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Tech-Review.de

  • Dienstag, 11. August 2020
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Prolimatech Megahalems

Prolimatech Megahalems: Die Nummer eins?

Einleitung

Bereits vor einigen Jahren hieß es, Luftkühlung sei annähernd ausgereizt. Dennoch hat sich einiges getan, neben anderen Sockeln und Bauarten, hat sich die Lüfterkompatibilität und auch Installation teilweise sogar erheblich geändert. Diese Punkte haben sich glücklicherweise fast immer zum Guten gewendet. Entgegen der Aussage, die bereits vor einiger Zeit ausgesprochen wurde, Luftkühlung sei am Ende, ist die Leistungsfähigkeit von Produkt zu Produkt, wenn auch manchmal nicht erheblich, immer mehr gestiegen. Hier will Prolimatech ansetzen und bringt den Megahalems heraus. Folglich soll er mit stattlichen 790g, 6 Dual-Heatpipes und somit wahrscheinlich enormer Kühlleistung dem High-End-User niedrige Temperaturen bescheren.

Wie steht er aber zur Konkurrenz? - Mehr hierzu gibt es auf den folgenden Seiten, zudem wird er auf Kompatibilität und Optik genauestens Untersucht.

Die Technik

Die wichtigsten technischen Werte sind:

  • 6 vernickelte Kupfer Heatpipes mit 6mm Durchmesser
  • vernickelte Aluminiumlamellen
  • Gewicht: 790g
  • ohne Zubehör in Rev. A 1x120mm Lüfter montierbar (2 zusätzliche Halteklammern kosten 4 Euro), in Rev. B zwei Lüfter selbiger Größe installierbar
  • Kompatibilität seit Rev.C: Intel Sockel 775, 115x, 1200, 1366, 2011, 2011-v3 / AMD Sockel AM2, AM2+, AM3, AM3+, FM1, FM2, FM2+

Wie zu sehen, sind 6 Heatpipes recht viel, dafür ist der Durchmesser aber etwas kleiner gehalten. Schreiten wir die Liste weiter nach unten, sehen wir das enorme Gewicht von fast 800g, das durch Einsatz von Lüftern weiter erhöht werden kann. Hier sollte man aufpassen, denn ein so hohes Gewicht kann das Mainboard beim Transport, verbunden mit nicht ordnungsgemäßer Montage, beschädigen. Lüfter sind ab der neuen Revision B auch im Doppelpack montierbar. Die Kompatibilität ist im Auslieferungsstand gering. Sind nur die 2 Intel Sockel kompatibel, muss man für jeden anderen Sockel über 5 Euro zahlen. Hier summiert sich der Gesamtpreis auf bis zu 70Euro für Sockel AM3 und 2 Lüfter auf, was dann doch deutlich über der Konkurrenz gelegen ist. Glücklicherweise ist in der neuen Revision auch noch der Socket 1156 von Intel mit in die Kompatibilitätsliste aufgenommen worden.

Der Lieferumfang

  • Kühlkörper
  • Installationsmaterial Intel
  • Installationsmaterial AMD
  • Lüfterklemmen
  • Wärmeleitpaste
  • Installationsanleitung

Der Lieferumfang des Megahalems ist auf den ersten Blick nicht sehr zielorientiert, wie wir finden. Einerseits ist diese enorm große Wärmeleitpasten-Spritze im Lieferumfang, auf der anderen Seite nur Montagematerial für einen Lüfter sowie für 2 Sockel. Da dies mit der neuen Revision, die aber erst einige Wochen auf dem Markt ist, ausgemerzt ist, wollen wir hier aber nicht zimperlich sein, da sich Prolimatech anscheinend der berechtigten Kritik angenommen und Verbesserungen vorgenommen hat. Auf den zweiten Blick finden wir aber noch etwas, dass uns nicht vollends gefällt: Die enorm kurz gehaltene Installationsanleitung. Diese ist prägnant, aber für Anfänger im Bastelbereich rund um den Computer nicht unbedingt verständlich.

Die Optik

Die Optik des Kühlkörpers gefällt uns gut. Ebenso die Verarbeitung. Die 2 Kühlerflügel wirken, wie wir finden, für eine prunkige, aggressive Optik, die durch den Spiegeleffekt noch einmal verstärkt wird. Ist der Kühlkörper im Gehäuse eingebaut, wirkt er sehr groß, was durch die ungewöhnlich vielen Heatpipes, die alle nebeneinander abgeschlossen sind, verstärkt wird. Auf der glänzenden letzten Lamelle sind ebenso Verzierungen vorgenommen worden, die den Kühlkörper nicht ganz so groß und etwas strukturiert erscheinen lassen sollen.

Nirgends auf dem Kühler ist eine Aufschrift wie "Megahalems" oder "Prolimatech" vorhanden, will sich hier Prolimatech verstecken oder haben sie es einfach nicht nötig, Werbung für sich selbst zu machen? Bei der Verarbeitung sowie der Optik braucht sich Prolimatech nicht verleugnen und somit schreiten wir langsam zu den Praxistests über.

Die Installation

Die Installation des Kühlkörpers ist, wie von uns getestet, einfach. Wir hatten zudem die Chance das AM2(+)/AM3-Kit zu testen, dass auch einen sehr guten Eindruck hinterließ. Wie bei allen neuen High-End-Kühlkörpern wird die Montage per Backplate vorrausgesetzt, diese sollte bzw. muss bei LGA 775 sogar am Mainboard festgeklebt werden. Macht man dies, ist die Backplate nur noch schwer abzubekommen. Hier sollte man mit viel Geduld an die Arbeit gehen und sanft arbeiten - man hat ja ein Mainboard vor sich, das man nicht kaputt machen will.

