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Tech-Review.de

  • Mittwoch, 28. Oktober 2020
AMD vs. Nvidia, Teil 1

AMD vs. Nvidia, Teil 1: Der Showdown in der 200 Euro-Klasse

Einleitung

Manchmal hat man als Redakteur einfach Glück: Man fragt bei Herstellern nach Testmustern für ein neues Review und bekommt eine Grafikkarte nach der anderen zugeschickt. Betrachtet man dann die ganzen Neuankömmlinge in der Redaktion, so ergeben sich plötzlich interessante Paarungen: AMD R7 250X vs. Nvidia GT 740 | AMD R7 260X vs. Nvidia GTX 750 und AMD R9 280 vs. Nvidia GTX 760. Normalerweise fängt man mit der kleinsten Preisklasse zuerst an, aber aus einem speziellen Grund haben wir das Prinzip einmal umgekehrt: Die höchste Preisklasse beginnt!

Heute beginnen wir mit der Klasse bis 200 Euro. Dazu treten AMDs R9 280 und Nvidias GTX 760 gegen einander an. Wir haben dieses Duell vorgezogen, da die Preise für die Grafikkarten von AMD aktuell stark am Fallen sind. Gerüchten zufolge soll bereits im nächsten Monat der Nachfolger erscheinen, daher möchten wir pünktlich zum Abverkauf die richtige Kaufempfehlung geben.

Passend zu unserem neuen Grafikkarten-Special haben wir auch den Benchmark-Parcours überarbeitet. Ein paar ältere Spiele mussten dabei einigen Neuankömmlingen weichen, wir sind daher gespannt auf die Ergebnisse. Welche Grafikkarte wird am Ende das Rennen machen?

Die Testkandidaten im Überblick

Schauen wir einmal, welche Testkandidaten uns heute erwarten: Auf Seiten AMDs präsentieren wir eine MSI R9 280 Gaming 3G. Mit dem beliebten Twin Frozr-Kühler gehört sie zu einem der gefragtesten Modelle auf dem Markt. Die Geforce GTX 760 wird von dem Boardpartner Palit präsentiert. Der Kühler basiert nahezu auf dem Referenzdesign, einzig die Abdeckung des Kühlers unterscheidet sich minimal davon. Die Palit Geforce GTX 760 gehört derzeit zu den günstigsten Modellen auf dem Markt.

Die Testkandidaten im Detail:

Modellbezeichnung: AMD Radeon HD 7950 AMD Radeon R9 280 MSI R9 280 Gaming 3G Nvidia Geforce GTX 760 Palit Geforce GTX 760
Chipbezeichnung*: Tahiti PRO Tahiti PRO2 Tahiti PRO2 GK104-225-A2 GK104-225-A2
Shadereinheiten /TMUs / ROPs*: 1792 / 32 / 28 1792 / 32 / 28 1792 / 32 / 28 1152 / 96 / 32 1152 / 96 / 32
Transistoren/ Die-Größe*: 4,313 Mio. / 352 mm² 4,313 Mio. / 352 mm² 4,313 Mio. / 352 mm² 3,540 Mio. / 294 mm² 3,540 Mio. / 294 mm²
Herstellungsprozess*: 28 nm 28 nm 28 nm 28 nm 28 nm
Speichergröße/-art*: 3 GB GDDR5 3 GB GDDR5 3 GB GDDR5 2 GB GDDR5 2 GB GDDR5
Speicherinterface*: 384 bit 384 bit 384 bit 256 bit 256 bit
Chiptakt(Boost)/ Speichertakt (MHz)*: 800 / 1250 827 (933) / 1250 ? (972) / 1250 980 (1032) / 1502 980 (1032) / 1502
Leistungsaufnahme (TDP)*: 200 W 200 W 200 W 170 W 170 W
DirectX*: 11.2 11.2 11.2 11.0 11.0
Abmessungen(LxBxH): ca. 267 mm Länge ca. 275 mm Länge 268x113x37 mm ca. 241 mm Länge 245x95x37 mm
Preis: - / - ab ca. 170 € ca. 183 € ab ca. 190 € ca. 195 €
Preisvergleich: - / - Geizhals Geizhals Geizhals Geizhals
* Herstellerangabe

Die Tabelle demonstriert es, die AMD R9 280 führt eindeutig mehr technische Gimmicks ins Feld als die Geforce GTX 760. Dazu gehört der mit 3GB GDDR5 deutlich größere Speicher, verbunden mit dem größeren Speicherinterface. Auch bei den Shadereinheiten kann sich die R9 280 durchsetzen. Dies geht allerdings auf Kosten der Leistungsaufnahme, die TDP liegt deutlich über der GTX 760. Die Überraschung erwartet uns beim Preis, die R9 280 ist tatsächlich eine ganze Ecke günstiger als die GTX 760 von Nvidia.

