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Tech-Review.de

  • Sonntag, 18. April 2021
Arctic Freezer Xtreme Rev.2

Arctic Freezer Xtreme Rev.2: Twin Tower im Test

Einleitung

Prozessorkühler mit zwei Lamellentürmen sind eigentlich ein Stammrecht der obersten Preisklassen, wo mit maximalem Materialaufwand auf Kosten des Preises, der Abmaße und eigentlich jeder Vernunft um jedes Zentelgrad gefeilscht wird. Nun hat Arctic seit drei Jahren genau ein solches Modell für schmales Geld im Programm: Den Freezer Xtreme.
Der ist, im Gegensatz zur klassisch gebauten Freezer 13-Serie, im Twin-Tower Design gehalten und verfügt über einen mittig angeordneten Lüfter nebst vier Heatpipes. Kostenpunkt: Schlappe 24,- Münzen, was den schmalen Klotz in einem stark umkämpften Preissegment platziert. Ob die High-End Anlagen auch hier durchschlagen, wo das Sparmesser geschnitten hat, ob Arctic wirklich der Retter kleiner Geldbörsen ist und wie Xtreme der neue Freezer im Vergleich zu den alten 13er-Modellen ist, haben wir wie üblich "häftig" herausgefunden.

Technische Daten im Detail und Lieferumfang

Modell Arctic Freezer Xtreme  Rev. 2
Preis ~24 €
Besonderheiten Pushpin-Montage, max. 160 Watt Verlustleistung
Gesamtmaße (B x H x T) 130 x 131 x 100 mm
Gewicht mit Lüfter 678 g
Überbaute RAM-Slots(mit Lüfter)* 0
Lamellenabstand  1,6 mm
Heatpipes 4 - Ø 6 mm
Lüfter Arctic OEM
Anschluss 4-Pin
Kabellänge 280 mm
Geschwindigkeit 800 - 1500 U/Min
Förderleistung** 60.7 m³/h
dB [A]** 35
Kompatibilität LGA 1366, 1156, 1155, 775
FM1, AM3+, AM3, AM2+, AM2
* Slots sind bei Modulen mit
hoch bauenden Heatspreadern
(z.B. Corsair Dominator) versperrt
** Herstellerangaben
Die dezente Verpackung des Arctic Freezer Xtreme Rev.2

Wie üblich für Produkte dieses Herstellers wird auch der Freezer Xtreme in einem hautengen Plastikkleid ausgeliefert, dessen Außenhülle mit "unmatched cooling performance" für maximal 160 Watt Verbrauchsleistung wirbt. Entsprechend dieser eher geringen Förderfähigkeit vergleicht Arctic dieses Produkt auch lieber nur mit dem Boxed-Kühler einer Intel 2500k-CPU mit lediglich 95 Watt TDP. Der Lieferumfang fällt erstaunlich schmal aus: Neben einem Satz AMD-Halteklammern für das werksseitige Retention-Modul dieser Plattform spendiert Arctic vier Pushpins samt Halterahmen für die Montage auf Intel-Mainboards sowie eine übersichtliche, englische Anleitung. Wärmeleitpaste befindet sich bereits am Boden des Kühlers - gute MX-2, eine der besten derzeit erhältlichen Budget- Pasten. Nur für den Zweiteinsatz braucht es dann doch Ersatz, ein Hinweis auf einen knapp kalkulierten Preis.

Auf den ersten Blick erscheint das gewählte Design mit klassentypischen vier Heatpipes eher konservativ. Das ändert sich rasch: Trotz eines 120 mm breiten Lüfters baut der Freezer Xtreme sehr flach, weil der Fächler auf dem Kühlerboden aufliegt. Die x-förmigen Plastikverkleidungen an den Seiten dienen überdies nicht nur der Optik, sondern fokussieren auch den Luftstrom indem sie den Kühler seitlich abdichten. Außerdem halten sie gleichzeitig den Lüfter, der mittels Clips zwischen beiden Lamellenblöcken gehalten wird. Stichwort: Die Finnen werden, in dieser Preisklasse eigentlich löblich, per Haltenasen gegen ein ungewolltes Verbiegen geschützt. Leider erweist sich das als dringend notwendig, denn das verwendete Material neigt trotz des Hilfsmittels zu Formveränderungen, ganz zu schweigen von den nicht immer ganz sauberen Schnittkanten.

