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  • Sonntag, 31. Mai 2020
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Blue Microphones Yeti

Blue Microphones Yeti: Semiprofessionelles Studiomikrofon für kleines Geld

Einleitung

Es gibt zahlreiche Mythen über den "Yeti" oder den "Schneemenschen", weil ihn noch keiner wirklich gesehen hat bzw. es keine Aufnahmen über ihn gibt, welche man als gesicherte Quelle heranziehen kann. Ein Fabelwesen aus dem Himalaja mit wuchtiger Statur und buschigem Äußeren. Was andere nicht geschafft haben, war für uns kein Problem: Wir haben den Yeti in Form eines semi-professionellen Studiomikrofons in unsere Redaktion geholt und wollen in diesem Bericht schauen, ob der Name eine gut gewählte Assoziation zum eben-genannten Wesen darstellt.

Blue was?! Die hier in Deutschland unter PC-Anwendern eher weniger bekannte Marke Blue entwickelt und produziert ein umfangreiches Sortiment an preisgekrönten Mikrofonen für Profis, Musiker und andere Kunden. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Südkalifornien wurde 1995 gegründet und verfügt über eine lange Tradition in der Vorstellung innovativer Produkte mit außergewöhnlichem Design und auf den Anwendungszweck ausgerichteter Technik. Blue bietet in seinem Portfolio Aufnahmewerkzeuge für fast jede Anwendung im professionellen wie im Consumer-Bereich an.

Jeder Nutzer, ob nun im professionellen Bereich oder für den Podcast der eigenen Webseite, wird beim Thema Mikrofon irgendwann vor dem Problem stehen, dass für eine störungsfreie Aufnahme das Headset oder das günstige Modell garnicht oder nicht mehr ausreicht. Profis greifen in diesem Fall zu analogen Kondensator-Mikrofonen, welche gerade für Anwender am PC (z.B. für einen Podcast) zwei entscheidende Probleme mitbringen: zum einen sind solche analogen Mikrofone alles andere als günstig und zum zweiten bedarf es einem Audio-Interface (z.B. ein Mischpult), um die analogen Signale in die digitale Form zu konvertieren, damit der PC diese überhaupt verwenden kann. Nun wird der Hobbyanwender wahrscheinlich mit den Augen runzeln, sind solche Anschaffungen doch meist auch mit hohen Kosten verbunden. Warum dann nicht direkt zu einem digitalen Mikrofon greifen, dass ebenfalls auf eine Kondensator-Technik basiert und die Umwandlung bereits im Gerät selbst vollzieht, sodass es lediglich per USB mit dem PC verbunden wird?

Das Yeti-Mikrofon in der Direktansicht

Genau an dieser Stelle treten Produkte wie das Yeti-Mikrofon auf den Bildschirm, die nicht nur die gewünschte Qualität versprechen, sondern auch noch wirklich gut aussehen. Solche Kondensator-Typen gibt es in einem sehr großen Preisbereich von unter zwanzig Euro bis Open-End. Gerade bei den niedrigpreisigen Modellen gibt es aber den Haken, dass jene meist für eine bestimmte Richtcharakteristik ausgelegt sind. Das Yeti hingegen unterstützt mehrere Richt-Modi und kann somit vielseitig zum Einsatz kommen.

Wie das Produkt nun aber im Detail ist, zeigt unser Test.

Lieferumfang

Der Hersteller liefert sein Fabelwesen in einer bunten Verpackung aus, welche allseitig mit einer Menge an Vorab-Informationen bestückt ist. So trägt die Front eine Fotodarstellung des Mikrofons, den Namen, sowie den Werbetext "Ultimate USB microphone for professionals recording". Die Rückseite listet bei einer Seitenansicht die Keyfeatures auf und zeigt obendrein ein Bild der verbauten Kondensatoren. Alle Angaben sind hier mehrsprachig - außer Deutsch. Seitlich gibt es dann noch eine kleine Namenserklärung. Hier nennt der Hersteller folgende Synonyme, die mit dem Überbegriff "Yeti" korrespondieren sollen: "amazing vocals, music, podcasts, voiceovers, interviews, conference calls, field recordings, an much, much more".

