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  • Donnerstag, 24. September 2020
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Tesoro Excalibur

Tesoro Excalibur: Dank Kailh zum König?

Einleitung

Das im Jahr 2011 gegründete US-amerikanische Unternehmen Tesoro hat sich selbst das Ziel gesetzt, einzigartige, speziell auf Spieler abgestimmte PC-Peripherie zu Entwickeln. Unter dem Motto Break the Rules inspiriert sich der Hersteller selbst dazu, seinen Horizont bei der Produktentwicklung fortwährend zu erweitern und zu verbessern, um sich dadurch stetig übertreffen zu können. Demnach folgt man auch dem aktuellen Trend bei mechanischen Tastaturen und bietet dem interessierten Anwender ein breites und tiefes Sortiment an. Auch bei den Tastenmodulen legt Tesoro Wert auf eine große Auswahl und verwendet in seinem Produktportfolio neben den bekannten und beliebten Cherry MX-Switches auch Schalter aus dem Hause Kaihua Electronics, besser bekannt unter der Bezeichnung Kailh an.

Mit der Tastatur zieht Tesoro offensiv und selbstbewusst mit einer Kailh-Switches ausgestatteter Tastatur auf das gnadenlose Schlachtfeld im wichtigen Preisbereich bis 100 Euro, welche zusätzlich mit einer blauen LED-Hintergrundbeleuchtung bestückt wurde. Ob es die auf den ersten Blick recht puristisch wirkende Excalibur schafft ihrem Namen gerecht zu werden, wird nachfolgend unser ausführlicher Test klären.

Viel Spaß beim Lesen!

Lieferumfang

Die auf den ersten Blick recht düster wirkende Verpackung wurde dezent mit den Farben des Herstellers ergänzt und erhält dadurch einen sehr hohen Wiedererkennungswert. Die für Tesoro typische schwarz-lila gehaltene Farbgebung der Verpackung wurde auf der Vorderseite um das Herstellerlogo, die Tastatur selbst und dem Abbild des Namensgebers ergänzt. Auffällig ist an dieser Stelle auch, dass auf dem Schwert das Herstellerlogo eingearbeitet wurde. Allem Anschein nach wird hier dem potenziellem Interessenten eine hohe Qualität des Produktes suggeriert, schließlich handelt es sich hierbei um die Waffe des Königs höchstpersönlich. Abgerundet wird die Vorderseite von der Aufzählung der umfangreichen Ausstattung um welche die Tastatur erweitert wurde. Auf der Rückseite wird ausführlich auf die Beleuchtung selbst, sowie die Bedienung der selbigen eingegangen. Etwas deplatziert an dieser Stelle scheint die Erklärung der Rutschsicherung, da der Rest der Rückseite vorwiegend der Beleuchtung gewidmet wurde.

Nach dem Öffnen der Verpackung und dem anschließenden Entfernen der Schutzfolie, zeigt sich uns endlich die Excalibur. Der erste Eindruck der Verpackung scheint sich zu bestätigen, haben wir hier etwa wirklich einen waschechten Puristen vor uns? Neben der Tastatur selbst gesellt sich lediglich ein Produktheft, welches zu unserer Verwunderung ausschließlich über andere Tastaturen des Herstellers informiert, mit in die Verpackung. Sollte der potentielle Käufer seinen Kauf denn wirklich so schnell bereuen? Ehrlich gesagt wussten wir in diesem Moment nicht ganz genau was wir von dem nicht vorhandenen Zubehör halten sollten. Zumindest eine Handballenauflage hätten wir in diesem Moment erwartet um dem Anwender in sämtlichen Lebenslagen ein hohes Maß an Komfort bieten zu können. Ein Keycap Puller für Technikinteressierte wäre an dieser Stelle sicherlich ebenfalls eine nette Zugabe gewesen. Werden die Regeln von Tesoro bereits an dieser Stelle konsequent gebrochen?

Technische Daten

Selbst der unbegabteste Schmied ist sich der Tatsache bewusst, dass die äußere Erscheinung nur in geringem Maße Auskunft über die Beschaffenheit und Güte eines Schwertes geben kann. Jedoch kann sie ein Indikator für die technischen Details sein, die wir uns jetzt einmal genauer zu Gemüte führen möchten.

