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Tech-Review.de

  • Samstag, 23. Oktober 2021
Sapphire PURE CrossFireX PC-AM3RS890G

Sapphire PURE CrossFireX PC-AM3RS890G: 890GX-Chipsatz im Test!

Einleitung

ech-Review heißt hiermit das dritte Mainboard mit 890GX-Chipsatz, das in unseren Check gekommen ist, willkommen. In diesem Fall stammt es aus dem Hause Sapphire, welches eher für ATI-Grafikkarten, angeführt von der Vapor-X-Serie, bekannt ist. Auf den ersten Blick fällt das Mainboard nicht weiter aus dem Preis-, Ausstattungs- oder Feature-Schema der 890GX-Serie. Keine hundert Euro muss man bei der Anschaffung der ATX-Platine berappen. Die Ausstattung erstreckt sich von der integrierten Grafikkarte mit diversen Ausgängen bis zu einem Debug-LED-Display und natürlich SATA-Anschlüssen der dritten Generation. Die USB-Anschlüsse sind erstaunlicherweise noch eine Generation zurück.

Bei einem Crossfiremainboard sind zwei PCIe x16 Slots vorausgesetzt. Über diese verfügt die Hauptplatine als Besonderheit, angebunden sind die Slots im Kombibetrieb aber nur mit 8 Lanes, Chipsatzbedingt. Das Board stellt sich der harten Konkurrenz wie dem MSI 890GX und dem Gigabyte GA 890GPA-UD3H, die bei uns gute Ergebnisse einfahren konnten.

Die Features

Die wichtigsten Features:

  • Unterstützung aller aktuell erhältlichen AM3-Prozessoren
  • Dual Channel DDR3 Unterstützung
  • Crossfire-Unterstützung mit 8 Lanes auf beiden PCIe 2.0-Kanälen
  • 6 * SATA 6 GB/s mit RAID 0, 1, 0 + 1, 5
  • 1 * eSATA
  • 4 * USB extern 2.0
  • 8 * USB intern 2.0
  • 7.1 Sound über Realtek ALC 888 Codec, Analog via Klinke oder Digital via SPDIF
  • Radeon HD4290 mit:
    D-Sub
    DVI-D
    HDMI
    128 MB dediziertem Grafikspeicher
    700 MHz Takt
    40 Unified Shader
    DX 10.1
    Power-, Reset-, ClrCMOS-Schalter onboard
    Debug-Display mit Temperaturanzeige

In puncto Ausstattung kann man bei keinem Mainboard mit 890GX-Chipsatz die Revolution erwarten, besonders für unter hundert Euro. Die verschiedenen Buttons und besonders das kleine Display sind löblich. Man kann aber beanstanden, dass Sapphire nur vier externe USB-Anschlüsse verbaut. Dies ist in der heutigen Zeit zu wenig. Hinzu kommt, dass ihre Version nicht aktuell ist. Die Anschlüsse sind noch in der zweiten Version, also nicht der jetzigen Zeit entsprechend. Für USB 3.0 wird schlicht der Chip, in den die Konkurenz investiert, gespart. So übernimmt die SB850 die USBs, allerdings in verminderter Geschwindigkeit. Eine Erweiterung ohne zugekaufte Slotbelnde ist auch nicht möglich, denn es befindet sich keine im Lieferumfang.

Das kleine Debug-Display, unten in an- und ausgeschaltetem Zustand abgebildet, informiert den Besitzer beim Start über die Boot-Checks und danach über die Temperatur des Mainboards. Die Anzeige erfolgt immer zweistellig.

Der Lieferumfang

  • Das Mainboard
  • Handbuch "Quick Installation Guide"
  • Treiber-CD
  • I/O-Blende
  • PCIe-Switch-Card
  • Schwarzes IDE-Kabel
  • Spannungsadapter 4-Pin Molex -> SATA-Strom
  • Zwei schwarze SATA-Kabel

Der Lieferumfang ist umfangreich genug, um nichts zu vermissen. Die Anleitung zur Installation ist kurz gehalten, aber auf Deutsch und gut verständlich. Die PCIe-Switch-Card ist dazu da, um bei einem Nicht-CF-Betrieb im oberen Slot 16 Lanes nutzen zu können. Dafür muss man die Switch-Card in den unteren PCIe-Slot stecken. Diese ist dann leider belegt.

Das Layout

Schön am vorliegendem Layout ist, dass der CPU-Sockel etwas weiter nach unten rutscht, was mehr Platz unmittelbar über dem Prozessor-Kühler bedeutet. Die RAM-Slots halten auch einen genügend großen Abstand zur CPU. Was wir am Layout kritisieren, ist der PCIe x1-Slot unmittelbar unter dem PCE-e x16-Slot, welcher oft für Grafikkarten verwendet wird. Die Lösung wäre dann, die x1-Karte im unteren, blauen x16-Slot zu verwenden. Bei einem Crossfiresystem, was trotz der 8 Lanes sinnvoll ist, kann man das aber auch nicht mehr. Damit dieses Problem gar nicht erst auftritt, wäre die Platzierung des x1-Slots ganz oben optimal. Das Resultat wird oft ein Verzicht auf die x1-Karte sein.

