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Tech-Review.de

  • Samstag, 11. Juli 2020
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Super Flower Golden Green HX 450W

Super Flower Golden Green HX 450W: 80 Plus Gold im Test

Einleitung

Schaut man sich einmal beim Preisvergleichsportal geizhals.de die aktuellen Verkaufscharts der PC-Netzteile an, so befinden sich in der Top 10 fast ausschließlich Netzteile der Marke be quiet!. Zwar sind die Netzteile dieser Marke meistens von einer sehr guten Qualität, aber es wirkt so, als ob die Konkurrenz aktuell chancenlos wäre. Doch Stopp! Ganz so einfach gestaltet sich die Lage natürlich nicht, denn heute möchten wir eine sehr interessante Alternative zum Straight Power E9 des Herstellers be quiet! vorstellen – ein Super Flower Golden Green HX 450.

Das Super Flower Golden Green HX 450 besitzt ebenso wie die Straight Power-Reihe eine 80 Plus Gold Zertifizierung. Im Gegensatz zu vielen fremdgefertigten Netzteilen - zu dem auch das E9 gehört - fertigt Super Flower seine Netzteile noch selbst. Mit einem aktuellen Marktpreis von nur knapp 57,- Euro ist es satte 12,- Euro günstiger als ein vergleichbares Netzteil des Marktführers. Kann man für diesen Preis überhaupt eine vernünftige Qualität erwarten? Diese und weitere Fragen klären wir im Artikel. Zuletzt möchten wir auch die Lautstärke des Netzteils untersuchen, denn die meisten Konkurrenten des E9 patzen hier. Wir sind gespannt wie sich unser heutiger Testkandidat im Test schlägt.

Spezifikationen und Features

Jeder Hersteller möchte seine Produkte im möglichst guten Licht dastehen lassen und bewirbt diese dementsprechend. Wir haben uns daher als erstes auf der Website von Super Flower umgesehen, mit welchen technischen Details dieses Netzteil ausgestattet sein soll. Dabei sind uns folgende Punkte aufgefallen:

  • 80 PLUS Gold Zertifikation (87% 90% 87% Effizienz bei 20% 50% 100% Auslastung)
  • OVP (Überspannungsschutz) / OCP (Überstromschutz) / OPP (Überlastungsschutz) / SCP (Kurzschlussschutz) / UVP (Unterspannungsschutz)
  • umfassende Kompatibilität (u.a. ATX, EPS und BTX, sowie SLI und Crossfire-Support)

Eine deutsche Website konnten wir leider nicht ausfindig machen, der Vertrieb wird hierzulande von der Firma Caseking übernommen. Die 80 Plus Gold Zertifizierung besitzt dieses Netzteil tatsächlich, denn es lässt sich in Bereichen von 100 Volt bis 250 Volt betreiben. Die 80 Plus Zertifikation wird bei 115 Volt vorgenommen. Die Schutzschaltungen sind mit OVP, OCP, OPP, SCP und UVP weitestgehend vollständig, über ein Überhitzungsschutz (OTP) hätten wir uns allerdings ebenfalls gefreut. Schauen wir uns einmal die Herstellerinfos auf dem Produktkarton des Netzteils an:

Dort sind uns noch folgende interessante Eigenschaften aufgefallen:

  • DC-to-DC Technik
  • Hochwertige Polymerkondensatoren
  • 120 mm Silent Fan

Insbesondere die DC-to-DC Technik ist für uns von Bedeutung, hierbei können wir uns im hinteren Teil des Reviews auf eine gute Spannungsregulation freuen. Somit ist dieses Netzteil technisch auch für SLI- oder Crossfire-Systeme geeignet, womit der Hersteller auch wirbt. Der Lüfter soll eine Größe von 120 mm besitzen und "silent" sein. Diese Aussage haben wir bisher bei so ziemlich jedem Netzteil gefunden, eingehalten wird dies jedoch eher selten. Wir sind daher auf den Praxisteil sehr gespannt. Vorher nehmen wir aber einmal den Netzteilaufkleber unter die Lupe:

Super Flower setzt auf ein Single-Rail Design, mit 37 Ampere auf der 12 Volt Rail sollte es aber keine Probleme geben. Wir halten Single-Rail Designs mit vielen Schutzschaltungen bis maximal 50 Ampere auf 12 Volt für akzeptabel. Von den versprochenen 450 Watt gehen 444 Watt auf die 12 Volt Rail zurück, das ist ein hervorragender Wert.

Wenn die versprochenen Eigenschaften stimmen, dann dürften wir uns auf ein technisch interessantes und effizientes Netzteil freuen.

