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Tech-Review.de

  • Mittwoch, 23. September 2020
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Cooler Master Storm Quick Fire Pro

Cooler Master Storm Quick Fire Pro: Mechanische Schnellfeuerwaffe?

Einleitung

Es dauerte nicht lang, da hat Cooler Master mit seinem Brand "CM Storm" schon die nächste mechanische Tastatur auf den Markt gebracht. Mit der Quick Fire Pro möchte Cooler Master nun weitere Kunden für die mechanischen Tastaturen begeistern und baut hier sein Portfolio kontinuierlich weiter aus. Erst vor gut einem Monat hatten wir das Prunkstück, die CM Storm Trigger im Test, welche sich auch bei uns von einer starken Seite zeigen konnte. Bei der Quick Fire Pro hat Cooler Master jetzt, anstatt wie bei der Trigger auf die bewährten schwarzen Cherry MX Schaltern zu setzen, nun die rote Variante bevorzugt.

Damit ist die QFP erst die Vierte uns bekannte Tastatur, die seit der Reinkarnation dieser Technologie mit den roten MX-Schaltern der Firma Cherry ausgestattet wurden. Die anderen drei sind die MK-85 und MK-50 der Firma QPad, sowie die Vengeance K90 von Corsair. Der Grund für die seltene Verwendung ist die gewöhnungsbedürftige Handhabung mit den Tasten. Näheres dazu erfahren Sie aber im Test. Wie sich nun die Quick Fire Pro schlägt, auch gegenüber der in der Tastaturszene ziemlich gut aufgenommen Trigger, zeigen wir Ihnen auf den nun folgenden Seiten. Viel Spaß beim Lesen!

Der Lieferumfang

Der Umfang der Lieferbeigaben hält sich bei der Quick Fire Pro in Grenzen und so bringt das Paket nach dem Öffnen lediglich die Tastatur an sich, ein USB Kabel, eine Tastendeckel-Zange, einen Quick Guide sowie eine sehr praktische Staubschutzabdeckung mit sich. Da im Vergleich zur Trigger bei der QFP keine Makrotasten vorhanden sind, wird für die Benutzung des kompletten Featureumfangs auch keine separate Software benötigt.

Lieferumfang im Detail:

  • CM Storm Quick Fire Pro Gaming Tastatur
  • Quick-Start-Guide
  • 1,8 Meter USB-Kabel
  • Staubschutzabdeckung
  • Cap-Removal-Tool

Die technischen Daten

Vergleicht man die CM Storm Trigger mit der QFP samt deutschen Tastaturlayout, ist zu erkennen das die Quick Fire Pro nicht mehr so viel Platz auf dem Schreibtisch benötigt. Eine Handballenablage fehlt hier aber und ist für dieses Modell auch nicht vorgesehen. In Deutschland wird die Tastatur mit den MX Red Schaltern ausgeliefert, bietet den Kaufinteressenten jedoch mit anderen Länder-Layouts auch weitere Schaltervarianten zur Auswahl an. Neben den MX Black sind darüber hinaus eben noch die MX Blue sowie MX Brown zu bekommen - dabei hat jeder Schaltertyp seine eigene Klick-Charakteristik vorzuweisen.

Wie weiter oben bereits angesprochen, kommt die Quick Fire Pro ohne Makro-Tasten daher, benötigt dementsprechend auch keinen internen Speicher und somit kann auf eine zusätzliche Software ebenfalls verzichtet werden. Mit knapp über drei Zentimeter ist die Tastatur gegenüber des Trigger-Kollegen in die Höhe gewachsen, mit den Füßen lässt sich dieses sogar nochmal im Neigungswinkel steigern. Trotz der fehlenden Makrotasten kann sich die QFP dennoch Gaming Tastatur nennen: Mit an Bord sind nämlich neben einer partiellen Beleuchtung auch noch diverse Multimedia-Tasten.

