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Tech-Review.de

  • Dienstag, 29. September 2020
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BeQuiet Dark Rock Pro C1

BeQuiet Dark Rock Pro C1: Fürst der Finsternis!

Einleitung

Black is beautiful, leise auch – getreu diese Maxime schlägt BeQuiet seit Jahren um sich und bietet schwarze, geräuschoptimierte Produkte an - bislang vorwiegend Netzteile. Vor einiger Zeit kam eine exzellente Lüfterserie, die SilentWings, hinzu. Trotzdem vergrößert der Hersteller nun erneut sein Revier und schickt zwei CPU-Kühler gegen die Konkurrenz ins Feld, die Dark Rock Advanced C1 und Pro C1. Tiefschwarz und riesig vermitteln sie einen enorm gefährlichen Eindruck – wir konnten daher nur ein Exemplar zur Strecke bringen um es in unserem Labor zu sezieren. Eins ist sicher: „C1“ steht nicht für „Cute one“!

Das Modell Dark Rock Pro C1 siedelt sich im absoluten Spitzensegment an: Satte sieben Heatpipes enorm populäre TwinTower-Design sollen samt massig Material und zwei der hauseigenen SilentWings Lüfter Maßstäbe setzten. Als absolutes Alleinstellungsmerkmal ist die Oberseite mittels einer Aluminiumplatte abgedeckt. Bis zu 220 Watt möchte der Pro abführen können und natürlich werden alle aktuellen Sockel unterstützt. Weil sowohl das Design als auch der Preis ein wenig abseits der bisher getesteten Modelle von Scyhte und Thermalright steht, haben wir in unseren Vergleich Noctuas Spitzenmodell, den NH-DH14, mit einbezogen. Schwarzer Ritter gegen silbernen Recken - mögen die Spiele beginnen!

Technische Daten und Lieferumfang

Wie der Kühler selbst ist die Verpackung schwarz. Einzig Schrift und stilisierte Abbildungen des Kühlers sind in weiß gehalten. Lediglich ein gelber Punkt weist auf die Eignung für eine TDP bis 220 Watt hin. Außerdem wird direkt auf der Vorderseite für sieben "Performance 3D Heatpipes" geworben, für die beiden SilentWings und den TwinTower Aufbau mit vernickelten Lamellen. Im Inneren wird der Kühler durch dicken Schaumstoff geschützt, was bei dem extrem hohen Gewicht eine sinnvolle Maßnahme ist.

Neben dem Kühler samt beiden bereits montierten Lüftern ist in einem braunen Karton noch eine kleine Tube Wärmeleitpaste von Shin Etsu, Modell X-23-7762. Laut good ol' Google nicht das schlechteste Produkt - vergleichbar mit der beliebten Arctic Silver V und ebenso wie diese auf Metallbasis. Außerdem gefunden: Die universelle Backplate, Schrauben und die verschiedenen Sockelhalterungen. Zusätzlich liegt noch ein Tütchen mit acht Plastikunterlegscheiben bei, fünf Gummiringe und eine Montageanleitung in fünf europäischen Sprachen. Die Plastikscheiben dienen beim Einbau zur Erhöhung des Anpressdrucks auf Intel-Sockeln 1155 und 1156, was aus den Skizzen in der Anleitung aber nicht hervorgeht. Hier werden sie immer aufgezeigt. Erst wer den Text liest, erfährt deren eigentlichen Sinn. Da damit der Anpressdruck außerhalb der Spezifikationen liegt, sollte man auf eine Montage verzichten, zumal der Leistungsgewinn kaum messbar ist.

Der Kühler selbst ist der Preisklasse gemäß verarbeitet. Das Finish ist exzellent, Mängel sind uns keine Aufgefallen. Das Vernickeln ist gut gelungen, der Kühler zwar nicht ganz schwarz aber immerhin dunkel. Auch die sieben Heatpipes sind entsprechend behandelt worden, ihre Enden weisen zudem schwarze Kappen auf. Entgegen aller bisherigen Konstruktionen und vor allem entgegen der üblichen Spitzenkühler setzt BeQuiet auf sieben statt sechs Heatpipes. Mehr muss aber nicht immer besser heißen: Der Sycthe Ninja 3 erweist sich trotz acht Hitzeröhren dem Thermalright HR-02 mit deren sechs immer unterlegen. Die Aluminium-Lamellen des Dark Rock Pro stützen sich wie bei hochwertigen Kühlern sonst auch gegeneinander ab und sind nur mit deutlichem Krafteinsatz und bösem Willen zu verbiegen. Die "Spaltmaße" von etwa zwei Millimetern sollten vor allem bei mittleren Drehzahlen Vorteile bringen.