Abmessungen (L x B x H): 450 mm x 145 mm x 24 mm
Layout: 105 DE-ISO
Zusatztasten: -
Gewicht:
1212 g
Kabel: 1,55 m, USB 2.0
Schalter:
Kailh Red (Blue/Brown)
Key Rollover: 6KRO/NKRO
Tasten: Zylindrisches Profil aus ABS-Kunststoff, Beschriftung per Laser cut-Verfahren
Ausstattung: Makro-Profile, Medien-Funktionen, Gaming-Modus
Beleuchtung: Blaue LED-Hintergrundbeleuchtung, Beleuchtungsmodi
Preis: 79 Euro
Preisvergleich:
Geizhals Deutschland

Tastatur im Detail

Das komplett in schlichtem Schwarz gehaltene Gehäuse der Tastatur wurde zusätzlich von Tesoro um zwei optische Auffälligkeiten ergänzt. Dezent platziert befindet sich das Unternehmensmotto gut leserlich zwischen dem Funktionsblock und den Pfeiltasten. Die Status LEDs wurden in Form des Unternehmenslogos gehalten, dass durchaus zu gefallen weiß. Direkt darüber runden das originale Logo samt Schriftzug den separat angelegten Block auf der Tastatur ab. Leider wurden die Spaltmaße hier nicht sauber eingehalten, wie die Beleuchtung der LEDs unweigerlich verrät. Dieser Trend setzt sich bei dem Gehäuse weiter fort. Die Spaltmaße verlaufen an den Außenkanten und am Anschlusskabel nach innen. Immerhin weiß die Haptik der Tastatur einen guten Eindruck zu hinterlassen. Überrascht waren wir über die wenigen Details die Tesoro über die Tastatur verrät, die meisten Angaben klären nur über die Beleuchtung, Makro-Funktionen und die verwendeten Kailh-Switches auf. Detailliertere Angaben über die allgemeinen Daten der Tastatur vermissten wir an dieser Stelle sehr.

Die Verwindungssteifigkeit führt den durchschnittlichen Eindruck der Verarbeitung leider weiter fort. Trotz ihrer 1212 g Gewicht schneidet die Excalibur an dieser Stelle eher durchwachsen ab. Selbst bei leichtem Druck gibt die Tastatur zu unserer Überraschung teilweise stark nach. Werksseitig sind auf der Unterseite vier Rutschsicherungen angebracht. Letztere wurden auch den Verstellfüßen von Haus spendiert. Während unseres Tests konnte uns auch die Rutschfestigkeit leider nur teilweise überzeugen. Letztere geht durchaus in Ordnung und lässt sich im liegenden Zustand nicht einfach unbeabsichtigt verschieben. Erst durch einen leicht kontrollierten Druck lässt sie sich komfortabel in eine neue Position rücken. Angestellt allerdings, lässt sich eine Änderung nicht mehr ohne weiteres umsetzen, da die Excalibur sonst ohne Vorwarnung in ihre Ausgangsposition zurückkehrt.

Tesoro Excalibur Verstellfuß

Die Excalibur setzt auf das klassische 105 DE-ISO Layout und wirkt wie wir bereits festgestellt haben bis auf zwei optische Ausnahmen, wie eine gewöhnliche Standard-Tastatur. Durch den anatomisch geformten Tastenanstieg bedingt, zeigen die oberen Tastanreihen näher zum Anwender als die Unteren. Da die meisten Tastenanschläge auf den mittleren Tastenreihen getätigt werden, bietet diese Anordnung eine optimale Bewegungsfreiheit bei der Bedienung und einen sehr guten Halt auf den Tasten selbst.

