Roborock Qrevo Curv 2 Pro: kraftvoller Saugroboter mit Ki- gestützter RGB-Kamera
Einleitung
Saugroboter gehören mittlerweile für viele Haushalte einfach dazu, vor allem, weil die Geräte in den letzten Jahren eben auch deutlich zuverlässiger geworden sind. Moderne Modelle fahren inzwischen problemlos über kleine Kanten, kommen mit unterschiedlichen Bodenhöhen oder hochflorigen Teppichen klar und bleiben weitaus seltener irgendwo hängen als es noch ihre Vorgänger taten. Richtig komfortabel wird es aber erst mit einer guten Dockingstation: Das Rundum-Sorglos-Gerät wäscht und trocknet die Mopps, füllt im Sauger das Frischwasser für den nächsten Einsatz nach und kümmert sich um den Staubbehälter. Im besten Fall muss man dann lediglich nur noch die zwei Wassertanks im Blick behalten und hin- und wieder halt die Verbrauchsmaterialien ersetzen.
Auf der diesjährigen IFA in Berlin hat Roborock eine aktualisierte Version des Qrevo Curv 2 Pro vorgestellt - ein Modell, das jetzt auch seit Oktober 2025 offiziell erhältlich ist und bei Fans der Marke im Vorfeld schon für viel Neugier gesorgt hat.
Der Sauger mit dem Namen Qrevo Curv 2 Pro bringt einige spannende Neuerungen mit: Die Saugleistung liegt nun bei starken 25.000 Pa, dazu kommt ein überarbeitetes Doppel-Mopp-System, das mit bis zu 100 °C heißem Wasser gereinigt wird und anschließend per Warmluft im Dock trocknet. Bei der Navigation setzt Roborock auf sein RetractSense-LiDAR-System, kombiniert mit einer RGB-Kamera inklusive einer LED-Beleuchtung für die bessere Nahbereichserkennung und auch das Fahrwerk ist jetzt so ausgelegt, dass Hindernisse bis zu vier Zentimeter überwunden werden können. Alles gekoppelt mit den zahlreichen App-Funktionen, die das Gespann erst so richtig intuitiv werden lassen.
Auf dem Papier wirkt das Ganze wie ein ziemlich vollgepacktes Paket - aber wie immer stellt sich die entscheidende Frage: Wie schlägt sich das Ganze im Alltag? Wir haben uns daher mal ein Testgerät in die Redaktion geholt, um herauszufinden, was das neue System tatsächlich leistet.
Viel Spaß beim Lesen, Euer Team TRV!
Lieferumfang - was ist drin
Wenn der Postbote den Qrevo Curv 2 Pro vorbeibringt, merkt man schnell, dass man es nicht mit einem Leichtgewicht zu tun hat. Über 14 Kilogramm bringt das komplette Paket auf die Waage - Station und Roboter zusammen. Also „mal eben“ den Karton in den vierten Stock zu hieven, mutiert damit schnell zu einer sportlichen Disziplin.
Roborock liefert das Gerät in einem schlichten, aber funktionalen Karton aus - Innen ist alles sauber in mehrere Ebenen unterteilt. Direkt obenauf liegt aber erst einmal ein großzügig gestalteter Quickstart-Guide, der die wichtigsten Schritte zur Ersteinrichtung erklärt. Leider gibt es ihn nur in Englisch, bei einer international einheitlichen Verpackung nachvollziehbar, für ein Produkt im deutschen Handel aber trotzdem etwas schade. Die Illustrationen sind allerdings so klar gehalten, dass man auch ohne viele Worte schnell versteht, welche Komponenten wohin gehören und wie der erste Aufbau funktioniert. Der Guide führt dabei durch die Montage der Station, zeigt die wichtigsten Bedienelemente und enthält praktische QR-Codes für den App-Download aufs Handy.
Eine Ebene darunter befinden sich die beiden Moppteller, jeweils mit bereits per Klett befestigten Bezügen, sowie eine kleine Tüte mit der gedruckten Bedienungsanleitung in 13 Sprachen. Außerdem legt Roborock noch einen kleinen Aufsteller bei, den man bei Bedarf auf die Station stellen kann. Darauf sind in vier Sprachen die unterstützten Sprachbefehle aufgelistet - ein kleines, aber durchaus praktisches Detail, wenn man den Sauger in Smart Home einbinden möchte.
Der Saugroboter selbst steckt nochmal in einer separaten Kartonage im vorderen Bereich, ordentlich geschützt und zusammen mit dem restlichen Zubehör verstaut.
Alles wirkt auf uns solide verpackt, ohne unnötigen Müll - funktional und zweckmäßig, so wie man es von Roborock her schon kennt. Betrachtet man den Lieferumfang allerdings als Ganzes, fällt er doch recht übersichtlich aus. Es gibt weder Reinigungsflüssigkeit noch eine kleine Bürste für die Wartung, auch keine Ersatzfilter oder zusätzliche Verschleißteile. Bei einem Kaufpreis von rund 1000 Euro ist das schon etwas mager.
Roborock verweist hier indirekt auf die technisch identische ProX-Variante, die für einen ähnlichen Preis angeboten wird. Dort steckt dann etwas mehr Zubehör im Karton: ein zusätzliches Paar Mopps (also die Wischpads), Ersatzbürsten, ein weiterer Staubbeutel und ein zweiter HEPA-Filtereinsatz. Ein praktischer Bonus, der den Unterschied im Alltag tatsächlich spürbarer macht als man zunächst glauben würde. Was allerdings auch beim ProX-Modell fehlt, ist ein Reinigungskonzentrat - schade, denn gerade das hätte dem Paket noch etwas mehr Rundheit verliehen.
Technische Daten im Überblick
Auf der technischen Seite setzt Roborock auf eine Kombination aus Saugleistung, moderner Navigation und einer rundum erneuerten Dockingstation. Die wichtigsten Eckdaten lassen sich daher schnell zusammenfassen:
Der Roboter selbst arbeitet mit einer Saugleistung von 25.000 Pa, was ihn klar im oberen Leistungssegment einordnet und stark genug ist, um auch leichtere Teppichläufer anzuheben, und auf jeden Fall potent genug, Staub und Dreck herauszuziehen. Dazu kommt ein Doppel-Mopp-System, das während der Fahrt rotierend wischt und mit bis zu 200 U/min arbeitet. Die Mopps können durch die Station mit bis zu 100 °C heißem Wasser gereinigt und anschließend per Warmlufttrocknung getrocknet werden. Die Bauhöhe des Saugers - je nach Position des LiDAR-Turms - liegt zwischen extrem niedrigen 7,98 cm (eingefahren) und knapp über 10 cm im Normalbetrieb.
Die Navigation basiert auf dem bekannten LDS-LiDAR-Prinzip, ergänzt durch eine RGB-Frontkamera, KI-gestützte Objekterkennung und einen rückseitigen 100°-Weitwinkel-Sensor für den Betrieb unter niedrigen Möbeln. Ein dToF-Höhensensor steuert das RetractSense-System, das den Turm automatisch absenkt oder ausfährt, wenn es mal enger wird. Hinzu kommen diverse klassische Annäherungs-, Kanten- und Kontaktsensoren.
Der interne Staubbehälter des Saugers fasst rund 270 ml, etwa 2,5 l sind es beim Beutel in der Station. Für Schmutzwasser ist hier im separaten Tank Platz für etwa 3 l, für Frischwasser mit 4 l Fassungsvermögen etwas mehr. Die automatische Entleerung erfolgt über einen herkömmlichen Staubbeutel, der in der Station sitzt. Das Gerät funkt über WLAN, unterstützt App-Steuerung, Einrichtung von Sperrzonen oder unsichtbaren Wänden, bietet Live-Karten sowie die Einbindung in bekannte Smarthome-Systeme wie Google Home und Amazon Alexa, kann also auch Sprachbefehle ausführen.
Mit dem adaptiven Fahrwerk AdaptLift lassen sich in Kombination mit den großen Gummirädern Hindernisse von bis zu vier Zentimetern überwinden, solange der Untergrund genügend Grip bietet. Auch Hochfloorteppiche sind damit kein Problem mehr und ein 6400-mAh-Lithium-Ionen Akku sorgt für ordentliche Laufzeiten, natürlich je nach gewähltem Saug- oder Wischmodus.
Kurz gesagt: technisch solide ausgestattet, ohne unnötige Spielereien, aber mit fast allem, was man von einem modernen Premium-Gerät erwarten darf. Nur "fast", weil ganz klar die automatische Dosierung für Reinigungsmittelkonzentrat fehlt, die zahlreiche Konkurrenzmodelle und auch der Saros 10 von Roborock selbst in diesem Preissegment seit langem besitzen.
Home, smart, Home
Die unter dem großen Namen "Multifunktions-Dockingstation 3.0 Hygiene+" bezeichnete Station des Curv 2 Pro fällt zumindest erstmal optisch deutlich auf. Roborock verzichtet hier auf das meist übliche kantige, rein funktionale Design, wie es viele andere Hersteller verwenden und setzt stattdessen auf eine glatt geschlossene, hochglänzende Oberfläche mit rundem, fast schon organischem Formfaktor. Im Raum wirkt das dadurch eben nicht wie ein typisches Haushaltsgerät, das man am liebsten irgendwo hinter einem Vorhang verstecken möchte, sondern eher wie ein eigenständiges Designobjekt. Die wiederum in Grau gehaltene, matt gestaltete breite Fahrmulde und die offene Front nehmen dem Ganzen wieder etwas von dieser Eleganz, sind aber funktional und so ausgeführt, dass sie optisch doch stimmig wirken.
Trotz ihrer Rundung gehören die nahezu quaderförmigen Abmessungen der Station von rund 450 × 450 × 450 mm aber leider nicht wirklich in die Kategorie der kompaktesten Dock-Lösungen. Für eine reine Ladestation wäre dieses Format klar überdimensioniert, da sie in der Regel eben eher schlicht und deutlich niedriger ausfallen. Beim Curv 2 Pro dockt der Saugroboter jedoch an einer vollwertigen All-in-One-Einheit an, die Staub absaugt, die Mopps wäscht, trocknet und gleichzeitig mehrere Tanks beherbergt. In diesem Funktionsumfang und bewusst auch als Designelement gewählt, ist die Größe also erwartbar und absolut nachvollziehbar.
Trotzdem sollte man sich eben bewusst sein, dass die Station in sehr engen Nischen oder schmalen Fluren problematisch werden kann. Wer vorher prüft, wo sie später stehen soll, erspart sich unnötiges Herumprobieren. Im direkten Vergleich mit anderen Premium-Stationen am Markt, die oft noch breiter oder höher ausfallen, wirkt das Format unterm Strich aber dennoch moderat - gerade was die Ausladung der Rampe betrifft. Hier kann die Station mit der geringeren Tiefe punkten.
