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Tech-Review.de

  • Freitag, 23. Oktober 2020
Cougar Minos X3

Cougar Minos X3: High-End-Konzept trifft Low-End-Preis

Einleitung

Einst als Hersteller für solide und optisch auffallende Netzteile bekannt geworden, bietet Cougar seit einiger Zeit neben den sogenannten Saftspendern auch Gehäuse und Lüfter an. Im Jahr 2015 erreichten zudem erstmals die Peripheriegeräte des Herstellers den deutschen Markt. Einen sehr großen Stellenwert hat dabei von Anfang an der E-Sport eingenommen, doch das Konzept glich dabei dem vieler Mitbewerber und wusste sich nicht so recht von den anderen abzuheben. Umfangreich ausgestattete Nager in allen erdenklichen Formen und Farben ergänzten damals das Portfolio. Von Low- bis High End und über alle Preisklassen verteilt war für jeden Anwender immer der passende Puma erhältlich. Bei den jüngst vorgestellten Modellen überdenkt man jedoch die bisherige Strategie und widmet sich mit der Minos-Serie zwei Mäusen welche voll und ganz dem Competitive-Gaming gewidmet wurden.

Die Idee dahinter ist, dem ambitionierten Spieler ein stark entschlacktes Layout in Kombination mit einer hochwertigen technischen Basis zur Verfügung zu stellen. Dafür wird meistens ein präziser LED-Sensor gewählt welcher mit fest konfigurierten Auflösungen ausgestattet ist. Bei besonders puristischen Lösungen ist die Bedienung zusätzlich treiberlos. Wo andere meist mit dem Namen bekannter E-Sport Teams oder einzelner Pro-Gamer werben und dementsprechend etwas höhere Preise für ihre Produkte verlangen, geht man an dieser Stelle konsequent einen anderen Weg. Zwar bleibt das Äußere weiterhin ein wichtiger Bestandteil, die Prioritäten verschieben sich aber auf ein pures und sachliches Handling ohne viele Spielereien. Der Plan der Minos X3 geht auf, jedoch gerät die Raubkatze bei der Umsetzung in zwei Bereichen etwas ins straucheln.

Viel Spaß beim Lesen!

Lieferumfang

Bei der Jagd auf Kunden spielt sie eine der größten Rollen, die Verpackung. Denn im Zweifel ist sie es, die dafür sorgt, dass der potentielle Kunde das Produkt aus dem Regal nimmt. Hauptsächlich in Schwarz gestaltet und um die Herstellerfarben zu komplettieren, wird der Nager von einem Hauch Orange umhüllt. Sonst enthält die Vorderseite nur die wichtigsten technischen Daten bereit, einen Überblick über die kompletten Features beinhaltet die ausführliche Rückseite. Auffällig ist an dieser Stelle besonders die Größe der Umverpackung, ob darin wirklich eine Minos X3 auf uns wartet? Und selbst der Nager scheint das teilweise so zu sehen, da etwas von innen stark an den Karton drückt und von außen schon haptisch in Erscheinung tritt.

In dem Bereich wurde der Rotstift allgemein sehr stark angesetzt, wie wir finden. Denn es ist zum Beispiel kein Fenster integriert worden, um die Maus vorab in Augenschein nehmen zu können. Beim befreien des Nagers bestätigt sich der bisherige Eindruck. Der Karton wirkt zwar stabil, aber nur so fest wie er auch sein muss. Nach einem kurzen Geduldsspiel ist es endlich vollbracht und wir halten den gesamten Inhalt in unseren Händen. Gemäß der Preispolitik befindet sich im Lieferumfang lediglich eine Betriebsanleitung, welche den Anwender über die Inbetriebnahme sowie die Sicherheitshinweise informiert. Der Käufer wird sich anschließend darüber freuen das Produkt nie wieder in der Schachtel verstauen zu müssen. Das könnte für hochmotivierte und zielstrebige Menschen durchaus zu einer Tagesaufgabe werden. In Anbetracht des geringen Verkaufspreises ist dieser Umstand zwar relevant, aber durchaus zu vernachlässigen.

