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Tech-Review.de

  • Dienstag, 29. September 2020
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AMD vs. Nvidia, Teil 3

AMD vs. Nvidia, Teil 3: R7 250X vs. GT 740

Einleitung

Nach den Vergleichstests in der 100 Euro- und 200 Euro-Klasse, schauen wir uns heute einmal im Bereich von 75 Euro um. Hier trifft die AMD Radeon R7 250X auf die Nvidia Geforce GT 740. Für faire Bedingungen haben wir beide Grafikkarten mit einem Gigabyte Grafikspeicher in der GDDR5-Ausführung angefordert, denn die Geforce GT 740 ist nämlich auch mit deutlich langsamerem DDR3-Speicher erhältlich. Beide Grafikchips sind für Hardware-Interessierte keine Unbekannten, diese wurden mit anderen Taktraten auch schon als Radeon HD 7770 und als Geforce GTX 650 geführt. Gehören die Grafikkarten damit schon zum alten Eisen oder handelt es sich hier um gelungene Neuauflagen in einer niedrigeren Preisklasse?

Für unseren Test haben sich die jeweils günstigsten Vertreter der jeweiligen Seite eingefunden. Die HIS Radeon R7 250X iCooler ist aktuell für einen Preis von etwa 75 Euro erhältlich, die Palit Geforce GT 740 1GB GDDR5 kostet nur einen Euro weniger. Wir sind gespannt wie sich die beiden Grafikkarten im Vergleich schlagen.

Die Testkandidaten im Detail

Für einen ersten Überblick haben wir beide Grafikkarten einmal nebeneinander gelegt. Die HIS R7 250X verfügt über ein blaues PCB, bei Palit ist dieses schwarz gefärbt. Kompakt sind beide Grafikkarten, auch wenn die Palit GT 740 noch etwas kürzer ist. Leider steht die Plastikabdeckung des Kühlers der GT 740 etwas über, die Grafikkarte könnte deswegen eigentlich noch ein paar Millimeter kürzer sein. Apropos Plastikabdeckung: Die Abdeckung der GT 740 von Palit kaschiert den kleinen Lüfter wirklich hervorragend. Angegeben ist vom Hersteller ein 80 mm großer Axial-Lüfter, mit dem Maßband kamen wir jedoch bestensfalls nur auf 75 mm.

Sei es drum, der Praxistest wird zeigen wie gut die Kühlung wirklich funktioniert. Auch für die HIS R7 250X ist ein 80 mm großer Axial-Lüfter angegeben, wir messen jedoch 92 mm. Die glänzende Abdeckung des Kühlers sieht nur in den ersten Minuten nach dem Auspacken gut aus, danach trüben erste Fingerabdrücke das Bild, falls man die Grafikkarte etwas ungeschickt anfasst (was beim Einbau durchaus vorkommen kann). Staub zieht die Abdeckung übrigens auch magisch an.

Die Testkandidaten im Detail:

Modellbezeichnung: AMD Radeon HD 7770 GHz AMD Radeon R7 250X HIS Radeon R7 250X iCooler Nvidia Geforce GTX 650 Palit Geforce GT 740 1GB GDDR5
Chipbezeichnung*: Cape Verde XT Cape Verde XT Cape Verde XT Gk107-450-A2 GK107-425-A2
Shadereinheiten /TMUs / ROPs*: 640 / 40 / 16 640 / 40 / 16 512 / 32 / 16 384 / 32 / 16 384 / 32 / 16
Transistoren/ Die-Größe*: 1,500 Mio. / 123 mm² 1,500 Mio. / 123 mm² 1,870 Mio. / 148 mm² 1,270 Mio. / 118 mm² 1,270 Mio. / 118 mm²
Herstellungsprozess*: 28 nm 28 nm 28 nm 28 nm 28 nm
Speichergröße/-art*: 1 GB GDDR5 1 GB GDDR5 1 GB GDDR5 1 GB GDDR5 1 GB GDDR5
Speicherinterface*: 128 bit 128 bit 128 bit 128 bit 128 bit
Chiptakt(Boost)/ Speichertakt (MHz)*: 1000 / 1125 950 / 1125 1000 / 1125 1058 / 1250 993 / 1250
Leistungsaufnahme (TDP)*: 80 W 80 W 80 W 65 W 64 W
DirectX*: 11.2 11.2 11.0 11.0 11.0
Abmessungen(LxBxH): ca. 210 mm Länge ca. 210 mm Länge 168x34x97 mm ca. 147 mm Länge 153x34x99 mm
Preis: - / - ab ca. 75 € ab ca. 75 € ab ca. 76 € ca. 74 €
Preisvergleich: - / - Geizhals Geizhals Geizhals Geizhals
* Herstellerangabe