Der obere Bereich ist zugleich der Zugang zu den Wassertanks sowie dem Staubfilter und lässt sich mit einem sehr angenehmen Scharnier-Mechanismus wirklich sehr „smooth" öffnen. Im Deckel selbst klebt ein kleiner Info-Sticker, der einem Auskunft darüber gibt, wie der Staubbeutel zu wechseln wäre - bisschen unförmig ist die Piktogramm-Darstellung des Beutels, hier hatten wir zunächst angenommen, es gäbe optional auch einen beutellosen Behälter, aber dem war leider nicht so. Über die Entnahme der hinteren Abdeckung gelangt man zum Staubbeutel, welcher bedauerlicherweise nicht wiederverwendbar ist (es gibt jedoch Firmen, die für den Curv 2 Pro auch Beutel mit Reißverschluss anbieten). Frontseitig hat Roborock an der Station noch eine großzügige Status-LED, angebracht, die einem direkt entgegen leuchtet und den aktuellen Status mit einer wechselnden Farbe oder mit Blinken aufzeigt. Alles wirklich auch im Inneren formschön umgesetzt, alles ist abgerundet und es gibt kaum rechte Winkel - gefällt uns wirklich.
Im hinteren Bereich ist die eben angesprochene, kleine Abdeckung zu sehen, die vom Hersteller mit einer Dichtung versehen wurde und unter der sich der auswechselbare Staubfilterbeutel befindet.
Im vorderen Bereich der Station sitzen die beiden Tanks für Frisch- und Schmutzwasser, die sich mit der Griffmulde um jeweiligen Deckel problemlos herausnehmen lassen. Beide bestehen aus stabilem Kunststoff, die Deckel wirken sehr hochwertig verarbeitet und vermitteln auch voll-befüllt keinen Eindruck von Schwachstellen. Der Frischwassertank fällt bewusst etwas größer aus, denn beim Wischen bleibt immer eine gewisse Restfeuchtigkeit auf dem Boden oder in den Mopps zurück, sodass der Verbrauch höher ist als beim reinen Auffangen des Schmutzwassers.
Ein Punkt, der im Alltag aber auffällt: Die Station hat keine automatische Dosierung für Reinigungsmittel. Wer Reinigungskonzentrat nutzen möchte, muss es selbst in den Frischwasserbehälter geben - und natürlich auch separat kaufen. Das ist zwar rein funktional kein Problem, wirkt aber absolut nicht mehr zeitgemäß, weil mehrere Konkurrenzmodelle und andere Modelle von Roborock selbst diese Aufgabe bereits sei Jahren vollständig automatisiert haben. Gerade bei einer Station, die sonst fast alles selbst erledigt, ist das sehr schade.
Die Tiefgarage
Betrachtet man den unteren Bereich der Station, wird schnell klar, dass Roborock die Mulde bzw. die „Parkposition“ des Saugers bewusst fast vollständig überdacht hat. Der Roboter steht dadurch nicht mehr frei im Raum, sondern ist in der Station weitgehend geschützt - ein praktischer Vorteil, gerade in Haushalten mit Kindern oder Haustieren, wo ein unabsichtlicher Tritt gegen das Gerät sonst schnell mal passiert ist.
Die Rampe selbst ist mit einer gerippten Oberfläche versehen, damit die Räder beim Einfahren nicht durchdrehen, zudem sitzen auf beiden Seiten kleine Führungsrollen. Sie sorgen dafür, dass sich das Gerät beim Hereinfahren mittig ausrichtet, statt schief aufzusetzen oder seitlich anzustoßen. Kleine unaufdringliche Details, die das Andocken aber zuverlässiger machen - also genau das, was man von einer durchdachten Station erwartet.
Für die Reinigung der Mopps hat Roborock den gesamten Ablauf inklusive der Waschbrettschale überarbeitet. Die neue Schale lässt sich zudem mit einem Handgriff ganz bequem entnehmen.

Auf ihrer Oberfläche sitzen verschiedene Strukturen, darunter Noppen und Abstreifstege, über die die Mopp-Pads während des Waschvorgangs mit bis zu 200 U/min rotieren. Gleichzeitig werden sie mit bis zu 100 °C heißem Wasser umspült, was Schmutz effizient löst und die Pads hygienisch reinigt.
Direkt im Anschluss folgt die Trocknung: Ein bis zu 55 °C warmer Luftstrom sorgt dafür, dass die Mopps vollständig trocknen und damit nicht vor sich hin müffeln - ein Problem, das man gerade bei älteren oder deutlich günstigeren Stationen nur zu gut kennt. Und weil die komplette Reinigungsschale herausnehmbar ist, lässt sie sich bei Bedarf schnell unter fließendem Wasser abspülen. Das reduziert den Wartungsaufwand spürbar.
Schaut man genauer ins Innere, wird schnell klar, wie viel Technik Roborock in der Station untergebracht hat. Auf der einen Seite der Versorgungseinheit sitzen die Ladekontakte, über die der Roboter seinen Akku auffüllt, sobald er andockt. Daneben findet man mehrere Zulauf- und Absaugdüsen, die für den Austausch zwischen Station und Gerät zuständig sind: Frischwasser wird eingespeist, Schmutzwasser abgezogen und der Staubbehälter entleert. Auffällig ist außerdem das orangefarbene Verbindungselement, über das die Station heißes Wasser in den Reinigungsprozess einmischt.
Ein Warnhinweis oberhalb der „Einfahrt“ erinnert daran, den Roboter während des Moppwaschens nicht zu bewegen. Der Hintergrund ist simpel: Der Curv 2 Pro kann seine Mopps in der Station jederzeit ablegen und wieder aufnehmen:

Wird der Roboter jedoch in dieser Phase verschoben - sei es aus Versehen oder weil man „mal eben“ etwas nachsehen wollte, stimmen die gespeicherten Positionsdaten nicht mehr, und das automatische An- oder Abkoppeln der Mopps kann fehlschlagen. Im schlimmsten Fall führt das zu verkanteten Teilen oder Beschädigungen innerhalb der Station. Entsprechend sinnvoll ist es, den Hinweis ernst zu nehmen und den Roboter während des Reinigungsvorgangs auch wirklich in Ruhe zu lassen.
Die Rückseite der Station hat neben dem Produktlabel, dem Stromanschluss und dem seitlich sitzenden Luftauslass der Staubabsaugung, nicht wirklich viel Erwähnenswertes zu bieten - bis man die unauffällige Silikonabdeckung am linken, mittleren Rand bemerkt. Dahinter verbirgt sich ein einzelner USB-Port, der nach aktuellem Stand aber nicht für den normalen Nutzer gedacht ist. Er dürfte primär für Servicezwecke vorgesehen sein, etwa um im Supportfall eine Firmware direkt aufzuspielen oder Diagnosedaten auszulesen. Für den regulären Betrieb spielt dieser Anschluss keine Rolle, schade.
Der Curv 2 Pro Sauger im Detail
Der Curv 2 Pro Sauger selbst wirkt auf den ersten Blick wie ein typischer Roborock-Bot, fällt aber durch sein ungewöhnlich flaches Profil sofort auf. Je nachdem, ob der LiDAR-Turm ausgefahren ist oder nicht, liegt die Höhe zwischen etwas über zehn Zentimetern und extrem niedrigen 7,98 cm. Für einen vollwertigen LiDAR-Roboter ist das bemerkenswert und macht das Gerät deutlich mobiler unter niedrigen Möbelstücken, die viele andere Modelle schlicht auslassen müssen.
Gestalterisch setzt Roborock auf eine eher weiche, zurückhaltende Formensprache. Die Rundungen und das insgesamt schlichte Design sorgen dafür, dass der Sauger optisch nicht im Mittelpunkt steht, sondern sich problemlos in den Wohnraum einfügt. Der Deckel ist in Hochglanz gehalten - sieht fresh aus, zieht aber erfahrungsgemäß schnell Staub und Fingerabdrücke an. Die seitlichen Bereiche sind dagegen matt ausgeführt, was nicht nur unempfindlicher gegenüber Kratzern ist, sondern auch weniger Reinigungsaufwand bedeutet.
Auf der Oberseite sitzt im hinteren Bereich der bereits erwähnte, vollautomatisch einfahrbare LiDAR-Turm, der sich optisch mit der gebürsteten Aluminium-Optik hervorhebt, aber nur so viel Platz einnimmt, wie technisch notwendig ist. Weiter vorne findet man die wenigen, aber sinnvoll platzierten Bedienelemente sowie den dToF-Höhensensor. Wichtig ist hierbei noch zu sagen, dass man es tunlichst unterlassen sollte, den Turm selbst mit der Hand herunterdrücken zu wollen (was kleine Kids ja gerne tun), da dann der Mechanismus Schaden nehmen kann - also drauf achten!. Die beiden vorderen Bedienknöpfe sind klar strukturiert, und von den Piktogrammen her auch selbsterklärend. Um die Tasten herum sind drei Löcher zu sehen, unter denen sich vermutlich die Mikrofone für die Sprachbefehle verbergen.
Die KI-gestützte RGB-Kamera
In der Front des Saugers sitzt die RGB-Kamera, die zusammen mit der Reactive-AI-Erkennung und der VertiBeam-Technologie den Nahbereich analysiert und Objekte klassifiziert. Direkt daneben, optisch eher dezent gehalten, technisch aber zentral - befinden sich mehrere Sensoröffnungen, über die der Roboter Distanzen, Winkel und mögliche Hindernisse misst. Auch die LED-Beleuchtung, die der Kamera in dunkleren Bereichen zusätzliche Sicht verschafft, ist hier untergebracht.
Unterhalb der Kamera und entlang des halben Saugroboters verläuft eine leicht gewölbte Stoßleiste, in die Roborock die Kontaktsensoren integriert hat. Sie reagiert, sobald der Sauger ein Objekt tatsächlich berührt, und liefert der Navigation eine eindeutige Rückmeldung. Die Leiste ist flexibel gelagert und federt bei Kontakt leicht ein - genug, um Schäden am Hindernis oder am Gerät selbst zuverlässig zu vermeiden.
Seitlich findet man außerdem noch einen großen, schwarz abgesetzten Sensor: der Wandsensor. Er arbeitet infrarot-basiert und misst permanent den Abstand zur Wand, damit der Roboter sauber an Kanten entlangfährt, ohne seitlich irgendwo anzustoßen oder einen unnötig großen Sicherheitsabstand zu halten.
Die Flexarm-Bürste
Die seitliche FlexiArm-Bürste mit nur zwei Armen - statt der bei vielen anderen Modellen üblichen Drei-Arm-Variante - gehört wohl zu den erstmal auffälligeren Neuerungen des Curv 2 Pro.

Sie adressiert ein bekanntes Problem, das Saugroboter seit Jahren schon begleitet: Gerade entlang von Kanten und in Ecken bleibt oft einfach zu viel liegen. Während herkömmliche Seitenbürsten lediglich im Kreis rotieren und dabei nur einen begrenzten Bereich erreichen, kann die FlexiArm-Konstruktion ihre Position aktiv anpassen.
Fährt der Roboter an eine Wand oder unter ein Möbelstück, klappt die Bürste leicht nach außen und kehrt den Schmutz gezielt in Richtung Hauptbürste beziehungsweise zur Saugermitte. Der Roboter reguliert dabei automatisch die Drehzahl der Bürste: In Ecken erhöht er die Geschwindigkeit, um dort möglichst viel Material in kurzer Zeit zu erfassen, auf freier Fläche dreht sie wieder langsamer, damit weniger Schmutz weggeschleudert wird.