Technische Daten

Abmessungen (L x B x H): 122 mm x 67 mm x 40 mm
Ergonomie: Rechtshänder
Sensor: PixArt PMW 3310
Auflösung: 3200 DPI
(400/800/1600/3200)
Polling-Rate: 1000 Hz
(125/250/500/1000)
Lift-Off-Distance: 2 mm
Tasten: 2 Haupttasten (Omron)
2 Daumentasten
1 Beleuchtungs-Schalter
1 Scrollrad (2-Wege)
Gewicht: 94 g
Kabel: 1,80 m, USB 2.0
Beleuchtung: 8-farbige LED-Hintergrundbeleuchtung
Diverse Beleuchtungsmodi
Besonderheiten: -
Preis: 24,90 Euro
Preisvergleich:
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Maus im Detail

Anders als man es zunächst aufgrund der Preisgestaltung annehmen könnte, präsentiert sich unser neues Haustier ziemlich solide. Die Oberschale der Maus besteht aus einem angerautem Kunststoff, die dem Anwender möglichst viel Grip bieten soll. Unter den Tasten selbst wurden Mikroschalter aus dem Hause Omron verbaut, die zu unserer Freude mit einer Lebensdauer von 10 Millionen Auslösungen spezifiziert sind. Die Seiten des Gehäuses sollen ebenfalls für einen guten Halt sorgen. Um dies zu realisieren, setzt Cougar auf eine Gummierung, die mit einer wabenförmigen Beschichtung versehen worden ist. Das soll verhindern, dass man bei schnellen Bewegungen versehentlich verrutscht.

Auf der Unterseite findet sich der PixArt PMW 3310 LED-Sensor, dessen Abtastrate bis zu 3200 DPI beträgt. Ab Werk leistet der Sensor sogar eine Auflösung von 5000 DPI. Das Einsatzgebiet deckt jedoch hauptsächlich Ego-Shooter ab, welche meist mit einem sehr niedrigen Wert von 400 bis 800 DPI gespielt werden. Die Lift-Off-Distance fällt mit zwei Millimeter sehr gering aus. Sie markiert den Abstand zwischen dem Nager und der Oberfläche, die nötig ist, um keine Bewegung mehr registrieren zu können. So kann die Position auf dem Mauspad komfortabel geändert werden, ohne eine Bewegung auf dem Monitor selbst auszuführen. Auch auf Angle Snapping (Pfadbegradigung) sowie Acceleration (Zeigerbeschleunigung) verzichtet der Sensor vollständig, da die Bewegungen besonders beim Spielen exakt wiedergegeben werden sollen. Wenn diese nämlich begradigt oder beschleunigt werden, ist das von sehr großem Nachteil, da der Weg, welcher mit der Maus zurückgelegt wurde, nicht mehr komplett identisch ist. Darunter leidet dann auch das Spielgefühl, da sich die Steuerung schlichtweg verfälscht anfühlt. Die Sensitivität lässt sich, genauso wie die Polling-Rate (125/250/500/1000), über einen separaten Schalter konfigurieren. Um das Layout der Minos X3 nicht so zu überladen und möglichst schlank zu halten finden sich beide neben dem Sensor wieder. Einen Treiber sucht man übrigens vergebens, daher kann die Abtastrate leider nicht gänzlich individualisiert werden. Keine Sorge, die Einstellungen decken unserer Meinung nach alle Präferenzen sehr gut ab.

Für die Gleiteigenschaften sorgen zwei große Mausfüße, die nicht ganz ohne Mängel auskommen. Bei der Montage wurde das untere Gleitpad nicht vollständig korrekt montiert und sitzt daher nicht optimal in der Fassung. Die Form des Nagers ist asymmetrisch und richtet sich demnach vollständig an Rechtshänder. Aufgrund ihrer sehr geringen Abmessungen eignet sie sich vorwiegend für kleinere Hände. Dazu passt auch das geringe Gewicht von 94 Gramm nahezu perfekt in das Konzept des Stubentigers. Das Scrollrad wurde etwas freiliegend angeordnet, ist ebenfalls gummiert, und weist optisch ein gezacktes Muster auf. Farbenfroh wird es erst, wenn der Käufer sein neues Haustier an einem USB 2.0 Slot angeschlossen hat, denn als optisches Highlight setzt eine 3-Zonen-Beleuchtung ihre Akzente. Neben dem Herstellerlogo auf dem Mausrücken werden auch das Mausrad und der untere Bereich ausgeleuchtet. Für etwas Abwechslung sorgen insgesamt acht Farben, welche in 10 verschiedene Modi aufgeteilt wurden.

Der Übersicht halber, listen wir an dieser Stelle die gesamte Belegung chronologisch auf:

  • Orange
  • Türkis
  • Grün
  • Violett
  • Rot
  • Blau
  • Gelb
  • Weiß
  • Keine Beleuchtung
  • Statischer Farbwechsel
  • Pulsierender Farbwechsel

Die Intensität der Beleuchtung wurde nach unserem Geschmack sehr gut gewählt, da die Lichtstärke weder zu stark, noch zu schwach umgesetzt ist. Alle Farben sind in der Regel gut zu erkennen und blenden den Anwender nicht unangenehm. Lediglich die weiße Ausleuchtung ist etwas dunkel geraten.