Technische Daten:
Abmessungen (LxBxH) 454 x 155 x 31 mm
Gewicht 1300 Gramm
Tasten Cherry-MX-Red-Schalter
Windowstaste abschaltbar
Lineare Schalter
Kein Klickpunkt
Druckkraft ~ 45 Gramm
Multimedia-Shortcuts
NKRO im USB-Modus (6/Full NKey)
Tastendeckel Ein zylindrisches Tastendesign
Tastendeckel sind Beschichtet, Zeichen mit Laser ausgefräst
Anschlussart USB 2.0, Kabel ca. 1,8 Meter lang
Pollingrate 1000 Hz (1ms)
Beleuchtung Partielle rote Beleuchtung jeweils mit eigener LED
(WASD + QERZXC + 12345 + F1 F2 F3 F4 + Pfeiltasten+ Esc + Leertaste)
Mehrere Beleuchtungsmodis
Komplett ausschaltbar
Tastaturlayout Deutsch, Standardlayout. Andere Layouts mit Cherry MX Schaltern
sind auch noch lieferbar, darunter Cherry MX Blue, Black und Brown
Zubehör Mini-USB auf USB-Stecker
Schnell-Start-Anleitung
Preis: ~ 80 €
Herstellerlink http://www.cmstorm.com/en/products/keyboards/quickfirepro/
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Im Detail

Die Storm Quick Fire Pro und ihr Vorgänger Storm Trigger

Wie Eingangs schon angedeutet, ist die Quick Fire Pro der verkleinerte Pendant zur Trigger. Sie verfügt dabei über einen eingeschränkteren Featureumfang, dieser reicht in der Regel aber vollkommen aus.

Beginnen wir aber zunächst mit der optischen Begutachtung: Sie ist höher, aber schmaler und hat dabei auch noch ein paar Gramm an Gewicht zulegen können. Die Tasten stehen deutlicher hervor und allgemein wirkt alles ein bisschen komprimiert. CM Storm hat jedoch nicht vergessen passende Design-Akzente zu setzten und hat oberhalb der Pfeiltasten, sowie im rechten Frontrahmen den CM Storm-Schriftzug platziert sowie über der Numlock-Taste das Brand-Logo untergebracht. Ebenfalls zu finden sind hier die drei schräg nach rechtsoben verlaufenden LED-Blenden für Anzeige von "Num-, Caps- und SCR-Lock".

In Punkto Wertigkeit, Verarbeitung und beim verwendeten Material schauen wir natürlich wieder genauer hin. CM Storm hat sich bei der Quick Fire Pro gegen die gummiartige Rahmenbeschichtung der Trigger entschieden. Verwendet wird ein glatter, aber auch sehr Fettfinger-empfindlicher Kunststoff, dessen Wertigkeitsgefühl jedoch auf einem hohen Level verbleibt. Es wirkt nicht billig und die Verarbeitung dessen, sowie aller weiteren verbauten Elemente ist auf einem sehr guten und CM Storm-typischen Niveau. Bravo!

Bei der Beschriftung der Key-Caps gibt es zur Trigger nur marginale Unterschiede: So sind zum Beispiel die Zahlen der Nummerntasten 1 - 0 oberhalb der Buchstaben nun wieder zentriert im oberen Kappenteil angeordnet, statt wie beim großen Kollegen nach links ausgerichtet. Darüber hinaus wurde auch der Schriftstil selbst noch einmal modifiziert. Das A hat nun keinen kleinen Versatz mehr nach links und die verwendete Schrift stellt sich im Allgemeinen nun in Teilbereichen eher fetter dar. Dies hat jedoch den Vorteil, dass die Tastenbeschriftung besser im Licht zu lesen ist.

Typografisch passt sich der eigene Schrifttyp natürlich der Reihe CM-Storm an. Speziell im Dunkeln leidet die Erkennbarkeit jedoch auch wegen der nicht weißen, sondern eher ins Grau gehenden Zeichenfarbe deutlich. Bei den beleuchteten Tastenbereichen kann es hierbei sogar durch den vorhandenen Koronaeffekt der Caps zum leichten Verschwimmen kommen. Entgegen wirkt hier die Reduzierung der Helligkeit. Gleichgeblieben ist auch die Tatsache mit den Sonderzeichen, welche sich wieder auf den Tastenkappen unterhalb der Zahlen oder Zeichen befinden, statt wie bei anderen Modellen üblich oberhalb. Eine Umgewöhnungsphase von der meist verwendeten Sans Serif Schrift der anderen Hersteller zur Quick Fire Pro ist in der ersten Zeit also von Nöten.