Gegenüber der Basisversion hat MSI bei der Gaming 3G ein wenig an der Taktschraube gedreht, so ist der Boost-Takt der Grafikkarte etwas höher angesetzt. Die Verkaufsversion der Grafikkarte besitzt sogar einen noch etwas höheren Boost-Takt, ist aber sonst mit unserem Testmuster identisch. Den Grafikchip der R9 280 gibt es schon seit einer ganzen Weile, vorgestellt wurde dieser als Radeon HD 7950 im Januar 2012. Damals kosteten Grafikkarten mit diesem Grafikchip etwa 449 US-Dollar, heute liegen wir bei weniger als der Hälfte des Preises. Mit der Umbenennung wurden die Taktraten etwas angehoben. Gehört die R9 280 mittlerweile zum alten Eisen oder kann die ehemalige High-End Karte auch heute noch eine gute Figur machen?

Die Palit Geforce GTX 760 besitzt keine Werksübertaktung. Der Grafikchip basiert noch auf der Kepler-Generation, diese wird nun ebenfalls nach und nach von der Maxwell-Generation abgelöst. Die GTX 760 ist die Weiterentwicklung der Geforce GTX 660 Ti sowie der GTX 670 und positioniert sich von der Leistungsfähigkeit in der Mitte der beiden Karten. Damit hat auch die GTX 760 Vorfahren im High-End Bereich. Wir sind gespannt welche Grafikkarte heute das Rennen machen wird.

Die MSI R9 280 Gaming

Ausgeliefert wird die Grafikkarte von MSI in einer schicken schwarzen Verpackung mit roten Akzenten. Die Farbakzente findet man auch auf dem Mainboards der Gaming-Serie von MSI sowie auf dem Kühlkörper der Grafikkarte wieder. Für Käufer, die auf die Optik ihres PCs achten, lässt sich hier eine schicke Kombination zusammenstellen.

Der Lieferumfang lässt keine Wünsche offen, neben der Grafikkarte befinden sich mehrere Stromsteckeradapter, ein DVI-VGA Adapter, sowie die Treiber-CD und das Handbuch im Karton.

Wie schon beschrieben orientiert sich das Design der Grafikkarte an der schwarz-roten Farbgebung der Gaming-Serie. Die zwei Axial-Lüfter besitzen jeweils einen Durchmesser von 100 mm und bedecken somit einen Großteil der Oberfläche. An der Slotblende befinden sich neben dem DVI und HDMI-Ausgang auch zwei Mini-Displayports, die obere Slotblende dient zur Abfuhr der erwärmten Luft der Karte. Der benachbarten Slot im Gehäuse ist somit auch belegt. Die Stromanschlüsse der Karte zeigen nach oben und verlängern die Fläche somit nicht. Mit einer Länge von rund 27 Zentimetern sollten in normalen Gehäusen auch keine Kompabilitätsprobleme auftreten. Mit dem 6-Pin und 8-Pin Stromanschluss sowie über den PCIe-Slot kann die R9 280 laut ATX-Norm maximal 300 Watt an Leistungsaufnahme verbrauchen.

Werfen wir einmal einen Blick unter die Haube: Der große Kühler wird nur durch vier Schrauben gehalten und ist schnell demontiert. Gut gefallen hat uns die Konstruktion des Kühlers, anstatt die Heatpipes direkt aufliegen zu lassen hat man eine große Grundplatte zur gleichmäßigen Wärmeverteilung genommen, diese Lösung ist wesentlich hochwertiger. Fünf Heatpipes verteilen die Abwärme des Grafikchips gleichmäßig auf der Kühlfläche. Kurios muten die beiden schwarzen Kühlplatten an, diese werden von unzähligen Schrauben fest an der Platine gehalten. Eine Kühlplatte ist dabei für die Speicherbausteine zuständig, allerdings muss ein Baustein komplett ohne Kühlung auskommen. Die Platte für die Spannungswandler ist etwas aufwendiger entworfen worden und besitzt kleine Kühlrippen.