Ähnlich wie bei Noctua sind die Wärmeleiter zumindest einseitig geriffelt, was der Geräuschreduktion dienen soll. Aus ähnlichem Grunde weichen sie mittig in Stromrichtung der Lüfter zurück, weshalb es für die SilentWings nur eine Montagerichtung gibt. Abgedeckt wird das Ganze von einer in echtem Schwarz eloxierten Aluminiumplatte mit BeQuiet-Schriftzug. Weil diese nur verschraubt ist, bietet sich das Pulverbeschichten oder schlicht umlackieren ganz nach Geschmack oder Bedarf des Modding-Projektes an. Unabhängig davon sorgt sie für eine solide und überaus massive Optik in eingebautem Zustand. Der Boden ist wie zu erwarten piekfein geschliffen und poliert. Spiegelglatt.

Die mitgelieferten SilentWings USC unterscheiden sich trotz gleichen Aussehens und gleicher Technik in einigen Punkten von ihren Retail-Brüdern. Zunächst fehlen die grauen Gummiendkoppler völlig, sodass durch den mittig Platzierten Rahmen eine Montage z.B. als Gehäuselüfter verhindert wird. Deshalb sind auch die Lüfterklammern nicht für andere Modelle zu gebrauchen. Stichwort: Ähnlich wie bei Noctua lassen diese sich dank des eingebauten Griffes spielend einfach montieren. Die Lüfterkabel gesellen sich ebenfalls zur Kategorie "Unterschied": Sie sind deutlich kürzer als bei den Retail-Varianten, eines ist zudem mit Y-Stecker ausgeführt. So lassen sich beide Lüfter an einem Anschluss benutzen und dank PWM mit jedem Mainboard regeln. Optional besteht natürlich die Möglichkeit, herkömmlich nach Spannung zu regeln. Zusätzlich liegt die Maximalgeschwindigkeit nun bei 1700 anstelle von 1500 rpm. Ansonsten fallen keinerlei Unterschiede auf, Lüfter, Lager und der gummierte Rahmen sind identisch zur Serie.

Kompatibilität (Stand August 2020):

  • Intel Sockel: 775, 1150, 1151, 1155, 1156, 1200, 1366
  • AMD Sockel:754, 939, 940, AM2, AM2+, AM3, AM3+, FM1, FM2, FM2+, AM4

Das Testsystem

Unser Testsystem nimmt in einem Lian-Li PC60FN Gehäuse Platz. Gegenüber einem offenen Testaufbau erhalten wir so praxisnahe Ergebnisse, auch wenn durch die Vielfalt an Komponenten und Konfigurationen keine zu 100% übertragbaren Werte generiert werden können.

Das Testsystem (mit montierten Thermalright HR-02)

Zur Geräuschreduktion haben wir sämtliche Gehäuselüfter ersetzt und an einer Scythe Kaze Master Lüftersteuerung angeschlossen. Im Heck schaufelt nun ein Noiseblocker Multiframe MF-12 S2 Luft (650 rpm), ebenso wie auf dem CPU-Kühler, einem Thermalright HR-02. Dieser ist für einen Intel Core i7 920 im C0 Stepping zuständig. Ein echter Hitzkopf mit 130 Watt TDP, der wie geschaffen für unseren Kühlertest ist. In die Front setzten wir einen Noctua NF-P14 FLX, der mit nur 450 rpm rotiert. Da die meisten Nutzer Krach nicht mehr mit Leistung gleichsetzten, orientieren wir uns hier an den momentanen geräuschtechnischen Anforderungen. Die Festplatte hingegen muss sich in ein Scythe Quiet Drive zwängen und wird mittels eines einfachen Baumarktschwammes auf dem Gehäuseboden entkoppelt. Als Testkarte nutzen wir eine AMD HD5850 im Referenzdesign, die auf 775/1125 MHz ohne Spannungsanhebung übertaktet wurde und von einem Scythe Setsugen 2 gekühlt wird. Außerdem wich der Lüfter einem Multiframe - 650 Umdrehungen müssen auch hier genügen.