Am unteren Ende des Klotzes hat Arctic wie schon bei den Freezer 13-Modellen die Lamellen etwas ausgespart, was der Kompatibilität mit großen Heatpipe-Kühlern auf älteren Mainboards zu Gute kommt. Auch aerodynamisch wagt Arctic die Optimierung: Die zum Lüfter weisenden Kanten wurden mit Aussparungen versehen, ein prinzipiell ebenfalls von den "Großen" Twin-Towern bekannter Trick, der hier aber lediglich einseitig zur Anwendung kommt. Immerhin: Auf den in dieser Preisklasse dominierenden, weil günstigeren Heatpipe-Direct-Touch Boden wurde verzichtet, wovon die Auslastung in der Regel profitiert.

Abstriche wurden jedoch nicht nur bei der Verarbeitung und den nur vier Heatpipes gemacht, sondern auch bei der Lüfterkonfiguration. Das mittig platzierte Exemplar wurde zwar per Gummielement vom Kühlerboden entkoppelt, lässt sich aber leider nicht austauschen oder gar erweitern. Montagemöglichkeiten für weitere Luftschaufler sind schlicht nicht vorgesehen. Prinzipiell ist das eine eher ungünstige Anlage, denn mittig thronend muss Frischluft durch die Lamellen hindurch angesaugt werden, was in der Regel Drehzahlabfälle mit starkem Leistungsverlust bestraft. Da auch die Abstände zwischen den Aluminiumfinnen mit nur etwa 1,6 Millimetern recht eng gewählt sind, wird Durchzug eigentlich erst recht benötigt, eine eher ungünstige Kombination.

Neben der ungewöhnlichen Halterung, die zwar den Ein- und Ausbau komfortabel gestaltet, aber ebenso den Austausch des Lüfters verhindert, ist auch der Aufbau ungewöhnlich: Die Blätter des Fächlers zeigen nicht von der recht großen Nabe zum Rahmen sondern umgekehrt. Ansonsten herrscht das momentan verbreitete Diktat des Sparens, denn auf optische Goodies wie ein gesleevtes Kabel wurde verzichtet. Für geringe Lautstärke hingegen wurde mehr getan: Eine PWM-Steuerung sowie ein Regelbereich zwischen 800 und 1500 Umdrehungen versprechen moderate Lärmlevel.

Die Montage

Da der Einbau auf das AMD-Retentionsystem bzw. Pushpins nach Arctic-Design für Intel-Sockel setzt, werden selbst unerfahrene Nutzer vor keinerlei Herausforderungen gestellt. Bei Fragen hilft die sehr gut bebilderte, englische Anleitung, die fast ohne Text auskommt. Übersetzte Versionen finden sich trotzdem im Internet. Besonders Vorteilhaft: Die Montage des Kühlers ist einseitig möglich, d.h. die Rückseite des Mainboards muss nicht zugänglich sein, was speziell bei Gehäusen ohne entsprechenden Ausschnitt im Tray den Ausbau der Hautplatine einspart. Die eigentliche Halterung wird lediglich mittels Pushpins - einen Teil "reinstecken", dann mit dem Spreizer fixieren - befestigt und sodann der Kühler aufgeschraubt. Dazu muss zwar der Lüfter ausgebaut werden, allerdings ist dank der Clipbefestigung nur ein Handgriff erforderlich. Austauschen lässt sich das Arctic-Produkt hingegen nicht, sofern keine kreative Befestigung etwa mit Kabelbindern herhalten muss.

Entsprechend der knappen Abmaße fällt der Freezer Xtreme im Gehäuse nicht störend auf. Weder wird auf unserem X58-Mainboard Arbeitsspeicher "überbaut" noch eckt der Klotz an - viel Platz in alle Richtungen, den normalerweise nur Modelle mit 92mm-Lüfter bieten. Erstaunlich!

Das Testsystem

Für unser Testsystem setzen wir auf ein Lian-Li PC60FN Gehäuse. Gegenüber einem offenen Testaufbau erhalten wir praxisnahe Ergebnisse, auch wenn durch die Vielfalt an Komponenten und Konfigurationen keine hundertprozentig übertragbaren Werte generiert werden können.