Für einen Produktvergleich haben wir unsere heutigen Testkandidaten einmal der Vorgängergeneration gegenüber gestellt. Da die Palit GT 740 bis auf den Kühler genau der technischen Basis von Nvidia entspricht, haben wir die Tabelle etwas kompakter halten können. Auffällig ist, dass die älteren Radeon HD 7770 und Geforce GTX 650 über höhere Taktraten verfügen als ihre sonst technisch identischen Nachfolger R7 250X und GT 740. HIS hat dem entgegengesteuert und die Taktraten von Werk aus etwas angehoben, Palit beließ es jedoch bei den Standard-Taktraten.

Während die ältere Radeon HD 7770 schon seit einiger Weile vom Markt verschwunden ist, ist die Geforce GTX 650 durchaus noch zu moderaten Preisen erhältlich. Wer nicht übertakten möchte findet hier etwas höhere Taktraten zu (fast) identischen Preisen vor.

Die HIS Radeon R7 250X iCooler, 1GB GDDR5

Der Testkandidat von AMD wird in einer kompakten Produktverpackung ausgeliefert. Beworben wird vor allem das hauseigene Kühlsystem, welches auf den Namen iCooler hört. Dieses soll deutlich leiser als die Referenzkühlung sein.

Neben der Grafikkarte finden wir den bei HIS üblichen Faltkarton vor. In diesem befinden sich neben der Treiber-CD und einem Faltblatt auch ein Aufkleber für das Gehäuse.

Die Farbe des Grafikkartenlüfters passt perfekt zum blauen PCB, die glänzende Oberfläche des Kühlers ist allerdings anfällig gegen Staub und Fingerabdrücke.

Neben einem HDMI- und DVI-Ausgang gibt es noch einen älteren VGA-Anschluss. Ältere Bildschirme lassen sich so problemlos betreiben und HIS spart sich einen Adapter im Lieferumfang ein. Ein Adapter für den 6 Pin-Stromanschluss befindet sich allerdings ebenfalls nicht im Lieferumfang, die Grafikkarte besitzt desweiteren eine TDP von 80 Watt und ist daher auf einen externen Stromanschluss angewiesen.

Die Spannungsversorgung wird von drei Phasen übernommen, von denen zwei den Grafikchip und eine den Grafikspeicher versorgen. Letzterer wird von Hynix zugeliefert. Eine Überraschung offenbarte der Kühler, dieser besitzt mehrere Bohrungen und dürfte daher auf weiteren Modellen von HIS Verwendung finden. Eine kurze Recherche ergab, dass dieser Kühlkörper auch auf der HIS Radeon R7 260X, R9 270 und 270X zum Einsatz kommt. Demnach müsste der Kühler auf der R7 250X über reichlich Reserven verfügen, wenn dieser selbst Grafikkarten mit einer doppelt so hohen TDP bändigen kann.

Die Palit Geforce GT 740, 1GB DDR5

Deutlich kleiner als die Verpackung von HIS, fällt die der Palit Geforce GT 740 aus. Auch übertrieben viel Werbung finden wir hier nicht wieder, einzig der Hinweis auf den GDDR5-Speicher wird gegeben.