Nach der Demontage aller Kühlkomponenten erblicken wir nun die komplette Platine der Grafikkarte - eine 11-phasige Stromversorgung kümmert sich um die einzelnen Komponenten, dabei gehen 10 Phasen auf das Konto des Grafikchips. Oben links im Bild sieht man die Anschlüsse für eine Crossfire-Bridge, daneben der Umschalter für das UEFI-Bios der Grafikkarte. Die Grafikbausteine werden von Hynix zugeliefert und sitzen ausschließlich auf der Vorderseite der Platine.

Die Palit Geforce GTX 760

Die Palit Geforce GTX 760 wird in einer ziemlich großen und flachen Produktverpackung aufgeliefert. Waren die Verpackungen der GTX 600er-Serie eher dunkel, so dominieren nun helle Farbtöne.

Der Lieferumfang hält sich gut in den Untiefen der Verpackung versteckt, so muss man die gesamten Schaumstoffteile - die die Grafikkarte in Position halten - entfernen um an das Handbuch und die Treiber-CD zu gelangen. Des Weiteren befinden sich noch ein DVI-VGA Adapter und ein Adapter für die Stromversorgung in der Verpackung.

Im Gegensatz zur MSI R9 280 Gaming setzt Palit auf ein anderes Kühldesign. So kommen keine großen Axiallüfter zum Einsatz, die die erwärmte Luft im Gehäuse verteilen, sondern ein Radiallüfter mit einem Durchmesser von 65 mm, der die erwärmte Luft aus dem Gehäuse pustet. Welche Kühllösung am Ende die bessere Alternative darstellt, klären wir dann im Messabschnitt des Reviews. An der Slotblende befinden sich zwei DVI-Ausgänge, zudem gibt es noch jeweils einen HDMI- und einen Display-Port-Ausgang. Die Öffnung für die Abluft fällt allerdings ziemlich klein aus, ist diese ausreichend um die gesamte Warmluft vom Grafikchip zu entfernen? Auf der Oberseite der Grafikkarte befinden sich zwei 6-Pin Stromanschlüsse, damit kann die GTX 760 zusammen mit dem PCIe-Slot nun maximal 225 Watt aufnehmen.

Schraubt man die schwarze Plastikkappe einmal ab, kommt die Kühllösung der GTX 760 zum Vorschein. Die Platine der Grafikkarte ist überraschend klein, der Kühler vergrößert die Maße der Grafikkarte deutlich. Anders als bei MSI kommt hier kein großes Gebilde aus Heatpipes zum Einsatz, der Grafikchip wird von einer großen Kupferplatte bedeckt auf der einige Kühllamellen aus Aluminium sitzen. Der Grafikspeicher muss ohne Kühlung auskommen, dafür werden die Spannungswandler von einem hohen Kühlkörper aus Aluminium bedeckt.

Nachdem alle Kühlkörper entfernt wurden, können wir einen Blick auf die Platine werfen. Hier wurde eine 6-phasige Stromversorgung verbaut. Wir gehen davon aus, dass die kleinen Spannungswandler für den Speicher und die vier großen Blöcke für den Grafikchip zuständig sind. Der Grafikspeicher wird ebenfalls wie bei der R9 280 von Hynix zugeliefert. Oben links im Bild kann man die Anschlüsse für die SLI-Bridges sehen. Die GTX 760 ist der kleinste aktuelle Grafikchip aus dem Hause Nvidia der SLI unterstützt.

Die Testumgebung

Alle Grafikkarten werden in einem offenen Testaufbau auf Performance, Leistungsaufnahme, Temperaturen sowie Lautstärke getestet. Als Grafiktreiber nutzten wir die Version 337.88 WHQL von Nvidia und den Catalyst 14.4 von AMD.