Allgemeiner Aufbau des Testsystems (hier mit einem Thermalright HR-02 abgebildet)

Zur Geräuschreduktion haben wir sämtliche Gehäuselüfter durch besonders leise Varianten ersetzt und an einer Scythe Kaze Master Lüftersteuerung angeschlossen. Im Heck schaufelt nun ein Noiseblocker Multiframe M12 S2 Luft (650 U/Min), ebenso wie auf dem CPU-Kühler, einem Thermalright HR-02. Dieser zeichnet sich für den Intel Core i7 920 im C0-Stepping zuständig - ein echter Hitzkopf mit 130 Watt TDP, der wie geschaffen für unseren Kühlertest ist. In die Front setzen wir einen Noctua NF-P14 FLX, der mit nur 450 U/Min rotiert. Da die meisten Nutzer Krach nicht mehr mit Leistung gleichsetzen, orientieren wir uns hier an den momentanen geräuschtechnischen Anforderungen. Die Festplatte hingegen muss sich in ein Scythe Quiet Drive zwängen und wird mittels eines einfachen Baumarktschwammes auf dem Gehäuseboden entkoppelt. Als Testkarte nutzen wir eine AMD HD3870 im Referenzdesign, die von einem Scythe Musashi gekühlt wird, dessen Lüfter während der Benchmarks auf 5V gedrosselt laufen.

Testsystem:

  • Intel Core i7 920 (3,4 GHz)
  • Asus P6TD Deluxe
  • 6 GB DDR3 1333
  • Western Digital Black 640 GB
  • Antec TruePower New 550 W
  • AMD HD3870 (Scythe Musashi)

Zur Leistungsmessung belassen wir den Rechner nach dem Einschalten zunächst 15 Minuten im Leerlauf. Anschließend belasten wir ihn eine weitere Viertelstunde mit Core2MaxPerf in der Version 1.7. Hierbei werden alle acht logischen Kerne der CPU belastet. Temperatur und Takt werden dabei mit RealTemp 3.60 beobachtet. Nach Ablauf der Zeit wird ein Mittelwert aus den Ergebnissen der einzelnen Kerne gebildet. Aufgrund der mit zunehmender Differenz zum Notabschaltpunkt ungenauer werdenden Temperatursensoren verzichten wir auf Messungen im Idle-Betrieb. Reicht der Kühler unter Last aus, tut er das ohne erst recht. Dank eines Raumthermometers können wir Delta-T- Werte [K] ermitteln. Dabei ist die durchschnittliche Temperatur aller vier Prozessorkerne maßgeblich, weshalb wir die Ergebnisse mit einer Nachkommastelle ausgeben. Eine gewisse Messtoleranz lässt sich bei aller Umsicht dennoch nicht vermeiden. Um gleiche Voraussetzungen für alle Kühler zu schaffen, kommt für die Tests ausschließlich MX-2-Wärmeleitpaste von Arctic an CPU und Kühler. Sämtliche Runs werden zweimal ausgeführt: Sowohl mit dem Normaltakt des Prozessors (2,67 GHz) als auch in moderat übertaktetem Zustand (3,4 GHz ohne Spannungserhöhung). Die Geschwindigkeitsstufen mit 100, 75 und 50 Prozent der Maximaldrehzahl werden ebenso wie die Drehzahlmessungen zwischen 500 und 1200 U/Min mit der Scythe Kaze Master Lüftersteuerung eingestellt.

Die Lautstärkemessungen erfolgen mithilfe eines Voltcraft SL-100 Schallpegelmessgerätes. Dieses wird aus 15 Zentimetern Entfernung zum offenen Gehäuse auf Höhe des CPU-Kühlers mittels eines Statives fixiert. Abgelesen wurde zur Minimierung von Interferenzen aus einer Entfernung von einem guten Meter zum SL-100. Um Nebengeräusche zu verhindern, erfolgten die Messungen in einer ruhigen Wohnsiedlung („Dorf“) vormittags und in der Nacht. Zudem wurden die Lüfter im Testsystem deaktiviert, wodurch lediglich die Festplatte und das Netzteil für Nebengeräusche sorgten.

Für die neuen Testkriterien ziehen wir Durchschnittswerte aus den Messergebnissen heran. Die reine Leistung wird aus dem Mittelwert der Overclocking-Tests mit 100, 75 und 50% Drehzahl gebildet. Das gleiche Verfahren wird bezüglich der Lautstärke angewendet. Wir sind uns natürlich darüber im Klaren, dass diese Kriterien spezielle Einsatzszenarien wie den Ultra-Silent-Betrieb mit wenig oder gar keiner Drehzahl nicht abdecken. Für solche Anwendungsprofile empfiehlt sich ein Blick sowohl in die Charts mit festen Drehzahlen als auch den Passivtest, um selbst einen Favoriten zu wählen. Unsere Rangliste richtet sich dementsprechend an die große Mehrheit der "Standarduser". Für extreme Anwendungsgebiete haben wir unsere Benchmarks zudem um einen weiteren Bereich ergänzt: Mit 3,8 GHz bei 1,36 Volt Spannung zeigen wir Weber, wie ein Grill heizen muss. Hier können (und sollen) sich High-End Kühler profilieren, während gleichzeitig Übertakter, die die Spannung bis an das Herstellerlimit setzen, Anhaltspunkte für eine Kaufentscheidung finden.

