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Noctua NH-L9x65

Noctua NH-L9x65: Low-Profile von Noctua

Einleitung

Noctua dürfte den meisten Lesern ein Begriff sein. Hochwertige, leise und leistungsstarke Kühler sind Schlagworte, welche dabei sofort in Erinnerung treten, allerdings gepaart mit einem saftigen Preis. Und im Prinzip ist der NH-L9x65 genau so. Neue Maßstäbe sollen in der kleinsten Liga der Kühler gesetzt werden, welche aber auch bezahlt werden möchten. Immerhin liegt die unverbindliche Preisempfehlung seitens des Herstellers bei zirka 45 Euro, was durchaus eine Ansage an das Segment der Low-Profile Kühler darstellt.

Findige Leser werden sich bei der Namenswahl an einen andern Kühler aus demselben Hause erinnert fühlen und liegen damit mehr als richtig. Der L9x65 ist eine leistungsstärkere und höhere Version des L9(a/i). Dabei wurde der Kühler auf 65 Millimeter vergrößert, daher auch der Namenszusatz x65. Um die Wärme besser auf den Lamellen verteilen zu können, spendiert Noctua dem L9x65 insgesamt vier Heatpipes. Das Gewicht erhöht sich folgend auch auf immer noch leichte 413 Gramm. Außerdem kommt der Kühler nun von Haus aus mit AMD- und Intel-Sockeln zurecht. Beim kleinen Bruder musste für jeden Hersteller ein separater Kühler gekauft werden.

Wie gut sich der Kühler schlägt und ob er den Ansprüchen gerecht wird, lest ihr auf den nächsten Seiten. Wir wünschen viel Spaß!

Dieser Kühler wurde auch auf einem i5-6600 getestet. Zum i5-Test: Hier klicken

TECHNISCHE DATEN

NameNoctua NH-L9x65
Lüfteranzahl1 x 92mm
Lüfterdrehzahl500 - 2500 U/Min
Anschluss4 Pin PWM
Anzahl Heatpipes4
Sockelunterstützung AMDAM2 - AM3+; FM1 - FM2+
Sockelunterstützung Intel1150 - 1156, 2011(-3)
Maße inkl.Lüfter (in mm) (LxBxH)95 x 95 x 65
Gewicht inkl. Lüfter413 g
Preisca. 45 €

Das es sich hier eindeutig um einen Topblower-Kühler handelt, lässt sich sehr gut an den Abmessungen ablesen. 95 Millimeter bei Länge und Breite lassen eindeutig genug Platz rund um den CPU-Kühler herum, damit auch auf Mini-ITX-Mainboards problemlos eine Grafikkarte oder hoher RAM verbaut werden kann. Auch die Höhe ist gering genug, damit der Kühler in kleinen Gehäusen problemlos seinen Platz findet.
Um dennoch genug Leistung erbringen zu können, verbaut Noctua den hauseigenen Lüfter A9x14 mit einem Drehzahlbereich von 500 bis 2500 U/Min. Der theoretische Luftdurchsatz liegt damit laut Hersteller bei 57,3 Kubikmeter pro Stunde. Dabei ist der Lüfter nur 14 Millimeter dick, was durchaus eine kleine Besonderheit darstellt, da die typischen Lüftergrößen entweder 12,5 oder 25 Millimeter sind.
Gestützt wird das Kühlsystem durch die vernickelten Heatpipes, von denen vier Stück verbaut sind. Diese sind allerdings nicht durchgehend, kommen daher nur auf einer Seite aus der Bodenplatte heraus und verlaufen gerade durch den Kühlkörper.
Die Kompatibilität zu den verschiedenen Sockeln ist bei Intel etwas eingeschränkt, aber durchaus verständlich, da für die Sockel 1366 und 775 praktisch keine Mainboards des Mini-ITX Formates vorhanden sind, weshalb der Kühler jene Sockel auch nicht unterstützt. Das Problem mit der Verfügbarkeit von kleinen Mainboards gilt auch für den Sockel 2011(-3), auf welchem der Kühler aber problemlos montiert werden kann. Die viel größere Frage ist jedoch, ob die Kühlleistung für einen i7 mit ganzen 140 Watt TDP ausreichend ist und ob Noctua hier lieber auf die Kompatibilität verzichten hätte sollen, um keine Käufer zu verärgern. Auf der AMD-Seite gibt es wenige Überraschungen, hier ist ab den Sockel AM2 die Halterung für Kühler gleich geblieben. Die Ausnahme ist, wie so oft, die AM1 Plattform, also mit dem Sockel FS1b, zu welcher der Kühler daher nicht kompatibel ist.