Zweckmäßig fällt der Lieferumfang aus, neben der Grafikkarte gibt es noch ein Handbuch und eine Treiber-CD. Weiteres Zubehör erscheint auch nicht nötig, da die Grafikkarte keinerlei Adapter benötigt.

Wie schon angesprochen ist die Palit Geforce GT 740 sehr kompakt, einzig der Kühler steht am hinteren Ende etwas über.

Wie auch die HIS R7 250X verfügt auch die Palit über einen DVI-, HDMI- und VGA-Ausgang. Damit werden auch hier keine Adapter benötigt. Über einen externen Stromanschluss verfügt die Grafikkarte erfreulicher Weise nicht, mit einer TDP von 64 Watt erscheint dies auch nicht nötig.

Auch auf der Palit Geforce GT 740 finden wir eine dreiphasige Stromversorgung wieder, der Grafikspeicher wird hier jedoch von Samsung zugeliefert. Eine Vorbereitung für einen 6 Pin-Stromanschluss ist vorhanden, für stark übertaktete Versionen wäre dieser eventuell nötig. Bei unserem Modell mit Standard-Taktraten fällt dieser jedoch weg.

Die Testumgebung

Alle Grafikkarten werden in einem offenen Testaufbau auf Performance, Leistungsaufnahme, Temperaturen sowie Lautstärke getestet. Als Grafiktreiber nutzten wir den Forceware 344.11 von Nvidia und den Catalyst 14.9 von AMD.

Das Testsystem:

CPU: Intel Core i5-3470 @ 4,0 GHz
CPU-Kühler: Scythe Mugen 4 PCGH-Edition
Mainboard: Asrock Z77 Extreme4
Arbeitsspeicher: 2x 4GB G.Skill Sniper DDR3-1600 CL9-9-9-24
Grafikkarte: Siehe Test
SSD / Festplatte: Samsung 840 Evo 500GB
Netzteil: Seasonic X850
Bildschirm: BenQ G2220HD
Sonstige Hardware: Asus Xonar DGX

Die CPU konnte mit Hilfe des Z77-Mainboards moderat übertaktet werden und ist stark genug für alle aktuellen Grafikkarten. Das Mainboard unterstützt sowohl SLI als auch Crossfire, sodass wir diese - falls möglich - nutzen werden. Für die Messung des Schalldrucks verwenden wir das Schallpegel-Messgerät Voltcraft SL-100, welches den Schalldruck ab 30 dB(A) misst. Die Messung findet dabei aus einer Entfernung von 50 cm zur Quelle statt. Als Energiekosten-Messgerät kommt ein Profitec KD302 zum Einsatz, die angegebenen Werte werden an der Steckdose gemessen. Die Temperaturmessungen wurden bei einer Raumtemperatur von 23 Grad Celsius durchgeführt.

Taktraten und Overclocking

Sowohl die Radeon R7 250X als auch die Geforce GT 740 wurden von den Herstellern neu aufgelegt, bisher wurden sie unter den Namen Radeon HD 7770 und Geforce GTX 650 geführt. Für die Neuauflagen wurden jeweils die Taktraten der Grafikchips nach unten korrigiert, entsprechend könnte bei beiden Testkandidaten ein ordentliches Übertaktungspotential unter der Haube schlummern. Wir beginnen mit der HIS R7 250X:

Die Overclocking-Tools

Normalerweise übertakten wir nur mit dem Programm MSI Afterburner, aber für besonders gut übertaktbare AMD-Grafikkarten nehmen wir noch das Programm Sapphire Trixx hinzu. In diesem Fall war aus dem Grafikchip nicht mehr viel Potential heraus zu holen, bei 1080 MHz (+ 13,6% zur Referenz oder + 8% zur Werksübertaktung) war Schluss. Risikofreudige Übertakter können aber zumindest im Programm von Sapphire noch an der VCore-Schraube drehen und diesen von 1,175 Volt auf maximal 1,3 Volt erhöhen. Dann sollten auch noch höhere Taktraten möglich sein.

