abriss-Spuren an der unteren Kante finden, was darauf deutet, dass diese beim Beschichten auf einer Unterlage gelegen haben. Der Lack ist leicht rau und sehr griffig, damit bestens gegen ungewolltes Abrutschen geeignet. Damit die Zeichen natürlich lichtdurchlässig sind und im Dunklen leuchten können, wurden diese aus-gefräst.

Die Schalter:
Damit die Tastatur eben möglichst hält, hat CM Storm hier auf die bewährten Cherry MX-Black Schalter von ZF gesetzt. Diese haben eine statistische Lebensdauer von rund 50 Millionen Tastenanschlägen. Profispieler schwören auf die MX-Black-Schalter, da diese rein linearen und ohne wahrnehmbaren Klickpunkt aufkommen. Sie sind dadurch sehr taktil und stellen mit durchschnittlich 60 Gramm Druckwiderstand (liegend im Bereich zwischen 45-80g) einen guten Mittelwert dar.

Anschluss:
Beim Anschluss der Trigger setzt CM Storm auf ein mit Textilfasern ummanteltes, 14k vergoldetes Mini-USB zu USB Kabel mit einem Ferritkern als Entstörfilter. Durch die Ummantlung soll die Haltbarkeit deutlich verlängert werden, macht es jedoch auch zugleich steifer. Mit einer Länge von gut zwei Metern ist es für die meisten User ausreichend Dimensioniert. Das Mini-USB Kabel dient neben dem Betrieb der Trigger auch noch der Versorgung des direkt daneben befindlichen zweiport USB 2.0-HUBs.

Da bei sehr stromhungrigen Komponenten das USB-Leistungslimit schnell erreicht werden kann, bietet die Trigger einen optionalen Anschluss eines 5V DC-Netzteils an. An dieser Stelle ist die Idee zwar gut, aber nicht wirklich brauchbar gelöst, denn laut Gerätemanager verbraucht die voll beleuchtete Tastatur ca. 400 Milliampere für sich alleine, ein einzelnes USB Device kann jedoch nur 500 Milliampere insgesamt liefern. Somit wäre für Verbundgeräte am USB-Hub ohne zusätzliches Netzteil mit gut 100 mA deutlich zu wenig Strom vorhanden für eine sinnvolle Nutzung. Bedeutet, dass sich hier weder eine externe Festplatte, oder gleichermaßen stromlastige Komponenten mit viel Elektronik oder Beleuchtung anschließen ließen. Wenn es schon bei einem Gerät eng werden kann, würde ein Anschluss von gleich zwei Geräten hier also schon mal garnicht funktionieren. Sich jedoch nun extra ein Netzteil zu besorgen, um den USB-Hub verwenden zu können, ist das Geld nicht wert, denn dann kann man sich auch mit den USB-Anschlüssen am PC begnügen.

Wir haben das exemplarisch mal für Euch getestet und zwei normale USB-Sticks gleichzeitig in den Hub gesteckt: Ein Stick wird sauber erkannt und beim zweiten erhalten wir bereits die Meldung über zu wenig Strom. Die Kombination aus einem Headset und einem USB Stick, als auch Stick plus beleuchteter USB Kabelmaus war ebenfalls nicht möglich.

Ghosting und Jamming

Zu Beginn des Tests in diesem Bereich wollen wir den Usern zunächst erklären, wobei es sich beim Phänomen "Ghosting" und "Jamming" eigentlich handelt. Hierzu empfehlen wir euch unsere Erklärung auf unserer "Tastatureigenschaften Erklärseite".

N-Key Rollover

Um beide Probleme, also Ghosting und Jamming, zu umgehen, müssen die Tasten so verschaltet und aufgebaut sein, dass eine eindeutige Zuweisung möglich ist. Die Lösung heißt hier N-Key-Rollover: Hierbei sind die Tasten zum größten Teil einzeln verschaltet und durch eine Diode zusätzlich entkoppelt, darüber hinaus muss der verbaute Controller all diese Informationen auch entsprechend sauber verarbeiten können. "N-Key" steht in diesem Fall für beliebig viele und "Rollover" für gedrückte Tasten. Bei der Trigger ist die maximale Anzahl der gleichzeitig drückbaren Tasten aufgrund des USB-Anschlusses auf 6 Tastenschläge begrenzt. Dieses Ergebnis lässt uns nun nicht vom Hocker springen, es reicht aber vollkommen aus um einen störungsfreien Betrieb des "Drückens" zu gewährleisten. CM Storm ist in diesem Punkt dem Anwender gegenüber auch in PR-Sachen ehrlich, steht auf der Webseite und bei den Produktpublikationen explizit: "Anti-Ghosting - 6 Tasten-Roll-Over". Sehr gut!