LIEFERUMFANG

Wie bereits anfangs erwähnt, haben Produkte aus dem Hause Noctua den Ruf, teuer aber auch dementsprechend gut ausgestattet zu sein. Das zeigt sich zum Beispiel auch beim Lieferumfang des NH-L9x65. Unter einer eigenen Schachtel für das Zubehör, welche sogar mit einer Auflistung des Inhalts bedruckt ist, befindet sich der gut gepolsterte Kühler. Auf Plastik oder ähnliches wird verzichtet, hier wird umweltfreundlicher Karton verwendet, um den Kühler zu fixieren. Einzig alleine der Schutz der Bodenplatte ist hier aus Kunststoff, was aber mehr als verständlich ist, da Karton hier zu risikoreich im Hinblick auf eine Verschmutzung oder Kratzer wäre.

Der Lieferumfang fällt großzügig aus, was bei dem Preis allerdings auch zu erwarten war. Neben den, in separaten Plastiktüten eingepackten Montageteilen für Intel und AMD, gibt es einen Schraubendreher, Wärmeleitpaste in einer Spritze sowie einen Drosselungsadapter. Damit kann die Drehzahl für einen leiseren Betrieb gesenkt werden. An alle diejenigen, welche gerne Sticker auf ihr Gehäuse kleben: Noctua legt noch ein Emblem mit Kleberückseite bei.

Der Lieferumfang des NH-L9x65

Besonders gut gefällt uns hier der Schraubendreher, welcher sich bei der Montage als hilfreich erweisen wird, sowie die informative Verpackung und eben allgemein das großzügig bemessene Zubehör.

DER KÜHLER IM DETAIL

Der NH-L9x65 verkörpert genau das, was man sich von einem Topblower erwartet: Klein, kompakt und trotzdem wirkt er nicht unterdimensioniert. Dazu tragen vor allem die insgesamt vier Heatpipes bei, von denen sich zwei auf der einen und zwei auf der gegenüberliegenden Seite befinden. Diese sind vernickelt, was sich gut in das Gesamtbild des Kühlers einfügt. An den Enden sind alle Heatpipes sauber abgeschlossen, eine Kappe gibt es zwar nicht, aber hier wurde auch auf ein schönes Äußeres durch Abrundung gedacht.

Aus der Topansicht ist sehr gut zu erkennen, dass der Lüfter und der Kühlkörper gleich groß sind. Das ist eine gute Wahl, da so weder Kühlfläche noch Lüfterleistung sinnlos verschwendet wird. Der Lüfter ist mittels Klammern am Kühlkörper befestigt, diese sitzen für den persönlichen Geschmack allerdings etwas zu locker, aber fest genug, um nicht zu verrutschen. Auf der anderen Seite ermöglicht es ein komfortables (De-)Montieren des Lüfters.

Zusätzlich wurden in die Kühllamellen weitere Halte-Rillen eingearbeitet. Hierdurch kann man auch einen höheren Lüfter auf den NH-L9x65 montieren, indem man die Halteklammern in die oberen Rillen einspannt.