Auf zusätzliche Makro- und Medien-Tasten verzichtet Tesoro bei der Tastatur komplett, kommt aber mit einer alternativen Ausstattung daher. Um die Bauweise der Tastatur beibehalten zu können, finden die fünf Makro-Profile sowie die Medien-Tasten auf den Funktionstasten Anwendung. Über die Tastenkombination FN + F8 bis F12 lassen sich so die entsprechend gespeicherten Profile aufrufen. Mit der Kombination FN + der Tasten F1 bis F6 lässt sich komfortabel der Media Player bedienen. Um den Gaming-Modus zu aktivieren, um nicht unvorhergesehen aus einer Spiele-Session gerissen zu werden, bedarf es das Ausführen der FN + Druck Taste. Dadurch werden sämtliche Windows-Tasten außer Gefecht gesetzt. Der Key Rollover Modus wird wahlweise mit der FN + der auf dem Funktionsblock befindlichen Tasten Einfg und Entf ausgewählt. Auf der Taste Einfg befindet sich die Zahl 6, die entsprechend das 6KRO aktiviert. Die Taste Entf beinhaltet den Zusatz N der dem Anwender die Möglichkeit gibt, beliebig viele Tastenbetätigungen gleichzeitig ausführen zu können. Das N steht in diesem Falle für beliebig viele Tastenanschläge und stellt mit NKRO das absolute Optimum dar. So Vorbildich es ist, dem Anwender zwischen dem Key Rollover Modus wählen zu lassen, so nachteilig ist in diesem Fall die Umsetzung. Wir staunten nicht schlecht als die Beleuchtung nach dem Umstellen unweigerlich ihren Dienst quittierte und die Tastatur über einen Zeitraum von mindestens sieben Sekunden keine Eingaben mehr ausführte. Teilweise wird die Tastatur auch erst automatisch wieder neu installiert bevor neue Eingaben registriert werden. In diesem Fall wäre es unserer Auffassung nach klüger gewesen, auf diesen Komfort zu verzichten und der Tastatur nur den NKRO Modus zu spendieren. Die Polling-Rate lässt sich nicht verstellen und arbeitet zu unserer Zufriedenheit mit konstanten 1000 Hz.

Neben den Makro-Profilen selbst gehört natürlich die blaue LED-Hintergrundbeleuchtung der Excalibur mit zur umfangreichsten Ausstattung. Um Licht ins Dunkel zu bringen, wurden mittig und oberhalb eines jeden Schalters die dafür notwendigen LEDs vorbereitet. Nachteilig an diesem für mechanische Tastaturen mittlerweile standardisiertem Verfahren, gestaltet sich die Leuchtstärke unterhalb des Tastenmodules. Wie erwartet fällt im Fall der Excalibur selbst bei maximaler Beleuchtung kaum bis gar kein Licht ein und lässt die Beschriftung vor allem bei Dunkelheit erschwert ablesen. Tesoro spendiert der Tastatur zudem einen überaus großzügig ausgefallenen Beleuchtungsmodus, der sich wie folgt staffelt:

  • Modus 1: Keine Beleuchtung
  • Modus 2: 50 % Beleuchtung
  • Modus 3: 100 % Beleuchtung
  • Modus 4: Pulsieren (Während der Eingabe 100 % Beleuchtung)
  • Modus 5: Gaming-Modus 1
  • Modus 5: Gaming-Modus 2

Die Steuerung der LED-Hintergrundbeleuchtung findet über die FN + die Tasten zwei und acht auf dem Nummernblock statt. Wie auf der Rückseite der Verpackung beschrieben, lassen sich die verschiedenen Beleuchtungsmodi komfortabel und einfach einstellen. Statt der sonst teilweise harschen Kritik unsererseits, können wir der Excalibur an dieser Stelle zu unserer Freude ein großes Lob aussprechen.

Tastenkappen

Aufgrund der Beleuchtung werden die Tastenkappen vollständig aus transluzentem ABS-Kunststoff gefertigt und die Beschriftung per Lasercut-Verfahren in den Kunststoff geschnitten. Die Form ist zylindrisch und die für den Auftragsfertiger iOne charakteristische, unterste Tastenreihe findet mit einer 6 U Leertaste und 1.5 U Modifier-Tasten ebenfalls auf der Excalibur Anwendung. Um möglichen Haarrissen im Werkstoff entgegenzuwirken wurde der Kreuzstempel der Tastenkappe verstärkt. Viel zu fett geraten ist jedoch der Font. Handelt es sich um ein S oder ist es doch die 5? Ist es eine eckige oder geschweifte Klammer? Gerade bei Dunkelheit wird dieser Umstand für Sichtschreiber zur umfangreichen Suchaktion. Die glatte Oberfläche der Tastenkappen erwies sich darüber hinaus während des Testzeitraums zudem als sehr anfällig für Hautfette.