Mitmachtest:
Wir haben uns von diversen Portalen und Foren nun auch inspirieren lassen einen Mitmach-Test in dieses Review einzubauen, bei dem Sie als User direkt ihre eigene Tastatur auf das Ghosting-Phänomen hin überprüfen können - und dies nur mit einem Texteditor. Zum Test verwenden wir einen Text, in dem alle Buchstaben des englischen Alphabets vorkommen:

THE QUICK BROWN FOX JUMPS OVER THE LAZY DOG

Öffnen Sie einen einfachen Texteditor und drücken die beiden Shift-Tasten gleichzeitig und lassen diese während der gesamten Eingabe nicht los. Bei der Trigger sah das Ergebnis folgendermaßen aus:

Bei unserer Logitech G15 wiederum war das Ergebnis eher schlecht bis durchwachsen, zeigt es jedoch ein bei sehr vielen Tastaturen vorkommendes Bild.

An dieser Stelle haben wir also nichts zu meckern und gehen auf der nächsten Seite weiter zum Thema Software.

PS2 / USB / Polling Rate

Die grundlegenden Informationen zu "PS2 / USB / Polling Rate" findet ihr ebenfalls auf unsere "Tastatureigenschaften Erklärseite".

Bei vielen Controllern befindet sich die Polling-Rate bei rund 125 Hertz, dies entspricht in etwa einer Zeitspanne von ca. 8 Millisekunden. Im Durchschnitt werden jedoch Intervallzeiten zwischen 0 und 4 Millisekunden erreicht. Wenn man nun also Pech hat kann es passieren, dass die Befehle des Gerätes (hier z.B. die Tastenschläge) nun 8 Millisekunden liegen bleiben. Diese Verzögerung kann natürlich mit zusätzlicher Software oder speziellen Systemeingriffen verringert werden, indem man die Polling-Rate erhöht. CM Storm wirbt bei der Trigger mit einer Abtast-Rate von bis zu 1000 Hz - was dann theoretisch der Echtzeitübertragung von PS2 in nichts nachstehen würde. "Würde" ist hier aber das zu beachtende Wort, denn wenn mehrere an einen USB-Controller angeschlossene, datenintensive Geräte sich eine Leitung teilen müssen, verringert sich als logische Konsequenz die maximale Transfergeschwindigkeit je Gerät. Unter allen Datensendern muss diese Bandbreite fair aufgeteilt werden und so kann es über kurz oder lang zu sogenannten "Daten-Lags" kommen, welche sich in Störungen, Problemen oder eben längeren Verzögerungszeiten zeigen können. Die Polling-Rate lässt sich nämlich nicht auf ein Gerät beschränken, sondern umfasst den Controller an sich und damit alle verbundenen Geräte. So wäre das Abtastintervall auch beim Drucker oder Scanner erhöht, was im Fazit bedeutet das im blödesten Fall die Zeit für die Ereignismeldung länger dauert als bei normal eingestellter Polling-Rate, oder es sogar zu fehlerhaften Übertragungen kommt.

Mit diesem Wissen ist es eigentlich schade, dass CM Storm lediglich auf die "one Device" Variante setzt, denn somit lassen sich übertragungsmäßig eben nur die 6 NKROs realisieren und obwohl Ghosting und Jamming hier vorgebeugt wurde, kann die Trigger nicht ihr volles Potenzial ausnutzen. Schade

Die Software

Um die Tastatur zu benutzen ist die Software von CM Storm nicht zwingend notwendig. Für eigene Tastenbelegungen ist die Software aber vorausgesetzt. Für die reine Funktion installiert das Betriebssystem automatisch einen passenden Treiber, sodass man mit der Trigger sofort losstarten kann. Die mit knapp über 104 MB nicht gerade kleine Software "Trigger-App" in der aktuellen Version 1.1 kann über die Homepage von CM-Storm unter "Downloads" bezogen werden. Die Installation geht super einfach und sehr schnell. Nach dem Setup befindet sich bei der Uhr ein neues Symbol. Betrachtet man die Oberfläche, so ist diese wirklich intuitiv und einfach zu bedienen und durch die zur Hilfenahme der interaktiven Anleitung von CM-Storm auch für jeden Neuling zu verstehen, weshalb wir hier nun auch nicht auf jedes Detail der Software eingehen werden.

Mit der Trigger-App lassen sich insgesamt 5 individuelle Profile erstellen, wobei sich jeder Taste wirklich individuell belegen lässt. Hier kann zwischen einer einzelnen Funktion, einem Makro, eine Programmstart oder auch das Abschalten dieser Taste gewählt werden.

So kann zum Beispiel auch die Windows-Taste als Storm-Funktionstaste agieren oder reinweg als Windows-Key - auch ein Abschalten der Windows-Tasten-Funktion ist hier möglich.

Zusammen mit dem Makrostudio steht jedem Gamer hier eine riesige Anzahl an möglichen Kombinationen und Variationen zur Verfügung. Ein speziell auf ein favorisiertes Game oder einen Spieler zugeschnittenes Makro-Profil ist realisierbar und sehr komfortabel zu gestalten. Selbst für Anfänger kein Problem.