Apropos Tasten und Beleuchtung - hier setzt CM Storm auf die Cherry MX Schalter, welche jeweils an deren Oberseite mit einer rot leuchtenden LED ausgestattet sind. Diese ist nicht angewinkelt zur Caps-Mitte hin, sondern strahlt direkt in den oberen Bereich der Caps. Genau hier treffen wir in dunkler Umgebung erneut auf einen ungünstigen Schwachpunkt: Dadurch, dass die LED eben nur den oberen und mittleren Teil der Caps abdeckt, werden die meist im unteren Caps-Abschnitt zu findenden Sonderzeichen kaum beleuchtet und sind teilweise nicht mehr zu wirklich erkennen. Das ist sehr ungünstig, vor allem bei der nummerischen Reihe über den Buchstaben. Sonderzeichen wie zum Beispiel die Gänsefüße lassen sich nicht mehr wirklich deuten. Hier muss genau hingeschaut werden, um nicht die falsche Taste zu erwischen. Ist der transluzente (lichtdurchlässige) Kunststoff der Quick Fire Pro an dieser Stelle nicht als "der Schuldige" allein zu betiteln, so ist es definitiv eben die ungünstige Anordnung der Zeichen.

Bei der Beleuchtung wurde hier leider auch gespart - so bietet die Tastatur nur eine partielle Beleuchtung von den speziell bei Gamern häufig vorkommenden Bereichen an. Insgesamt drei Modi stehen dem Anwender zur Verfügung und er kann wählen zwischen der reinen Beleuchtung der WSAD- und Pfleiltasten, der Beleuchtung der Tasten WASD + QERYXC + 12345 + F1 F2 F3 F4 + Pfeiltasten + Esc + Leertaste, und eine Verwendung des Breathing-Modi, wobei die eben genannten Bereiche wie bei einer Atmung mal heller und mal dunkler erstrahlen - das Licht pulsiert also. Ein ganz großer Nachteil hierbei ist nicht die Tatsache der Beleuchtung dieser Bereiche, sondern das eben die anderen Tastenbereiche vollkommen ohne Licht dastehen und die Tastatur im Dunklen damit eigentlich nicht wirklich zu gebrauchen ist (ohne Lichtquelle). Bei einer Tastatur für knapp 80 Euro eigentlich ein No-Go und auch nicht verständlich von unserer Seite her. Als zusätzlicher Beleuchtungsmodi wäre dies ja interessant gewesen, so hätte jeder User selber entscheiden können welche Bereiche beleuchtet sind, allerdings hätte es für die volle Beleuchtung einen Modus geben müssen.

Auf der Unterseite der Tastatur sind die in drei Richtungen verlaufenden Kabelschächte für das Micro-USB-Kabel zu finden. Diese sind jedoch sehr eng gestaltet und beim Einführen des Anschlusskabels wird die Sleeve-Ummantelung beschädigt, was auf Dauer unschön aussehen kann. Hier hätte das Spaltmaß ruhig einen Millimeter weiter sein können.

Die Unterseite der Tastatur

Die Gummifüße stellen die Neigungshöhe der Tastatur dar und lassen sich sehr einfach ausfahren. Mit dem Gummipuffer direkt an den Füßen sowie an vier weiteren Punkten ist die Tastatur sehr sicher gegen unbeabsichtigtes Verschieben auf dem Tisch.

Auch die hochklappbaren Füße sind gummiert

Die Tasten-Kappen (Caps)
Bei den Caps der Quick Fire Pro setzt CM Storm, wie schon bei der Trigger-Tastatur, auf eine zylindrische, leicht nach innen gewölbte Gestaltung der Kappen. Genau wie bei den leicht zur Vertikalen gerichteten Winkel im Vergleich zum restlichen Tastenfeld (Terrasseneffekt) der Trigger, sind die Tasten bei der QFP ebenfalls wie eine kleine zur Mitte hin geneigten Welle verbaut.