Temperaturen 1 - Standardtakt & Passiv

Für einen Kühlschrank enttäuscht der Freezer: Das Ende des Testfeldes ist definitiv die falsche Richtung - schlechter ist nur der Hyper TX3 von Cooler Master, wobei selbst dieser Winzkühler mit nur drei Heatpipes bei halbierter Drehzahl dicht aufschließen kann. Danger Zone! Denn selbst die hauseigene Konkurrenz mit 92mm Lüfter, der Freezer 13, kann den Xtreme selbst mit vollen 1500 U/Min jederzeit auf Armlänge halten. Dabei bricht das extreme Exemplar bei reduzierter Drehzahl recht stark ein - das gewählte Design zeigt seine Schwächen gnadenlos. Den gar mit einem langsameren Lüfter bestückten Freezer 13 Pro hingegen sieht der Testkandidat nur am Horizont, von der restlichen Meute seiner Preisklasse ganz zu schweigen.

Enger Lamellenabstand, vier Heatpipes - das sind die falschen Voraussetzungen für passiven Betrieb. Der Freezer Xtreme muss nach nur ein paar Lastminuten bereits die integrierte Schutzschaltung des Prozessors bemühen.

Temperaturen 2 - Overclocking

Erhöhte Leistungsanforderungen behagen dem kleinen Twin Tower ebenso wenig. Schlechtester Kühler im Testfeld bis hin zum Versagen bei halbierter Drehzahl - immerhin 750 U/Min - stellen für Materialeinsatz und Lüftergröße kein gutes Zeugnis aus. Viele Reserven sind nicht vorhanden. Hier zeigt die Konkurrenz, wo der Hammer hängt.

Temperaturen 3 - Fixierte Drehzahlen

Im Vergleich mit festen Drehzahlen steht der Xtreme noch schlechter dar. Knackpunkt ist seine auch hier gut zu sehende xtremen Reaktionen auf Durchsatzverlust. Sinkende Umdrehungen reduzieren die Leistung gleich radikal und selbst 1200 U/Min, eigentlich eine Umsatzstarke Drehzahlregion, fallen bereits in diese Kategorie. Ein Kühler für maximale Drehzahl, der mit einem eher leistungsschwachen Exemplar geliefert wird ist definitiv eine mutige Kombination. Immerhin kann der kleine Freezer 13 bis einschließlich 1000 U/Min in Schach gehalten werden, darunter geht dem Twin Tower wortwörtlich die Luft aus.

Der nicht zu tauschende Lüfter stellt hierbei ein echtes Ärgernis dar, denn der versuchsweise in den Rahmen gelegte Referenzlüfter, ein Noiseblocker MF12-S2, erzielte bei 1200 U/Min ein Delta-T von nur 55,4 Grad. Das entspricht dem Originalmodell bei voller Drehzahl, d.h. 1500 Umdrehungen.

Temperaturen 4 - Overclocking II

Arctic weist für den Freezer Xtreme eine maximale Verlustleistung von 160 Watt aus. 3800 MHz bei stark erhöhter Spannung knacken dieses Level mühelos, weshalb der Kühlschrank - als einziger Kühler im Testfeld - einknickt.

Lautstärke 1 - Nach Drehleistung gesteuert

Leiser Betrieb - es bleibt nicht nur bei der vollmundigen Ankündigung. Absolut betrachtet erweist sich der Freezer Xtreme als ein sehr leiser Zeitgenosse, der lediglich bei voller Drehzahl vor allem durch Strömungsgeräusche wahrnehmbar, aber noch nicht laut agiert. Dabei produziert der Lüfter keinerlei störende Nebengeräusche, nur eine leicht raue Laufcharakteristik. Das darf in dieser Preisklasse allerdings als üblich gelten - Jammern auf erhöhtem Niveau. Mit reduzierter Drehzahl lässt sich der Lüfter dann quasi nicht mehr aus dem geschlossenen Gehäuse heraus wahrnehmen und wird bei halbierter Geschwindigkeit gänzlich unhörbar.

Insgesamt darf sich der Xtreme Plus damit als einer der leisesten Kühler seiner Preisklasse bezeichnen. Weniger Lärm erzeugt nur der Hyper 412S von Cooler Master für ein paar Münzen mehr und mit ein paar Umdrehungen weniger. Die hauseigenen Konkurrenz hingegen, die bei weitem nicht schlecht abschneidet, kann der Klotzkühler hingegen auf Distanz halten während unter anderem Thermalright und Enermax auf weitaus schneller drehende Lüfter in ihren Mittelklassemodellen setzen - das treibt die Lautstärke nach oben. Auch den langsamer drehenden Freezer 13 Pro hat der Neue trotz schnellerem Lüfter im Griff. Hier sticht der geringere Durchsatz des schnelleren Lüfters.