Äußeres, Lieferumfang und Kabelausstattung

Unser heutiger Testkandidat wird in einer Verpackung mit orange-schwarzen Elementen angeliefert. Die Details an der Seite haben wir schon auf der vorherigen Seite vorgestellt, daher kümmern wir uns einmal um die Vorderseite. Gut zu sehen ist das 80 Plus Gold-Logo, selbst eine Effizienz von mehr als 90% wird im Optimalfall versprochen.

Öffnet man nun den Produktkarton, fällt einem zuerst der Lieferumfang in die Hände. Dieser besteht aus einem Handbuch, einem Kaltgerätekabel und Gehäuseschrauben. Über Kabelbinder würde sich der Kunde ebenfalls freuen, diese befinden sich aber leider nicht im Lieferumfang.

Schauen wir uns nun das Netzteil an: Mit einer Länge von nur 14,5 Zentimetern bleibt es erfreulich kompakt, dank des Lüftergitters wirkt es fast quadratisch. Aufgrund der kompakten Abmessungen besitzt der Lüfter eine Größe von 120 mm, andere Mitbewerber in dieser Klasse verfügen auch über 140 mm große Modelle. Die Kabel besitzen einen blickdichten Sleeve, die Anschlüsse sind zudem farblich markiert. Etwas Kritik müssen wir an der Dicke der Kabel üben, diese sollten bei Netzteilen in dieser Klasse mit einem Durchmesser von 18 AWG bestückt sein. Bis auf zwei Ausnahmen besitzen auch sämtliche Kabel diesen Durchmesser, einzig bei den beiden PCI-E 6+2 Pin Anschlüssen für die Grafikkarte wurde gespart. Die kleinen 2-Pin Anschlüsse sind mit 22 AWG-Kabeln bestückt, welche sehr dünn sind. Bedenkt man, dass durch diese beiden Kabel satte 75 Watt umgesetzt werden können, ist der Durchmesser schon ziemlich optimistisch gewählt.

Die Kabelstränge im Detail

Bezeichnung der Kabel Kabel-Länge in cm
ATX 20 Pin + 4 Pin 57
CPU 4 + 4 Pin 67
PCI-E 6 + 2 Pin & 6 + 2 Pin 50 + 62
SATA + SATA + Molex + Molex 52 + 65 + 76 + 89
SATA + SATA + Molex 53 + 65 + 76

Die Kabellängen gehen für ein Netzteil in dieser Klasse in Ordnung. Erfreulich ist das lange CPU-Kabel.

Die Technik im Detail

Ein Hinweis vorweg:
Nicht nachmachen! Ihr begebt euch in Lebensgefahr wenn ihr ein Netzteil aufschraubt, des Weiteren geht die Garantie verloren!

Die Netzteilelektronik wird von Super Flower selbst gefertigt, hier kommt also keine Fremdfertigung zum Einsatz. Gut zu sehen ist die DC-to-DC Technik mit LLC-Resonanzwandlung auf der Sekundärseite. Des Weiteren ist uns aufgefallen, dass die einzelnen Komponenten im Inneren für ein 450 Watt starkes Netzteil sehr groß konzipiert wurden, das Innere dieses Netzteils würde auch 600 Watt starken Modellen gut stehen.

Beginnen wir mit der Eingangsfilterung auf der Primärseite: Hierbei befindet sich alles auf dem Haupt-PCB, eine Zusatzplatine wird nicht gebraucht. Insgesamt kommen drei X- und vier Y-Kondensatoren zum Einsatz, zudem gibt es zwei Spulen. Vor der PFC-Spule sitzt der Primärkondensator. Super Flower hat sich für ein Modell von CapXon entschieden, welches mit 330yF Kapazität bei einer Spannungsfestigkeit von 420 Volt und einer Temperaturfestigkeit von 105°C spezifiziert ist. Zwar sorgt der Name CapXon nicht für Begeisterungsstürme, bei der Primärseite drücken wir aber nochmal ein Auge zu.

Auf der Sekundärseite verstecken sich die DC-DC Wandler sowie die LLC-Resonanzwandlung auf einzelnen Zusatzplatinen. Bezüglich des Protection-ICs sind wir auf einen Controller mit der Bezeichnung LM32YADG gestoßen. Zu diesem Controller konnten wir keinerlei Informationen finden, daher müssen wir Super Flower mit den Angaben bezüglich der Schutzschaltungen vertrauen.