Ein seitlicher Blick auf die Tasten

Diese wellige Anordnung lässt die oberen Tasten mehr zum Anwender zeigen und die unteren entgegen dieser Richtung. Da zumeist die Standard-Position der Finger sich in der mittigen Buchstabenreihe der Tastatur befindet, bietet diese Anordnung eine optimierte Bewegungshandlung und einen sehr guten Seitenhalt auf den Tasten selbst. Bei den Caps setzt CM Storm (Cooler Master) auf transluzenten Kunststoff, der mit einer sehr robusten Beschichtung versehen wurde. Gerade in der Vergangenheit haben einige Hersteller bei der Haltbarkeit der Kappen Kompromisse gemacht. So wurde in diversen Foren über Haarrisse oder Brüche beim Tastenkreuz berichtet.

Die Unterseite der Caps bei der Quick Fire Pro offenbart ein Tastenkreuz mit kleinen Einbuchtungen, welches durch großzügige Streben gestützt wird. Wurde bei der Trigger noch ein rundes Kreuz benutzt, so wird hier wieder auf das Sternenkreuz gesetzt - eben mit der genannten Anfälligkeit gegen Mikrorisse. Warum dies so ist, wissen wir leider nicht, hätten aber gerne die Runde Variante vorgefunden. Positiv hier jedoch wieder, dass Cooler Master etwas weicheres Material mit besseren Eigenschaften im Bereich der Elastizität verwendet. Der Vorteil ist hierbei die gesteigerte Riss- und Bruchfestigkeit.

Die Unterseite der Tastenkappen der QFP und Trigger im Vergleich

Bei der Beschichtung verwendet Cooler Master einen sehr robusten Lack, dieses Mal ist sauberer gearbeitet worden und der Lack wurde besser verteilt - Lacknebel war nur bei sehr wenigen Caps zu finden. Der Lack bei der Quick Fire ist rauer als bei der Trigger und sehr griffig, damit bestens gegen ungewolltes Abrutschen geeignet. Damit die Zeichen natürlich lichtdurchlässig sind und im Dunklen leuchten können, wurden diese Ausschnitte gelasert.

Die Schalter:
CM Storm verwendet hier die eher selten zur Anwendung kommenden Cherry MX-Red Schalter von ZF. Der Grund für die geringe Nutzung dieser Variante von Schaltern liegt in dessen Eigenschaft. Es handelt sich um lineare Schalter ohne einen fühlbaren Klickpunkt. Der Klickauslöser tritt bereits bei einer Hubweite von zwei bis vier Millimetern ein, was identisch wäre mit den MX Black, jedoch hier nur gerade mal 45 Gramm Druckkraft aufgebracht werden müssen, den Tastendruck sehr leichtgängig macht und es dazu bei vielen Leuten häufig zum "vertippen" kommt. Gerade bei Anwendern einer eher ruhigen Schreibweise haben diese Schalter deswegen ein Nischendaseien - da sie leider sehr gewöhnungsbedürftig und nicht für jeden Schreiberling geeignet sind. Dennoch gibt es auch hierfür Fans, vielleicht gerade wegen ihres speziellen Klick-Charakters. Der User Leathel Squirrel hat die Funktionsweisen der unterschiedlichen MX-Typen der Cherry-Schalter in anschaulichen GIF-Animationen aufgearbeitet, eine Auflistung findet ihr hier.

Im Lieferumfang ist eine Tastenzange enthalten, mit der sich alle Tasten angenehm entfernen lassen, sollte man die Tastatur doch mal vom Schmutz befreien oder gar die Tasten austauschen wollen. Sehr praktisch.

Die mitgelieferte Tastenzange

Anwendung:
Um die Quick Fire Pro zu verwenden, genügt es den USB-Stecker in den PC zu stecken und schon kann es losgehen.