Wir halten in diesem Fall aber die Backplate-Montierung auf jeden Fall für sinnvoll, denn ein Gewicht von knapp 800g plus gegebenenfalls Lüfter will nicht unbedingt jedes Mainboard hiefen. Leider ist also ein Mainboard-Ausbau nötig. Der Anpressdruck ist sehr hoch und gut, zudem sitzt der Kühler mit seiner relativ planen Auflagefläche vernünftig auf der CPU und kann nicht mehr verrutschen. Alle Montageteile wirken solide und stabil und scheinen auch sehr viele Installationen zu überstehen. Gerade deswegen ist schade, dass keine Ersatzschrauben mitgeliefert werden, denn sich ein solch teures Produkt aufgrund von einer Schraube vielleicht sogar neu kaufen zu müssen, ist hoffentlich nicht Sinn des Erfinders. Im Endeffekt überzeugt aber die grundsolide Befestigung des Prolimatech Megahalems, der mit allen Montagekits senkrecht, sowie waagerecht montierbar ist.

Das Testsystem

Das Testsystem setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:

  • Intel E8400@1,375V, 3,6GHz
  • Asus P5Q-E
  • 4GB DDR2 OCZ @1GHz, 2,1V
  • BeQuiet! Straight Power Netzteil
  • ATI HD3870
  • 2*WD 3200AAJS
  • Tt Shark, inkl. SFlex Gehäuselüftern in Front und Heck, 5V Betriebsspannung

Die Testmethodik:
Die Tests werden wie üblich durchgeführt. Wir halten eine Raumtemperatur von 22°C. Sobald dies nicht exakt der Wert ist, wird die gemessene Raumtemperatur von dem Messergebnis subtrahiert und 22°C addiert. Somit erhalten wir anschauliche, korrekte Werte. Im Allgemeinen messen wir die Idle-Temperatur, sowie die Last-Temperatur. Diese werden simuliert, indem ein paar kleinere Programme laufen bzw. die zentrale Verarbeitungseinheit, unsere E8400, mit Prime95 gänzlich ausgelastet wird.

Der Praxistest

Sehr solide gestaltet der Megahalems seine Wärmeabfuhr. Durchweg liegt er vor der Konkurrenz, was aber bei seiner enormen Größe nicht anders zu erwarten gewesen ist. Auffällig ist, dass er mit langsamen Lüftern, oder gar keinen nicht mehr zur absoluten Spitzenklasse gehört. Drehen aber die Lüfterblätter 800 Mal oder mehr pro Minute an ihm vorbei, ist er vollends zufrieden und skaliert spitze. Passiv kann er auch etwas ausrichten, dennoch kann man in dieser Disziplin keine Wunderwerke von ihm erwarten.

Allgemein ist die Kühlleistung als sehr stark anzusehen, was wohl Gründe von der Befestigung bis hin zur Größe haben wird.

Gordian Hoffmann meint …

Gordian Hoffmann

Nach einigen Teststunden, in denen wir uns ein Fazit über den großen Aluminiumkühlkörper haben bilden müssen, sind wir nun beim abschließenden Wort angelangt. Der sehr schwere Kühlkörper lässt sich trotz großer Ausmaße gut und variabel und fest auf dem Mainboard verbauen, das bei der Montage leider ausgebaut werden muss und bei einem LGA775-Sockel in Mitleidenschaft gezogen werden kann. Bedauerlicherweise wird hier anscheinend nur auf Kompatibilität zu Intel-Prozessoren Wert gelegt. Passt der Kühlkörper nun ins Gehäuse, bietet er dem Käufer vieles, das durchweg positiv auffällt.

Basierend auf eine gute Kühlleistung, die keinen Lüfter oder hohe Drehzahlen braucht, um auch stromhungrige Rechenköpfe zu kühlen, bietet er einige weitere tolle Features. Diese sind unter anderem ein tolles Design, das sich von der Konkurrenz glücklicherweise ein wenig absetzt, sowie die qualitativ hochwertige Wärmeleitpaste. Leider muss man bei einem Kauf aber auch tief in die Tasche greifen, denn mit 55 Euro für dieses Modell ist es oft nicht genug, denn man benötigt vielleicht ja noch ein Montagekit für einen anderen Sockel, sowie einen oder zwei zusätzliche, der Qualität möglichst entsprechende Lüfter. An dieser Stelle muss man darauf achten, dass man nicht in den dreistelligen Preisbereich gerät, denn man muss weiterhin sehen, dass es sich hier nur um einen CPU-Kühler handelt. Dennoch besteht gerade für Übertakter oder High-End-User uneingeschränkte Kaufempfehlung, da er nicht nur toll kühlt, sondern auch gut zu montieren ist und schick aussieht, - vorausgesetzt ist aber sehr viel Platz.

  • Positiv
  • Flexible Installation
  • Gute Kühlleistung, wofür nicht viele oder sehr schnelle Lüfter notwendig sind
  • Vertikal und horizontal montierbar
  • Robustes Montagematerial
  • Top Design
  • Neutral
  • Groß und schwer
  • Gehobene Preisklasse
  • Negativ
  • Kein AM2(+)/AM3 Montagekit mitgeliefert (bezieht sich nur auf frühere Revision zum Testzeitpunkt)

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