Das Kabel ist mit seinen 1,80 Metern noch ausreichend lang dimensioniert, verzichtet aber aus Kostengründen auf einen Sleeve. Irgendwie muss der Verkaufspreis natürlich realisiert werden. So finden sich zum Beispiel auch unterhalb des Herstellerlogos oder dem milchigen Plastikelement bereits vor der Inbetriebnahme leichte Abnutzungsspuren wieder. Besonders durch die offene Bauweise auf der Vorderseite ist es gar nicht so einfach die Spaltmaße zu beurteilen, da sie fester Bestandteil der gesamten Konstruktion sind. Im hinteren Bereich des Gehäuses wurden die Bauteile dann lediglich zweckmäßig und zum Teil unschön miteinander verbunden. Das Sparpotenzial macht sich dann doch bemerkbar, wenn auch auf das Gesamtbild gesehen in einem geringen Maße.

Praxistest

Kaum ein Produkt ist so schwierig zu bewerten wie eine Maus. Denn jeder hat andere Prioritäten die er favorisiert. Ausstattung, Form, Sensor oder etwa doch die Software? Ganz egal welches Kriterium einem am wichtigsten ist, ein richtig oder falsch gibt es in dieser Hinsicht nicht. Ob ein Nager gut oder schlecht ist kann man wirklich nur beurteilen wenn man das Einsatzgebiert genauestens bestimmen kann. Da diese Grenzen aber immer mehr ineinander übergehen, ist es für die Hersteller schlichtweg unmöglich das perfekte Produkt auf den Schreibtisch zu zaubern.

Das erste Mal ausprobiert, liegt der Nager aufgrund der geringen Abmessungen sehr ungewohnt in der Hand. Dieses Phänomen legte sich aber innerhalb der ersten Stunde. Um die Minos X3 zu bedienen musste der Redakteur von seinem gewohnten Palm Grip ablassen und stattdessen eine Kombination zwischen Palm- und Claw Grip anwenden. In der Praxis funktionierte das sehr gut und auch die Hand litt nicht unter Ermüdungserscheinungen. Bei der Bildbearbeitung sowie die täglichen Office Arbeiten gestaltet sie sich sehr komfortabel, unsere Befürchtungen dass wir durch die veränderte Griffhaltung Einschränkungen beim Handling zu erwarten haben, bewahrheiteten sich zum Glück nicht. Im Vergleich zu der Xtrfy XG-M2, die aktuell als Referenz dient, ist sie mit ihren 94 Gramm sogar noch ein bisschen leichter, sehr gut! Bei den Gleiteigenschaften konnte sie aufgrund des schief angebrachten Gleitpads leider weniger überzeugen. Hier kratzt sie je nach Oberflächenbeschaffenheit mal mehr, mal weniger stark über das Mauspad.

Sobald gespielt wird, sollte man sich vorab darüber Gedanken machen, mit welcher Auflösung und Polling-Rate in das Geschehen eingegriffen werden soll. Um das Layout übersichtlich zu machen sind die Schalter für die DPI-Werte und die Polling-Rate auf die Unterseite verbannt worden. In der Praxis funktioniert das Konzept wirklich gut, denn bei der Bedienung wirkt die Oberfläche nicht überladen. Das wechseln der Konfiguration wird dadurch natürlich erschwert, am Ende bleibt es einfach eine Frage des Geschmacks, uns hat die Umsetzung zweifelsfrei überzeugt.