Der USB-Anschluss der Tastatur

Den passenden Treiber findet das Betriebssystem in der Regel selbst. Nachdem alles ordnungsgemäß eingesteckt ist, lassen sich die Doppelbelegungen der mit einem kleinen weißen Feld unterlegten Tasten und dessen Funktionen durch das Drücken der FN-Taste aktivieren.

Die Doppelbelegungen der mit einem kleinen weißen Feld unterlegten Tasten und dessen Funktionen durch das Drücken der FN-Taste aktivieren

Signalisiert wird der eingeschaltete Zustand der Sonderfunktionen durch das Leuchten der FN-Taste samt Schloss-Symbol. Jetzt kann der Nutzer entweder die Multimediatasten verwenden um die Wiedergabe von Musik oder Videos zu steuern, oder aber er stellt sich den gewünschten Leucht-Modus ein. Damit man beim Zocken eines spannenden Computerspiels nicht durch die versehentlich gedrückte Windows-Taste aus dem Spiel geschmissen wird, lässt sich jene über das Drücken der F12-Taste deaktivieren - auch hier wird über eine Beleuchtung der Sperrzustand signalisiert.

Die Zweitfunktion der F-Tasten sind die Multimediatasten oder weitere Funktionstasten

Ghosting und Jamming

Zu Beginn des Tests in diesem Bereich wollen wir den Usern zunächst erklären, wobei es sich beim Phänomen "Ghosting" und "Jamming" eigentlich handelt. Hierzu empfehlen wir euch unsere Erklärung auf unserer "Tastatureigenschaften Erklärseite".

N-Key Rollover

Um beide Probleme, also Ghosting und Jamming, zu umgehen, müssen die Tasten so verschaltet und aufgebaut sein, dass eine eindeutige Zuweisung möglich ist. Die Lösung heißt hier N-Key-Rollover: Hierbei sind die Tasten zum größten Teil einzeln verschaltet und durch eine Diode zusätzlich entkoppelt, darüber hinaus muss der verbaute Controller all diese Informationen auch entsprechend sauber verarbeiten können. "N-Key" steht in diesem Fall für beliebig viele und "Rollover" für gedrückte Tasten.

Bei der Trigger war die maximale Anzahl der gleichzeitig drückbaren Tasten aufgrund des einfachen USB-Anschlusses (ein USB-Device) auf sechs Tastenschläge begrenzt. Die Quick-Fire-Pro übertrifft diese Leistung durch die Verwendung mehrerer emulierter USB-Devices und kann damit unendlich viele Tastenschläge übermitteln. Warum war die Trigger nur auf sechs simultane Anschläge begrenzt? Die Antwort gibt's auf der nächsten Seite.

Mitmachtest:
Wir haben uns von diversen Portalen und Foren nun auch inspirieren lassen einen Mitmach-Test in dieses Review einzubauen, bei dem Sie als User direkt ihre eigene Tastatur auf das Ghosting-Phänomen hin überprüfen können - und dies nur mit einem Texteditor.

Zum Test verwenden wir einen Text, in dem alle Buchstaben des englischen Alphabets vorkommen:
THE QUICK BROWN FOX JUMPS OVER THE LAZY DOG
Öffnen Sie einen einfachen Texteditor und drücken die beiden Shift-Tasten gleichzeitig und lassen diese während der gesamten Eingabe nicht los.

Bei der CM Storm Quick Fire Pro sah das Ergebnis folgendermaßen aus:

Bei unserer Logitech G15 wiederum war das Ergebnis eher schlecht bis durchwachsen, zeigt es jedoch ein bei sehr vielen Tastaturen vorkommendes Bild.

An dieser Stelle haben wir nichts zu meckern und gehen auf der nächsten Seite direkt weiter zum Thema USB, Pollingrate und Co.