Diese fünf Profile mit deren komplett anpassbaren Einstellungen und Makros lassen sich dann auf den großzügigen 64KB internen Speicher direkt auf die Tastatur laden, oder in den PC-Speichern ablegen. Beim Schließen des Programms ist die Tastatur für bis zu 30 Sekunden nicht zu benutzen, da die neuen Einstellungen in den Speicher der Tastatur geladen werden - eine entsprechende Meldung informiert den Anwender hierüber.

Mario Kramer meint …

Mario Kramer

Bei der Trigger fällt unser Fazit eher gespalten aus: Die Tastatur ist von einer hervorragender Qualität und in Kombination mit der Handballenauflage sehr ergonomisch geformt, was angenehm beim Schreiben ist. Die Schalter sowie die Caps sind von einer sehr hohen Güte, versprechen eine lange Lebensdauer und sind damit optimal auch für Vielschreiber geeignet. Die Oberfläche allgemein, die der Tastenkappen, der Mischung aus weichem Kunststoff und den metallischen Elementen ist nicht nur optisch sehr ansprechend, sondern auch noch einfach in der Reinigung.

Im Punkto Beleuchtung gibt es Abzüge in der B-Note durch den gewählten und extravaganten Zeichen-Font, der gerade im Dunkeln mit dem Problem des entstehenden Koronaeffekt. Auch die Teils unglückliche Position der Sonderzeichen und der damit verbundenen schwachen Beleuchtung ist negativ zu bewerten. Wet machen kann dies die Trigger jedoch durch die unterschiedlichen Licht-Modi und der komplett freien Gestaltung der Tastenbelegung und der intuitiven Software.

Ghosting und Jamming sind bei der Trigger kein Problem, wenn auch hier das Potenzial durch die Wahl auf ein einziges USB-Device und damit auf eine Limitierung des N-Key-Rollovers nicht sehr verständlich ist. Hier hätte CM-Storm durch weitere emulierte Geräte ohne eine Erhöhung der Polling-Rate agieren können und deutlich mehr als nur sechs gleichzeitige Tastenschläge ermöglicht. Damit wäre die Trigger auf eine deutlich höhere Stufe der technischen Umsetzung gestiegen, als es viele andere Hersteller machen.

Komplett versagt hat leider der integrierte USB-Hub, welcher ohne zusätzlichen Netzteilanschluss eigentlich nicht zu gebrauchen ist. Ein Verzicht darauf wäre stimmiger gewesen, als ein nichtfunktionelles Konstrukt zu verbauen. Eine Alternative wäre hier einfach das passende Netzteil direkt mit in den Lieferumfang zu packen - in diesem Preissegment weiß Gott keine Fehlinvestition.

Für den richtigen und sicheren Stand sorgen bei der Tastatur die Gummipuffer, sowie die heraus klappbaren Füße. Das Kabel ist ebenfalls von einer guten Qualität, wenn auch nicht sehr flexibel und in unseren Test das ein oder andere Mal aus dem Mini-USB-Port gerutscht. Für die Absicht des ständigen Verschiebens der Tastatur eher ungünstig, obwohl sich der User dann wohl auch beim hohen Gewicht der Trigger, hier ein sehr positiver Aspekt für hervorragende Standfestigkeit, stören würde. Für wen es eben eher starr platziert sein soll, ist die Trigger ein wirklich gut gewählter Part.

Der aktuell geforderte Preis von rund 110 Euro ist im unteren Bereich der mechanischen Tastaturen mit Hintergrundbeleuchtung angesiedelt, in Anbetracht der teils sehr guten Erfüllung unserer Pflichterwartungen aber mehr als vertretbar. Die Haptik weiß zu überzeugen, das Design spricht die Gamer an und der Funktionsumfang samt guter Software rundet das Trigger-Paket dann schlussendlich doch noch ab. Der USB-Hub haut hier leider die Schlusswertung sehr in den Keller - damit reicht es dann auch "nur" für unseren begehrten Preisleistungs-Award in der Wertung "Gut". Eine klare Kaufempfehlung für all diejenigen, die auch ohne den USB-Hub auskommen können. Für CM-Storms Einstand in den Markt der mechanischen Tastaturen ein gelungenes Produkt.

  • Positiv
  • Sehr hohes Qualitätsniveau
  • Angenehm schwer und dadurch stabilen Stand
  • Gute Haptik
  • Optisch ansprechende Beleuchtungsmodi
  • Sehr robuste Beschichtung der Caps und der Tastatur allgemein
  • Hoher Funktionsumfang, jede Taste programmierbar
  • Intuitive und umfangreiche Software
  • Anti-Ghosting/-Jamming
  • Großzügiger interner Speicher
  • Neutral
  • Negativ
  • schlechte, kaum verwendbare USB-Hub-Lösung
  • zum Teil irreführender Font-Style mit nicht immer gut lesbaren Sonderzeichen
  • USB-Kabel zu starr und rutscht dadurch sehr gerne aus dem Mini-USB-Port

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