Das Testsystem:

CPU: Intel Core i5-3470 @ 4,0 GHz
CPU-Kühler: Scythe Mugen 4 PCGH-Edition
Mainboard: Asrock Z77 Extreme4
Arbeitsspeicher: 2x 4GB G.Skill Sniper DDR3-1600 CL9-9-9-24
Grafikkarte: Siehe Test
SSD / Festplatte: Samsung 840 Evo 500GB
Netzteil: Seasonic X850
Bildschirm: BenQ G2220HD
Sonstige Hardware: Asus Xonar DGX

Die CPU konnte mit Hilfe des Z77-Mainboards moderat übertaktet werden und ist stark genug für alle aktuellen Grafikkarten. Das Mainboard unterstützt sowohl SLI als auch Crossfire, sodass wir diese - falls möglich - nutzen werden. Für die Messung des Schalldrucks verwenden wir das Schallpegel-Messgerät Voltcraft SL-100, welches den Schalldruck ab 30 dB(A) misst. Die Messung findet dabei aus einer Entfernung von 50 cm zur Quelle statt. Als Energiekosten-Messgerät kommt ein Profitec KD302 zum Einsatz, die angegebenen Werte werden an der Steckdose gemessen. Die Temperaturmessungen wurden bei einer Raumtemperatur von sonnigen 26°C durchgeführt.

Overclocking

Die Taktraten:
Bevor wir mit dem üblichen Overclocking beginnen, schauen wir uns einmal die Taktraten der Grafikkarten in unseren Spielebenchmarks an. Die MSI R9 280 boostet maximal mit 972 MHz, die Palit Geforce GTX 760 ist mit 1032 MHz Boost angegeben. Diese Taktraten erreichten wir in Spielen:

GPU-Taktraten MSI R9 280 Palit GTX 760
3DMark Firestrike 972 MHz 1071 MHz
Thief 972 MHz 1084 MHz
Battlefield 4 972 MHz 1097 MHz
Hitman: Absolution 972 MHz 1097 MHz
Sleeping Dogs 972 MHz 1031 MHz
Far Cry 3 972 MHz 1058 MHz
Unigine Heaven 972 MHz 1071 MHz
Metro: Last Light 972 MHz 1032 MHz
Batman: Arkham City 972 MHz 1045 MHz
Bioshock Infinite 972 MHz 1058 MHz

Während die MSI R9 280 stoisch bei der vorgegebenen Taktrate bleibt gibt es bei der GTX 760 einige Unterschiede. Die vorgegebene Taktrate wird immer erreicht, aber die Karte boostet in den meisten Spielen deutlich höher, bis zu 1097 MHz. Wir empfehlen das Powerlimit per MSI Afterburner zu erhöhen, so werden die Taktraten in allen Spielen auf durchgehend 1097 MHz gehalten.

Overclocking:
Bevor wir mit den eigentlichen Spieletests starten, schauen wir uns einmal das Übertaktungspotential der Grafikkarten an. Wir beginnen mit der MSI R9 280, diese ist schon von Werk aus moderat übertaktet. Der Chiptakt der R9 280 beträgt 933 MHz im Boost, MSI erhöhte diesen von Werk aus auf 972 MHz, ließ den Speichertakt von 1250 MHz aber unangetastet.

Die Hersteller-Tools

Das Ergebnis begeistert auf ganzer Linie. Wir mussten zwei Übertaktungsprogramme nutzen, da fast alle Balken im MSI Afterburner bis zum Anschlag geschoben wurden. Wichtig ist es, das Power-Limit zu erhöhen, denn sonst boostet die Grafikkarte unter Umständen nicht so hoch wie sie eigentlich könnte. Die GPU-Voltage konnten wir bei der MSI R9 280 leider nicht freischalten, der Balken bei Sapphire Trixx dient nur zur Zierde, da eine Verringerung der Voltage keinen Effekt mit sich brachte. Kommen wir nun zu den Übertaktungsergebnissen: Statt einem Boost-Takt von 972 MHz konnten wir die Karte auf satte 1180 MHz im Boost bringen (+21,4 %). Gegenüber einer normalen R9 280 bedeutet das sogar eine Steigerung von 26,5 %. Auch der Grafikspeicher zeigte sich taktfreudig und lies sich auf satte 1630 MHz bringen (+30,4 %). Insgesamt ist das ein sehr gutes Ergebnis, überraschend ist dies jedoch nicht, da schon die älteren Radeon HD 7950 und HD 7950 Boost sehr beliebt bei Übertaktern waren.