Der Grafikspeicher zeigte sich deutlich taktfreudiger und lies sich auf maximal 1520 MHz übertakten (+ 35,1%). Insgesamt ist das Übertaktungsergebnis ordentlich, in Spielen mit einer hohen Speicherauslastung sollte mit den höheren Taktraten ein ordentlicher Sprung nach oben möglich sein.

MSI Afterburner

Bei der Geforce GT 740 reichten die Balken des MSI Afterburner vollkommen aus. Ein Powerlimit gibt es nicht, eine Änderung der Spannung ist ebenfalls nicht möglich. Letztendlich ließ sich der Grafikchip auf ordentliche 1202 MHz (+ 21%) hochbringen, beim Grafikspeicher waren 1550 MHz (+ 24%) möglich. Insgesamt ist auch dies ein ordentliches Ergebnis, einen Sieger können wir zumindest bei der normalen Übertaktbarkeit nicht küren. Für risikofreudige Übertakter ist die HIS R7 250X jedoch die bessere Wahl.

Die Benchmarks

3DMark Firestrike
Beginnen wir nun mit den Spielebenchmarks: Den 3DMark Firestrike haben wir mit den Standardeinstellungen getestet. Der erste Benchmark geht klar an AMD, die R7 250X kann sich weit vor der Geforce GT 740 von Nvidia platzieren.

Thief
Bei Thief nutzten wir den im Spiel integrierten Benchmark. Die AMD-Grafikkarten werden nun auch mit Mantle getestet. Die Grafikschnittstelle ist auf Grafikkarten mit Nvidia-Chip nicht lauffähig, da diese Technik bis jetzt AMD-exklusiv ist. Auch in Thief kann sich die R7 250X klar vor der GT 740 platzieren. Auffällig ist jedoch, dass mit Mantle schlechtere Ergebnisse erzielt wurden. Damit ist die R7 250X die erste Karte, bei der wir dieses Phänomen feststellen konnten. Wir haben daher den geringen Grafikspeicher von einem Gigabyte im Verdacht, da dieser schon bei DX 11 vollläuft und Mantle gleichzeitig für einen höheren Speicherbedarf sorgt.

Battlefield 4 DX11
Battlefield 4 haben wir mit DirectX 11 gebencht, auch hier ist Mantle natürlich nicht mit Nvidia-Grafikkarten lauffähig. Als Testumgebung nutzen wir eine größere Map am Anfang der Kampagne. Auch Battlefield 4 geht klar an AMD, zumindest kann die übertaktete Geforce GT 740 an die nicht übertaktete R7 250X aufschließen.

Hitman: Absolution
Für Hitman: Absolution nutzten wir den im Spiel integrierten Benchmark. Unsere Radeon R7 250X kam mit Standardtaktraten überhaupt nicht mit dem Benchmark von Hitman: Absolution zurecht, erst mit der hohen Übertaktung des Grafikspeichers geht die Post ab. Der Speicher limitiert also auch in diesem Spiel.

Far Cry 3
Für Far Cry 3 nutzten wir einen weitläufigen Bereich im Dschungel. Far Cry 3 liegt den Nvidia-Grafikkarten besser als den AMD-Pendants. So kann sich die übertaktete Geforce GT 740 nun erstmals an die Spitze setzen.

Metro: Last Light
Für die Benchmarkwerte von Metro: Last Light nutzten wir den im Spiel integrierten Benchmark. In Metro: Last Light gibt es keine Überraschungen, die R7 250X liegt wieder weit vorne.

Batman: Arkham City
Auch in Batman: Arkham City nutzten wir den im Spiel integrierten Benchmark. Genau wie bei Far Cry 3 liegt Batman: Arkham City den Nvidia-Grafikkarten besser. So herrscht zwar insgesamt Gleichstand, die GT 740 kann insgesamt aber den längsten Benchmark-Balken produzieren.