Tesoro Excalibur Tastenkappen

Schalter

Auf den ersten Blick gleichen sich die Tastenmodule von Cherry und Kailh wie einem Ei dem anderen. Ursprünglich kam diese Variante als Kailh Yellow-Switch auf den Markt und wurde im Zuge der Produktpflege durch die Kailh Red-Switches ersetzt. Daher beherbergen alle erhältlichen Farben die gleiche Klick-Charakteristik wie ihre Zwillinge aus dem Hause Cherry, was immerhin dem Anwender gut zur Orientierung dienen mag. Man könnte nun einfach behaupten, dass es sich bei den Schaltern aus dem Hause Kaihua Electronics schlichtweg um eine Kopie handelt. Das Gefühl, dass diese vermitteln, ist aber durchaus etwas abweichend. Der Unterschied liegt vor allem in den Details der Feder- und Schalter-Charakteristik und ist beim Schreiben kaum spürbar. Der wohl auffälligste Unterschied ist unter anderem der nicht verwendete und vom Mitbewerber so aktiv beworbene Gold-Crosspoint-Kontakte. Bei dieser von Cherry patentierten Lösung treffen spezielle Dreieck-Kontakte über Kreuz und im rechtem Winkel absolut präzise aufeinander. Durch die aufwändige Gold-Platierung wird der elektrische Kontaktschluss selbstreinigend und damit zusätzlich dauerhaft sicher vor Korrosion geschützt. Dadurch soll eine unglaublich hohe Haltbarkeit und Zuverlässigkeit der Schalter ermöglicht werden.


Cherry MX-Red Kailh Red
Linear Linear
nicht spürbar nicht spürbar
2 mm ab Ausgangsposition
4 mm Hub gesamt
2 mm ab Ausgangsposition
4 mm Hub gesamt
nicht spürbar nicht spürbar
45 g 50 g
50 Millionen Anschläge 50 Millionen Anschläge

Die Besonderheit dieser Schalter liegt in ihrer schwachen Feder und der dadurch resultierenden geringen Betätigungskraft von lediglich 50 Gramm. Das Auslösen der linearen Tastenmodule erfolgt nach 2 Millimeter, der Gesamtweg beträgt 4 Millimeter. Der Druckpunkt selbst ist dabei nicht spürbar. Um eine höhere Stabilität der großen Tasten zu gewährleisten wurden diese zusätzlich mit Costar-Stabilisatoren ausgestattet. Zusätzlich bietet Tesoro die Excalibur neben der roten Ausführung hierzulande mit Kailh Blue und Brown-Switches an.

Abschließend weißen wir gerne auf unsere Erklärseite hin, auf der Sie detaillierte Informationen zu den häufigst verbauten Schaltern erhalten.

Beurteilung des Redakteurs

Die Tasten der Excalibur haben einen sehr angenehmen Abstand zueinander und sind alle sehr gut zu erreichen, was dem Anwender ein angenehmes Arbeiten und Spielen ermöglichen soll. Sowohl im flachen als auch im angewinkelten Zustand gestaltet sich das Arbeiten an der Tastatur als sehr angenehm und bequem. In der Praxis findet sich die Rutschfestigkeit der Tastatur, wie bereits erwähnt, leider im unteren Durchschnitt wieder.

Die Beurteilung des Schalters fiel uns zugegebener Maßen nicht sehr leicht. Dies ist vor allem dem Umstand geschuldet, dass der zuständige Redakteur die lineare Klick-Charakteristik des Schalters in Form des Cherry MX-Red selbst nutzt und ihre Eigenschaften sehr zu schätzen gelernt hat. Im direkten Vergleich fühlt sich der Kailh Red-Switch nicht ganz so direkt und präzise an wie der Zwilling von Cherry. Um keine Missverständnisse aufkommen lassen zu wollen, hierbei handelt es sich Gewiss um Meckern auf hohem Niveau. Das vermittelte Feedback wurde als sehr ausgeprägt und direkt wahrgenommen, gibt aber unserer Einschätzung nach im Vergleich zu dem Pendant von Cherry ein nicht ganz so präzises Feedback. Müsste man ihn der Familie der Cherry MX Tastenmodule zuordnen, so würde er sich zwischen der roten und der schwarzen Schalter Variante einordnen. Was negativ auffällt ist zuweilen die Akustik bei der Tastenbetätigung. Anstatt einem kurzen Anschlagsgeräusch bei der Tastenbetätigung, stellten wir ein regelrechtes Nachhallgeräusch fest das gerade beim Schreiben den Anwender schnell stören könnte. Spätestens hier hätten wir uns einen Keycap Puller samt passenden O-Ringen zur Reduzierung des Klickgeräusches im Lieferumfang gewünscht. Eine kurze Eingewöhnungsphase beim Umstieg auf eine mechanische Tastatur ist allerdings unerlässlich.

Die individuellen Eindrücke über die Schalter sind die subjektiven Erfahrungen des zuständigen Redakteurs und demnach nicht auf andere Anwender übertragbar.