Testsystem:

  • Intel Core i7 920 (3,4 GHz)
  • Asus P6TD Deluxe
  • 6 GB DDR3 1333
  • Western Digital Black 640 GB
  • Antec TruePower New 550 W
  • AMD HD5850 (775/1125 MHz)

Zur Leistungsmessung belassen wir den Rechner nach dem Einschalten zunächst 15 Minuten im Leerlauf. Anschließend belasten wir ihn eine weitere Viertelstunde mit Core2MaxPerf in der Version 1.7. Hierbei werden alle acht logischen Kerne der CPU belastet. Temperatur und Takt werden dabei mit RealTemp 3.60 beobachtet, nach Ablauf der Zeit ein Mittelwert aus den Ergebnissen der einzelnen Kerne gebildet. Aufgrund der mit zunehmender Differenz zum Notabschaltpunkt ungenauer werdenden Temperatursensoren verzichten wir auf Messungen im Idle-Betrieb. Reicht der Kühler unter Last aus, tut er das ohne erst recht. Dank eines Raumthermometers können wir Delta-T (k) Werte ermitteln. Um gleiche Voraussetzungen für alle Kühler zu schaffen, kommt für die Tests ausschließlich MX-4 Wärmeleitpaste von Arctic Cooling an CPU und Kühler. Sämtliche Runs werden zweimal ausgeführt: Sowohl mit dem Normaltakt des Prozessors (2,67 GHz) als auch in moderat übertaktetem Zustand (3,4 GHz ohne Spannungserhöhung). Die Geschwindigkeitsstufen mit 12, 7 und 5 Volt Spannung werden per Adapter eingestellt, die Drehzahlmessungen zwischen 500 und 1200 rpm mit der Scyhte Kazer Master Lüftersteuerung.

Die Lautstärkemessungen erfolgen mithilfe eines Voltcraft SL-100 Schallpegelmessgerätes. Dieses wird aus 15 cm Entfernung zum offenen Gehäuse auf Höhe des CPU-Kühlers mittels eines Statives fixiert und aus einem Abstand von einem guten Meter abgelesen. Um Nebengeräusche zu minimieren, erfolgten die Messungen in einer ruhigen Wohnsiedlung („Dorf“) vormittags und in der Nacht. Zudem wurden die Lüfter im Testsystem deaktiviert, wodurch lediglich die Festplatte und das Netzteil für Nebengeräusche sorgten.

Die Montage

Wie erwartet gestaltet sich der Einbau "Scythisch". Es ist extrem ärgerlich, dass bei einem 61€-Kühler das Montagematerial nicht zunächst mit dem Mainboard verschraubt wird. Zwar wirbt BeQuiet nirgends mit einfacher, sondern nur mit sicherer Montage, angemessen ist das aber nicht. Ähnlich bepreiste Konkurrenten zeigen, wie es anders geht. Immerhin dienen die beigelegten Gummiringe wohl zur groben Fixierung der Schrauben, wodurch sie selbst und die Backplate etwas fixiert werden. Das erleichtert im direkten Vergleich mit Scythe das Einbauen sowohl außerhalb als auch innerhalb des Gehäuses ungemein, ist aber dennoch nur die zweitbeste Lösung. Das Herumfummeln mit vielen kleinen Teilen die gerne verlorengehen verbleibt dem User.

Wie schon erwähnt, gibt die Montageanleitung in ihren Skizzen keinerlei Auskunft über die Funktion der Unterlegscheiben bei den Sockeln 1155 und 1156. Sie tauchen einfach als gezeichneter, integraler Bestandteil der Montage auf. Wer als alter Schrauberhase den etwas abseits platzierten Text nicht liest, bleibt dem oberhalb der Sockelspezifikation liegenden Anpressdruck gegenüber ignorant. Querverweise gibt es nicht - ärgerlich! Nach erfolgter Montage auf unsere S1366-Testplattform werden wie schon beim Scythe Ninja 3 drei Bänke für RAM überbaut. Entfernt man den vorderen Silent Wing, geht nur ein Slot verloren, natürlich auch nur für hohe Heatpsreader. Beim Einbau in ein Mainboard für den neuen 1155-Sockel stellen wir fest, dass die Ingenieure bei BeQuiet zumindest risikofreudig waren. Die äußeren Heatpipies des Dark Rock Pro berühren den Arbeitsspeicher im ersten Slot, genauer seinen Heatpsreader. Nicht einmal ein Blatt Papier würde hier noch passen, keine Luft, kein Platz. Verschoben wird der RAM nicht, er sitzt nach wie vor gerade im Slot und funktioniert wunderbar - trotzdem, fast schon beängstigend.