Bioshock Infinite
In Bioshock Infinite nutzten wir den im Spiel integrierten Benchmark. Keine Überraschungen in Bioshock Infinite, die AMD R7 250X kann sich wieder deutlich in Führung setzen.

Performance-Index und Preis/Leistungs-Index

Nachdem nun eine größere Anzahl an aktuellen Spielen und Benchmarks getestet wurde, ist es nun an der Zeit diese Ergebnisse in unseren Indizes zusammenzufassen. Der Performance-Index stellt die Leistung aller Benchmarks und Spiele dar, dazu wurde die HIS R9 270 in allen Benchmarks mit 100 % gewichtet. Der Preis-Leistungsindex verdeutlicht, welche Grafikkarten aktuell das beste Preis-Leistungsverhältnis haben. Hierbei nehmen wir die zum Test aktuellen Preise auf geizhals.de und teilen diese durch die erreichte Prozentzahl aus dem Performance-Index. Je kleiner das Ergebnis ist, desto besser ist das Preis-Leistungsverhältnis.

Performance-Index:

Fasst man die Performance aller Spiele und Benchmarks einmal in einem Index zusammen, ist die Sache klar: Die AMD Radeon R7 250X ist wesentlich performanter als die Nvidia Geforce GT 740 GDDR5, diese kann nur mit maximaler Übertaktung aufschließen. Im Schnitt ist die R7 250X ohne und mit Übertaktung etwa 16 bis 21 Prozent schneller als die Konkurrenz von Nvidia.

Preis/Leistungs-Index:

Auch hinsichtlich Preis-/Leistung kann sich die R7 250X deutlich vor die GT 740 setzen. Letztere würde in Schulnoten ausgedrückt ohne Overclocking auf eine vier Minus kommen, während die R7 250X knapp auf eine drei Plus kommt. Aus Preis-/Leistungssicht ist AMDs Mitteklasse - bestehend aus R9 270 und R9 280 - immer noch am besten, diese liegen im Vergleich deutlich in Führung.

Die Temperaturen

Alle Temperaturwerte wurden im offenen Aufbau vorgenommen. In Gehäusen mit einem guten Airflow können daher noch bessere Werte zustande kommen, Gehäuse mit wenigen Gehäuselüftern dürften die getesteten Werte aber eher nicht erreichen. Die Temperaturmessungen wurden bei einer Raumtemperatur von 23 Grad Celsius durchgeführt.

Beide Grafikkarten können mit sehr guten (HIS R7 250X) bis hervorragenden (Palit GT 740) Temperaturwerten überzeugen, selbst mit Übertaktung liegen sämtliche Werte absolut im grünen Bereich.

Die Lautstärke und der Stromverbrauch

Die Lautstärke wurde im offenen Testaufbau aus einer Entfernung von 50 cm zur Schallquelle gemessen, im geschlossenen Gehäuse sollten die Grafikkarten noch etwas leiser sein. Um die Werte besser interpretieren zu können haben wir eine tabellarische Einordnung der Geräuschkulisse vorgenommen. So sollten die ermittelten Werte besser nachvollziehbar sein.

Bis 32,9 db(A) Unhörbar leise bis sehr leise
Von 33,0 bis 34,9 db(A) Leise bis leicht hörbar
Von 35,0 bis 39,9 db(A) Hörbar bis deutlich hörbar, die Komponente sollte aus einem geschlossenen Gehäuse herauszuhören sein
Ab 40 db(A) Störend laut

Leider rächen sich an dieser Stelle die hervorragenden Temperaturwerte, denn beide Grafikkarten sind eindeutig zu laut. Während die Palit GT 740 im Idle mit einem hellen und hochfrequenten Geräusch nervt, dreht die HIS R7 250X unter Last mächtig auf. "Silent" sind beide Grafikkarten nicht, aber für die HIS R7 250X naht die Rettung, was wir auf der nächsten Seite einmal erläutern möchten. Die Lautstärke haben wir zudem einmal mit unserer Kamera festgehalten:

Video abspielenHIS Radeon R7 250X iCooler Lautstärke Video abspielenPalit GeForce GT 740 Lautstärke

Die nachfolgenden Angaben wurden einem Energiekosten-Messgerät an der Steckdose entnommen. Der reale Wert dürfte demnach noch etwas niedriger sein.