Retract-Sense - 100° Weitwinkelnavigation mit eingefahrenem Turm
Das Heck ist so gestaltet, dass der LiDAR-Turm auch im vollständig eingefahrenen Zustand weiterarbeiten kann. Roborock nutzt hier ein Weitwinkelmodul mit einem Sichtfeld von rund 100°, das dem Curv 2 Pro unter besonders niedrigen Möbeln weiterhin Orientierung verschafft. Auch wenn der Rundum-Scan des LiDARs in diesen Situationen nicht zur Verfügung steht, bleibt der Roboter nicht blind, sondern kann seine Position auf Basis des Rückmoduls stabil halten. Roborock fasst dieses Zusammenspiel aus einfahrbarem Turm und ergänzender Heck-Sensorik unter dem Namen „RetractSense“ zusammen. Ebenfalls am Heck befinden sich die beiden Ladekontakte, über die der Roboter seinen Akku in der Station wieder auflädt, sowie der Anschluss für die automatische Frischwasserbefüllung.
Der Schmutzbehälter
Im Bauch des Bots, versteckt unter der über Magneten gehaltenen Abdeckung, sitzt der entnehmbare Staubbehälter. Er fasst rund 270 ml und ist damit für eine durchschnittliche Wohnung mehr als nur ausreichend dimensioniert, ohne dass man ständig entleeren müsste. Man hat also genug Kapazität, bis der Sauger zur Absaugung wieder ins Dock fährt. Die angesaugte Luft wandert dabei stets durch eine HEPA-Filterkartusche, die feine Partikel und Allergene zuverlässig zurückhält - Allergiker wird das sehr freuen.
Gestalterisch bricht Roborock an dieser Stelle mit der sonst eher weich geformten Designsprache des Geräts: Der Staubbehälter wirkt eben kantiger, deutlich futuristischer als der Rest des Roboters. Das finden wir aber optisch gut gelungen.
Auf den Rücken gelegt...
Die Unterseite des Curv 2 Pro zeigt gut, wie viel Technik der Hersteller inzwischen in seinen Robotern unterbringt - und dass man das Ganze trotzdem noch übersichtlich gestalten kann.
Das Mopp-System
Ab Werk sind die Moppteller noch nicht montiert, was dank des magnetischen Arretierungssystems aber in wenigen Sekunden erledigt ist. Einfach ansetzen, der Mechanismus greift selbstständig, und die Pads sitzen sicher an ihrer Position. Auffällig ist, dass der rechte Moppteller (Draufsicht) seitlich ausfahren kann. Diese Flex-Funktion soll die Kantenreinigung verbessern und ermöglicht es dem Roboter, auch sehr dicht an Hindernissen wie Tisch- oder Stuhlbeinen entlang zu wischen.
Zugleich lassen sich die Moppteller im Betrieb in ihrer Höhe anheben und senken. Der Curv 2 Pro erkennt Teppiche automatisch, und auf Wunsch hebt er die Pads dann um etwa 1 Zentimeter an, damit beim Überfahren möglichst keine Feuchtigkeit eingetragen wird.
Duo-Divide-Bürste
Zentral sitzt die als „Duo-Divide" bezeichnete Hauptbürste: eine zweiteilige Hybridrolle aus Gummilamellen und Borsten, die auf Hartboden wie auch auf Teppich zuverlässig Material aufnehmen soll. Die Bürste ist in einer schwimmend gelagerten Halterung verbaut, sodass sie sich automatisch an leichte Bodenunebenheiten anpasst und der Kontakt zum Untergrund konstant bleibt. Das Arbeitsprinzip des „Dual Anti-Tangle-Systems" wird auch mit einem vierphasigen Reinigungsansatz beschrieben:
- Phase 1: Die um 45° gewinkelten Bürsten nehmen den Schmutz auf
- Phase 2: Aufgrund der gedrillten Bauart wird der Schmutz zur Mitte hin transportiert
- Phase 3: Durch die unterschiedliche Drehzahl der beiden Bürsten, werden etwaige Haare/Fäden gelockert oder vorgerissen
- Phase 4: Der mittig gesammelte Schmutz wird über die kleine zentralplatzierte Öffnung mit 25.000 Pa Saugkraft eingesaugt
AdaptLift-System
Unter den Mitbewerbern war Roborock das erste Unternehmen, dass in seinen Saugern die neue Funktion AdaptLift verbaut hat, die direkt mit ins Fahrwerk integriert wurde. Anders als bei starren Chassis hebt und senkt der Roboter seine Bodenfreiheit abhängig vom jeweiligen Untergrund, auf den er trifft. Wird ein Teppich erkannt, fährt das Fahrwerk leicht nach oben; auf Hartboden geht es wieder nach unten in die niedrigste Einstellung. Die Idee dahinter ist simpel: Der Roboter soll auf weichen oder hochflorigen Oberflächen genug Abstand behalten, damit die Mopps keinen Kontakt damit haben oder die Überfahrt ausbremsen, und gleichzeitig sicherstellen, dass die Bürste und der Saugkanal dort anliegen, wo sie sollen, um die optimale Saugwirkung zu erzeugen.
Technisch funktioniert das über eine aktive Höhensteuerung der beiden großen und stark profilierten Antriebsräder, die den Roboter vorn wie hinten anheben kann. Das unterscheidet sich von vielen älteren Modellen, die ihre Bodenfreiheit rein passiv nur über Federmechaniken regeln.
Darüber hinaus ermöglicht diese neue Technik, dass der Sauger Hindernisse bis zu einer Höhe von 3 cm erklimmen kann - sind die Kanten treppenähnlich gestapelt, schafft er sogar 4 cm. Türschwellen, der berühmte Wäscheständer oder die hochflorigen Läufer sind damit eigentlich kein Problem mehr für den Sauger.
Zahlreiche Sensoren am Boden des Saugroboters
Rund um das Chassis sitzen die üblichen Absturz- und Bodensensoren, die zuverlässig verhindern sollen, dass der Roboter an Treppenabsätzen oder Podesten über die Kante fährt. Sie gehören mittlerweile zum Standard, funktionieren in der Regel solide und sind vor allem in Häusern mit offenen Treppen unverzichtbar. Auch werden diese Sensoren dazu genutzt, zu erkennen, um welche Art von Bodenbelag (Hartboden oder Teppich) es sich handelt.

Ganz vorne sitzt ein höhenverstellbares Stützrad, das sich frei in alle Richtungen drehen kann. Es ist ebenfalls Bestandteil des AdaptLift-Systems und übernimmt dabei zwei Aufgaben: Einerseits sorgt es als klassisches Stützrad für Stabilität im Fahrbetrieb, andererseits unterstützt es die automatische Höhenanpassung des Roboters. Bei Bedarf hebt oder senkt der Curv 2 Pro über dieses Rad die Front leicht an, etwa um Teppichkanten sauber anzufahren oder um den Übergang auf unterschiedliche Bodenhöhen abzufedern. Durch die leicht geneigte Bauform wirkt das Rad bei Kanten zudem wie eine kleine Rampe, wodurch der Roboter weniger hängenbleibt und Hindernisse gleichmäßiger überrollt. Leider ist die Profilierung eher mager und hart, hat also keine Dämpfung und klappert zum Beispiel bei Fahrten über Fugen.
Aufstellen der Dockingstation
Um das Gerät sauber in Betrieb zu nehmen und auch die App korrekt einzurichten, sollte man die Station zunächst vollständig aufbauen und mit Strom versorgen. Die erste Kartierung startet idealerweise direkt von der Basisstation aus, damit der Roboter seinen „Homespot“ eindeutig erkennt und später zuverlässig dorthin zurückfindet. Gleichzeitig erleichtert es die Einrichtung, weil bestimmte Funktionen erst aktiv werden, wenn der Roboter ordnungsgemäß angedockt ist.
Im ersten Schritt steckt man das Kaltgerätekabel am Heck der Station ein. Danach wird der Frischwassertank befüllt. Wir empfehlen hierfür destilliertes Wasser: Auf dunklen Böden verhindert es unschöne Kalkflecken, und auch die interne Technik profitiert davon, weil weniger Ablagerungen entstehen, langfristig ein Vorteil für die gesamte Lebensdauer des Systems. Sobald die Station mit Strom versorgt und der Tank eingesetzt ist, leuchtet die Status-LED unterhalb der Tankklappe weiß. Treten auch später mal Störungen auf, etwa ein volles Schmutzwasserreservoir oder ein leerer Frischwassertank, signalisiert die LED dies durch eine rote Anzeigenfarbe.
Roborock macht in der Anleitung klare Vorgaben, wie viel Platz die Station rundherum haben sollte. Für die Aufstellung empfiehlt der Hersteller etwa 90 cm freie Höhe, damit sich der Deckel problemlos öffnen lässt, sowie 46 cm Breite und 120 cm Freiraum nach vorne, damit der Roboter sauber ein- und ausfahren kann.
Im nächsten Schritt wird der Sauger vor der Station platziert und man drückt die Powertaste - das Gerät lässt eine kurze Musik spielen und ist dann bereit für die Koppelung mit der App.
Basis-Einrichtung in der Roborock-App
Damit der Bot überhaupt seine Arbeit verrichten kann, muss er zunächst mit der App gekoppelt werden. Dort werden später Karten, Reinigungsmodi, Profile und sämtliche zusätzlichen Funktionen verwaltet. Ohne App bleibt der Funktionsumfang stark eingeschränkt - sie ist also eigentlich doch als Pflicht zu sehen. Über den QR-Code im Quickstart-Guide gelangt man direkt in den jeweiligen App-Store, wo die Roborock-App für Android und iOS verfügbar ist.
Nach dem Start der App folgt der übliche Einrichtungsvorgang: Entweder meldet man sich mit einem bestehenden Roborock-Konto an oder legt ein neues Konto an. Ist das erledigt, kann der eigentliche Koppelprozess beginnen. Dazu wählt man in der App „Gerät koppeln“ und wird dann aufgefordert, den QR-Code unter der Deckelabdeckung des Roboters zu scannen. Sobald die App den Code erkannt hat, stellt sie eine Bluetooth-Verbindung zum Sauger her und übermittelt anschließend die WLAN-Zugangsdaten vom heimischen WLAN-Netz.
Wichtig ist dabei der Hinweis, dass der Curv 2 Pro ausschließlich 2,4-GHz-WLAN unterstützt. Wer sein Heimnetz in getrennte SSIDs für 2,4 und 5 GHz aufteilt, muss also bewusst das richtige Netz auswählen. Geschieht das nicht, scheitert die Koppelung - ein häufiger Stolperstein, den man sich besser direkt erspart. Wer eine einzige SSID für beide aktiven WLAN-Frequenzbänder nutzt, hat am wenigstens zu befürchten. Hierbei wählt der Router automatisch das richtige Band aus und man muss selber nichts ändern.
Ein Start-Assistent führt anschließend durch die wichtigsten Grundeinstellungen. Wer Haustiere hat, sollte das „Haustierprofil" aktivieren. Der Sauger fährt dann vorsichtiger, hält mehr Abstand zu Tieren und erkennt typische Hinterlassenschaften zuverlässiger.