Der montierte BeQuiet Dark Rock Pro C1

Die Temperaturen

Um herauszufinden, ob ein zweiter Lüfter tatsächlich lohnt, haben wir unsere Benchmarks zusätzlich mit nur einem einzelnen, mittig montierten Fan durchgeführt. Mit maximalen Umdrehungen kann sich der Neuling auf übertakteter CPU knapp an die Spitze des Testfeldes setzten. Einhändig ist der Leistungsverlust kaum messbar. Der Ninja 3 folgt dicht auf dem Fuße, profitiert hier eindeutig von seinen 1900 rpm. Der NH-D14 liegt allerdings nur ein Delta-Grad hinter dem "schwarzen Ritter" und auch der Thermalright kann sich trotz eines Noiseblockers MF12-S2 mit maximal 1200 rpm gut behaupten. Mit Basistaktraten muss sich der Dark Rock dem Ninja und dem Noctua geschlagen geben - vermutlich profitiert bei gesteigerter Abwärme die 7. Heatpipe von ihrer Existenz.

Mit auf 7V gedrosselter Geschwindigkeit verliert er hingegen deutlich auf die anderen Probanden, insbesondere übertaktet. Vier Grad Unterschied allein zum nächstbesten Kühler sind angesichts sonst minimalen Leistungsunterschiede fast schon Welten. Die Einzellüfter-Bestückung fällt aufgrund des spürbar geringeren Luftdurchsatzes noch einmal deutlich zurück. An dem relativ schlechten Ergebnis könnte die Charakteristik der SilentWings-Lüfter schuld sein - diese brechen bei niedrigen rpm verhältnismäßig stark im Durchsatz ein. Wie Sportwagen laufen sie nur im oberen Drehzahlbereich richtig gut. Möglicherweise fällt bei 7 Volt einfach die Leistung durch die verbaute Elektronik stark auf grob geschätzte 700 Umdrehungen ab - kein guter Bereich mehr für SilentWings.

Mit niedrigster Geschwindigkeitsstufe kann der Dark Rock wieder am silbernen Noctua vorbeiziehen. An den auf semipassiven Betrieb ausgelegten Thermalright und den nach wie vor relativ schnell drehenden Ninja kommt er aber nicht heran.

Zusätzlich lassen wir die Kühler noch einmal mit fixen Drehzahlen gegeinander antreten. Hier ist der Noctua gegenüber dem BeQuiet Pendant leicht in Front, bei nur 500 Umdrehungen sogar deutlich vorne. Ansonsten liegt zwischen Noctua und BeQuiet kein großen Abstand - der 140 mm Lüfter des Österreiches ist hier sicherlich hilfreich.

Überraschung in unserem Passiv-Test: Sowohl der Noctua als auch der BeQuiet können den HR-02 überholen. Die Twin-Tower-Bauform erlaubt durch den großen Abstand zwischen beiden Türmen die bessere Luftzirkulation. Mit 3,4 GHz vermochte kein Kandidat im Testfeld unseren i7 920 zu bewältigen. Wir haben deshalb auf die entsprechende Tabelle verzichtet.

Um herauszufinden, wie der Kühler mit verschiedenen Drehzahlen skaliert, haben wir ihn mit 500, 800, 1000 und 1200 rpm sowie zusätzlich mit einem mittig platzierten Lüfter getestet. Grundsätzlich sind die Ergebnisse dabei unabhängig vom Takt und damit dem Verbrauch identisch. Mit nur einem Lüfter bei 500 rpm bricht die Leistung ein, sie ist so kaum besser als im passiven Betrieb. Ein zweiter Lüfter mit gleicher Drehzahl kann die Performance hingegen erheblich verbessern, bei 3,4 GHz gleich um zehn Grad. Grundsätzlich kann der zweite Fächler das Temperaturniveau der nächsthöheren Drehzahlstufe im Single-Betrieb egalisieren.

Ab 1000 Umdrehungen bringen weitere Drehzahlsteigerungen nur noch geringe Mehrleistung. Etwa 200 rpm senken die Temperatur um etwa ein weiteres Grad bis hinauf zu 1700 rpm bei 12 V mit 3,4 GHz Takt. Ohne Übertaktung sind die Unterschiede noch einmal geringer. Damit liegt das optimale Drehzahlfenster zwischen 800 und 1000 rpm, gute Leistung und, wie wir auf der nächsten Seite zeigen, geringe Lautstärke.

Die Lautstärke

Mit maximaler Drehzahl kann sich der Dark Rock Pro vor seinen direkten Konkurrenten von Noctua setzen. Der HR-02 ist dank des mit nur 1200 rpm drehenden Lüfters im Vorteil, der Ninja3 kreischt seine Wut förmlich in die Welt hinaus: Die so erkaufte Leistung wird in dieser Form wohl niemand sehen wollen. Hier zeigt sich noch einmal der Wert guter Lüfter: Obwohl die SilentWings nur 200 rpm weniger drehen als der Slipstream des Ninjas ist das Geräuschniveau erheblich niedriger. Gute Lager und Entkopplung wirken fast schon Wunder.