Die Gegenüberliegende Seite ist bedruckt mit einer Piktogramm-Darstellung der vier möglichen Richtcharakteristiken, sowie deren Anwendungszwecke. Innen ist das Mikrofon in einer Styropor-Schalung verpackt, was nicht nur gegen äußere Einflüsse schützt, sondern auch ein bequemes aus- und wieder einpacken ermöglicht. Der Lieferumfang selbst ist sehr sparsam gehalten. Neben dem Yeti an sich legt der Hersteller nur ein mehrseitiges Produkt-Handbuch dabei, welches in zwei Sprachen die Funktionen und Einsatzmöglichkeiten aufzeigt. Ein wenig lustig empfanden wir das im Text häufig eingesetzte Wort "knop", anstelle von button oder controller für die Bedieneinheiten. Als letzte Beigabe ist dann noch ein drei Meter langes USB-Kabel enthalten, welches auf einer Seite über einen Mini-B-USB-Stecker verfügt, auf der anderen Seite über einen Typ-A-Stecker für den normalen USB-Anschluss am PC. Die Länge ist sehr angenehm und sollte für die meisten Anwender ausreichen.

Technische Daten

Das Yeti ist für den semi­professionellen Betrieb konzipiert und bringt deshalb die typischen Eck-Daten dieser Sparte mit. So sind beim Mikrofon gleich drei Blue-eigene 14 mm Kondensatorkapseln verbaut, welche einen Frequenzbereich zwischen 20 bis 20.000 Hz abdecken können und dabei eine Empfindlichkeit von 4,5 mV/Pa (1 kHz) aufweisen. Als maximalen SPL (sound pressure level), also den maximalen Schallpegel, nennt der Hersteller Blue hier gute 120 dB. Durch die Wahl der gleich drei verbauten und clever ausgerichteten Kapseln kann das Yeti insgesamt vier Richtcharakteristiken bedienen: verfügbare Modi sind Cardiod (Herz/Niere), Omnidirektional (Kugel), Bidirektional (Acht) und Stereo. Des Weiteren besitzt das Yeti ein 16 Bit/48 kHz USB-Audiointerface, was die Umwandlung von analogen zu digitalen Signalen für die Weiterverarbeitung am PC übernimmt. Als Highlight verfügt das Yeti auch noch über einen Kopfhörerverstärker (samt 3,5 mm Klinken-Eingang), mit dem der Anwender ohne Latenzen (also Zeitverzögerung) das Gesprochene bzw. Aufgenommene über einen angeschlossenen Kopfhörer 1:1 wiedergeben kann. Das ist ein wirklich klasse Feature. Einige von Euch kennen schließlich die Misere, dass wenn man während seiner Aufnahme die eigene Sprache über die Lautsprecher am PC abspielen lässt, hier stets eine Zeitverzögerung vorherrscht, die einem wiederum dazu bringt die eigene Sprachgeschwindigkeit zu erhöhen - von der Irritation bei der Aufnahme dazu mal abgesehen. Eine gute Aufnahme ist damit fast unmöglich. Da das Signal beim Yeti hierbei jedoch nur innerhalb des Mikrofones selbst gewandelt wird, entstehen keine wahrnehmbaren Verzögerungen. Da das Produkt lediglich über USB mit dem PC verbunden wird, ist keine zusätzliche Spannungsversorgung in Form eines Netzadapters notwendig. Bei 5 Volt Spannungsaufnahme begnügt sich das Yeti mit akzeptablen 150 mA.

Die 3 Kondensatorkapseln
Modellbezeichnung: YETI
Mikrofon und Leistung:
Stromquelle/-verbrauch: 5 V / 150 mA
Abtastrate: 48 kHz
Bitrate: 16 Bit
Kapseln: Drei Blue-eigene 14 mm-Kondensatorkapseln
Richtcharakteristiken: Nieren, omnidirektional, bidirektional, Stereo
Frequenzbereich: 20–20 kHz Empfindlichkeit: 4,5 mV/Pa (1 kHz)
Max. SPL: 120 dB (THD: 0,5% 1 kHz)
Kopfhörerverstärker:
Impedanz: 16 Ohm
Ausgangsleistung (RMS): 130 mW
Frequenzbereich: 15 Hz–22 kHz
Signal-Rausch-Verhältnis: 100 dB
Besonderheiten:
  • Drei präzise getunte Kondesatorkapseln in 14 mm Markeneigene Drei-Kapsel-Anordnung Gesamtklirrfaktor: 0.009%
  • Mikrofonverstärkersteuerung
  • Auswahl für vier Richtcharakteristiken: Stereo, Nieren, omnidirektional und bidirektional
  • Stummtaste und Master-Lautstärkeregelung
  • Latenzfreier Kopfhörerausgang mit Verstärker und Lautstärkesteuerung
Allgemeine Daten:
Abmessungen (im Ständer): 12,0 x 12,5 x 29,5 cm
Gewicht: Mikrofon: 0,55 kg
Gewicht: Ständer: 1 kg
Systemanforderungen:
  • Mac OS X v10.4.11 oder neuer oder Windows 7/XP Home oder Professional
  • Mindestens 64 MB RAM
  • USB 1.1- oder 2.0-Port
Preis: ~ 60 €
Garantie: 2 Jahre (Hersteller) ab Kaufdatum
Hersteller: Blue Microphones
Preisvergleich: Geizhals Deutschland
* Herstellerangabe