Für Haushalte mit Teppichen lohnt es sich ebenso, die entsprechende Einstellung zu aktivieren. Dann startet der Bot seine Reinigung zuerst auf den Teppichflächen und holt die Mopps erst danach aus der Station, um im Anschluss nur die Hartböden zu wischen. Zwar kann der Roboter seine Mopps im Betrieb um bis zu 1,5 cm anheben, doch gerade bei hochflorigen Teppichen oder ungünstigen Übergängen kann es trotzdem zu leichten Berührungen kommen.
Ebenfalls sinnvoll ist die Aktivierung von „DND" („Nicht stören“). In diesem Zeitraum verzichtet der Roboter auf laute Vorgänge wie die automatische Absaugung oder auf ausgedehnte Sprachansagen.
Im nächsten Tab lässt sich auswählen, ob die später erstellte Karte - also „dein Zuhause“ - direkt im Profil des Roboters und im Benutzerkonto gespeichert werden soll. Außerdem findet sich hier die Option der Sprachsteuerung. Darüber kann der Curv 2 Pro mit vordefinierten Kommandos gesteuert werden, ohne dass man jedes Mal die App öffnen muss. Gleichzeitig ermöglicht diese Funktion die Einbindung in Smart-Home-Systeme wie Google Home oder Apple Siri, sodass der Sauger sich bequem in vorhandene Routinen integrieren lässt.
Zu guter Letzt wird überprüft, ob ein Firmwareupdate für das Gerät zur Verfügung steht und installiert dieses dann auch ziemlich fix. Über einen Schieberegler kann man ergänzend noch festlegen, ob künftige Updates dann vollautomatisch umgesetzt werden sollen.
Die erste Kartierung der Wohnung
Damit der Sauger die Wohnung überhaupt sinnvoll bearbeiten kann, muss er die Räume zunächst kartieren. In der App lassen sich dafür eine oder auch mehrere Ebenen anlegen und speichern.

Nach der Ersteinrichtung steht dafür die Funktion „Schnelle Zuordnung“ zur Verfügung. Der Bot verlässt dabei das Dock und fährt die Wohnung in einem zügigen Durchgang einmal ab. Möbel, Wände, Stuhlbeine und andere Hindernisse werden erfasst und grob eingeordnet. Für die reine Orientierung reicht dieser Durchlauf aus, erst bei späteren Reinigungsfahrten wird die Karte immer weiter verfeinert.
In unserer rund 40 Quadratmeter großen Wohnung mit zahlreichen Hindernissen dauerte dieser erste Kartierungsvorgang nur etwas mehr als fünf Minuten. Ein ordentlicher Wert, zumal sich der Roboter dabei sicher bewegt und nicht planlos durch die Räume fährt.
Ein bekanntes Problem zeigte sich allerdings auch hier recht schnell: Möbel mit Spiegelfronten bringen die Lasernavigation weiterhin aus dem Tritt. In unserem Fall versuchte der Curv 2 Pro mehrfach, durch einen Spiegelschrank zu fahren, weil der LiDAR dahinter fälschlicherweise einen weiteren Raum vermutete (rote Einfärbung). Das ist kein spezielles Roborock-Problem, sondern eine Schwäche, mit der bislang alle LiDAR-Roboter zu kämpfen haben. Abhilfe schafft hier nur ein manuelles Eingreifen über die App, indem man an entsprechender Stelle nachträglich eine virtuelle Wand setzt.
Die App
Die Roborock-App ist das zentrale Steuerungselement des Qrevo Curv 2 Pro und baut konsequent auf den in der Wohnung erstellten Karten auf. Von der Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten ist die App wirklich mächtig, weswegen wir uns hier auch nur mit den Kernfeatures auseinandersetzen werden, alles andere sprengt einfach den Rahmen.
Nach der ersten Kartierungsfahrt legt der Roboter einen detaillierten Grundriss der Wohnung an, der nicht nur die Raumstruktur abbildet, sondern als Grundlage für nahezu alle weiteren Funktionen dient. Die Karte lässt sich anschließend manuell bearbeiten, in einzelne Räume unterteilen, zusammenführen oder umbenennen. Raumnamen können mit Icons bestückt werden. Ebenso lassen sich Sperrzonen und virtuelle Wände anlegen, etwa um empfindliche Möbel, Teppiche oder problematische Kabelbereiche dauerhaft auszuschließen. Falsch in der Karte kartierte Bereiche können natürlich auch entfernt werden. Die App unterstützt zudem das Speichern mehrerer Karten, was den Einsatz in mehrstöckigen Wohnungen deutlich erleichtert. Der Roboter erkennt die jeweilige Etage dann automatisch anhand des Grundrisses oder lässt sich manuell die passende Karte zuordnen, ohne dass eine erneute Raum-Kartierung hierfür notwendig ist. Selbst temporäre Anpassungen sind möglich, etwa wenn Möbel umgestellt wurden oder sich der Grundriss kurzfristig verändert. Schön anzusehen ist dann auch die Umstellung auf die 3D-Karte, wobei dies eher Spielerei statt funktionelle Erweiterung ist :)
Das Dashboard
Startet man die Roborock-App, landet man zunächst auf einem übersichtlichen Dashboard, auf dem sich sogenannte Schnellprogramme fix hinterlegen lassen. Diese sind von Roborock bereits vorkonfiguriert und decken die typischen Reinigungsszenarien ab. Dazu zählt etwa eine Intensivreinigung für alle Räume oder ein reiner Saugdurchgang mit maximaler Saugleistung, bei dem vollständig auf das Wischen verzichtet wird.
Die einzelnen Programme lassen sich über das Plus-Symbol oder „Hinzufügen" auf dem Dashboard platzieren. Somit können häufig genutzte Abläufe direkt gestartet werden, ohne sich jedes Mal durch Menüs oder Kartenansichten klicken zu müssen. Gerade im Alltag ist das praktisch, weil der Curv 2 Pro damit mit wenigen Handgriffen genau das tut, was man gerade braucht. Natürlich lassen sich diese Profile auch noch an die eigenen Wünsche anpassen oder man kann gar neue, individuelle Profile erstellen.
Reinigungsbereiche festlegen und Räume individuell konfigurieren
Eine weitere wichtige Funktion ist die Möglichkeit, die Reihenfolge und den genauen Ablauf der Reinigung für verschiedene Bereiche, Zonen und Räume individuell zu bestimmen - entweder dauerhaft oder nur als kurzfristige Aktion. So kann man zum Beispiel Küche und Flur aufgrund der höheren Frequentierung öfter für eine normale Reinigung einplanen, während Bad oder bestimmte Bereiche gezielt intensiver gereinigt werden.
Für jeden Raum lässt sich einstellen, welche Saugstufe verwendet werden soll, ob erst gesaugt und dann gewischt wird, wie viel Wasser dabei zum Einsatz kommt (gerade bei empfindlichen Böden wie Parkett ein wichtiger Punkt) oder ob bestimmte Räume gleich mehrfach befahren werden sollen - etwa bei stärkeren Verschmutzungen oder vielen Tierhaaren (die gerne mal beim Saugen umherfliegen). Auch wie gründlich der Roboter arbeitet beziehungsweise wie eng die Reinigungsbahnen gesetzt werden, lässt sich festlegen. Echt toll.
Gerade für Haustierbesitzer bietet die App hier zusätzliche Optionen: Bereiche rund um Schlafplätze oder Futterstellen lassen sich gezielt priorisieren, stärker bearbeiten oder mit speziellen Vorsichtsmaßnahmen reinigen. Dazu gehört unter anderem, erkannte Hinterlassenschaften zu umfahren und insgesamt vorsichtiger zu agieren, statt direkt mit voller Leistung darüberzufahren. Auch sorgt die Auswahl dafür, dass erkannte Tiere vorsichtiger behandelt werden, der Sauger macht einen größeren Bogen drum und hält nicht mehr darauf zu.
Mopps ablegen
Ein echter Vorteil des Qrevo Curv 2 Pro zeigt sich im Zusammenspiel aus App-Einstellungen, Station und Wischeinheit. Der Roboter kann seine beiden Mopphalterungen bei Bedarf vollständig und vollautomatisch in der Station zurücklassen - entweder, weil man explizit im „nur saugen“-Profil unterwegs ist, oder weil in den Einstellungen festgelegt wurde, dass bei Teppichen grundsätzlich ohne Mopps gearbeitet werden soll. In diesem Modus fährt der Roboter dann zunächst ohne montierte Wischpads los und arbeitet konsequent als reiner Sauger zum Beispiel bei Teppichen, danach holt er die Pads und macht die Hartböden weiter.
Dieses Feature ist im Vergleich zu vielen anderen aktuellen Saug-Wisch-Robotern ein klarer Vorteil, da diese meist nur darauf setzen, die Mopps während der Fahrt lediglich anzuheben. Auch das beherrscht der Curv 2 Pro natürlich: Die Mopps lassen sich ohne Anheben des Chassis um rund einen Zentimeter hochdrehen, in Kombination mit dem angehobenen AdaptLift-Fahrwerk sind sogar Teppiche bis etwa zwei Zentimeter Höhe machbar. Diese Technik hat aber einen entscheidenden Nachteil: Gerade an Übergängen, wenn der Roboter zum Beispiel schräg auf Teppichkanten zufährt, können selbst angehobene Mopps schleifen, Fasern berühren oder im ungünstigsten Fall Feuchtigkeit und Schmutz übertragen. Der Curv 2 Pro umgeht dieses Problem also konsequent, indem er die Mopps je nach Einstellung erst gar nicht für die Teppichreinigung mitnimmt.
Mit Plänen weniger planlos sein
Über die Planerstellungsfunktion in der App lässt sich für jede Zone, jeden Raum oder auch für die komplette Wohnung eine automatische Reinigung individuell festlegen. So kann man beispielsweise definieren, dass das Bad werktags morgens gegen 8 Uhr gereinigt wird, wenn alle Bewohner bereits das Haus verlassen haben, während der Flur erst abends nach deren Rückkehr an der Reihe ist. Ebenso lässt sich festlegen, dass der Sauger ausschließlich nachts arbeitet, um tagsüber nicht zu stören. All diese Zeitpläne können flexibel kombiniert und für unterschiedliche Szenarien hinterlegt werden, sodass sich der Reinigungsablauf sehr gut an den eigenen Alltag anpassen lässt.
Weitere Einstellungen
Natürlich bietet die App noch eine ganze Reihe weiterer Optionen an. Besonders interessant ist dabei, dass sich nicht nur Funktionen des Saugers selbst konfigurieren lassen, sondern auch viele Abläufe der Station. So kann man beispielsweise festlegen, wie häufig und wie intensiv die Mopps gereinigt werden sollen oder ob die automatische Absaugung des Staubbehälters nach jedem Durchgang erfolgen soll - oder erst dann, wenn der Sauger eine bestimmte Arbeitsleistung erreicht hat und absehbar ist, dass sich ausreichend Schmutz angesammelt hat.
Darüber hinaus lässt sich einstellen, dass die Mopp-Reinigung eher energieintensiv mit bis zu 100 °C heißem Wasser oder sparsamer mit lauwarmem Wasser erfolgen soll. Das erlaubt es, den Betrieb je nach Anspruch an Hygiene, Lautstärke oder Energieverbrauch fein abzustimmen. Insgesamt bietet die App hier eine Vielzahl sinnvoller Stellschrauben, deren vollständige Beschreibung allerdings den Rahmen dieses Testberichts sprengen würde.