Auch Sekundär setzt Super Flower auf eher preiswerte Kondensatoren der Marke CapXon, wir konnten aber immerhin auch ein Modell der Marke Nippon Chemicon bei den Trafos ausmachen. Überraschend sind die Markierungen auf der Oberseite der Platine, angeblich kann die technische Plattform bis zu fünf 12V-Rails bereitstellen, wovon bei unserem Exemplar vier Rails bestückt wurden. Angegeben ist unser Testkandidat allerdings als Single-Rail Netzteil. Loben müssen wir an dieser Stelle einmal die Verarbeitungsqualität, die Kabelenden wurden mit einem Schrumpfschlauch versehen und auch sonst wirkt die Qualität sehr gut.

Der Lüfter stammt von Globe Fan. Hier kommt ein Gleitlagermodell zum Einsatz, welches maximal 2400 U/Min drehen kann. Wir sind gespannt, wie sich unser Testkandidat später in den Lautstärketests schlägt.

Die Analyse der Platine zeigt, dass das HX 450 tatsächlich nur eine Rail auf 12 Volt besitzt. Die Lötqualität ist in Ordnung, einzig im Bereich des Trafos wurde etwas unsauber gearbeitet.

Insgesamt ist die Qualität der verbauten Bauteile erfreulich. Dank der DC-DC Technik dürften wir eine sehr gute Spannungsregulation erwarten. Bei den Kondensatoren wurden zwar auf eher preiswerte Modelle gesetzt, angesichts der großen Dimensionierung und der fünf Jahre Garantie sehen wir hierbei keine Probleme.

Die Testumgebung

Der Test wird in einem offenen Testsystem durchgeführt, Gehäuselüfter fallen daher weg. Die Außentemperatur lag in diesem Test bei tropischen 26° Celsius.

CPU: Intel Core i5-3470 @ 4,0 GHz
CPU-Kühler: Scythe Mugen 4 PCGH-Edition
Mainboard: Asrock Z77 Extreme4
Arbeitsspeicher: 2x 4GB G.Skill Sniper DDR3-1600 CL9-9-9-24
Grafikkarte: Zotac Geforce GTX 480 Amp!
SSD / Festplatte: Samsung 840 Evo 500GB
Netzteil: siehe Test
Bildschirm: BenQ G2220HD
Sonstige Hardware: Asus Xonar DGX

Die Geforce GTX 480 stellt die Single-GPU Grafikkarte mit der höchsten Leistungsaufnahme dar. Hierbei ließe sich theoretisch eine Aufnahme von weit über 600 Watt generieren, aber selbst der gute Kühler von Zotac ist mit der Leistung überfordert, das vorläufige Maximum des Gesamtsystems liegt daher erst einmal bei ca. 520 Watt.

Die Leistungsaufnahme des Gesamtsystems haben wir mit Hilfe eines Profitec KD 302 gemessen. Hierbei haben wir folgende Lastszenarios generiert:

Test-Szenarien:
Szenario 1: Gesamtsystem im Idle
Szenario 2: CPU: Prime 95
Grafikkarte im Idle
Szenario 3: CPU im Idle
Grafikkarte: GPU-Voltage 950 mV, Chiptakt 500 MHz, Furmark
Szenario 4: CPU im Idle
Grafikkarte: GPU-Voltage 950 mV, Furmark
Szenario 5: CPU: Prime 95
Grafikkarte: GPU-Voltage 1013mV, Furmark

Die einzelnen Werte wurden entnommen, nachdem sich die Temperaturen der Komponenten einpendelten. Die Lautstärkemessungen wurden mit Hilfe eines Voltcraft SL-100 durchgeführt. Dabei wurde das Netzteil bestmöglich vom restlichen System getrennt. Das Schallpegel-Messgerät wurde in einem Abstand von 50 cm vom Lüfter positioniert. Die Messwerte zur Spannungsregulation wurden mit einem Voltcraft VC130-1 ausgelesen.

Die Effizienz

Nach der technischen Analyse schauen wir uns einmal die Praxiswerte an, wir beginnen bei der Effizienz des Netzteils:

Die Effizienz des Super Flower HX450 ist zweifellos in Ordnung, trotzdem liegt die Leistungsaufnahme immer etwas höher als bei vergleichbaren 80 Plus Gold Netzteilen. Dieses Problem trat bereits bei unseren Kollegen von der PC Games Hardware auf, in unserem Test kommt die hohe Raumtemperatur noch dazu. Die Komponenten des Testsystems (CPU, Grafikkarte usw.) erwärmen sich stärker und erzeugen daher eine höhere Leistungsaufnahme.

Die Spannungsregulation

Wie sieht es eigentlich mit der Spannungsregulation aus? Eine zu niedrige oder zu hohe Spannung kann Komponenten beschädigen oder das System instabil werden lassen. Die Grenzen der Diagramme stellen die ATX-Norm dar. Werte, die außerhalb des Diagramms liegen, liegen somit auch gleichzeitig außerhalb der ATX-Norm.