Da der Sensor auch bei dem Redakteur privat im Einsatz ist, fiel die sonst nötige Umgewöhnung weg. Genug Zeit also um sich den Features zu widmen. Die Haptik war von Beginn an sehr angenehm. Auch die veränderte Griffhaltung bereitet während der Spielesession überhaupt keine Probleme, perfekt! Doch Moment, was ist denn da so feucht? Nach den ersten hitzigen Spielszenen hat sich doch wirklich etwas Schweiß in dem seitlichen Wabenmuster gesammelt, der zum Glück nach kurzer Zeit wieder verschwand und selbst nach längerer Nutzung nicht mehr aufgetreten ist. Das Gripniveau ist außerdem auch sehr gut, und die Gummierung des Scrollrads hat eine auffällig weiche Rasterung welche nicht unbeabsichtigt ausgelöst werden kann. Ruhig geht es auch bei der Akustik der Tasten zu, die zwar über ein klares Klicken definiert wird, aber nicht störend auffällt. Im Gegensatz zu den High-End-Modellen liegt die Lift-Off-Distance mit zwei Millimetern geringfügig höher. Gibt es denn wirklich nichts Negatives zu berichten? - Leider doch. Durch den unteren, schlecht montierten Mausfuß resultiert der Widerstand auf einem sehr hohen Niveau. Infolge dessen gleitet sie nicht optimal über den Untergrund. Je nach Beschaffenheit der Oberfläche ist das Kratzten ziemlich stark wahrnehmbar. Der Gegentest mit unserer Xtrfy XG-M2 bestätigte diesen Eindruck erneut, diese gleitet angenehm über alle Stoffflächen. Auf Nachfrage beim Hersteller geht man von einem unglücklichen und vereinzelt aufgetretenen Fertigungsfehler bei unserem Testsample aus und auch bei Caseking liegen aktuell keine RMA-Aufträge von Kunden vor.

Zum Abschluss haben wir noch einen Oberflächen-Test vorbereitet, um zu ermitteln, wie gut der Sensor auf den verschiedenen Untergründen funktioniert:

  • SteelSeries QcK Mauspad - Befriedigende Gleiteigenschaft / Sehr hohe Präzision
  • Cougar Speed-L Mauspad - Ausreichende Gleiteigenschaft / Sehr hohe Präzision
  • Lackiertes Holz (IKEA Malm Eichenfurnier) - Mangelhafte Gleiteigenschaft / Keine Präzision
  • Papier - Mangelhafte Gleiteigenschaft / Keine Präzision

Um die Qualität des Sensors besser beurteilen zu können, prüfen wir zum Abschluss die Spezifikationen mit dem Enotus Mouse Test. Dafür nutzen wir die Auflösung von 800 DPI, welche sich über viele Jahre zum inoffiziellen Standardwert von Spielern entwickelt hat, in Kombination mit allen vier verfügbaren Polling-Raten.

Wie wir es von dem PixArt PWM 3310 kennen arbeitet dieser enorm effizient. Die Ausgabe ist selbst bei 125 und 250 Hertz gut und präzise. Auch das Smoothing fällt wirklich gering aus, wir wurden an dieser Stelle wirklich beeindruckt wie gut der Sensor in die Minos X3 implementiert ist. Bei diesem Setup wartet man als Gamer vergebens auf zu weich umgesetzte Bewegungen.

Daniel Figiel meint …

Daniel Figiel

Nun schauen wir uns am Ende nochmal alle Impressionen genau an und klären ob ein High-End Nager zu einem Straßenpreis von ungefähr 25 Euro realisierbar ist. Im Kern setzt Cougar das sehr gut um, auf das Gesamtbild gesehen bekommt die Fassade durch mehrere kleinere Mängel einige Risse. Um den Preis zu erzielen ist der USB-Stecker weder vergoldet, noch hat das Kabel einen hochwertigen Sleeve spendiert bekommen. Mit einer Länge von 1,80 Metern fällt es zum Glück noch ausreichend lang aus. Dies sind Punkte die bei der Preisgestaltung völlig legitim sind. Leichte Abnutzungsspuren ab Werk und das Konzept der Verpackung konnten uns bis zum Schluss leider nicht ganz überzeugen.

Dennoch macht der Hersteller viele Details nicht nur richtig, sondern sogar ganz schön gut! Das Bedienkonzept ist nicht nur modern, nein es lässt dem Anwender Platz für das Wesentliche. Gerade in hitzigen Gefechten verzichten viele Nutzer auf überflüssige Tasten, welche sie nur sehr selten betätigen. Die Farbwiedergabe ist stimmig und macht auch diese Raubkatze wieder einmal zu einem Blickfang. Die weiße Ausleuchtung ist bei Multi-Color Lösungen meistens leider nicht gut umgesetzt, so auch in diesem Fall. Größter Pluspunkt ist am Ende jedoch der Sensor, den man gut implementiert hat. Käufer mit nicht zu großen Händen können wir diesen Preis-Leistungs-Nager somit nur ans Herz legen.

  • Positiv
  • Treiberlose Konfiguration
  • Geringe Lift-Off-Distance
  • Präziser Sensor
  • Größtenteils solide Verarbeitung
  • Neutral
  • Negativ
  • Ab Werk leichte Abnutzungsspuren
  • Ungleichmäßige Spaltmaße im Bereich des Mausrückens
  • Fragwürdiges Verpackungskonzept

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