Bei der Leistungsaufnahme kann insbesondere die R7 250X im Idle punkten, diese präsentierte sich als sehr sparsame Karte im Vergleich. Unter Last wendet sich das blatt und die GT 740 kann überzeugen, während die R7 250X eher auf dem Niveau der wesentlich stärkeren Geforce GTX 750 liegt.

Die HIS R7 250X auf "Silent" getrimmt

Nachdem die HIS R7 250X bei den Lautstärketests eher nicht überzeugen konnte, sind wir auf ein interessantes Detail gestoßen. Einige Grafikkarten besitzen insbesondere im Idle eine unnötig hohe Lüfterdrehzahl, was sich bei der Lautstärke negativ bemerkbar macht. Im Optimalfall kann man die Minimaldrehzahl mit Hilfe eines Programms wie dem MSI Afterburner noch etwas reduzieren, meistens ist die vorgegebene Drehzahl aber auch schon die Minimaldrehzahl. In unserem Fall hatten wir besonders viel Glück, denn der Lüfter der HIS R7 250X lässt sich komplett abstellen, sobald man die Drehzahl auf unter 16% absenkt!

Die HIS R7 250X auf

Wir haben also mit dem MSI Afterburner eine optimierte Lüfterkurve erstellt. Ziel war es, dass die Grafikkarte ähnlich wie bei den Modellen der ASUS StriX- oder MSI Gaming V-Serie bis zu einer Temperatur von 60°C komplett passiv agiert, erst danach soll der Lüfter anspringen. Gut ist zudem, dass die Anlaufspannung des Lüfters genauso hoch wie die minimale Betriebsspannung ist, der Lüfter dreht somit genau in den richtigen Momenten auf und ab. Ziel war es zudem, dass die Kerntemperatur im Extremfall die 80°C-Marke nicht überschreitet. Schauen wir einmal, welche Ergebnisse wir erreichen konnten:

Im Idle erreichen wir mit gemessenen 48°C zwar den höchsten Wert, dieser ist jedoch als völlig problemlos anzusehen. Die Grafikkarte bleibt somit komplett passiv! Im Office-Betrieb werden bei einer hohen Browser-Aktivität auch mal 55-60°C erreicht, insbesondere wenn die Grafikkarte für Videos höher belastet wird. Der Betrieb ist dann vergleichbar mit einem Semipassiven Netzteil, ab und zu setzt sich der Lüfter in Bewegung, bleibt aber die meiste Zeit völlig passiv. Bei der Spielelast und im Furmark blieben wir unter den angepeilten 80°C, ein Überhitzen der Grafikkarte ist damit also vollkommen ausgeschlossen.

Wie erwartet liegen die Messwerte für die Lautstärke weit unter den Ausgangswerten. Im Idle und bei Spielelast ist die Grafikkarte eindeutig auch Silent-Fetischisten zu empfehlen, nur vom Furmark sollten diese die Finger lassen, da der Lüfter dort immer noch aufdreht. In unserem Lautstärkevideo geht es nun aber deutlich ruhiger zu:

Video abspielenHIS Radeon R7 250X iCooler Lautstärke optimiert

Insgesamt hat uns der mögliche passive Betrieb der Grafikkarte vollkommen begeistert, die Messwerte bestätigen dies. In der Gesamtwertung würde die Grafikkarte nun drei Punkte mehr erreichen, einen Silent-Award hätte sie ebenfalls verdient gehabt.