Mit der beigelegten Switch-Card spart Sapphire aber leider Geld ein und kürzt einem einen Slot, wenn man peniblen Wert auf eine schnelle Grafikkartenanbindung legt. Das ist besonders ärgerlich, weil USB 3.0 immer wichtiger wird, das Mainboard dies aber nicht auf der Platine hat. Die Lösung ist eine Steckkarte, deren Verwendung aber durch wenig Slots und Sparmaßnahmen wie der Switch-Card immer komplizierter wird.

Ärgerlich können auch die SATA-Anschlüsse sein, da sie alle senkrecht auf dem Mainboard stehen. Ist eine große Grafikkarte verbaut, wird es eng, wenn man Festplatten an oder abschließen möchte ohne diese zu entnehmen.

Die Optik und Verarbeitung

Anders als die Verpackung ist das Mainboard deutlich bunter. Die Assoziation mit dem farbenfrohen Heißluftballon kann man verwerfen, denn die Farben sind dezent angebracht und nicht zu peppig. Neben der blauen Grundfarbe sind schwarze, weiße, silberne, rote und gelbe Nebenelemente verbaut. Alle Farben geben Information über den Aufbau des Boards, wie man an dem PCIe- und RAM-Slots sehen kann. Die Farben sind also nicht ohne Sinn und Zweck gewählt. Ferner sind Design und Verarbeitung stimmig. Was uns besonders gefällt, ist die Heatpipe, welche einen sehr aufwendigen und edlen Eindruck macht.

Die Kühlung

Neben der komplexen Heatpipekonstruktion rund um die Northbridge gibt es einen einzelnen Kühlkörper für die Southbridge. Die aufwendigeren Konstruktionen sind auch nötig, denn die Kühlkörper von North- und Southbridge erhitzen sich unter Volllast auf knapp 50°C, wobei der Kühler der Northbridge minimal kühler bleibt. Damit sind aber ihre Dimensionen sehr gut abgestimmt und erlauben auch bis zu einem gewissen Grad das Übertakten des Mainboards ohne Kühlerwechsel.

Das BIOS

Mit dem gewöhnten Pressen der Entfernen-Taste gelangt man in das AMI-Bios. Dieses ist leider nur in die Sprachen Englisch und Chinesisch einstellbar.

Bei den "Standard BIOS Features" kann man Uhrzeit, Datum, Sprache und die SATA-Anschlüsse konfigurieren.

In den erweiterten Einstellungen kann man dann Einstellungen zum BOOT-Vorgang vornehmen, aber auch Stromsparmechanismen für die CPU zuschalten.

Hier sieht man den Bildschirm, den man unter "Integrated Peripherals" erhält.

Auch zur IGP gibt es viel, das man an seine Bedürfnisse anpassen kann.

In dem Menü zum Übertakten kann man Spannungen und Frequenzen wählen. Leider aktualisiert sich das Menü nicht, wenn man den Referenztakt erhöht, sodass man sich den wirklichen Takt selber errechnen muss. Sehr schön sind die Features zum Arbeitsspeicher. Neben der Maximalfrequenz sind auch sämtliche Latenzen konfigurierbar.

Das Testsystem

  • Mainboard: Sapphire PURE CrossFireX PC-AM3RS890G
  • CPU: AMD Phenom II 965 Black Edition C3
  • Arbeitsspeicher: 2 * 2 GB Corsair Dominator DDR 3 (TW3X4G1600C9D)
  • Grafikkarte: ATI Radeon HD 3870 mit Xigmatek Bifrost & 2 * Noctua NF-B9
  • Kühlung: Noiseblocker XL1 Front und Deckel
    Noctua P12 Heck
    Noctua NH-D14 CPU-Kühler
  • Netzteil: Enermax Modu 82+ 625W
  • Festplatte: Seagate Baracuda 7200.11 ST31000340AS
  • Software: Windows 7 Home Premium 64bit
    3D Mark 06 1.10
    CPU-Z v1.54
    Prime95 v25.11
    Everest Home 2.20

Der Praxistest

Nach der Installation der entsprechenden Treiber, welche alle auf der im Lieferumfang enthaltenen CD sind, kann man sofort starten. Unsere volle Aufmerksamkeit wird erst mal der HD4290, welche auf dem Board verbaut ist, gewidmet.

Wie man sehen kann, ordnet sich das Mainboard konstant über dem von MSI an, erreicht aber nicht die Werte des Modells der Gigabyte-Konkurrenz. Auch eine derart starke Übertaktung war nicht möglich. Ohne Spannungserhöhungen war die Grenze der Stabilität bei 916 MHz erreicht, was eine Taktsteigerung von 30% bedeutet. Der Wert ist prozentual gesehen gut, stellt aber kein neues Bestergebnis dar.

Eine Übertaktung lohnt übrigens bei vielen Spielen. Als Beispiel möchten wir das Offroad-Rennspiel Dirt 2 mit hohen Grafikkartenansprüchen heranziehen. Die Testauflösung war 1024*768 und die Einstellungen waren alle auf "Niedrig". Auch Kantenglättung war deaktiviert.