Die Halte-Rillen für die Halteklammern des Lüfters

Wo wir schon beim Lüfter sind: Hier kommt ein hauseigenes Modell mit dem Namen A9x14 zum Einsatz. Der Lüfter hat 92 Millimeter Rahmenbreite und ist 14 Millimeter hoch, wie bereits vorher erwähnt. Ebenso hat er beidseitig an jeder Ecke eine Gummierung, welche verhindern, dass der Lüfterrahmen direkt auf den Lamellen aufsitzt und diesen somit entkoppelt.

Die Farbgebung entspricht jenen der Noctuaprodukte, ob es einem selber gefällt, ist Geschmackssache. Der Redakteur zum Beispiel ist auf den Geschmack gekommen und hat in seinem Privat-PC selber einige Lüfter aus dem Hause Noctua verbaut. Ein anderer Redakteur mag die Farbe nicht, es bleibt also eine Frage der persönlichen Vorlieben.

Die Lamellen sind, wenig überraschend, genau so breit wie der Kühler selbst, lediglich in der Mitte sind einige wenige Lamellen verkürzt, damit die beiden Schrauben für die Montage noch ihren Platz finden. Diese sind jeweils mit einer Feder ausgestattet, welche für den nötigen Anpressdruck des Kühlers auf der CPU sorgen. Auf einer Seite hat sich Noctua mit Namen und Logo verewigt.

Die Entgratung der Lamellen ist einwandfrei, selbst nach genauer Suche und Abtasten konnte der Redakteur keine Stelle finden, an welcher er sich hätte verletzten können. Vor allem die Ecken und Kanten stechen hier glücklicherweise nicht hervor. So wollen wir das sehen!

Die Verarbeitung der Bodenplatte ist, wie von Noctua ebenfalls gewohnt, absolute Spitzenklasse. Keine Kratzer, keine Unebenheiten oder Ähnliches lassen sich feststellen. Das auf dem Bild zu erkennende Kreismuster dürfte dadurch entstehen, wie die Platte geschliffen wird. Die Kühlfläche ist fast komplett plan, lediglich die Mitte ist leicht konvex, um Unebenheiten im CPU-Headspreader auszugleichen. Interessantes Detail: Die Bodenplatte ist nicht direkt mit den Lamellen verbunden, die Aufgabe der Hitzeleitung übernehmen alleine die Heatpipes.

Zusammengefasst sind die äußeren Werte des Kühlers ein Genuss. Die Verarbeitung ist wahrlich Spitzenklasse, einzige fragwürdige Stelle sind die etwas zu leichten Befestigungsklammern, aber das fällt in den Augen des Redakteurs nicht ins Gewicht.

Montage

Die Montage ist, kurz zusammengefasst, äußerst einfach und das System dahinter durchdacht, Noctua selber bezeichnet es als SecuFirm2. Doch alles von Anfang an.

Auf der Backplate, welche nur für die Intel 115x Sockel benötigt wird, sind die Stifte bereits fix installiert. Daher wird die Platte nur mehr von hinten auf das Mainboard gesteckt und auf der Vorderseite die Abstandshalter auf das Schraubgewinde am Ende der Stifte gesteckt. Auf jene wiederum werden die beiden Montagebalken gelegt, welche mit Rändelschrauben fixiert werden. Folgend muss nur noch mehr der Kühlkörper an den Montagebalken festgeschraubt werden. Zu festes Anzugsdrehmoment wird durch eine Federsicherung direkt an den Schrauben verhindert.