Yeti im Detail

Erhält man das Yeti, wird einem erst Mal das hohe Gewicht bewusst. Mit stolzen 1,55 Kg wird das Mikrofon seinem Namensgeber durchaus gerecht. Allein 0,55 Kg des Gesamtgewichts entfallen dabei auf das Mikrofon, das andere Kilo muss sich der Ständer als Hüftgold zuschreiben lassen. Was sich einerseits eben einfach nur "schwer" anhört, ist zugleich ein großer Vorteil des Produktes. So ist das Qualitätsempfinden was die Wertigkeit anbelangt, sehr positiv und auf dem Tisch steht das Yeti dadurch gleichfalls sehr standfest - was wiederum ein angenehmes Arbeiten ermöglicht.

Das Mikrofon selbst ist mit zwei Schrauben in einen Ständer eingespannt und präsentiert sich in einem sehr schicken Silber mit einem chromierten Meshgitter samt Zierumrahmung. Das Blue-Logo wurde dabei ebenfalls in Chrom gefasst und prangt auf der "Vorderseite" des Mikrofones.

Der Ständer ist dabei so gestaltet, dass er auf der Unterseite über eine Gummierung verfügt und damit Kratzer auf empfindlichen Oberflächen verhindert, sowie der rutschfeste Stand garantiert wird. Darüber hinaus hat das beidseitige "einspannen" des Mikrofones den Vorteil, dass das Yeti in einer vertikalen Ausrichtung komplett frei ist und damit je nach Belieben und Aufnahmerichtung positioniert werden kann.

Auf beiden Seiten verfügt das Mikrofon über leicht zugängliche Bedienungselemente: so gibt es zum Beispiel einen Mute-Button, mit dem sich die Aufnahme des Mikrofons lautlos schalten lässt ohne dass hierbei bspw. der Gesprächspartner ebenfalls ge-mutet wird. Signalisiert wird der "Mute"-Modus durch das Blinken einer LED im Button selbst. Diese leider auch manchmal schwergängige Taste lässt sich damit als sogenannte "Räuspertaste" verwenden. Ein optional angeschlossener Kopfhörer ist in diesem Status ebenfalls stumm. Die Lautstärke (für den Kopfhörer) kann über den eine Etage tiefer befindlichen "Volume"- Regler stufenlos geregelt werden.

Eine schöne Bedieneinheit mit Mute-Taster und Regler

Auf der gegenüberliegenden Seite kann der Anwender über den "Gain"-Regler, was zu Deutsch "Verstärker" bedeutet, die Aufnahmeintensität erhöhen. Mit dem darunter befindlichen "Pattern"-Drehschalter erhält der Anwender die Option, zwischen die vier Richtcharakteristiken zu wechseln. Leider ist dieser Wahlschalter unangenehm schwergängig, sodass das das Wechseln der Charakteristika stets ein kleiner Kraftakt ist. Natürlich sorgt eine gewisse Schwergängigkeit dafür, ein versehentliches Verstellen zu verhindern, aber so extrem wie beim Yeti vorgefunden sollte es dann auch nicht sein.

Hier lässt sich die Empfindlichkeit und die Richtcharakteristik einstellen

Erklärung der vier Modi zur Richtcharakteristik:

Das Schema der Richtcharakteristik

Die Rückseite des Yeti offenbart zwei Buchsen: eine für den Mini-USB Stecker zur Verbindung mit dem PC und eine 3,5 mm Anschlussbuchse für einen optionalen Kopfhörer. Mittig ist ein Loch samt Gewinde zu sehen, an dessen Position sich eine Mikrofonspinne anschrauben lässt und man das Yeti damit auch an einem Studio-Galgen betreiben kann. Der Vorteil eines Galgen ist die freiere Positionierung des Mikrofons, als auch eine deutlich bessere Vibrationsfilterung durch die Gummi-Entkopplung innerhalb der Spinne.