PS2 / USB / Polling Rate

Auch hier müssen wir wieder mit langweiliger Theorie nerven: Bei Tastaturen die noch über PS2 angeschlossen wurden, geschah die EVA, also das Eingabe-Verarbeitung-Ausgabe-Prinzip in Echtzeit, da dieses Gerät einem festen Interrupt im System zugeordnet wurde, der durch kein anderes Gerät belegt sein konnte. Hierbei hat das Gerät beim Auftreten eines Ereignisses dieses selbstständig an den Computer in Echtzeit übermittelt. Bei einem USB-Anschluss teilen sich aber viele Geräte diese universelle Schnittstelle. Hier werden nun innerhalb eines gewissen Zeitabstands periodisch alle angeschlossenen Geräte abgefragt, ob neue Befehle vorliegen. Dieser festgelegte Zeitabstand wird Polling-Rate genannt. Bei den Befehlen kann es sich dabei um Tastenschläge, Druckeraufträge und ähnlichem handeln, die von den Geräten chronologisch in eine Art Zwischenpuffer gespeichert werden.

Dieses Interrupt-Paket ist in seiner Aufnahmekapazität aber begrenzt. Um diese Begrenzung zu Umgehen und einen möglichst geringen Abtast-Intervall zu erreichen kann man bei USB vom Gerät her nun so tun, als seien es mehrere Geräte (Devices). Werden mehrere Devices in einem Gerät emuliert, erhöht sich natürlich auch der Abtastvorgang und damit verringert sich die Zeitspanne zwischen Auftreten des Ereignisses (z.B. Tastendruck) und der Weiterleitung an das System. Bei der Quick Fire Pro wird dieser Trick erfolgreich angewendet und so lässt sich bei dieser Tastatur durch die Tastenkombination für die Sonderfunktion N + Entf und N + Einfg zwischen den Modi 6NKRO für maximal sechs gleichzeitige Anschläge, sodass nur ein USB-Device für den PC erkannt wird und demnach auch nur eine periodische Abfrage für dieses Device stattfindet und dem Modi Full-N-Key (NKRO) umschalten, bei dem im Betriebssystem weitere USB-Geräte emuliert werden und die Abtastrate sich damit automatisch erhöht. Beim Full-N Key-Rollover ist die Beschränkung der gleichzeitig drückbaren Tasten damit quasi aufgehoben.

Die meisten Controller verwenden eine Polling-Rate von rund 125 Hertz, dies entspricht in etwa einer Zeitspanne von ca. 8 Millisekunden. Im Durchschnitt werden jedoch Intervallzeiten zwischen 0 und 4 Millisekunden erreicht. Wenn man nun also Pech hat kann es passieren, dass die Befehle des Gerätes (hier z.B. die Tastenschläge) nun 8 Millisekunden liegen bleiben. Diese Verzögerung kann natürlich mit zusätzlicher Software oder speziellen Systemeingriffen verringert werden, indem man die Polling-Rate erhöht. CM Storm bietet bei der Quick Fire Pro, wie auch schon bei der Trigger, die Möglichkeit die Abtast-Rate auf bis zu 1000 Hz zu erhöhen - was dann theoretisch der Echtzeitübertragung von PS2 in nichts nachstehen würde. "Würde" ist hier aber das zu beachtende Wort, denn wenn mehrere an einen USB-Controller angeschlossene, datenintensive Geräte sich eine Leitung teilen müssen, verringert sich als logische Konsequenz die maximale Transfergeschwindigkeit je Gerät.

Unter allen Datensendern muss diese Bandbreite fair aufgeteilt werden und so kann es über kurz oder lang zu sogenannten "Dat0blich oberhalb. Eine Umgewblich oberhalb. Eine Umgeweblich oberhalb. Eine Umgewn-Lags" kommen, welche s f fich in Störungen, Problemen oder eben längeren Verzögerungszeiten zeigen können. Die Polling-Rate lässt sich nämlich nicht auf ein Gerät beschränken, sondern umfasst den Controller an sich und damit alle verbundenen Geräte. So wäre das Abtastintervall auch beim Drucker oder Scanner erhöht, was im Fazit bedeutet das im blödesten Fall die Zeit für die Ereignismeldung länger dauert als bei normal eingestellter Polling-Rate, oder es sogar zu fehlerhaften Übertragungen kommt.