Kaufempfehlung

Nach bisher zwei Vergleichstests in der 100 Euro- und 200 Euro-Preisklasse, konnte Nvidia zuletzt knapp auf ein 1:1 ausgleichen. Die Vorzeichen für diesen Test waren ziemlich ausgeglichen. Beide Grafikkarten kosten mit 74 und 75 Euro fast gleich viel, zudem verfügen beide Testkandidaten über einem Gigabyte GDDR5-Speicher. In der Vergangenheit waren beide Grafikchips als Radeon HD 7770 und als Geforce GTX 650 auch in höheren Preisklassen unterwegs, daher waren wir gespannt wer heute das Rennen machen wird.

Im Bereich der Ausstattung wusste die Palit durch sehr kompakte Maße und einer geringen TDP zu gefallen, HIS setzte mit einer Werksübertaktung und einem größeren Kühler dagegen. In den Spieletests hatte die AMD R7 250X klar die Nase vorne, die Geforce GT 740 konnte nur mit maximaler Übertaktung aufschließen. In den Praxistests konnte die Geforce GT 740 durch ihre insgesamt etwas niedrigere Leistungsaufnahme überzeugen. Leisetreter waren beide Grafikkarten nicht, die HIS R7 250X war unter Last jedoch schon extrem laut. Dies äußerte sich bei beiden Grafikkarten mit sehr guten bis hervorragenden Temperaturwerten.

Begeistern konnte uns letztendlich aber nur die HIS Radeon R7 250X, welche sich hervorragend modifizieren lässt. Übertakter werden mit dem großen Spielraum des Vcore ihre Freude haben, Silent-Fetischisten können sogar einen Semipassiven Modus einrichten. Den Editors Choice Award hat sich die Grafikkarte damit redlich verdient.

Zuletzt werfen wir noch einen Blick auf das Preis-/Leistungsverhältnis der Grafikkarten. Während sich die R7 250X immerhin im Mittelfeld platzieren kann, ist die Geforce GT 740 in dieser Hinsicht eher nicht zu empfehlen. Der Blick zu den nächst größeren Grafikkarten im Schlage einer Radeon R7 260X oder Geforce GTX 750 könnte sich jedoch lohnen, diese kosten kaum mehr und bieten deutlich mehr Leistung. Letztendlich geht AMD nach diesem Test nun 2:1 in Führung.

Die HIS Radeon R7 250X iCooler

Hendrik Engelbertz

Siehe Menüpunkt "Kaufempfehlung".

  • Positiv
  • Kühler vergrößert Abmessungen nicht
  • Leichtes Werks-OC
  • GDDR5-Speicher
  • Kompaktes Äußeres
  • Profitiert spürbar von OC
  • Keine Probleme bei Stabilität
  • Effizient im Idle
  • Silent-Potential vorhanden
  • Sehr gute Temperaturwerte
  • Viel Spielraum bei Spannung vorhanden
  • Powerlimit bis +20% freischaltbar
  • Neutral
  • Negativ
  • Nur 2 Jahre Garantie
  • Nur 1GB Speicher
  • Leistungsaufnahme könnte unter Last effizienter sein
  • Lüfter unter Last viel zu laut

Die Palit Geforce GT 740 1GB GDDR5

Hendrik Engelbertz

Siehe Menüpunkt "Kaufempfehlung".

  • Positiv
  • GDDR5-Speicher
  • Sehr kompaktes Äußeres
  • Profitiert spürbar von OC
  • Keine Probleme bei Stabilität
  • Leistungsaufnahme durchgehend sparsam
  • Hervorragende Temperaturwerte
  • Neutral
  • Negativ
  • Nur 2 Jahre Garantie
  • Kühler vergrößert Abmessungen leicht
  • Kein Werks-OC
  • Nur 1GB Speicher
  • Performance unter AMD R7 250X
  • Zu laut im Idle
  • Spannung nicht freischaltbar
  • Powerlimit nicht freischaltbar

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