Die Spannungsregulation unseres Testkandidaten ist einfach hervorragend, so gute Werte haben wir bisher nur sehr selten gemessen. Hier bestätigt sich unsere Meinung in der Technikanalyse, das Netzteil besitzt wesentlich größere Reserven als es die angegebenen 450 Watt suggerieren.

Die Lautstärke

Ganz wichtig ist bei Netzteilen natürlich die Lautstärke. Bevor hier Fragen auftauchen wie ein PC denn ohne Netzteil betrieben werden kann: Wir haben hier das semipassive Seasonic 860W Platinum genommen und so weit wie möglich vom Schallpegel-Messgerät gelegt. Auch wenn der Lüfter in höheren Belastungen minimal aufdreht, sollte er vom restlichen System übertönt worden sein. Vorab eine kleine Definition zur besseren Einordnung:

Bis 32,9 db(A) Unhörbar leise bis sehr leise
Von 33,0 bis 34,9 db(A) Leise bis leicht hörbar
Von 35,0 bis 39,9 db(A) Hörbar bis deutlich hörbar, die Komponente sollte aus einem geschlossenen Gehäuse herauszuhören sein
Ab 40 db(A) Störend laut

Normalerweise kritisieren wir an dieser Stelle Netzteile, die unter Volllast zu laut werden. Bei dem Super Flower HX450 gestaltet sich die Sache hingegen etwas anders. Bei geringer Last könnte das Netzteil etwas leiser sein, auch wenn der Lüfter keinesfalls lautstarke Geräusche von sich gibt. Als "Silent" würden wir das Geräusch hingegen nicht bezeichnen. Erfreulich ist hingegen, dass sich die Geräuschkulisse unter Last nicht erhöht, so zählt das HX 450 zu einem der leisesten Netzteile die wir bisher messen durften. Wir haben das Geräusch einmal in Szenario 5 mit unserer Kamera aufgenommen:

Video abspielenSuper Flower Golden Green HX 450 Lautstärke

Hendrik Engelbertz meint …

Hendrik Engelbertz

Nachdem wir das Netzteil nun bei sommerlichen Temperaturen durch unseren Testparcours gescheucht haben, möchten wir nun ein abschließendes Urteil fällen. Das Super Flower Golden Green HX 450 hat uns insgesamt gut gefallen, denn es besitzt einige technische Eigenschaften über die das be quiet! Straight Power E9 nicht verfügt. Leider sind uns auch einige Sachen aufgefallen die wir bemängeln mussten.

Bei der Analyse der Kabel mussten wir die sehr dünnen 2 Pin-Anschlüsse an den PCI-Express Steckern bemängeln, hier sollten noch ein paar Cent investiert werden um auf der sicheren Seite zu sein und um Kabelbrände zu vermeiden. Insgesamt besitzen die Kabel jedoch eine ordentliche Länge. Bei der Technikanalyse sind uns die vergleichsweise preiswerten Kondensatoren aufgefallen. Diese sind aber für ein 450 Watt starkes Netzteil sehr groß dimensioniert worden, zudem entschädigt die lange Garantiezeit von fünf Jahren. Dank der DC-to-DC Technik durften wir uns über eine hervorragende Spannungsregulation freuen, das Netzteil besitzt aber noch einige Leistungsreserven. Die Effizienz lag etwas unter den Maßstäben der bisher getesteten 80 Plus Gold zertifizierten Netzteile, hier geben wir den hohen Raumtemperaturen eine Mitschuld. Der Lüfter des Netzteils könnte bei geringer Last etwas leiser sein, dreht aber selbst unter Volllast nicht auf. Somit ist das HX 450 deutlich leiser als viele Konkurrenten in dieser Preisklasse.

Insgesamt hat uns das Super Flower HX 450 gut gefallen. Mit einem Preis von etwa 58,- Euro gehört es zu den günstigen Netzteilen der Effizienz- und Leistungsklasse. Den Preis-/Leistungs-Award hat sich das Netzteil daher redlich verdient.

  • Positiv
  • Anzahl an Schutzschaltungen
  • Ordentliche Länge der Kabel
  • Großzügige Dimensionierung der verbauten Komponenten im Inneren
  • Spannungsregulation hervorragend
  • Länge der Garantie
  • Preis-/Leistungsverhältnis
  • Sehr leise bei hoher Last...
  • Neutral
  • Negativ
  • ...dafür bei geringer Last etwas zu laut
  • Durchmesser einiger Kabel zu dünn
  • Qualität der Kondensatoren könnte etwas hochwertiger sein
  • Effizienz liegt etwas unter den bisher getesteten 80 Plus Gold zertifizierten Netzteilen

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