Fernsteuerungsmodus & Pin and Go
Was wir Euch aber noch zeigen wollen, ist der sogenannte Fernsteuerungsmodus, über den sich der Roboter bequem von überall aus per App manuell steuern lässt. In Kombination mit dem Remote-Kameramodus wird der Sauger damit fast schon zur mobilen Überwachungskamera. So ist es beispielsweise möglich, von unterwegs kurz nachzuschauen, wie es den Hunden zu Hause geht, indem man den Roboter per Kamerafahrt durch die Wohnung bewegt und sich live ein Bild der Situation macht. Über die integrierte Gegensprechfunktion kann man sogar direkt vom Smartphone aus mit den Tieren sprechen.
Einerseits ist das natürlich eine gewisse Spielerei, andererseits kann es im Alltag durchaus echt praktisch sein. Hat man etwa vergessen, ob die Terrassentür nun wirklich geschlossen ist, fährt man mal eben schnell mit dem Roboter kurz hin und prüft das per Kamera.
Damit allerdings niemand auf dumme Gedanken kommt - etwa der Freundin der Schwester heimlich unter das Röckchen zu filmen - hat Roborock super vorgesorgt: Sobald die Kamera aktiv genutzt wird, gibt der Roboter in regelmäßigen Abständen eine deutlich hörbare Sprachansage aus. Heimliches Filmen ist damit praktisch ausgeschlossen, was wir ausdrücklich begrüßen. Leider ist so ein Feature auch heute noch immer super wichtig, es gibt einfach zu viele komische Menschen.
Alltagstest: Saugen und Wischen!
Nach all den vorangegangenen Informationen wird es Zeit, den Sauger mal endlich dort einzusetzen, wo er sich beweisen muss: beim Saugen und Wischen. Für unseren Praxistest haben wir dafür unter anderem einen kleinen Parcours aufgebaut, der typische Alltagssituationen abbildet. Uns interessiert dabei nicht nur, wie gut der Roboter mit normalen Verschmutzungen zurechtkommt, sondern auch, wie sauber er entlang von Kanten arbeitet und wie er sich bei hartnäckigeren Problemstellen schlägt.
Im ersten Schritt haben wir ungekochten Reis sowie größere Röstzwiebeln (Verschmutzung fein und grob) und im Anschluss nochmal reinen ungekochten Reis (weil besonders leicht) auf der Testfläche verteilt und als Reinigungsprofil in der App das „Intensive Kehren", also reines Saugen ohne Wischen, ausgewählt. Ziel dieses Tests war es, zu beobachten, wie der Bot mit seinen 25.000 Pa Saugleistung in der Spitze mit unterschiedlich großen und zudem noch sehr leichten Schmutzpartikeln umgeht. Uns interessierte dabei vor allem, ob der Roboter den Schmutz gezielt aufnimmt oder ihn durch seine eigene Bewegung und die Seitenbürste lediglich umherschleudert, wie es leider einige andere Modelle tun.
Gleichzeitig haben wir uns angeschaut, wie gut sich der Sauger in Bereichen mit Ecken verhält und ob er auch dort konsequent reinigt oder den Schmutz an bestimmten Stellen liegen lässt. Gerade grobe Verunreinigungen zeigen hierbei schnell, ob die Kombination aus Seitenbürste, Hauptbürste und Saugleistung sauber zusammenspielt, bevor der Dreck letztlich im Staubbehälter landet.
Wie man im Video gut erkennen kann, hat der Curv 2 Pro die gesamten 15 g Mix sowie im zweiten Test zusätzlich 20 g reinen Reis aus unserem Testfeld nahezu vollständig wieder aufgenommen. Lediglich im äußersten Winkel unserer Ecke blieben zwei bis drei Reiskörner liegen. Hier stößt dann auch die ausfahrbare FlexiArm-Bürste an ihre bauartbedingten Grenzen - rund passt eben nie ganz ins Eckige.
Die Bürste arbeitet zudem mit variabler Drehzahl. In den Ecken erhöht der Roboter kurzzeitig die Drehgeschwindigkeit, um dort möglichst viel Schmutz gezielt in Richtung Hauptbürste zu befördern und einzusaugen. Entlang von Kanten oder auf freier Fläche reduziert sich die Drehzahl wieder, damit Verschmutzungen nicht unnötig weggeschleudert werden. An den Rändern arbeitet der Sauger insgesamt wirklich sehr gründlich. Im Wischmodus kommt er dank der seitlich ausfahrbaren Mopphalterung bis auf wenige Millimeter an Wand und Möbel heran, was wir als wirklich starkes Ergebnis werten.
Hartnäckige und schmierige Flecken
Kinder hinterlassen beim Hantieren mit Lebensmitteln gerne mal unschöne Spuren auf dem Boden. Ein moderner Saug- und Wischroboter sollte deshalb nicht nur Staub und Krümel beherrschen, sondern auch mit solchen alltäglichen Missgeschicken zurechtkommen. Genau hier zeigt sich, wie gut das Zusammenspiel aus Wischdruck, Moppbewegung und Reinigungsstrategie in der Praxis funktioniert.
Selbst der über mehrere Stunden eingetrocknete Ketchupfleck, der sich im Nachgang zudem als ausgesprochen hartnäckig gezeigt hatte, wurde in der zweiten Überfahrt vollständig beseitigt. Jedoch sei der Vollständigkeit halber erwähnt, dass der Boden danach noch deutlich klebrig und beim Feuchttuch-Tests auch deutlich zu erkennen noch Rückstände aufweist - dies ist bei zuckerhaltigen Verschmutzungen einfach kaum zu vermeiden. Ein einzelner Reinigungsdurchgang kann das schlicht nicht komplett kompensieren. Nach dem erneuten Start einer automatischen Moppwäsche in der Station und einem weiteren Wischdurchgang war das Thema „klebriger Boden“ aber wieder endgültig Geschichte. Beim zweiten Test mit dem flüssigen Ketchup ist der Bot automatisch vom Saugmodus in den reinen Wischmodus gewechselt, beim Test mit der größeren Menge an Flüssigkeit jedoch wieder nicht. Die Kamera- und KI-gestützte Erkennung scheint an dieser Stelle leider noch nicht fehlerfrei zu funktionieren, schade.
Apropos Flüssigkeiten:
Der Curv 2 Pro ist nicht explizit für das Aufsaugen von Flüssigkeiten ausgelegt, da es im Roboter selbst keinen separaten Schmutzwassertank gibt. Aufgenommene Flüssigkeiten werden somit entweder direkt in den Staubbehälter gesaugt oder beim Wischen durch die rotierenden Mopps lediglich auf der Fläche verteilt. Wer also häufiger kleinere Lachen verschütteter Flüssigkeiten beseitigen muss, sollte weiterhin zur klassischen Haushaltsrolle greifen und dem Sauger anschließend die eigentliche Grundreinigung überlassen.
Saugen auf Teppich
Weiter geht es im Test: Um die Saugleistung auch auf Teppichen zu beurteilen, haben wir erneut eine größere Menge Reis - genau genommen 50 Gramm - auf unserem Testfeld verteilt und diesen zusätzlich noch mit der Hand in den Flor eingerieben. Anschließend wählten wir in der App wieder die höchste Saugleistung und ließen den Roboter die Fläche zweimal abfahren.
Nach dem Test kam dann erneut die Grammwaage zum Einsatz und wir haben darauf den Schmutzbehälter aus dem Roboter sehr gründlich geleert. Das Ergebnis: 49 Gramm des zuvor eingebrachten Materials wurden wieder eingesaugt. Damit hat der Curv 2 Pro rund 98 % der Testverschmutzung erfolgreich entfernt - ein wirklich starkes Ergebnis.
Haare und Fäden - verheddert sich was?
Im Praxistest haben wir gezielt verschiedene Fäden in einen Teppich eingearbeitet und den Curv 2 Pro anschließend darüberfahren lassen. Ziel war es zu prüfen, ob das Konzept der DuoDivide-Bürste in der Praxis tatsächlich aufgeht. Das Ergebnis fällt durchweg positiv aus: Die Fäden wurden vollständig eingesaugt, durch die mit unterschiedlicher Drehzahl laufenden Bürsten gerissen und sauber getrennt. Auch nach mehreren Durchgängen ließ sich kein einziger Faden finden, der sich um die Bürsten gewickelt hatte. Genau das ist der Punkt, an dem viele andere Roboter scheitern - hier funktioniert das System aber erfreulich zuverlässig.
Weitere interessante Infos
Vor dem eigentlichen Reinigungsvorgang bietet die App noch einige zusätzliche Optionen, die Einfluss auf das Wischverhalten des Curv 2 Pro haben. So lässt sich festlegen, ob die Mopps vor dem Start automatisch eingeweicht werden sollen. Das sorgt dafür, dass die Wischpads von Beginn an ausreichend feucht sind und kann die Reinigungsleistung bei angetrockneten Verschmutzungen verbessern. Dies erzeugt aber gleichzeitig einen erhöhten Wasserverbrauch, sodass Frischwasser entsprechend häufiger nachgefüllt werden muss.
Während des Wischens arbeitet der Bot bei seinen Pads mit einem konstanten Anpressdruck von rund 12 Newton. Um das einzuordnen: Das entspricht ungefähr dem Gewicht eines etwa 1,2 Kilogramm schweren Gegenstands, der gezielt auf die drehende Wischfläche drückt. Dieser zusätzliche Druck hilft dabei, auch festere Rückstände besser vom Boden zu lösen, anstatt sie nur oberflächlich zu befeuchten.
Ergänzend dazu greifen die in der App verfügbaren Intensivprofile in den Reinigungsablauf ein. Dabei wird nicht einfach nur die Leistung erhöht, sondern der Fahrweg des Roboters angepasst. Bestimmte Bereiche werden mehrfach überfahren, um Verschmutzungen gezielt nachzuarbeiten. In Kombination aus Anpressdruck, Moppbefeuchtung und optimiertem Fahrmuster lässt sich die Reinigungsintensität so spürbar beeinflussen, ohne dass der Nutzer manuell eingreifen muss.
Ein kleiner Fact noch nebenbei: Im Gegensatz zum heimischen Drucker, der es trotz einer vollen schwarzen Patrone gerne verweigert eine Schwarz/Weiß-Tabelle auszudrucken, weil wiedermal Gelb leer ist, funktioniert das „nur Saugen" auch mit leeren Wassertanks weiterhin - super, so soll es sein. Jetzt muss man das nur noch den Druckerherstellern sagen :)
Selbstreinigung in der Station
Eine der Kernaufgaben der Station ist es, den Roboter zuverlässig mit Frischwasser zu versorgen, die Mopps vor der Fahrt anzufeuchten und sie nach getaner Arbeit wieder zu reinigen. Im Mittelpunkt steht dabei die automatische Mopp-Reinigung. Nach Abschluss eines Reinigungsauftrags fährt der Bot zurück ins Dock und lässt seine beiden Mopps dort mit erhitztem Wasser reinigen. Dieses Wasser wird in der Station aufgeheizt und anschließend in das Reinigungstray geleitet. Dort drehen sich die Mopps über eine Reinigungsplatte mit Noppen und Abstreifstegen, werden kontinuierlich mit Wasser gespült und so von anhaftenden Verschmutzungen befreit. Das entstehende Schmutzwasser wird anschließend in den separaten Schmutzwassertank gepumpt.