Lautstärke 2 - Nach fixierten Drehzahlen

Kann der Freezer Xtreme mit 1200 Umdrehungen pro Minute schon als leise bezeichnet werden, sinkt die Lautstärke darunter zusammen mit der Leistung rapide ab. Dabei muss er sich hier noch etwa auf dem Level der gleichpreisigen Konkurrenz einfinden, wird darunter aber im absoluten Spitzensegment wohnhaft. Bereits ab 800 Rotationen, dem unteren Ende des PWM-Regelspektrums, verschwindet der Xtreme als eigenständige Schallquelle und wird unhörbar, gleichzeitig aber auch sehr leistungsarm. Viel gefördert wird also nicht mehr. Dem Freezer 13 mit 92mm Lüfter kann er aber zu keiner Zeit das Wasser reichen: Weniger Durchmesser bedeutet weniger Luftdurchsatz pro Umdrehung, was in weniger Lärm resultiert. Dazu kommt, dass der kleine Kühlschrank bei festen Drehzahlen kaum schlechter als der Twin Tower war - gut für ihn, schlecht für den Großen.

Max Doll meint …

Max Doll

Das Sparen um jeden Preis nicht immer hilft, musste jüngst erst A. Schlecker feststellen. Trotzdem gilt das nicht für jede Situation: Den Kauf des Freezer Xtreme kann sich so ziemlich jeder ohne Reue sparen. Dabei ist das Produkt eigentlich kein schlechtes, denn recht kompakte Abmaße gepaart mit leisen Betrieb samt der auf für Laien problemlos zu bewältigenden Montage sind zweifelsohne gute Anlagen. Die "Xtrem" schlechte Leistung verhagelt jedoch die Bilanz gehörig - ein enger Lamellenabstand und ein komplett umbauter und, wie unser Versuch mit Alternativmodell gezeigt hat, recht durchzugsschwacher Lüfter sind eine denkbar ungünstige Kombination.

Moderat übertaktet ist mit halbierter Drehzahl kein Betrieb mehr möglich, was kein anderes Modell im Testfeld mit 120mm Lüfter selbst bei niedrigerer Maximaldrehzahl schafft. Nicht einmal den mit nur einem 92mm Lüfter bestückten Freezer 13 kann der Twintower schlagen - und der punktet ebenso bei Lautstärke, mit nochmals kompakteren Abmaßen, größeren Reserven und deutlich kleinerem Preis. Zumindest bei automatischer Steuerung via PWM, die die lautere Maximaldrehzahl nicht ausschöpft. Besser verarbeitet ist er obendrein, wenngleich es hier nur um optische Fehler geht und nutzt das selbe Montagesystem. Ist hingegen etwas mehr Platz vorhanden, zieht der Freezer 13 Pro aus Leistungssicht Kreise um den Klotz, ohne bei der Lautstärke ausfällig zu werden.

Spiel, Satz und Sieg: Arctic hat das eigene Produkt selbst schachmatt gesetzt. Selbst die optimale Ausrichtung auf AMD-Prozessoren bieten Konkurrenten zum gleichen Preis bei deutlich höherer Leistung. "unmatched cooling performance"? Die wird wohl kein Mitbewerber freiwillig überbieten wollen. Selbst absolute Anfänger fahren mit den Freezer 13 unter dem Strich besser. Deshalb gilt zumindest zum derzeitigen Preis von 24€ für die Mehrzahl ganz klar: Finger weg, es gibt mittlerweile in jeder Hinsicht besseres.

  • Positiv
  • Leise unter 1.200 U/Min.
  • Angenehme Laufcharakteristik
  • PWM-Steuerung
  • Einfache Montage
  • Sehr kompakt in alle Richtungen
  • AMD-Montage logisch ausgerichtet
  • Neutral
  • Ohne Übertaktung ausreichend Leistung
  • Negativ
  • Kaum Reserven
  • Betrieb bei halbierter Drehzahl unmöglich
  • Starkes OC unmöglich
  • Einbruch bei niedrigen Drehzahlen
  • Lüfter nicht austauschbar
  • Labbrige Lamellen trotz Stabilisierung
  • AMD-Ausrichtung nicht frei wählbar
  • Grobe Fertigung

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