Kommen wir zur Palit Geforce GTX 760. Schon der Kühler basierte weitestgehend auf dem Referenzdesign, bei den Taktraten beließ es Palit ebenfalls bei dem Referenztakt. So boostet die Grafikkarte in Spielen offiziell auf 1032 MHz, der Speichertakt liegt bei 1502 MHz. Dann schauen wir einmal wie weit wir die Grafikkarte übertakten konnten:

MSI Afterburner

Ganz so taktfreudig wie die R9 280 von MSI ist die GTX 760 nicht. Aus dem Grafikchip konnten wir maximal 1148 MHz heraus quetschen (+11,1 %), der Grafikchip ließ sich auf 1792 MHz überreden (+19,3 %). Insgesamt wird das Ergebnis deutlich von der AMD R9 280 in den Schatten gestellt, diese macht hier das Rennen. Nun sehen wir uns einmal die realen Taktraten in den Benchmarks an:

GPU-Taktraten MSI R9 280 Palit GTX 760
3DMark Firestrike 1180 MHz 1228 MHz
Thief 1180 MHz 1137 MHz
Battlefield 4 1180 MHz 1228 MHz
Hitman: Absolution 1180 MHz 1228 MHz
Sleeping Dogs 1180 MHz 1137 MHz
Far Cry 3 1180 MHz 1150 MHz
Unigine Heaven 1180 MHz 1228 MHz
Metro: Last Light 1180 MHz 1150 MHz
Batman: Arkham City 1180 MHz 1202 MHz
Bioshock Infinite 1180 MHz 1176 MHz

Auch hier bleibt die MSI R9 280 bei der Vorgabe und hält den Boost-Takt in jedem Spiel durchgehend. Anders sieht es bei der Palit GTX 760 aus, diese boostet sogar bis zu 1228 MHz, kann den Takt aber nicht in jedem Spiel halten. Da hilft auch die Erhöhung des Powerlimits nichts.

Die Benchmarks

3DMark Firestrike
Beginnen wir nun mit den Spielebenchmarks: Wie schon im Intro beschrieben, haben wir einige Veränderungen vorgenommen. Beim 3DMark Firestrike nutzen wir nun den Graphics Score anstatt den Gesamtscore. So werden die Unterschiede zwischen den Grafikkarten besser hervorgehoben. Im Firestrike kann sich die AMD R9 280 deutlich vor die GTX 760 von Nvidia setzen. Diese liegt eher auf dem Niveau einer R9 270X und ist so im Schnitt etwa 20 Prozent langsamer als die Konkurrenz von AMD.

Thief
Bei Thief nutzten wir den im Spiel integrierten Benchmark. Die AMD-Grafikkarten werden nun auch mit Mantle getestet. Die Grafikschnittstelle ist auf Grafikkarten mit Nvidia-Chip nicht lauffähig, da diese Technik bis jetzt AMD-exklusiv ist. Auch in dem Spiel Thief hat die GTX 760 keine Chance gegen AMDs R9 280. Diese kann mit Mantle zudem noch einige Prozentpunkte gut machen und liegt mit Overclocking und Mantle satte 26,5 % vor der Version mit DirectX 11 und ohne Overclocking.

Battlefield 4 DX11
Battlefield 4 haben wir mit DirectX 11 gebencht, auch hier ist Mantle natürlich nicht mit Nvidia-Grafikkarten lauffähig. Als Testumgebung nutzen wir eine größere Map am Anfang der Kampagne. In Battlefield 4 kann sich die R9 280 nur noch knapp vor die GTX 760 setzen. Erstaunlich ist die Leistung der kleineren R9 270 und 270X, diese können problemlos mit den größeren Karten mithalten.

Hitman: Absolution
Für Hitman: Absolution nutzten wir den im Spiel integrierten Benchmark. Auch hier geht der Punkt ganz klar an die Grafikkarte von AMD, die Geforce GTX 760 ist chancenlos. Diese kann nur mit reichlich Übertaktung an die Konkurrenz von AMD anschließen.

Far Cry 3
Für Far Cry 3 nutzten wir einen weitläufigen Bereich im Dschungel. In diesem Spiel kann die GTX 760 punkten, damit kann sie sich nun vor die R9 280 setzen und überholt mit Übertaktung sogar die R9 280X.