Anders als viele aktuelle Konkurrenzmodelle - und auch Roborocks eigene Saros-Serie -verzichtet die Station allerdings auf eine automatische Reinigungsmitteldosierung. Das Konzentrat muss daher weiterhin manuell beim Befüllen des Frischwassertanks hinzugegeben werden. Es wird dann zwar auch bei der Mopp-Reinigung genutzt und verbessert die Reinigungsleistung, bleibt aber ein zusätzlicher Handgriff, der heutzutage nicht mehr ganz zeitgemäß wirkt.
Im Anschluss setzt die Trocknung der Mopps ein. Diese erfolgt über einen rund 55 °C warmen Luftstrom, der kontinuierlich auf die Mopps gerichtet ist und sie gleichmäßig und vergleichsweise leise trocknet. Je nach Einstellung kann dieser Vorgang bis zu drei Stunden dauern. Ziel ist es, Restfeuchtigkeit möglichst vollständig zu entfernen und damit Geruchsbildung sowie Bakterienwachstum von vornherein zu vermeiden.
Das Thermometer angelegt - wir testen!
Wir wollten es aber wieder genau wissen und haben überprüft, welche Temperaturen in der Station tatsächlich erreicht werden. Dafür haben wir das Reinigungstray mit zwei Temperatursensoren ausgestattet und die Moppreinigung insgesamt fünfmal hintereinander durchgeführt. Die von uns maximal gemessene Wassertemperatur direkt im Tray lag bei etwa 65 °C und damit deutlich unter den beworbenen „bis zu 100 °C“. Das wirkt zunächst etwas ernüchternd, auch wenn man fairerweise sagen muss, dass Roborock hier bewusst eine Maximalangabe macht und 65 °C für die Mopp-Reinigung bereits ein ordentlicher Wert sind. Trotzdem würden wir uns wünschen, dass Hersteller solche Angaben näher an realistisch messbaren Temperaturen orientieren.
Interessant ist dabei ein akustisches Detail: Während der Reinigung ist aus der Station ein deutliches „Gluckern“ zu hören, das stark an das Aufheizen von Wasser in einer Kaffeemaschine erinnert. Das lässt vermuten, dass das Wasser im Inneren der Station sehr stark erhitzt wird - offenbar aber nicht an der Stelle, an der es letztlich bei den Mopps ankommt. Mit dieser Messung stehen wir übrigens nicht allein: Auch der Hardware-Kollege von „Technik Inside“ kam in seinem Testvideo zum Curv 2 Pro lediglich auf Temperaturen knapp über 50 °C. Hier sehen wir noch etwas Luft nach oben.
Deutlich besser fällt hingegen die Lufttrocknung aus. Mit einer Wärmebildkamera haben wir die Trocknung sowohl mit angedocktem Sauger als auch mit leerer Station untersucht. Vor allem ohne Roboter zeigt sich klar, dass im Bereich der Mopps Temperaturen von rund 75 °C erreicht werden. Die offiziell genannten 55 °C werden damit nicht nur eingehalten, sondern spürbar übertroffen. Das hilft effektiv, Restfeuchtigkeit schnell zu entfernen und Geruchs- sowie Bakterienbildung vorzubeugen. Ein schönes Detail: Während der Trocknung wird der warme Luftstrom auch durch den Staubbeutel der automatischen Absaugung geleitet, um dort ebenfalls eventuell vorhandene Feuchtigkeit zu eliminieren.
Aber wie sieht es denn nun mit der eigentlichen Reinigung und dem Ergebnis aus? Dazu haben wir die Mopps nach unserem Ketchup-Test von der Station intensiv säubern lassen. Vergleicht man den Zustand vorher und nachher, wird schnell klar, dass die Reinigungsleistung insgesamt sehr gut ist. Abgesehen von einem leichten Farbrand am äußeren Flor des Mopps sind die Bezüge vollständig sauber geworden. Trotzdem empfehlen wir, sie alle paar Wochen zusätzlich mal bei 40°C in der Waschmaschine zu reinigen - einfach, um langfristig die Hygiene zu erhalten.
Etwas unglücklich gelöst ist aus unserer Sicht ein Detail in der Software: Befinden sich die Mopps gerade in der Trocknungsphase in der Station und man schickt den Roboter währenddessen erneut los, wird der laufende Trocknungsvorgang unterbrochen. Kehrt der Roboter anschließend zurück, setzt die Station die Trocknung nicht automatisch fort - es sei denn, man hat in der App explizit eingestellt, dass die Mopptrocknung nach jeder Rückkehr erneut gestartet werden soll.
Das ist kein großes Drama, sollte man aber im Hinterkopf behalten, da feuchte Mopps sonst unter Umständen länger liegen bleiben, als eigentlich nötig wäre. Hier wäre eine Art Feuchtigkeitssensor hilfreich, der Restfeuchte ermittelt und dann selbstständig eine Trocknung initiiert.
Wohin mit dem eingesaugten Schmutz
Der Staubbehälter des Bots selbst kann nur rund 270 ml fassen, für eine kleinere Wohnung mit etwa 80 bis 90 Quadratmetern reicht das im Alltag trotzdem problemlos für mehrere Reinigungstage, bei einem großen Haus oder wenn viel Schmutz durch die Kids/Tiere anfällt würde man allerdings häufig manuell entleeren müssen. Genau hier kommt die Station wieder ins Spiel: Nach dem Reinigungsauftrag saugt sie den Schmutz automatisch aus dem internen Behälter des Roboters ab und befördert ihn in den Staubbeutel der Dockingstation. Das Absaugintervall lässt sich zudem in der App nochmal individuell einstellen.
Der Beutel in der Station fasst knapp 2,5 Liter und bietet damit deutlich mehr Reserve. Je nach Haushaltsgröße, Verschmutzungsgrad und Reinigungsfrequenz reicht ein Beutel realistisch für mehrere Monate, bevor er gewechselt werden muss. Im Alltag reduziert das den Wartungsaufwand spürbar - man muss sich um den Staubbehälter des Roboters selbst praktisch nicht mehr kümmern.
Wie sauber bleibt die Station und der Sauger selbst?
Wenn man besonders klebrige Verschmutzungen wie zum Beispiel Ketchup oder eine größere Menge Flüssigkeiten wie Kaffee hat reinigen lassen, müssen wir leider klar sagen, dass dies nicht ohne Folgen bleibt. In der Station gelangen diese feuchten Rückstände beim Absaugen aus dem Bot auch in den Staubbeutel, was im ungünstigen Fall zu verklebten Kanälen oder unangenehmen Gerüchen führen kann. Größere Flüssigkeitsmengen sollte man dem Roboter daher grundsätzlich nicht überlassen.
Zudem bleiben gerade bei klebrigen Verschmutzungen die Rückstände an vielen Stellen des Roboters und auch der Station hängen. Nach unserem Test mit dem Ketchup sahen die Komponenten unseres Saugers nämlich entsprechend aus:
Das bedeutete für uns im Nachgang der Tests eine gründliche und vor allem manuelle Reinigung der betroffenen Bauteile, denn die Station selbst kümmert sich ausschließlich um die Mopps. Gerade nach klebrigen Verschmutzungen reicht die automatische Pflege also nicht mehr aus - hier muss man sprichwörtlich selbst Hand anlegen.
Apropos Station: Auch dort zeigte sich, dass speziell der FlexiArm deutliche Rückstände auf der Rampe hinterlassen hatte. Bezüglich Teppichen ist es daher wichtig, diese stark haftenden Verschmutzungen im Hinterkopf zu behalten, damit der Bot mit der verdreckten Bürste bei der nächsten Fahrt nicht den weißen Teppich einsaut.
Die allgemeine Lautstärke - störend oder flüsterleise?
Von einem Saugroboter mit Reinigungsstation kann man realistisch nicht erwarten, dass er völlig geräuschlos arbeitet. Absaugung, Bürsten und höhere Saugstufen erzeugen zwangsläufig Geräusche - entscheidend ist daher nicht ob, sondern wie störend sie wahrgenommen werden.
Beim Curv 2 Pro bleibt die Geräuschkulisse im Alltag erfreulich moderat. Abgesehen von der automatischen Staubentleerung, dem kurzen Gluckern beim Aufheizen und dem Max-Saugmodus bewegt sich der Betrieb auf einem angenehmen Niveau. Und um das nicht nur subjektiv zu bewerten, haben wir die Lautstärke zusätzlich gemessen:
Gerade bei normalen Reinigungsprofilen kann man den Sauger problemlos nebenbei laufen lassen und wer etwas mehr Ruhe benötigt, kann auch noch den "Leise"-Modus aktivieren. Hierbei muss aber der Hinweis erlaubt sein, dass er dann nicht mehr so gut saugt - verständlich.
Für die Darstellung des subjektiven Eindrucks haben wir die beiden lautesten Szenarien zusätzlich nochmal aufgenommen:
Tonaufnahmen:
Aufnahme der Geräuschkulisse bei der automatischen Absaugung
Aufnahme der Pumpe und das Gluckern vom Aufheizen (aus 30 cm)
Besonders gut zu hören ist dabei das Gluckern im Ansaugtrakt während der Moppwäsche. Wäre dieses Geräusch leiser, würde der Reinigungsvorgang akustisch wohl kaum auffallen. Es klingt dabei auch weniger nach „Luftziehen“, sondern eher wie eine Kaffeemaschine beim gleichzeitigen Erhitzen von Wasser.
Erstmal die technische Sicht der Navigation
Roborocks Qrevo Curv 2 Pro orientiert sich im Raum über ein LDS-LiDAR-System, also einen rotierenden Laser im Turm auf der Oberseite des Bots. Der Sensor sendet permanent Lichtimpulse aus, wertet die Reflexionen aus und berechnet daraus die Distanzen zu Wänden und Möbeln. Auf dieser Basis entsteht eine sehr genaue 360-Grad-Karte, mit der der Roboter seine Fahrwege plant. Das Verfahren arbeitet unabhängig von Lichtverhältnissen und liefert eine saubere Grundorientierung - allerdings nur in einer festen Höhe, denn LiDAR erfasst ausschließlich die Ebene, auf der der Laser scannt.
Um kleinere Hindernisse am Boden zu erkennen, ergänzt Roborock das System um eine RGB-Frontkamera mit Reactive-AI-Erkennung. Die Kamera dient nicht der großflächigen Navigation, sondern analysiert gezielt den Nahbereich, etwa Kabel, Schuhe oder Textilien, die ein LiDAR nicht erfassen kann. Laut Hersteller lassen sich dabei bis zu 200 Objektarten unterscheiden. In der Praxis hängt die Zuverlässigkeit jedoch stark von der Beleuchtung und der klaren Erkennbarkeit der Objekte ab, da die Kamera ohne Tiefensensor arbeitet und ausschließlich auf visuelle Informationen zurückgreift.