Die Rückseite des Yeti mit seinen Anschlüssen

Die dafür notwendige Spinne ist Bestandteil der Produktpalette von Blue, hört auf den Namen "The Radius" und ist mit rund 60 Euro nicht gerade günstig, erlaubt jedoch eine störungsfreie Aufnahme, sowie die Verwendung an einem Stativ oder eben-genannten Galgen.

Beispielbild einer Verwendung am Galgen

Praxistest

Um das Yeti zu betreiben genügt es das USB-Kabel mit dem eigenen PC zu verbinden. Eine Softwareinstallation oder die Suche nach einem Treiber ist nicht notwendig. Das Gerät wird vom Betriebssystem vollautomatisch erkannt (Systemvoraussetzung natürlich beachten!) und bietet danach die Option das Mikrofon sowohl als Aufnahme- wie auch als Wiedergabegerät an. Somit können andere Signale wie z.B. Systemsounds an den am Yeti angeschlossenen Kopfhörer ausgegeben werden.

Aufgrund dessen dass ein Betrieb des Yetis nur mit der Spannungsversorgung über einen USB-Stecker möglich ist, kann das Mikrofon nicht als einen Ersatz für ein internes Mikrofon z.B. einer Digitalkamera herangezogen werden, da diese in der Regel eine so hohe Spannung und den entsprechend hohen Strombedarf auf dem USB-Port nicht bereitstellen können. Das Yeti ist wegen dieser Einschränkung außerhalb der Studio- oder PC-Anwendung nur als zusätzliche Aufnahmemöglichkeit in Verbindung mit einem USB-Anschluss einsetzbar.

Im Praxistest haben wir das Yeti natürlich in diversen Aufnahmesituationen getestet, wobei nicht nur die perfekte Qualität der Aufnahme (subjektiv beurteilt) auffiel, sondern auch ein sehr unschöner Nebeneffekt: wird das Mikrofon im Ständer genutzt und werden parallel Maus- oder Tastatur-Aktionen vollzogen, so nimmt das Yeti diese Geräusche in der Aufnahme sehr deutlich mit auf - speziell bei den Tastenschlägen ist das ein sehr präsentes Problem. Das Betätigen der Tasten unserer mechanischen Tastatur wurde als ein dumpfes Geräusch aufgezeichnet. Dazu kommen die Vibrationen, welche man mit seinen Händen auf dem Schreibtisch (oft auch unbewusst) ausführt, auch diese hat das empfindliche Mikrofon direkt über eine Vibrationsweiterleitung an den Ständer als auch über die Luftschwingungen in die Aufnahme wandern lassen. Dabei war es egal, welcher Modi ausgewählt wurde - es schwankte nur die Intensität der Geräuschaufzeichnung. Für gute Aufnahmen empfehlen wir daher wirklich auf etwaige Handlungen mit Maus und Tastatur zu verzichten und darüber hinaus sich zu überlegen, einen Galgen oder ein Stativ (falls nicht schon vorhanden) in Betracht zu ziehen, um die Aufnahme nicht-gewünschter Vibrationen zu minimieren. Die Empfindlichkeit ist also nicht nur ein Vorteil, aber wird ganz klar als einer von uns gewertet.

Hat man einen Kopfhörer mit dem Yeti verbunden, so kann man seine Aufnahme eins-zu-eins und völlig ohne Latenzen direkt und kristallklar anhören. Zusätzlich besteht die Möglichkeit das Signal des Gesprächspartners, der Musik oder sämtlicher Systemsounds auf den Kopfhörer-Ausgang zu legen und ebenfalls im Kopfhörer anzuhören. Durch den Gain-Regler ist die Intensität der Aufnahme dabei bequem zu regulieren, speziell wenn man eine Signalübersteuerung verhindern möchte. So soll es sein.