Mit diesem Wissen ist es aber sehr erfreulich, dass Cooler Master bei seiner neuen Tastatur nun endlich auf die Multi-Device-Autobahn aufgesprungen ist und sich damit auch höhere Polling-Raten direkt über die Sondertasten einstellen lassen, die auch wirklich realistische Auswirkungen als nur 6 NKROs mit sich bringt.

Mario Kramer meint …

Mario Kramer

Als langjährige Schreiberlinge haben wir uns während des Tests der Quick Fire Pro relativ schnell an die MX Red-Schalter gewöhnt und tippen die Texte inzwischen nochmal eine Nuance flotter auf den Bildschirm. CM Storm hat mit seiner neuen Tastatur einiges wirklich richtig gemacht: Das Layout und die Verarbeitung befinden sich auf einem erstklassigen Niveau, auch die komprimierten Abmaße lassen einem auf eigentlich fast jedem Schreibtisch noch einen Platz für die Tastatur finden. Mit den Sondertasten ist das Spielen ein Genuss und bei der Musikwiedergabe sind alle wichtigen Tasten binnen Sekunden gefunden und gedrückt.

Das mitgelieferte Kabel, welches sehr robust ist, hat eine ausreichende Länge und mit dem, wenn auch zu engen, Kabelführungen auf der Rückseite wurde das Trigger-Problem des rausrutschenden USB-Steckers entgegengewirkt. Ein sicherer Stand ist nicht nur durch die praktisch rutschfesten Gummipuffer garantiert, sondern auch durch das ordentliche Gewicht. Dadurch, dass keine Makrofunktionen enthalten sind und sich die ganzen Features dennoch über die Sondertasten aktivieren lassen, benötigt die Quick Fire Pro auch keine separate Software, was einen etwaigen Installationsaufwand ad acta legt. Sehr schön. Allerdings funktioniert das mit der automatischen Treiberinstallationnur nur ab Windows XP. Die Betriebssysteme darunter werden für die Zusatzfunktionen nämlich nicht unterstützt.

Einen großen Schnitzer leistet sich CM Storm beim Punkt Beleuchtung: Wenn man eine schwarze Tastatur anbietet, diese neben der normalen Arbeit auch für Gamingsessions taugen soll (was oft in Lokalitäten mit wenig Licht stattfindet), darf es eigentlich nicht sein, dass man die Tastatur in un- oder schwachbeleuchteten Räumen nicht verwenden kann, denn mitsamt der gelaserten Key-Caps, die eben nicht weiß sind, ist abgesehen von den beleuchteten Bereichen im Dunkeln keine der anderen Tasten zu erkennen. Hier muss nach unserer Meinung dann eben der Kaufpreis noch ein wenig angehoben werden, um alle MX Red-Schalter als LED-Variante verbauen zu können. Und genau wegen dieses Fauxpas kann unsere Bewertung leider nur im Bereich Preisleistung „gut“ ausfallen, auch wenn die Tastatur eigentlich ein Spitzenprodukt ist.

Ansonsten ist der Preis kaum zu toppen - eben auch in Hinsicht auf die Multi-Device-Lösung, bei der mehrerer virtueller Geräte emuliert werden. Wer sich an der Beleuchtung nicht stört, dem können wir die Quick Fire Pro als wahres Tasten-Schnellfeuer-Gewehr wärmstens an Herz legen, alle anderen legen lieber nochmal ein paar Scheine mehr auf den Kauf-Tisch und besorgen sich die CM Storm Trigger oder, wenn es eine Tastatur mit MX-Red sein soll, die MK-85 bzw. MK-50 von QPad - alternativ die Vengeance K90 von Corsair.

  • Positiv
  • Sehr hohes Qualitätsniveau
  • Angenehm schwer und dadurch stabilen Stand
  • Gute Haptik
  • Optisch ansprechende, partielle Beleuchtungsmodi
  • Sehr robuste Beschichtung der Caps und der Tastatur allgemein
  • Ausreichender Funktionsumfang
  • Anti-Ghosting/-Jamming
  • Multi-Device-Lösung
  • Praktische Kabelführung
  • Neutral
  • Negativ
  • Fehlende Vollbeleuchtung
  • Gedrucktes Handbuch hätte auch mehrsprachig sein können

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