Zusätzlich verteilt Roborock rund um das Gehäuse mehrere Näherungs- und Kontaktsensoren, die unabhängig von LiDAR und Kamera arbeiten. Sie greifen ein, wenn der Roboter einer Kante zu nahe kommt oder ein Hindernis nicht eindeutig erkannt wurde, und verhindern somit unnötige Rempler im Alltag. Ergänzt wird das durch einen Kontaktsensor auf der Oberseite, der reagiert, sobald der Roboter unter nach unten schmaler werdende oder abgerundete Möbel fährt - typische Stellen, an denen viele Geräte hängenbleiben. Erkennt der Sensor Druck von oben, stoppt der Roboter sofort und zieht sich selbstständig zurück.
Besonders interessant ist beim Curv 2 Pro das RetractSense-System. Der LiDAR-Turm ist nicht starr, sondern kann automatisch abgesenkt werden. Ein dToF-Höhensensor an der Front misst permanent den verfügbaren Raum nach oben. Wird es zu niedrig, fährt der Turm ein und die Gesamthöhe reduziert sich auf etwa 7,98 cm. So gelangt der Roboter unter Möbel, an denen viele andere LiDAR-Modelle scheitern. Sobald wieder ausreichend Platz vorhanden ist, fährt der Turm aus und der volle 360-Grad-Scan steht erneut zur Verfügung. Das Ganze ist weniger ein Showeffekt, sondern eine praktische Antwort auf ein altbekanntes LiDAR-Problem.
Mit eingefahrenem Turm entfällt zwar der Rundumblick des Lasers, vollständig orientierungslos ist der Roboter aber nicht. Am Heck arbeitet ein Weitwinkel-Modul mit rund 100° Sichtfeld, ergänzt durch zusätzliche Time-of-Flight-Sensorik. Diese Kombination ersetzt den LiDAR nicht, liefert aber genug Orientierung, um auch unter niedrigen Möbeln kontrolliert zu navigieren. Wie gut das Zusammenspiel funktioniert, zeigt letztlich der Praxistest.
Was funktioniert aber nun im Praxisalltag wirklich?
Die Technikangaben sind zwar schön zu lesen, am Ende zählt aber die Alltagstauglichkeit. Und hier zeigt sich die Navigation des Curv 2 Pro meist sehr souverän, wenn auch absolut nicht fehlerfrei. Bereits bei der ersten Kartierung erfasst der Roboter Räume sehr schnell und erstaunlich detailliert und bewegt sich anschließend auch sehr sicher darin.
Im offenen Wohnraum agiert der Qrevo dagegen ruhig, zügig und insgesamt sehr sicher. Hindernisse erkennt er je nach Situation über den Laser oder durch leichten Kontakt. Auffällig ist dabei sein Vorgehen: Statt Objekte pauschal zu umfahren, grenzt er sie aktiv ein. Ein Stuhlbein wird etwa mehrfach umrundet, um Größe und Position genau zu bestimmen. Das wirkt zunächst etwas ruppig, erfüllt aber einen klaren Zweck. Der Roboter lernt, wie er Hindernisse künftig optimal anfährt und umgeht, um möglichst viel Fläche zu reinigen. Das zahlt sich im Alltag aus, denn mit jedem Durchgang wirkt die Navigation strukturierter und präziser.
Deutlich schwieriger wird es bei vielen kleinen, unterschiedlich großen, eng beieinanderstehenden Hindernissen, die sich zudem ständig verändern. Für das nachfolgende Video haben wir deshalb ein fiktives „Spielzimmer“ aufgebaut, gefüllt mit typischen Alltagsobjekten: Stofftiere, ein Keramikhund als Tierersatz, ein Kabel sowie ein Glasquader als Bauklotz. Die Mischung aus weichen, harten und optisch anspruchsvollen Objekten findet sich so oder ähnlich in vielen Kinder- oder Jugendzimmern wieder. Ziel war es dabei weniger, den Roboter direkt zu bewerten, sondern zu beobachten, wie er sich grundsätzlich in einem solchen Szenario verhält. Besonders der Glasquader ist interessant, da er durch Lichtbrechung sowohl für Kameras als auch für LiDAR eine echte Herausforderung darstellen kann.
Im Video ist gut zu erkennen, dass der Bot sehr unterschiedlich auf die aufgebauten Hindernisse reagiert. Manche Objekte tastet er vorsichtig ab, bei anderen fährt er deutlich direkter heran und stößt auch mal spürbar an, bevor er sie korrekt einordnet. Dazu kommen zahlreiche Drehungen und kleine Korrekturen, vermutlich um die Informationen aus LiDAR, Kamera und den übrigen Sensoren miteinander abzugleichen. Das wirkt stellenweise etwas hektisch, etwas verwirrt und kostet Zeit, ist in Szenarien mit vielen kleinen, eng stehenden Objekten aber nicht ungewöhnlich.
Schmunzeln mussten wir allerdings, als der Roboter unser kleines braunes Stofftier als „Kot“ klassifizierte und entsprechend in der App markierte. Die Reactive-AI arbeitet hier strikt nach Bildmerkmalen - und wenn das am Ende dazu führt, dass der Roboter lieber einmal zu vorsichtig reagiert als ein Risiko einzugehen, können wir damit gut leben.
Damit die Navigation auch in dunkleren Räumen ebenso gut gelingt, aktiviert der Bot eine in die Front integrierte LED-Beleuchtung. Sie unterstützt vor allem die RGB-Kamera dabei, den Nahbereich besser auszuleuchten und Objekte zu erkennen, die ohne zusätzliches Licht schlicht zu wenig Kontrast bieten würden.

Im Lichtkegel kann die Kamera Schattierungen oder auch Kanten von sich im Dunkeln nicht abhebenden Objekten besser erkennen, was die Navigation verbessert. Wer es wünscht, kann die LED in der App bei Bedarf aber auch deaktivieren, falls man keine zusätzliche Lichtquelle wünscht. Gerade bei nächtlichen Reinigungsfahrten im dunklen Haus kann das helle Punktlicht von außen sonst schnell den Eindruck erwecken, jemand Fremdes würde mit einer Taschenlampe durch die Wohnung schleichen - vielleicht eben Einbrecher. Damit sind neugierige Nachbarn schnell mal inklusive, also drauf achten, die LED deaktivieren oder eher tagsüber den Bot fahren lassen.
Über Kanten klettern
Der Qrevo Curv 2 Pro kann eine maximale Hindernishöhe von bis zu 4 cm überwinden, so jedenfalls laut Roborock. Möglich wird das durch eine Kombination aus dem AdaptLift-Fahrwerk und dem angeschrägten Vorderrad. Erkennt der Roboter eine Kante, zum Beispiel eine Türschwelle, dann hebt er sein Chassis aktiv an, um mehr Bodenfreiheit zu schaffen und den Aufsetzpunkt am Hindernis zu reduzieren. Das schräge Vorderrad wirkt beim Anfahren dann wie eine kleine Rampe: Es erleichtert das Überwinden, übernimmt aber keinen eigenen Antrieb.

In der Praxis zeigt sich das recht deutlich. Der Curv 2 Pro tastet Kanten zunächst ruhig an und versucht sie mit angehobenem Fahrwerk zu überwinden. Reicht das nicht aus, nimmt er beim nächsten Versuch bewusst mehr Schwung und fährt das Hindernis leicht schräg an. Dieses Vorgehen wirkt nicht immer besonders sanft, ist aber effektiv: Solange die Kante nicht höher als etwa 3 cm ist und genügend Grip bietet, kommt der Roboter zuverlässig darüber. Schwieriger wird es erst bei höheren Übergängen und zusätzlich mit glatter Oberfläche - hier stößt auch das System an seine Grenzen.
Einfache Kanten von rund 2 cm, etwa klassische Türschwellen, stellen also für den Curv 2 Pro keinerlei Herausforderung dar. Diese werden sauber erkannt und auch souverän überfahren. Einmal identifiziert, befährt der Sauger ohne großes Zögern oder Nachsetzen. Spannender wird es zum Beispiel bei uns im Büro mit einer leicht angeschrägten Schwelle zum Bad mit etwas über 3 cm Höhe. Hier musste sich das ganze Repertoire aus AdaptLift-Fahrwerk, angeschrägtem Vorderrad und Anlaufstrategie beweisen: Meistens klappt das Überwinden problemlos, manchmal klappt es aber auch nicht sofort. Dann entwickelt sich ein durchaus sehenswerter kleiner Machtkampf zwischen Roboter, Kante und Physik, bei dem der Curv 2 Pro mehrfach wirre Drehungen vollzieht und sich dann fast überschlägt. Es ist also nicht immer alles so gut, wie es die Werbung verspricht, aber in 8 von 10 Anfahrten klappte es ohne Probleme.
Wo kommt der Curv 2 Pro an seine Grenzen?
Während der Wochen, in denen wir den Curv 2 Pro im Alltag testen konnten, sind uns natürlich auch ein paar typische Schwächen begegnet. Rutschige Läufer, die sich beim Befahren wellen/zusammenrollen, mag der Sauger zum Beispiel überhaupt nicht. Entweder verheddert er sich darin komplett oder schiebt das textile Opfer quer durch die Wohnung, bis irgendwann nichts mehr geht.
Auch Schuhbänder und lose Kabel gehören weiterhin zu den klassischen Problemfällen und werden gerade bei Letzterem, nicht immer erkannt. Beim Schuhband meldete die App mehrfach, der Sauger habe seinen Mopphalter verloren - was in Wirklichkeit bedeutete, dass er sich so gründlich verfangen hatte, dass sich die Halterung tatsächlich gelöst hat. Kein Drama, aber eben auch kein Ruhmesblatt. Und auch das Kabel der Stehlampe hat er gerne mal mitgenommen und die Lampe so durch den ganzen Raum gezogen - bis der Mopphalter fiel.
Unsere Glaswaage im Bad, ursprünglich ordentlich an die Wand gelehnt, wurde vom Roboter regelmäßig umgefahren, weil das Hindernis durch das Glas nicht erkannt wurde und der ausfahrbare Mopp wie ein Hebel hinter die Waage gefegt ist. Erst eine manuell gesetzte Sperrzone in der App brachte hier Ruhe ins Spiel.
Unterm Strich zeigt sich damit ein bekanntes Bild: Navigation und Hinderniserkennung haben in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht, auch beim Curv 2 Pro. Perfekt sind sie aber noch lange nicht. Bestimmte Alltagsfallen bleiben weiterhin problematisch - und erfordern entweder etwas Vorbereitung oder eben einen kurzen Eingriff per App.
Akkuleistung - wie lange dauert das Laden?
Ein wichtiger Aspekt ist natürlich auch, wie lange hält der Sauger bei einer seiner Arbeiten durch und wie lange dauert im Anschluss das Aufladen. Egal welche Reinigungsaktion gerade läuft: Ab einem Akkustand von 15 % meldet sich der Curv 2 Pro während des Reinigungsauftrages per Sprachansage und fährt dann selbstständig zurück zur Station. Unterhalb dieser magischen Schwelle lassen sich auch keine neuen Aufträge mehr starten. Erst ab etwa 20 % akzeptiert der Roboter wieder neue Reinigungsbefehle und fährt los. Das dient gleich zwei Zwecken: Zum einen schützt es den Akku vor Tiefenentladung, zum anderen verhindert es, dass der Sauger irgendwo mitten in der Wohnung liegen bleibt, weil ihm schlicht der Strom ausgeht.