Metro: Last Light
Metro: Last Light haben wir nun neu im Benchmark-Parcours integriert. Für die Benchmarkwerte nutzten wir den im Spiel integrierten Benchmark. In den nächsten Grafikkarten-Tests werden wir noch weitere Vergleichswerte mit einbringen. Auch Metro geht wieder einmal klar an die R9 280, die GTX 760 kann nur mit Übertaktung mithalten.

Batman: Arkham City
Batman: Arkham City ist nun ebenfalls neu in diesem Benchmark-Parcours aufgenommen. Auch hier nutzten wir den im Spiel integrierten Benchmark. Dieses Spiel liegt der Grafikkarte von Nvidia sehr gut, sie kann sich in diesem Bench sogar vor die übertaktete R9 280 setzen, trotz deren satter Übertaktung.

Bioshock Infinite
Bioshock Infinite ist ebenfalls neu hinzugekommen. Auch hier nutzten wir den im Spiel integrierten Benchmark. Hier bietet sich wieder das alte Bild: Die R9 280 setzt sich vor die GTX 760 und überflügelt diese dann mit der starken Übertaktung.

Die Temperaturen

Nach den ganzen Benchmarks schauen wir uns noch einmal die Temperaturwerte der Grafikkarten an. Wir möchten noch einmal auf die bei dem Test vorherrschende Raumtemperatur von 26°C hinweisen. Die Temperaturwerte unserer Testkandidaten sollten in kühleren Räumen also noch deutlich besser ausfallen.

Die Temperaturen im Idle stellen keinen Grund zur Besorgnis dar, in den Spielebenchmarks hat die MSI R9 280 die Nase vorne. Ohne Overclocking kann man die Lüfterkurve selbst im Sommer noch etwas anpassen und die Grafikkarte damit noch ein wenig leiser machen. Die Palit Geforce GTX 760 liegt gerade noch im grünen Bereich. Im Furmark bekommen es beide Grafikkarten mit der Übertaktung sowie den sommerlichen Außentemperaturen zu tun. 88°C und 89°C sind für unsere Begriffe etwas zu hoch, aber wer spielt schon den ganzen Tag Furmark?zwinkern Im Alltag wird man diese Werte nie erreichen.

Lautstärke und Stromverbrauch

Nach den Temperaturen sind natürlich auch die Leistungsaufnahme sowie die Lautstärke interessant, die wir uns direkt mal anschauen:
Die Lautstärke wurde im offenen Testaufbau aus einer Entfernung von 50 cm zur Schallquelle gemessen, im geschlossenen Gehäuse sollten die Grafikkarten noch etwas leiser sein. Um die Werte besser interpretieren zu können haben wir erstmals eine tabellarische Einordnung der Geräuschkulisse vorgenommen. So sollten die ermittelten Werte besser nachvollziehbar sein.

Bis 32,9 db(A) Unhörbar leise bis sehr leise
Von 33,0 bis 34,9 db(A) Leise bis leicht hörbar
Von 35,0 bis 39,9 db(A) Hörbar bis deutlich hörbar, die Komponente sollte aus einem geschlossenen Gehäuse herauszuhören sein
Ab 40 db(A) Störend laut

Während die MSI R9 280 im Idle erfreulich leise ist, nervt die Palit GTX 760 mit dem brummenden Lüfter. Auch das Messgerät ist dieser Meinung und bescheinigt der Grafikkarte mit Abstand das schlechteste jemals von uns gemessene Ergebnis. Belastet man unsere Testkandidaten nun mit Spielen, werden beide Grafikkarten deutlich hörbar. Während sich die MSI R9 280 gerade noch im Rahmen hält, ist die Palit GTX 760 schon viel zu laut, mit knapp 50 Dezibel bestätigt dies auch das Messgerät.

Im Furmark können beide Karten nicht mehr überzeugen, Werte jenseits der 50 Dezibel sind viel zu laut. Um die Lautstärke der beiden Grafikkarten zu verdeutlichen, haben wir jeweils Videos zur Lautstärke der beiden Karten gemacht:

Video abspielenMSI Radeon R9 280 Gaming Lautstärke Video abspielenPalit Geforce GTX 760 Lautstärke

Die nachfolgenden Angaben wurden einem Energiekosten-Messgerät an der Steckdose entnommen. Der reale Wert dürfte demnach noch etwas niedriger sein.