Software

Um die fünf programmierbaren Profile zu nutzen, benötigt man die Software, die man sich selbstständig auf der Internetpräsenz des Herstellers herunterladen muss. Kurioserweise lässt sich, im Gegensatz zu bekannteren Tastaturen des Herstellers, diese lediglich auf der US-Website von Tesoro herunterladen.

Das Programm selbst wurde dabei auch in den Hersteller typischen Farben Schwarz und Lila gehalten. Die Funktion der Software beschränkt sich dabei auf das Aufzeichnen von Makros oder das Verändern der Tastenbelegung. Um Makros aufzuzeichnen oder die Tastenbelegung zu verändern, muss die gewünschte Taste per Mausklick markiert werden, danach ergibt sich dann die Möglichkeit das entsprechende Menü zu öffnen. Die Bedienung gestaltet sich selbsterklärend und das Menü ist sehr einfach und überschaubar gehalten. Um das entsprechende Profil anzuwenden, muss es auf den internen 512 KB Speicher abgespeichert und geladen werden. Die Umsetzung setzt leider eine längere Wartezeit von mindestens 45 Sekunden voraus, was unserer Meinung nach nicht mehr Zeitgemäß ist und einer Verbesserung bedarf. Einen weiteren Schnitzer erlaubt sich außerdem die Textausgabe. So lassen sich die Makros zwar korrekt aufzeichnen und auch die Tastenbelegung lässt sich unproblematisch programmieren, wiedergegeben wird der zuvor gespeicherte Text jedoch im ANSI Layout. Das wohl berühmteste Beispiel hierfür ist die oberste Buchstabenreihe die anstatt der bei uns beheimateten QWERTZ-Anordnung, die weit verbreitete QWERTY-Tastaturbelegung nutzt. Das größte Problem sind allerdings die Sonderzeichen, die oftmals auf einer anderen Taste untergebracht sind und so nur mit viel Mühe korrekt gepflegt werden können. Umlaute hingegen wurden zu unserem Überraschen ohne Fehler wiedergegeben. Zusätzlich wird dem Anwender die Möglichkeit gegeben die erstellten Profile zu exportieren, um sie so auf anderen PCs zu importieren und sie dort weiternutzen zu können.

Anti-Ghosting und Jamming

Da sich das Prozedere der nachfolgenden Inhalte bei jeder Tastatur gleicht, haben wir uns dazu entschieden hierfür auch eine Erklärseite anzufertigen, welche sich mit den Themen Anti-Ghosting und Jamming, Key Rollover sowie PS2 / USB und Polling-Rate auseinandersetzt. Im folgenden Abschnitt befassen wir uns ausschließlich um die Eigenschaften der getesteten Mecha.

Ghosting nennt man einen Effekt bei dem ein Tastendruck registriert wird, welcher vom Anwender gar nicht ausgeführt wurde. Wenn mehrere im Block liegende Tasten gleichzeitig gedrückt werden und eine benachbarte Taste zusätzlich registriert wird, nennt man diesen Effekt Ghost. Ghosting kommt nur äußerst selten vor und ist daher zu vernachlässigen. Da bei mechanischen Tastaturen im Gegensatz zu den günstigen Rubberdome Pendanten jede Taste ihren eigenen Schalter hat, ist hier Ghosting grundsätzlich sehr unwahrscheinlich. Der Begriff Anti-Ghosting wird sehr gerne von Herstellern als verkaufsförderndes Feature beworben. Anti-Ghosting wird oft mit Key Rollover verwechselt, obwohl beide nichts miteinander zu tun haben.

Key Rollover

Key Rollover (KRO) beschreibt die Fähigkeit einer Tastatur, mehrere Tastenanschläge gleichzeitig registrieren zu können. N-Key Rollover (NKRO) beschreibt die Fähigkeit, beliebig viele Tastenbetätigungen gleichzeitig registrieren zu können, was damit das absolute Optimum darstellt. Die meisten mechanischen Tastaturen bieten volles NKRO bei Anschluss über PS/2. Über den USB-Port angeschlossen bietet ein Großteil der Tastaturen dann zumindest noch 6KRO, was im Alltag mehr als ausreichend ist. In diesem Fall können dann sechs Primär-Tasten gleichzeitig gedrückt werden. Nicht mitgezählt werden die sogenannten Modifier-Tasten. Der 6KRO und NKRO Modus funktioniert bei der Excalibur tadellos. Leider deaktiviert das Umschalten die Tastatur, wie wir feststellen konnten, für mindestens sieben Sekunden. Teilweise wurde der Treiber auch automatisch neuinstalliert, was die Wartezeit weiter verlängerte.