Und um die Akkuleistung sowie das Ladeverhalten realistisch einzuordnen, haben wir den Akku zunächst bis zur automatischen Rückkehr ins Dock entladen lassen und den anschließenden Ladevorgang über mehrere Stunden hinweg protokolliert. Im Sauger arbeitet ein 6400-mAh-Akku, der im Alltag, natürlich abhängig von Saug- und Wischmodus, laut Roborock Laufzeiten von rund 180 bis knapp 200 Minuten ermöglicht.
Nach dem Andocken lag der Akkustand laut App zunächst bei etwa 14 %. In der ersten Ladephase steigt der Ladestand gleichmäßig an, allerdings ohne hohe Leistungsspitzen. Bis rund 45 % vergehen etwa 80 Minuten, danach lädt der Roboter konstant weiter bis knapp unter 80 %. Ab diesem Punkt wird die Ladeleistung spürbar reduziert. Vor allem die letzten Prozente oberhalb von 95 % ziehen sich doch deutlich, was klar auf ein bewusst akkuschonendes Ladeprofil hindeutet. Insgesamt dauerte eine vollständige Ladung vom automatischen Andocken bis 100 % rund 3 Stunden und 25 Minuten
Im Vergleich zu anderen Premium-Saugrobotern mit ähnlicher Akkukapazität liegt der Curv 2 Pro damit im absolut üblichen Bereich. Viele aktuelle Modelle setzen ebenfalls eher auf längere, schonende Ladezyklen statt auf aggressive Schnellladung. Für den Alltag bedeutet das vor allem eines: planbare Laufzeiten und eine gute Perspektive für die langfristige Akkulebensdauer.
Und was die reale Laufzeit anbelangt, so kamen wir im Eigentest bei normaler Saugstufe inklusive Wischen auf sehr gute 171 Minuten durchgehende Reinigung (mit kleinen Unterbrechungen für das Moppwaschen zwischendurch). Das reicht selbst für große Häuser/Wohnungen, klasse. Im Turbo-Modus der Saugstufe waren es dann noch 121 Minuten Laufzeit, was noch immer ein tolles Ergebnis ist.
Stromverbrauch und Wartung
Neben dem reinen Anschaffungspreis fallen beim Curv 2 Pro natürlich auch laufende Kosten an. Dazu zählen in erster Linie Strom, Wasser sowie Verbrauchsmaterialien wie Staubbeutel, Verschleißteile und bei Bedarf eben Reinigungsmittel. In Summe bewegt sich der monatliche Stromverbrauch bei normaler Nutzung aber im einstelligen Kilowattstundenbereich.
Hinzu kommen die Staubbeutel der Station, die je nach Wohnungsgröße und Verschmutzungsgrad mehrere Monate halten, sowie der regelmäßige Austausch von Mopps, Bürsten und Filtern. Diese Kosten lassen sich mit günstigen Ersatzsets gut im Rahmen halten. Etwas weniger zeitgemäß ist wie schon erwähnt die fehlende automatische Reinigungsmitteldosierung: Das Konzentrat muss manuell ins Frischwasser gegeben werden und verursacht natürlich, wenn auch überschaubare, monatliche Kosten. Wasser spielt dagegen preislich kaum eine Rolle, da selbst die regelmäßige Moppwäsche nur wenige Cent im Monat ausmacht.
Unterm Strich bleibt der Curv 2 Pro damit auch im laufenden Betrieb kalkulierbar. Die Komfortfunktionen der Station treiben die Kosten zwar leicht nach oben, bewegen sich insgesamt aber klar im Rahmen dessen, was man von einem Premium-Saugroboter dieser Klasse erwarten darf und wenn man die enorme Zeitersparnis gegenrechnet, ist das eher eine Plussumme.
Laufende Kosten des Roborock Qrevo Curv 2 Pro
Wie entstehen diese Werte?
- Strom (≈ 2,20 €): basiert auf eigenen Messungen mit dem Energylogger 4000 als Momentanverbrauch: Heißlufttrocknung 75 W (2 h), Moppwäsche 250–750 W (~5 Min), Staubentleerung 610 W (~10 s), Standby 3,6 W sowie ca. 45 Min Betrieb des Roboters pro Reinigung. Bei etwa 20 Reinigungstagen pro Monat ergeben sich insgesamt ungefähr 7–8 kWh pro Monat (mit 0,30 €/kWh ≈ 2,20 €).
- Staubbeutel (≈ 2,00 €): Ein Beutel kostet im Schnitt etwa 4 € und hält bei normaler Nutzung ungefähr 2 Monate → also ca. 2 €/Monat.
- Reinigungsmittel (≈ 2,08 €): Dosierung 20 ml pro Tankfüllung, eine Tankfüllung ≈ 1 Woche → ca. 80 ml/Monat. Original-Konzentrat: 26 € pro 1.000 ml → 0,026 €/ml → 80 ml ≈ 2,08 €/Monat.
- Verschleiß / Wartung (≈ 1,00 €): realistische Mitte aus Mopps, Bürsten und Filtern. Viele nutzen günstige Drittanbieter-Sets für ca. 20–30 € pro Jahr → entspricht etwa 1 €/Monat.
- Wasser (≈ 0,40 €): 80–100 Liter/Monat entsprechen 0,08–0,10 m³. Rechenweg: m³ × (Wasser+Abwasser €/m³). Beispiel: 0,08 m³ × 5 €/m³ ≈ 0,40 €. Je nach Kommune (Tarif) und Verbrauch kann das etwas höher oder niedriger liegen.
Beispielwerte pro Monat. Je nach Nutzung können all diese Werte variieren!
Was man dabei nicht vergessen sollte: Auch ein vollautomatisches Gerät kommt nicht ganz ohne Pflege aus. Das Reinigungstray der Mopps, die Auffahrrampe sowie Kamera und Sensoren freuen sich hin und wieder über einen kurzen Wisch mit dem Lappen. Viel Aufwand ist das nicht - und falls man es doch mal schleifen lässt, meldet sich die App zuverlässig, sobald Sensoren durch Verschmutzung nicht mehr korrekt arbeiten.
Mario Kramer meint: viel Technik, viel Komfort, aber nicht ohne Ecken und Kanten
Der Qrevo Curv 2 Pro von Roborock ist kein „einmal aufstellen und vergessen“-Roboter, aber er ist da schon verdammt nah dran. Im Test zeigt sich ein insgesamt sehr erwachsenes System, das im Alltag zuverlässig seine Arbeit verrichtet und nur dort schwächelt, wo aktuelle Technik generell noch ihre Grenzen hat. Spiegel, Kabel, lose Läufer oder sehr kleinteilige Hindernisse bleiben auch hier leider klare Stolpersteine. Das ist kein spezielles Roborock-Problem, sondern schlicht Realität bei heutigen Navigationssystemen. Aber die Entwicklung von KI-gestützten Kamerasystemen geht stetig voran, und viele Navigationsfehler kann man auch heute schon durch simple Software-Updates korrigieren.
Seine größten Stärken liegen klar in der Reinigungsleistung, der Navigation und der Alltagstauglichkeit. Saugen und Wischen funktionieren auf hohem Niveau, das Teppichhandling ist durchdacht und die Möglichkeit, die Mopps komplett in der Station zu lassen, ist mehr als nur ein Gimmick - sie löst ein echtes Praxisproblem von Besitzern hochfloriger oder besonders teurer Teppiche, das viele Konkurrenzmodelle nur halbgar angehen. Auch das AdaptLift-Fahrwerk sorgt dafür, dass der Curv 2 Pro seine Stärken klar ausspielen kann und nicht vorschnell kapituliert, selbst wenn das gelegentlich etwas ruppig aussieht und die Navigation hier und da einen besonders verwirrten Moment offenbart.
Die Station ist funktional stark und optisch angenehm, bleibt technisch aber nicht ganz auf dem Niveau dessen, was man im Premium-Segment inzwischen durchaus erwarten darf. Die fehlende automatische Reinigungsmitteldosierung wirkt bei einem Gerät dieser Preisklasse schlicht nicht mehr zeitgemäß. Ähnliches gilt für die sehr optimistischen Temperaturangaben bei der Moppwäsche - hier hätten wir uns definitiv mehr Transparenz bezüglich der tatsächlich anliegenden Temperaturen gewünscht. Besonders positiv fällt dagegen die Lufttrocknung auf, die leise, effektiv und im Alltag wirklich zuverlässig arbeitet. Alles war trocken, roch nicht und hat insgesamt einen sehr guten Job gemacht.
Und damit zur entscheidenden Frage: Ist der Qrevo Curv 2 Pro die rund 1.000 Euro wert?
Ja! - wenn man genau weiß, was man bekommt. Er ist kein perfekter Alleskönner ohne Schwächen, das gibt es in diesem Segment schlicht nicht, aber er ist ein sehr leistungsfähiger, flexibel einsetzbarer Saug- und Wischroboter, der im Alltag viel Arbeit abnimmt und nur selten echte Frustmomente erzeugt. Über die Wochen im Einsatz bei uns ließen sich die Fälle, in denen man ungewollt eingreifen musste, an einer Hand abzählen. Das haben wir schon deutlich schlimmer gesehen und finden den technischen Fortschritt hier bei Roborock und Konkurrenten wirklich bemerkenswert.
Unterm Strich und in Relation zum aktuellen Straßenpreis von rund 1.000 Euro ist der Qrevo Curv 2 Pro kein Schnäppchen, bewegt sich aber im Rahmen dessen, was andere Premium-Modelle mit vergleichbarem Funktionsumfang ebenfalls aufrufen. Wer maximale Automatisierung ohne eigenes Zutun erwartet, wird an einzelnen Stellen enttäuscht. Wer jedoch bereit ist, sich mit der umfangreichen App, den Einstellungen und Abläufen auseinanderzusetzen, bekommt einen leistungsstarken, vielseitigen und insgesamt sehr zuverlässigen Haushaltshelfer, der sich im Premium-Segment gut behauptet.
Er ist nicht frei von technischer Kritik, aber überzeugend genug, um den Preis zu rechtfertigen. Wir sind mit dem Gesamtpaket sehr zufrieden und können ihn daher auch bedenkenlos weiterempfehlen.
- Positiv
- Sehr starke Saugleistung (25.000 Pa)
- Durchdachte Navigation mit Lernkurve
- RetractSense-LiDAR mit extrem niedriger Bauhöhe
- Mopps vollständig ablegbar in der Station
- Sehr gute Mopp-Reinigung und starke Lufttrocknung
- AdaptLift-System mit ordentlicher Kletterleistung
- Sehr umfangreiche und stabile App
- Neutral
- Navigation nicht immer perfekt
- Hochglanzflächen anfällig für Staub und Fingerabdrücke
- Große Station braucht Platz
- Negativ
- Keine automatische Reinigungsmitteldosierung
- Beworbene 100 °C Moppwäsche in der Praxis nicht erreichbar
- Nichts für schmale Geldbeutel











