Obwohl die Geforce GTX 760 auf der mittlerweile überholten Kepler-Generation basiert, kann sie sich hinsichtlich der Energieffienz vor die R9 280 setzen. Diese wird insbesondere mit Overclocking zum Schluckspecht und überholt im Furmark selbst ein Crossfire-System auf zwei Radeon R9 270X.

Vorfazit / Kaufempfehlung

Nach dem umfangreichen Test beider Grafikkarten neigt sich nun Teil 1 unserer Serie dem Ende zu. Zuerst möchten wir die Frage aus dem Intro aufgreifen: "Welche Grafikkarte wird am Ende das Rennen machen?" Schon bei dem Vergleich der technischen Daten konnten wir einen Vorteil für AMD erkennen, die R9 280 war nicht nur technisch überlegen, sondern auch noch günstiger als die Geforce GTX 760 von Nvidia. Die Spielebenchmarks bestätigten diese Vermutung, im Schnitt kann sich die Radeon R9 280 deutlich vor die GTX 760 setzen. Beeindruckt hat uns das hohe Übertaktungspotential der AMD-Grafikkarte, wofür AMD unseren Overclocking-Award erntet. In Sachen Preis-/Leistung liegt die Radeon R9 280 ganz weit vorne, aktuell erhält man hier wohl das beste Preis-/Leistungsverhältnis aller erhältlichen Grafikkarten auf dem Markt. Die Geforce GTX 760 sieht in dieser Disziplin kein Land und kann sich nur bei der Energieeffizienz vor die R9 280 setzen. Dies ist auch dessen einziger technischer Schwachpunkt, der Grafikchip von AMD ist schon seit Anfang 2012 auf dem Markt erhältlich, dementsprechend gibt es schon deutlich energieeffizientere Grafikkarten.

Im Teil zwei des Praxistests ging es zuerst um die Temperaturwerte. Angesichts der sommerlichen Raumtemperaturen hatten beide Testkandidaten gut zu tun und bekamen insbesondere im Furmark Probleme. Wer von diesem Programm allerdings die Finger lässt, erhält bei der MSI Gaming den deutlich besseren Kühler. Dessen Kühlreserven kann man für eine flachere Lüfterkurve nutzen, so bleibt die Grafikkarte dann auch im Sommer bei Spielelast angenehm leise. Überhaupt nicht leise ist das Kühldesign der Palit Geforce GTX 760. Der Lüfter rumort schon im Leerlauf sehr deutlich und ist dabei so laut, dass man die Grafikkarte schon nach ein paar Minuten am liebsten aus dem PC reißen möchte. Falls es unbedingt eine Geforce GTX 760 sein muss, dann sollte man besser auf andere Kühldesigns zurückgreifen.

Insgesamt ist die AMD Radeon R9 280 der Nvidia Geforce GTX 760 in fast allen Punkten deutlich überlegen, letztere kann sich nur in Sachen Energieeffizienz behaupten. So fällt unser Urteil eindeutig aus: Planen Sie einen Kauf in der Preisklasse bis 200 Euro, führt kein Weg an AMD vorbei.

MSI Radeon R9 280 Gaming 3G

Hendrik Engelbertz

Siehe Text im Punkt "Kaufempfehlung".

  • Positiv
  • Größe des Vrams
  • Großzügiger Lieferumfang
  • Großer Spielraum für Overclocking
  • Im Performance-Index deutlich vor der GTX 760
  • Preis-/Leistung sehr gut
  • Erreichte Temperaturwerte unter Spielelast
  • Im Leerlauf sehr leise
  • Neutral
  • Negativ
  • Energieeffizienz / Leistungsaufnahme könnte besser sein
  • Mit Übertaktung im Furmark überfordert
  • Könnte unter Last leiser sein

Palit Geforce GTX 760

Hendrik Engelbertz

Siehe Text im Punkt "Kaufempfehlung".

  • Positiv
  • Ordentliche Spieleleistung
  • Höhere Taktraten als vom Hersteller angegeben...
  • Neutral
  • Negativ
  • ...welche aber nur mit Erhöhung des Powerlimits einigermaßen stabil gehalten werden kann
  • Viel zu lauter Lüfter
  • Preis-/Leistung

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