Die Montagehalterung

All das hört sich vielleicht aufwendiger und komplizierter an, als es eigentlich ist. Alle Bauteile sind, wie erwartet, extrem passgenau und folglich kann auch nichts lose angebracht werden oder verrutschen. Die Rändelschrauben haben eine angenehme Größe und können auch mit der Hand gut festgezogen werden. Wem dies nicht genug ist, benutzt den im Lieferumfang mitgelieferten Schraubendreher. Dieser empfiehlt sich übrigens auch, wenn der Kühlkörper an den Montagebügeln angebracht wird, da er schlank genug ist, um zwischen den Lüfterblättern ohne Probleme durchzupassen. Das ist auch ein weiteres schönes Detail, der Lüfter ist vorinstalliert und muss nicht abgenommen werden. Die mehrfach vorhandenen Anleitungen für die verschiedenen Sockel (Intel 115x, Intel 2011(-3), AMD AM2 und neuer) sind sehr gut gelungen, hervorzuheben ist hier die passende Bebilderung und der, falls überhaupt benötigt, hilfreiche Text. Insgesamt ist die Montage sehr einfach und kann von faktisch jeden Käufer ohne gröbere Probleme durchgeführt werden.

Der Test wird in einem offenen Testsystem durchgeführt, Gehäuselüfter fallen daher weg. Die Umgebungstemperatur lag in diesem Test bei 23° Celsius.

CPUIntel Core i7 2600 @3,60 Ghz
CPU-KühlerSiehe Test
MainboardGigabyte GA-Z68XP-UD3
Arbeitsspeicher2 x 4 GB Hynix 1600 Mhz
GrafikkarteSapphire Radeon HD 4670 Passiv
SSD/ FestplatteOCZ Solid 3 64 GB
NetzteilSeasonic Platinum Fanless 400W
BildschirmBelinea EnergyStar

Um die Lautstärke möglichst differenziert zu messen, haben wir auf komplett passive Komponenten zurückgegriffen. Vor allem das Netzteil erweist sich hier gerne als Störfaktor, daher haben wir uns für ein passiv gekühltes Modell entschieden. Bei der Grafikkarte ging die Wahl zur passiv gekühlten Radeon HD 4670 von Sapphire. Die ausgesuchte SSD besitzt zudem keine beweglichen Teile und ich damit komplett geräuschlos. Die Lautstärkemessungen haben wir mit Hilfe eines Voltcraft SL-100 durchgeführt, das Schallpegel-Messgerät wurde zudem in einem Abstand von 30 cm vom Lüfter positioniert.

Die CPU wird mit Prime95 in Small FFTs belastet, damit lassen sich möglichst hohe Temperaturen erreichen und das volle Potenzial des Kühlers austesten.

Wir möchten hier noch einmal explizit darauf hinweisen, dass die hier erzielten Ergebnisse nicht vergleichbar sind mit den Ergebnissen früherer Messungen (ausgenommen des Tests "Kühler der Mittelklasse"). Grund hierfür ist, dass nun ein anderer Redakteur den Bereich der Luftkühlung betreut und damit verbunden auch ein neues Testsystem verwendet wird.

TEMPERATUREN

Dieser Kühler wurde auch auf einem i5-6600 getestet. Zum i5-Test: Hier klicken

Werfen wir doch nun einen Blick auf die Kühlleistung, diese ist natürlich eine der wichtigsten Kriterien beim Kauf eines Kühlers, der PC soll ja nicht überhitzen.

Bei 50%-PWM-Drehzahl liefert der L9x65 ein für seine Größe hervorragendes Ergebnis ab. Der Kühler liegt dabei gleichauf mit dem großen Towerkühler Brocken 2 und ist stärker als andere Topblower wie TC12LS und Scythe Iori. 75° Celsius liegen dabei noch im akzeptablen Bereich, ein sehr gutes Ergebnis, angesichts der geringen Größe, ist es aber definitiv.

Leider legt der L9x65 bei 75%-PWM-Drehzahl nicht wirklich an Leistung zu und rutscht so auf den vorletzten Platz ab. Grund dürfte hier wahrscheinlich die doch etwas geringe Fläche des Kühlkörpers sein. Immerhin liegt er knapp vor dem etwas größeren TC12LS, was für die Größe absolut in Ordnung geht.