PS2 / USB und Polling-Rate

In den meisten Fällen hat der Anwender die Möglichkeit seine Tastatur über PS/2 oder USB anzuschließen. PS/2 ist Interrupt-basiert, das heißt, die Tastatur meldet ein Ereignis selbstständig in Echtzeit an den Computer. Dadurch wird ein Interrupt ausgelöst und der Computer kann reagieren. Man spricht dabei von einer aktiven Eingabe. USB funktioniert im Gegenzug dabei im passiven Polling-Modus. Der Computer fragt beim Polling innerhalb eines gewissen Zeitabstands alle angeschlossenen Geräte ab, ob neue Informationen vorliegen. Dieser Zeitabstand ist in der Polling-Rate festgelegt. Dabei legt der Tastaturcontroller in einem Puffer alle anfallenden Ereignisse streng sortiert als ein Interrupt-Paket ab, das in der Größe aber nur über eine bestimmte Menge an Informationen verfügen kann. Um den USB zu einer größeren Menge gleichzeitig übertragbarer Tastaturereignisse zu überreden, werden dem Computer mehrere virtuelle Tastaturen simuliert. Somit ist über den USB zumindest ein annähernd echtes N-Key Rollover theoretisch möglich.

Daniel Figiel meint …

Daniel Figiel

Unabhängig von allen Legenden, Mythen und Sagen, die das Schwert betreffen, ist und bleibt es im Grunde eine einfache Hieb-und Stichwaffe. Im Falle der Excalibur gestaltet sich die Definition allerdings nicht ganz so einfach. Es handelt sich hierbei um eine Tastatur, die mit einer sehr umfangreichen Ausstattung und einem attraktivem Preis bis 80 Euro eine Vormachtstellung einnehmen könnte. Dabei steht sich die Tastatur durch ihre durchwachsene Verarbeitung größtenteils selber im Wege. Der Grundstein zu einem qualitativ hochwertigen Produkt setzt sich durch eine hohe Güte und Beschaffenheit der Ware zusammen, was wir bei der Excalibur an einigen Stellen vermissten. Die Verarbeitung der Tastatur zeigte insbesondere bei der Rutschfestigkeit und der Verwindungssteifigkeit größere Mängel, die unserer Meinung nach der Ausstattung zu schulden sind. Kleinere Ungenauigkeiten bei den Spaltmaßen und die hallende Geräuschkulisse bei den Tastenanschlägen untermauerten unseren Eindruck zusätzlich. Der Beleuchtungsmodi wusste hingegen voll und ganz zu überzeugen, ließ sich einfach und komfortabel bedienen und kommt auch ohne eine umfangreiche und frei programmierbare Beleuchtung einzelner Tasten aus. Die Software ist einfach und verständlich gehalten und lässt sich auch ohne Bedienungsanleitung selbsterklärend verwalten. Die Schwächen bei der Ausgabe, die dem genutztem Layout geschuldet sind, grenzen ihre Funktionalität dennoch stark ein.

Die Excalibur ist wieder einmal ein Paradebeispiel dafür, dass die Grenzen zwischen Ausstattung und Qualität eng aneinander liegen und im unteren Preisbereich nicht immer gut umzusetzen sind. Abschließend betrachtet hätte ein Verzicht auf die Makro-Profile und die Medien-Funktionen zu Gunsten einer höherwertigen Verarbeitung der Excalibur in jedem Fall besser gestanden, denn auch das ist die Basis eines hochwertigen Schwertes. Wer sich mit den angesprochenen Mängeln zufrieden geben kann und mehr Wert auf die Ausstattung legt, findet in der Excalibur definitiv eine interessante Tastatur mit langlebigen mechanischen Schaltern und einem guten Grundgerüst über deren Fehler man in diesem Falle hinwegsehen müsste.

  • Positiv
  • Komfortabel zu bedienende Software…
  • Gut umgesetzter Beleuchtungsmodus
  • Große Auswahl an Schaltern
  • Neutral
  • Negativ
  • …die Fehler bei der Textausgabe aufweist
  • Akustische Störgeräusche bei Tastenanschlägen
  • Unbefriedigende Rutschsicherungen
  • Unzeitgemäße Lade- und Speicherzyklen beim Wechseln des Key Rollover Modus und der Software
  • Verbesserungswürdige Verarbeitung

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