Einleitend in den zweiten Teil der Praxis stellen wir kurz den Stromverbrauch des Mainboards im Idle und unter Last dar. Während die gemessenen Werte unter Belastung mit 183,5 W Verbrauch gegenüber dem MSI 890GXM-G65 mit 197,3 W sehr gering ausfiel, war im Idle genau das Gegenteil der Fall. Bei identischer Konfiguration konnten wir über 17 W Differenz messen. Das Pure Crossfire hatte den höheren Verbrauch von 91,1 W.

Die Hauptplatine lässt folgende Spannungsbereiche und Intervalle zu:

  • Prozessor Spannung: 1,2 bis 1,55 V in 0,025 V Schritten
  • 7-Shift Prozessor-Spannung: +50 bis +350 mV in 50 mV Schritten
  • Arbeitsspeicherspannung: 1,49 bis 2,2 V in 0,04 V Schritten
  • NB 7-Shift-Spannung: 50 bis 350 mV in 50 mV Schritten
  • NB-Spannung: 1,3 bis 1,45 V in 0,05 V Schritten
  • NB PCIe-Spannung: 1,1 bis 1,25 V in 0,05 V Schritten
  • NB-1V2 Spannung: 1,2 oder 1,25 V

Neben eher größeren, aber ausreichend großen Schritten fallen besonders die Shift-Spannungen auf. Diese sind unabhängig von der verbauten CPU. Man kann also jeder CPU einen Spannungsschub von bis zu 350 mV oder 0,35 V verpassen, was die Übertakter unter uns interessieren sollte.

Bei der Übertaktung selbst gab sich das Sapphire PURE 890GX auch keine Blöße. Mit 292 MHz maximalem Referenztakt platzierte es sich genau zwischen den bereits getesteten 890GX-Hauptplatinen, welche 7 MHz früher beziehungsweise später passen mussten.

Einen Top-Wert wurde bei der Übertaktung von der Northbridge sowie dem HT-Link gemessen. Letzterer limitierte über 2510 MHz, während man die NB aber auf bis zu 2574 MHz betreiben konnte. Dies setzt einen neuen Bestwert für den 890GX-Chip bei uns. Auch bei diesem Test wurde keine Spannungserhöhung vorgenommen. Natürlich müssen wir darauf hinweisen, dass es sein kann, dass andere Platinen des selben Modelles nicht an diese Werte heranreichen können.

Die Schalter PWR, Reset und ClearCMOS machten sich auch bei den Übertaktungsversuchen wieder positiv bemerkbar. Auch die Debug-LED, wenn nicht von einer Grafikkarte verhangen, verrät viel über das System. Diese "kleinen" Features machen das Arbeiten mit dem Board sehr angenehm. Wenn man den Clear-CMOS-Schalter betätigen möchte, muss man Grafikkarten, die dicker als zwei Slots sind, allerdings aus dem System nehmen. Viel Zeitersparnis bringt dieser Knopf dann also nicht mehr. Trotzdem verdient Sapphire unser Lob für die Onboard-Schalter.

Als letzten Aspekt betrachten wir, wie hoch sich unsere Phenom II 965 BE im C3-Stepping übertakten lässt. Das Ergebnis waren für unsere CPU normale 3977 MHz, also nichts Außerordentliches. Der Rekord der CPU war nur etwa 40 MHz höher. Die Testspannung war 1,5 Volt.

Das Mainboard im Praxistest

Gordian Hoffmann meint …

Gordian Hoffmann

Insgesamt hat sich das Mainboard der Firma Sapphire konstant im Mittelfeld aufgehalten. Nur bei der Übertaktung der Northbridge und des HT-Links fiel es aus dem Schema und platzierte sich an der Spitze der 890GX-Platinen. Eine weitere, ausgezeichnete Eigenschaft, mit dem es sich von der Konkurrenz absetzt, sind die Onboard-Buttons und das Debug-Display, das man sonst nur von teureren Kameraden kennt. Die Layout-Aufteilung der Erweiterungsslots ist etwas extravagant, denn es werden nur fünf Slots verbaut und der PCIe x1-Slot ist von einer Dual-Slot-Grafikkarte sofort verdeckt.

Ein ordentlicher Systemaufbau ist aber trotzdem möglich, sofern fünf Erweiterungsslots für den Nutzer nicht zu wenig werden. Ohne die internen Erweiterungsanschlüsse hat man extern nur vier USBs, was häufig nicht ausreicht. Als letzter Kritikpunkt ist anzuführen, dass sich Sapphire den USB 3.0 Chip spart. Wer also auf den neuesten Standard Wert legt, muss hier eine Karte nachkaufen.

  • Positiv
  • Onboard-Buttons
  • Debug-Display
  • Zahlreiche Videoausgänge
  • Schöne Heatpipekonstruktion
  • Neutral
  • - / -
  • Negativ
  • Vier externe USB-Ports in Version 2.0
  • Spärliche Erweiterungsslots
  • Layoutschwächen

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