Noch einmal weiter zurück, und damit gleichauf mit dem TC12LS auf dem letzten Platz, fällt der L9x65 beim Test mit 100%-PWM-Drehzahl. Hier dürfte nun eindeutig der Kühlkörper limitieren, da der Lüfter aus der Sicht des Redakteurs einen gewaltigen Luftstrom schafft. 69 Grad Celsius sind trotzdem kein schlechtes Ergebnis, solange die Lautstärke in Ordnung geht.

Insgesamt hinterlässt der L9x65 einen gespaltenen Eindruck. Während bei niedriger Drehzahl der Kühler im Vergleich gut aufliegt, fällt er durch Limitierung der Kühlfläche bei steigender Drehzahl immer weiter zurück. Dabei könnte auch der Lamellenabstand von zwei Millimeter Abstand eine Rolle spielen, vielleicht ist dieser etwas zu gering gewählt. Hoffentlich passen dafür die Lautstärkewerte, mehr dazu auf der nächsten Seite.

Lautstärke

Schauen wir einmal welcher Kühler im Vergleich die besseren Resultate liefert. Vorab eine kleine Definition zur besseren Einordnung:

Bis 32,9 db(A)Unhörbar leise bis sehr leise
Von 33,0 bis 34,9 db(A)Leise bis leicht hörbar
Von 35,0 bis 39,9 db(A)Hörbar bis deutlich hörbar, die Komponente sollte aus einem geschlossenen Gehäuse herauszuhören sein
Ab 40 db(A)Störend laut

Leider scheint die doch gute Kühlleistung bei 50%-PWM-Drehzahl durch eine, im Vergleich, hohe Lautheit erkauft worden zu sein. 33,2 dB(A) sind bereits hörbar. Auslastungen, bei welchen der Lüfter diese Lautstärke erreicht, können auch außerhalb des Gamings erreicht werden, was vor allem bei Anwendungen, welche ein gewisse Last auf er CPU erzeugen, als unangenehm empfunden werden kann. Zumindest scheint sich in der subjektiven Meinung des Redakteurs das Geräusch eher als gedämpftes, leiser klingendes Brummen als durch ein hochfrequentes Sirren bemerkbar zu machen.

Auch bei 75%-PWM-Drehzahl bekleckert sich Noctua nicht gerade mit Ruhm. Bitte nicht falsch verstehen, die Lautstärke ist bei weitem noch nicht störend, jedoch deutlich hörbar. Hier gehen Kühler mit ähnlicher Kühlleistung oder gar Größe teils deutlich leiser zu Werke, aber katastrophal ist es trotzdem nicht.

Bei maximaler Drehzahl wird der Kühler eindeutig störend laut, dass lässt sich jetzt nicht mehr abstreiten. Leider steigt die Kühlleistung nicht im selben Maße mit an, der Lüfter wird durch den Kühlkörper limitiert.

Richtig zufriedenstellen kann uns die Lautstärke nicht. Dazu ist sie sowohl im Leerlauf als auch bei Maximaldrehzahl deutlich zu laut. Lediglich bei 75%-PWM-Drehzahl ist eine einigermaßen gute Balance zwischen Lautstärke und Kühlleistung vorhanden. Für Kühler der Größe eines NH-L9x65 war es aber zu erwarten, eine eierlegende Wollmilchsau kann selbst Noctua nicht produzieren.

Simon Sternbauer Simon meint …

Simon Sternbauer

Ist der Noctua NH-L9x65 nun ein gutes Produkt oder nicht?
Prinzipiell: Ja, ein gutes Produkt, aber nur solange der Platz nicht mehr Kühler(-Fläche) zulässt. Doch beginnen wir doch noch einmal bei den positiven Punkten des Kühlers.