Mit 7 Volt liegt der Dark Rock Pro fast auf dem Niveau des passiven Rechners, der NH-D14 ist ein gutes Stück hörbarer - lauter wäre hier irreführend. Die geringe Lautstärke des BeQuiet stützt allerdings unsere These bezüglich der Motorelektronik. Zwischen 7 und 5 V besteht kein Unterschied in der enorm geringen Lautstärke, insofern wird auch die Drehzahl in sehr ähnlichen Regionen liegen.

Auch die Verlaufsmessungen zeigen noch einmal, dass das optimale Betriebsfenster zwischen 800 und 1000 rpm liegt: Hier ist die Lautstärke nur minimal über dem rein passiven Betrieb. Oberhalb der 1000er-Marke steigt jedoch der Geräuschpegel exponentiell an, was schlecht zur der lediglich linear und nur in geringem Maße steigenden Leistung passt. Außerdem zeigen die Ergebnisse, dass bei 7 Volt tatsächlich nur sehr geringe Drehzahlen anliegen können. Die Lautstärke zwischen einem und zwei Lüftern unterscheidet sich nur marginal, insofern ist der Single-Betrieb auch aufgrund des teils starken Leistungsabfalls nicht zu empfehlen.

Zum Abschluss noch einmal die Übersicht bei gleichen Drehzahlen. Natürlich fördert der NH-D14 aufgrund seines 140 mm breiten Lüfters am meisten und ist allein deshalb bei gleicher Drehzahl etwas lauter als die kleineren Brüder der Konkurrenz. Schließlich ist bewegte Luft nicht frei von Geräuschen. Trotzdem überrascht der Unterschied im Lärmpegel - trotz fast gleicher Kühlleistung ist der Dark Rock Pro deutlich leiser unterwegs. Laut wird der Noctua zwar erst ab 1000 sowie 1200 Umdrehungen, scheidet damit aber für Silent-Fans aus.

Max Doll meint …

Max Doll

Schwarz und böse betritt der Dark Rock Pro den Markt um Konkurrenz - und Kunden - in Angst und Schrecken zu versetzen. Leistung und Lautstärke zeigen einen wahren Fürsten der Finsternis, vor dem Mitbewerber zu Recht zittern müssen. Vor allem bei mittleren Drehzahlen begeistert der Kühler durch flüsterleisen Betrieb und guter Leistung. Dabei liegt der mit dem Noctua NH-D14 auf Augenhöhe, ist aber gleichzeitig deutlich geräuscharmer. Fear it! Insbesondere die Lüfter leisten durch ihr gutes Lager und großes Regelspektrum dazu einen großen Beitrag. Ebenso ist die Verarbeitung auf Top-Niveau. Lamellen und Finish geben keinen Anlass zur Kritik. Auch das Design mit dem innovativen Deckel gefällt.

Trotzdem muss auch der Käufer Angst haben. Die Montage ist zwar aufgrund der Gummiringe nicht ganz so lästig wie bei Scythe, der Preisklasse aber dennoch nicht angemessen. Für 61€ sollte man eigentlich nicht mehr fummeln müssen, eine mit dem Mainboard verschraubbare Halterung muss bei einem Nachfolger ganz oben auf dem Lastenheft stehen. Direkt darunter gehört eine überarbeitete Anleitung mit Querverweis auf den Sinn der Unterlegscheiben. Bei den Abmaßen der Heatpipes haben die Mannen von BeQuiet vorsichtig gesagt Mut zum Risiko bewiesen. Der RAM sitzt zwar gerade im Sockel und funktioniert einwandfrei, optimal ist die Lösung aber keinesfalls.

Insgesamt ist der schwarze Koloss eindeutig zu empfehlen. Zwar ist die Montage nicht ganz auf dem gewünschten und erwarteten Niveau, dafür kostet der Kühler gute 5€ weniger als die Konkurrenz aus Österreich und schlägt diese trotzdem hinsichtlich der Leistung pro Lautstärke. Wer seinen Kühler nicht häufiger demontieren möchte und auf einen extrem leisen Rechner großen Wert legt, kann daher ruhigen Gewissens zum Dark Rock Pro greifen. The King is dead...

  • Positiv
  • Hohe Leistung aktiv / passiv
  • Geringe Lautstärke
  • Hochwertige Lüfter
  • Design
  • Neutral
  • - / -
  • Negativ
  • Montage
  • Berührt u.U. RAM mit Heatspreader

Weiterführende Links

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