Vergleichsaufnahmen:
Creative SB "Inferno"
Func HS-260
Blue Microphones Yeti

Auswirkung der Aufzeichnung der verschiedenen Modi:

Video abspielenVorstellung der verschiedenen Richtcharakteristiken des Yeti-Mikrofons

Wie im Video sehr schön zu hören, zeichnet das Yeti in den verschiedenen Modi die Töne sehr gut auf. Gerade der Stereo- oder auch Cardioid-Modi wussten zu überzeugen. Für Interviews hingegen erwies sich die bidirektionale Aufnahme als perfekt und so konnte unsere Beispielkonferenz mit einem wie wir finden sehr guten Ton aufweisen. Für Rundumaufnahmen ist der omnidirektionale Modus zu wählen, da hierbei die kompletten Umgebungsgeräusche mit einbezogen werden, was speziell in einer Gruppenkonferenz explizit von Vorteil ist. Nach der ganzen Testerei wird es aber nun auch Zeit für das abschließende Fazit

Mario Kramer meint …

Mario Kramer

In den letzten zwei Wochen haben wir uns das Yeti im Praxistest genau angeschaut und konnten dadurch seine Stärken und Schwächen ermitteln. Im Detail bietet das Yeti für jeden semi-professionellen Anwender eine breite Palette an positiven Aspekten: zum einen ist an dieser Stelle das Material-bedingte Gewicht zu nennen, was ein sehr wertiges Gefühl beim Anwender hinterlässt und darüber hinaus für einen sehr sicheren Stand auf dem Schreibtisch sorgt, ohne dass man gleich Angst vor Kratzern auf eben jenen befürchten muss. Die Gummi-Beschichtung am Fuß verhindert dies effektiv.

Zusammen mit dem internen Verstärker und dem Anschluss für einen Kopfhörer lässt sich die Aufnahme komplett ohne Latenzen wiedergeben, was gerade beim Justieren der richtigen Aufnahmeverstärkung sehr praktisch ist. Man kann direkt beurteilen, ob eine Übersteuerung eintritt. Zusammen mit einer passenden Monitoring-Software lassen sich mit dem Yeti mehr als nur einfache Podcasts aufnehmen - obwohl wir diesen Bereich für die beste Leistungsklasse des Schneemenschen halten. Das Mikrofon leistet bei Interviews oder gar ganzen Konferenzen ebenfalls eine wirklich gute Soundaufnahme. Die Stimmen klingen klar, es herrscht so gut wie kein Hintergrundrauschen (je nach Modi) und die kinderleichte Einrichtung ist wahrlich mit "Plug-and-Play" zu bezeichnen.

Einen kleinen Dämpfer muss sich die Firma dennoch gefallen lassen, das Zubehör in Gestalt der Mikrofon-Spinne mit einem Preis von gut 60% des Kaufpreises des Mikrofones zu beziffern, empfinden wir als wirklich überteuert. Natürlich kann man Zubehör nicht für lau anbieten, aber es sollte im Verhältnis stehen und nicht völlig überteuert angeboten werden. Der Preis von rund 100 Euro (je nach Händler) für das Yeti hingegen ist auf jeden Fall gerechtfertigt und jeden seiner Euros auch wert. Die Bedienung ist kinderleicht, die Aufnahmequalität sehr gut und der Preis durchaus in Ordnung. Speziell wenn man die Wahl der vier Modi betrachtet, können ähnlich-preisige Modelle hier schnell mal das Nachsehen bekommen.

Und um die Frage aus unserer Einleitung zu beantworten, ob das Yeti nun zu Recht diesen Namen verdient hat, so können wir dies nur anteilig beurteilen. Klar, das Mikrofon ist schwer und wirkt sehr stämmig, aber eine direkte Assoziation zum Urwesen Yeti können wir leider nicht sehen. Bei der Namensgebung spielt bei vielen Herstellern aber manchmal eben einfach die Fantasie mit rein.

Empfehlen können wir das Yeti dennoch uneingeschränkt, es hat das geleistet wofür es gedacht ist und zeigte dabei wirklich gute Resultate. Semi-Professionell und zu bezahlbarem Preis - auch das ist eben möglich.

  • Positiv
  • Sehr gute Aufnahmequalität
  • Vier wählbare Richtcharakteristiken
  • Einfache Handhabung
  • Langes Kabel
  • Keine Latenzen bei der Kopfhörerverwendung am eigenen Verstärker
  • Praktischer Standfuß mit sicherem Stand
  • Neutral
  • Negativ
  • Teils sehr empfindlich
  • Wahlknopf der Modi zu schwergängig
  • Zur Nutzung an einem Stativ nur teures Zubehör notwendig

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