Er ist wirklich kompakt geworden und bietet selbst auf Mainboards, wo die CPU nahe an den Erweiterungsslots sitzt, volle Kompatibilität zu zusätzlichen Steckkarten. Auch ist so eine hohe Kompatibilität zu RAM-Kühler gegeben, was bei der geringen Bauhöhe sonst besonders ärgerlich gewesen wäre. Die Verarbeitung ist, wie von Noctua gewohnt, im absoluten Spitzenfeld, keine scharfen Kanten oder ähnliches sind zu finden, selbst die Bodenplatte ist praktisch einwandfrei gelungen. Auch die Montage wird ausgesprochen einfach gehalten, was vor allem daran liegt, dass der Lüfter nicht demontiert werden muss und die Backplate bereits fertig bestückt wurde. Dafür ist keine Kompatibilität zu älteren Intel-Sockeln wie 775 und 1366 gegeben. Die Kühlleistung kann sich, in Bezug auf die Größe, durchaus sehen lassen, da sie auch bei 50%-PWM-Drehzahl noch ausreichend ist.
Dagegen steht jedoch die hohe Lautstärke in allen Lagen und vor allem die bei höherer Drehzahl schlechte Skalierung mit der Lautstärke. Hier hätte letztendlich nur mehr Kühlfläche geholfen, was aber durch die kompakten Abmessungen nicht mehr möglich ist. Eine Vergrößerung des Lamellenabstandes wäre hier eine weitere Idee, damit der Lüfter keinen so hohen Pressdruck erzeugen muss. Wie gut das allerdings mit der Kühlleistung skaliert oder ob weniger Lamellen eine deutliche Verschlechterung aufzeigen würden, können wir nicht beantworten. Eine weitere Möglichkeit könnte hier auch sein, dass die Abstände so gering sind, dass der Lüfter nicht genug Druck erzeugen kann, um die Luft effektiv durch die Lamellen zu pressen. Beantworten können wir das wiederum nicht, es sind und bleiben Möglichkeiten und Vermutungen. Dazu kommt auch noch der hohe Preis, hier sollte es sich der Käufer wirklich überlegen, ob es sich wirklich lohnt, den Kühler zu kaufen.

Unterm Strich können wir, wie bereits erwähnt, den Kühler an jene Interessenten empfehlen, welche nicht mehr Platz haben als für einen derart schmalen Kühler. Dabei geht unsere Empfehlung ganz klar in Richtung der Kühlleistung, denn bei der Lautstärke kann der Kühler leider nicht punkten, da diese doch zu hoch ist. Damit eignet sich der vorzüglich für kleine Gehäuse.

Ergänzung:
Noctua gibt den Kühler offiziell für CPUs mit einer maximalen TDP von 84 Watt frei, für alle Prozessoren mit mehr Verlustleistung sollte der NH-L9x65 nur mit Vorsicht eingesetzt werden. Allerdings stellen sich uns hier folgende Fragen:
Wieso ist der Kühler für den Sockel 2011(-3) freigegeben, da jene CPUs die in den Endkundenmarkt fallen deutlich über 84 Watt TDP besitzen?
Wo befindet sich hier ein Hinweis auf der Verpackung?

Noctua hat sich hierzu zügig geäußert und verwies uns auf die hauseigenen TDP-Richtlinien, welche eine gute Aufschlüsselung bieten, auf welchen CPUs der Kühler eingesetzt werden kann. Hier wird eine problemlose Kompatibilität zu einem Prozessor des Intel 1155-Sockels gegeben, welche wir eindeutig bestätigen können. Die CPU überhitze nicht, noch kamen die Temperaturen in de kritischen Bereich. Denn eines muss man dem kleinen Kühler lassen: Auch den Core i7 2600 mit 95 Watt thermischer Verlustleistung wusste er zu kühlen, ohne das der Takt gedrosselt wurde.

  • Positiv
  • Sehr kompakt
  • Tolle Verarbeitung
  • Großer Lieferumfang
  • Leichte Montage
  • Durchdachtes Design
  • Kühlleistung für Größe akzeptabel ...
  • Neutral
  • Negativ
  • ... aber im Vergleich mit den Kontrahenten schlechter
  • Zu laut
  • Teuer

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